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Posts by Antje Kröger Photographie

Wolfsstunde
Nackter Oberkörper mit Kettenschmuck, Pelzstück über die Schulter geworfen, gestreifte Bänder am Bund, analoges Papiernegativ, Großformatkamera, konzeptuelle Körperfotografie, Fotoserie Wolfsstunde

Wolfsstunde

Gestalten. Die eine hat den Pelz um sich gelegt wie eine zweite Haut, dunkles Haar fällt darüber, das Gesicht halb verschluckt vom Korn des Papiers. Die andere trägt Strohhut und Hosenträger in Streifen. Hockt, wartet, beobachtet mit einem Blick, der älter wirkt als gelebt. Großformatkamera, Mentorin, Papiernegative. Jedes Bild ein Universum, mit Rand in Rissen, […]
1. September 2026
Auf den Punkt gekommen
Bewegungsunscharfe Aufnahme einer dicken Frau im Ausfallschritt, gepunkteter Rock, glitzernder Hintergrund, analoge Großformatfotografie, clowneske Dynamik

Auf den Punkt gekommen

Tupfen über Tupfen, schwarz und weiß. Wirklich? Oder sehen wir sie nur schwarz und weiß? Illusion! Gold glitzert im Hintergrund (Woher wissen wir denn das? Es könnte doch auch Silber sein!) Der Raum gleicht einer Zirkuskulisse, die ihr Unterhaltungsversprechen längst gebrochen hat. Die kleinen und großen Punkte. Dots. Das Muster des Clowns, komisch und traurig zugleich, ein Kostüm. Der Körper dick, unverstellt, geöffnet. Kein Grund zur Scham, nur Fleisch
26. August 2026
Rausch-Tod-Imagination
Dicke Frau berührt sanft die roten Haare einer Frau mit verbundenen Augen, Nahaufnahme der Hände im Haar, dunkler strukturierter Hintergrund, konzeptuelle Imagination-Fotoserie

Rausch-Tod-Imagination

rausch als erster taumel. der moment, in dem die grenzen der haut nicht mehr halten, in dem farbe zu blut wird, blut zu farbe, in dem zwei gesichter sich übereinanderlegen, keines mehr das eigene. lametta wie ein vorhang zwischen wachsein und traum, traum und wachsein. gold, das schneidet, licht, das lügt. der körper bemalt, beschriftet, überschrieben. rote linien, die adern nachzeichnen oder sie erfinden. was zuerst nur schatten war, geworfenes licht, wird mit rotem lippenstift nachgezogen, festgehalten, behauptet, der schatten zur wunde gemacht, die vorlage zur handlung. rausch als erster schritt in die auflösung. der mensch selbst verschwimmt darin, er ist nicht einer, der den rausch erlebt, er ist der rausch, sein gesicht löst sich auf, bevor die kamera es fassen kann, seine konturen zerlaufen wie farbe im wasser. bevor der tod kommt, bevor die imagination übernimmt.
26. August 2026
Zauberei
nahporträt tänzerin mit kurzhaarschnitt, kopf geneigt, intimes analoges schwarzweißporträt, fotoserie zauberei

Zauberei

Zauberei. Das Wort klang so viel schöner als das englische: Its magic. Sie wiederholte es ein paar Mal. Sauberrei. Sauberrei. Mit ihrem herrlichen argentinischen Akzent. Sauberrei. Aus dem harten Z wurde ein weiches S, aus dem Rachen-R ein rollendes. Ich verschwand wieder unter dem glitzernden Stoff hinter meiner Großformatkamera, Zauberei. Eine Begegnung wie ein Zufall, der keiner war.
25. August 2026
Neues Website-Design

Neues Website-Design

Lange hab ich es vor mir her geschoben! Aber nun. Nun ist es passiert. Ein neues Design für meine Website. Minimalistisch. Sicher. Übersichtlicher.
22. August 2026
Stanze
extreme nahaufnahme gesicht mit nägeln im mund, bemalte haut mit gitterlinien, expressives selbstporträt stanze-serie

Stanze

Genäht dort, wo etwas heraus gestanzt wurde. Blutunterlaufen. Kreise bildend. Die großen Schrauben halten den Körper weiterhin zusammen. Da, wo das Licht hineindringt, kann der Schmerz nicht zu groß sein. Haut ist Grenze. Blut ist Sprache. Weich gegen hart. Metall gegen Haut. Scherben als Ganzes, der Unterschied als Leichtigkeit. Eine andere Naht versperrt den Mund, die Sprache, die Meinung, die Worte, die Menschlichkeit, die Moralnadel des Kompass.
14. August 2026
Zahl, was es dir wert ist – analoge Porträts im August und September
analog-fotokunst-antjekroeger-grossformat

Zahl, was es dir wert ist – analoge Porträts im August und September

EIN Angebot, bei dem DU entscheidest, was dir meine Arbeit wert ist. August und September 2026 öffne ich mein Atelier in Leipzig für 90-minütige analoge Fotoshootings: Porträt, Akt oder Künstlerfotografie, ganz wie du möchtest. Fotografiert wird mit meiner alten DDR-Großformatkamera, direkt auf Fotopapier – manchmal 50 bis 70 Jahre alt, mit all seinen Eigenheiten, seinem […]
5. August 2026
SchwanenSee (3)
zwei köpfe eng aneinander im wasser treibend, zärtliche umarmung schwanensee-serie teil 3, canon 6d

SchwanenSee (3)

Im Schwanensee thront ein Körper wie ein dunkler Sockel im Wasser, schwer und bewegungslos, als hätte das Licht beschlossen, ihn niemals zu beleuchten. Auf diesem Monument hängt ein weißer Geist, unruhig, ein flatternder Trotz aus Haut und Atem, der sich an das Prachtgefieder klammert, es umarmt, bedrängt, verdreht. Bis aus der Ruhe ein Beben wird und aus dem Beben eine Welle. Kein Sieg, keine Niederlage, sondern jenes gefährliche Dazwischen, in dem der See zuhört und selbst zum verschlingenden Tier mutiert.
5. August 2026
SchwanenSee (2)
zwei gesichter kopfüber im wasser durch rotes netzmaterial fotografiert, verzerrte doppelbelichtung schwanensee-serie teil 2

SchwanenSee (2)

eine gemeinsame Fotoinszenierung von: ALEXANDRA TCHERKASSOVA.  MARTIN ZANOTTI.  ANTJE KRÖGER Mein Leben ist Widerspruch.Leben in Widersprüchen.Das Leben sind Widersprüche.Meist bin ich warm.Wenn ich will, kann ich auch so richtig, richtig kalt. Sogar mit ziemlicher Kältest-Lust.Ich bin ein Wassertier.Ich liebe das Feuerspiel.Lachen (mit den anderen) ist Überlebens-Medizin.Das Weinen (mit mir allein) die größte Kraftquelle.Musik muss laut […]
5. August 2026
SchwanenSee
dicke frau am seeufer im schilf, blick zum wasser, ruhige naturaufnahme schwanensee-serie, canon 6d

SchwanenSee

Schwan ist Schwan. Schwan bleibt Schwan. Ob gefiedert in Schwarz oder Weiß, ob schmächtig oder schwer, ob das Herz nach diesem oder jenem Ufer verlangt, ob der Körper Narben oder Wunden trägt. Schwan ist Schwan. Schwan bleibt Schwan.
5. August 2026
Sprezzatura
unscharfes profilporträt mann mit erhobener hand, poetische analogfotografie sprezzatura, kamera mentor agfapapier

Sprezzatura

Martin war Balletttänzer und unterrichtet nun. Schauspieler sein, irgendwann, oder bald. Wir wissen es noch nicht genau. Zusammen haben wir mit meiner Großformatkamera Mentor auf Papiernegativen analoge Porträts von Martin gemacht. Wir können so wunderbar zusammen kreative Utopien entwickeln. Wir können zusammen so viele Worte wechseln.
5. August 2026
Fischtanz
schwimmende figur mit fischkopf-maske treibt rücklings im see, netzstoff um den körper, surreale wasserfotografie fischtanz, pentacon-objektiv m42

Fischtanz

Der Fisch ist auch mein Freund. Das nordische ICH kann mit ihnen kommunizieren, natürlich, es versteht die Fischsprache ganz gut. Ihm fällt es nur immer schon schwer, sie alle auseinanderzuhalten und zu unterscheiden. Aber dieses ICH weiß genau, wie sie sich anfühlen, die Wassertiere, wenn es selbst durch das schimmernde Nass schwimmt und die Fischlein den Bauch und die Brüste streifen. Das schönste Gefühl auf der ganzen Welt.
2. August 2026
Vogelfrei (II)
Rückenansicht mit blondem Haar über rotem Nagelbrett, Faust auf beschädigtem Holz, Canon 6D, abstrakte Bondage-Inszenierung Vogelfrei

Vogelfrei (II)

Form follows function. F wie F reiheit. F wie f uck, ich hänge fest. In diesen F esseln. F wie F unktionsstörung. F wie F assung bewahren. F wie weiterhin F ragen stellen. F wie f inde den F ehler. F wie F alle. Sie ist ein Nagelbrett. F wie F lucht. Fluchtfahrzeug verbrannt. F wie F allhöhe. Du kannst das überleben!
27. Juli 2026
Vogelfrei
Nahaufnahme Gesicht mit geöffnetem Mund und rotem Origami-Kranich an Faden gehalten, Bodypaint-Schminke, Canon 6D, symbolische Fotokunst Vogelfrei

Vogelfrei

Versuch. Flügelschlag. Das Versagen der Energiereserven. Freiheit weggeflogen, aufgesogen, in weite Ferne gezogen. Flügellahm. Prinzessin Vogelfrei kämpft mit den Winden von vorn. Weh und Lust. Freiheit eingebüßt. Doch gesehen immer noch am Horizont. Flügellahm nicht bewegungslos. Jede Bewegung kostet. Das Doppelte, das Dreifache. Kostet mehr, als sie einbringt, und weiter und weiter. Schlag auf Schlag. Bunte Flügelchen mit abgebrochenen Federchen. Frei-heit. Flügelfederfreiheit. Kein Ast hält. Brüchiges Holz durch die Hitzen der Welt. Das Fliegen und das (herunter) Fallen. Prinzessin Vogelfrei trägt beides, ineinander verwoben. Bunt bleibt! Lächeln bleibt!! Freiheit bleibt!!!
27. Juli 2026
Meeresschnee (Ende)
Seitliches Ganzkörperporträt mit erhobenem Arm, Badekappe, gepunkteter Faltenrock, Schattenwurf an der Wand, Kamera Mentor, ORWO Fotopapier, analoge Fotografie Meeresschnee 4

Meeresschnee (Ende)

Erinnerst du dich an den Rock mit den strengen Falten? Den du trugst, als du ein Straßenköter-Schaf warst? Erinnerst du dich an die Scheren, die versuchten, damals, ein so starkes Band zu zerschneiden? Sie konnten (oder wollten) es nicht, die vermeintlich stumpfen Scheren. Oder das Band so fest, so ineinander verdreht, so anscheinend unkaputtbar. Doch. Ich weiß. Nun. Das Wasser wird diese Kraft aufbringen. Auch wenn es lange dauern kann. Aber schau hin, der Rock schon gekürzt. Auch der Wal. der herabsinkt in die Tiefe See endet als Meeresschnee.
20. Juli 2026
Meeresschnee (III)
Person im Liegen mit erhobenen Armen, Hände am Kopf, weißes geflecktes Gewand, türkisgrüne Unterwasserästhetik, Fuji Provia 400 analog

Meeresschnee (III)

Das Meer nimmt auf. Es kleidet, es färbt, es lässt tanzen, bevor es behält. Das Meer als Raum, nicht mehr der tiefe Grund, auf den etwas fällt, sondern die Essenz, aus der alles gemacht ist. Licht, das durch Wasser bricht. Es treibt darin, hängt darin, mal aufrecht, mal gekippt, mal ganz umgedreht, als hätte die Schwerkraft aufgehört zu existieren.
19. Juli 2026
Meeresschnee (II)
Analoges Farbportrait Mamiya 645 Fujicolor Superia 100, nahes Portrait, Hände an Wangen, Brille auf Kopf, pinke Farbe auf Stirn, Badekappe, Serie Meeresschnee Teil 2, Antje Kröger

Meeresschnee (II)

Der Schnee fällt weiter. Dieser Schnee, der auf eine Fortsetzung gedrungen hat. Die Farbe des Fallens hat sich verschoben, als hätte jemand das Licht ausgewechselt, das durch das Wasser bricht. Pink leuchtet, Schwarz scheint. Es kommt etwas durch, dass sich nicht mehr an Grau hält, weil Grau vielleicht immer nur die eine mögliche Entscheidung war. Unsere Vorstellung von Tod: gedämpft, gedimmt, entfärbt, als hätte das Sterben ein Anrecht auf Stille und Blässe, als wäre Trauer nur echt, wenn sie trauert mit dem Schleier aus weißen Lilien.
16. Juli 2026
Meeresschnee
Analoges Portrait auf Fotopapier ORWO, Frau frontal in Bluse und gepunktetem Rock, ausgebreitete Arme, gerissene Papierränder, Kamera Mentor, Serie Meeresschnee, Antje Kröger

Meeresschnee

was in der Tiefsee fällt. organisch, winzig, unaufhaltsam, Partikel aus dem, was einmal war, kein Zurück, nur das Fallen selbst, das Sinken als einzige Richtung, Sarah Moon war da, während wir arbeiteten, nicht gerufen, einfach da. diese Frauen in ihren Kleidern, die nicht ganz von hier sind, diese Körper, die sich dem Licht entziehen und ihm gleichzeitig ausliefern, diese Unschärfe, die keine Schwäche ist, sondern Wissen. das Verschwimmen, als einzige Aussage.
10. Juli 2026
Scheinbarkeit
Analoges Selbstporträt auf Fotopapier, Langzeitbelichtung, Gesicht seitlich durch transparentes Material verfremdet, Haare ausgebreitet, Kamera Mentor, Serie Scheinbarkeit, Antje Kröger

Scheinbarkeit

Die Wangen überströmen Glitzertränen. Ihr Fluss reißt nicht ab. Die Haut spannt, kribbelt merkwürdig. Die Haare gebändigt bis sie sich nicht mehr zusammenhalten lassen. Der Körper wankt in kreisrunden Bewegungen. Der Geist schärfer als bisher. Die Freude aus den Gliedern geflossen. die Lust in die Glieder gekrochen. Den Gleichschritt verlernt. Das Funktionieren abgeschafft. Die Moral der Zeit in einer Schublade abgelegt, den Schlüssel im Ofen gebacken.
9. Juli 2026
Eine kleine Traurigkeit
Analoges Selbstporträt Scala 200 Diafilm, frontales Portrait sitzender Frau mit starrem Blick, Rechenschieber vor dem Körper gehalten, schwarze Armstulpen, weiße Unterwäsche, Mamiya 645

Eine kleine Traurigkeit

gezählt. die Tage. unsere Tage. 1…2…6…199…203…3004…18154… Tag für Tag. die Zeit schreitet voran. majestätisch. weiter und weiter. kein Unterlass. keine Unterbrechung. keine Umkehr. abgezählt. nachgezählt. Zahlen. nur Zahlen. der Abakus aus Tiflis rechnet mit. plus. plus. plus. irgendwann ein Ende. keine Perlen mehr auf der Schnur. keine Tage mehr übrig. Kerze aus. Licht aus. Schlaf. ich liebe den Schlaf. die Träume, die mich besuchen. die schweren Lider, die sich langsam gen Licht räkeln. ein Schlaf ohne Aufwachen? really?
25. Juni 2026
… und du glaubst nicht an Wunder – eine Fortsetzung
Schwangere Frau lehnt mit ausgestreckten Armen zurück, Körper mit silbernem Lametta und roten Kreisen bedeckt

… und du glaubst nicht an Wunder – eine Fortsetzung

...und du glaubst nicht an Wunder – eine Fortsetzung" setzt die Fotoserie fort und verschiebt den Fokus auf einen schwangeren Körper, der zwischen Alltag, Ritual und Verletzlichkeit changiert. Küchenmotive treffen auf Lametta, Spiegelscherben und rote Kreismarkierungen, die den Körper wie eine Landkarte oder ein Versuchsobjekt erscheinen lassen. Die Serie fragt nach dem Wunder der Schwangerschaft, aber auch nach dem, was an diesem Zustand fremd, inszeniert und beunruhigend sein kann. Entstanden in warmem Licht, mit starkem Korn und einer rohen, theatralischen Bildsprache.
16. Juni 2026
Membran.Ich (2)
Bewegungsunschärfe von weißem Tüll über den Beinen einer sitzenden Person, analoges Schwarzweißfoto mit starkem Filmkorn

Membran.Ich (2)

Membran. Ich. ist eine analoge Fotoserie in zwei Teilen, aufgenommen auf Fomapan Ortho 400, gepusht. Im Mittelpunkt steht ein dicker Körper und transparente Folie als Material und Metapher. Folie als Kokon, als Schutz, als Gefängnis, als zweite Haut. Die Serie fragt nach dem Wunsch, sich vor der Welt zu verbergen, und danach, was von einem Menschen übrig bleibt, wenn er sich einpackt. Entstanden in einem theatralischen Setting mit schweren Vorhängen und hartem Licht. Analoge Fotografie, Kunstfotografie, Körperbild, Inszenierung.
14. Juni 2026
Membran.Ich (1)
ANALOGE FOTOGRAFIE – 35-mm-Kleinbildfotografie Antje Kröger

Membran.Ich (1)

Die Folie ist älter geworden, zerschlissener, vertrauter. Der Körper hat sich arrangiert. Mit der Folie, mit dem Verstecken, mit sich selbst. Aufgenommen auf Fomapan Ortho 400, gepusht, mit hartem Licht und theatralischem Setting aus schweren Vorhängen und altem Holzboden.
14. Juni 2026
Ostberlin – ich hab noch was vergessen
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Ostberlin – ich hab noch was vergessen

Sonntagmorgen. 11 Uhr Alexanderplatz. Ostberlin. Der letzte Tag des Monats Mai. Die Sonne brannte. Beim letzten Besuch vor ein paar Wochen war mir mein coloriges Filmmaterial ausgegangen. Deswegen hatte ich die Nuttenbrosche, den Brunnen der Völkerfreundschaft auf dem Alex, nur dilettantisch in schwarz/weiß fotografiert. Aber die bunten Bildchen von Pflanzen und Vögelchen sind in monochromer Darstellung natürlich verschenkt. Deshalb an diesem Morgen eine kleine fotografische Tour, again.
11. Juni 2026
Melodie in Pink
Nahaufnahme Akkordeon pinkes Haar nackte Brust Hände Kunstfotografie

Melodie in Pink

Ich, alt und zerkratzt und voller fremder Melodien. Melos. Ode. Viele Finger. Wärmere. Kältere. Sicherere.  Kasernen, Kulturhäuser und Kellerbars. Immer Sommer in meinen frühen Jahren, so erinnere ich es. Tanzböden unter freiem Himmel. Lichter. Menschen, die sich drehten und drehten und nicht aufhören wollten. Ich spielte bis meine Falten sich nicht mehr schließen wollten vor Erschöpfung.
9. Juni 2026
… und du glaubst nicht an Wunder
Fotokunst Körper am Boden Discokugel Blütenblätter Stuhl Performance Chaos Körperkunst

… und du glaubst nicht an Wunder

Eine wunderweise Melodie schlängelt sich durch das Universum, das sie einnimmt: ein magisches Universum aus den köstlichen Gängen der Elemente. Das Feuer, das ihr am nächsten ist, das Wasser, in dem sie ruht, wenn der Körper schmerzt oder das Innere bebt, die Luft, die sie tief einatmet, dabei bläst sie ihre Lungen auf und schöpft Kraft. Die liebe Erde krümelt unter ihren Fingern, so schön, so leicht, und rückt näher, wenn das Feuer zu stark facht und ihr die Nerven raubt. Die wundersamen Vier verbinden sich mit dem Triumvirat der Farben: RoT-wEiß-sChWaRz.
8. Juni 2026
DDR-Pilz-Klettergerüst in Jena und Halle & Leipzig im Mai
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DDR-Pilz-Klettergerüst in Jena und Halle & Leipzig im Mai

Neue (Zug)Reisegeschichten aus (ost)deutschem Land, mit dem Konvolut analoger Kameras. Zu diesem Zeitpunkt gibt es 10 Kapitel meiner 9-Euro-Ausblicke. Alle Fotos aus Jena: ➨  JENA, GERA, WURZEN, TORGAU, DRUMHERUM von LEIPZIG Jena Nach Jena fuhr ich nur wegen des Pilzes. Was denn für ein Pilz? Na der Klettergerüstpilz. So eine schöne Kindheitserinnerung. Und die Erinnerung […]
1. Juni 2026
Leichen säumten ihren Weg – Leichenwagenprozession WGT 2026
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Leichen säumten ihren Weg – Leichenwagenprozession WGT 2026

Pfingsten, wenn möglich, nicht in Leipzig verbringen. So lautete die Parole der letzten Jahre. „Dieses schwarze Treiben" war noch nie wirklich etwas für mich. Es erinnerte mich an die Zeit, als ich mit zwei Grufti-Frauen zusammen wohnte. Keine schönen Erinnerungen! Also Wave Ghotic den Vortritt in Leipzig lassen für ein verlängertes Wochenende und irgendwo anders die Beine in den See hängen. Aber dieses Jahr wollte es anders. Pfingsten in Leipzig. Gut. Meinetwegen. Dann wenigstens richtige Ungewöhnlichkeit.
27. Mai 2026
Die Theorie der zerbrochenen Spiegel
Zenith analog, inszeniertes Schwarzweißporträt, markantes Männergesicht, diagonaler Riss durch Spiegelreflexion, hartes Licht, gepushter Film, dramatisch

Die Theorie der zerbrochenen Spiegel

gedanken splittern und bleiben doch licht brüchiges licht fällt auf die schattenschweren arme und beine werden zu marmor zu säulen aus müdigkeit zu einer form die sich hält und zugleich nicht hält sie steht wie ein ja das sich selbst nicht glaubt wie ein körper aus frage aus wiederholung aus stillstand und strom und in dieser statur liegt das zögern der erkenntnis das wissen dass das eigene bild nur an der kante erscheint und dort schon wieder vergeht ja sprach der riss und das licht antwortete leise nein
20. Mai 2026
Walsturz – Isolation
Analoge Fotografie, Mamiya, 120mm, dicke Frau, ganzer Körper ist in Klarsichtfolie eingewickelt, Querformat

Walsturz – Isolation

Isolation iso lation iso sol solo is isolation ist ist so so so late late lation relation relatio ratio io Ion Isolation iso–sol–solo–ist–so–late–ratio–Ion Isolation
15. Mai 2026
Walsturz
Dicker Rücken auf Gerüstboden, Körper zusammengesunken, Hände flach auf Holz, Haar ausgebreitet, 35mm-Schwarzweiß – Antje Kröger Körperfotografie Leipzig Berlin, Serie Walsturz

Walsturz

Ich wollte keine Wälin mehr sein, zu viele Zuschauer, zu viele Experten, zu viele Nicht-Fühler, ich wollte keine Wälin mehr sein, weil der Körper schmerzte, weil der Körper zu schwer war, um die Leichtigkeit auf der Haut prickeln zu lassen, weil der Körper steif und träge wurde und mich greisig fühlen ließ, ich wollte keine Wälin mehr sein, weil ich kein Habitat mehr um mich hatte, weil ich nichts mehr von den Walgefühlen fühlte, weil ich so erschöpft war von meiner Präsenz
15. Mai 2026
Lost in Gera
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Lost in Gera

Wie Gera genau auf meinen Plan trat, weiß ich nicht mehr. Vielleicht war es die Sonne, die mich anlockte. Jedenfalls war es ein spontaner Ausflug in die thüringische Fastgroßstadt — und fotografisch hat er sich mehr als gelohnt. Menschlich war ich ein wenig lost. Viele Alte, viele Schülerinnen, viel Pack. Viele merkwürdige Blicke, viele niedere Beweggründe. Menschlich hat mich lange kein Ort mehr so dermaßen abgestoßen.
12. Mai 2026
Tischgesellschaft
Inszeniertes Selbstporträt mit Häschenmaske und Granatapfel an der Brust, intensive Magenta-Farbverschiebung durch Filmsuppe — analoge Mittelformat-Fotokunst Antje Kröger Leipzig, Serie Tischgesellschaft

Tischgesellschaft

Mit Essen spielt man nicht! Einer von Muttis Lieblingssätzen. Oh doch. Mit Essen spielen, mag große Freude bereiten. Sehr große sogar. Sie hört den Satz im Ohr klingen und muss unvermeidlich an den Suppenkaspar denken. Der hörte einfach auf, seine Suppe zu essen, aus Protest und starb. 
11. Mai 2026
Der Burgfotograf
Analoges Doppelporträt Mittelformat: Mann mit Schweißerbrille und Vampirzähnen links, zweite helle Gestalt rechts, starker Kontrast, Mamiya, Fotografie Antje Kröger

Der Burgfotograf

Sein Atelier hat er auf einer Burg eingerichtet – deshalb nenne ich ihn den Burgfotografen. Einmal kam er nach Leipzig und nahm an einem meiner Foto-Workshops teil. Dann zogen Jahre ins Land. Wolken auf und ab, Regen und Sonne im Wechsel. Irgendwann kam ich ihm wieder in den Sinn. Wir telefonierten. Er wollte von mir lernen – individuell, fordernd, ernsthaft. Er wollte ein Meister werden und von der Meisterin lernen. Vier Monate folgten. Viele Gespräche, viele Übungen, viel Kritik, viel Aushalten, viel Disziplin. Und ich war sehr oft sehr stolz. Mein ältester Schüler – mit solchen Fortschritten, solchem Willen, solcher Freude am Fotografieren. Und genauso viel Freude vor der Kamera. Vor meiner Kamera.
8. Mai 2026
Mehrenge
Arm senkrecht hängend, von Gummibändern gleichmäßig eingeschnürt, Haut quillt hervor, Hand schlaff und livide – inszenierte Körperfotografie Antje Kröger Berlin Leipzig, Serie Mehrenge

Mehrenge

 fotografiert von A. Tcherkassova Die Wälin will kein Wal mehr sein, denn das freie Sterben wäre ihr dann nicht mehr erlaubt. Die Wälin will kein Wal mehr sein, denn sie würde sich in ihren banalen Netzen verheddern, wäre ihnen ausgeliefert, mehr als je zuvor. Die Wälin will kein Wal mehr sein, denn das Walsein ist […]
25. April 2026
stigMA – eine Fortsetzung
Analoge Aktfotografie Schwarz-Weiß, dicke Frau mit schwarzer Augenklappe sitzt nackt auf Stuhl, Kopf zurückgelehnt, vor dem Körper ein mit weißer Farbe bespritztes Gemälde, stark verwitterte Wand, Weitwinkelaufnahme, körnige Filmfotografie, Fotokunst.

stigMA – eine Fortsetzung

Stich. Wundmal. Zeichen. Alle drei brauchen die Oberfläche. Alle drei verändern sie. Alle drei bleiben. Und alle drei kennen einen Schmerz, der nicht schreit. Der sich einrichtet. Der irgendwann aufhört, sich Schmerz zu nennen und anfängt, normal zu heißen.
22. April 2026
Shmertzn
analoge fotokunst leipzig, Analogfoto auf Fomapan 400 Ortho, um eine Stufe gepusht, stark körnig. Nahaufnahme des Gesichts einer dicken Frau mit lockigem Haar, das vollständig schwarz bemalt ist. Die Augen sind hell und weit geöffnet, der Mund leicht geöffnet, ein weißer dünner Faden hängt aus dem Mund.

Shmertzn

tack tack tack ruhe.los tack tack tack. luft.los tack tack tack kraft.los es wütet und trotzt es schreit es treibt tack tack tack das leid leidet die sehnsucht sehnt oder süchtet, je nachdem der kummer kümmert sich einfach nicht es wütet und kotzt tack tack tack ru.ckt. zu.ckt fu.ckt, tack tack tack.
16. April 2026
Suspensorium – Nachklang
Tmax 100 auf 800 gepusht, analoge Fotografie Leipzig,Schwarzweißfoto: Mann in dunklem Oberteil, Augen geschlossen, Spitzenschuh liegt an der Wange, Hand hält ihn, Kopf geneigt, Schallplatten im Hintergrund.

Suspensorium – Nachklang

Meursault denkt: ob man jetzt stirbt oder erst in zwanzig Jahren, die Welt wird weitergehen, als sei nichts gewesen. Andere werden leben, als wäre das Sterben nur ein schmaler Fehler im System der Zeit. Früh oder spät: kein Unterschied, kein Trost, kein Sinn. Nur das unausweichliche Schweigen des Endes.
12. April 2026
Suspensorium
Fomapan 400 gepusht · Zenit, analoge fotografie,Schwarzweißfoto: Mann in weißem Trikot streckt Oberkörper und Arm weit zur Seite, fast waagerecht, Spitzenschuhe, Schallplatten im Hintergrund.

Suspensorium

„Damit sich alles erfüllte, damit ich mich weniger allein fühlte, brauchte ich nur zu wünschen, dass am Tag meiner Hinrichtung viele Zuschauer da sein würden und dass sie mich mit Schreien des Hasses empfangen.“ Dieser letzte Satz aus Camus Fremdem erregte dich.
12. April 2026
Tonart
Alttext: Schwarzweißnahaufnahme: Zwei ton-bedeckte Hände auf einem nackten Oberschenkel mit „NÖ"-Tattoo, Holzboden mit Farbresten im Hintergrund.

Tonart

Skulptur oder Körper. Material oder Fleisch. Oberfläche oder Inneres. Hülle oder Kern. Form oder das, was formt. Abbild oder Anwesenheit. Gewicht oder das, was wiegt. Stille oder das, was schweigt. Vergänglich oder das, was bleibt. Erde oder das, was daraus wird. Schicht oder Haut. Abdruck oder Berührung. Anfang oder das, was sich erinnert. Und zu viele Fragezeichen, um sie setzen zu wollen.
7. April 2026
Eigenleib
Eigenleib

Eigenleib

Eigenleib. Nicht Körper. Nicht Objekt. Nicht Erklärung. Das Schwere. Das Warme. Das Rote. Das Lebendige. Kein Name. Keine Referenz. Keine Fußnote. Nur die Haltung, das schonungslose Schauen, das Fleisch als Wahrheit, der Körper ohne Entschuldigung.
6. April 2026
Trachom
Trachom Fotokunst, extremes Nahbild eines Auges durch eine Lupe vergrößert vor schwarzer Tafel mit Kreideaugen, Fotografin Leipzig

Trachom

Licht. Augen. Nichts. (Fast nichts. Mehr.) Erst das Licht zu viel. Dann die Augen zu wenig. Dann nur noch eine Erinnerung. All das klingt wie ein schlechter Scherz. All das klingt wie eine Geschichte, die sie sich erzählen an den Stammtischen. All das klingt, als sei dies weg, weit weg. Aber nein, es ist nah, für diese zwei Augen näher, als die Seele ertragen, vertragen kann. Diese weint, weil die Augen zu krank sind, um ihrer Aufgabe nachzukommen. Fast blind. Erblindet. Innerhalb zweier Monate. 60 Tage, die das Leben auf den Kopf stellten, umkrempelten, zu einem anderen Leben führten. Dem Augenlicht beraubt in 1440 Stunden.
6. April 2026
Berlin – wieder.einmal.wieder.liebgehabt.
berlin-analogefotografie-agat18k-humboldforum

Berlin – wieder.einmal.wieder.liebgehabt.

Berlino. So nannte ich dich immer. Ganz liebevoll. Aber diese Beziehung hatten wir nicht (mehr) in den letzten Jahren. Nix mit Liebe. Alles an dir war schwierig für mich. Alles in dir war schwierig. Für mich. Immer nur kurze Zwischenstopps und Umsteigesituationen. Mehr war nicht drin. Berlino im Frühling. Ich wollte eine Annäherung. Ich wollte eine Klärung. Ich wollte eine paar Bildnisse einsammeln. Wir beide also wieder in Verbindung. Es war schön, es war bunt, es war ein Mix aus Sonnen und Wolken, es war wieder ein bisschen Zuhause. Es war auch ein Laufen ohne Pause. All die Orte mussten in einen Tag passen. Hatten sie letztendlich auch und ich war danach ziemlich kaputt. 
5. April 2026
Greisenmädchen (Teil II)
Greisenmädchen Teil 2, Frauenkörper mit ausgebreiteten Armen von Kabeln umwickelt in kreuzförmiger Haltung, Fomapan 400 Ortho, Fotografin Leipzig

Greisenmädchen (Teil II)

Grobkorn, Riss, Falte, Bruchkante, Schattenrand, Druckstelle, Abdruck, Nachhall, Restwärme, Widerstand, Reibung, Schwere, Zug, Drängen, Überschuss, Leerstelle, Halbdunkel. Hingabe, Spur, Sediment, Leuchtkraft zu viel, zu nah, zu eng, zu laut, nicht glatt, nicht fertig, nicht gefällig, aus dem Takt, gegen den Strich, neben der Spur, unter der Haut, im Nachglühen, im Vergehen müde, zäh, aufgeraut, verdichtet, […]
30. März 2026
Greisenmädchen (Teil I)
Fotokunst Greisenmädchen, Frau schaut durch Äste und Kabel hindurch, Fotografin Leipzig, Antje Kröger

Greisenmädchen (Teil I)

Sie bat den jungen Kerl, sie ab nun während ihres Balzverhaltens immer sein Greisenmädchen zu nennen. Aber ist es denn überhaupt eine Balz, wenn es nicht mehr um Reproduktion geht? Egal. Sie mochte die Wortschöpfung. Greisig. Klang wie auf dem Weg ins Morgenland, zu all den Weisen, mit denen sie Schritt halten konnte. Mädchen. Das Attribut hatte sie niemals aufgegeben. Immer die Wangen rosig, immer auf der Flucht vor Verantwortung, immer ein naiver und doch wacher Blick in die Ferne.
30. März 2026
Cottbus… du Schöne – haltet mich doch für verrückt
cottbus-brandenburg-analogefotografie-stadthalle-pantom

Cottbus… du Schöne – haltet mich doch für verrückt

Cottbus. Du Stadt Brandenburgs und der Lausitz. Lange bin ich um dich herum gekreist. Ich weiß so recht gar nicht wieso. Viele Male bin ich mit dem Zug vorbeigefahren, aber nie ausgestiegen. Jetzt im März 2026 kam ich ein wenig wie die Jungfrau zum Kinde zu dir. Die Sonne schien, ich wollte mich drücken vor der Organisation meines Lebens und schwuppdiwupp, Zugverbindung herausgesucht und auf den Weg gemacht. Sehr spontan. Keinerlei Vorbereitung.
25. März 2026
Sonnenmond (Desiderium)
Analoges Porträt einer Person hinter einem Sektglas, Filmsuppe Fujicolor Superia 1600, Fotografin Leipzig

Sonnenmond (Desiderium)

Diese Filmsuppe hatte sich ganz alleine angerührt. Eine Fujicolor Superia 1600-Filmrolle lag ungefähr 25 Jahre in meinem Kühlschrank. Vor einem Vierteljahr passierte dort eine kleine Havarie. Alle Filmrollen, die nicht gut genug verpackt waren, badeten in einer nicht näher zu bestimmenden Flüssigkeit und trockneten danach ein paar Wochen vor sich hin. Wow. Abgelaufener Film aus einer ganz anderen Zeit meines Lebens. Lange gehütet wie ein Schatz. Dann gebadet. Dann getrocknet. Dann belichtet. Dann selbst entwickelt. Sieh an, was das Material zusammen mit dem Licht für Farben zaubern kann. Ich bin berührt. Viel Licht brauchte der Film. Ich belichtete ihn (für alle Techniknerds) wie einen ISO 800-Film und pushte bei der Entwicklung noch einmal um eine Stufe. Hui. Das war ein leckeres Fest.
20. März 2026
El Pasaje (II)
Maskierte Gestalt hält blühenden Ast mit Kätzchen, steht vor Treibholz und Schilf am Wasser, analoges Schwarz-Weiß-Foto auf Kodak T-Max 100, Serie „El Pasaje"

El Pasaje (II)

Die Lebenden werden zu Toten, die Toten werden zum Leben erweckt. Die Toten feiern ihre Feste, wie sie fallen. Die Lebenden sind stumm, steif, unsicher. Ihre Sehnsucht nach Sicherheit und einem langen Leben versetzt sie in eine Starre. Lebensstarre.
13. März 2026
El Pasaje (I)
Frau mit Totenmaske breitet Umhang aus, steht im Badekostüm am Seeufer, Schilf hinter ihr, analoges Schwarz-Weiß-Foto auf Kodak T-Max 100, Serie „El Pasaje"

El Pasaje (I)

Ziemlich lange nicht mehr hier gewesen. Räume und Zustände haben sich geändert. Die Zeit macht dies alleine und regelmäßig. Der Vergänglichkeit in den letzten Jahren beim Vergehen zugeschaut. Hunderte kleine Tode gestorben. Dennoch gefeiert und dem Rausch die Stirn geboten. Das tanzende Glitzer in den verschiedenen Farben aufgehängt. Dem Abschied und dem Schmerz mit einem Lachen begegnet.
13. März 2026
Der Ballast (Teil 2 / zavorrare)
Frau streckt beide Hände zur Kamera aus, Haare über ihr an der Leine, offener Mund, analoges Schwarz-Weiß-Foto auf Kodak T-Max 100, Serie „Der Ballast"

Der Ballast (Teil 2 / zavorrare)

Die Hüften sind breit, die Haut marmoriert von Striemen, von Zeit. Das Fettgewebe legt sich weich über den Beckenknochen. Die Haut fällt in tiefen Falten an den Oberschenkeln, an den Hüften, am Bauch. Aufgezeichnete Jahre, aufgezeichnetes Gewicht, aufgezeichnetes Leben.
12. März 2026
Der Ballast (Teil 1 / Omoni)
Kopf einer Frau von oben, liegend, mit Blumen am Mund, roter Stoff und blauer Hintergrund, Serie „Der Ballast"

Der Ballast (Teil 1 / Omoni)

Die Schwere sitzt in meinem Körper, Herz und Geist. Hat sich dort verfestigt. „Ich bin ein Monument." Weiterhin. Die Blumen, mitgereist aus der Heimat. Ihre Köpfchen hängen, der erste, flüchtige Blick auf sie, ist ein Blick auf das vermeintlich Gestorbene. Der zweite Blick zeigt ihr Leben. Sie duften, sie fühlen, sie leben. Wollen von mir verspeist werden. So führe ich sie zum Mäulchen, klemme sie zwischen die Zähne, presse sie an die Lippen. Obszön. Zärtlich. Gleichzeitigkeit. Was mache ich mit etwas, das ich liebe und das mich beschwert? Ich verschlinge es. Ich halte es fest. Ich lasse es nicht los. 
12. März 2026
Die Lücke
Frau hockt mit welken Tulpen, Fotokunst Die Lücke

Die Lücke

Beide dachten über die Lücke nach. So viel Lücke, so wenig Lücke. Welche Lücke verspüren sie und was genau meint diese Lücke? Die Lücke, die vielen Schmerz oder Kopfweh bedeutet. Die Lücke, die vermissen lässt, die nichts füllt, die grau in grau in grau daherkommt. Aber beide denken die Lücke in eine andere Richtung. Die Lücke, die Platz lässt, die Lücke, die Raum gibt, um tief durchzuatmen, die Lücke, die in allen Farben der Welt leuchten kann und in allen Formen daherkommt. Die mehr gibt, als dass sie nimmt, die auch mit Gefühlen in den Ring tritt, aber oft mit solchen, die uns wachsen lassen, in die Höhe und in die Breite.
10. März 2026
Lützen mit Adolf ohne Nietzsche im DDR-Modus & ein Hauch Bad Dürrenberg
luetzen-wasesallesgibt-analoge-fotografie-agat18k

Lützen mit Adolf ohne Nietzsche im DDR-Modus & ein Hauch Bad Dürrenberg

Neue (Zug)Reisegeschichten aus (ost)deutschem Land, mit dem Konvolut analoger Kameras, immer regelmäßig aktualisiert wird Leipzig, auch neue Orte kommen hinzu. Zu diesem Zeitpunkt gibt es 10 Kapitel meiner 9-Euro-Ausblicke. Hier geht es zum Inhaltsverzeichnis: ➨ 9-Euro-Ausblicke-Und-Weiterreisend / Inhaltsverzeichnis Ich bekam eine Nachricht mit dem Bild eines DDR-Wandbildes: „Kennste bestimmt schon?“. Ne. Kannte ich noch nicht, […]
6. März 2026
Glutnärrin
Glutnärrin

Glutnärrin

Meine Selbstporträt-Serien bestehen derzeit aus wilden Remixen aus analoger und digitaler Fotografie. Ich arbeite mit altem Filmmaterial, schaue, was das Material aushält (pushen, viel Licht, wenig Licht), entwickle es dann in der Dunkelkammer – zu lange, zu kurz, mit verschiedenen Temperaturen. Ein interessantes Experimentieren mit dem Zufall. Zusätzlich arbeite ich digital, um das Thema nicht aus den Augen zu verlieren, um mich bei der Selbstinszenierung zu beobachten, um den Raum offen zu halten, den der Zufall auch schließen könnte.
26. Februar 2026
Schlafes Schwester
Selbstporträt Schlafwandeln, Fomapan Ortho 400 gepusht, analoge Fotokunst

Schlafes Schwester

Linda und Dzevad Karahasan inspirierten mich zu dieser Serie. Und ich mich selbst. Weil ich „Schlaf" auf meinen Zettel mit den zehn Worten geschrieben hatte – als zehntes und damit letztes Wort. Aber eines nach dem anderen.
20. Februar 2026
GLEICH-Gewicht
Frauenkörper gebeugt nach vorne, Fomapan Ortho 400, analoge Körperstudie

GLEICH-Gewicht

Masse. Volumen. Schwerkraft. Nicht leicht, nicht gefällig, nicht mühelos. Und: nicht zu übersehen. Körper hat Stand. Körper nimmt Raum. Körper bleibt: eindrücklich. Haut über Fett, gewichtig an Hüften und den Schenkeln. Mädel dreh dich. Aber sachte.
16. Februar 2026
Leipzig im Winterjanuar & ein buntes Observatorium in Schkeuditz
Leipzig Winter, analoge Fotografie, Leipzig Ost

Leipzig im Winterjanuar & ein buntes Observatorium in Schkeuditz

Der Januar war schnell, emotional, eisig, glatt, dunkel, energetisch, kreativ, analog, ruhelos, schlafintensiv, schneeflockig, geburtstaglich, still, kalt, rot, blau, gelb, ärgerlich, wiedersehend, digital, selbstdarstellend, weiß, sorgenvoll, aufreibend, verändernd, wortreich, mexikanisch, links, verknüpfend, lehrreich, lehrend, kümmernd – und noch so viel mehr. Ein Jahresauftakt, der an einen Einstieg in die Berg-und Talbahn erinnerte. Was das für 2026 bedeuten könnte? Eine rasante Fahrt, ein anstrengender Ritt. Oder alles ist offen und kommt ganz anders… 
11. Februar 2026
Die Verachtung
Schwarz-weiß Selbstporträt Doppelbelichtung mit wilden Locken, digital-analog Remix

Die Verachtung

Achtung Stillgestanden! Hier komm* ich: Die Verachtung. Sie verachtet sie. Sie verachtet ihn. Er verachtet sie. Ihn nicht so sehr, meist. Sie verachtet es. So wie er auch. Sie verachten sie. Alle gegenseitig.
8. Februar 2026
Knochenweiß
Surreale Maskenfotografie Totenkopf nackt liegend schwarzweiß analog

Knochenweiß

Heute habe ich einen Geburtstagsbrief geschrieben. Bin lange mit der Tram gefahren, um den Briefkasten mit meinem Geschriebenen zu füllen.
1. Februar 2026
Zuviel Jetzt: BLAU
Zeitgenössisches Porträt in Blau – Antje Kröger Fotokunst

Zuviel Jetzt: BLAU

BLAU Traum. Ewiger Schlaf, blaue Leere, die atmet. Schwebend, entrückt, bleiern. Philosophisches Nichts, konzeptuelle Weite, ertrinkende Zeit. Indigovergessen. Lapislazulileid. Schwermut. Kindliches Unbehagen. Blaue Stunde. Marienmantel.
27. Januar 2026
Zuviel Jetzt: ROT
Surreales Porträt mit vielfachen Augen im Rotlicht – Antje Kröger

Zuviel Jetzt: ROT

ROT Rose, Koralle, Mohn. Bittersüß. Holundermund, Granatapfelkern, Kirschstein. Samtig, unendlich, obsessiv. Purpur, Scharlach, Zinnober.
27. Januar 2026
Zuviel Jetzt: GELB
Moderne Porträtfotografie mit Reflexionen, Antje Kröger

Zuviel Jetzt: GELB

GELB Galle und Glorie. Schwefel und Krankheit. Gift und Schande. Wille, Kraft, Selbsterkenntnis. Ekel, Gier und Lust. Sehnsucht, Eidotter, Rausch. Verrat. Feigheit. Gelbsucht. Judenstern.
27. Januar 2026
Bloßsein … ZWEI
Schwarzweiß-Fotografie, liegende Frau mit Perlenkette, Kunstfotografie

Bloßsein … ZWEI

Wer bin ich? Wer will ich sein? Wie blickst du auf mich? Wie formt sich mein Sein für das Außen? Gewänder? Präsenz? Körper(form)? Stimme? Spiele ich auf der Vorderbühne oder ist meine Rolle die der Beobachterin auf der Hinterbühne?
26. Januar 2026
Bloßsein … EINS
Fine Art Fotografie SW, Frau mit Vogel, künstlerisch, surreal

Bloßsein … EINS

Es ist bitterkalt, als wir durch das Gartenzimmer ins Freie treten. Die Schneedecke unberührt, die Luft feucht und für einen Nachmittag viel zu dunkelgrau. Die mitgebrachte Lampe kann ein wenig Licht leuchten lassen auf den Körper, auf den Menschen, auf das Sein.
26. Januar 2026
Weisser Mantel (III)
Frau im frostigen Außenraum mit rotem Akzent

Weisser Mantel (III)

Bachs „Herz und Mund und Tat und Leben“ dröhnt aus dem Lautsprecher. Das Kantaten-Bekenntnis zu Gott und Jesus. Ein Schrei: „Gott ist tot!“ Auf Zarathustra und Nietzsche war Gott-sei-Dank Verlass. Klirrende Kälte. Glitzerschneeflöckchen. Tiefe Wintersonne. Das Gewand übergestreift, nun als Kostümierung. Die Inszenierung des „Weißen Mantels“, schon besudelt, noch einmal.
18. Januar 2026
Weisser Mantel (II)
Rotes Durchdringen eines weißen Kleides in analoger Fotokunst

Weisser Mantel (II)

Besudelt schön. Die Stimmung kippt. Wie in jenem Augenblick, als das unschuldige Schneewittchen den roten Apfel des Verhängnisses aß und für uns tot schien. Ein Moment der Traurigkeit, kein Weg mehr will zurück.
18. Januar 2026
Weisser Mantel (I)
Analoges Filmsoup-Porträt zwischen Materialität und Mensch von Antje Kröger

Weisser Mantel (I)

Als sie den weißen Mantel zum ersten Mal wahrnahm, war er sorgfältig geglättet hinterlegt auf einem Stromkasten am Ende ihrer Straße. Es war diese Zeit zwischen den Jahren, diese Zeitlosigkeit in der schnellsten aller Welten, die sie so liebte. Kalt war es, die Straßen leer von Automobilen, Menschen und Lärm. Das weiße Gewand schimmerte ganz ruhig in der Mittagssonne.
18. Januar 2026
BEweg
Weiblicher Akt zwischen Spiegelung und Bewegung, Antje Kröger

BEweg

Eigentlich wollte ich nur zwei Kameras ausprobieren, die ich jahrelang nicht benutzt hatte. Außerdem lagen im Kühlschrank noch Filmrollen, lange abgelaufen, feucht geworden – natürliche Filmsuppe also. Ein Versuch, ohne Anspruch, ohne Plan. Doch dann bewegten sich Sujet, Licht und Körper wie von selbst. Sie fanden zueinander, überlagerten sich, brannten sich ein. Und ich konnte nicht mehr aufhören zu fotografieren.
28. Dezember 2025
Viele Fäden führen nach Guben
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Viele Fäden führen nach Guben

Alle Fäden führten nach Guben. Irgendwie. Und auf einmal war ich auch noch in Polen. Aber der Reihe nach. Lange hatte ich keine ostdeutsche Stadt mehr analog fotografiert. Zu viel war 2025 los. Nach Serbien im Oktober war ich nicht mehr fotografisch auf den Straßen unterwegs. Ende des Jahres fühlte es sich so an, als solle es wieder sein. Neue Filme, endlich wieder Chemie, um auch buntes Filmmaterial zu entwickeln. Und dann sah ich irgendwo ein Foto vom Innenleben des Gubener Bahnhofs. Dachte ich mir an einem sonnigen End-Dezember-Tag: Los geht’s
27. Dezember 2025
Am Anfang war die Angst (ESSENZ)
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Am Anfang war die Angst (ESSENZ)

Alles ist vergänglich. Sicherlich auch die Angst. Das muss so sein. Auch sie wird alt und älter. Beißt zum Schluss ins Gras, wie alle(s) andere(n) auch. Kuh beißt ins Gras. Soldat beißt ins Gras. Mutter beißt ins Gras. Schönheit beißt ins Gras. Winter beißt ins Gras. Demokratie beißt ins Gras. Liebe beißt ins Gras. Angst beißt ins Gras.
27. Dezember 2025
Das Schweigen
Zeitgenössische Fotokunst: Aktdarstellung mit Augenverband von Antje Kröger

Das Schweigen

Worte waren ihr Werkzeug. Schon immer. Nur ihre Intensität passte sich ihren Leben an. Worte waren ihre Brücke zueinander. Wie selbstverständlich gingen sie hinüber, hörten, lasen die Melodien des anderen.
24. Dezember 2025
Am Anfang war die Angst (II)
Der Mensch im Bild scheint sich den pinken Stoff aus dem Gesicht zu reißen oder sich darin zu verlieren. Das Umfeld aus dürren Pflanzen verstärkt das Gefühl von Isolation und roher Körperlichkeit. Ein Bild über Enge, Identität, Scham, Wiederstand — oder Transformation.

Am Anfang war die Angst (II)

Am Anfang war die Angst (I) Atemschwere.Nebelland.Gezeitenhaut.Schleierdunkel.Tränennest. Sie hat so viele Gesichter. Diese Angst. Das neblige ist sein derzeitiger Favorit. Im Nebel kennt er sich aus. Dort kann er verschwinden, ohne sich zu verlieren. Doch dann knackt irgendwo ein Ast, ein Ton zu laut, ein Schatten zu nah, und der Nebel schließt sich wie ein […]
11. Dezember 2025
Am Anfang war die Angst (I)
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Am Anfang war die Angst (I)

Am Anfang war die Angst (II) Atemnotung.Notwend.Graugrund.Schraffurschatten.Trübschimmer. Letzter Monat des Jahres. 12 von 12. Ende. Sack zuschnüren. Hinein in die Fluten, die gar nicht so aufgeregt sind wie all das, was sich jetzt im Sack eingesperrt noch mehr quält. Das Wasser ist doch nicht so ganz ruhig; kleine Wellengeschwader gleiten zum Ufer. Leichtes Geschäume bewegt […]
11. Dezember 2025
Malaise – und weiter
Aktfotografie Leipzig

Malaise – und weiter

Ungeputzter Schleier hinter Augen, gedämpfte Worte zwischen Lippen, Tränchentropfen zwischen Wimpern. Kratzspuren entlang der pulsierenden Adern.
5. Dezember 2025
Malaise
Porträt einer Frau vor dunklem Hintergrund, die mit ernstem, direktem Blick in die Kamera schaut. Sie trägt ein weißes, an den Schultern zerissenes T-Shirt und ein weißes Stirnband; ihre Haare wirken zerzaust. Die Arme sind nicht sichtbar, als wären sie im Stoff verborgen. Vor ihr steht ein Tisch, auf dem ein silbernes Tablett und ein weißes Tuch liegen

Malaise

Da stehen viele Betten in diesem Sanatorium. Eines neben dem anderen. Sie bilden horizontale und vertikale Reihen. Gleich einem Schachbrett. Doch es sind immer noch nicht genügend Betten in diesem Sanatorium. Bettenknappheit für all diese Malaise. Das Sanatorium liegt nicht wie beim berühmten Mann auf einem Berg, der zaubern kann, es befindet sich inmitten eines Nichts. Keine Wälder. Keine Moore. Keine Wiesen. Keine Seen. Keine romantische Naturidylle drumherum. Dafür Beton und Stahl und Gewimmer und Gejammer. Nicht, weil das Selbst der Insassen mitleidig ist. Nein. Der Schmerz schmerzt. Und niemand besucht sie, die Schmerzvollen. Sie sind so gefüllt mit diesem Stoff, dass ihnen von Zeit zu Zeit der Atem stockt, der Leib zuckt, die Windungen hinter der Stirn zu einem Kurzschluss verschmelzen. „Besuchst du mich?“ — niemand antwortet: „Ich glaube nicht.“ Der verletzende Schmerz. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Auch die der Schmerzvollen. Gerade ihre.
4. Dezember 2025
Gebrochen II
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Gebrochen II

Die Tränen. Sobald die holzigen Finger in ihrem Hals stecken, rinnen sie in Bächen über ihre fleischigen Wangen. Sie ist nicht geübt im Kotzen. Dabei ist alles zum Kotzen in these times. Ein Gezeter, Gezerre, Geschlage um sie herum. Eine große Traurigkeit hat sich im Resonanzraum Körper ausgebreitet. Eine große Wut auch, jedoch ohne Ventil bisher. Eine große Egalness sowieso. Fatalismus stand ihr schon immer gut.
29. Oktober 2025
Gebrochen I
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Gebrochen I

Das Wasser beruhigt. Für den Moment. Die Sonne auch. Sie wärmt den Bauch. Sie malt Schatten auf die „zerstörte“ Haut. Das Wasser rauscht ins Innere, breitet Leichtigkeit aus. Es darf sein. Wie auch alle Körper. Roh, nackt, uneitel. Form. Einfach nur Form. Für den Moment. Eine kurze Pause von Schmerz. Eine kurze Pause von Sucht. Pause von Scham. S–S–S. Ein Kreis. Der Kaputtness-Kreis. Kurze Unterbrechung.
29. Oktober 2025
SERBIEN Okt*2025: Belgrad II
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SERBIEN Okt*2025: Belgrad II

Wieder in Belgrad angekommen, schrieb ich meinem Vermieter. Er konnte sich erst gegen sechs Uhr am Abend mit mir treffen, also wartete ich im Starbucks, trank Kaffee und schrieb E-Mails. Ich war verblüfft: Die Preise waren fast identisch mit denen in Deutschland, obwohl die Menschen hier deutlich weniger verdienen. Trotzdem war das Café voll. Ich […]
29. Oktober 2025
SERBIEN Okt*2025: Niš
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SERBIEN Okt*2025: Niš

Zum ersten Mal hatte ich in Serbien eine Straßenköterbande gesehen. Das war ziemlich schön. Es war der Tag, an dem ich in Niš ankam. Aber der Reihe nach. An meinem Geburtstag, einem Samstag, fuhr ich mit dem Bus von Novi Sad nach Niš im Osten des Landes, drittgrößte Stadt. Die Fahrt dauerte rund fünf Stunden, […]
29. Oktober 2025
SERBIEN Okt*2025: Belgrad I
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SERBIEN Okt*2025: Belgrad I

Serbien im Oktober Drei Städte: Belgrad, Novi Sad, Niš.Und wieder Belgrad – diese Betonburg. Viele krude Busfahrten,mindestens ein Eis am Stiel pro Tag,wundervoll freundliche Menschen.Deutsch statt Englisch als Verständigung,Baulärm, Sonnenstunden, Müdigkeit. Bloks.Buntes Gemüse – Paprika, Tomaten, Auberginen –in wilden Massen auf wilden Märkten.Wandmalereien, Flusswasser, Kraft.Blockaden, Freiheit, Botschaften. Teure Lebensmittel in kleinen Supermärkten,Jogginganzüge, verrückte Hunde als […]
29. Oktober 2025
SERBIEN Okt*2025: Novi Sad
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SERBIEN Okt*2025: Novi Sad

Der Zug Richtung Novi Sad war weder voll noch leer, angenehm gefüllt, würde ich sagen. Die Fahrt verlief ruhig. Die Züge fuhren nun nur noch bis nach Petrovaradin, einem Vorort von Novi Sad. Der Hauptbahnhof war nach dem tragischen Dacheinsturz vom 1. November 2024, bei dem 16 Menschen ums Leben kamen, gesperrt. Wie es nach […]
28. Oktober 2025
Die Maschine
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Die Maschine

Dieses Kinderspiel ging ihr nicht mehr aus dem Kopf. „Mein Vater hat ein Schwein geschlachtet. Was willst du davon haben?“ „Die Ohren.“ Ab jetzt darfst du auf alle Fragen, die ich dir stelle, nur noch mit „Ohren“ antworten. Machst du einen Fehler, kommt entweder die Kitzelmaschine oder die Kneifmaschine. Diese Maschinen werden dich bearbeiten, bis du lachst. Und sicher, irgendwann wirst du lachen. Und dann hast du verloren.
2. Oktober 2025
Kreative FOTOWORKSHOPS 2026 – Leipzig – Termine
Nachlese FOTOWORKSHOP: Expression Explosion // Potpourrama // Crash Mash Flash

Kreative FOTOWORKSHOPS 2026 – Leipzig – Termine

Seit 13 Jahren begleite ich Menschen fotografisch. Ich unterrichte nicht nur die Fotografie, sondern das Sehen. Das Erkennen. Das Entscheiden. Die Kamera ist (m)ein Werkzeug – aber der Blick, der Gedanke, das innere Bildnis: das ist das, worauf es ankommt.
2. Oktober 2025
Herbst-Zeitz-Los Ende September
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Herbst-Zeitz-Los Ende September

Zeitz, Ende September 2025. Eine Stadt ohne Menschen, dafür Autos, die rumcruisen, und kleine Gangs aus jugendlichen Mopedfahrern, wie ich sie aus meiner Jugend kenne. Zeitz, ein schön sanierter Bahnhof, kaum Menschen. Einmal in der Stunde fährt ein Bummelzug aus Leipzig in die Stadt in Sachsen‑Anhalt, die einst geblüht haben muss. Die verfallenen Gründerzeithäuser stammen aus dieser Blüte. Manche hoffen ja tatsächlich, dass Zeitz vor dem Aussterben gerettet werden kann. Ich glaube das nicht. Habe in den letzten Jahren so viele dieser mittelgroßen Oststädte besucht. Überall quält sich die Strukturlosigkeit, und die Veralterung der Einwohnerinnen schlängelt sich durch den Alltag. So wie Detroit und Cleveland in den USA, nur eben in der ehemaligen DDR. Keine Jobs, wenig Kunst und Kultur, und etwas zu essen suchte ich an einem Samstag auch ohne Ergebnis. Was nützt die „schöne Natur“, was nützen ehemalige Schlösser und Fabriken, die nun Museum sind, Kirchen, die saniert werden, und eine alte Fabrik als Co‑Working‑Platz, wenn die Menschen, die in Zeitz leben müssen, keine Zukunftspläne mehr haben, weil sie nur einen ruhigen Lebensabend genießen wollen, die billige Miete brauchen oder ihr abbezahltes Häuschen nun auch nutzen wollen? Leben ohne Utopie. Leere. Vereinsamung. Rassismus. Wirtschaftlicher Exodus. Schade. 
2. Oktober 2025
Fotoworkshop: Straße // September-Leipzig
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Fotoworkshop: Straße // September-Leipzig

Noch ist der September gar nicht vorbei. Dennoch war er äußerst merkwürdig. Ein Monat ohne richtiges Profil eigentlich und wenig Verbindung zu meinem Leben sowieso. Ein Monat, der nach dem August nur abkacken konnte. Dem kommenden Oktober könnte er sowieso niemals das Wasser reichen. Dieser September war irgendwie anders. Warm war’s. So oft habe ich mich selten auf den Weg zum See gemacht. Am Anfang war der Monat noch emotional, dann wurde er ziemlich schmerzhaft (körperlich), dann wurde er auf einmal voll, die Kraft musste immer gut eingeteilt werden. Und dann wurde er wieder schmerzhaft (seelisch), weil ich mich künstlerisch einer Sache widmete, die an die Substanz ging. Gut so. Natürlich.
24. September 2025
Attacke
Frau im Latexanzug, um sie gewickelt ein Band mit der Aufschrift "Danger" fotografiert in schwarz/weiss

Attacke

Sie hatte ihre Dämonen selbst mitgebracht, verkündete sie stolz. Doch der Herbstwind hatte sich in der Handtasche verheddert und all die Dämonen durcheinandergeschüttelt. Vorher waren sie schön übereinander gestapelt und in Butterbrotpapier eingewickelt gewesen: Dämon 1, Dämon 2, Dämon 3 und so weiter, Schicht für Schicht für Schicht. Nun waren die Dämonen ineinander verschlungen, aber nicht sanft und zärtlich miteinander, sondern verzahnt, verkeilt, verhakt. Einzeln wussten sie nicht mehr, wo ihnen der Kopf stand, wo ihr spezielles Dämon-Sein begann und wo es endete. Sie waren nur noch eine wilde Masse; das Butterbrotpapier konnte sie schon lange nicht mehr zusammenhalten, ein Dämonenbrei in der Handtasche, der zeterte und keifte.
19. September 2025
Fast auf den Tag genau: Sommer-Erfurt
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Fast auf den Tag genau: Sommer-Erfurt

Welch ein schöner Zufall: einmal am 26. August 2024 in Erfurt, einmal am 27. August 2025, ebenfalls in Erfurt. Auch davor schon, doch nicht durch die Kamera – und gerade dadurch haben sich meine Blicke auf Orte auf einmal ganz verändert. Beide Male war der End-August in Erfurt sommer-wunderschön, schenkte meinen Bildern Licht und Schatten. 2025 war ich nicht allein, ich begleitete D. Zuerst die Pflicht, dann die Kür. Das Schöne daran: Wir kamen während beider Tagespunkte an Orte, die ich schon kannte, und doch warf das Licht einen ganz anderen Blick auf sie.
13. September 2025
Blutmond
Blutmond, eine dicke schöne Frau in rotes Licht getaucht fotografiert in Leipzig

Blutmond

Der Mond, schon immer hatte er Einfluss, Einfluss auf sie, auf ihr Er-Leben. Der Mond, schon immer sehnte sie sich nach dem hellen Licht der Völle. Der Mond, schon immer wusste sie, dass er der Kamerad war, der ihre Gedanken weiter flüsterte in die Ohren, die sie empfangen sollten, egal ob er schmal oder kugelrund war. Der Mond, ihr Begleiter, nachdem sie immer Ausschau gehalten hatte. Der Mond, ihr Freund in guten und in schlechten Zeiten. Der Mond, ihre Sicherheit im Sein von Raum und Zeit. Doch manchmal verändert er sein Antlitz. Er leuchtet nicht mehr in kalter Klarheit, sondern färbt sich dunkelrot, als hätte er das Blut der Welt getrunken. Ein Blutmond hängt am Himmel, schwer, drängend, unentrinnbar. 
11. September 2025
Das Monument
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Das Monument

Erschütterung. Im Gebälk des Monuments. Hätten sie doch die Statik geprüft;  nach Riss für Riss für Riss. Aiolos, Herr der Winde, schickte einen Sturm durch seinen Schlauch, und das Monument musste wanken. Wanken und Wackeln. Es krümmte sich vor Schmerz. Verbindungen, Fugen, tragende Strukturen versagten. Bruch. Luftknappheit. Stein um Stein lockerte sich. Tränen. Weinendes Monument.
8. September 2025
Dunkelkehlchen
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Dunkelkehlchen

Der Rausch läuft die Kehle hinunter. Dunkles, trockenes Rot oder zähes, milchiges Weiß. Lieber Genuss und Verdichtung als diese erzwungene Leere. Die hohlen Worte der Leute. Wie die Höhlen der maskierten Larve. Diese Worte. MIT wenig Witz, wenig Eloquenz, wenig Schönheit, wenig Wahr, wenig Echt, wenig leisen Tönen, wenig Poetik. Dafür viel Moral, viel Halbwissen, viel Nachgeplapper, viel Unkonkretes, viel Schattenloses, viel Angst, viel Laut, viel Wollen, viel Anpreisen, viel Schnell, viel Banal.
2. September 2025
Witwenspitz
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Witwenspitz

Ein Raum, durchbrochen vom Licht. Es fällt in Schichten, in Farben. Manche schneiden wie Klingen, sie erinnern an den Schrecken. Andere wärmen, intensiv, beinahe zärtlich. Auf dem Hocker eine Gestalt, wie ein Monument. Ein Körper, von Erinnerung überzogen. Sie. 
21. August 2025
Schau im Dunklen nicht in den Spiegel
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Schau im Dunklen nicht in den Spiegel

Vor vier Jahren schien die Sonne schon früh auf die Sommermatratze. Sie lag wach neben ihm. Gerade hatte sie eine Nachricht bekommen, die sie unbedingt mit ihm teilen wollte. Doch er schlief noch tief und fest. Die vergangenen Tage waren sie gemeinsam unterwegs gewesen. Ihre Familie hatte etwas Großes zu feiern gehabt. Sie schlugen sich die Bäuche voll, tranken und tanzten, hatten wilden Sex und stampften am nächsten Tag mit großem Kater durch die große Stadt. Sie hatten kaum geschlafen, wollten den Ort aber nicht einfach unbekannt an sich vorbeiziehen lassen. Als sie wieder zu Hause waren, fielen sie erschöpft und gemeinsam ins Bett, dort, wo nun die Nachricht auf ihn wartete. Aber er schlief immer noch. Sie las die Nachricht mindestens einhundert Mal und wartete auf ihn. So wie sie gerne auf ihn wartete. Er war das Schöne in ihrem Leben, das Beruhigende, das Langsame, das Wissende, das Lustige und noch so viel mehr.
10. August 2025
Welker Sommer
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Welker Sommer

Alles leuchtet im doppelten Licht. Licht, Licht, Schatten. Von Zeit zu Zeit überragen diese Schatten ihre Figuren. Sie übersteigen die Vorstellung, dehnen sich wie schwarze Löcher aus, auf eine Größe, die für das Denken unvorstellbar ist, und legen sich selbst über das doppelte Licht. Mehr Licht, mehr Schatten. Noch mehr Licht, noch mehr Schatten. Ein Mehr des einen bedingt auch ein Mehr des anderen. Gegengewichte tarieren sich aus. Das Gesetz des Gleichgewichts gilt. Es gilt immer. Gerät das Konstrukt aus Licht und Licht und Schatten in eine Schieflage, implodiert das System.
4. August 2025
Ich würde …
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Ich würde …

… dir so gerne sagen, wie sich dieser Monat für mich anfühlte. Wie es war, die Tage an sich vorüberrauschen zu lassen. Tage wurden zu Nächten, Nacht um Nacht zu Tag um Tag. Immer auf der Lauer, jeder Moment voll, jeder Zeigerschlag donnernd, jede Regung ein Zucken. Die Lust als Gegengeschäft auf die Realität.Spielpartner, in […]
31. Juli 2025
Georgien Jun*2025: Batumi, ბათუმი
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Georgien Jun*2025: Batumi, ბათუმი

Von Tiflis nach Batumi fahren täglich zwei Züge: ein Morgenzug, ein Abendzug. Für diesen Samstag war der Morgenzug bereits ausgebucht. Es gibt nämlich ausschließlich Sitzplätze. Ist der Zug voll, wird einfach kein Ticket mehr verkauft. Also nahm ich den Abendzug: Abfahrt 17:10 Uhr, Ankunft um 22:45 Uhr. Der Zug war rappelvoll. Niemand sprach ein Wort, alle starrten schweigend auf ihre Smartphones. That’s normal here, dachte ich mir. In Batumi angekommen, stellte ich fest:
27. Juli 2025
Georgien Jun*2025: Tiflis, Tbilissi, თბილისი (Teil II)
tiblisi-georgien-osteuropa-1921-3stalin-undergroundmuseum

Georgien Jun*2025: Tiflis, Tbilissi, თბილისი (Teil II)

Eine Busfahrt, die ist lustig. Eigentlich. In Tiflis eher stickig und überfordernd und meist sehr lang. Die Fahrer, zumeist mit ziemlich aggressiv-rabiatem Stil unterwegs, versuchten, das Gefährt durch den Stadtverkehr zu lenken. Wenigstens gab es da eine eigene Busspur. Weiblichen Busfahrerinnen begegnete ich nie. Irgendwie sah ich überhaupt fast ausschließlich Männer am Steuer von Fahrzeugen. Der Verkehr in der georgischen Hauptstadt war überbordend, aggressiv, ruhelos. In manchen Bussen gab es W-Lan, in nur einigen Klimaanlagen, nur manchmal wurden die Stationen angezeigt (natürlich auf Georgisch). Deshalb verfolgte ich die Fahrten immer mit dem GPS auf meinem Handy. Erst zählte ich noch die Stationen, aber das gab ich schnell wieder auf, funktionierte fast nie. Manchmal ließ ich mich einfach treiben, nahm irgendeinen Bus und fuhr und fuhr. Hatte ich jedoch ein bestimmtes Ziel, musste ich mich konzentrieren, manchmal fragte ich nach.
27. Juli 2025
Georgien Jun*2025: Tiflis, Tbilissi, თბილისი (Teil I)
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Georgien Jun*2025: Tiflis, Tbilissi, თბილისი (Teil I)

Das mit Georgien war ein ewiges Hin und Her. Es hat nie richtig gepasst. Mein Leben war so voll mit seiner Organisation, mein Konto war so leer. Meine Kraft war so alle. Und auf einmal ging es doch ganz schnell: Zwei (eigentlich drei) Menschen fragte ich nach ihrer Meinung – Menschen, denen ich eine gute Antje-Kenntnis zutraute. Ich war nicht überrascht – über die Großzügigkeit ihrer Gedanken und auch über die (nicht)Zweifel, die an meinem Vorhaben geäußert wurden. Flüge gebucht, eine Woche später bereits unterwegs gewesen. Denn die Großzügigkeit dieser Menschen ließ meine Kräfte wieder groß werden. Zehn Tage Georgien: Tbilisi und Batumi und all die Fahrten dazwischen.
27. Juli 2025
Unvernunft
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Unvernunft

Ich habe einen Raum der Unvernunft erschaffen. Der Raum ist nicht sehr groß – braucht er auch nicht zu sein. Alle Türen sind verschlossen. Wenig Licht dringt hinein; die Gardine der Großmutter, diese hübsche, hält es zurück. Alle Fenster sind geschlossen, damit die Realität der Straße nicht hineinkriechen kann. Der Raum ist erfüllt von: es darf, es kann, es muss, es ist. Eintritt nur mit Einladung. Spärlich ist er ausgestattet. Wenig Spielzeug. Hier darf alles gedacht, alles gesagt, alles gewünscht, alles gewollt werden. Die Unvernunft als Grenze und Möglichkeit. Gewollte Narrheit.
20. Juli 2025
LOS-t
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LOS-t

l o s tost L SO T ʇsᴉ⅃ Als sie damals zum ersten Mal ins Tiefland hinabstieg, wusste sie gar nichts von der Macht, die die Tiefe auf alles in der Zukunft Liegende haben würde. Als sie sich damals, von Rodin inspiriert, in Alighieris Hölle umschaute, ahnte sie noch nicht mal ansatzweise, dass die Angst in der […]
10. Juli 2025
Ein analoger Samstag
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Ein analoger Samstag

Es begann ein wenig holprig zwischen uns, wurde im Laufe des Tages aber ziemlich ausführlich, unterhaltsam und arbeitend. Nadine war von Nürnberg nach Leipzig zu mir gefahren, um der analogen Fotografie (noch) näherzukommen. Auch Nadine ist Fotografin. Auch sie will mehr von der Fotografie, als bloß Produkt oder Dienstleistung zu sein. Sie hoffte, von mir und meiner Kunst zu lernen (zum einen). Zum anderen aber auch, gesehen zu werden, genau zu diesem Zeitpunkt in ihrem Leben.
24. Juni 2025
Dina und Davit
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Dina und Davit

Am Rande eines alten, lauten Marktplatzes in Tbilissi, zur Zeit der Sowjetunion, trafen sie sich. Davit, der Wolf, keck und voller Kraft und Dina, das Schwein, rosig, fest im Leben stehend, durch und durch ein froher Charakter. Sie wussten nicht, warum sie hier zusammenkamen, und doch spürten sie eine warme Verbundenheit. Wenn sie beieinander waren, löste sich der Nebel der Zeit. Sie sahen durch den Dunst der Jahre und blickten in eine ferne Zukunft.
20. Juni 2025
Moment, Geste, Emulsion
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Moment, Geste, Emulsion

Diese Zeit verlangt nach Berührung, nach Ruhe, nach Sich-Bewusst-Sein, nach Innen, nach Beisammen, nach Besinnung, nach Sinn und Sinnhaftigkeit, nach Selbst ohne Angst vor dem Nicht-Selbst, nach Fühlen, nach Form, nach Mut, nach Kopf-Hoch, nach Zutrauen, nach Zuspruch, nach Zurücktreten.
13. Juni 2025
Öde an die Taube
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Öde an die Taube

eine Fotoserie von PT und Antje Kröger
10. Juni 2025
„dann hat man es leichter im leben“ – eine Kurzdokumentation über Antje Kröger von Michael Philipp
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„dann hat man es leichter im leben“ – eine Kurzdokumentation über Antje Kröger von Michael Philipp

Michael war vor zwei Jahren bei mir im Fotografie-Workshop. Zuvor war seine Frau Nicole bereits zweimal in Leipzig gewesen, um mehr über meinen Ansatz zur Fotografie zu erfahren und von mir zu lernen. Das Paar lebt in Bern. Michael wollte die Tage in Leipzig zusätzlich nutzen, um einen „kleinen“ Film über mich zu drehen – denn er ist Filmemacher. Gesagt, getan. Das Resultat ist nun, zwei Jahre später, endlich zu sehen. Spannend – gerade jetzt, in einer Zeit der Veränderung für mich.
3. Juni 2025
Eine Stunde Seehausen (Altmark) // Mai-Leipzig
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Eine Stunde Seehausen (Altmark) // Mai-Leipzig

Eine Stunde Seehausen in der Altmark. Warum? Nur wegen eines DDR-Wandbilds. Gezeigt wurde es mir zwei Wochen zuvor von einer Frau, die mir im Schienenersatzverkehrsbus von Tangerhütte nach Wittenberge gegenübersaß. Auf meiner Reise nach Mecklenburg erzählte die etwa 60-Jährige fast zwei Stunden lang aus ihrem Leben – spannend, berührend, kaum zu unterbrechen. Irgendwann erwähnte ich meine Leidenschaft für sozialistische Überbleibsel. Da zeigte sie mir ein Wandbild in Seehausen, an einem Wohnblock in Bahnhofsnähe. Sie selbst stieg auch aus. In Seehausen.
2. Juni 2025
Himmelsprung
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Himmelsprung

Kann ein horizontaler Sprung in den Himmel, auf den ersten Blick ein Sprung in die Vergangenheit, doch zukunftsorientiert sein? Eine philosophische Frage, die sich stellt, sobald man ein Bildnis dreht und wendet und sich einlässt auf eine Frage, die viele neue Fragen aufwirft. So wie es immer um das Einlassen geht – auf Menschen, Themen, Geschichten, das Einlassen auf andere Realitäten, auf andere Formen und Farben, auf andere Moral und Wertvorstellungen, auf Diskussionen, Kritik, Streit, auf das Lernen, den Fortschritt, das Abschiednehmen, auf neue Orte, neue Kulturen, neue Gerüche, neue Sichtweisen, Einlassen auf das Gestern und Morgen, auf die Veränderung, auf Nähe und Gefühle, auf neue Spiele, neue Gerichte, neue Worte, Einlassen auf die Angst, die Unsicherheit, auf Missverständnisse, auf die Schatten, die das Licht sichtbar machen, auf das Alter, das die Jugend verdrängt, auf den Verlust und die Trauer, die Platz machen für das Neu, auf die Sonne, auch wenn sie die Haut verbrennt, auf den Wind, auch wenn er die Frisur ruiniert, auf den Regen, auch wenn dieser das Gewand durchnässt.
1. Juni 2025
Der Duft von verbranntem Licht
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Der Duft von verbranntem Licht

Am Anfang waren ein Band und das Feuer. Das Band war immer fest, von Anfang an. Es war nicht aufdringlich und stellte sich nicht in den Vordergrund, es war von einer Zartheit und Eleganz, obwohl das, was es verband, nicht zart war und schon gar nicht elegant. Und das Feuer? Es war nicht groß und vernichtend, ein kleines Feuer, ein feines Feuer, ein arbeitendes Feuer. Es brannte und brannte. Und auch als die Stürme aufkamen, brannte es weiter – es war seine Aufgabe. Still und leise ging es dieser nach, auch wenn es um das Feuerchen herum immer verrückter wurde. Natürlich beobachtete es das Treiben. Manchmal kopfschüttelnd, ab und an mit einem Lächeln auf den heißen Lippen, manchmal aber auch mit einem Schwall von Tränen in den Feueraugen, die es aber nicht herauslassen konnte – ansonsten würde es sich ja selbst löschen. Das war natürlich keine Option.
27. Mai 2025
Zweischönlein
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Zweischönlein

Sie wollen alles – bis zum bitteren Ende ästhetischen Fatalismus. Streben nach dem vollen Gefühl, der Sehnsucht nach der Sehnsucht – ein großes Fressen nach dem Hunger. Ihre Gegenüber nur hübsches Beiwerk, schmackhafte Körperlichkeiten, wohlhabende Ausuferungen. Sie interessieren sich nicht für gesellschaftliche Normalitäten, Regelungen und zugeschnürte Korsagen. Sie atmen die Freiheit mit jeder Pore Haut, sie lieben die Absurdität der Lebenskreise, die Überschneidung von Gut und Böse. Ekstase und Erschöpfung schlafen in ihrem Dasein nebeneinander.
23. Mai 2025
Fotoshooting für das Projekt: FriLeFT – an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig
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Fotoshooting für das Projekt: FriLeFT – an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig

Als ich die Anfrage von Dr. Anne Goldbach in meinem E-Mail-Postfach fand und las, war ich gerade in Torgau unterwegs, um die Stadt für mein Projekt: 9-Euro-Ausblicke-Und-Weiterreisend analog fotografisch festzuhalten. Anne fragte nach dokumentarischen und künstlerischen Fotografien für das Projekt FriLeFT. Ich hatte sofort große Lust darauf, schrieb mein Angebot – und wartete. Als die Zusage kam, war ich froh und freute mich auf diese neue Herausforderung. Ich machte mich auf den Weg – diesmal fotografisch – an die Universität, ein Comeback für mich, wenn auch an einer anderen Fakultät.
22. Mai 2025
Exit Sanierungsgebiet
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Exit Sanierungsgebiet

sie betritt den raum als wäre er ein urteil die tür fällt hinter ihr ohne dass sie sie berührt hat ihre schritte schwer wie fragen die niemand stellt ihre schultern tragen nicht nur knochen sondern entscheidungen die nie ihre waren der körper ein versuch der auflösung ein manifest aus haut und zweifel sie legt sich auf den steinigen boden ihre wirbelsäule zählt jeden moment der verschiebung tastet nach gewissheit in den blauen kacheln über ihr spiegelt sich nichts sie blickt in das loch das für sie gegraben wurde
12. Mai 2025
Leipzig, Frühling. Licht und Schatten. Und leere Wände.
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Leipzig, Frühling. Licht und Schatten. Und leere Wände.

Mindestens eine meiner analogen Agat-Halbformatkameras habe ich immer in meiner Handtasche – meist sogar zwei: eine mit Schwarzweißfilm, eine mit einem bunten. Der letzte Schwarzweißfilm war so lange in der Kamera wie selten zuvor. Das lag daran, dass ich kaum auf den Straßen Leipzigs oder anderswo unterwegs war. Ich fotografierte so viel wie selten in meinem Leben – aber eben nicht im öffentlichen Raum. So blieb der Frühling weitgehend außerhalb meines Schaffens. Nicht völlig unbemerkt, aber doch sehr.
10. Mai 2025
Schümanns Küche
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Schümanns Küche

Schon als sie ein kleines Mädchen war, betrachtete sie mit ihrer Oma die alten schwarz-weißen Fotos mit gezacktem Rand aus der Hauswirtschaftsschule der späten 1930er Jahre. Auf diesen Bildern standen junge Frauen nebeneinander, schauten gezwungen freundlich in die Kamera. Sie trugen weiße Schürzen über Röcken, die die Knie bedeckten. Dabei hätte ihre Großmutter lieber Abitur gemacht. Doch ihr Geschlecht gab nur eine Richtung vor: Richtung Ehefrau, Richtung Mutter, Richtung Haushalt. Kochen, Nähen, Betten machen. Klug und wirtschaftlich einen Haushalt führen – das wurde in dieser Schule gelehrt.
8. Mai 2025
Lichter Abbruch
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Lichter Abbruch

Danke, lieber alter Mann, dass ich deine schöne Kamera weiter benutzen darf – beladen mit Film, bereit, alles festzuhalten, was flüchtig ist, alles, was sich bald verändert haben wird. Du selbst hast dich nie an das digitale Leben gewöhnen können; zu viele Jahre trägst du bereits auf deinem Buckel. Nun gibst du dein schönstes fotografisches Stück in meine Hände. Dafür danke ich dir. Lange hatte ich gesucht, denn alle meine Arbeitstiere waren in den letzten Monaten zu Bruch gegangen. Ich wusste genau, was ich wollte. Und dann fand ich euch beide: dich, alten, so herzlichen Menschen – und dich, schöne Kamera, auch schon ein wenig, genauso wie ich, in die Jahre gekommen. Ich bin gespannt auf unseren gemeinsamen Weg.
28. April 2025
Apfelblütenrausch
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Apfelblütenrausch

Mit jedem Biss in einen güldenen Apfel werden Götter wieder zu Göttern. Was eben noch grau und eingefallen war, gebückt und schwach, von schweren Gedanken beschwert, wandelt sich zu jugendlicher Frische: rosige Wangen, aufrechter Gang, Glanz in den Augen. Im Garten Asgards wandelt die schöne Idunn. Sie ist die Göttin der Jugend, der prallen Wänglein, der vitalen Gedanken, der Sorglosigkeit, der Frische, der vor Kraft strotzenden Körper. Ihr Zuhause ist die nordische Sagenwelt. Sie ist die ewig Junge, die einen Schatz aus goldenen Äpfeln bewacht und verteilt. In diesen Früchten liegt ein großer Zauber – der Zauber der immerwährenden Jugend.
28. April 2025
IDEAL (flüchtig . vergänglich . endlich .) – die Fortsetzung
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IDEAL (flüchtig . vergänglich . endlich .) – die Fortsetzung

Wirbel an der Wand – wie aufgewühlte Gedanken – abgewetzter Boden – im Halbdunkel eines rauen Raumes – der rote Faden zieht sich um das Bein – wie eine offene Frage – blauer Kachelblock – übersät mit zersplitterten Spiegeln – Bruchstücke – die alte Schreibmaschine hat ihre Worte verloren – Enge und Schmerz und das Ringen um Ausdruck – Rückzug – Neuwerdung oder der Versuch, in einen anderen Zustand überzutreten – zwischen Schutz und Ausgeliefertsein – zwischen Innen und Außen – zwischen Vergangenheit und Zukunft – Geborgenheit und Heimat – suchend – zurück in den Schoß der Wärme – wollend - Spuren von Leidenschaft und Schmerz und leiser Wut – ein Leib – kraftvoll und verletzlich – nicht mehr jung – noch nicht alt – Müdigkeit – unvollständige Geschichten – stiller Stolz – gegen das Unsichtbarmachen und das Wegducken und das Sich-Kleinmachen – kraftvoll – fast trotzig – Empfindsamkeit bis unter dir Haut – das Fleisch erzählt Geschichten von Leben und Kampf und Hunger und Zartheit und Widerstandskraft – Mahnung – archaisch – Abwehr und Einladung – zwischen Ich und Welt – heiliger Raum – Feuer und Blut und Ursprung und Ende
27. April 2025
Fotoworkshop-Rezensionen
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Fotoworkshop-Rezensionen

Fotoworkshops – sie begleiten mich nun schon seit 13 Jahren. Anfangs mit Unterstützung, inzwischen unterrichte ich schon lange ganz allein. Erst in Berlin, jetzt in Leipzig. Es erfüllt mich, zu lehren. Die Workshop-Wochenenden nähren nicht nur meine Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sondern auch meine eigene Kunst. Die Menschen, die durch meine Workshops gehen, sind für mich […]
22. April 2025
Wiegetag
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Wiegetag

Schon in der DDR-Schule, beim DDR-Schularzt, war die Wiegeprozedur eine Tortur. 10k Types Of Torture. (Song von Mule & Man). 10.000 Arten von Torturen. Bleibt mir vom Hals. Aber manchen dieser Torturen konnte oder kann sich Mensch leider nicht entziehen. Ich musste mich damals auf diese verfickte Waage stellen. Nützte nischt. Alle mussten. Für einige von uns Menschenkindern an diesem Wiegetag wurde es zum Thema ihres Lebens. Meines auch. Noch genau weiß ich die Zahlen. Ich war 10 Jahre alt. Ich wog 48 Kilogramm. Ich war ein großes Mädchen. Der Arzt empfand mich als zu schwer. Drei Jahre später wurde ich zu einer Abnehmkur geschickt. Nachdem ich wieder zu Hause war, stellte sich meine Mutter zusammen mit mir vor den Spiegel. Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die schlankeste Tochter im Land? MEINE. Stolz erfüllte sie. Ich wollte kotzen. Meinen Mutterpanzer würde ich immer brauchen, das wusste ich schon damals. Das Wiegetrauma blieb. Meine erste Hausärztin im Erwachsenenleben wollte bei einem meiner Besuche bei ihr, dass ich mich von der Schwester wiegen lasse. Ich verweigerte. Das schrieb sie in meine Krankenakte. Bis heute sorgt dieser Eintrag für Geschmunzel bei Ärzten und Schwestern. Denn ich verweigerte immer sehr resolut. Niemand sollte mich mehr zwingen zu etwas, das ich nicht will. Ich war schließlich kein Kind mehr, sondern eine Erwachsene mit einem freien Willen und eigener Entscheidungsmacht. Viele Ärzte und Ärztinnen akzeptieren dies, soweit das Wissen um das genaue Gewicht nicht wirklich relevant ist. Augenmaß reicht sowieso meist aus.
21. April 2025
IDEAL (flüchtig . vergänglich . endlich .)
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IDEAL (flüchtig . vergänglich . endlich .)

Es gibt nur noch wenige Lichtquellen in ihrer Behausung. Das Licht ihrer gemeinsamen Treffen ist ein rotes. Es wirft Schatten an die Wände. Neue Treffen, neue Schatten. Er war schon einmal bei ihr. Das ist sehr lange her. Sie erinnert sich kaum daran. Mehr als ein Jahrzehnt war vergangen. Jetzt kommt er wieder – zu ihr, in jeder Begegnung, nach jeder Begegnung.
21. April 2025
Triumph des Lichts
FOTOWORKSHOP: PORTRAIT – DU BIST SCHÖN!

Triumph des Lichts

Johann Wolfgang von Goethe: »Schönheit kann nie über sich selbst deutlich werden.« André Breton sagte einst, Schönheit soll erschütternd oder gar nicht sein! »Schönheit ist Schrecken. Wir wollen verschlungen werden von ihr […]« – Donna Tartt, Die geheime Geschichte“ Sie erschrickt (ziemlich) oft.Weil sie sich alleine wähnt (in ihrer Welt).Weil die Musik oder die Worte aus […]
18. April 2025
Blitzelchen
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Blitzelchen

Wir hatten ein Date, weil ich es so wollte.Das schrieb ich dir auch genauso,in kurzen Sätzen,plus einer Beschreibung,wie du mich finden würdest. Welche Kräfte vorher gewirkt hatten,weiß ich nicht genau.Aber ich ahne es. Ich wollte keine Blumen von dirals Willkommensgruß,sondern Kuchen zum frisch gebrühten Kaffee(und du trankst eine Menge davon!). Als du ankamst, warst du […]
17. April 2025
DIS-Harmonisch
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DIS-Harmonisch

Der Spielling sitzt am Harmonium.Sein graziler Oberkörper schwingt in der Dunkelheitwie ein Pendel hin und her.Sein starker rechter Fuß stampft auf einen Tretschemel,der andere ist gerade außer Betrieb. Seine schlanken Finger ziehen an den Registern –für die Klangfarbe seiner magischen Töne –oder berühren die weißen und schwarzen Tasten,streicheln sie, schlagen sie, hämmern, klopfen, hauchen.Abwechselnd. Das […]
15. April 2025
Unter der Stahlkrone
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Unter der Stahlkrone

Die Künstlerinnen in der Ukraine machen weiter, „einfach“ immer weiter. Jeden Tag. In Sumy, in Dnipro, in Charkiw, in Kiew, in all den anderen Orten. Auch nach Raketenangriffen, auch nach Toten und Verletzten und Verlust, auch nach Schmerz und Verzweiflung, auch nach Zerstörung, Wut, Kraft- und Hoffnungslosigkeit. Jeden einzelnen Tag zollt mir dies Respekt ab. […]
15. April 2025
Sinn – e s – lust in Tannhausen
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Sinn – e s – lust in Tannhausen

1990. Der Heldentenor – mein Protagonist – hängt seinen blauen Tannhäuser-Mantel – er ist leuchtend blau, mit Gold abgesetzt am Kragen und der Knopfleiste – an den Garderoben-Nagel. Für immer. Nie wieder Oper. Nie wieder Richard Wagner.
10. April 2025
Grün.Rot.
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Grün.Rot.

Diese kleine Serie ist Auftakt, Einleitung, Präludium. Ein Prolog, eine Initiation, eine leise Schwelle. Ein Flüstern. Ein erstes Zittern. Viel Energie, Kraft und Emotion sind unterwegs – in meiner Welt und in der großen darüber hinaus. Sie wollen sich zeigen, drehen und wenden. Sie wollen ihre Geschichten erzählen. Sie wollen er-leben.
9. April 2025
Zeitstaub & Lichthaut
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Zeitstaub & Lichthaut

Der Staub in unseren Lungen lässt uns sicherlich ein paar Jahre weniger leben, sagt er, ganz in Gedanken. Vielleicht. Vielleicht ist unser Leben auch schon morgen vorbei oder übermorgen, oder war es das gestern oder vorgestern schon? Was zeigt die Uhr an? Warum bewegen sich die Zeiger in Schleifen? Warum wiederholen sich die Bewegungen immer wieder? Schritt für Schritt. Atemzug um Atemzug. Sturz um Fall. Wann beginnt etwas, wann ist es zu Ende? Darf der Anfang sich aufbäumen gegen das Ende? Muss das Ende den Anfang kennen? Welche Form hat der Weg zwischen einem Anfang und einem Ende? Gibt es nach einem Ende auch wieder einen Anfang? Ist deine Lieblingsform die Schleife?
29. März 2025
Blackbox-Schkeuditz // Zündholz-Riesa
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Blackbox-Schkeuditz // Zündholz-Riesa

Neue (Zug)Reisegeschichten aus (ost)deutschem Land, mit dem Konvolut analoger Kameras, immer regelmäßig aktualisiert werden Leipzig & Mecklenburg, aber auch neue Orte kommen hinzu. Zu diesem Zeitpunkt gibt es 9 Kapitel meiner 9-Euro-Ausblicke. Wahrscheinlich werden weitere dazukommen. Hier geht es zum Inhaltsverzeichnis: ➨ 9-Euro-Ausblicke-Und-Weiterreisend / Inhaltsverzeichnis Blackbox-Schkeuditz (März 2025) Gesamter Text und alle Fotografien hier: 9-Euro-Ausblicke-Und-Weiterreisend […]
26. März 2025
Todmüde
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Todmüde

Entstanden im März - während meines Fotoworkshops: Inszeniertes Porträt und Straßenfotografie. Gestern bekam ich eine E-Mail von M. Darin stand dieser Satz, den ich selbst so lange nicht gesprochen und gedacht habe: Alles hat mit allem zu tun. Mir fehlt es so sehr, mit dir Musikraten zu spielen. Deshalb ein Soundtrack zur Serie:
23. März 2025
Staubiger Aufruhr
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Staubiger Aufruhr

Kein sichtbares Beben der Aufruhr – sondern der Moment, in dem der Raum nicht mehr das war, was er zu sein schien. Ein Verwirren der Perspektiven, ein Rauschen im Kopf, das keine Form annahm und doch alles in Bewegung hielt. Und als der Vorschlaghammer erneut auf den Boden schlug, wusste niemand mehr, was noch stand oder was bereits gefallen war. Gefallen, verschlungen, wieder ausgespien in eine andere Welt, in ein anderes Sein. Neu atmen lernen, neu sehen lernen, neu hören lernen. Luft herauslassen aus dem Dauer-Spannungsbogen. Licht fressen, damit endlich der Hunger gestillt. Schatten trinken, damit das Untergehen gestoppt. Münzen zählen, dass der neue Unterschlupf bezahlt.
21. März 2025
Im Zwischen der Zeiten
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Im Zwischen der Zeiten

Hast du den vollen Mond der vergangenen Nacht auch angestarrt, so wie ich? Hat dich der volle Mond in seinem tiefen Orange genauso kirre in die Nacht entlassen, so wie mich? Hat dich der volle Mond auch daran erinnert, wie wir beide einst an unseren Fenstern standen, um ihn gemeinsam durch das Telefon anzuheulen?
18. März 2025
Hallo – Ich bin Madame E
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Hallo – Ich bin Madame E

Wir begleiten uns am Ende dieses Jahres schon ein Jahrzehnt und ein Jahr lang. Als wir uns im Dezember 2012 das erste Mal fotografisch miteinander vergnügten, konnten wir noch nicht ahnen, wie wir uns miteinander verbinden würden in den kommenden Jahren. Und immer wieder Fotografien. Und manchmal miteinander feiern. In den verschiedensten Konstellationen. Oberthema: der Mensch, die Liebe, die Familie und auch: die Freundschaft.
15. März 2025
Die Puppenspielerin
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Die Puppenspielerin

Ihre Drahtfüße, an Porzellanbeinchen, steckten tief im Emailleeimer mit der heißen Asche. Der Kohleofen hatte die Asche in den Morgenstunden ausgespien, nachdem er in der noch kalten Nacht langsam und bedächtig seine schöne Wärme abgegeben hatte. Der Frühling würde bald in das Leben einziehen, die Sonne schickte an den Tagen schon kräftige Strahlen aus dem Universum. Doch in den Nächten hatte noch immer Väterchen Frost das Sagen.
6. März 2025
Ein letzter Tanz – Party is over
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Ein letzter Tanz – Party is over

Sie hatten getanzt. Fast immer. Sie hatten gelacht, oft. Sie hatten sich in Freiheit gesuhlt — eigentlich normal. Sie hatten diskutiert, nächtelang. Sie waren laut, wenn es nötig war, und wurden leise, wenn sie hinhören mussten. Sie tranken, sie rauchten, sie ergingen sich in allen Räuschen, die die Welt nur kennt. Sie rangen mit sich und der Welt, sie kritisierten das Kapital. Ihre Welt war bunt, ihre Welt war spontan, ihre Welt war voll von offenen Türen und Musik, die immer laut war.
5. März 2025
ES ist – e b e n – s o
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ES ist – e b e n – s o

ES ist – e b e n – s o ES ist – e b e n s o ES ist – e b e n ES ist e b e n ES ist
1. März 2025
Zeit-nah(t) – Part IV
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Zeit-nah(t) – Part IV

Che Guevara oder Napoleon, Dandy oder Pierrot? Er schwebt. Ein roter Lichtkegel umfließt ihn, sein Körper baumelt an einem brüchigen Seil, das nicht hält und doch nicht reißt. Die Menge unten atmet flach, hält inne, aber er hört sie nicht. Vielleicht existiert sie nicht. Vielleicht existiert er nicht.
24. Februar 2025
Zeit-nah(t) – Part III
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Zeit-nah(t) – Part III

Die Zeit ist heruntergefallen, und sie ist rot. Sie liegt auf dem Teppich, breitet sich aus wie ein sanfter Schimmer. Der Teppich, tiefrot und fest, verankert die Minuten im Hier und Jetzt. In der Mitte des Raumes ruht ein Thron, ebenfalls rot, mit Polstern, die Geschichten erzählen. Er atmet Stille, während die Zeit sich ausdehnt.
24. Februar 2025
Zeit-nah(t) – Part II
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Zeit-nah(t) – Part II

Im engen Raumbrennt ein Sternunter kaltem Licht,funkelt gegen Dachschrägen. Rot peitscht durch die Adern,doch die Kälte schneidet tiefer.Es schneit durch die Luke,das Weiß legt sichnur auf die Haare,die Haut bleibt nacktwie ein offener Nerv. Zart krallt sich an Wände,hart schlägt der Atem.Energie zuckt, zwart, ein Funke ohne Halt,verheddert in der eigenen Existenz. Der Stern hängt […]
24. Februar 2025
Zeit-nah(t) – Part I
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Zeit-nah(t) – Part I

PROLOG DAS FÜRCHTEN NICHT UND NIE DAS WÜNSCHENdarf mir abhanden kommen, auch mein täglich sterben nichtdas seellos süchtig sein auf keinen fallnur hirnlos reimen wie ein wicht muß beendet werden da ist ein gott und setzt sich zwischen alle stühleer sieht genauso aus wie ich mich fühle Aus: Thomas Brasch, Wer durch mein Leben will, […]
24. Februar 2025
Wind of Abriss
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Wind of Abriss

Diese Räume haben gespürt, gerochen, gelebt, gefeiert, getrauert, gehadert, beherbergt, sich verändert, boten Schutz, zerfielen, waren Wohnraum, Unterschlupf, Schlafstätte, Atelier, Fahrradgarage, Wohngemeinschaft, Familienresidenz. Und noch so viel mehr. Sie erlebten zwei Weltkriege, mehrere politische Umwälzungen, Zuzug und Wegzug, Zerstörung, Umgestaltung. Sie wechselten die Farben, auf ihren Wänden stapeln sich die Schichten der Jahre. Über ein Jahrhundert Raumgeschichten. Menschen kamen und gingen, wurden gezeugt, geboren und starben in den Räumen, sie lebten, liebten, hassten, schmiedeten Pläne, vegetierten, froren, tranken, rauchten, aßen, kopulierten, trauerten, diskutierten, fügten sich Schmerzen zu, schlugen sich, ruhten.
24. Februar 2025
Schatten-Schnee-ling
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Schatten-Schnee-ling

Winter liegt trüb über der Stadt, ein Mantel aus Schnee, der die Dächer bedeckt und die Gassen in Blässe hüllt. Die Fenster der alten Häuser stehen schief in ihren Rahmen, die Scheiben gefroren. Draußen, jenseits der Glasscheiben, recken sich die Dächer gen Himmel, die Simse beugen sich unter der weißen Last. Der Putz bröckelt von den Wänden, der Wind pfeift durch die Ritzen. Die Fenster gleichen toten Augen, leere Blicke in einer Welt aus erstarrtem Frost. Die Stadt friert. Die Stadt hat Sorgen. Sie atmet aus. Sie stöhnt. Sie lächelt gequält. Der Wind kommt von Ost. Bringt nichts. Nimmt nichts.
15. Februar 2025
Hunderte protestieren, Tausende shoppen: Ein antifaschistischer Samstag in Leipzig
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Hunderte protestieren, Tausende shoppen: Ein antifaschistischer Samstag in Leipzig

Naschmarkt also heute in antifaschistischem Kostüm. Warum aber? In der Alten Handelsbörse findet eine Wahlkampfveranstaltung der AfD mit Cheffe Tino Chrupalla statt. Knapp tausend Menschen demonstrieren deshalb rundherum um diese Veranstaltung. Alerta, Alerta. Auch ich drehe meine Runden. Als Antifaschistin, natürlich. Als Fotografin, auch natürlich. Ich treffe die Omas gegen Rechts, sehr junge Antifaschistinnen, Kermit den Frosch und so viele andere.
8. Februar 2025
Leipzig, Winter. Korn und Kälte. // Stralsund, Winter. Licht und Leere.
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Leipzig, Winter. Korn und Kälte. // Stralsund, Winter. Licht und Leere.

Die Kälte ist da, scharfkantig, aber die Sonne bricht durch. Stralsund glänzt im Winterlicht, als hätte jemand eine dünne Schicht Glasur über die Gassen gezogen. Ich laufe los, ein paar Stunden in einer Stadt, die ich kenne, aber nicht wirklich. Zwei Jahrzehnte flüchtiger Begegnungen, Momente, die aufeinanderschichten wie die Backsteine der Giebelhäuser. Die wenigen Touristen, die sich im Winter hierher verirren, ziehen Richtung Hafen, als wäre das die einzige Richtung, die eine Stadt wie diese zulässt. Ich gehe nicht mit. Der Hafen kann warten, der Hafen kann ohne mich. Die Straßen sind leer, bis auf ein paar Einheimische, die mit eingezogenen Schultern durch das Licht hasten. Jeder Schritt ein Echo auf dem Kopfsteinpflaster. Die langen Schatten dehnen sich, verzerren sich, als wollten sie die Stadt überziehen.
7. Februar 2025
Lieber ROT als TOT: Ausrufezeichen
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Lieber ROT als TOT: Ausrufezeichen

Kapitalismuskritik? Absolutely! Ein kritischer Blick auf Körperbilder und die politisch-moralischen Verquickungen, die mit ihnen einhergehen? Oh ja! Die Frau im Wechsel ihrer Jahre, dem Tode angeblich näher als dem Leben? Oh nein, es geht nicht dem Ende entgegen, es geht nur woanders entlang.
2. Februar 2025
Erstarrt, gezurrt, gehängt

Erstarrt, gezurrt, gehängt

Ohne die Hässlichkeit keine Sicht auf Schönheit. Ohne den Abgrund kein Wissen um den Aufstieg, ohne den Schmerz kein Vergnügen, ohne fest kein weich, ohne fest kein lose, ohne fest keine Befreiung. Die Hässlichkeit hat schöne Momente, die Schönheit durchaus ziemlich hässliche Aspekte.
29. Januar 2025
Haarlinien
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Haarlinien

Der Kamm schiebt sich voran, löst Knoten wie unsichtbare Sünden. Es ist nicht nur das Haar, das er ordnet – es ist die Scham, die sich in den Tiefen versteckt. Es ist die Erinnerung an Berührung, vergangen, doch nicht verblasst. Er zieht Linien, feine, vergängliche Pfade in die Fülle, wie ein Stummer, der Geheimnisse ordnet, […]
27. Januar 2025
zer-SCHRITTEn
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zer-SCHRITTEn

Manchmal schlafen zart und hart ganz dicht nebeneinander. Manchmal zerreißt ein Raum, um erst recht seine Schönheit zu entfalten. Manchmal greifen die wilden Flammen um sich, um verbrannte Erde zu hinterlassen. Manchmal gerät die Melodie einfach aus dem Takt. Manchmal steht es auf einmal Spitz auf Knopf. Manchmal bleibt dann ein Herz einfach stehn. Manchmal ist das Gestern traurig, das Morgen aber noch viel mehr. Manchmal schwimmt das „Es war einmal …“ im Tränenmeer. Manchmal ist das Jetzt ergeben und langweilig. Manchmal braucht das Pflänzchen eine Vision. Manchmal will das Beil nur Blut sehn. Manchmal kämpft sich die Kraft wieder heraus auf dem zerrissenen Mantel. Manchmal passt sich das Schuhwerk an die geschundenen Füße an. Manchmal springt das Licht durch die Decke. Manchmal erstickt der Schatten im Keim. Manchmal zieht sich die Schlinge fest um den Hals. Manchmal lacht das vibrierende Blatt der Säge. Manchmal hat alles mit allem zu tun. Manchmal hat sie das einfach vergessen.
26. Januar 2025
Antifaschistinnen in Riesa gegen die Kälte der Zeit
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Antifaschistinnen in Riesa gegen die Kälte der Zeit

Ich kenne Riesa von den Zündhölzern. Vor allem. Und von Großmutters Einkaufstouren, noch in den Tiefen der DDR. Und ich kenne den Bahnhof von Riesa von den Durchfahrten nach Dresden oder Richtung Prag. An diesem Tag, am Anfang des 25. Jahres dieses Jahrhunderts und Jahrtausends, lernte ich Riesa aus der Perspektive von Zehntausenden Antifaschistinnen kennen.
11. Januar 2025
9-Euro-Ausblicke-Und-Weiterreisend – Zwischen Platte und Poesie
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9-Euro-Ausblicke-Und-Weiterreisend – Zwischen Platte und Poesie

Drei Jahre (2022, 2023, 2024), 1692 analoge Fotografien, mehrere tausend Zugkilometer. Alles war mehr Zufall als geplant. Seit vielen Jahren fuhr ich schon mit dem Zug, zuerst durch Deutschland, später auch durch Europa und vor allem Osteuropa. Außerdem drängte sich die analoge Fotografie wieder stärker in mein Leben – so wie alles begonnen hatte mit der Fotografie, damals, vor mehr als drei Jahrzehnten.
8. Januar 2025
FLEISCH – Zwischen Schwarte und Schuppe
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FLEISCH – Zwischen Schwarte und Schuppe

Beide: Fleisch Eines warm Eines kalt Eines nah Eines fern Eines schreiend Eines stumm Beide: Tot Beide: Gegessen Beide: Wir
2. Januar 2025
Pagliaccia Ribelle – Hunger nach Welt
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Pagliaccia Ribelle – Hunger nach Welt

S CHATTEN: Bekannte Tiere An der Wand ihrer Geschichte Die Jahre Kerben im Fleisch GESTERN Ein ausgebrannter Zirkuswagen Sie streichelt ihre Konturen ohne Angst Der Körper eine Frage ohne Antwort noch
30. Dezember 2024
Roadtrip Mecklenburg-Vorpommern (2017)
Roadtrip Meckpomm (2016)

Roadtrip Mecklenburg-Vorpommern (2017)

Schwerin, Wismar, Stralsund, Lübz, Insel Rügen (Kap Arkona, Prora), Schwinkendorf, Ludwigslust, Neustadt-Glewe, Dobbertin, Güstrow, Malchin, Rostock, Warnemünde & vieles dazwischen Diese kleine Bilderreise durch Mecklenburg-Vorpommern, der Gegend meiner Geburt, meine Heimat, der Landstrich, in dem der größte Teil meiner Familie immer noch lebt, unternahm ich 2017. Es war ein Jahr des Übergangs – politisch, gesellschaftlich, […]
26. Dezember 2024
Narzista und Goldhaar (2017)
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Narzista und Goldhaar (2017)

Diese kleine Fotoserie ist im Jahr 2017 stecken geblieben, deshalb ziehe ich sie nun einfach hinein in das Ende von 2024. Bei Instagram gab es vor ein paar Tagen unter einem Beitrag mit Selbstdarstellungen von mir eine „schöne Diskussion“, angestoßen von einer mir unbekannten Frau: „Warum so viel Hässlichkeit? Abstoßend.“ Es entwickelte sich eine gute Auseinandersetzung. Leider entschied sich die Frau dafür, alles zu löschen. Ich erinnere mich jedoch, dass auch das Wort „pervers“ auftauchte.
23. Dezember 2024
a:u:f:g:e:k:r:a:t:z:t und ent//rückt: fragmente skurriler brüche (II)
aufgekratzt und entrückt: Fragmente skurriler Brüche-analogefotografie

a:u:f:g:e:k:r:a:t:z:t und ent//rückt: fragmente skurriler brüche (II)

Ein tiefschwarzer Raum ohne Anfang, ohne Ende. Lautlos beginnen sich die Konturen zu verändern. Wände verschieben sich, Türen erscheinen und verschwinden wieder. Der Raum dehnt sich aus, faltet sich, vervielfältigt sich – Dimensionen entstehen, überlagern sich, zerfallen wieder. Die Schwärze wird durchzogen von Grautönen, flüchtigen Schatten, die für einen Moment Bestand haben, nur um dann zu verglühen. Flash. Wieder Dunkelheit. Schwarz. Weiß. Hell. Dunkel. Ein flackernder Rhythmus. Begrenzungen lösen sich auf, die Wände fließen ineinander, als würde die Wirklichkeit selbst Wellen schlagen. Dimension um Dimension wird geboren, jede will sich behaupten, will bleiben – doch keine kann die nächste aufhalten. Du bist mittendrin, Teil dieses ständigen Wandels, dieser unaufhörlichen Entwicklung. Und aus diesem Spiel von Licht und Schatten, von Sein und Nichtsein, entfaltet sich eine Welt, die zugleich vertraut und unbegreiflich scheint.
11. Dezember 2024
a:u:f:g:e:k:r:a:t:z:t und ent//rückt: fragmente skurriler brüche (I)
aufgekratzt und entrückt: Fragmente skurriler Brüche-analogefotografie

a:u:f:g:e:k:r:a:t:z:t und ent//rückt: fragmente skurriler brüche (I)

Die Welt knirscht an ihren Grenzen. Sie nimmt die Erinnerungen von den Wänden, aus den Kartons, von der Leine. Sie spürt die weichen Hände um ihren Hals gelegt und hört danach in Dauerschleife diesen Satz: „Ist skurril gut oder schlecht?“ Woher sollte sie das denn wissen? Sie hatte das Wort noch nie in ihrem Mündlein gehabt. Welchen Geschmack könnte es haben? Süß oder sauer? Bitter oder salzig? Sie wusste nur: Auf sachlich folgt nun surreal. Eigentlich falsch herum. Damals war die Reihenfolge noch eine andere. Egal.
10. Dezember 2024
SCHERBENMEHR
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SCHERBENMEHR

Da liegen 2.285 Scherben vor ihr, ein Meer aus Glas in ihrem Schoß. So viele Formen, so unterschiedlich große Stücke – manche glatt gebrochen, andere mit scharfem Schliff. Sie hatte jedes Bruchstück mindestens einmal in der Hand, hat an jedem gerochen und geleckt, um es sich schließlich einzuverleiben. Nun ist sie ein Scherbenkörper. Nun ist sie gefüllt mit 2.285 Tagen voller Tat und Drang, voller Wollen, voller Angst, Rausch, Tiefe, Pfeil und Bogen, Kampf, Ruhelosigkeit, voller Vertrauen, Liebe, Wachstum, Sturm, warmem Sommerregen, Spiel und Spaß, Melodien und Rhythmus, voller Arbeit und Reisen, voller Vogelvieh und Wälin-Sein, voller Unruhe, Vermutung, Geheimnis, voller Auflösung und Einsturz, voller Leib und Leiblichkeit, voller Körperlosigkeit, voller Lachen und Tränen, vollem Voll und erdrückendem Schweigen. Sie ist gefüllt wie der Wolf mit den Wackersteinen von den sieben Geißlein. Beschwert. Schwerer als jemals zuvor. Eine Schwere, die nicht von dieser Welt scheint. Ein ganzes Meer in einem Körper. Es wütet, und es ruht. Abwechselnd. Immer in Bewegung. Manche Wellen schlagen so hoch auf, dass sie wieder aus ihrem Mündlein quellen wollen. Mit aller Kraft verschließt sie ihre Lippen, denn sie verwandelt sich gerade in ein Scherben-Monument.
26. November 2024
NOVEMBER 1933:1942:2021:2024
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NOVEMBER 1933:1942:2021:2024

Diese Geschichte spielt im Monat November. Kalt ist es. Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Doch in welchem Jahr befinden wir uns? Ist es ein Novembertag, irgendwann im letzten Jahrhundert? Oder handelt es sich um mehrere Tage des elften Monats? Vielleicht gar um diesen November, wenn du, geneigter Leser, geneigte Leserin, dies hier gerade rezipierst? Ich, die Erzählerin, kann nur so viel sagen: Alles hat mit allem zu tun. Alles ist miteinander verwoben. Jede Rolle ist mindestens doppelt besetzt. Es gibt Symbole, Rätsel, Zufälligkeiten. Es gibt eine sehr persönliche Ebene, die ich einst auf einer Reise aufschnappte, es gibt historische Begebenheiten, die so in unserer Welt stattgefunden haben, und es gibt Geschichten von Räumen, Körpern, Beziehungsgeflechten. Und schließlich gibt es, vielleicht als wichtigste Ebene, die Geschichte, die du siehst, fühlst, kreierst und zusammenreimst. Alles ist möglich. Es gibt kein "falsch". Gehe rückwärts, schaue zurück, wenn es dir beliebt. Gehe vorwärts, wenn du magst, und blicke auch dorthin. Dafür zolle ich dir schon jetzt Respekt. Sei ängstlich, wenn es nicht anders geht, oder stelle dich der Angst, auch wenn sie dich durchschütteln will. Halte dem anderen Blick stand, wenn du kannst. Höre genau hin – die Zwischentöne spielen ihre eigene, wichtige Melodie.
23. November 2024
Baltikum Okt*2024 – Litauen: Vilnius (I)
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Baltikum Okt*2024 – Litauen: Vilnius (I)

Der Start war diesmal wirklich holprig, und damit meine ich nicht den Flug. Der war ziemlich angenehm. Keine Probleme. Die gingen danach los. Oder besser: ein Problem. Geschichte von vorn: In der Nacht kam ich in Vilnius an. Der Flughafen ist ziemlich klein, deshalb stand ich schnell am Gepäckband. Am BER in Berlin hatte die innere Kritikerin in mir sich schon darüber aufgeregt, dass ich meinen Koffer selbst wiegen und labeln musste (beschlich mich da schon eine Vorahnung?), und nun passierte gar nichts an diesem Band. Nichts. Es standen auch erstaunlich wenig Leute herum. Nach fast einer Stunde nervösen Wartens passierte es dann doch noch. Das Band setzte sich in Bewegung, und so zwanzig Koffer, Köfferchen und andere Stücke fuhren ihre Runde. Mein Koffer nicht. Vorerst machte ich mir noch keine Sorgen.
17. November 2024
Baltikum Okt*2024 – Litauen: Vilnius (II)
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Baltikum Okt*2024 – Litauen: Vilnius (II)

Užupis ist ein Stadtteil von Vilnius. Er war einst ein Jüdisches Viertel. In der Sowjetunion war Užupis das Refugium des Rotlichts, von Obdachlosen, völlig verwahrlost. Nach den Wirren der 1990er Jahre zogen Studenten und Künstler (und alle *innen) in die billigen Häuser, machten diesen Platz urban, bunt und eigenwillig. Es entstand sogar eine eigene Spaßrepublik mit Verfassung. Meine drei liebsten Paragrafen von sehr vielen: 1. Jeder Mensch hat das Recht auf heißes Wasser, Heizung im Winter und ein gedecktes Dach. 2. Jeder Mensch hat das Recht, einzigartig zu sein. 3. Jeder Mensch kann teilen, was er besitzt. Niemand kann teilen, was er nicht besitzt.
17. November 2024
Baltikum Okt*2024 – Litauen: Kaunas
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Baltikum Okt*2024 – Litauen: Kaunas

Die Fahrt in die zweitgrößte litauische Stadt dauerte knapp zwei Stunden und kostete acht Euro. In Kaunas angekommen, inspizierte ich als Erstes den Bahnhof. Ich liebe Bahnhöfe. Deshalb spazierte ich auch hier von einem Ende des Bahnhofs zum anderen, um zu gucken, ob keiner guckt. Danach schlenderte ich zum Busbahnhof, ein paar hundert Meter weiter, ich war ja nicht schwer bepackt. In der Nähe sprang mir ein kleiner Markt ins Auge, auf dem ältere Mademoiselles Produkte feilboten. Zwei Russinnen verkauften mir zwei Schlüpfer, eine andere Russin ein litauisches Kleid, in dem ich wie eine Matroschka aussehe.
17. November 2024
Baltikum Okt*2024 – Lettland: Riga (I)
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Baltikum Okt*2024 – Lettland: Riga (I)

Dann war ich schon wieder weg. Ein neuer Ort, ein neues Land sogar. Lettland. Mit dem Bus fuhr ich von Kaunas nach Riga, fünf Stunden Fahrt, gemächlich, mit 90 Kilometern die Stunde. Als wir in Kaunas losfuhren, strahlte die Sonne, als wir in Riga ankamen, regnete es. Riga. Ich glaube, deswegen hatte ich mich auf diese Reise gemacht. Zum einen sind alle drei baltischen Staaten post-Sowjetstaaten, per se also für mich interessant. Aber vielleicht war ein Ticken ausschlaggebender, dass ich RIGA schon auf so vielen Grabsteinen las, als Ort des Todes. Für mich war Riga schon immer einer dieser Orte wie Buchenwald, Auschwitz, Dachau, Theresienstadt und und und. Als der Bus am Abend in Riga einrollte und der Regen an den Fensterscheiben herunterrann, dachte ich nur so: wie passend. Nachdem ich ausgestiegen war und die erste Luft der Stadt eingeatmet hatte, fühlte ich etwas anderes. Ich freute mich sehr auf diesen Ort, keine fünf Minuten anwesend und schon wusste ich, das ist ein Platz, den ich mochte. Mit meinem wiedergewonnenen Koffer rollte ich in Richtung Tram. An einem kleinen Kiosk kaufte ich ein Ticket für drei Tage (acht Euro). Riga, vor mir waren deine Trams und Busse ab diesem Zeitpunkt nicht mehr sicher! Doch für den Augenblick war genug, nur noch Herberge suchen, duschen und dann ab in die Koje. Das mit dem Duschen wurde zum Problem, denn diese Hightech-Dusche von Riga hatte einen so hohen Einstieg, dass ich mir das genau einmal gab, danach nie wieder. Bin doch keine Hochleistungssportlerin. Duschen soll doch ein sinnliches Erlebnis sein.
17. November 2024
Baltikum Okt*2024 – Lettland: Riga (II)
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Baltikum Okt*2024 – Lettland: Riga (II)

Am nächsten Morgen war es sehr trüb. Zwar hatte ich gut geschlafen, aber all die Erlebnisse des Vortages waren wahrscheinlich doch weniger gut verdaulich, als ich gedacht hatte. Dabei war heute mein Geburtstag. Auf meinem Handy blinkten schon Glückwünsche auf. Doch der Tag blieb trüb, die Wolken hingen vor der Sonne, und meine Laune wollte nicht besser werden. All das waren dennoch keine Gründe, Trübsal zu blasen – hinaus ging es.
17. November 2024
Baltikum Okt*2024 – Estland: Tartu
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Baltikum Okt*2024 – Estland: Tartu

Mein einziger ganzer Tag in Tartu, der ältesten Stadt des Baltikums, begann neblig. Es war ein Sonntag, ein sonniger Herbstmoment; größtenteils ohne Menschen (wie meine Fotos zeigen), denn die tummelten sich lieber in den Shoppingmalls und Supermärkten. Ich spazierte zum Bahnhof, einem wunderhübschen Provinzbahnhof aus Holz. An diesem Morgen versank er ästhetisch in dichtem Nebel, bis sich die Sonne schließlich durchkämpfen konnte.
17. November 2024
Baltikum Okt*2024 – Estland: Tallinn
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Baltikum Okt*2024 – Estland: Tallinn

Am Morgen rollte ich mit meinem Koffer zum hübschen Tartu-Provinzbahnhof. Die Strecke kannte ich ja bereits. Mein Zug stand an Gleis 1 bereit zur Abfahrt. Knapp drei Stunden später fuhr er am Kopfbahnhof der estnischen Hauptstadt Tallinn (440.000 Einwohner) ein. Die Fahrt war kurzweilig. Zuerst machte ich Reisenotizen, später starrte ich aus dem Fenster. Ein paar Mal hielt der Zug, Menschen stiegen ein und aus. Die Ortschaften und Bahnhöfe waren meist klein. Auch der Bahnhof von Tallinn ist überschaubar. Die meisten Menschen kommen wohl eher mit dem Schiff oder der Fähre in die Stadt.
17. November 2024
ZwischenRaum
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ZwischenRaum

Zwischen-Räume. Zwischen-Zeiten. Zwischen-Menschen. Ein Tänzeln zwischen dem, was war, und dem, was niemals sein wird. Abgewandtes, Gesenktes, Instabiles. Der Raum ist grell erleuchtet – das Licht stark und unerbittlich, es schneidet, blendet, frisst die Schatten.
7. November 2024
Ein kleiner Stolz
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Ein kleiner Stolz

Sie telefonierte mit einer ihrer älteren Verwandten. Es war einer dieser Anrufe, die eher Pflicht als Vergnügen sind. Wenigstens war diese Tante eine warmherzige Person, die sich geduldig ihre gefühlsduseligen Geschichten anhörte und mit voller Konzentration dabei war. Sie erzählte von diesem und jenem, von dies und das und das und dem. Aufhören konnte sie kaum, war sie doch gerade auf einem Hochgeschwindigkeitsemotionszug unterwegs. Zwischendurch schluchzte sie ein wenig und gab zu, noch bevor die Tante danach fragen konnte, dass sie ihn angerufen hatte. Natürlich. Ihretwegen.
29. Oktober 2024
Rote Beete und Medaillenspiegel
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Rote Beete und Medaillenspiegel

Diese Geschichte besteht aus drei Strängen: drei Strängen, die auch die Großmutter unterteilte, wenn sie der erstgeborenen Enkelin einen Bauernzopf aus den dünnen Haaren flocht und ihn um den kleinen Kinderkopf legte. Das Mädchen liebte diese intimen Momente mit ihrer Omama. Strang Nummer eins nimmt im August 1980 seinen Anfang. Zu diesem Zeitpunkt lernte die Enkelin Mischka kennen, das Maskottchen der Olympischen Sommerspiele in Moskau. Sie war noch ganz, ganz jung, und eigentlich ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass sie sich so genau an dieses große Sportereignis und den niedlichen Bären erinnern konnte, wie sie es behauptet. Wollen wir ihr aber mal glauben. Seit diesem August 1980 begleitet Mischka sie in ihrem Leben, ebenso wie die Matroschka, der Wolf und der Hase sowie andere sowjetische Artefakte. Auf ihren Reisen durch Osteuropa trifft sie diese regelmäßig wieder – in allen möglichen Daseinsformen: auf Plastiktüten und Buttons, als Lampen und auf Wasserbällen. Es gibt nichts, was es nicht gibt – fast immer „billiger“ Plastikkram zu horrenden Preisen. Der Rubel muss eben immer weiter rollen.
27. Oktober 2024
Baltikumien Inside
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Baltikumien Inside

Er hatte den Koffer kopfüber die knarrenden Treppen hinaufgehievt. Den Koffer, der während ihrer Reise ominöse sieben Kilogramm zugenommen hatte, obwohl er doch vier Tage wie vom Erdboden verschluckt war. Gemeinsam betraten sie die ausgekühlte Wohnung. Als sie gegangen war, verabschiedete sich gerade der Spätsommer, nun war der Herbst bereits eingezogen.
18. Oktober 2024
Armenien Feb*2024: Jerewan – Eriwan, Erewan, Yerevan, Erevan, Երևան (Teil I)
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Armenien Feb*2024: Jerewan – Eriwan, Erewan, Yerevan, Erevan, Երևան (Teil I)

Warum ausgerechnet Armenien? Eine Reise in eine ehemalige sowjetische Teilrepublik, an der Schwelle zu Asien? Es gibt dafür keine eindeutige Antwort. Ausschlag gab wahrscheinlich der erneute Konflikt, Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan, einer anderen ehemaligen Sowjetrepublik. Der Konflikt um Bergkarabach (russisch Nagorny Karabach). Schon als Kind klingelte dieser Name in meinen Ohren, wenn ich mit meiner Großmutter Nachrichten schaute, schon als Kind fragte ich mich, wo dieser ominöse Berg sich wohl in die Luft erstrecken würde. Damals wusste ich noch nicht, dass es sich gar nicht um einen Berg handelt, sondern um eine Region. Im September des letzten Jahres klang das Wörtchen "Bergkarabach" wieder in unserer aller Ohren. Als zirka 140.000 Armenier, die dort (manchmal seit Generationen) lebten, ihr Zuhause verlassen mussten, wohl endgültig.
3. Oktober 2024
Armenien Feb*2024: Jerewan – Eriwan, Erewan, Yerevan, Erevan, Երևան (Teil I / A)
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Armenien Feb*2024: Jerewan – Eriwan, Erewan, Yerevan, Erevan, Երևան (Teil I / A)

In Armenien kriecht aus mir eine Vorliebe wieder heraus, die ich schon fast vergessen hatte. Mein Faible für alte, bunte Fahrzeuge und Gefährte in sowjetischer Optik. Zum letzten Mal hatte ich so viel Freude an in die Jahre gekommene Automobile auf Kuba, das war 2016. GAZ-53, Wolga, Lada, Zaporozhet, Schiguli und wie sie alle heißen.
3. Oktober 2024
Armenien Feb*2024: Jerewan – Eriwan, Erewan, Yerevan, Erevan, Երևան (Teil I / B)
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Armenien Feb*2024: Jerewan – Eriwan, Erewan, Yerevan, Erevan, Երևան (Teil I / B)

Immer wenn ich Armine erzähle, dass ich mich aufmache in das Zentrum von Jerewan, erwidert sie lächelnd: "Ah, viel Spaß in Downtown." Dann lächele auch ich. Diese kurze Phrase wird zwischen uns zu einem Ritual während ich in Jerewan bin. Downtown oder das Zentrum von Jerewan ist wundervoll. Habe ich eigentlich schon mal erwähnt, wie viele Einwohnerinnen die Stadt hat? So round about eine Million. Die Stadt ist aufgeteilt in zwölf Distrikte, einer davon ist Kentron (Կենտրոն), in dem sich das Zentrum befindet.
3. Oktober 2024
Armenien Feb*2024: Jerewan – Eriwan, Erewan, Yerevan, Erevan, Երևան (Teil II)
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Armenien Feb*2024: Jerewan – Eriwan, Erewan, Yerevan, Erevan, Երևան (Teil II)

Reisen ... ist …  Arbeit. Anstrengung. Glück/Zufall (ob des richtigen Passes). Energetisch. Ein Kraftakt. Konzentration. Anpassung. Überraschung. Neugierde. Das Budget im Auge behalten. Immer müde sein. Meist schlecht schlafen (ob der Mitwohnenden). Zu viel Koffein. Auf der Straße essen. Auf die eignen Dinge achten (Geldbörse, Schlüssel, Handy, Kameras, Pass, Elektronik …) In Kommunikation gehen. Sich allein aushalten. Denken. Wenige Pausen machen. Ständige Recherche. Klarheit. Den Wetterbericht auswendig kennen. Fortbewegungsmittel buchen. Fortbewegungsmittel verstehen. Den Flow des Ortes begreifen. Nachfragen. Neues essen, Neuem begegnen. An Grenzen stoßen. Ängste überwinden. Energielos oder voller Adrenalin sein. Eine erste Taxifahrt vom Flughafen. Günstige Übernachtungen finden. Lernen. Politische Verhältnisse und Geschichte verstehen. Eine fremde Kultur kennenlernen. Die Privatsphäre aufgeben. Bis an Grenzen gehen. Zu wenige Klamotten dabeihaben. Neue Wege (Umwege) gehen. Das Licht sehen. Und die Schatten.  ... und noch so viel mehr … Für mich und meine Fotografie!
3. Oktober 2024
Armenien Feb*2024: Jerewan – Eriwan, Erewan, Yerevan, Erevan, Երևան (Teil III)
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Armenien Feb*2024: Jerewan – Eriwan, Erewan, Yerevan, Erevan, Երևան (Teil III)

Er ist 52 Jahre alt. Arm, zahnlos, mit zwei arbeitslosen Kindern. Er fährt einen Toyota, ein Rechtslenker. Er raucht eine Zigarette nach der anderen. Vor ein paar Tagen hat er mich aufgegabelt, als ich mit dem Zug nach Gjumri fuhr. Ich speicherte seine Telefonnummer in meinem Handy. Heute nehme ich seine Dienste in Anspruch. All die Ziele, die ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer erreichen kann, will ich mit dem Taxi besuchen. Ich plane einen halben Tag ein. Der Zahnlose will 20 Euro. Natürlich kommt er eine halbe Stunde zu spät – ich hatte so eine Vorahnung. Ein wenig nachverhandeln will er auch noch. Ich bitte ihn erst einmal loszufahren. Er löchert mich mit Fragen. Am meisten interessiert ihn mein Zungenpiercing. So etwas habe er noch nie gesehen. Natürlich will er auch wissen, mit wem ich verheiratet bin und wie viele Kinder ich habe. Wieder einmal Zeit, sich eine nette Geschichte auszudenken … Erster Stopp: Komitas Pantheon …
3. Oktober 2024
Armenien Feb*2024: Rundreise – Sewansee, Sewankloster, Dilidschan, Goschawank, Kloster Haghartsin
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Armenien Feb*2024: Rundreise – Sewansee, Sewankloster, Dilidschan, Goschawank, Kloster Haghartsin

Frierend sitze ich in einem Kleinbus aus deutschen Landen. Er steht an einer Ausfallstraße Jerewans, vor einem Reisebüro. Für armenische Verhältnisse ist es richtig früh, deutlich vor 9 Uhr an einem Donnerstag Ende Februar. Mit dem Taxi habe ich mich von meinem Unterschlupf in Armeniens Hauptstadt herbringen lassen, weil ich so gar nicht einschätzen konnte, wie lange ich mit Metro und den Beinen brauchen würde, um an den Ausgangspunkt meiner eintägigen Rundreise durch ein paar Provinzen Armeniens zu kommen. Ich bin hier allein, schaue nach rechts auf den leeren Bürgersteig, nach links auf die Straße, auf den ununterbrochenen Automobilrausch. In der letzten halben Stunde hatte ich versucht, einen Kaffee aufzutreiben. Nicht möglich. Die Rollläden waren noch überall heruntergelassen. Dumm herumstehen wollte ich nicht, also hinein in den kleinen Bus. Ich setze mich auf einen einzelnen Fensterplatz ganz vorne. Später wird sich das als sehr klug herausstellen, denn genau vor mir wird unsere Reiseführerin sitzen. Aber noch bin ich allein. Nach unendlich langer Warterei (so zwanzig Minuten) besteigt das erste Mit-Reise-Pär-chen das Büs-chen. Die beiden sind Russen aus St. Petersburg im mittleren Alter (genau genommen, bin ich das ja auch, aber sie erscheinen mir älter). Dreißig Minuten später haben alle Platz auf ihren Sitzen genommen. Die Reisegruppe meines, unseres Tages setzt sich wie folgt zusammen: 14 Russen, ein Filipino, lebend in Dubai, zwei Franzosen, eine Schwedin und eine Deutsche. Unsere Reiseanführerin heißt Marina, ist Ende 50 und gebürtige Bürgerin Jerewans. Sie erzählt uns alles doppelt, erst in russischer Sprache, dann auf Englisch. Ich freue mich immer, wenn ich ihrer russischen Erzählung lausche und wenigstens einiges verstehen kann.
3. Oktober 2024
Armenien Feb*2024: Gjumri, Gyumri, ehemals Alexandropol & Leninakan (Գյումրի)
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Armenien Feb*2024: Gjumri, Gyumri, ehemals Alexandropol & Leninakan (Գյումրի)

Es ist Sonntag. Der Mond steht noch hoch am Himmel. Dennoch muss ich schon heraus aus meinem gemütlichen Bettchen. Heute fahre ich mit dem Zug nach Gyumri. Ich erinnere mich noch ganz genau, als meine Vermieterin Armine zu mir sagte, nachdem ich schon ein paar Tage in Jerewan war, dass Armenien nicht nur Jerewan sei. Dabei hatte ich bei weitem noch nicht einmal die Hauptstadt ganz erkundet. Und doch nahm ich mir vor, über den Rand der Hauptstadt hinauszuschauen. Heute also eine Zugreise nach Gyumri, an einem Wintersonntag, der sonnig werden würde. Das mit der Eisenbahn in Armenien ist so eine Sache. Es gibt nicht viele Verbindungen. Der Direkt-Zug von Jerewan nach Gyumri verkehrt nur zwischen Freitag und Sonntag, einmal hin, einmal zurück. Das Hin-und-Zurück-Ticket kostet 11 Euro. Der Zug nennt sich Express. Er wird später mit mir durch das Land tuckern und zwei Stunden und 10 Minuten für 154 Kilometer brauchen. Gar nicht so langsam. Angefühlt hat sich die Fahrt jedoch wie eine unendliche Reise, vor allem die Rückfahrt.
3. Oktober 2024
Böse Lust
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Böse Lust

einwickeln. verwickeln. entwickeln. einatmen. ausatmen. atemlos. unterbrechung. langsam. langsamer. zeitlupe. stillstand. form. fantasie. fülle. schamlos. grenzenlos. luftlos. haut. kontakt. resonanz. zart. hart. schmerz. raumlos. zeitlos. grenzenlos. scham. wut. tränen. hunger. rausch. wahnsinn. sinnlich. sinnig. sinnbild. schwarz. weiß. nichts dazwischen. alles auf eine karte gesetzt. lust. last. list. lust auf einsam. lust auf zweisam. lust auf mehrsam. lust. oh böse lust. verführen. anführen. verforen.
1. Oktober 2024
Zwischen Himmel und Haut
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Zwischen Himmel und Haut

Zusammen durchflogen zwei Vögelchen die Welt, vorgesehen war einmal mehr ausFLUG, aber die Welt spielte auf einmal andere Musik auf, einige Flügel brachen, Sturzflug. Kein Zusammenflug mehr möglich. Einem Vögelchen schmerzen die gebrochenen Flügelchen sehr, es macht das allein-weiter-fliegen so schwer: Leipzig, Schkeuditz, Lübz, Berlin, München, Naumburg, Nürnberg, Chemnitz, Hannover, Waren, Palermo, Genua, Camogli, Oostende, Brügge, Antwerpen, Brüssel, Budapest, Brno, Amsterdam, Lille, Gent, Weimar, Erfurt, Düsseldorf, Wien, Leuven, Breslau.
23. September 2024
Herkula & Maximus (Геркула и Максимус)
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Herkula & Maximus (Геркула и Максимус)

Zwei Menschen werden geboren. Zu unterschiedlichen Zeiten, in unterschiedlichen Ländern. Den beiden sind (mindestens) drei Dinge gemein: Ihre Mütterchen hatten bereits Töchter auf die Welt gebracht, sie sprechen dieselbe Sprache und – sie verlieren etwas: nämlich ihr Land. (Vorerst) Ihre Identität. (Vielleicht). Ihre Heimat. (Wer weiß?) Auf unterschiedliche Weise. Einmal sogar zweimal. Zwei Jahrzehnte liegen zwischen ihren Geburten. Zwei Jahrzehnte voller Irr und Wirr. Zwei Jahrzehnte, die dazu führen, dass aus Siegern moralische Verlierer werden. Zwei Jahrzehnte, in denen ein ganzes Volk von einer Seite auf die andere Seite wechselt. Vom Opfer zum Täter. Zwei Jahrzehnte, die vielleicht alles, aber vielleicht auch nichts ändern.
19. September 2024
Geisterbahn
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Geisterbahn

Geister zu bannen war gestern, heute ist: lasst die Geister sich ihre Wege bahnen. Eine Welt funktioniert nicht ohne sie, eine Welt braucht sie; nur mit ihnen ist eine Welt vollständig. Eine Entscheidung darf jedoch individuell getroffen werden: Will ich ein Geist sein? Will ich Angst verbreiten? Will ich unsichtbar daherkommen? Will ich vergangen oder […]
15. September 2024
Schweres Leicht verblasst 
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Schweres Leicht verblasst 

Leichtes Schwer loszulassen. Schweres schwer zu tragen, Schweres schwer loszulassen, Leichtes leicht zu nehmen. Ich sagte zu ihr, dass ich noch nicht bereit wäre, mich vom Sommer zu verabschieden. Unser Thema: Der Abschied. Der Übergang. Zum Herbst hin. Zwischen ihr, mir und der Kamera, mit dem ICH, dass noch lost im Sommer war. Nachdem ich […]
13. September 2024
Bella und der Wal und andere See-Liebeleien
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Bella und der Wal und andere See-Liebeleien

Dieser Sommer musste erst Fahrt aufnehmen. Als er jedoch seine Wohlfühl-Geschwindigkeit erreicht hatte, drehte er kräftig am Wärmerad. Badehose einpacken und ab zum See. Keine Option in Leipzig. In meinem Leben. Eigentlich. Fast ausschließlich fanden meine See-Abenteuer bisher in Mecklenburg statt. Schon in meiner Kindheit mussten die Sommer am Wasser gelebt werden, nur geschlafen wurde zu Hause im heimischen Bettchen. Von Mai bis Oktober. Oder so. Und auch später, mit den neu dazu gekommenen Kindern der Familie im Schlepptau, füllte das mecklenburgische Wasser meine Wälinen-Seele. Dieser Sommer aber wollte alles anders. Regelmäßige See-Eskapaden in Sachsen-Town. Immer in den Leipziger Westen gefahren. Immer andere Wege genommen. Immer andere Mitseeabenteurerinnen getroffen und manchen von ihnen irgendwann auch wissend wieder begegnet. Anfangs nur fotografisch, dann auch für das Herz, für den Körper, für die freien Gedanken. Ich fühlte eine neue Welt voll mit glasklarem Wasser, Kieselsteinschmerz unter den Fußsohlen, fremden Sprachfetzen. So viel Neu erlebt nach einer Fahrt mit der Tram; kein Zug, kein Flug, kein anderer Landstrich, keine andere Nation, kein anderer Kontinent. Und abends wieder im eigenen Bettchen, wie früher.
13. September 2024
staatenlos
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staatenlos

Diese analoge Foto-Serie ist schon ein paar Monde alt. Ihre Thematik hat allerdings nicht an Aktualität verloren. Zumindest in Deutschland steigt die Zahl von Staatenlosen. Jeder und jede weiß, wie es sich anfühlt, etwas "zu verlieren". Den Schlüssel, die Eltern, Geld, Liebe, Wohnung, die Unschuld ... Aber wer von uns ahnt auch nur, wie es ist, keinen gültigen Pass sein Eigen zu nennen. Alles, ja wirklich alles, ist in dieser Welt an diesen Pass geknüpft.
11. September 2024
Dimensionen
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Dimensionen

Das Triumvirat des Gezeigten beinhaltet drei Dimensionen, die ich benennen kann (mögen sich noch mehr einstellen bei der Betrachterin, dann liegt dies nicht mehr in meiner Hand!). Die erste und wichtigste: die Dimension von Freundschaft und Verbundenheit, die zweite: „Jugend ohne Gott“ mit Diskussionen um Determinismus und den freien Willen. Die dritte Dimension: die des […]
8. September 2024
Geisterbann
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Geisterbann

Die August-Nachmittagssonne warf lange Schatten durch die Fenster des von konzentrierter Aufmerksamkeit erfüllten quadratischen Raumes, in dem sich diese zwei Frauenzimmer gegenüber saßen. Die Besucherin, eine zierliche Gestalt in osteuropäischer Anmut, hielt ihre Kaffeetasse fest umklammert, als wäre sie Halt in einer aufmüpfigen See. „Es ist seltsam, wie sich das Leben gerade anfühlt“, begann sie, […]
31. August 2024
JUNI in Weimar

JUNI in Weimar

Bei Thomas Mann reiste Frau Lotte nach Weimar, um den alten Geheimrat Goethe wiederzutreffen. In dieser Serie in sechs Kapiteln besucht Fräulein JUNI das thüringische Sommerstädtchen. Ein Städtchen mit deutlicher Charme-Offensive im kulinarischen Bereich, an jeder Ecke Pizza oder Eiskreme anbietend. Italienisch für Anfänger bei mitteldeutschen August-Temperaturen? Weimar. Dieser konservierte Platz, wie Lenin in seinem […]
22. August 2024
Blütenschweres Monument
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Blütenschweres Monument

Idee, Raum, Konzept: Antje Kröger … Kamera: Markus Rüter Die bunten Bälle hängen in schönster Schönheit herab, dick und fett, in verführerischem Pink bis ins helle Blau. Stolz steht der voll beladene Strauch auf dem kleinen Dorffriedhof. Neben dem Lazarettmuseum, das der Besucherin am Sonntag zwischen 16 und 19 Uhr Einlass gewähren würde. Da irgendein anderer […]
13. August 2024
Stachel-Kleid-Leib
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Stachel-Kleid-Leib

In der flirrenden Weite der Einöde ist sie nur ein Flüstern im Wind, ihre Haut eine Landkarte aus Kratzern und Malen. Die Sonne zeichnet Schatten über, unter und in ihren Augen, die sich im Tanz der Disteln verlieren – jenen Wesen aus Violett und Watte, deren Blüten wie Geheimnisse schimmern. Die Dornenkrone ihrer Gedanken drückt […]
13. August 2024
Lost in Sehnsucht
Lost in Sehnsucht

Lost in Sehnsucht

Sie sitzt in der prallen Mittagssonne des auslaufenden Julis – auf dem Balkon des Kulturpalastes. 2024. Die Sonnenbrille fest auf der Nase. Hinter ihr das in Pastellfarben gehaltene, für politische Agitation zuständig gewesene und nun nur noch hübsch aussehende, sozialistische Wandbild mit Friedenstaube, Kosmonauten im All, DDR-Vorzeigefamilie und Wissenschaftlerinnen. Unter ihr plätschern die Wasserspiele der […]
1. August 2024
Scharenwirrwarr
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Scharenwirrwarr

analog-digitaler-Remix Überall. Augen – Licht. Meinung, Bewertung, Realität, Wirrwarr, Recht, Lust, Hass, Häme, Kapital, Emotion, Sex, Wunden, Kampf, Hunger, Lügen, Wahrheit, Krieg, Sinn, Leib, Virtualität, Seele, Gestank, Worte, Töne, Bilder, Tempo, Globalisierung, Fortschritt, Technik, Kraft, Verlust, Abgrenzung, Ruhelosigkeit, Körper, Schmuck, Tod, Angst, Sehnsucht, Sterben, Identität, Spiel, Farben, Muster, Formen, Krankheit, Therapie, Verfehlungen, Grenzen, Sicherheit, Dystopie, […]
28. Juli 2024
Brojleri

Brojleri

Ich blute. Kopfüber aufgehängt an einem starken Faden aus imperialistischer Baumwolle um mein schmales Füßlein tropft mein roter Lebenssaft aus mir heraus. Tropf, tropf. Mein Elixier riecht warm. Es verdickt sich von Moment zu Moment. Troopf, troopf. Mein Köpfchen liegt in einem roten Eimerchen ein paar Holz-Türchen weiter. Vor einer halben Stunde noch standen wir ziemlich lebendig zu viert auf unserem Quadratmeter im losen Verschlag herum, "erfreuten" uns unserer Leben. In meinem Todesmoment aber fühlte ich mich so allein, obwohl ich wusste, dass den anderen dreien gleich die gleiche Prozedur ereilen würde.
15. Juli 2024
Not-Luft
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Not-Luft

In einem Raum ohne Ecken und Wände, einem endlosen Labyrinth aus Grau, kämmt eine Gestalt das Haar vor einem Spiegel, der kaum etwas zurückwirft. Die Bewegungen sind mechanisch, als ob der Körper ein Eigenleben führt, losgelöst von dem, was einst Geist genannt wurde. Luftnot füllt die Lungen mit einer unsichtbaren Last, Gedanken sind gefangen im Gefängnis, welches keine Gitterstäbe braucht. Erinnerungen, trügerisch und unbestimmt; war die Gestalt einst Mensch oder Tier? Wer ist sie jetzt? In Träumen erscheint sie als Insekt, das über den Boden kriecht, ringend nach einer Freiheit, die nicht existiert.
26. Juni 2024
exi(s)t- & essENZ
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exi(s)t- & essENZ

Ich bin ein Mädchen des Nordens. Ich bin ein Mädchen der Stadt. Ich liebe die Stadt. Niemals kann diese zu groß für mich sein. In sie wurde ich hineingeschleudert, aus ihr werde ich wieder hinauskatapultiert werden – irgendwann. Niemals kam und kommt für mich das Dorfleben, ein Landleben infrage. Als kleines Mädchen war "meine" Stadt mittelgroß, als etwas größeres Mädchen war sie klein, wenig-tönig, zu eng für mein weites Denken. Als großes Mädchen zog ich in die große Stadt, die immer weiter wuchs und das Wachsen bis heute nicht verlernt hat. Hinweg. Hinaus aus dem Norden.
29. Mai 2024
Tiefenzeit

Tiefenzeit

Außen Materialschlacht, innen Rückzug, Einkehr in die Kathedrale der Gedanken, Gefühle, Gespenster. Die Schlacht implodiert und findet ihren Höhepunkt in der Stille. Sie hört die gesprochene Botschaft: Ich bin so traurig, ich bin so traurig. Die Stimme ist leise und sanft. Der Wortrhythmus gleichmäßig. Sie weiß, was die Stimme ihr sagen will. Sie weiß. Sie weiß. Aber sie ist jetzt auf einem anderen Meer unterwegs. Sie spürt die Kraft der anderen Wellen und den Druck der anderen Tiefe. Er ist wieder frei. Aber in der Freiheit lauert wieder die alte Plage. Er ist zurück in der Heimat, die schon vorher keine Heimat mehr war. Die Zwischenstation nun geschlossen, zurückkehren als Ausweg, eine Einbahnstraße der Selbstbestimmung. Sie akzeptiert. Aber die Angst ergreift den Körper. Wie ein wabbeliges Plastikgeschwür breitet sie sich zwischen Bauchnabel und Haarwurzel aus. Angst macht Angst. Akzeptanz und Angst. Eine wilde Mischung. Auch in einem Leben, das eingeschnürt ist, bleibt Raum für den Genuss. Er genießt. In seinen Träumen. Das Leben ist Schicht auf Schicht auf Schicht. Unendlich. Es hört nicht auf zu wachsen. Es wächst in all seinen Dimensionen. Wohin verstecken wir unsere Ängste?
12. Mai 2024
Stuttgart & Ludwigsburg (April 2024)
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Stuttgart & Ludwigsburg (April 2024)

Der April macht, was er will. Ja. Tut er. Tun soll die Sprechende und Schreibende und Denkende nach der Grundschule nicht mehr sagen, schreiben, denken. Ich tue es trotzdem und fühle mich so gleich kindlich albern. Albern sein, ist bekanntlich eine der besten Medizinen (der Medizinplural hat mich kurz aus dem Konzept gebracht!) Zurück also zum April. Denn dieser verrückte Monat sah für mich Baden-Württemberg vor. Gerade hab ich noch einmal die Karte mit den deutschen Bundesländern ganz ausführlich studiert. Um zu überprüfen, ob meine Ahnung auch der Wirklichkeit entspricht. Es ist amtlich. Noch nie in meinem Leben vorher hatten meine Füße dieses Bundesland berührt. Aber noch gewichtiger, auch noch niemals ist mein Körper hindurchgefahren. Oh, vielleicht bin ich schon einmal darüber geflogen? Das weiß ich nicht genau. Aber in den Wolken ist ja nicht mehr Baden-Württemberg, da ist Wolkenland. Es gibt ein zweites Bundesland, auf dessen Boden meine Füße sich noch nicht ausgetreten haben, das ist das Saarland. Jedoch, das ist der Unterschied, auf meinen Zugreisen nach Paris, verkehrte ich immer über Saarbrücken und konnte so aus den schmutzigen Zugfenstern einen Eindruck erhaschen, vom kleinen Saarländle. Nun, in diesem vierten Monat von zwanzig vierundzwanzig schenkte mir der April Neues, Unbekanntes. Natürlich war ich vorfreudig, jedoch nicht vorbereitet, zumindest nicht geografisch. Für meine eigentliche Aufgabe im Süden des Landes war ich gewappnet. Mentorin sein. Lehrerin sein. Trainerin. Tutorin. Wie auch immer das richtige Wort dafür lautet, was ich für Menschen TUN kann, die mich um Hilfe bitten, einen (neuen) Zugang zur künstlerischen Fotografie, zur inszenierten Fotografie zu finden oder wir gemeinsam eine individuelle Bildsprache heraus graben, um wirklich einzigartige Geschichten mithilfe der Fotografie zu erzählen. Also machte ich mich auf zu "meiner Schülerin" von Leipzig nach Stuttgart, kurzer Zwischenstopp, um zwei Friedhöfe und die Baugrube am Bahnhof zu bestaunen und dann weiter nach Ludwigsburg.
6. Mai 2024
Kuss in Rot (Der Urkuss)
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Kuss in Rot (Der Urkuss)

Das Rot weist das Weiß in seiner Fülle in die Schranken. Das Rot leuchtet zur Sonne, zur Freiheit und wieder zurück. Das Rot fällt auf, nicht ab. Sie ist ein Rot. Me too. Unsere Münder küssen Blut, unsere Muschis versiegen, sind nun leere Blutbrunnen. Wir wechseln unseren Aggregatzustand. Von heiß zu heißer. Jede für sich. Allein. Eine schmerzhafte Metamorphose. Angst um Endlichkeit. Angst um das Licht der Augen. Angst vor der Angst. Ich schule ihren Blick nach außen, nach innen; sie lehrt mich durch ihr Wesen. Herkunft. Immer wieder. Thema. Können wir nur nach vorne gehen, wenn wir auch das Hinten kennen? Das Hinten. Ein ewig spuckender Lava-Krater. Das Vorne die unbekannte Variabel. Wohin mit den heißen Blutküssen in der Farbe des Ur-Rotes? Diese nervige Fragerei an mich selbst, ständig. Sie dagegen hat es lieber mit dem Zweifel. Ich zweifle nicht viel. Aber ich kannte mal jemanden im Hinten, auch er hatte für sich die Zweifel gepachtet. Dabei ist das Wort so wundervoll. Die "Zwei" steckt drin und auch das "Ei" und "weil" und "elf". Da ich an einem 11. Tag eines Monats geboren wurde, zwei wunderbare Herzverwandte um mich weiß und weil ich ei, ei, ei lieb, kann ich den Zweifel einfach nicht spüren. Und wenn uns jemand ganz großzügig ein "b" schenkt, weil es so einsam im Universum herumfliegt. Dann wird aus dem Zweifel plus Geschenk die L I E B E (♡).
24. April 2024
Gewesenheit
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Gewesenheit

Das Zimmer leuchtet. Die April-Abend-Sonne gibt so viel Kraft in den ausklingenden Tag, das es durchaus Mai sein könnte, mindestens, Denke ich. Die Stimmung ist gut. Klingt belanglos. Ist's aber nicht, denn schwierige Themen wurden verhandelt in den letzten Stunden. Nein, keine schwierigen Themen, sondern schwere Themen. Manchmal müssen Worte genau sein! Was ist passiert in den ersten 1000 Tagen des Seins? In ihrem Leben? In meinem Leben?
15. April 2024
untergetaucht abgetaucht
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untergetaucht abgetaucht

Da ist viel, was uns verbindet, mehr als ein Jahrzehnt schon – überschwängliche Emotionen zum Beispiel oder der Hang zum Weiterdenken, eine unstillbare Neugier, das viel-zu-Viel manchmal, Freiheitsliebe, Rückzug, der Fokus auf unsere Körper, sich ausdrücken zu wollen, die Sehnsucht nach Welt … unsere wichtigste Gemeinsamkeit jedoch ist die Großliebe zum Wasser.
10. April 2024
an(ge)dacht
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an(ge)dacht

Zum ersten Mal diskutierten sie über ihren persönlichen (nicht)Glauben, als seine Frau Mutter die irdische Welt verlassen musste. Sprachen in ihren Rollen als irischer Boy und ostdeutsches Girl. Ungläubigkeit in vielen Momenten, beidseitig. Mehr Fragen als Antworten. Erziehungsmethoden. Kulturprägung. Erweckungserlebnisse. Nun kam sie gerade zurück von einer Reise, einem Stück Land, das sich durch starken christlichen Glauben prägte und heute mehr denn je identifiziert. Seine irische Heimat ist mit 'ner Menge Spiritualität aufgeladen, Glaubenskriege haben die seinen geführt, noch nicht so lang ist's her. Von den Skandalen der ansässigen Kirchen ganz abgesehen. Ihre ostdeutschen Gehirnareale wurden mit Marx, Engels und Lenin, vielleicht noch den klugen Sätzen von Frau Krumpholz, ihrer ersten Deutschlehrerin, gefüttert.
31. März 2024
g’wichtig
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g’wichtig

Aktworkshop für künstlerische Fotografie. Der erste Aktworkshop seit drei Jahren, für mich, für meine Teilnehmenden. Mir war diesmal wichtig, dass die wunderbaren Körper meiner Modelle ziemlich unterschiedlich daherkommen. Das kamen sie. Mit Wucht an Energie, wenn die Körper mit all dem, was sie noch mitbrachten, denn freigelassen und mitgenommen wurden. Wow. Meine Begeisterung im Licht des Märzes wollte gar nicht enden. Alleine meine Augen konnten sich sattsehen an der so verschiedenen Schönheit des Seins. Zur Krönung durfte ich zusammen mit J und J eine kleine Geschichte erzählen –über den Glauben in osteuropäischen Patrialreichen und den Momenten im Leben, in denen ein singuläres Ereignis alles auf den Kopf stellt. Kein Stein mehr auf dem anderen lässt und neue Räume gesucht, gefunden und betreten werden wollen.
24. März 2024
Zarte Pracht
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Zarte Pracht

Ich dagegen schätze die Freiheit so sehr. Sie ist der Motor meines Lebens und Schaffens. In dieser Freiheit hinterfrage ich ständig, begebe mich auf neue Pfade genauso, wie ich die ausgetretenen immer wieder begehe. Ich prüfe, ich rieche, ich schmecke, ich fühle, ich bilde mich, ich lerne, ich bin leise und laut, ich lehre, ich höre zu, ich lehne ab, ich sage zu, ich überschreite Grenzen, ich ziehe meine eigenen Kreise, ich denke, ich lache, ich nehme mich ernst und lache dennoch über mich, ich weine, ich habe eine andere Meinung, ich stresse, ich schaue hin, ich höre hin, ich zeige, ich ziehe mich zurück, ich mache Fehler, ich falle, ich stehe wieder auf, ich biege ab, ich bin dagegen, ich ändere meine Meinung, ich schließe nicht aus, ich bin unbequem, ich frage, ich antworte und noch so, so viel mehr. Jedoch bemühe ich mich, nicht zu moralisieren. Meine Erziehungsberechtigten zogen mir ein Wertekorsett an. Selbst habe ich dies noch ein wenig zurecht geschliffen. Darin fühle ich mich wohl und kann anderen in diesem Kleid begegnen. Ein Kleid aus Respekt, Disziplin, Aufmerksamkeit, Empathie, Großzügigkeit, Gerechtigkeit, Offenheit, Sensibilität und Verantwortung. Dieses Korsett ist nicht eng, aber auch kein lappriges Kleid. Und wieder meine Frage. An welcher Stelle kommt die Moral ins Spiel? Ist die nicht eng an Zeit gebunden? An Menschengruppen? Warum wird sie häufig bei Nacktheit und Sexualität ins Spiel gerollt? Dabei steckt das Wort Oral doch ganz augenscheinlich in ihr. (Ein Witz, ein Witz)
15. März 2024
Tscheburaschka
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Tscheburaschka

Ich erinnere mich genau an den Moment, als ich dich das erste Mal erblickte. Es war ein Uhr nachts, gerade war ich in deiner Stadt angekommen, gerade war ich mit meinem großen Körper und meinem großen Koffer und Armine, die dich schon als Kind liebte, mit dem heruntergekommenen, engen Fahrstuhl in den 9. Stock meines neuen Zuhauses auf Zeit gehievt worden. Neugierig trat ich durch die stählerne Tür, der Flur war hell erleuchtet. Meine Schuhe zog ich müde von den schweren Füßen, stellte sie ab. Da sah ich dich, auf einer nicht sehr hohen Garderobe stehen/sitzen, neben dir der Elefant. Duo Infernale. Sofort war ich wieder Kind. Ich wusste, ich kenne dich, aber eher so verschwommen, undeutlich. Müde folgte ich Armine, die mir mein Zimmer zeigte. Schnell schlief ich ein in dieser Nacht.
3. März 2024
Jammerseelen
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Jammerseelen

Oh weh, oh jeh. Ich jammere, weil die Straßenbahn heute den ganzen Tag nicht fahren wird. Du jammerst, weil die Käsepackung anstatt sechs Scheiben, nur noch vier enthält. Er jammert, weil seine Schicht noch weitere drei Stunden andauern wird. Sie jammert, weil der Fingernagel wieder abgebrochen ist. Es jammert, weil es viel zu langsam geht, alles! Wir jammern, weil unser Hab und Gut immer noch zu wenig ist. Ihr jammert, weil die Heizung für ein paar Stunden ausfällt. Sie jammern, weil die Züge einfach immer Verspätung haben. Oh weh, oh jeh.
15. Februar 2024
Der Teufel ist Kaiserin
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Der Teufel ist Kaiserin

Das sind die ersten Zeilen der Göttlichen Komödie von Dante Alighieri. Wir befinden uns in der Hölle, dem ersten Teil von Dreien; irgendwann folgen das Fegefeuer und der Himmel. Wir befinden uns auch in meinem fotografischen Jahresthema 2024. Festgelegt hatte ich es bereits irgendwann zwischen September und Oktober des letzten Jahres. Bisher hatte ich nur noch nicht wirklich den emotionalen Zugang zum Werk und der Verbindung zu mir gefunden. Theoretisch war alles klar, praktisch ging gar nichts. Das liebe Leben eben. Doch auf einmal platzte der Knoten; es war Anfang Februar. Ich begann die einzelnen Gesänge des Dante zu lesen und mich an ihnen zu ergötzen. Warum die Göttliche Komödie als Thema für Fotokunst, meiner Fotokunst und das ein ganzes Jahr lang? Wie auf viele Fragen des Lebens gibt es nicht die eine Antwort. Eher ein Konglomerat an Antworten.
15. Februar 2024
Das Leben ist krumm
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Das Leben ist krumm

Krumm war der Weg, den ich ging, krumm war er, ja, denn, ja, er war gerade. VON PAUL CELANAUS CZERNOWITZ BEI SADAGORA Seine Augen waren jung und frisch und keck aufgeweckt, ihre hingegen manchmal schon trüb, wässrig und in den schummrigen Momenten des Lebens manchmal ziemlich blind. Ausnahmsweise saß er ein paar Augenblicke still auf […]
4. Februar 2024
Gedenkstätte Buchenwald – JEDEM DAS SEINE
Gedenkstätte Buchenwald - JEDEM DAS SEINE

Gedenkstätte Buchenwald – JEDEM DAS SEINE

Ich befinde mich knapp 500 Meter über dem Meeresspiegel, sieben Kilometer von Weimar, etwa 130 Kilometer von Leipzig und 286 Kilometer von Berlin entfernt, in Buchenwald. Es ist Anfang Januar 2024, die Temperaturen liegen zwischen minus 15 und minus 10 Grad Celsius. Mit dem Zug bin ich nach Weimar gefahren. Vom Hauptbahnhof bringt Bus Nummer 6 Menschen zur Gedenkstätte.
24. Januar 2024
Zirkus der Wintertiere
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Zirkus der Wintertiere

Der Himmel ist nicht von freundlichem Graublau, sondern von einem undurchsichtigen, sturmgepeitschten Dunkelgrau beherrscht. Die Sonne scheint fern, als hätte sie diese Gefilde längst vergessen. Und das Licht, es wird von zischenden Schneestürmen verschluckt. Ein eisiger Wind heult durch die leblosen Gassen, wirbelt Schneefahnen auf und trägt das ferne Knirschen von gefrorenen Seelen mit sich. Die nicht zarte Stille wird von einer bedrohlichen Schwere durchdrungen, als lauere in den Schatten des Frostes eine unsichtbare Gefahr. Die Schornsteine spucken bittergelbe Rauchschwaden aus, die die Lungen aller lebendigen Wesen mit wilder Chemie benetzen.
23. Januar 2024
Filmsuppe und andere analoge Fotografie-Spielereien
Filmsuppe und andere analoge Fotografie-Spielereien

Filmsuppe und andere analoge Fotografie-Spielereien

yStolpern oder kriechen? Oder einfach üben und wie eine Braumeisterin die besten Rezepte für die neuen analogen Prozesse finden? Das kreative zweitausendvierundzwanzig will (noch) nicht richtig in Fahrt kommen, thematisch zumindest. Es fällt mir ziemlich schwer, das Thema des letzten Jahres loszulassen. 1923 war so ein Reichtum, lange habe ich nicht geschafft, alles abzuarbeiten, was hätte noch Raum einnehmen können. Nun bin ich da in 2024 und kann mein neues Jahresthema noch nicht spüren. Bereits seit letztem Oktober hatte ich Ausschau gehalten, und ziemlich schnell "JA" gesagt, als DAS Thema mir begegnete. Theoretisch ist ES also schon da, liegt vor mir in großen Lettern, aber im Herzen hat's sich noch nicht eingenistet. Und so lasse ich meinem neuen Jahresthema die Zeit und den Raum, um sich in Ruhe zu entfalten, größer und wichtiger zu werden, damit ich hoffentlich bald anfangen kann, mit ihm zu arbeiten. Bis dahin lerne und lehre ich.
22. Januar 2024
DIXiLAND
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DIXiLAND

Ein Jahr voll 1923er Gedanken. Ein Jahr 2023. Ein Jahr erschaffen, denken, leben, fühlen auch. Ein heftiges Jahr. Als ich am 1. Januar 2023 am Grabstein meiner Großmutter stand, hätte ich mir nicht ausdenken können, was in einem Jahr alles stecken kann. So viel Kraft. So viel Energie. So viel Veränderung. So viel Leid. So viel Traurigkeit. So viel Wucht. So viel Unbehagen. So viel Rausch. So viel Bewegung. So viel Erstarren. So viel Herz. So viel Neu. So viel Nähe. So viel Naivität. So viele Farben. So viele Dimensionen. So viel Rhythmus. So viel Groteske. So viel Melancholie. So viele Tränen. So lautes Lachen. Krieg. Monströse Begegnungen. Loslassen. Entdeckungen. Erwartungen. Enttäuschungen. Tanz und Tod. Blick und Distanz. Witz, Diabolik, Sinnlichkeit. Zerstörung. Wut. Magie. Ich. Mir. Mich. Mein. „Zum Kotzen schön“ (Otto Dix)
13. Dezember 2023
Jüdische Friedhöfe in Leipzig
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Jüdische Friedhöfe in Leipzig

Ich hänge am Tod. Oder hängt dieser gar an mir? Solange ich mich erinnern kann, stellte ich die Frage: Gehen wir heute auf den Friedhof? Sobald meine Frage im Raum herumschwirrte, war die Antwort schon in Stein gemeißelt: Natürlich. So trabte ich an Großmutters Hand und an ihrer Seite den Weg zum Friedhof der Stadt, in der ich geboren wurde. Dort befand sich Großvaters Grab. Ein Großvater, der nur drei Monate, bevor ich das Licht der Welt erblicken sollte, starb, um in dieser Grabstelle ewig weiterzuleben. Oma und ich besuchten Benno. Tot oder lebendig. Spielte doch keine Rolle. Besuch war Besuch. Großvater war Großvater. Zu Hause, also in Omas Wohnung (Zeit meines Lebens hatte ich nicht nur ein Zuhause, Orte, die ich von Herzen liebte, nannte ich schnell "Zuhause", auch wenn sie nur kurz durch mein Leben hindurch reisten), schaute ich mir die alten Fotografien aus dem Karton an. Schließlich brauchte ich ja ein Bild von Benno in meinem Kopf.
12. Dezember 2023
jukss
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jukss

Im Körper der Seekuh, von Wellen getragen, Webt die Kupplerin ihr Netz, so stetig und träge. Prothese der Zeit, in der das Grünes Halstuch tanzt im Nebel, Umhüllt von einer dritten Sicht.
22. November 2023
lerkeit
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lerkeit

In des Auges tiefschwarzer Schlund, ein Schimmer von Rot, Geboren in die Leere, in die Stille aufgebrochen, fast tot. Zäh, wie das Flüstern der Zeit, Weben Kriechtiere, in Unsichtbarkeit geweiht.
22. November 2023
argorten
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argorten

In Äons Labyrinth, ein Wesen, nicht gebeugt, allein, Durch Gassen aus Lügen und Verrat gegangen, auf der Suche nach dem weisen Stein. Bewohnt ein Irrgarten der Leiden--Sucht, von bunten Schatten überzogen, Will es der Vergangenheit begegnen, doch die Stille bleibt ungebogen.
22. November 2023
INTENSIV-FOTOWORKSHOP PORTRAIT – die Nachlese
INTENSIV-FOTOWORKSHOP PORTRAIT - die Nachlese

INTENSIV-FOTOWORKSHOP PORTRAIT – die Nachlese

Immer für eine Überraschung gut, der Drei-Tages-Workshop im November Auch in diesem November gab es den dreitägigen Intensiv-Fotoworkshop bei mir in Leipzig. Mit Abstand ist dies der beliebteste Fotografie-Workshop in meinem wechselnden Angebotsreigen. Dieser Workshop hat es in sich, ein großer Packen an Theorie und viele praktische Übungen dazu. Immer wieder anders, immer wieder gut […]
22. November 2023
Gespenster
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Gespenster

Gespenster gehen um in dieser Welt, Gespenster von Terror & Krieg, aber auch Gespenster des neuen Nationalismus, Patriotismus, Fanatismus, wieder aufsteigenden Patriarchats, Gespenster der Veränderung von Macht und Interessen, Gespenster aus den Religionen dieser Welt. Gespenster der Verblendung, der Verzweiflung, der Verbitterung.
30. Oktober 2023
Drei-Fleisch
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Drei-Fleisch

Hat sie sich ins eigene Fleisch geschnitten oder wurde ihr das Messer hinterrücks ins Fleisch gerammt? Tropft das Blut aus ihr heraus, weil sich die Wunde so tief ins Fleisch verkrochen hat? Beginnt das Fleisch abzufallen vom Knochen, weil sich die Traurigkeit manifestiert und zur chronischen Krankheit wird? Dabei liegt der Dreizack doch neben ihr. […]
22. Oktober 2023
Licht und Schatten
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Licht und Schatten

Licht und Schatten. Wir blätterten zusammen in einem Buch herum mit genau diesem Titel. Simon erzählte von der neuen Staffel von Babylon Berlin, ich trennte mit meiner Kuchenkabel ein Stück Teig vom Obst. Es war Simons zweiter Selbstgebackener. Ich hatte schon ein paar mehr gebacken im Leben, aber keiner war so lecker. Unsere großen Türkenpötte […]
17. Oktober 2023
Zagreb-Triest-Ljubljana IV (Okt 2023)
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Zagreb-Triest-Ljubljana IV (Okt 2023)

Ganz früh am nächsten Morgen verließ ich Norditalien. Auf nach Slowenien. Letzter Halt: Ljubljana, die nördlichste Hauptstadt Ex-Jugoslawiens. Einordnen lässt sich dieser Ort schwerlich. Nicht Fisch, nicht Fleisch, sage ich als Norddeutsche. Ganz nah an der Grenze zu Italien, aber nicht italienisch. Lange Jahre ein Teil des sozialistischen Jugoslawiens, aber nicht post-sozialistisch. Vielleicht ein Hauch belgisch oder holländisch. Idyllisch, mit einem Flüsschen in der Mitte, malerischer Architektur und ein paar Plattenbauten drumherum. Das Städtchen ist ein Touristenmagnet, gleichzeitig hip. Nach meiner Ankunft beschäftigte ich mich natürlich erst einmal mit dem Bahnhof.
14. Oktober 2023
Zagreb-Triest-Ljubljana III (Okt 2023)
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Zagreb-Triest-Ljubljana III (Okt 2023)

Next Station: Triest, Norditalien. Vier Busstunden entfernt von Zagreb. Gekommen war ich, um die Synagoge anzuschauen und das jüdische Viertel. Bekommen habe ich zuallererst bei purem Sonnenschein „Alcatraz“ (Sozialbaukomplex Ater). Alles hatte ich mir vorstellen können von einer malerischen, norditalienischen Stadt, nur das nicht. 468 Wohnungen, zirka 2500 Bewohnerinnen. Gesehen hatte ich diesen Mammutbau (Hallo Zagreb!) schon aus dem Bus heraus beim Herunterfahren aus den Bergen zum Meeresspiegel nach Triest. Bereits da fragte ich mich, was dieses architektonische Werk, das ich bei purem Sonnenschein aus meinem Fenster betrachtete, wohl sein konnte. Als ich am Bahnhof ankam, meinen Stadtbus in meine Herberge nahm, staunte ich nicht schlecht, als mich das Gefährt in dessen Nähe ausspuckte. Zufall? I don‘t know.
13. Oktober 2023
Zagreb-Triest-Ljubljana II (Okt 2023)
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Zagreb-Triest-Ljubljana II (Okt 2023)

Neuer Tag, neue Sonne. Wirklich warm in Zagreb im Herbst 2023. Bereits morgens um 9 Uhr T-Shirt-Wetter. Dennoch trugen die Einheimischen Jacken, Jäckchen und Pullover. Ich war verwundert. Für meinen Morgenkaffee hatte ich mir einen Platz auf dem Dolac-Markt im Herzen der historischen Stadt ausgesucht. Es gab wirklich ziemlich viel frisches Obst und Gemüse, Pilze und Öl, Nüsse und vieles mehr hier zu erstehen, aber der Markt selbst, meines Erachtens, kein großes Ereignis. Überall waren rote Schirme aufgespannt, die die Händlerinnen und die Waren vor der Sonne schützen sollten. Vorwiegend ältere Kroatinnen (spannend, wie homogen die Bevölkerung ist) waren auf dem Markt unterwegs und schleppten ihre Einkäufe in tausend Plastiktütchen nach Hause. Der junge kroatische Mensch dagegen geht im Konzum einkaufen. 
12. Oktober 2023
FLEISCH ZWO
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FLEISCH ZWO

Ich danke dem Sommer und dem frühen Herbst für das viele Licht, welches sie mir schenkten. Ich danke dem Fleisch, das mich zu dem Menschen werden ließ, der ich nun gerne bin. Ich danke den Knochen, die mein Fleisch (fest)halten, und durchhalten, mich durch die Welt zu tragen. Ich danke meinem Bewusstsein, zu wachsen, jeden […]
12. Oktober 2023
Zagreb-Triest-Ljubljana I (Okt 2023)
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Zagreb-Triest-Ljubljana I (Okt 2023)

ZAGREB – Stadt der Springbrunnen & der Menschen-Unfreundlichkeit, des brutalen Plattenbaus und der Sonne auf der Oktober-Haut Auf den letzten Metern fuhr der Ex-Jugoslawien-Zug doch noch eine Verspätung ein. Und das im ganz solidarischen Sinn. Gewartet wurde auf einen verspäteten Zug, eine Station vor Zagreb. Als dieser ankam, stiegen sage und schreibe fünf „Kinesen“, wie […]
11. Oktober 2023
Die Gehängten
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Die Gehängten

von Antje Kröger & Paul Thomas Taue, gehängt an totem Holz. Später gesellen sich netzartige Strukturen aus dünnem Seil dazu. Efeu rankt lebendigplastisch empor zum Himmel, versucht so sein Glück. Es formt sich langweilig-gleichförmig überall da, wo sich Platz auftut. Die Luft der Freiheit erstickt. Das tote Holz knarrt. Der lebendige Leib steigt in den […]
29. September 2023
Das Auge lässt sich nicht täuschen
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Das Auge lässt sich nicht täuschen

Die Zauber sind verschwunden,  die Mythen im Schlaf versunken.  Wer soll sich ihrer erinnern ...  Nackt in ihrer Angst, liegt sie da, im Meer, die Insel der Ägäis.  Schönheit hat aufgehört der Gewalt zu dienen.  Die Masken – gefallen.
25. September 2023
ⱇⰾⰵⰻⱄⱌⱒ // FLEISCH
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ⱇⰾⰵⰻⱄⱌⱒ // FLEISCH

Zähne, scharf wie Dolche, zerschneiden die Wirklichkeit, enthüllen die geheime Verwesung unter der Oberfläche. Fleisch, ein Panzer aus Sehnsucht und Wunsch, trägt die Narben der Zeit stolz auf seiner Haut. Die Verwesung, unvermeidliche Muse, singt leise das morbide Lied. Eine stinkende Wolke, heraufsteigend aus dem Abgrund, umarmt unsere Sinne, sie erinnert uns an die Vergänglichkeit der Dinge. Die Unsterblichkeit ist ein Witz, über den nur die Toten lachen können.
19. September 2023
Der blühende Apfelgarten
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Der blühende Apfelgarten

In einer Siedlung nahe der großen Stadt mit den Zwiebeltürmen, deren Name längst im Nebel der Geschichte verblasst war, ereignete sich ein lautes Sterben. Die Zeiten des Umbruchs und der Unsicherheit ätzten ihre Spuren tief in die Seelen der Menschen in dieser abgelegenen Gemeinschaft. Gewalt und Drogen durchzogen die Landstraßen, die Menschen flüsterten Geschichten von Verlust und Schmerz in den Wind. Die Mauern der alten Häuser hüteten düstere Geheimnisse, die Luft war schwer von Tristesse.
11. September 2023
Zustand einer Zeit
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Zustand einer Zeit

Parallelität. 1923. 2023. Zeit. So flüchtig manchmal. So zäh oft. So gleich. So ähnlich. Wiederholungen. Kann Zeit sich überhaupt wiederholen? Nein. Nur Ereignisse in Zeiten. Ereignisse sind gekoppelt an ihre Zeit, im ersten Anschein. Beim genauen Hinsehen. Mehr. Zeit läuft nur in eine Richtung. In unserer Welt schon. Dennoch. Alles ist wahr. Alles ist falsch. Und manchmal ist da nur ein Gefühl von parallelen Ereignissen.
8. September 2023
Ölelés – Eine Umarmung für die Ahnen
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Ölelés – Eine Umarmung für die Ahnen

Im Glanz vergang’ner Habsburgzeit, ein Reich so weit, Wo Donauströme sanft wie Seidenfäden gleiten. Die Sehnsucht lodert. Nach einer Ära, längst entschwunden, im Vergessen. Ungarns Zauber, ewig in den Sternen steht. Großeltern Dorf, so fern, Die ungarische Sprache, Musik im Ohr, jedoch nicht in der Kehle. Ein junger Mann, der nicht mehr will leben, 20 […]
4. September 2023
Das Würfelspiel
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Das Würfelspiel

Die Alte liegt auf einer Bank am Rande einer mit Gänseblümchen übersäten satten Wiese. Als ich näher an sie herantrete, setzt sie sich auf, legt beide Hände vor ihr Gesicht und beginnt zu schluchzen. Innerhalb weniger Momente sind ihre Hände Tränen-nass, es tropft laut auf das Weich der Wiese. Ich wundere mich erst ob der Situation, dann verstört sie mich. Mir verschlägt es kurz den Atem und lang die Sprache. Kein Wort will mehr über meine Lippen kommen. Mein Herz stolpert. Meine Augen füllen sich mit den Wassern der Meere. Mein Sein ist geladen, emotional aufgeladen, durch den Kummer der Alten. Plötzlich schaut sie mich an. Aus dem Nichts erscheint das schönste Lächeln, das meine Augen bisher erblicken durften. Ich schüttele ungläubig den Kopf. "Mein Mädchen, spiel mit mir!"
31. August 2023
Mentor-Porträts
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Mentor-Porträts

Diese Kamera hat mir mehr über die Fotografie erzählt, als jedes Buch, jeder Mensch, jede Reportage ... Ihr Name ist und war für mich Programm! Dabei wusste ich, als ich sie während der Pandemie erwarb, nicht viel oder gar nichts über Großformatkameras. Ich wusste nur, dass ich lernen wollte, Wetplates anzufertigen. Dafür brauchte ich ein analoges Gerät. Schnell packte ich Gelegenheit am Schopfe, in einem Forum erstand ich eine gebrauchte Mentor Studio, die irgendwie in den Westen von Deutschland gereist war. Ein wenig probierte ich mit Wetplates herum, stellte aber schnell fest, dass diese Art der Fotografie nichts für mich war, zu langsam, zu chemisch, zu anstrengend. Nun stand die Kamera herum. Bis ich Karoline Schneider aus Berlin auf einer Ausstellung traf. Von ihr waren dort Wetplates und Papiernegative zu sehen, von mir Polaroids. Wir begegneten uns im analog kreativen Raum. Diese Begegnung schätze ich bis heute so sehr. Weil Karoline mich fragte, warum ich nicht einfach Fotopapier in die Kassetten legte, um diese direkt zu belichten und anschließend in der Dunkelkammer zu entwickeln? Ja, warum eigentlich nicht?
23. August 2023
Bifazial
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Bifazial

Sehen umfasst nicht nur die Fähigkeit, elektromagnetische Wellen zu registrieren, sondern auch die, auf diese Wellen zu reagieren. Die Stäbchen und Zapfen in unserer Netzhaut nehmen den Lichtreiz wahr, leiten diese Information zum Gehirn weiter, und wir reagieren auf die Information. Auch Pflanzen können das visuelle Signal in physiologisch erkennbare Instruktionen übersetzen.
20. August 2023
Bosnien und Herzegowina: Sarajevo und Mostar (April 2022)
Bosnien und Herzegowina: Sarajevo

Bosnien und Herzegowina: Sarajevo und Mostar (April 2022)

Den Frühling 2022 verbrachte ich in Bosnien und Herzegowina. Dort wollte ich schon lange mal gewesen sein. Einer meiner längsten und besten Freunde ist dort verwurzelt. Also kannte ich Geschichten um Geschichten aus diesem Strich Land. Und den Wunsch, immer und überall eine Ćevapčići-Bude aufzumachen. Was soll ich sagen? Es war eine so gute Zeit! Ich wohnte in Sarajevo auf einem Berg und die abendliche Heimkehr hatte immer etwas von einem letzten Erklimmen. Ich reiste nach Mostar, nach Potočari, Srebrenica, Ilidža. Und ich fotografierte auch auf der Straße häufig auf analogem Filmmaterial. In Sarajevo lernte ich eine wunderbare Frau kennen. Jasmina (74). Wir verbrachten mehrere Tage miteinander und reisten zusammen nach Mostar. Durch Jasmina habe ich viel gelernt über den Balkan, die Kriege und das Attentat, denn ihr Vater war ein Historiker, der ein Buch darüber verfasste.
11. August 2023
Republika Srpska (Potočari, Gedenkstätte Srebrenica)
Republika Srpska (Potočari, Gedenkstätte Srebrenica)

Republika Srpska (Potočari, Gedenkstätte Srebrenica)

Als ich im Frühling 2022 nach Sarajevo reiste, plante ich auch einen Besuch in Srebrenica bzw. der Gedenkstätte Potočari fest in mein Reisevorhaben ein. Das stellte sich aber als gar nicht so einfach heraus. Es gab von der Hauptstadt Bosniens keine Verbindungen mit Bus oder Zug an diese „Schreckensorte“. Mein Vermieter riet mir deshalb, eine begleitete Tour zu buchen. Gesagt, getan. Auch wenn ich solche „festen“ Reisen schwierig finde für mich und mein freies, neugieriges Auge.
11. August 2023
Sommerkleid & Wasserkuss
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Sommerkleid & Wasserkuss

Das Ziel ist die große Pose. Melancholische Heiterkeit. Statuenhafte Haltungen. Verzerrungen und Schmeichelei. Der Einstieg ins Reich der Süße durch den grauen Schlamm der Weltgeltung. Sonne brennt, das Viehzeug versteckt im Geäst, die Wasseroberfläche verdächtig still. Keine Woge, nicht eine. Blubbernder Morast. Die untere Welt will emporsteigen. Doch das gleißende Licht hindert sie daran. Es brennt Wunden in die Ober-Haut. Kleine Male, die langsam größer werden. Der Schmerz gräbt sich tiefer.
28. Juli 2023
ADIPOZYT
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ADIPOZYT

Wie beschreibt sie sich selbst? Sie sagt, sie sei eine kluge, große, schöne, dicke Frau in einem alterslosen Körper. Alterslos, weil sie es so will. Die Gedanken sind frei, und Kunst darf sowieso alles! Sie sagt niemals über sich, sie sei korpulent, sie sei mollig, sie sei mehrgewichtig, sie sei fett, sie sei dick-fett, adipös oder fettleibig und was es da noch alles für Wortungetüme gibt. Schlimmer wird es noch mit den Monstern, wenn sie sich in der englischen Sprache umschaut. Body-positiv, Fat-positiv, Plus-Size …
24. Juli 2023
Analoge Papiernegative aus der Großformatkamera
Analoge Fotografie – Großformat

Analoge Papiernegative aus der Großformatkamera

Meine Großformatkamera heißt: Studiokamera Mentor (13 x 18 cm) und wurde zwischen 1966 und 1970 in der DDR hergestellt. Mit ihr fotografiere ich direkt auf analogem Fotopapier. Diese Kamera war im wahrsten Sinne meine Mentorin. Hat mich gelehrt, mich zum Schwitzen gebracht, mich immer wieder dazu gezwungen, regelmäßig zu üben. Eine fantastische Lehrerin, die Kamera. Ich eine wissbegierige Schülerin!
18. Juli 2023
Schamheiligkeit
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Schamheiligkeit

Sie wurde keine 30 Jahre alt. Starb ausgezehrt, verarmt, unverstanden. Die Anita. Die Berber. In Berlin kannte & kennt jeder und jede sie, der einem wilden Nachtleben frönt. Dort findet sie statt, auch heute noch. Was ist los in Leipzig? Dort wurde das erste It-Girl der Nation schließlich geboren. Seitdem ich im Jahre 1923 festhänge, geistert die Dame in meinem Kopf herum.
14. Juli 2023
Sonnenschwanger & trübes Sal
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Sonnenschwanger & trübes Sal

Sie ist ein Sommerkind, obwohl geboren im Herbste. Sie ist ein Sommerkind, obwohl die Drüsen schwitzen und die Fesseln anschwellen. Sie ist ein Sommerkind, obwohl die Nächte sind auf-wühlend. Heute war sie schon sehr früh am geliebten Wasser-Platz. Ihr ging durch den Kopf: 'Einen Herzensspot verrät mensch einfach nicht, same procedure wie mit des Zauberers Tricks.' Aber nicht alle kennen diese Regeln, oder halten sich nicht gerne an elementare Lebensgrundlagen. Anders konnte sie sich die vielen Karren nicht erklären an diesem Geheimörtchen. Wildes Parken. Heißes Autoblech unter Sommerlaub. Schade. Sie hätte ihren ersten Kaffee an diesem SonnenSonnTag gerne alleine mit den Fröschen zu sich genommen, mit den Erinnerungen an die Seetage ihrer Kindheit. Damals war sie naiv-klndlich-glücklich. Wichtig waren nur genügend Essen, das Federballspiel und die stundenlangen Wasserspiele, zufriedenes Mädchen im Schoße der Familie.
9. Juli 2023
Das Venusianische Ballett
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Das Venusianische Ballett

Das venusianische Ballett, ein Traum im Zwielicht, in dem Grenzen verschwimmen und das Licht im Dunkel bricht. Unsere Venussen tanzen auf unsichtbarem Parkett, in einer Welt, in der die Wahrheit niemals Oberhand gewinnt. Im Labyrinth der Existenz verirren sie sich, ihre Seelen gefangen in einem endlosen Strich. Eine Prinzessinengruppe, drei gleiche ohne Gleichen, versunken in einem Strudel von Liebe und Leiden. Die Blühende, Versehrte, die Befangene in Schmerz, die Pflanzliche, Schmerzhafte, die Durchlässige im Herz. Die Natur, der Krieg, die See in ewigem Streit, die Weh-Nussen gefangen in ihrer eigenen Zeit.
16. Juni 2023
Der Bau (nach Franz Kafka) // unvollendet //
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Der Bau (nach Franz Kafka) // unvollendet //

oder // Der süße Schlaf auf der Moosdecke Dann also liege ich unter dem Moos, oben auf der eingebrachten Beute, umflossen von Blut und Fleischsäften, und könnte den ersehnten Schlaf zu schlafen beginnen. Nichts stört mich, niemand ist mir gefolgt, über dem Moos scheint es, wenigstens bis jetzt, ruhig zu sein, und selbst wenn es […]
16. Juni 2023
Synthesia
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Synthesia

Im Raum der zeitverschlungenen Daseinsformen, gefangen zwischen Leben und Vergänglichkeit, manifestieren sich zwei Kreaturen, aus unterschiedlichen Brunnen geklettert. Der eine, ein männlicher Schatten, der die Kühle der Sachlichkeit in seinen Adern trägt. Sein Antlitz in greller Schärfe erzählt stolz von vergangenen Schlachten und zerrissenen Träumen. Sein Leib, von Krieg gezeichnet, gleicht einem Messer, scharf und dünn, das die Grenzen seiner Existenz zu durchdringen scheint. Seine Wunden, stolz zur Schau getragen, sind das Echo eines vergangenen Grauens, das ihn mit jedem Atemzug zu verschlingen droht.
24. Mai 2023
Der Matrone Klagegesang
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Der Matrone Klagegesang

Sie hängt an der Leine: Mein mechanischer Schnur-Auslöser sorgt dafür, dass ich mit meiner geliebten DDR-Großformatkamera meine geliebten Papiernegative auf 13x18 Zentimetern aufnehmen und dabei selbst in den fotografischen Raum treten kann, den ich gerade erschaffen habe. Alle Fotografien sind um die 10 Sekunden belichtet. Ich bin schon sehr erstaunt, wie still ich doch halten kann. Dieser Prozess ähnelt mehr dem Modellstehen vor der Malereiklasse als der Fotografie. Doch die Magic in der Dunkelkammer, wenn jedes Papier das Negativ freigibt und später noch einmal eine ähnliche Magic, wenn der Scanner aus dem Negativ das fertige Bild spuckt, ist anders als Bleistift oder Pinsel auf Papier.
14. Mai 2023
Zerrspiegelte Zeit
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Zerrspiegelte Zeit

Das Jahr 1923 bringt so viele Überraschungen mit sich, dass ich immer wieder gleite von jetzt nach damals und versinke in der anderen Zeit. Überall auf der Welt passieren Unglaublichkeiten, denen eine Recherche zusteht. Doch meine Zeit ist begrenzt. Meine bisherigen 1923-Reminiszenzen: Zu Lebzeiten schillerte der Pharao eher grau, im Tode vergoldete sich sein Sein. […]
26. April 2023
Rotäuglein
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Rotäuglein

Du brauchst den Lippenstift nicht wegwischen, denn du hattest keinen aufgetragen. Du musst das Kapuzen-Mäntelchen nicht abstreifen, denn du hattest nie eines an. Du musst den Apfel nicht ausspucken, denn du probiertest niemals von der Frucht. Dein Sein ist abgründig. Dein Sein ist schattenreich. Dein Sein ist eine Ansammlung der Dinge, die alle anderen bereits vergessen haben, weil sie verstörend wirken. Schattenrot über blauem Pierrot. Dein imaginärer Begleiter. Zusammen seid ihr Violetta. Mystisch, magisch, extravagant. Lila im Volxmund, aber das klingt zu banal. Vio meine Vio. Streifend durch das gelb gepunktete Grün. Schatten schmeckend. Schattengeborene. Die das Licht bricht.
24. April 2023
Wald(krieg)Frieden
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Wald(krieg)Frieden

Da gibt es Räume, die füllen einem das Herz. Da gibt es Räume, die erinnern einen an erfüllende Lebens-Zeiten. Da gibt es Räume, die richten den inneren Kompass auf Frieden aus. Solche Räume braucht wohl jedes Geschöpf. Dabei spielt es gar keine Rolle, wie breit, lang, hoch dieser Raum ist. Wichtig ist nur dieses Gefühl von Fülle, von Zufriedenheit für den Moment. Diese Art von Raum kenne ich. Für mich existiert er an verschiedenen Orten auf dem Planeten. Dieser Ort kann durch sich selbst heraus strahlen oder er ist eine Melange aus geografischen Koordinaten und Mensch. Immer, wenn ich solch einen Raum betrete, schreit das Ich nicht mehr nach einem Mehr, sondern ist mit dem Status Quo zufrieden. Kein Verlangen nach Zukunft. Nach Außen-Raum-Kommunikation. Sein in Zeit und Raum, mit Körper, Geist und allem andren, das mich so ausmacht.
19. April 2023
Schönheit: Manifestation der Seele
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Schönheit: Manifestation der Seele

Neulich bekam ich einen großen Schreck. Eine Fotografin wurde auf Instagram mit ihrem Account gesperrt. Für immer. Keine Erklärung. 2000 Follower weg. Was macht das mit einer Künstlerin? Welche Auswirkung hat dies für Frau, die Instagram nicht aus persönlichem Vergnügen betreibt, sondern vorrangig, um "sich zu vermarkten". Wie abhängig sind wir von Systemen, die wir nicht mehr blicken können, weil kein Support, kein "sich-in-die-Karten-schauen-lassen" usw. ? "Sie haben gegen unsere Gemeinschaftsrichtlinien verstoßen." Entweder spielen wir mit, um diese "kostenlosen" sozialen Medien, wie sie sich in unseren Sprachgebrauch eingenistet haben, zu benutzen oder wir sind in ständiger Gefahr, den Account zu verlieren. Diese Applikationen, denn dies sind sie ja nun, nicht mehr, nicht weniger, gehören privaten Unternehmungen aus Amerika oder China. Und mit ihrer Nutzung fügen wir uns den Forderungen, die nicht politisch festgelegt werden, sondern rein privat. Bei Instagram und Facebook, die dem Metakonzern gehören, ist dies zum Beispiel dieser Paragraf zum Thema Nacktheit (folgt). Dieser betrifft nämlich auch mich und meine nackten Inhalte, weil ich diese einfach nicht zeigen darf. Ich muss explizite Körperstellen digital verdecken. Da ich darauf keine Lust mehr habe, werde ich meine nackte Kunst hier auf meinem Blog zeigen und Instagram und Co. vielmehr als Ankündigungsmaschinerie "benutzen", denn auch ich wurde schon gesperrt und gemahnt.
10. April 2023
Harmonie des Übergangs
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Harmonie des Übergangs

Der Wechsel der Jahre. Immer, wenn wir uns begegnen, ist eine Zeit vergangen. Das bringt Zeit so mit sich. Nichts bleibt. Alles im Fluss, das wusste schon Heraklit. Nur haben wir so eine Angewohnheit als Spezies, nach hinten oder vorne zu schauen. Wir treffen aufeinander. Und sprechen über das Damals bis zum Jetzt. Und das wieder und wieder. Mit allen Beteiligten unseres Lebens. So entsteht ein Denken und Fühlen und Leben in Phasen. Alles wird in Phasen betrachtet, bemessen und bewertet. Kaum ist das Sein im Jetzt möglich. Und auch nicht zu verstehen, wahrscheinlich.
8. April 2023
Varitustruktion
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Varitustruktion

Mir erschien die überdimensioniert große Schnecke im Traume. Sie hatte sich aufgemacht aus ihrem Glaspalast. Den Deckel beiseite geschoben. Schleimiger Weg zu mir ins Schlafzimmer. Ihr Kalziumkarbonat-Haus passte kaum durch die Türen. Das schleifige Geräusch drang an meine Schlafohren. Während sie zu mir kroch, kaute sie genüsslich auf ihrem Blatt herum und schiss gleichzeitig das Verdaute wieder hinaus. Das Getier hinterließ eine Spur aus Sekret, Fäkalien, Abrieb des Gehäuses. Mich schüttelte es im Traum. Es war klar, den Besuch der Todesschnecke würde ich nicht überleben. Genauso kam es. Nur noch Fetzen meines Traumes sind mir in Erinnerung. Die Schnecke legte sich wie der Mantel des Todes auf meinen nackten Körper. Der Mantel war schwer. Doch ich wurde nicht erdrückt, zerdrückt. Nein. Ich ertrank im Schleim der Kriechenden. Sie nässte mich komplett ein. Erst schluckte ich noch, dann verschluckte ich mich, schließlich ging ich unter und riss dabei die Augen ganz weit auf …
4. April 2023
Miss Spring im /sprɪŋ/
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Miss Spring im /sprɪŋ/

Sie ist Künstlerin. Auch ihr Körper ist politisch. Sie ist Frau, qua Geburt und auch sozial. Mit aller Selbstverständlichkeit. Sie durfte studieren, musste aber immer von ihrem Werk und durch ihr Schaffen leben. Das war und ist nicht immer easy peasy. Auch sie liebt den Rausch. Im Jahr 2023 beschäftigt sie sich mit dem Jahr 1923. Sie begegnete Gluck. Beschäftigt sich zusätzlich mit Raum, Material, Bedeutungsebenen, Ihre Kunst besteht aus Schichten. Menschlichen. Materiellen. Symbolischen. Diese trägt sie auf. Manchmal langsam und unregelmäßig, dann wieder schnell und überbordend. Sie mag, wenn alles mit allem zu tun hat, ineinander übergeht oder verschwimmt. Sie mixt und remixt. Sie mischt, dreht um, überrascht sich selbst. Sie sammelt Material auf der Straße, klaut Blumen auf Friedhöfen und von öffentlichen Rabatten, lässt sich mit Ausrangiertem beschenken. Nichts in ihrer Kunst geschieht ohne Grund.
3. April 2023
Ich-Zerfall Part II
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Ich-Zerfall Part II

ICH habe das Gefühl, ICH möchte etwas sagen beziehungsweise schreiben. Um meine Aussagen zu bündeln, geschieht es an dieser Stelle und nicht in den sozialen Medien. In den vergangenen Wochen geschahen verschiedene Ereignisse, die zu diesem Wortausbruch führen. Im Grunde kreisten diese Ereignisse immer um ähnliche Themen. Was ist Kunst? Was kann Kunst? Was darf Kunst? Wie gehe ich als Rezipient*in mit Kunst um? Wie stehe ich als Künstlerin zu alledem? ICH gebe hier jetzt keine abschließenden Schlüsse und Gedanken, sondern nur das wieder, was mein sogenannter Status Quo ist. Auch ich entwickle mich weiter oder sehe das ein oder andere demnächst vielleicht anders. Dies soll auch kein Vorwurf sein an die Menschen, die mit dem Ausbruch der Worte verquickt sind. Im Gegenteil. Ihr helft mir, klarer zu werden. Und ihr helft mir vor allem darin, auch klarer das zu kommunizieren, was für mich sowieso klar ist! Aber eines nach dem anderen …
29. März 2023
Unwucht
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Unwucht

Es hatte noch einmal geschneit. Und das in der Mitte des Märzes. Dabei war ihr Herz doch bereits auf Frühling und dessen Duft eingestellt. Stattdessen also weiße Flocken en masse, die Wege und Straßen glatt puderten. Das Geräusch des Schneeschiebers weckte sie. Sie sah durch das Fenster diesen Himmel, der klar machte, it's wintertime. Genau wie der Himmel klar machen konnte, dort ist ein großes Wasser. Nun also Winterlandschaft. Sie saß auf dem Klo, schob die Jalousie nach oben (sie war die Einzige in der Familie, die das tat) und schaute den Menschen nach, die mit Schirmchen umher rutschten. It was time for winterdancing. Sie dachte über ihre wintertime-Garderobe nach. Natürlich hatte sie diese, aber nicht dabei. Sie war mit Turnschuhen und Jacke in die Heimat gekommen. Keine Stiefel, keinen Schal, keine Mütze, keine Handschuhe, dafür Rock und Strumpfhose.
17. März 2023
Ich-Zerfall
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Ich-Zerfall

Ich-Zerfall: Das Wort zog mich an. So richtig in seinen Bann. Vom ersten Moment an. Ich las und recherchierte über die 1920er Jahre und begegnete schnell dem Expressionismus und der Psychoanalyse. Ich-Zerfall. Im damaligen Verständnis. Zum einen die Darstellung des ICHs im Zentrum eines Kunstwerkes, damit also das Sein des Künstlers, der Künstlerin im Mittelpunkt […]
10. März 2023
Ruinöse Coma-töse
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Ruinöse Coma-töse

Da sind Orte, Räume, Plätze. Da sind Menschen. Nur in wenigen Fällen passen diese wirklich zueinander. Spüren sich wechselseitig, lassen Weite zum Atmen, reiben sich aneinander ab, wachsen zusammen. Räume, Orte, Plätze sind geübter als Menschen. Meist. Oftmals hatten sie einfach mehr Zeit zu lernen, zu spüren, verschiedene Menschenarten auszuprobieren. Ob gewollt oder ungewollt. Viel öfter ungewollt, natürlich. Der ungewollte Mensch im Raum. Wie fühlt dieser sich an? Was macht das mit dem Raum? Wann ist Raum ein eigener Raum? Welche Zustände lässt Mensch des Wohlstandes zu am Raum? Dann, wenn dieser vorzeigbar im Hochglanzkatalog erscheinen könnte? Dann, wenn dieser sauber, aufgehübscht ist, in den Zeitgeist passt?
26. Februar 2023
Die Walprinzessin
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Die Walprinzessin

Du Wasser sprichst. Wie immer. Mit ihr. Auch schockgefrostet. Sie ist die Prinzessin der Wale. Sie ist DIE Wälin, mittelalt, mittellos, Mittelpunkt. Betritt sie die Eisarena, ziehen Risse ihre Kreise. Materialermüdung? Oder ein Konzert deiner Moleküle? Spiel auf für die Prinzessin, sie hört dir zu. Oder magst du Wasser einfach nur heraus aus deinem winterlichen Käfig? Der Wälin Epidermis aus Basal, Stachel, Korn, Glanz und Horn dreht sich in Sonnenstrahlen. Mädel dreh dich. Einzelne Tropfen perlen ab wie die Tränen des Januars. Sie dreht ihre langsamen Pirouetten. Und verliert das Gleichgewicht.
9. Februar 2023
Der Hungerraum
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Der Hungerraum

Hast Du schon einmal den Hunger verloren? Ich noch nie. Oder doch? Wenn, dann nur kurz. Aber von welchem Hunger sprechen wir denn überhaupt? Den Nahrungshunger? Ich kann mich gar nicht daran erinnern, dass ich mal hungrig war in den letzten Monaten. Es ist doch immer so viel Essen um mich herum. Schlaraffenland.
6. Februar 2023
Mageres Fleisch // Von Hungertag zu Hunger-Tag 
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Mageres Fleisch // Von Hungertag zu Hunger-Tag 

nähre mich. ich verhungere. beschütze mich. ich hungere. fülle mich. ich verhungere. in mir macht sich eine leere breit. sie wächst. wie ein furunkel. sie schmerzt. wie der gebrochene knochen. ich krampfe. ich kann nichts mehr sehen. ich erblinde. ich habe hunger. mein körper bläht sich auf. blitze im kopf. ich ver-rücke. nähre mich. fließe durch meinen schlund. in mich hinein. wärme mich. hilfe. ich verhungere. mein geist oszilliert. ich werde panisch. ich habe solchen hunger. komm endlich wieder zu mir. in mich. ich reibe mich auf. gedanken schwirren um dich. es existiert nur noch mein hunger. nach dir. ich ver-rücke mehr und mehr.
1. Februar 2023
Wien (Januar 2023)
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Wien (Januar 2023)

// ÜbernachtSchlaflosfahrtvonLEipzig-nach-Wien, Busfahrt 76A, Friedhof der Namenlosen, Alberner Hafen in Bauhausoptik, Donau im kalten Boden-Morgen-Nebel, Museumsquartier zum Ersten und zum Zweiten, Kroatisches Super-Frühstück im Hipster-Bezirk, sonnengetränkter Himmel, Wiener Schmäh, Graffiti-Kunst und andere Graphiken an Giebeln und Häuserwänden, antike mechanische Standwaagen im öffentlichen Raum, Ukrainische Flüchtlinge, teure Caféhausbesuche mit wechselnden Angeboten, Klimt, Kokoschka, Schiele, Würstelstand, Tauben, den Opfern des Faschismus, Fenster Café, weihrauchgetränkte Orthodoxe Kirche, Tram-Fahrten, Regenspaziergang an der Donau, Club Flex als Fotokulisse, Herminengasse, Naschmarkt, Albertina, Basquiat, Picassos Friedenstaube, Paul Klee, Spiegellabyrinth im Edelcafé, Bosna, kaputter Winterprater, viel fleischliche Kulinarik, U-Bahnfahrten, Matzleinsdorfer Platz, Berggasse 19, Sigmund Freud, Man Ray, Psychoanalyse und Surrealismus, Freundetreffen, Judenplatz, Helmut Newton, Heilige Drei Könige, Shakespeare im Burgtheater, Der Mann der verwöhnt, Sonne zum Abschied, Busfahrt der Tränen //
1. Februar 2023
Snaga Lavova
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Snaga Lavova

Identität, Schönheit, Selbstausdruck (1923 // 2023) Fantasievolle Verwebung dreier Frauenbiographien des 20. Jahrhunderts, angelehnt an die Leben der kroatischen Komponistin Dora Pejačević, der Lebefrau und Wienerin Alma Mahler-Werfel, der amerikanischen Tätowiererin und Schaustellerin Betty Broadbent.
25. Januar 2023
Schwarze Gardinen (Schatten des Unvorhergesehenen)
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Schwarze Gardinen (Schatten des Unvorhergesehenen)

Am 1. Januar 2023, das Jahr war erst wenige Stunden alt, stand sie am Grab der Großmutter. Martha. Marta, die das "h" einfach strich aus ihrem Leben. Marta. Deren Hochzeitskette sie an besonderen Tagen um den Hals hängte, um Omama nahe zu sein. Marta, die 1923-geborene. 100 Lebens-Jahre würde Marta 2023 feiern, wenn nicht der Tod dazwischen gekommen wäre in den frühen Stunden eines 1. Januars vor fast zwanzig Jahren. Damals wurde sie geweckt durch das Telefon, Silvesternacht-verkatert horchte sie erst den sanften Worten des Onkels. Danach lag sie nur noch bewegungslos da und schrie. Mehrere Stunden dauerte dieser Zustand an bis die guten Menschen aus ihrem Schutzraum sie beruhigen konnten. Damals breitete sich der Schmerz wie ein bleierner Schleier über sie aus und blieb ein paar Jahre. Sie kannte den Schmerz. Seitdem sie ein kleines Kind war. Aber dieser Schmerz war anders. Er schoss bis tief ins Mark. Eine Liebe starb. Vor ihren Augen. Eine Liebe, die vom ersten Tag ihrer Geburt liebte und liebte und liebte. Eine Liebe, die andere starke Lieben überlebte. Eine Liebe, die es prägte, ihr System von Werten und Normen.
19. Januar 2023
125 Maximum / Fragmente einer Erzählung über die Mäntel des Winters, eine DDR-Waage, ganz viel Licht, einen rauchenden Kolben & die Angst
125 Maximum / Fragmente einer Erzählung über Wintermäntel, einer DDR-Waage, ganz viel Licht, einem Kolben und der Angst

125 Maximum / Fragmente einer Erzählung über die Mäntel des Winters, eine DDR-Waage, ganz viel Licht, einen rauchenden Kolben & die Angst

Die Fotokünstlerin erklärt: Leider sehen wir folgende Fotografien nicht: Mein Marmor (das weibliche Model mit dem wohlklingenden Namen Juni) mit erstem hellen Ledermantel und Fellmütze auf rotem Sessel, pinkes Licht von der Seite. Der Marmor raucht und kriecht tief hinein in den noch tieferen Sessel, befreit sich vom Mantel. Danach pustet "Marmor J" den Rauch in einen Kolben aus Glas, sehr engagiert. Und dann, dann werden die Pflanzen (Kakteen und Ziergestrauch in alten Tassen) vom Holztisch geräumt. Auf einen Mantel, der ausgebreitet auf dem Boden liegt. Mit dem braunen Fell nach oben. Der Tisch ist fast leer. Auf dem Mantelfell steht auch eine alte Personenwaage aus der DDR. Sie zeigt an: Maximal 125 KG.
13. Dezember 2022
Nachtschatten (Arbeitstitel: Der Alp)
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Nachtschatten (Arbeitstitel: Der Alp)

Dystopie ist meine Lebensrealität. Die Bäume sind Nutzholz für euch, die Tiere Nutzvieh, die Menschen Humankapital. Wohin mit meiner Wut? Sie wird wachsen und sich von mir lösen und meine Alpträume werden euch heimsuchen. Bis ich selbst zum Alptraum werde, der eure Nächte stört.
2. Dezember 2022
Über-Mich Schmettermensch
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Über-Mich Schmettermensch

Zwei Fotosezionen aus dem November miteinander verwoben Zu sehen zwei Frauen, ihre Namen beginnend mit einem A. Zehn Jahre liegen dazwischen. Eine Dekade, ein Jahrzehnt, ein Dezennium. 2012. 2022. Im alten Rom feierten die Herren Decennalia. Ich feiere auch. Mich. Freiheitlich. Freischaffend. Mit unendlich großer Kampfeskreativität. Stetig. Stoisch. Stolz.
17. November 2022
Hedda – eine Herbstballade
Hedda – eine Herbstballade-fotokunst-antjekroeger

Hedda – eine Herbstballade

Silberblatt, Kratzdistel, Große Klette. Stehen da. Aufrecht erst, dann verheddert durch das eigene Sein und die Resonanz mit ihr. Sie, die voller Pracht all das mitbringt, was das „richtige“ Leben abseits der Mittelmäßigkeit beschreibt. Eine Oktobergeborene. Ein Körper aus Linien, Flächen, Strukturen, Makeln, Rissen, Wunden und totem Material aus Schuppen, Haaren und Härchen, Nägeln. Warm und wollig. Kalt und löchrig. Ein Charakter, der der Mitte nie entsprungen ward. Abseitig und wertschätzend. Emotional stark, wenig narzisstisch. Denkend, nicht festlegend.
26. Oktober 2022
Pulcinella & Pimpinella
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Pulcinella & Pimpinella

Gefährtinnen. Kameradinnen. Freundinnen. Sie tollen unter der mitteldeutschen Sonne des Herbstes.
26. Oktober 2022
TIEFLAND – ein Maskenspiel in zwei Akten
Tiefland – ein Maskenspiel in zwei Akten

TIEFLAND – ein Maskenspiel in zwei Akten

Ich wurde geboren. Hinein ins Tiefland. Das tiefe Land. Ein Land, verschwommen und unscharf. Schön, flach, mit Schlunden hinter den Bäumen. Kalt und starr. Warm und weich. Jahreszeiten verändern den Habitus. Das Schwarz verändert sich im Lichte der Tage und zeigt sich in Millionen Facetten. Ich bin Tochter dieses Landes. In meinem Körper verfestigte sich seit meinem Hineingebären ein dunkler Gedanke der Sehnsucht. Die Sehnsucht, die nur aus diesem tiefen Land stammen kann. Diese dunkle Sehnsucht, die tanzt, als gäbe es keinen Morgen. Die kriecht wie eine Äskulapnatter. Die verschwiegen ist wie die Trappistin. Die laut ist wie der morgendlich nervige Rasenmäher und scharfzüngig wie HH, Heinrich Heine. Dabei passt in dieses Tiefland doch viel mehr der unheimliche Herr Storm.
15. September 2022
Stabilita // Teil II
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Stabilita // Teil II

Ich kippe nicht um, wenn ein Lüftchen zu stark weht. Ich will einfach nicht umkippen. Mein Körper wankt und schwankt zwar, vor allem drinnen. Normal. Aber ich will nicht kippen. Ich versuche, fest zu stehen, auf beiden Füßen. Knie durchgedrückt. Das Becken ein wenig nach hinten geschoben. Oberkörper aufrecht. Brust raus. Kopf angehoben. Innen Aufruhr. Innen Frust. Innen Unsicherheit und Unwissen. Innen Angst und Zweifel. Innen Denken und Fühlen. Innen Aufnahme von Außen. Innen Feuer und Bewegung. Außen aber Stand. Und Stehen. Aufrecht. Und welche Magie. Plötzlich auch Drinnen sicherer Stand, Überzeugung, Wissen, Lust, Ruhe, Festigkeit, Klarheit. Innen und Außen. Das Spiel miteinander. Sich aufeinander einlassen. Den gemeinsamen Klang hören und sich in ihm wiegen. Stabilität erst denken, dann fühlen, dann herstellen.
19. August 2022
Stabilita // Teil I
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Stabilita // Teil I

Ihr seid irgendwie stabil miteinander. Trotz eurer Unsicherheit, Angst und Vorsicht. Wie kommt das? Durch Vertrauen? Durch Zutrauen? Durch Sich-Trauen? Wahrscheinlich ist's die Summe. Wahrscheinlich gibt es da einen Urzustand ganz tief drinnen, auf den ist Verlass, selbst wenn das Außen verrückt spielt oder auch das Innen, das nicht ganz so tief sitzt, meint, es müsse mal am Rad drehen. Wie bei einem Vulkan gibt es in uns einen Kern, der war schon immer da, der ist schon immer fest in seiner Aussagen, an ihm ist nicht zu rütteln. Und genau dieser Kern gibt die Stabilität. lässt uns nicht umfallen, wenn der Wind so stark pustet, dass das Gebäude einkracht. Das Fundament bleibt stabil.
19. August 2022
BRAUCHWASSER
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BRAUCHWASSER

Das dünne Mädchen entdeckte die kleinen Wasserfontänen in der Nähe des Zaunes als Erste. Das Einöden-Eckhaus versprühte das kostbare Gut über den kurzen, grünen Rasen. Das dicke Mädchen folgte ihrer Freundin. Sie wuschen sich ihre staubigschwarzen Hände in den schmalen Strahlen. Danach sammelten sie das Nass in ihren Handkrügen und führten diese zu ihren gierigen, ausgetrockneten Mündern. Dick und Dünn quälte der Durst. Die vergangenen Stunden verbrachten die Mädchen zusammen in den sengenden Sonnen-Schatten der ehemaligen Einöden-Fabrik. Der Schornstein thronte dabei über ihrem Spiel.
11. August 2022
Prag (Juni 2022) – Ein Käfig ging einen Vogel suchen
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Prag (Juni 2022) – Ein Käfig ging einen Vogel suchen

„Sie sind ein Deutscher, nicht wahr?«»Ja«, sagte Karl, »Ich bin noch nicht lange in Amerika.«»Woher sind Sie denn?«»Aus Prag in Böhmen«, sagte Karl.»Sehen Sie einmal an«, rief die Oberköchin in einem stark englisch betonten Deutsch und hob fast die Arme, »dann sind wir ja Landsleute, ich heiße Grete Mitzelbach und bin aus Wien. Und Prag […]
2. August 2022
Chi dorme non piglia pesci
Chi dorme non piglia pesci_Antje Kröger_fotokunst

Chi dorme non piglia pesci

Manchmal ziehen Fischchen ihre Kreise ziemlich weit, zum Laichen legen sie nämlich Kilometer um Kilometer zurück. Der Schwarm bewegt sich, immer. Macht Strecke. Keine Energie rausnehmen, mit Volldampf voraus. Wer steht, der geht. Oder so ähnlich. Auch meine Fischchen haben eine interessante und lange Reise hinter sich. Nicht zum Laichen sind sie nach Mitteldeutschland gekommen. Nein. Nur auf Wunsch einer einzigen Dame. Weil sie sich in dieser kleinen August-Mittagsgasse Camoglis schockverliebte in diese herrlichen Tierchen.
26. Juli 2022
KÖRPER – LEBEN – KUNST
KÖRPER – LEBEN – KUNST

KÖRPER – LEBEN – KUNST

Alles beginnt mit dem, was nicht zu sehen ist. Was zu sehen ist, sieht jeder. Auf Blick Nummer Eins. Wer wahres Interesse hegt, der blickt tiefer. Spätestens mit Blick Nummer Zwei. Ihm oder ihr offenbart sich das, was ich andeute, manchmal auch deutlich mache. Es geht mir um eine Sichtbarmachung für diejenigen, die imstande sind, tiefer zu blicken.
16. Juli 2022
HERmetICA
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HERmetICA

“Wie heißt denn deine Puppe?” Einfache Frage.  Die Antwort für mich selbst ernüchternd.  “Sie hat keinen Namen.” Danach Schweigen. Ich überlege.  War das schon immer so? Meine längste Begleiterin im Leben eine “madame without a name”? In meinem Schlafzimmer sitzt noch eine original DDR-Babypuppe, nur ein paar Jahre jünger als der Lockenkopf. Ich weiß noch, sie kam an einem Weihnachtsfeste zu mir. Wie das Jesuskind. Sie blieb immer namenlos, auch. Vielleicht nannte ich sie “Baby”. 
8. Juli 2022
Saus-Braus-Völlegefühl
Saus-Braus-Völlegefühl_antjekroeger_fotokunst

Saus-Braus-Völlegefühl

Die Welt ist im Krieg! Im Kampf mit der größten Ressource. Im Kampf mit der größten Schwachstelle. Die Welt ist nicht genug, doch alles, was wir haben. Gestaltet nach unseren Vorstellungen – unseren Willen aufgezwungen. Sehenden Auges in die letzte Vorstellung? Der Vorhang senkt sich wider Willen, aber langsam doch, so what... lachend ins Verderben, alle auf Los und dann los! Kopfüber oder Knie in die Weichteile. Wir nehmen, was gegeben und wir krallen, was nicht niet- und nagelfest. Hauptsache viel, Hauptsache ich, Hauptsache frei. Meine Freiheit über allem. Mein Leben über allem und allen.
3. Juni 2022
PETREFAKT – ein (Vor)Spiel
PETREFAKT – ein (Vor)Spiel_analoge Fotografie

PETREFAKT – ein (Vor)Spiel

Unter den nackten Füßen. Hunderte Meter tief. Fossiles. Flammen. Fanal. Durch unserer Münder strömend. Ein unsichtbare Lebenselement – gespeist aus dem sich verdünnendem Blätterwald. Atme. Der Erstickungstod folgt später.
29. Mai 2022
SCHMUCK + IMAGE // DAS GRASSI SCHMÜCKT – Antje als eine von 11 Fotograf*innen
SCHMUCK + IMAGE // DAS GRASSI SCHMÜCKT - Antje als eine von 11 Fotograf*innen

SCHMUCK + IMAGE // DAS GRASSI SCHMÜCKT – Antje als eine von 11 Fotograf*innen

Zum zweiten Mal das Grassimuseum in Leipzig für mich in diesem Jahr, nach der Ausstellung "ANALOG TOTAL_FOTOGRAFIE HEUTE". Eine von elf Fotograf*innen war ich, die den Schmuck des Grassis mit Menschen zusammengebrachte. Letzte Woche begann die Ausstellung. Es war fulminant. Der Schmuck eine Augenweide. Und die Fotos dazu, leuchtend groß, eine wunderbare Ergänzung. Ich durfte sowohl Kuratorin Silvia Gaetti als auch den Leipziger Künstler Thomas Moecker, der diese Ausstellung gestaltet hat, zusammen mit dem sehr besonderen Geschmeide fotografieren. Außerdem habe ich die Museumspädagogin Ute Thieme mit dem Autorenschmuck porträtiert. Besonders mag ich auch den Katalog mit noch so viel mehr Fotografien. Froh bin ich sehr, dass ich ein Teil dieses Projektes sein durfte!
9. Mai 2022
ZEITENWUNDE // Eine Trilogie zum Krieg in der UKRAINE
Masse und Trägheit_Fotoserie Antje Kröger

ZEITENWUNDE // Eine Trilogie zum Krieg in der UKRAINE

Nachdem der Krieg in der Ukraine begann, sammelte ich Material über Material: Worte, Bilder, Symbole. Erst nur, damit ich nichts vergesse würde. Schnell aber merkte ich, dass ich damit auch künstlerisch etwas anfangen und ausdrücken wollte. Und so verwandelte ich eines Tages (dies ist nun schon ein paar Wochen her) mein Atelier in einen Raum voller Krieg, Russland & Ukraine. Fast alle Dinge, die zu sehen sind, habe ich erstanden in der Ukraine oder Russland oder dort eingesammelt oder sie sind Geschenke aus diesen Breiten oder ein Rückblick auf meine DDR-Kindheit, in der die Sowjetunion auch mein großer Bruder war.
18. April 2022
Ukraine: Jüdischer Friedhof Czernowitz (August 2021)
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Ukraine: Jüdischer Friedhof Czernowitz (August 2021)

Ein warmer August-Tag, eine überteuerte Taxifahrt, zwei Friedhöfe, eine Suche nach des Großmutters Grab und sechs Schläfenlocken Die Dichterstadt Czernowitz gehörte erst zur österreichisch-ungarischen k.u. k.-Monarchie, dann zu Rumänien und zur Sowjetunion. Deswegen war ich in diese Stadt gekommen: Der alte, jüdische Friedhof von Czernowitz, 1866 eröffnet. Derzeit zählt er ungefähr 55 000 Gräber. Die […]
9. April 2022
Ukraine: Lwiw, Czernowitz, Iwano-Frankiwsk (August 2021)
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Ukraine: Lwiw, Czernowitz, Iwano-Frankiwsk (August 2021)

Ende März 2022Ich muss die Arbeit an dieser Reisereportage dringend abschließen. Zu viel passiert Stunde um Stunde, Tag um Tag. Marina Weisband sagte die Tage, wenn es so weitergehen würde, sei die Existenz der Ukraine bedroht und nächsten Winter gäbe es dieses Land nicht mehr. Unglaublich. Nicht zu glauben. Schon jetzt gibt es Orte im […]
4. April 2022
Oblast Kaliningrad / Russische Föderation (2004)
Oblast Kaliningrad / Russische Föderation

Oblast Kaliningrad / Russische Föderation (2004)

Warum habe ich diese alten Schätzchen ausgegraben? (Habe übrigens nur mein digitales Werk von dieser Reise gefunden, erst einmal. Die Negativstreifen werde ich im Archiv suchen, dazu muss ich länger abtauchen.) Warum das Zeigen dieser Fotos in diesem Augenblick des Weltgeschehens? Schließlich liegt die Reise fast 18 Jahre zurück. Aber ich erinnerte mich dieser Tage […]
8. März 2022
Destrudo // 101 Spaziergänge auf dem Leipziger Ostfriedhof
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Destrudo // 101 Spaziergänge auf dem Leipziger Ostfriedhof

Mit Sonne auf meinen Schultern 101 mal gelogen. Übertrieben. Gefühlt nur. Nur einmal mit dem analogen Fotoapparat eingefangen. Bisher. Bisher nur begangen, beschaut, befühlt, betreten, beobachtet. Bewegt, beschwingt. Bedächtig. Bewegung ins Spiel gebracht. Die Welt zu weit in der Welt. Statische Mauern innen drinnen abgerissen, das Außen schmilzt zeitlupisch. Abgestützte Grabplatten, das Konterfei eines Sowjets, […]
16. Februar 2022
Zwischen Wind und Wellen
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Zwischen Wind und Wellen

Das ruhige Lichtspiel fasziniert, bevor er, der Sturm, aufzieht. Es sieht aus, als wenn ein blau-anthrazitfarbener Deckel auf einem hellen Schnellkochtopf sitzt. Der Deckel thront erst über dem Topfe, unter ihm blitzen Farben anmutender Schönheit heraus, dann stülpt er sich über, wächst und begräbt den Topf ganz unter sich. Blau wird zu Schwarz und pustet die Helligkeit hinweg. Nur noch Flecken der Leichtigkeit im Universum. Aus Pusten wird Wehen wird Stürmen. Wird Orkan. Ruhe vorbei. Raus aus der Starre. Aus Bunt wird monochrome Schönheit. Aus Stabilität Wanken. Auf Sicherheit folgt Unruhe. Aus der sanften Hügeligkeit des Meeres wachsen Wellen.
7. Februar 2022
Palermo – Italien ohne Sizilien macht gar kein Bild in der Seele: hier ist erst der Schlüssel zu allem (Oktober 2021)
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Palermo – Italien ohne Sizilien macht gar kein Bild in der Seele: hier ist erst der Schlüssel zu allem (Oktober 2021)

Palermo zum Dritten! In eben jenem Anlauf klappte es für Antje endlich, die sizilianische Hauptstadt zu erreichen. Begonnen hatte alles mit einem „Für“, damals bei „Fresse zeigen“. Eine Dame, die für Palermo war, mit der Begründung, dass der palermitische Bürgermeister, Leoluca Orlando, sagte: „Wer in Palermo ist, ist Palermitani“. Das war 2016, zu einem Zeitpunkt, an dem an Palermos Stränden Unmengen an Flüchtlingen anlandeten. Unter welchen Umständen will man sich gar nicht ausmalen. Dies führte zu dem Versuch, eine der Reiserouten, die Antje alljährlich, aus fotografischem Interesse beginnt, in Palermo enden zu lassen. Doppelt wurde ihr das verwehrt. Erst durch Corona, dann durch zu hohe Kosten für Flüge oder zu wenig finanziellen Background, ganz klar war das nicht zu trennen. Eventuell könnte Covid auch indirekt für beide Absagen verantwortlich sein.
18. November 2021
Genua – das Tor der ganzen Welt (August 2020)
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Genua – das Tor der ganzen Welt (August 2020)

Genua ist ehrlich. Gnadenlos ehrlich, wenn sie ihren Gästen zur Begrüßung mehr Ratten vor die Füße schickt, als Menschen vor die Augen. Sie hat eine gezierte Ehrlichkeit, die versteckt. Die das, was doch auf der Hand liegen sollte, erst nur in kleinen Dosen und Ausschnitten zeigt, den geduldigen Gästen, dann aber doch alles gibt, was sie sich vorgestellt haben und dann noch viel mehr. Visionär ehrlich, wenn es die Durchmischung von Menschen zeigt, die Europas Zukunft prägen wird, prägen muss. Es ist jeglicher Hautton vertreten. Worte etlicher verschiedener Sprachen schwirren durch die Luft. Es gibt Clans, Familien groß und in klein, Einzelgänger, freiwillige und dazu gezwungene, es gibt die Gutbetuchten und die Bettelarmen, die Aufgetakelten und die lässig, kaum Bekleideten, Paare und Gruppen, durchmischte und klar aufgeteilte.
18. November 2021
Sonderausstellung: ANALOG TOTAL_FOTOGRAFIE HEUTE_im GRASSIMUSEUM LEIPZIG

Sonderausstellung: ANALOG TOTAL_FOTOGRAFIE HEUTE_im GRASSIMUSEUM LEIPZIG

Ich bin ein Teil davon. Zu sehen von mir sind 50 aus unendlich vielen Polaroids Sonderausstellung: 25.11.2021–03.04.2022 ANALOG TOTAL FOTOGRAFIE HEUTE im GRASSIMUSEUM LEIPZIG „Die 50 aus „unendlich“ vielen Polaroids der Serie Gelebt, Geschöpft, Erzählt von Antje Kröger zeigen einen besonderen und zum Teil kontroversen Umgang mit Polaroid-Sofortbildmaterial im digitalen Zeitalter. Polaroid ist (und war […]
8. November 2021
Haute Couture // Grob Couture
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Haute Couture // Grob Couture

© Antje Kröger / Tobias Crain „Schön/Schönheit (griech. KUAO<;, KUAOV; lat. pulcher, pulchritudo; engl. beautiful, beauty; frz. beau, beaute; ital. bello, bellezza; span. bello, belleza; russ. красота) Im Terrain des »Hedonismus als neuer Matrix der Kultur« dominieren konkurrenzlos das Schöne und die Schönheit als Insignien des Körperlichen. Sie bestimmen die Lifestyle-Konzepte, die Körperkunstspiele und die […]
22. Oktober 2021
Die Vogelmädchen
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Die Vogelmädchen

ist. des herbstes, der seine blätter und früchte zu boden schickt, der der die nacht immer früher einläutet, der der gänsehaut auf menschliche haut tätowiert.
4. Oktober 2021
LA MADRE GRIGIA
LA MADRE GRIGIA

LA MADRE GRIGIA

Eine Serie, die wie ein Stein im Magen liegt und mich bis an den Grund des tiefsten Meeres zieht, ob ihrer Schwere. Eine Serie aus vielen Bausteinen, aus verschiedenen Zeiten, mit unterschiedlichen Materialien und Menschen, analog und digital, in bunt und schwarz/weiß. Selbst in den Spiegel geschaut und anderen den Spiegel hingehalten. Dennoch kaum greifbar, Puzzleteile, die zu einem Ganzen führen sollen, aber nicht können, weil das Ganze zu jedem Augenblick des Lebens ein anderes ist. Gefühlszustände vermengen sich, Sehnsucht und Hass, Liebe und Abneigung, Egalness und Wichtigkeit, Natürlichkeit und Konstruktion, Wahrhaftigkeit und Lüge, Traurigsein und Leichtigkeit.
28. September 2021
Lublin (Juli/August 2021)
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Lublin (Juli/August 2021)

Los. Fahren. An. Kommen. Beide Zustände elementar für das Reisen. In diesen Zeiten gesellt sich übergroße Vorfreude dazu. Möglichkeit hatte sich seit einer bleiernen Ewigkeit nicht verändert. Manchmal war ich kurz an meine Kindertage vor 1989 erinnert. „Frei“ fühlte ich dennoch fast immer. Alles hängt von der Perspektive und dem Wissen (darum) ab. Spontane Entscheidung […]
13. August 2021
Premiere von TRANS – I GOT LIFE beim Filmfest München 2021
Premiere von TRANS - I GOT LIFE beim Filmfest in München_antje kroeger

Premiere von TRANS – I GOT LIFE beim Filmfest München 2021

TRANS – I GOT LIFE // Ein Dokumentarfilm von Imogen Kimmel und Doris Metz Dieser Moment hatte lange auf sich warten lassen. Heute, genau vor einer Woche, flimmerte er endlich anlässlich des Münchner Filmfestes über die große Leinwand des Sugar Mountains: TRANS – I GOT LIFE. Obwohl der Dokumentarfilm nicht flimmerte, sondern sich wie eine […]
9. Juli 2021
Metamorphosis in Wetplates
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Metamorphosis in Wetplates

Seit knapp einem halben Jahr fertige ich Wetplates auf Glas- und Aluplatten an, Nassplattenfotografie heißt der Prozess in der deutschen Sprache. Ich lerne immer noch (dazu) – mit zwei unterschiedlichen Kameras und der ganzen Handhabe in der Dunkelkammer. Ich mag den Prozess so gerne, hab aber auch schon bemerkt, wann ich keine Lust drauf hab: […]
25. Juni 2021
ius naturale
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ius naturale

Der Kopf hängt, die Emotionen verwirbeln zu chaotischen Nestern. Das Leben fährt auf der Überholspur - als Geisterfahrerin. Das Herz schlägt, überschlägt, fehlschlägt kurz, dann wieder zurück zum normalen Rhythmus eines Lebens. Das Auge zuckt nervös, eigentlich nur sein Lid. Das Linke. Übertragung. Der Speichel rinnt langsam aus dem Winkel des Mundes, mehr rechts als links. Anstatt Nest nun Spinnefäden. Die Pupillen ziehen sich zusammen bis zur Starre. Ausnahmezustand? Traumsequenz? Angst? Schock? Trauma? Wahnsinn? Leben? Schreck?
23. Juni 2021
TRANS – I GOT LIFE
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TRANS – I GOT LIFE

Ich weiß noch genau, wie mich Imogen das erste Mal anrief: es war Sommer und ich saß chillig im Garten meiner Mutter. Sie stellte sich mir als Regisseurin vor und erzählte, dass sie mit ihrer Kollegin und Freundin Doris einen Film drehen wolle – über Transsexualität. Sie versuchte mich zu überreden, schnell nach Berlin zu […]
22. Juni 2021
Licht frisst Mänade auf
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Licht frisst Mänade auf

Pflanze-Fleisch-Alles-Aas
3. Mai 2021
Sparus aurata
Sparus aurata_Fotoserie_AntjeKröger

Sparus aurata

Viele Leute, so hat es den Anschein, tun heute, was die kleinköpfigen Reptilien der Vorzeit taten, als sie in die erdgeschichtliche und wohl auch existentielle Kreide gerieten: sie marschierten am Strand auf und gingen nach 50 Millionen Jahren trauriger Landerfahrung zurück ins Wasser, woher sie gekommen waren. Sie binden den Schnorchel vor, schlüpfen in die Flossen […]
10. März 2021
Die LebensHaut
Die LebensHaut_Fotokunst_Antje Kröger

Die LebensHaut

Hauch mich an! Jetzt! Ich will deinen Atem fühlen auf meiner Haut, will Lebendigkeit spüren, deinen Pulsschlag schmecken, deinen Odem riechen, deine Geister zum Duell aufrufen. Hauch mich an! Es gibt andere Optionen nicht für dich, nicht für mich, nicht für uns. Nicht für alle. Auch dann nicht, wenn die Haut dünner zu werden scheint. […]
28. Februar 2021
Balkanreise (Albanien, Nordmazedonien, Serbien) September 2019
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Balkanreise (Albanien, Nordmazedonien, Serbien) September 2019

Februar 2021 (der zweite Versuch, es aufzuschreiben): Endlich kann ich meine letzte Reisereportage auf den Weg bringen. Denn unseren Besuch in Genua, Italien im letzten Sommer wird ja Tobi schreiben. Und mehr Reisen waren aufgrund der weltweiten Pandemie leider nicht möglich. Ich bin ausgehungert und habe Durst nach Welt. Ich vermisse sie. Die Menschen, die […]
11. Februar 2021
Geliebtes Mädchen
Geliebtes Maedchen by antje kroeger

Geliebtes Mädchen

Ich wusste, dass sie mir diese Frage stellen würden. So viele Jahre trafen wir uns schon unregelmäßig, meist, um aus dem ein oder anderen Grund Fotos zu machen. Doch das war schon lange nicht mehr alles. Uns verband ein lockeres Band der Wertschätzung, der Freundschaft, des Austausches. Vielleicht wußte ich nicht um die Frage, vielleicht […]
3. Februar 2021
Kampf der Hüllen der Figuren
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Kampf der Hüllen der Figuren

Text: Tobias Crain Der Vorabend des Heiligen Abends war ihr vorletztes Treffen in diesem seltsamen und ach so langen Jahr. Die junge, sich immer im Aufbruch befindliche, kleine Petite, der Vogeltyp mit den silbernen Haaren auf dem Rücken plus das unsichere zu Sicherheit neigende Geschöpf mit dem schnellen Hass auf der Zunge und der sehnsüchtigen […]
6. Januar 2021
Hinter den Fenstern: Die Trennung
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Hinter den Fenstern: Die Trennung

20202020CCC202020202020CCCCCC2020. Das Jahr, das wir hinter den Fenstern lebten: Laut und leise, angestrengt und easy, lachend und weinend, mit Büchern und Spielen, in Einsam-, Zweisam-, Dreisam-, Viersamkeit. Hausstände, Kontaktnachverfolgung, Homeschooling, Quarantäne (qwarantäne oder karantäne, die Geister scheiden sich daran!), Streit, Liebe, AHA-Regeln, 150 Zentimeter Abstand, Existenzangst, Kurzarbeit, Maskenpflicht, Angst, Depression, Backwahn, Querdenker, Stipendium, Desinfektion, Hamsterkäufe, […]
17. Dezember 2020
Hinter den Fenstern: Die Arbeiterschaft
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Hinter den Fenstern: Die Arbeiterschaft

20202020CCC202020202020CCCCCC2020. Das Jahr, das wir hinter den Fenstern lebten: Laut und leise, angestrengt und easy, lachend und weinend, mit Büchern und Spielen, in Einsam-, Zweisam-, Dreisam-, Viersamkeit. Hausstände, Kontaktnachverfolgung, Homeschooling, Quarantäne (qwarantäne oder karantäne, die Geister scheiden sich daran!), Streit, Liebe, AHA-Regeln, 150 Zentimeter Abstand, Existenzangst, Kurzarbeit, Maskenpflicht, Angst, Depression, Backwahn, Querdenker, Stipendium, Desinfektion, Hamsterkäufe, […]
17. Dezember 2020
Hinter den Fenstern: Der Rabe
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Hinter den Fenstern: Der Rabe

20202020CCC202020202020CCCCCC2020. Das Jahr, das wir hinter den Fenstern lebten: Laut und leise, angestrengt und easy, lachend und weinend, mit Büchern und Spielen, in Einsam-, Zweisam-, Dreisam-, Viersamkeit. Hausstände, Kontaktnachverfolgung, Homeschooling, Quarantäne (qwarantäne oder karantäne, die Geister scheiden sich daran!), Streit, Liebe, AHA-Regeln, 150 Zentimeter Abstand, Existenzangst, Kurzarbeit, Maskenpflicht, Angst, Depression, Backwahn, Querdenker, Stipendium, Desinfektion, Hamsterkäufe, […]
17. Dezember 2020
Hinter den Fenstern: Die Sehnsucht
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Hinter den Fenstern: Die Sehnsucht

20202020CCC202020202020CCCCCC2020. Das Jahr, das wir hinter den Fenstern lebten: Laut und leise, angestrengt und easy, lachend und weinend, mit Büchern und Spielen, in Einsam-, Zweisam-, Dreisam-, Viersamkeit. Hausstände, Kontaktnachverfolgung, Homeschooling, Quarantäne (qwarantäne oder karantäne, die Geister scheiden sich daran!), Streit, Liebe, AHA-Regeln, 150 Zentimeter Abstand, Existenzangst, Kurzarbeit, Maskenpflicht, Angst, Depression, Backwahn, Querdenker, Stipendium, Desinfektion, Hamsterkäufe, […]
17. Dezember 2020
Hinter den Fenstern: Die Freundschaft
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Hinter den Fenstern: Die Freundschaft

20202020CCC202020202020CCCCCC2020. Das Jahr, das wir hinter den Fenstern lebten: Laut und leise, angestrengt und easy, lachend und weinend, mit Büchern und Spielen, in Einsam-, Zweisam-, Dreisam-, Viersamkeit. Hausstände, Kontaktnachverfolgung, Homeschooling, Quarantäne (qwarantäne oder karantäne, die Geister scheiden sich daran!), Streit, Liebe, AHA-Regeln, 150 Zentimeter Abstand, Existenzangst, Kurzarbeit, Maskenpflicht, Angst, Depression, Backwahn, Querdenker, Stipendium, Desinfektion, Hamsterkäufe, […]
17. Dezember 2020
Hinter den Fenstern: Die Künstlerschaft
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Hinter den Fenstern: Die Künstlerschaft

20202020CCC202020202020CCCCCC2020. Das Jahr, das wir hinter den Fenstern lebten: Laut und leise, angestrengt und easy, lachend und weinend, mit Büchern und Spielen, in Einsam-, Zweisam-, Dreisam-, Viersamkeit. Hausstände, Kontaktnachverfolgung, Homeschooling, Quarantäne (qwarantäne oder karantäne, die Geister scheiden sich daran!), Streit, Liebe, AHA-Regeln, 150 Zentimeter Abstand, Existenzangst, Kurzarbeit, Maskenpflicht, Angst, Depression, Backwahn, Querdenker, Stipendium, Desinfektion, Hamsterkäufe, […]
17. Dezember 2020
Homo adipositatis Part VII // Oldtimer
Homo adipositatis Part VII // Oldtimer

Homo adipositatis Part VII // Oldtimer

https://www.falter.at/heureka/ausgabe/202045/4 Klassiker. Oder Narzissmus? Keine Selbstbeweihräucherung. Ich schwöre. Insgesamt 36 Fotowerke habe ich an die Redaktion geschickt. Aus Bildern dieses Sommers und aus schon vorhandenem Bildmaterial zum Thema Adipositas. Dass dabei so viel ausgewählt wurde, wo ich auch Hauptdarstellerin bin, also nicht meine Wahl. Aber ich freu mich. Wie Bolle. Natürlich. Vor allem die Polaroids […]
13. Dezember 2020
Homo adipositatis Part VI // FEIST
Homo adipositatis Part VI // FEIST

Homo adipositatis Part VI // FEIST

https://www.falter.at/heureka/ausgabe/202045/4 Hier findet alles Runde zusammen. Das ist natürlich ganz liebevoll gemeint. Auch diese Fotos haben es nicht in das Heft über Adipositas geschafft, aber ich bin den Fotografien sehr verbunden, weil hier trotz der verwundbar-machenden Zeit der analoge Film und die Polaroidmaschine zum Einsatz kamen. Sinnlich und haptisch und konzentriert und lustvoll. All dies […]
13. Dezember 2020
Homo adipositatis Part V // apfelsinenfarbig
Homo adipositatis Part V // apfelsinenfarbig

Homo adipositatis Part V // apfelsinenfarbig

https://www.falter.at/heureka/ausgabe/202045/4 Ganz knapp nicht geschafft in das Heurekaheft. Unser gemeinsamer Fototag bleibt mir in Erinnerung ob seines Lichtes und der kleinen Kostümschlacht, immer war es bunt und das war auch gut so. Wo fängt Adipositas an? Welches Gewicht macht mensch adipös? Diese Frage stellten wir uns in diesem Sommer häufiger. Ich zitiere die Universität Leipzig: […]
13. Dezember 2020
Homo adipositatis Part IV // böse.verschlagen
Homo adipositatis Part III // böse.verschlagen

Homo adipositatis Part IV // böse.verschlagen

https://www.falter.at/heureka/ausgabe/202045/4 Die ersten Fotos, die ich für den Falter machte, auch wenn sie schließlich nicht für den Druck ausgewählt wurden, waren eine spontane Lokation-Licht-Performance. Ich fotografierte an diesem speziellen Ort im Auftrag. Fertig damit war ich alleine mit mir, dem Licht und diesem speziellen Platz. Die Spätsommersonne knallte. Die Worte an der Wand knallten auch, […]
12. Dezember 2020
Homo adipositatis Part III // PELLUZID
Homo adipositatis Part III // PELLUZID

Homo adipositatis Part III // PELLUZID

https://www.falter.at/heureka/ausgabe/202045/4 Der adipösen Begegnung des Sommers, an deren Ergebnissen ich mich am meisten gerieben hab – heißt nun PELLUZID. Irgendwie wollten die Fotos anfangs nicht so richtig in mein Herz einziehen. Um so glücklicher war ich, dass die Redakteurin ein Bild für die Heureka auserkoren hat. Und nun, nun bin ich emotional bewegt, wenn ich […]
11. Dezember 2020
Homo adipositatis Part II // Das schöne Seeungeheuer
transsexuell dick adipös

Homo adipositatis Part II // Das schöne Seeungeheuer

Dieses Wasserwesen - macht BUMM. Als ich es vor zwei Jahren das erste Mal traf, war dies wie eine Offenbarung. Anders, laut, anders, leise, anders, dick, anders, trans, einfach anders. In diesem Sommer erfreute dieser wunderbare Mensch mich für zwei Tage mit Zigarettenrauch, dreckiger Lache, Geschichten über Lebensgeschichten, Utopien … Und wir ziemlich kreativ miteinander. Aber seht doch selbst! Kein Wunder also, dass sich die Bildredakteurin sogar für zwei Fotos zur Veröffentlichung entschieden hat.
10. Dezember 2020
Homo adipositatis Part I // Das Covergirl
Homo adipositatis Adipositas

Homo adipositatis Part I // Das Covergirl

https://www.falter.at/heureka/ausgabe/202045/4 Den Anfang macht — Mein Covergirl. Schon als ich das Foto mit dem Konfetti vor der roten Wand machte, wusste ich, das hat Potenzial, das knallt. Und was soll ich sagen, als die ersten Entwürfe kamen, musste ich schmunzeln. Mein Gefühl hatte mich nicht betrogen! Kein anderes Foto, das ich eingereicht hatte, hatte diese […]
9. Dezember 2020
AMSTERDAM (JULI 2020)
Amsterdam (Juli 2020)

AMSTERDAM (JULI 2020)

So viele Liter Wasser durch die Grachten läuft, so oft wurden sie schon ihrer Schönheit gerühmt. So viele Speichen, die so entspannt durch die Straßen getretenen Stadträder haben, so oft wurden flachshaarige Niederländer schon auf und mit ihnen beschrieben. Nahezu jeder kennt jemanden, der, wenn nicht selber in Amsterdam gewesen, so mindestens jemanden kennt, der […]
30. November 2020
Trilogie Unernster Reiseentführer // BUDAPEST // Februar 2020 // Die geteilte Schöne
Trilogie Unernster Reiseentführer - Budapest

Trilogie Unernster Reiseentführer // BUDAPEST // Februar 2020 // Die geteilte Schöne

Pünktlich zu Weihnachten. Es gibt noch ca. 20 Trilogien (Preis: 30 Euro plus Versand) zu erwerben. Ihr könnt sie im Video bestaunen, die zusammengebundenen Pakete, wenn ihr die Fotos allerdings in Ruhe anschauen und die so wunderbaren Texte alle lesen mögt, dann schreibt mir eine E-Mail und ich informiere Euch über Lieferbarkeit. Schreibt an: fotos@antjekroeger.de […]
28. November 2020
Trilogie Unernster Reiseentführer // BRÜGGE // April 2019 // Flemish Serenade
Trilogie Unernster Reiseentführer - Brügge

Trilogie Unernster Reiseentführer // BRÜGGE // April 2019 // Flemish Serenade

Pünktlich zu Weihnachten. Es gibt noch ca. 20 Trilogien (Preis: 30 Euro plus Versand) zu erwerben. Ihr könnt sie im Video bestaunen, die zusammengebundenen Pakete, wenn ihr die Fotos allerdings in Ruhe anschauen und die so wunderbaren Texte alle lesen mögt, dann schreibt mir eine E-Mail und ich informiere Euch über Lieferbarkeit. Schreibt an: fotos@antjekroeger.de […]
28. November 2020
Trilogie Unernster Reiseentführer
Trilogie Unernster Reiseentführer

Trilogie Unernster Reiseentführer

Seit dem Sommer liegen die hübschen Reise-Entführer-Heftchen bei mir im Atelier und warten darauf, dass ich sie endlich anpreise. Nie hatte ich Lust. Ich wollte lieber selbst reisen. Reisen. Reisen. Weg aus der Starre von 2020. Weg aus der Enge von 2020. Weg von Dummheit und Populismus. Und dann machten sich einige Trilogien fast von alleine auf die Reise. Besucher*innen in meinem Atelier entdeckten den kleinen Schatz und erstanden schon so einige Exemplare. Und schließlich, auf einem kurzen Ausflug nach Nürnberg erstanden Tobias und ich Prägestempel. Diese sind ab nun natürlich zusätzlich irgendwo zu finden auf dem Produktchen. Aber nun. Nun preise ich. Pünktlich zu Weihnachten. Es gibt noch ca. 20 Trilogien (Preis: 30 Euro plus Versand). Ihr könnt sie im Video bestaunen, die zusammengebundenen Pakete, wenn ihr die Fotos allerdings in Ruhe anschauen und die so wunderbaren Texte lesen mögt, dann schreibt mir eine E-Mail und ich informiere Euch über Lieferbarkeit. Schreibt an fotos@antjekroeger.de
25. November 2020
DISKO PIKKS
schwein maske fotokunst antje kröger adipositas pink

DISKO PIKKS

Die Gräfinnen der Üppigkeit Oink. Meine Lieblingsschweinchen. Sie dancen, lachen, schütteln sich, leuchten, wackeln, schmusen, schwofen, nehmen Raum ein & Herzen. Kein Teller, kein Dollarzeichen, kein Hunger, nichts wird diese Beiden jemals auf eine Schlachtbank führen. Denn sie sind die DISKO PIKKS. Oberrare Sorte. Naturschutz und so. Zusammen sind sie drei Hausschweine schwer. Kein Kilogramm […]
7. Oktober 2020
Schönheit ist, wenn du’s nicht siehst
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Schönheit ist, wenn du’s nicht siehst

Ich wollte doch nur wissen, worin ihre Schönheit wohnt. Als sie flog so schön nah über mir. Dann saß sie da, die Brust gereckt, so voll und stolz. Drehte 's Köpfchen, zeigte mir ein schwarzes Auge, dann das andere. Aus ganz tief in ihr, durch Plusterfedern, drang ihr Gurren wie des Vaters pränatale Stimme zu mir in des Mutters Bauch. Greifen wollte ich in sie, fühlen diese Schönheit. Eindringen wollte ich; sehen der Schönheit Struktur.
27. September 2020
VERDAMMT SCHWER!?
abnehmen_kilos_körperfotos_antjekroeger

VERDAMMT SCHWER!?

Unser Kampf gegen die Kilos, VOX Über ein Jahr ist es nun schon her, dass mich ein Zug von Leipzig nach Köln brachte, um dort Menschen zu fotografieren, die sich von Fernsehkameras dabei begleiten ließen, den Kampf „gegen“ ihre Körper zu dokumentieren. Schon viele Wochen vorher bekam ich diese Anfrage von der Produktionsfirma. Meine erste […]
1. August 2020
Ich „arbeite“ (wieder)
Porträt Antje Kröger

Ich „arbeite“ (wieder)

Der Motor stottert noch. In manchen Momenten sogar heftig. Auch schon abgewürgt habe ich ihn – in den letzten Tagen. Aber er läuft. Interessante Zeiten. Nichts scheint (MEHR) sicher. Mein Terminplan fast immer leer in den vergangenen zwei Monaten; nur die Sonne brannte mit unterschiedlicher Intensität auf meiner Haut. Zwei geplante Reisen ausgefallen. Diverse Workshops […]
18. Mai 2020
TRILOGIE // KAPITAL MENSCH // EPILOG // DIE VERWESUNG
TRILOGIE // KAPITAL MENSCH // EPILOG // DIE VERWESUNG_Antjekroeger

TRILOGIE // KAPITAL MENSCH // EPILOG // DIE VERWESUNG

TRILOGIE // KAPITAL MENSCH // TEIL I // DAS HERDEN(ER)LEBEN TRILOGIE // KAPITAL MENSCH // TEIL II // DIE ZWIETRACHT TRILOGIE // KAPITAL MENSCH // TEIL III // DIE METAMORPHOSE Flügelsurren. Süße Fäulnis. Das große Krabbeln. Durchgesifftes Fleisch. Ekel. Frieden und Ruhe wollen nicht aufkommen, denn das geschäftige kleine Volk macht immer weiter. Etwas verschwindet, […]
8. April 2020
TRILOGIE // KAPITAL MENSCH // TEIL III // DIE METAMORPHOSE
TRILOGIE // KAPITAL MENSCH // TEIL III // DIE METAMORPHOSE

TRILOGIE // KAPITAL MENSCH // TEIL III // DIE METAMORPHOSE

TRILOGIE // KAPITAL MENSCH // TEIL I // DAS HERDEN(ER)LEBEN TRILOGIE // KAPITAL MENSCH // TEIL II // DIE ZWIETRACHT Die letzte Häutung. Verpuppung. Meta-mor-phose. Davor die Ruhe vor dem Sturm. Danach kein anderes Leben (mehr). Nur der Tod folgt. Nur Verwesung wird sich noch ihren Weg bahnen. Zurück in den Kreislauf. Davor die Prüfung. […]
7. April 2020
TRILOGIE // KAPITAL MENSCH // TEIL II // DIE ZWIETRACHT
TRILOGIE // KAPITAL MENSCH // TEIL II // DIE ZWIETRACHT

TRILOGIE // KAPITAL MENSCH // TEIL II // DIE ZWIETRACHT

TRILOGIE // KAPITAL MENSCH // TEIL I // DAS HERDEN(ER)LEBEN Zank. Zwietracht. Zähmung. // Zwang. Zappelndes. Zähnefletschen. // Zaudernd. Zeigend. // Zaun. // Zeit. Zeichen. Zeitenstrom. // Zeitgeist. Zeitvertreib. // Zepter. Zerbrochen // Zerfallen. Zerfetzt. Zermatert. // Zerfließen. Zerreissen. Zerschmettern. // Zeugnis! // Zwischenspiel. // Zimmer. Zartheit. Zikaden. Zischelwind. // Zwischenraum // Zorntrunken. Zitternd. Zornesfalte. […]
29. März 2020
TRILOGIE // KAPITAL MENSCH // TEIL I // DAS HERDEN(ER)LEBEN
trilogie_kapital_mensch_das_herden(er)leben_antje_kroeger

TRILOGIE // KAPITAL MENSCH // TEIL I // DAS HERDEN(ER)LEBEN

Fotos: Antje Kröger / Tobias Crain Prolog Schaf. Stier. Schmetterling. Aufgeladen mit Symbolik. S // S // S. Zufall? Ja. Gibt es den denn? Ich weiß es nicht. Aber ich nehme ihn an. Schaue ihm ins lächelnde Gesicht. Er, der ja nun unwiderruflich männlich ist. Oder gibt es auch daran schon etwas zu rütteln? Froillein […]
23. März 2020
Das Leben des Monsieur Adam Kautz
fotokunst_antjekroeger

Das Leben des Monsieur Adam Kautz

Für meinen Protagonisten wähle ich bewusst einen anderen Namen, lautmalerisch ähnlich in der Realität. Warum? Ich will erzählen. Künstlerische Freiheit, um eine Begegnung, die mich weich umarmte und hart erinnerte, zu interpretieren. Acht Kapitel. Gefühlt, in drei Tagen. Text und Foto verbinden sich durch die Art, wie Du liebe(r) LeserIn und Du liebe(r) BetrachterIn diese Aussagen meinerseits miteinander verwebst.
9. März 2020
Sarah Lesch and me
Künstlerfotos Antje Kröger

Sarah Lesch and me

Ich traf Sarah zum ersten Mal während unseres Projektes FRESSEZEIGEN statt FRESSEHALTEN im letzten Sommer. Sarah lernte mich schon früher kennen – durch meine Fotos. Aber ein Zusammenkommen sollte noch dauern. In den letzten zwei Monaten haben wir dann aber rangeklotzt. Fotobegegnung für das neue Album, das im Mai 2020 erscheinen wird, Videodreh für ihre […]
28. Februar 2020
Breslau – Expressway (Dezember 2019)
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Breslau – Expressway (Dezember 2019)

Text: Tobias Crain Zwischen den Jahren. Eine so schöne Bezeichnung für diese Tage vom 27. bis zum 31. Dezember, 13:45 Uhr, Zeit zur Einkehr, zum Abschalten, Runterkommen nach den immer turbulenter werdenden Weihnachtstagen. Tage im Zwielicht, das Dunkel braucht lange, um das Licht ans Licht kommen zu lassen, gibt nie den Tag auf, klammert sich […]
18. Februar 2020
Neapel – Lasciate ogni speranza, voi ch’entrate! (Mai 2019)
Neapel by Antje Kröger

Neapel – Lasciate ogni speranza, voi ch’entrate! (Mai 2019)

Meine acht Tage in Neapel, wundervolle Frühjahrstage, waren famos. Viele große und kleine Geschichten konnte ich in Neapel einsammeln, erleben, fühlen…Welch ein wunderbarer Ort dies ist, wie laut, wie dreckig, wie einfach, wie sonnig, wie streitend, wie künstlerisch, wie ästhetisch, wie offen, wie überraschend, wie hügelig, wie gefährlich, wie ruhig, wie emotional, wie lecker, wie […]
14. Februar 2020
Marasmus
marasmus_by_antjekroeger

Marasmus

Stopf, stopf. Kotz, kotz.
11. Februar 2020
anundfürsichSEIN
anundfürsichSEIN_Fotoserie von Antje Kröger

anundfürsichSEIN

Sie ruft diese Geister nicht. Ein Kommen und Gehen, von Zeit zu Zeit. Einer von ihnen tritt auf, bleibt, geht wieder. Abschlag. Der nächste ist an der Reihe. Manchmal besteigt eine halbe Fußballmannschaft die Bühne, dann mal wieder einer, der sich klein gemacht hat, ganz klein, aber so beharrlich ist, dass es schwer ist, ihn wieder abzuschütteln. Manchmal ist das Haus voll. Geisterhaus. Die Geister feiern, schnattern, warten ab, sind ganz still und ganz laut, von einem Moment auf den anderen. Sie sind wunderschön und abscheulich hässlich.
31. Januar 2020
ANTIPÖSE STÜCKE
antipoesestuecke_podcast

ANTIPÖSE STÜCKE

Seit Ende letzten Jahres bin ich eines von DREI Antipösen Stücken. Ich bin so wundervoll verzückt mit den beiden Prachtweibern Katharina Sophie Hautmann und Ulrike Lichtenberg einen Podcast über das Dicksein zu produzieren. Einmal in der Woche, nämlich immer freitags, sprechen wir, die wir alle drei uns irgendwie künstlerisch betätigen und gülden sind, über das […]
10. Januar 2020
Charkiw (Ostukraine, Februar 2019)
Charkow (Ostukraine, Februar 2019)

Charkiw (Ostukraine, Februar 2019)

Charkiw ist nach Kiew mit rund 1,5 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Ukraine und mit 42 Universitäten und Hochschulen das nach Kiew bedeutendste Wissenschafts- und Bildungszentrum des Landes. Die Stadt liegt im Nordosten der Ukraine an der Mündung des Flusses Charkiw in den Lopan und des Lopan in den Udy. Wikipedia 8. Februar 23.59 […]
14. Dezember 2019
Wien, Ostrava, Krakau, Oświęcim (Auschwitz) – Juli 2018
Wien Antje Kröger Fotokunst

Wien, Ostrava, Krakau, Oświęcim (Auschwitz) – Juli 2018

Wien, Ostrava, Krakau, Oświęcim (Auschwitz) - Juli 2018
9. Dezember 2019
Ambivalenz aushalten. Vom Sehen und Sein
Ambivalenz aushalten. Vom Sehen und Sein_Antje Kröger

Ambivalenz aushalten. Vom Sehen und Sein

Antjes Blick auf ihn interessiert mich. Ich will wissen, wie sie ihn sieht. Ich arbeite jeden Tag mit Worten, aber ihn mit Worten zu beschreiben, gelingt mir nicht. Etwas musste durch ihn hindurch, von dem ich nicht weiß, was es ist. Ich komme nicht darauf, nicht mit Schreiben, nicht mit Familienaufstellung, nicht mit anderen Blickwinkeln.
2. Dezember 2019
Wüst Geweiht
Wüst Geweiht Antje Kroeger

Wüst Geweiht

Sechs Kilometer in der Stunde schnell oder langsam schippert Hermine, die hübsche Hausbootgefährtin, Korppi und mich auf verschiedenen Wassern (flämische Flüsse, Nordsee, Elbe, Havel) nach Mecklenburg Vorpommern im deutschen Lande. Das ganze ein riesiger Zufall. Wir wollten gar nicht hinweg aus Belgien. Wir suchten dort doch nach des Raben Stimme. Aber es sollte eben anders […]
27. November 2019
stigMA
stigMa_antjekroeger.de

stigMA

Wird etwas als Stigma bezeichnet, drückt dies aber nicht nur die Stärke der sozialen Unerwünschtheit gegenüber einer Eigenschaft oder Handlung einer Person aus, etwas als Stigma zu bezeichnen impliziert auch, dass es keines sein sollte, dass die Diskreditierung des Stigmaträgers moralisch falsch ist. Der Stigma-Begriff Ervin Goffmans. Verwendung und Möglichkeiten zur Beschreibung von Devianz und […]
21. November 2019
Totenhaus – Tastenrabe
tastenrabe_fotokunst_antjekroeger

Totenhaus – Tastenrabe

Ich träume wirr, ich träume schwer, ich träume prophetisch, etwa? Korppi flattert durch meinen Traum oder flattert er durch meine enge Kajüte? Ist er verrückt? Das Hausboot schaukelt. War etwa Wind aufgekommen, gar Sturm. Bin ich wach? Bin ich hier? Bin ich zwischen den Welten (gefangen)? Sturm, Welt, Schwere. Schlummer. Lass mich doch schlummern. Ich […]
20. November 2019
Braderie de Lille 2019
Braderie de Lille 2019

Braderie de Lille 2019

Tobias hat (wie immer) einen so wundervollen Text über unser Lille-Abenteuer geschrieben, dennoch, ein paar Stichworte muss ich noch loswerden über dieses Wochenende… Kein Hostel mehr frei, kein Air-BnB-Zimmer mehr zu haben, unter keiner Brücke wollte man uns beherbergen an diesem ersten Septemberwochenende 2019. Gar außer Landes mussten wir übernachten. Taten dies im belgischen Gent. […]
18. November 2019
Kapitän Rabe
Kapitän Rabe_Fotokunst_Antje_Kroeger

Kapitän Rabe

Besagte Lampe zeigt meinem Korppi den Weg auf und bringt den Raben sicher per Flügelschlag-Express nach Westen, nach Belgien, nach Gent. Ich nehme die Kutsche, die seit Jahren in der schloss-eigenen Garage zum Dahinvegetieren verurteilt ist – bis heute. „Entstaube dich schönes Gefährt“, raune ich ihr zu. Madame schüttelt sich unverzüglich und damit all den […]
29. September 2019
Das Konklave der Narren
Das Konklave der Narren_Fotoserie von Antje Kröger

Das Konklave der Narren

Verhalten sitzen sie an ihren Plätzen, sofern sie können, beäugen sie sich argwöhnisch. Den wenigsten gefällt, was sie sehen. Erst recht nicht dieser Zeremonienmeister. Eine Einführung der Moderne, die ihnen als uraltes Ritual verkauft wird. Der erpicht darauf ist, dass alte Bräuche auch in neuen Zeiten nicht an Kraft verlieren. Mit einem neuen Tanz eröffnet er. Dass dieser Klotz überhaupt zu Bewegung fähig ist, und dann noch zu so graziler, erstaunt die anwesenden Verwesenden sehr.
22. September 2019
Rabeneinführung
Fotokunst Antje Kröger Tobias Crain

Rabeneinführung

Arbeitstitel sind schnell gefunden (meist). Sie kommen einem ohne vieles Nachdenken in den Kopf, werden benutzt, damit später noch einmal in Ruhe in sich gegangen werden kann, um den endgültigen Titel eines Werkes auszugraben. Manchmal bleibt’s beim Arbeitstitel, erster Impuls. Selten für ausreichend empfunden. Selten überlebt. Hier nun sitzt, wackelt und hat er Luft. Nichts […]
4. Juli 2019
Hunger — Part II
hunger_fotoserie_antjekroeger

Hunger — Part II

Hier geht es zu: HUNGER PART I Satt. Der Europäer ist satt. Was passt noch in ihn rein? Oberkante Unterlippe. Noch eine geschredderte Kükenfeder mehr und es quillt aus ihm raus.Satt. Er ist es noch immer, der Europäer. In ihn geht nichts mehr rein. Bis unter die Haarspitzen. Noch eine neue Unterhaltungssequenz und sein Kopf […]
21. Juni 2019
Mensch-Maschine | m e n s c h-moral | MENSCH-VERNUNFT-MENSCH
Menschmaschine Fotokunst Antje Kröger

Mensch-Maschine | m e n s c h-moral | MENSCH-VERNUNFT-MENSCH

Und ich hatte mich gerade bei diesem Punkte besonders aufgehalten, um zu zeigen, dass, wenn es solche Maschinen gäbe, welche die Organe und die äußere Gestalt eines Affen oder irgendeines anderen vernunftlosen Tieres hätten, wir nicht imstande sein würden, sie in irgend etwas von jenen Tieren zu unterscheiden; während, wenn es unsern Körpern ähnliche Maschinen gäbe, die […]
11. Juni 2019
Dīngyǒu | F E U E R H A H N
Feuer, Hahn, Hase, Fotokunst, Antje Kröger, Masken, Leipzig Feuer

Dīngyǒu | F E U E R H A H N

Gerade hatte ich das Rennen gegen die Igel überlebt. Warum? Weil ich nicht bis zum 74. Rennen (als könne ich meinen Tod -voraus-ahnen) blieb. Ehrlich gesagt: Ich hatte die Flinte ins Korn geschmissen, schon nach Runde 65, glaube ich, einfach aufgegeben, Schwäche gezeigt, meinen Hochmut in die Tasche gepackt. So genau zählte ich unsere Versuche natürlich nicht mit und den "Betrug" ahnte ich nicht einmal. Meine Schuld, ich weiß schon. Ich änderte diesmal mit meiner Aufgabe und meinem Überleben mir nix dir nix den Lauf der Geschichte. Warum? Weil ich unbändige Lust hatte, weiterzuleben, nicht einfach tot umzufallen in Runde 74. Ich wankte schon gehörig, aber ich fand den Absprung, der letzte Instinkt Hase in mir fand ihn, streckte dem Igel (Herrn oder Frau, wer weiß) meine Pfote entgegen, gratulierte zum Sieg und zog von dannen.
9. Juni 2019
Wälin und Straßenköter (ver)zaubern (gemeinsam) – FOTOWORKSHOP: Licht, Gestaltung, Farbe
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Wälin und Straßenköter (ver)zaubern (gemeinsam) – FOTOWORKSHOP: Licht, Gestaltung, Farbe

Dieser Workshop stand unter besonderem Stern. Reisen und Feuer waren ihm vorausgegangen. Ich auf Anschlag energetisiert. Zum ersten Mal verzauberte ich mit meiner fotografischen Lehre nicht alleine, sondern ein "handzahmer Straßenköter" war mit von der magischen Partie; er stand, lag, kroch, fiel vor der Kamera, aber vor allem begeisterte er die Teilnehmer mit seinen Texten über jeden von ihnen. Da kullerte die ein oder andere Träne aus dem Knopfloch. Auch aus meinem. Übrigens.
6. Juni 2019
BRNO-BRUGGE-(mehr B.soon)
Brno_AntjeKroeger_TobiasCrain

BRNO-BRUGGE-(mehr B.soon)

Alle eifrigen Leser (Ja, Leser, nicht nur Blicker, Blicker könnten es übersehen haben.) dieses fotozentrischen Blogs haben es sicher schon bemerkt oder gar schon zu spüren bekommen. ANTJE MACHT JETZT DRUCK! Und nein, mit eurem TRÜMMER-Exemplar ist die Sache noch nicht abgehakt. Die sehr geliebten unter euch (okay, auch die, die finanziell sehr stark in […]
4. Mai 2019
O–rakel
O--rakel_Fotoserie_AntjeKroeger

O–rakel

Die Kunde aus der Anderswelt ist für dich schwer zu ertragen. Die scheinbare Endgültigkeit, die Nicht-Mehr-Einflussnahme, die gefallene Entscheidung. Doch, bedenke - die Botschaft hat nur eine Relevanz in dieser Realität. Die Überbringerin lächelt dich an, wenn auch DU es schaffst, dein Lachen nicht zu verlieren, sie schenkt dir Energie, weiterhin, wenn DU die Flügel nicht einknickst, sie ist auf deiner Seite, wenn DU erträgst. Sie orakelt, zeigt auf die Veränderung, mitunter macht sie kaputt, zerschlägt, wirbelt durcheinander. Aber, und da musst DU ihr einfach vertrauen, braucht es diese Energie, um wieder zu kreieren, um zu schaffen, zu gestalten, neu zu atmen, zu er-leben. Habe keine Angst und schau ihr in die Augen. Schaue in dich, durch SIE ...
13. April 2019
BRNO (Oktober 2018) Moravian Rhapsody
BRNO_Antje Kroeger

BRNO (Oktober 2018) Moravian Rhapsody

Diese Reise drängelt sich vor. Meine sommerliche Fahrt von Wien nach Auschwitz wird bald folgen. Warum darf sie sich denn vordrängeln? Ganz einfach, weil sie ja schon fix und fertig daliegt. Warum das? Weil ich den besonders unterstützenden Menschen meiner TRÜMMER eine zusätzliche Freude bereiten wollte. In einer Auflage von 40 Exemplaren druckten Tobias Crain […]
1. April 2019
Friederike Bernhardt // Hänsin Dampf in vielen Gassen // Künstlerfotos
Künstlerfotos Antje Kröger

Friederike Bernhardt // Hänsin Dampf in vielen Gassen // Künstlerfotos

Wäre SIE männlich, würde ich wohl schreiben, ER ist ein Tausendsassa. Nun ist sie aber zum Großteil weiblich, weswegen ich mich eben für Hänsin Dampf in vielen Gassen entschieden habe. Eine "schöne" (Wer mich kennt, weiß, dass ich dies im wenigsten Sinne auf das Äußere beziehe, aber könnte ich in diesem Fall ja eindeutig!) Hänsin, eine Hä(n)sin, mit vielen Projekten, mit viel Musik, Theater and so on.
29. März 2019
Spanien – Saragossa, Bilbao, Santander, Barcelona (Mai, Juni 2018)
Saragossa, Bilbao, Santander, Barcelona, Spanien

Spanien – Saragossa, Bilbao, Santander, Barcelona (Mai, Juni 2018)

Ich hänge zurück mit meinen Reisereportagen. Gründe gibt es dafür zahlreiche. Wichtigster ist wohl, dass mir bisher die Muße zum Schreiben fehlte. Mein Buch TRÜMMER (Anfang März 2019 war es endlich soweit!) wollte geboren werden, dafür verflogen die meisten Stunden, Tage, Wochen und Monate meines Lebens. Aber auch neue Reisen, Aufträge, Workshops, Shootings nahmen mir […]
26. März 2019
„Reisegruppe Strukturlos“ auf dem Weg in den Kreißsaal der TRÜMMER
Trümmer Antje Kröger

„Reisegruppe Strukturlos“ auf dem Weg in den Kreißsaal der TRÜMMER

TEXT: TOBIAS CRAIN VIDEO: PAUL THOMAS Eine kurze Beschreibung über eine Fahrt mit abwrackreifen Gefährt in eine Region des Regens mit allerlei lustigen, ergreifenden, spannenden und herausfordernden Zwischenfällen, die aber allesamt gut ausgehen (für fast alle, eine bekannte Person wird sterben, aber das war ein Versehen). Unsere Reise begann schon einen Abend vorher mit dem […]
18. März 2019
TRÜMMER – Hier sind SIE
Trümmer Antje Kröger

TRÜMMER – Hier sind SIE

Vorgestern war es soweit, Fahrt in die Druckerei, um endlich das Werk an-zu-sehen! TRÜMMER. Ich hatte von Olaf, dem wunderbarsten Graphiker der Welt, schon gehört, dass der Prototyp zauberhaft sei. Aber natürlich wollte ich selbst schauen, anfassen, riechen und mir meine Meinung bilden. Ein paar Stunden Autofahrt mit zwei coolen Boys meines Lebens, Beruferaten unterwegs […]
6. März 2019
Podcast Bildbesprechung Antje Kröger
Antje Kröger

Podcast Bildbesprechung Antje Kröger

Ein weiteres Podcast-Gespräch gibt es in den Weiten des Internets von mir zu hören. Mit Martin sprach ich lange über meinen Ansatz der Fotografiekunst, wie ich zu all dem überhaupt kam, meine Workshops, mein Buch TRÜMMER. Ich redete und redete…Wer es hören mag…folge dem Link… https://www.martindoersch.at/2019/02/bb076-antje-kroeger/
21. Februar 2019
Konzentration
Konzentration Fotoserie Antje Kröger

Konzentration

Es war ein vielfältiges Leben, das ich in diesen wenigen Grinzinger Jahren führte. Es war so widersprüchlich, daß ich wohl kaum alles zu bestimmen vermag, woraus es bestand. Alles was dazugehörte, empfand ich gleich stark und obwohl zu Zufriedenheit kein Grund war, erlag ich auch keiner Bedrohung. An meinem eigentlichen Vorhaben hielt ich hartnäckig fest. […]
5. Februar 2019
Die Wälin
Die Wälin Fotoserie Antje Kröger

Die Wälin

Wasser hat keine eigene Farbe, es ist die Welt ringsherum, die ihm seine Farbe verleiht, die Spiegelung des Himmels, der Umgebung, Wasser ist nie einfach nur Wasser.Wasser nimmt alles auf und wirbelt um alles herum, mit dem es in Berührung kommt.Wasser ist Humus, Sand, Lehm, Plankton.Wasser färbt sich vom Boden, den es bedeckt.Wasser spiegelt die […]
21. Januar 2019
Epiphanie
Epiphanie Fotoserie Antje Kroeger

Epiphanie

Nicht alle blitzartigen Erscheinungen sind zwangsläufig fragmentarischer Natur. Eine Epiphanie ist kein Fragment. Ein Orgasmus ist kein Fragment.
13. Januar 2019
Fuchs-falle
Fuchs-falle, Fotoserie von Antje Kröger

Fuchs-falle

Er nimmt aus der Innentasche seiner Jacke eine Rasierklinge. Er packt sie aus, legt das Papier neben sein Knie. Er schneidet dem Fuchs den rechten hinteren Fuß ab.
4. Januar 2019
praeteritum praesenti futarae
praeteritum praesenti futarae

praeteritum praesenti futarae

Die ZEIT spielte in meinen letzten Workshops und Coachings 2018 die Hauptrolle. Ein großes Thema, dass ich mir und meinen Schülern da aufgetischt habe, ein Thema voller Ecken und Kanten, voll von Verwirrungen, Definitionen, Fallstricken, subjektiven Wahrnehmungen, Festlegungen.
27. Dezember 2018
praeteritum
praeteritum fotoserie antje kroeger

praeteritum

Ein Leben im Gestern, nicht von gestern. Wer war ich? Warum war ich? Warum bin ich nun? Was war vor mir? Wer hat mich geschaffen? Wie viel gestern steckt im Heute und im Morgen?
27. Dezember 2018
praesenti
praesenti Fotoserie Antje Kroeger

praesenti

Im Hier und Jetzt zu sein, die Königsklasse in so einem Leben. Der Blick nach rechts – in die vergangenen Momente, in das Gewesene, in das bereits durchlebte, in das Bekannte, in die Sicherheit von Trauma oder Geborgenheit von Schmerz, in die kindlichen Momente, in die Naivität des Seins, die Fehler der Vergangenheit, geblickt in die vielen ersten Male, das Wachstum, das Entdecken, die Neugierde, den kindlichen Rausch...
27. Dezember 2018
futarae
futarae fotoserie antjekroeger

futarae

In meinen Gedanken war immer mehr morgen als heute. Als Kind dachte ich vor allem an den Tod. Das waren dunkle, schwere Gedanken. Und dann dachte ich noch an Freiheit, da war ich wohl schon ein wenig älter.
27. Dezember 2018
Noch 10 Tage TRÜMMER vorbestellen
TRÜMMER UND FRIEDEN

Noch 10 Tage TRÜMMER vorbestellen

ENDSPURT Eine Menge Vorbestellungen und ein großes Interesse. Vielen Dank dafür. Aber hört nicht damit auf, noch sind zehn Tage Zeit. Die limitierte Auflage wird im Februar 2019 übrigens von Daniel und mir durchnummeriert, so dass ihr wirklich ein sehr individuelles Stück Kunstwerk in den Händen haltet. Übrigens, wer noch ein Weihnachtsgeschenk braucht, wir haben […]
20. Dezember 2018
graphicus
graphicus Fotoserie Antje Kröger

graphicus

leibhaftig- schleppt er sich durch seine welt. kraftvoll, kraftraubend, kräftig nach außen (weich nach innen), suchend, wollend, ungeduldig. der körper trotzt, meist, der geist immer öfter am anschlag, alles andere schläft, gähnt, strauchelt. katharsis. waschung. neu-geburt.  – uiuiui –  quell, raum, tat. 
13. Dezember 2018
„not so urban podcast-Nr.13“ mit Antje Kröger
polaroid antje kroeger

„not so urban podcast-Nr.13“ mit Antje Kröger

Podcast – seit Jahren mein Lieblingsmedium nach der Fotografie. Nun durfte ich endlich mal aktiv an einem teilnehmen. Das schreibt Andreas auf seinem Blog: „Die Fotokünstlerin Antje Kröger aus Leipzig veröffentlicht gerade ihr erstes Buch „Trümmer“ . Grund genug sich ihr Werk einmal genau anzuschauen. Und ihr zu zuhören, wie sie die Kunst, die Menschen […]
11. Dezember 2018
Halbzeit – noch bis 31. Dezember kann TRÜMMER vorbestellt werden
TRÜMMER Bilderbuch Antje Kröger

Halbzeit – noch bis 31. Dezember kann TRÜMMER vorbestellt werden

HALBZEIT! Knapp 100 Vorbestellungen. Vielen Dank dafür. Aber hört nicht damit auf, noch ist einen Monat Zeit. Die limitierte Auflage wird im Februar 2019 übrigens von Daniel und mir durchnummeriert, so dass ihr wirklich ein sehr individuelles Stück Kunstwerk in den Händen haltet. Übrigens, wer noch ein Weihnachtsgeschenk braucht, wir haben auch einen Gutschein für […]
2. Dezember 2018
Continuation
Continuation, Fotoserie Antje Kröger

Continuation

Tick tack, tick tack, tick tack – das ist das Geräusch der Uhr, der analogen wohlgemerkt, das uns wissen lässt,  Zeit schreitet voran.  Physikalische Zeit. Universums-Zeit. Mehr als ebendiesen Rhythmus braucht es nicht, keine Ziffern, keine Zeiger, um zu erahnen, nichts ist fest, nichts ist still, nichts ist gleich, die Bedingungen ändern sich. Fortwährend. Schwer […]
2. Dezember 2018
CAMERA OBSCURA
CAMERA OBSCURA, Fotoserie von Antje Kröger

CAMERA OBSCURA

Nur durch ein einziges, winziges Loch dringt Sonnenlicht herein, die Jalousie scheint um das Loch herum fast zu glühen, und auf der Zimmerwand schwebt sacht ein auf den Kopf gestelltes Bild. Eine mächtige Eiche, Pappeln, ein Park. Nahes Glockengeläut ist zu hören, die letzten Schläge. Und da ist eine Stimme. »Was ist das?« Und da […]
29. November 2018
ностальгия
Fotoserie Antje Kröger

ностальгия

Sie saßen nebeneinander und schauten abwechselnd in das Licht des kleinen Gerätes, das noch vor ein paar Stunden auf dem Flohmarkt zwischen all dem anderen Kleinkram gelegen hatte. Auf einmal aus der Stille heraus knallten seine Worte an ihre Schädeldecke: „Ich liebe Kizhi.“ Aha. Für sie war die Liebe zum russischen Land nichts NEUES, die […]
8. November 2018
TRÜMMER ist endlich fertig und kann vorbestellt werden
TRÜMMER Bilderbuch Antje Kröger

TRÜMMER ist endlich fertig und kann vorbestellt werden

In den letzten sieben Monaten habe ich neben meinen Foto-Reisen, Jobs, Fotoshootings und dem normalen Wahnsinn Leben zusammen mit dem Autoren Daniel Noack ein Bilderbuch kreiert, ein Buch meines künstlerischen Schaffens. Fotos und Texte, Texte und Fotos. TRÜMMER. Eine wunderbare Reise war das, eine Reise durch zwanzig Jahre (meine) Fotografie. Alles in eine Form gebracht […]
31. Oktober 2018
Antwerpen (Mai 2018)
antwerpen by antjekroeger

Antwerpen (Mai 2018)

„Ich habe einmal einen Film gesehen, der in Antwerpen spielt und von den dort lebenden Juden erzählt. Der Streifen basiert auf einem Roman mit dem Titel „Zwei Koffer voll“ von Carl Friedman. Es geht um die Shoah, es wird gezeigt, wie die Juden in der Zeit des Dritten Reichs aus Antwerpen deportiert werden, in Konzentrationslager […]
25. Oktober 2018
nefspiçûkî

nefspiçûkî

Wir trafen uns irgendwann einmal online. Unter seinem Foto mit diesem Bart stand: „Ich bin kein Terrorist!“ Das fand ich lustig. Eines Abends begegneten wir uns offline. Wir redeten, so viel, über seine Heimat -den Irak-, seine Flucht, die solange zurück liegt, über Krieg und Religion, Drogen und Tanzen – und den Tod. Danach verloren wir […]
16. Oktober 2018
Kontinuum
Kontinuum - Fotoserie Antje Kröger

Kontinuum

Die physische Zeit schreitet voran, immer gleich, immer. Kein Druck, keine Abweichungen, kein schneller oder langsamer. Sie war, sie ist, sie wird sein. Ein immer währender Zustand. Deswegen kannst Du auch nicht aus der Zeit fallen. Nur dein Rhythmus tanzt aus der Reihe. Du bestimmst deine Taktung selbst,  ich meine, die Gesellschaften ihre. Bis hierher dachte ich immer, es gäbe ein davor, ein jetzt und ein danach. Dabei bemerke ich nun, da ist ein Kontinuum. Mein Wissen lässt mich lächeln!
14. Oktober 2018
Von Sirenen und Walgesängen
Polaroid Antje Kröger

Von Sirenen und Walgesängen

Der getötete Wal geht rasch in Fäulnis über. Schon einen Tag nach seinem Tode ist er zu einer ungeheuren schwammigen Masse angeschwollen, und gar nicht selten treiben die sich entwickelnden Gase den Leichnam so auf, daß er unter heftigem Knall berstet und dabei einen unerträglichen Gestank verbreitet. Gewöhnlich haben die Walfischfänger ihre Arbeit schon beendet, […]
23. September 2018
Melpomenē
Melpomenē-Fotoserie von Antje Kroeger

Melpomenē

Cold had I callousedWalls were raised to bear the weightI’d not takeToo slow were my sensesMuted musings lost their wayDisconnectedOnly silence remainedHolding my breath in the darkGasping for airWith the lungs of a lark Melpomene, The Dear Hunter Es ist die Erinnerung, die schlägt mit ihren großen schwarzen Flügelngegen das fragile Heute.Es ist die Hoffnung […]
22. September 2018
Blick mich, ich blick dich
aktfotografie antjekroeger

Blick mich, ich blick dich

Gestern noch war alles klar. Klarheit im Unklaren. Unklarheit als sicheres Geländer zum Hangeln an den Gruben. Entlang des Lebens. Immer schön nah dem Abgrund. Mutig, unmutig. Theater. Drama. Wechsel. Rausch. Wahllosigkeit. (I see a darkness)
6. September 2018
Sofia, Bulgarien (März 2018)
Sofia, Bulgarien, Antje Kröger, Reisefotografie

Sofia, Bulgarien (März 2018)

Als ich ankomme, fremdele ich.Sofia, die Hauptstadt von Bulgarien, ist in diesem Jahr der erste Ort, an dem ich mich nicht gleich wohlfühle.Berlin-Sofia eine Flugreise von zwei Stunden. Ich breche im winterlich abendlichen Berlin auf, komme im dunklen, noch winterlicheren Sofia an. Die S-Bahn bringt mich in mein Hostel im Zentrum, ein leichter Weg. Zum […]
19. August 2018
Schelmischer Tauchgang
Schelmischer Tauchgang_Fotoserie Antje Kroege

Schelmischer Tauchgang

Mein Schelm ist mit mir untergetaucht. Ganz hinab in die Tiefe und wieder hinauf. Eine neue Leidenschaft. Entbrannt. Bei mir und ihm (ihr). Die Welt unter_dem_Wasser… Es ist so verschlingend dieses Wasser. Es ist so schmeichelnd dieses Wasser. Es ist so grabestief. Es glitzert. Es lacht. Es riecht. Es schäumt. Es ruft. Es schmerzt. Es […]
10. August 2018
Todestanz_Part VII
Fotokunst Antje Kröger

Todestanz_Part VII

Den siebten Teil meiner Todestanz-Serie kann ich nun zeigen. Ein wilder Mix aus Kleinbild-Film, Polaroid und digitalem Foto. Passend. Zu der Angst der Protagonistin. Wenig fassbar, mit einer Menge Rätsel verbunden. Ein intensives, heißes, energetisches Shooting, bei dem das Licht unsere wichtigste Antreiberin war! Todestanz_Part I Todestanz_Part II Todestanz_Part IIITodestanz_Part IVTodestanz_Part VTodestanz_Part VI Hannah ist […]
5. August 2018
Todestanz_Part VI
Todestanz_Part VI Fotokunst Antje Kroeger

Todestanz_Part VI

Sie hat keine Angst vor dem Tode.Aber wovor hat sie dann Angst?Vor der Buntheit des Lebens?Vor der Ziellosigkeit?Vor den fehlenden Worten?Vor dem Mut?Vor dem Mensch?Vor einem Gott?Vor der Leichtigkeit?Vor Entscheidungen?Vor dem Außen oder dem Innen?Sie hat Angst und diese macht –sie müde. Todestanz_Part I Todestanz_Part II Todestanz_Part IIITodestanz_Part IVTodestanz_Part V
13. Juli 2018
humanorum
humanorum_fotoserie_antjekroeger (2)

humanorum

Mir ist derzeit schwer ums Herz. Der Firnis vieler Menschen bröckelt und die Gefühle schwanken … Aber es nützt einfach nichts zu verzweifeln. Zweifeln jedoch sollte jeder und vor allem seine Informationen immer aus vielen Quellen schöpfen, unermüdlich weiter machen und nicht müde werden, helfen anstatt zu konsumieren, reflektieren anstatt nur wahrzunehmen, machen anstatt jammern!Ich hab […]
9. Juli 2018
adidas – Streetphotography – Workshop in Leipzig
adidas - Streetphotography - Workshop

adidas – Streetphotography – Workshop in Leipzig

sich-kennen-lernen Als Julius von Adidas mich kontaktierte, um nach einem Street-Porträt-Workshop für seine Designer in Leipzig zu fragen, war ich kurz irritiert, freundete mich aber schnell mit dem Gedanken an, auch mal eine größere Gruppe zu unterrichten – und sagte zu. Wir sollten immerhin zwei Tage Zeit bekommen, um uns (fotografisch) aufeinander einzulassen. Irgendwann im […]
30. Juni 2018
Chișinău, Republik Moldau & Tiraspol, Transnistrien – eine kalte Winterreise (Februar-März 2018)
Chișinău-Moldawien_AntjeKroeger

Chișinău, Republik Moldau & Tiraspol, Transnistrien – eine kalte Winterreise (Februar-März 2018)

„Je besser der Wein in einem Haus, umso ehrbarer der Besitzer.“ (Moldawisches Sprichwort) Es ist Ende Februar 2018, ein strahlender Sonnen – Sonntag als ich in Chișinău lande, der Hauptstadt der Republik Moldau und mit mehr als 500.000 Einwohnern auch die größte Stadt. Ich erinnere mich an eine Begebenheit, die bestimmt 15 Jahre her ist. […]
14. Juni 2018
Italien – eine Winterreise – il vagabondo
Italien – eine Winterreise - il vagabondo antje kroeger fotografie

Italien – eine Winterreise – il vagabondo

Die guten Zwingenberger hatten schon hie und da in den Zeitungen von der »Potografie«, wie es die ungebildeten Leute nennen, gelesen, auch wohl einmal ein solches Bild gesehen; aber einen klaren Begriff hatte doch Niemand von der Sache, und als nun die beiden Künstler ihren geheimnißvollen Kasten, die camera obsurca, auf dem Marktplatze aufstellten, standen die […]
18. Mai 2018
Frühlingserwachen
Frühlingserwachen Fotografie Antje Kröger

Frühlingserwachen

MAITAG Still! – Ich hör, wie an Geländenleicht der Wind vorüberhüpft,wie die Sonne Strahlenendenan Syringendolden knüpft.Stille rings. Nur ein geblähterFrosch hält eine Mückenjagd,und ein Käfer schwimmt im Äther,ein lebendiger Smaragd.Im Geäst spinnt SilberrhombenMutter Spinne Zoll um Zoll,und von Blütenhekatombenhat die Welt die Hände voll. Rainer Maria Rilke, FRÜHLING
8. Mai 2018
Der Waldschelm
waldschelm_fotografie_antjekroeger

Der Waldschelm

Über ein Jahr lang war mein Schelm unterwegs – am anderen Ende der Welt, allein, auf einer Reise zu sich selbst. Nun ist er wieder hier, in den heimischen Wäldern hat er Unterschlupf gefunden. Die vom Sturm umgekippten Stämme sind sein neuer Tummelplatz, er spielt mit den Wurzeln der Bäume, sonnt sich unter dem Nadeldach […]
21. April 2018
Krieg und Frieden
Krieg und Frieden Aktfotografie Antje Kroeger

Krieg und Frieden

»Sie sagen, Sie können das Reich des Guten und Wahren auf Erden nicht sehen. Auch ich sah es nicht, ja, es ist ganz unmöglich, es zusehen, wenn man des Glaubens ist, daß mit dem Leben alles zu Ende sei. Auf der Erde, hier auf dieser Erde«, Pierre zeigte auf die Felder,»gibt es keine Wahrheit, hier […]
16. April 2018
Venedig (Februar 2018)
Venedig Reisefotografie Antje Kröger

Venedig (Februar 2018)

Das teure Pflaster Es ist nicht die Entscheidung für Venedig, es ist die Entscheidung für den Karneval, die mich im Februar 2018 nach Italien fliegen lässt. Ein großer Unterschied zu meinen sonstigen Reisen gen Osten ist schnell sicht- und spürbar. In Venedig rinnt mir das Geld durch die Finger, einfach so, ohne große Anstrengung. Alles […]
13. April 2018
Rumänien: Bukarest & Sibiu (Januar 2018)
Rumänien - Bukarest

Rumänien: Bukarest & Sibiu (Januar 2018)

„Cine plinge vara ride iarna.“ (Wer im Sommer weint, wird im Winter lachen.) -rumänisches Sprichwort Als ich plante, nach Bukarest zu fliegen, ahnte ich nicht, wie traurig das Volk auch heute noch ist, das rumänische, wie wenig die eigene Geschichte aufgearbeitet und verarbeitet ist, wie winterliche Kälte und Dunkelheit auf die Seele drücken, wie der […]
25. März 2018
Winter vorm Balkon
Winter vorm Balkon Fotoserie Antje Kröger

Winter vorm Balkon

Das kalte Herz friert. Das kalte H-erz schm-erz-t. Der Grund auf dem es wächst, ist gefroren, steinhart. Der Frost zieht in jede Pore empor. Mehr Winter als zuvor; das Licht bricht das Horn der Augen. Eine Träne rollt aus dem Lid, rollt, erstarrt. Oh das kalte Herz muss tanzen, tanzen aus dem Takt, gegen den […]
18. März 2018
Staub
Staub_Serie von Antje Kroeger

Staub

so kämpfe mit ihm und wirf ihn nieder in den staub und zeige mir, wie herrlich du erscheinst, wenn er der schemel deiner füsze ist. Hebbel 3, 98, Nibelungen II, 3, 4;
10. März 2018
Trautheit
Trautheit Aktfotografie Antje Kroeger

Trautheit

Kaum konnte er stehen, wollte er auch schon laufen. Weil es ihm nicht schnell genug ging, wenn er Schritt vor Schritt tat, hob er den einen Fuß an, ehe er den anderen abgesetzt hatte, und fiel hin. Er stand auf, machte einen Schritt und noch einen, fand sich wieder zu langsam, brach wieder mit dem […]
23. Februar 2018
Angang
Angang - Aktfotografie Antje Kröger

Angang

Je tiefer die Erfahrung eines Momentes, desto größer die Akkumulation von Erfahrung. Deshalb wird der Moment als länger erlebt. Der Zerstreuung des Zeitstroms wird Einhalt geboten. Die durchlebte dureé ist keine Frage von Länge, sondern von Tiefe oder Dichte. Proust ist der Meister, der dieser Weisheit eine literarische Form gegeben hat… Der Inhalt der Zeit, […]
8. Februar 2018
Ukraine: Lwiw, Odessa, Kiew (Oktober 2017)
odessa_ukraine_antjekroeger

Ukraine: Lwiw, Odessa, Kiew (Oktober 2017)

Fast hätte ich meinen Flug in die Ukraine verpasst. Nach einem anstrengenden Fotoworkshop (ich war kränkelnd und ausgepowert) an einem Samstag im Oktober, sollte mich am Sonntag der erste Zug von Leipzig nach Berlin zu meinem Flugzeug in die Ukraine bringen, theoretisch. Auf der ersten Teilstrecke lief auch noch alles zu meiner und der anderen Zuginsassen […]
16. Dezember 2017
Narren – Kranck
Narren - Kranck

Narren – Kranck

Anno salutis 1557, am 3 tag Octobris. DER KRANCK. O herr doctor, seyt ir der man, Von dem ich laug gehöret han, Wie ir helfft yederman so fein? So kumb ich auch zu euch herein, Weil groß geschwollen ist mein leib, Als sey ich ein groß-pauchet weib, Und rürt sich tag unnd nacht in mir. […]
6. Dezember 2017
M U S T – ER
M U S T - ER

M U S T – ER

Der babylonische Schöpfungsmythos beginnt mit der Existenz einer Muttergottheit, Tiamat, die über das Universum herrscht. Ihre Herrschaft wird aber durch ihre männlichen Söhne bedroht, die ihren Sturz planen. Als Führer in diesem Kampf suchen sie einen, der ihr an Stärke gleichkommt. Sie einigen sich schließlich auf Marduk; doch ehe sie ihn endgültig wählen, verlangen sie […]
29. November 2017
Todestanz_Part V
Todestanz_Part V

Todestanz_Part V

Seit einigen Tagen sind auch in Reichweite liegende Namen und Daten oft fort, versunken. So fiel mirneulich meine eigene Postleitzahl nicht und nicht ein. Dann hatte ich den Einfall, nach einem gesternerhaltenen Brief zu suchen, und als ich dann auf dem Umschlag meine Postleitzahl las, war sie mirzunächst völlig fremd, ich erkannte sie nicht als […]
27. November 2017
Haar – Los
Haar - Los

Haar – Los

89 Ein Mensch hat freien Willen, und zwar dreierlei: Erstens war er frei, als er dieses Leben wollte; jetzt kann er es allerdings nicht mehr rückgängig machen, denn er ist nicht mehr jener, der es damals wollte, es wäre denn insoweit, als er seinen damaligen Willen ausführt, indem er lebt. Zweitens ist er frei, indem […]
26. November 2017
Todestanz_Part IV
Todestanz_Part IV

Todestanz_Part IV

Eine Sternschnuppe fällt. Dahinter strahlt das Licht eines fernen Leuchtturms durch die inzwischen noch schwärzer gewordene Nacht. Menschen kommen schweigend den Weg herauf. Man hört sie schreiten und heftig dabei atmen. Kurz danach dringt Blumenduft herauf. Die Welt sagt immer nur ein und dasselbe. Auf diese geduldige Wahrheit aber, die von einem Stern an den […]
22. November 2017
Spieltrieb
Aktfotografie Polaroid Antje Kröger

Spieltrieb

(im Workshop gab Frau mir dieses Thema, ich forderte auf!) Was, wenn die Urenkel der Nihilisten längst ausgezogen wären aus dem staubigen Devotionalienladen, den wir unsere Weltanschauung nennen? Wenn sie die halb leergeräumten Lagerhallen der Wertigkeiten und Wichtigkeiten, des Nützlichen und Notwendigen, Echten und Rechten verlassen hätten, um auf Wildwechseln in den Dschungel zurückzukehren, dorthin, […]
4. November 2017
Frau vom Schnee
Frau vom Schnee Aktfotos Antje Kröger

Frau vom Schnee

Ein kleiner Zwischenfall warf ein grelles Licht auf diese breiter werdenden Risse. In dem weiten verschneiten Park wurde hinter dem Schewtschenko-Standbild eine junge Partisanin zum Galgen geführt. Eine Vielzahl deutscher Schaulustiger versammelten sich. Landser der Wehrmacht und Orpos, aber auch Angehörige der Organisation Todt, „Goldfasanen“ aus dem Ostministerium, Piloten der Luftwaffe. Es handelte sich um […]
16. September 2017
vehemens
fotokunst antje kroeger vehemens

vehemens

Womit wird dieser Tanz enden?Mit der Liebe oder mit dem Tod! ich hatte erwartet, dass du dich für mich interessiert und wenn, nachfragst. ich erzähle jedem meine geschichte, der sie wissen will. auf einmal aber stand ich in der ecke, wie ein tier, getrieben. immerhin habe ich wieder tränen geweint, die waren lange versiegt. Entschuldige, […]
13. September 2017
Todestanz _Part III
Todestanz Aktfotos Antje Kröger

Todestanz _Part III

…das ist zu viel sterben, lolita. sie wogen schwer diese worte. schwer wie das dunkle nichts, das nach dem tode unweigerlich über einen kommt, einhüllt und verschluckt. sich-stellen, sich-zeigen, sich-aus.drücken # sich-verirren, sich-verwundbar-machen, sich-fürchten; oder einfacher? verstecken, verdrängen, verneinen. was bleibt übrig von gelebten leben? kleine rinnsale von tränen? erbmasse? wer würde sich erinnern? wer […]
7. September 2017
Athen, Griechenland (Mai 2017)
Athen, Griechenland (Mai 2017)

Athen, Griechenland (Mai 2017)

Immer aber ist wirkliche oder vermeinte Ungleichheit die Veranlassung zu bürgerlichen Unruhen und Revolutionen gewesen. Unter Ungleichheit aber ist jeder Mangel von Proportion zu verstehen, der sich zwischen den Unterschieden in den Vorrechten und dem Anteil an der Regierung und zwischen den Unterschieden der Personen findet. Aristoteles, griechischer Philosoph, Politik. 1301b (V, 1.) Athen passierte […]
3. September 2017
Freier Mut
Freier Mut, politische Fotografie

Freier Mut

Freiheit in Ketten Ich sah der Menschen Angstgehetz; ich hört der Sklaven Frongekeuch. Da rief ich laut: Brecht das Gesetz! Zersprengt den Staat! Habt Mut zu euch! Was gilt Gesetz?! Was gilt der Staat?! Der Mensch sei frei! Frei sei das Recht! Der freie Mensch folgt eignem Rat: Sprengt das Gesetz! Den Staat zerbrecht! – […]
1. August 2017
Die Jagd
Aktfotografie Antje Kröger

Die Jagd

Und dann warf er den Speer. Als er ihn losließ, zeichnete sich jeder einzelne Muskel ab. Er stieß einen halb erstickten Schrei der Anstrengung aus (den wir noch tagelang nachahmten), einen Schrei, der den Kern seines Wesens zum Ausdruck brachte: Es war der nackte Schlachtruf des Strebens nach Vortrefflichkeit. Sobald er den Speer losgelassen hatte, […]
17. Juli 2017
Todestanz _Part II
Todestanz Analogfotografie Akt

Todestanz _Part II

… CASTI PIANI. Was ich als Kind erlebt habe, das erlebt kein menschliches Geschöpf, ohne daß seine Tatkraft bis zum Grabe gebrochen ist. Können Sie sich in einen jungen Menschen hineindenken, der mit sechzehn Jahren noch geprügelt wird, weil ihm der Logarithmus von Pi nicht in den Kopf will?! Und der mich prügelte, war mein Vater! Und ich prügelte […]
11. Juli 2017
Todestanz _Part I
Aktfotografie analog

Todestanz _Part I

Das Leben ist wie die Lampe, die auch schon anfängt auszubrennen, wenn sie angezündet wird! So alt wie jeder von euch ist, so viele Jahre habe ich schon mit euch getanzt. Jeder hat seine eigenen Touren, und der eine hält den Tanz länger aus als der andere. Aber die Lichter verlöschen zur Morgenstunde, und dann […]
23. Juni 2017
Sturm der Seele
Aktfotografie Antje Kroeger

Sturm der Seele

Um dessentwillen tun wir alles: damit wir weder Schmerz noch Verwirrung empfinden. Sobald einmal dies an uns geschieht, legt sich der ganze Sturm der Seele. Das Lebewesen braucht sich dann nicht mehr aufzumachen nach etwas, was ihm noch fehlte, und nach etwas anderem zu suchen, durch das das Wohlbefinden von Seele und Leib erfüllt würde. […]
10. Juni 2017
Grassi invites 4 Tattoo & Piercing – Antje fotografiert (Part II)
Grassi invites 4 Tattoo&Piercing – Antje fotografiert

Grassi invites 4 Tattoo & Piercing – Antje fotografiert (Part II)

Ein lebendiges Archiv soll entstehen. Ein Archiv voll mit Fotos und persönlichen Geschichten von Menschen mit Tattoos und Piercings. Fotografiert werden diese von verschiedenen Leipziger Fotografen. Wer aber will dieses Archiv entstehen lassen? Das GRASSI Museum für Völkerkunde Leipzig. Ich und einige andere Fotografen werden mit ihren verschiedenen Blicken Körperkunst und/oder Körperschmuck FESTHALTEN für dieses spannende Projekt. […]
2. Juni 2017
Liebe ist eine Last
Fotografie Antje Kroeger

Liebe ist eine Last

Auf rätselhafte Weise hatte so der unruhige und zweifellose Zustand wieder begonnen, der für Wellkamp schon der letzten Zeit vor der Hochzeit einen Teil ihres Duftes und ihres Reizes genommen. Hatte nicht gerade die große Aufrichtigkeit und Schleierlosigkeit ihres Verhältnisses das Glück dieser ersten Berliner Wochen ausgemacht? Dieses konnte sich noch für einzelne Stunden einfinden, […]
13. Mai 2017
Modeshooting für WE ARE KAL
modeshooting leipzig we are kal

Modeshooting für WE ARE KAL

Every time you spend money, you’re casting a vote for the kind of world you want. Anna Lappé Nachdem mir Catherine die erste E-Mail schrieb, surfte ich sofort auf die Seite des kleinen Modelabels WE ARE KAL.  Mode, die sinn-haft, klassisch, elegant, einfach und strukturiert ist. Nachdem ich den ersten Kaffee in der Frühlingssonne mit ihr getrunken […]
7. Mai 2017
Grassi invites 4 Tattoo & Piercing – Antje fotografiert
Grassi invites 4 Tattoo&Piercing - Antje Kroeger

Grassi invites 4 Tattoo & Piercing – Antje fotografiert

Ein lebendiges Archiv soll entstehen. Ein Archiv voll mit Fotos und persönlichen Geschichten von Menschen mit Tattoos und Piercings. Fotografiert werden diese in den kommenden Wochen von verschiedenen Leipziger Fotografen. Wer aber will dieses Archiv entstehen lassen? Das GRASSI Museum für Völkerkunde Leipzig. Es werden noch so einige Fotoshootings stattfinden, ein weiteres mit mir als […]
3. Mai 2017
Gewebe
Gewebe - Aktfotografie Antje Kroeger - Leipzig

Gewebe

Zum ersten Mal stand ich unter dem Tuch einer Großformatkamera und habe mich der Energie eines für mich „starren“ Shootings hingegeben. Und all das während eines Workshops. Danke an die Hilfe meiner Mitstreiter. Die Magie der Arbeit mit dem analogen Material ist nicht beschreibbar, aber die Arbeit ist schweiß-treibend – und das ist gut so! […]
9. April 2017
Hindin
Hindin Fotoserie Antje Kroeger

Hindin

  Sie glänzt, diese Hirschkuh, mit ihrem goldenen Geweih und den goldenen Füßchen. Sie ist schnell und stark, kann sich ein Jahr lang davor schützen, dass Herakles sie einfängt. Manche nennen sie, die Kerynitische Hirschkuh, ein Ungeheuer. Sie entsteigt den Mythologien der Griechen…       Ein digital-analoger Remix mit echtem Blattgold, die Maske hat […]
20. März 2017
Marter
Marter Fotoserie Antje Kroeger

Marter

Die Moral des freiwilligen Leidens. – Welcher Genuss ist für Menschen im Kriegszustande jener kleinen, stets gefährdeten Gemeinde, wo die strengste Sittlichkeit waltet, der höchste? Also für kraftvolle, rachsüchtige, feindselige, tückische, argwöhnische, zum Furchtbarsten bereite, und durch Entbehrung und Sittlichkeit gehärtete Seelen? Der Genuss der Grausamkeit: so wie es auch zur Tugend einer solchen Seele […]
12. März 2017
Kokon oder Auf dem Weg in das ungeschützte Leben
Fotografie Antje Kroeger Kokon

Kokon oder Auf dem Weg in das ungeschützte Leben

Sonach läßt sich die ganze Gesellschaft der Reisenden unter folgende Titel bringen: Müßige Reisende, Neugierige Reisende, Lügende Reisende, Hochmüthige Reisende, Eitle Reisende, Milzsüchtige Reisende. Dann folgen die aus Nothwendigkeit Reisenden, Der reisende Uebelthäter und Verbrecher, Der unglückliche und unschuldige Reisende, Der simple Reisende, und als letzter von allen (wenn Sie es erlauben) Der empfindsame Reisende […]
5. März 2017
Traum Leben Geduld Hoffnung – Allaeddin: eine Fortsetzung
Traum Leben Geduld Hoffnung - Allaeddin: eine Fortsetzung

Traum Leben Geduld Hoffnung – Allaeddin: eine Fortsetzung

Ich gehe jetzt auf Techno-Parties, ganz exzessiv. Mehr als ein Jahr ist es her, damals im Oktober 2015 besuchte mich Allaeddin zum ersten Mal, zu sehen und zu lesen auf meinem Blog… Letzte Woche traf ich ihn wieder, den 23-Jährigen Syrier, bei einem Spaziergang durch Leipzig. Er strahlte mich an: „Ich habe Dir so viel […]
20. Februar 2017
Interviews Update*
Bildergeschichten

Interviews Update*

12.02.2017 Meine Lieblingsworte aus dem Interview: „Krögers Intention war es aber nicht, anderen Menschen mit Essstörung Mut zu machen – die Fotos „sind einfach nur passiert“, sagt sie.“ http://ze.tt/ich-stecke-in-einem-extremen-koerper-antje-waere-ohne-ihre-sucht-keine-kuenstlerin-geworden/   20.01.2017 So muss es sein für Bands, wenn sie immer die selben „alten“ Songs singen „müssen“. Dennoch freue ich mich über jede Veröffentlichung meiner Kunst… auch wenn […]
11. Februar 2017
Italien – eine Winterreise (Januar 2017: Rom, Florenz, Bologna)
Italien - eine Winterreise (Januar 2017: Rom, Florenz, Bologna)

Italien – eine Winterreise (Januar 2017: Rom, Florenz, Bologna)

Was zieht da mit, was zieht da mit mir mit, was zieht da an mir? Mein Schatten kann es nicht sein, den habe ich ans Vorbei abgegeben, der war die ganze Zeit hinter mir, bin schon mehrmals an ihm vorbei, er wollte nicht mit, er wollte nicht mitziehen mit mir. Kann man ihn eigentlich vorauswerfen […]
6. Februar 2017
PORTRAITS – HELLERAU PHOTOGRAPHY AWARD 2017

PORTRAITS – HELLERAU PHOTOGRAPHY AWARD 2017

Zum zweiten Mal findet Anfang März die Jahresausstellung des PORTRAITS – HELLERAU PHOTOGRAPHY AWARDs statt. Am Donnerstag, den 2. März 2017, 19 Uhr wird zur Preisverleihung ins Festspielhaus Hellerau (Dresden) eingeladen. In diesem Jahr werden auch zwei meiner Fotos im Großformat zu sehen sein. Ich habe im Oktober 2016 eine Serie aus zehn Bildern für den […]
5. Februar 2017
Fabian Nussbaum
Fabian Nussbaum Aktfotografie Antje Kroeger

Fabian Nussbaum

von Fabian Nussbaum erzählt   c h a r lo t t e Ton: Marty Während sie mir die Geschichte von Fabian vorlas, beobachtete ich sie. Sie drehte und wandte sich, flüsterte, wurde lauter, schneller, abwechselnd das Klacken meines Fotoapparates und die Stimme, die Nussbaums Geschichte in den Raum stellte. Zum Ende atmete ich tief   […]
25. Januar 2017
Sieben Schmerzen
Sieben Schmerzen, Aktfotografie Antje Kroeger

Sieben Schmerzen

Pietà So seh ich, Jesus, deine Füße wieder, die damals eines Jünglings Füße waren, da ich sie bang entkleidete und wusch; wie standen sie verwirrt in meinen Haaren und wie ein weißes Wild im Dornenbusch. So seh ich deine niegeliebten Glieder zum erstenmal in dieser Liebesnacht. Wir legten uns noch nie zusammen nieder, und nun […]
22. Januar 2017
Kuba – Oktober & November 2016
Kuba , Oktober 2016 - Havanna_Antje_Kroeger_353

Kuba – Oktober & November 2016

Prolog Ich vermisse Kuba. Ich vermisse Havanna und all die anderen Plätze, die sich in mein Herz gegraben haben – mit diesen Momenten, Momenten voller Abenteuer, voller Solidarität, schwerer Leichtigkeit und leichter Schwere. Ich kann kaum die richtigen Worte für diese Reise finden, während ich im winterlich dunklen Deutschland sitze. Doch die erlebten Momente verschwinden nach und […]
24. Dezember 2016
Konnexion
Konnexion, Aktfotografie, Eremitage

Konnexion

Ein digital-analoger Remix, St.Petersburg-Leipzig   Doch aus dem leichten Geplauder über die nichtigen Abenteuer der verflossenen Nacht gerieten sie in ein ernsteres Gespräch über jene verborgenen, kaum geahnten Wünsche, die auch in die klarste und reinste Seele trübe und gefährliche Wirbel zu reißen vermögen, und sie redeten von den geheimen Bezirken, nach denen sie kaum […]
12. Dezember 2016
Langmut
langmut_santa_clara_kuba_fotografie_akt

Langmut

Draußen ist es hell und heiß, manchmal regnet es kurz. Drinnen ist es dunkel und heiß, wir haben nicht viel Zeit. Unsere Reise wird sich gleich fortsetzen, weiter Richtung Sonne. Das Außen giert nach uns. Durchatmen. Wir sind eine Woche unterwegs – erst. Unser Puls schlägt bedächtiger -schon. Unser Lächeln viel ehrlicher – warum? Unsere […]
6. Dezember 2016
Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker
Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker

Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker

Und wer ein Schöpfer sein muß im Guten und Bösen: wahrlich, der muß ein Vernichter erst sein und Werte zerbrechen. (Nietzsche 1954: 372, Also sprach Zarathustra) Die politische Rhetorik in Zeiten der europäischen Wirtschafts- und Finanzkrise ist geprägt von einer Kategorie des moralischen und politischen Denkens, deren Existenz von verschiedenen Seiten als bedroht, deren verhaltensregulative […]
28. November 2016
Ist das Herz voll, gehen die Augen über
Ist das Herz voll, gehen die Augen über

Ist das Herz voll, gehen die Augen über

Az dos harts iz ful, geyen di oygn iber. (Jiddisches Sprichwort) Auf jüdischen Friedhöfen war ich eigentlich schon immer unterwegs, ja auch auf anderen Friedhöfen, aber eben besonders häufig auf den jüdischen. Zuerst war es nur ein Gefühl, dann war es die thematische Beschäftigung und dann die Kopplung von Beidem. Etwas dazu habe ich aufgeschrieben, […]
10. Oktober 2016
Weia! Waga! Woge, du Welle! II
Aktfotografie Antje Kroeger

Weia! Waga! Woge, du Welle! II

Heiajaheia! Heiajaheia!Wallalalalala leiajahei!Rheingold! Rheingold!Leuchtende Lust, wie lachst du so hell und hehr!Glühender Glanz entgleißet dir weihlich im Wag‘!Heiajaheia! Heiajaheia!Wache, Freund, Wache froh!Wonnige Spiele spenden wir dir:flimmert der Fluß, flammet die Flut,umfließen wir tauchend, tanzend und singendim seligem Bade dein Bett!Rheingold! Rheingold!Heiajaheia! Wallalalalala leiajahei!Richard Wagner, DAS RHEINGOLD Im Sommer erzählte ich bereits von den Naturwesen (Weia! […]
27. September 2016
Regung und Absicht
Aktfotografie Antje Kroeger

Regung und Absicht

„1. Januar 1933; A: Berlin, E: Berlin, masch. (Augsb.) Liebe Helli, ich schreibe, statt zu sprechen, weil das leichter ist, gegen das Sprechen habe ich eine solche Abneigung, das ist immer ein Kämpfen. Für gewöhnlich ist es bei uns so: aus kleinen psychischen Verstimmungen, die viele Ursachen haben können und meist unaufklärbar sind, teils Mißverständnisse […]
22. September 2016
Die Tage am See II
Die Tage am See Fotografie Sommer Antje Kroeger

Die Tage am See II

Dieser Sommer atmete am Ende viel warme Luft hinaus. Und wir, wir atmeten mit, jeden Tag, machten das Wasser zu unserem Heim, das mecklenburgische Wasser, das wir alle so sehr lieben – schwammen, sonnten, alberten, ruhten, aßen und tranken, immer wieder aufs neue – meine Familienjungs und ich. Das Wasser war warm und spritzig, wir erkundeten es, Meter […]
17. September 2016
Unberührbare
Aktfotografie Antje Kroeger

Unberührbare

Der Liebe wird alles wichtig und lieb: eine Schattenmulde in der Wange, das Runzelgeflecht ums Auge, eine Kindheitsnarbe unter den Zehen, ein verborgener Makel der Haut, eine sichtbar werdende Ader und die kahle Stelle im Haar. Jeder Verlust wird auch Gewinn und mehrt die Erinnerung. Treuer als Lust macht Zärtlichkeit, die Schmerz um Vergängliches erneuert. Aus […]
14. September 2016
Schelmische Rückkehr
Der Schelm kehrt zurück

Schelmische Rückkehr

Mein Schelm ist zurück – von seiner großen Reise. Wieder in den heimatlichen Gefilden. Er schelmte während unserer Begegnung, eine große Zeit lang, aber stimmte auch sehr leise Melodien an. Was war in der Zwischenzeit passiert? Fast vierzehn Monate lang hüpfte, schwamm, kroch, lief, fuhr, der Rothaarige über den fernen grünen Kontinent, bestaunte jeden Tag das Meer und seine hohen Wellen […]
12. September 2016
Schaflose
Aktfotografie Antje Kroeger

Schaflose

»Um es kurz zu machen«, begann der Schafprofessor. »Das Schaf ergriff von mir Besitz im Sommer 1935. Bei der Erkundung geeigneter Weideplätze nahe der mandschurisch-mongolischen Grenze verirrte ich mich und verbrachte die Nacht in einer Höhle, die ich zufällig entdeckt hatte. Im Traum erschien mir ein Schaf, das mich fragte, ob es in mich hinein dürfte. Ich sagte, […]
5. September 2016
Würde wurde Wut Wunde würde Bürde — Gewirr
Aktfotos Antje Kroeger

Würde wurde Wut Wunde würde Bürde — Gewirr

Schlingen die Würde als Tunika um deinen Torso—gleitet der Stoff ab von deinen Schultern. Gescholten will die Würde sein? Nein, nicht gescholten. Abgeschlagen, zerschlagen…aus kristallinen Knochen wieder aufgebaut. Dann geraubt. Raubt die Würde den Verstand. Raubgut sich dir an die Fesseln band. Die Schultern ihre Gelenke nach ObenVorne gerückt. Ins rechte Licht – dich stechen […]
1. September 2016
Selbstbesserung
Aktfotografie Antje Kröger

Selbstbesserung

Aber eines ist in unserer Seele, welches, wenn wir es gehörig ins Auge fassen, wir nicht aufhören können, mit der höchsten Verwunderung zu betrachten, und wo die Bewunderung rechtmäßig, zugleich auch seelenerhebend ist; und das ist: die ursprüngliche moralische Anlage in uns überhaupt. – Was ist das (kann man sich selbst fragen) in uns, wodurch […]
16. August 2016
Weia! Waga! Woge, du Welle!
Aktfotografie Antje Kroeger

Weia! Waga! Woge, du Welle!

Heiajaheia! Heiajaheia!Wallalallalala leiajahei!Rheingold! Rheingold!Leuchtende Lust, wie lachst du so hell und hehr!Glühender Glanz entgleisset dir weihlich im Wag!Heiajahei, Heiajaheia!Wache, Freund, wache froh!Wonnige Spiele spenden wir dir:flimmert der Fluss, flammet die Flut,umfliessen wir tauchend, tanzend und singend,im seligen Bade dein Bett.Rheingold! Rheingold!Heiajaheia! Wallalaleia heiajahei! Richard Wagner, Rheingold Sie sind nicht die Rheinschwestern, sie sind nicht die […]
8. August 2016
Meck-Ucker-Zucker-Alm-Pomm
Ucker-Zucker-Alm-Meck-Pomm

Meck-Ucker-Zucker-Alm-Pomm

Sommer.Festival.Heimat.Musik.Tanzwut.Zeltplatzromantik.Polaroid. Ich war auf dem Uckeralmfestival, in Grünz. So als Mecklenburgerin wusste ich gar nicht, dass die Uckermark auch in Mcpomm liegt. Das Lernen hört nie auf. Meine Polaroidkamera war dabei, und ich habe ein paar Momente festgehalten. Zusätzlich muss ich mich bei all denen entschuldigen, die ich nicht fotografieren wollte, denn mein Filmmaterial war […]
6. August 2016
Zufälligkeit und Notwendigkeit
Zufälligkeit und Notwendigkeit

Zufälligkeit und Notwendigkeit

Was kann sich schärfer widersprechen als diese beiden Denkbestimmungen? Wie ist es möglich, daß beide identisch seien, daß das Zufällige notwendig und das Notwendige ebenfalls zufällig sei? Der gemeine Menschenverstand und mit ihm die große Menge der Naturforscher behandelt Notwendigkeit und Zufälligkeit als Bestimmungen, die einander ein für allemal ausschließen. Ein Ding, ein Verhältnis, ein […]
4. August 2016
Istanbul (Juni 2016)
Istanbul

Istanbul (Juni 2016)

Prolog 30. Juni 2016, der Tag nach dem Terroranschlag am Flughafen Atatürk Ich bin traurig, erschüttert und voller Mitgefühl für die Menschen in Istanbul, in der Türkei und den anderen Gebieten, wo der Terror zum täglichen Rhythmus des Lebens gehört.Vor ein paar Wochen erlebte ich selbst einen Anschlag mit, in Istanbul. Danach weinte die Stadt große […]
27. Juli 2016
Eine Expedition
Aktfotografie Antje Kröger

Eine Expedition

Die Serie ist der letzte Teil einer Trilogie. Einer Trilogie, die ich nicht konzipiert habe, sondern das Leben. Ich freue mich über sie, weil wir drei hier im Gleichklang fühlen, obwohl wir so unterschiedlich sind. Vor ein paar Monaten noch Fremde, nun Freundinnen, meinen Fotoworkshops sei DANK! Ich mag all die Begegnungen, diese jedoch nimmt in […]
25. Juli 2016
Schlund der Seufzer
Schlund der Seufzer

Schlund der Seufzer

 „was würde ich tun ohne diese Welt ohne Gesicht ohne Fragenwo Sein nur einen Augenblick dauert wo jeder Augenblickins Leere fließt und ins Vergessen gewesen zu seinohne diese Welle wo am EndeKörper und Schatten zusammen verschlungen werdenwas würde ich tun ohne diese Stille Schlund der Seufzerdie wütend nach Hilfe nach Liebe lechzenohne diesen Himmel der […]
23. Juli 2016
Die Frau, die mit dem Koffer kam
Die Frau, die mit dem Koffer kam

Die Frau, die mit dem Koffer kam

Sie betrat den Ort mit einem alten Koffer, ihr Haar war modern geknotet, der Mantel und die goldenen Stiefel bedeckten ihre gebräunten Beine, unten wie oben. Sie machte den Eindruck von einer müden Wanderin aus vergangener Zeit, die Gefallen an der Moderne finden konnte. Und ich? Ich hatte die vorangegangenen Momente Wagners Ring gehört und war bis zum Anschlag voller […]
3. Juli 2016
Die Erfahrung der Krankheit
Aktfotografie Antje Kroeger

Die Erfahrung der Krankheit

“ In der Erfahrung der Krankheit lässt der Körper uns leiden: Da ist zum einen der Schmerz, der unseren Körper befällt. Und zum anderen wir, die wir diesen Schmerz durch unseren kranken Körper empfinden. Ist kein Schmerz vorhanden, erleben wir unseren Körper als den direkten Mittler unseres In-einer-bestimmten-Situation-Seins. Ich verfüge über meine schreibende Hand ja nicht […]
26. Juni 2016
Prag & Warschau (April & Mai 2016)
Warschau - Warszawa

Prag & Warschau (April & Mai 2016)

Im April und Mai schaute ich mir mal wieder zwei Städte etwas genauer an, die ich lange nicht besucht hatte. Prag und Warschau. Meine Mama wünschte sich ein Prag-Trip mit mir: bekam sie. Eine Freundin wollte Warschau sehen, ich begleitete sie. Beide Male ungewöhnlich für mich, weil ich bisher die Welt am liebsten und meistens alleine […]
13. Juni 2016
St. Petersburg (Maerz 2016)
St. Petersburg - Saint Petersburg

St. Petersburg (Maerz 2016)

… In Hast, wie in einem Fieberdelirium war Petersburg erbaut worden. Wie ein Traum verflogen zwei Jahrhunderte: die jedem Leben fremde, am Rande der Erde, mitten unter Sümpfen und Wildnissen stehende Stadt träumte von Weltruhm und Macht; wie Fiebervisionen wechselten Palastverschwörungen, Kaisermorde, Triumphe und blutige Hinrichtungen einander ab; schwachen Frauen fiel eine halbgöttliche Gewalt in den […]
24. Mai 2016
Neckereien des Zufalls
Neckereien des Zufalls

Neckereien des Zufalls

Der schöne Schein der Traumwelten, in deren Erzeugung jeder Mensch voller Künstler ist, ist die Voraussetzung aller bildenden Kunst, ja auch, wie wir sehen werden, einer wichtigen Hälfte der Poesie. Wir genießen im unmittelbaren Verständnisse der Gestalt, alle Formen sprechen zu uns, es gibt nichts Gleichgültiges und Unnötiges. Bei dem höchsten Leben dieser Traumwirklichkeit haben […]
20. Mai 2016
Geklirr
Geklirr Fotoserie Antje Kroeger

Geklirr

Auch tote Götter regieren. Auch Unglückselige bangen um ihr Glück. Traumsprache. Vergangenheitssprache. Hilft mir heraus, herauf aus dem Schacht, weg von dem Geklirr in meinem Kopf, warum höre ich das Klirren von Waffen, kämpfen sie denn, wer kämpft, Mutter, meine Kolcher, höre ich ihre Kampfspiele in unserem Innenhof, oder wo bin ich, wird denn das […]
22. April 2016
Antlitz
Antlitz Fotoserie Antje Kroeger

Antlitz

Frage ohne Antwort Was bist du, Unbegriffnes,Mensch genannt, –Antlitz in Antlitzeingwendet Janushaupt, –UrwerdenAug in Aug mit Wissenheit, –Urzwiegesichtund doch ureine Form – –?  Christian Morgenstern: Ich und die Welt   digital-analoger Remix*
17. April 2016
Leib – Welt
Aktfotografie Antje Kroeger

Leib – Welt

… keine Welt ohne Leib, aber auch kein Leib ohne Welt. Andererseits heißt es aber auch, dass der Körper das Organ oder Medium ist, mit dem die Wahrnehmung und das Erleben von Welt möglich wird, während er zugleich das Medium und Instrument ist, mittels dessen sich das Subjekt in der Welt zum Ausdruck bringen und […]
14. April 2016
Morgen gehts dir wieder gut
Morgen gehts dir wieder gut

Morgen gehts dir wieder gut

.“.. geboren werden, hängt von einer zufälligen Bewegung ab, von einem Satz, der von einem Unbekannten am anderen Ende der Welt ausgesprochen wird, von einer gedeuteten Gebärde, einer Hand auf der Schulter und einem Flüstern, das nicht hätte geflüstert werden können. Jeder getane Schritt und jedes gesagte Wort irgendeines Menschen in irgendeiner Situation (aus Unschlüssigkeit oder […]
7. April 2016
Madame Welt
Madame Welt, Aktfotografie Antje Kröger

Madame Welt

Ich denke an Ivan.Ich denke an die Liebe.An die Injektionen von Wirklichkeit.An ihr Vorhalten, so wenige Stunden nur.An die nächste, die stärkere Injektion.Ich denke in der Stille,Ich denke, daß es spät ist.Es ist unheilbar. Und es ist zu spät.Aber ich überlebe und denke.Und ich denke, es wird nicht Ivan sein.Was immer auch kommt, es wird […]
6. März 2016
So ver-rücken Realität und mediale Wirklichkeit
So ver-rücken Realität und mediale Wirklichkeit

So ver-rücken Realität und mediale Wirklichkeit

  Durch die sensible Vorstellung meiner Kunst im Onlineauftritt des Sterns ist das mediale Interesse an meinen Bilderwelten derzeit groß. Es geht um meine Serie: Man reist ja nicht, um anzukommen… Recht schnell nahm eine Redakteurin der Brigitte Kontakt zu mir auf. Sie fragte mich, ob sie meine Körperbilder auf der Website veröffentlichen könne. Ich […]
5. März 2016
Ich bin schön *Fragezeichen – Ausrufezeichen
Ich bin schön, Fotoserie von Antje Kröger

Ich bin schön *Fragezeichen – Ausrufezeichen

In den letzten Tagen habe oft ich darüber nachgedacht, für wen ich diese Fotos gemacht habe: für sie, für mich, für ihre Mutter, für meine Mutter, als Denkmal oder Mahnmal oder einfach auch nur, weil es die Konsequenz aus den Geschehnissen war – wahrscheinlich ein Konglomerat aus alledem. Ihre Mama traf mich vor nicht langer […]
28. Februar 2016
Zweikampf
Zweikampf, Fotoserie von Antje Kroeger

Zweikampf

Sie dachte, was auch geschehen war, man würde es ihr sicher bald mitteilen. Doch niemand kam. Das Telefon klingelte nicht; die Gartenpforte wurde nicht geöffnet. Sie konnte keinen Verkehrslärm hören, sie wusste nicht einmal, in welcher Richtung die Straße lag – oder der Weg, falls sie draußen auf dem Lande war. Sie musste aus dem Haus […]
23. Februar 2016
Adieu
Adieu, Fotoserie von Antje Kröger

Adieu

Sie stürzte sich in die zitternden Arme, die der Oberst ihr entgegenstreckte, und die Umarmung der beiden Liebenden erschütterte die Zuschauer. Stephanie floß in Tränen. Plötzlich legte sich ihr Weinen, sie wurde leblos, als wenn der Blitz sie gerührt hätte, und hauchte mit schwacher Stimme: »Adieu, Philipp! Ich liebe dich, adieu!«»Oh, sie ist tot!« rief […]
22. Februar 2016
Kundalini
Kundalini, Fotoserie von Antje Kroeger

Kundalini

Sie war Teilnehmerin meines Aktworkshops am vergangenen Wochenende. Die ersten zwei Stunden nahm ich sie kaum wahr, sie saß da, sie hörte zu, sie brachte sich nicht ein. Doch dann war sie an der Reihe, ich erinnere mich noch so genau an ihre ersten Worte, fast waren diese wie eine Offenbarung, aber in jedem Fall […]
20. Februar 2016
Schwimmen in der Luft
Schwimmen in der Luft

Schwimmen in der Luft

Als sie zu mir kam, lag eine menschenreiche Woche hinter mir, ich war kaputt, zu viele Geschichten, Gesichter, Momente, Tiefe, zu viel gesehen, gehört, gefühlt – auch fotografiert. Sie brachte Blumen mit, viel rot und weiß, und eine so schöne eigene Geschichte. Und auf einmal, mitten im Gespräch sprach sie diesen Satz, diesen Satz, der sich […]
16. Februar 2016
Selbstbekenntnis
Selbstbekenntnis - eine Fotoserie von Antje Kroeger

Selbstbekenntnis

Es gibt ein Vergessen alles Daseins, ein Verstummen unsers Wesens, wo uns ist, als hätten wir alles gefunden. Es gibt ein Verstummen, ein Vergessen alles Daseins, wo uns ist, als hätten wir alles verloren, eine Nacht unsrer Seele, wo kein Schimmer eines Sterns, wo nicht einmal ein faules Holz uns leuchtet. _____ Wir bedauern die […]
10. Februar 2016
Wanderpflicht
Wanderpflicht, eine Fotoserie von Antje Kröger

Wanderpflicht

Was zieht da mit, was zieht da mit mir mit, was zieht da an mir? Mein Schatten kann es nicht sein, den habe ich ans Vorbei abgegeben, der war die ganze Zeit hinter mir, bin schon mehrmals an ihm vorbei, er wollte nicht mit, er wollte nicht mitziehen mit mir. Kann man ihn eigentlich vorauswerfen […]
8. Februar 2016
In den besten Jahren
In den besten Jahren

In den besten Jahren

Fotoserie von der Leipziger Fotografin Antje Kröger über eine Frau über 50 Jahren, Menopause, Wechseljahre
4. Februar 2016
Ist da etwas Lebendiges, das prangt?
Aktfotografie Antje Kröger

Ist da etwas Lebendiges, das prangt?

Hängt es nur an einer Schnur, die mal Garn war?Verfeinert durch den Wind, die Fasern weich gebraust von sich tauschenden Winden und Tropfen und Sonnen.Dreht es sich nur – beschwingt von Federn. Der Drehmoment wird bestimmt durch das Gewicht.Dieses die Schnur gen Boden trimmt. Dreht es sich lose? Rinnt … nimmer mehr lose. Die Zeit […]
2. Februar 2016
Weiß ich es denn selbst, wer ich bin
Aktfotografie Antje Kroeger

Weiß ich es denn selbst, wer ich bin

Der Zufall ganz allgemein: was uns zufällt ohne unsere Voraussicht, ohne unseren bewußten Willen. Schon der Zufall, wie zwei Menschen sich kennenlernen, wird oft als Fügung empfunden; dabei, man weiß es, kann dieser Zufall ganz lächerlich sein: ein Mann hat seinen Hut verwechselt, geht in die Garderobe zurück und obendrein, infolge seiner kleinen Verwirrung, tritt […]
25. Januar 2016
Recht oder nicht Recht
Recht oder nicht Recht , Fotoserie von Antje Kröger

Recht oder nicht Recht

Wenn er mir das angetan hat und zur Miliz gegangen ist, dann soll er verflucht sein! Mit ihren Fliegerbomben sollen sie ihn treffen! Mit ihren Tanks sollen sie ihn niederfahren! Dass er merkt, dass Gott sich nicht spotten lasst. Und dass ein Armer nicht gegen die Generäle aufkommen kann. Ich habe ihn nicht dazu geboren, […]
15. Januar 2016
Ich habe eine Liebe
Ich habe eine Liebe, Fotoserie von Antje Kröger

Ich habe eine Liebe

Ich habe eine Liebe. Sie kam vor ein paar Jahren und hielt bisher eine Menge aus; Veränderung, Neuordnung, Verliebtheit, Krankheit, Unlust, Krieg. Sie blieb, ganz leise, wartend, sie ging, so oft in hohem Bogen, sie kam wieder, bettelnd, wundgescheuert. Diese Liebe, sie wurde anhänglich. Manchmal, wenn ich gerade nicht an sie dachte, schlich sie sich zu meinem Herzen, war ganz […]
10. Januar 2016
Der Fisch ist auch mein Freund II
Der Fisch ist auch mein Freund II, eine Fotoserie von Antje Kroeger

Der Fisch ist auch mein Freund II

  Er dachte an die See immer als an la mar, so nennt man sie auf spanisch, wenn man sie liebt. Manchmal sagt einer, der sie liebt, böse Dinge über sie, aber er sagt es immer, als ob es sich um eine Frau handele. Manche der jüngeren Fischer, die Bojen als Schwimmer für ihre Leinen […]
10. Januar 2016
Die Essenz der Dinge
Die Essenz der Dinge, eine Fotoserie von Antje Kröger

Die Essenz der Dinge

»Herr Okada«, sagte sie, »ich glaube, Sie treten gegenwärtig in eine Phase Ihres Lebens, in der sich viele verschiedene Dinge ereignen werden. Das Verschwinden Ihres Katers ist nur der Anfang.«»Verschiedene Dinge«, sagte ich. »Gute Dinge oder schlimme Dinge?« Nachdenklich neigte sie den Kopf leicht zur Seite. »Gute Dinge und schlimme Dinge. Schlimme Dinge, die anfangs […]
3. Januar 2016
Das Damals, das Heute
Aktfotografie Leipzig Antje Kröger

Das Damals, das Heute

Wir leben auf einem laufenden Band, und es gibt keine Hoffnung, daß wir uns selber nachholen und einen Augenblick unseres Lebens verbessern können. Wir sind das Damals, auch wenn wir es verwerfen, nicht minder als das Heute – Die Zeit verwandelt uns nicht.Sie entfaltet uns nur. Indem man es nicht verschweigt, sondern aufschreibt, bekennt man […]
5. Dezember 2015
MIT.gefühl
Aktfotografie Antje Kröger

MIT.gefühl

Alle aus dem Lateinischen hervorgegangenen Sprachen bilden das Wort Mitgefühl aus der Vorsilbe com- und dem Wort, das ursprünglich >Leiden< bedeutete: passio. Andere Sprachen, so das Tschechische, das Polnische und das Schwedische, drücken diesen Begriff durch ein Substantiv aus, das aus der Vorsilbe Mit- und dem Wort >Gefühl< besteht (tschechisch sou-cit, polnisch wspol-uczucie, schwedisch medkansia). […]
23. November 2015
Kreisrund
MEISTERKLASSE MENSCHENFOTOGRAFIE

Kreisrund

  Nächst der Liebe, die zwischen Menschen selten rein ist und nicht ohne Kämpfe und Opfer leben kann, gibt es für uns Menschen nichts Schöneres und Tröstlicheres als das reine Schauen, das stille, redliche Miterleben der Natur um uns her, im Kleinen und Großen. Das ist gut gegen allen Hochmut, zu dem man etwa neigt, […]
17. November 2015
Die Anarchie des Lebens
Die Anarchie des Lebens

Die Anarchie des Lebens

[2.11.2015, 14:55] F: Es gibt sie, die Tage, bestehend aus unausweichlichen Momenten, an denen man nicht gut allein sein kann. Und man muss erfahren, dass die Seele so viel langsamer ist als der Kopf, dass die Wunden nicht wegzudenken sind – sie wollen veratmet werden unter Austritt einer Wundflüssigkeit namens Tränen. Ich bin Ausnahmezustand. Und manchmal… […]
12. November 2015
Istanbul (october 2015) – english version
istanbul_tuerkei_antje_kroeger

Istanbul (october 2015) – english version

I arrived at noon in the drizzling rain and cried. I went walking in the morning rain, and still I cried. After almost two weeks in Istanbul I returned to my old life having acquired even more questions, even more curiosity and a lot of new friends but most important of all, the newly gained […]
12. November 2015
Istanbul (Oktober 2015)
istanbul_tuerkei_antje_kroeger

Istanbul (Oktober 2015)

Ich kam an im Mittagsregen und weinte, ich ging mit morgendlichen Regenschauern und weinte wieder. Nach fast zwei Wochen Istanbul kehrte ich zurück in (m)ein Leben mit noch mehr Fragen, mit noch mehr Neugier, mit neuen Freunden; aber vor allem mit dem wichtigen Hinweis, dass das Leben noch so viel mehr sein kann, wenn man […]
11. November 2015
Nackt will die Liebe sich zeigen
Aktfotografie Leipzig Antje Kröger

Nackt will die Liebe sich zeigen

Freiwillig den letzten Blumenstrauß zurück in die applaudierende Menge geworfen. Tulpen in Trauerfarbe verstreuen sich, spuren sich hinein in den Publikumsraum.Keine Trauer mehr begrüßt, kein Lächeln gezeigt, kein Handshake. Bitte Danke Applaus an sich vorbeigerannt.Nach Hause im Bühnengewand geflogen-nicht wieder abgeflogen.Erst abschminken im intimen Bereich. Daheime.Die Fenster helle durch Stoff zugezogen.Heimgehen, immer wieder heimgehen, nicht […]
3. November 2015
Das Mitbringsel
Porträtfotografie schwarz weiß Leipzig

Das Mitbringsel

Der Rock fand zu mir in ’nem Flohmarkt-Eckladen des Istanbuler Stadtteils Fener. Es gibt wenige Plätze in dieser Stadt, wo Dinge beherbergt sind, die schon ein anderes Leben hinter sich haben. Um so glücklicher war ich, diesen einen gefunden zu haben. Es standen da auch ’ne Menge russischer Kameras herum. Aber ich entschied mich diesmal […]
31. Oktober 2015
Allaeddin
Allaeddin from Aleppo

Allaeddin

Gerade aus Istanbul wiedergekommen, wo ich fast jeden Tag mit den Themen Krieg, Flucht & Religion konfrontiert war, ganz anderes als hier in Deutschland, viel deutlicher, viel dramatischer, roher, aber auch vielfältiger, traf ich Allaeddin aus Aleppo (Syrien) in Leipzig. Ich bin immer noch beeindruckt ob seiner bisherigen Lebensgeschichte, ein wenig sprachlos auch, glücklich über die verbrachten Momente […]
27. Oktober 2015
Fotoausstellung „mensch“ in Hochschule Mittweida
Fotoaustellung "mensch" in der Hochschule Mittweida

Fotoausstellung „mensch“ in Hochschule Mittweida

Bis 31. Oktober 2015 gibt es in der Hochschule Mittweida eine Ausstellung meiner Bilder unter dem Namen „mensch“ zu sehen. Almuth Wagner, Geschäftsführerin des UT Connewitz in Leipzig, hat dieses Projekt in ihre Hände genommen, die Ausstellung gedacht, initiiert und organisiert. Dafür vielen Dank. Zur Eröffnung am 30. September war ich selbst in Mittweida und habe […]
7. Oktober 2015
Phoenixfrau
Fotograf Leipzig Antje Kröger

Phoenixfrau

Aus schönen Federn ein Nest bauen.Behaglich und warm hinterlassen von Raben, die einmal Eltern waren.Aufgebaut, nachgebaut aus dem Dachfenster gesehen, gesehen und immerzu gesehen.Gesungen in eine Ferne mit der Melodie gesprungen.In die Weite die Luft der Stadt gedrängt – in den weiten rabendurchzogenen Himmel hinaus.Wohin genau?Der Blick in ein neues über den Wolkenzuhause.Immer und ewig […]
5. Oktober 2015
Das Leichte und das Schwere
Fotograf Leipzig Antje Kroeger

Das Leichte und das Schwere

Wenn sich jede Sekunde unseres Lebens unendliche Male wiederholt, sind wir an die Ewigkeit genagelt wie Jesus Christus ans Kreuz. Eine schreckliche Vorstellung. In der Welt der Ewigen Wiederkehr lastet auf jeder Geste die Schwere einer unerträglichen Verantwortung. Aus diesem Grund hat Nietzsche den Gedanken der Ewigen Wiederkehr >das schwerste Gewicht< genannt. Wenn die Ewige […]
4. Oktober 2015
Nexus
Aktfotografie Antje Kröger

Nexus

Im luftleeren Raum des Geistes leben, heißt, immer «diesseits des Paradieses» leben, aber so gründlich, so völlig, daß selbst die Totenstarre als Veitstanz erscheint. So düster, öde und schal das Alltagsleben auch sein mag, nie reicht es an die Qual dieser endlosen Leere, durch die man bei vollem, wachem Bewußtsein ziellos umherirrt. In der nüchternen […]
29. September 2015
Arkana
fotograf leipzig antje kroeger

Arkana

Worte fließen bei mir nie, ich muss sie immer herauslocken. Dennoch. Ein paar müssen in dieser Zeit sein, da so viele Fragen an mich herangetragen wurden zu meiner Kunst, zu meinen Workshops; zu mir, meinen Fotoshootings. Es sind so viele Diskussionen bei Facebook entstanden, ich bekam Hinweise und Anmerkungen: Meine Arbeit zeigt genau das, wie ich die […]
23. September 2015
Wahrheit gibt es nur zu zweien
Mann Porträt schwarz-weiß

Wahrheit gibt es nur zu zweien

„Ob ich zur Freundschaft fähig bin, weiß ich nicht. Aber fähig bin ich dessen, was Rahel Varnhagen einmal die »suchende Treue« genannt hat.“ Hannah Arendt, BRIEFE AN DIE FREUNDE Wir lernten uns kennen, da war er fast noch ein Kind. Oft hält er mir den Spiegel vor. Er ist hart in all‘ seinen Urteilen, mit fast niemandem lache ich so […]
21. September 2015
Großmamas Augen
Aktfotografie Antje Kröger

Großmamas Augen

Als ich ein Kind war, beschützten sie mich, die Augen meiner Großmama. Sie trösteten mich, sie nahmen mir die Angst, sie füllten mich mit Liebe auf, warteten immer geduldig, sie schimpften nie, blieben neugierig, holten mich zurück aus den Träumen und schickten mich wieder auf neue Traumreisen. Diese Augen bangten, oft. Sie schlossen die Lücken, […]
13. September 2015
Odem
Fotograf Leipzig Antje Kröger

Odem

„Jetzt will ich leben. Ein paarmal noch kommt die Schwester herein und hebt meine Hand auf. Dann, gegen Morgen, kommen Pfleger und heben mein Bett auf Gummiräder und fahren es in den Krankensaal zurück. Plötzlich, denke ich, hat der Atem des Mannes vor mir aufgehört. Ich will nicht sterben, denke ich. Jetzt nicht. Der Mann […]
10. September 2015
Der dünne Firnis der Zivilisation
Der dünne Firnis der Zivilisation

Der dünne Firnis der Zivilisation

„Eine Krise ist deshalb gut, weil sie unsere Ideale beschädigt. Es gibt viele Menschen, die ohne nennenswerte Schädigung durch ihr Leben kommen, weil ihr ganzes Leben die Beschädigung ist. Ich will damit sagen, dass Monotonie den Alltag der meisten bestimmt. Nach der Arbeit geht man nach Hause und legt eine Portion TV-Programm drauf. Man will […]
6. September 2015
Friedensfahrt
fotograf antje kroeger

Friedensfahrt

Einmal wollte ich bei der Friedensfahrt fotografieren, aber Sie waren zu schnell und alles war so aufregend, so dass ich mich schließlich im Graben wiederfand.Eine Journalistin zu Täve Schur, Neues Deutschland 21.4.1978 Sommer. Überall, auch auf den Bildern, räkeln sich Frauenkörper. Warum eigentlich? Warum nur sie? Ich ließ zum Ende der heißen Periode den Mann […]
2. September 2015
Die Herausgeschnittene
kaiserschnitt fotos antje kroeger

Die Herausgeschnittene

»Weißt du, Charly, im Leben muss man lieben, und zwar sehr. Man darf niemals Angst haben, zu sehr zu lieben. Diejenigen, die den Schmerz fürchten, glauben nicht an das Leben … Verstehst du, Charly: Was auch geschieht, sieh zu, dass dein Herz immer voll ist.«  Samuel Benchertrit, Rimbaud und die Dinge des Herzens
30. August 2015
Die Tage am See – eine Ode an die Heimat & die Familie
sommer am see fotografie antje kroeger

Die Tage am See – eine Ode an die Heimat & die Familie

Ich war wieder Kind, für ein paar Tage. Schuld war das Wetter, meine Heimat und meine Familie und ich danke allen dafür. Untergluckern, im Wasser-Ball-Spielen, um die Wette schwimmen, tauchen und frieren, sobald man das Wasser verlässt. Das letzte Mal hatte ich solche Wasser-Sommer-Leichtigkeits-freuden irgendwann als Kind oder Jugendliche. Ich bin eine Wasserratte, andere in […]
24. August 2015
Dissoziation
selbstverletzung ritzen bulemie

Dissoziation

Die Hölle der Wirklichkeit ist finsterer und enger, als jede himmlisch ausgedachte Hölle, und dennoch zugleich vitaler, reicher, verschlossener, insgesamt unwahrscheinlich erstaunlich angeordnet und keineswegs zufriedenstellend in allem erforscht, vermessen, berechnet, erkannt und begriffen. Die Poetik des Extremen, Uwe Schütte Mama hat als sehr kleines Kind schon zu mir gesagt, sie nehme mir die Bücher […]
4. August 2015
Sommerfreundschaft
aktfotografie antje kroeger

Sommerfreundschaft

Manche Freundschaft fühlt sich im Sommer anders an, genauso wie das Wetter, dass im Sommer verrückter spielt und seine Kräfte walten lässt. Manche Freundschaft nährt sich durch Tradition. Die Sommerwochen sind mir ein Vergnügen, Wohnung und Atelier ein Taubenschlag, Menschen gehen ein und aus, bleiben, feiern, essen & sind. Das macht mich lächelnd. Zwei Sehnsuchtswilde […]
29. Juli 2015
Die Zöpfe
Aktfotografie Antje Kröger

Die Zöpfe

Der Kopfsprung ins leere BeckenHat nur Ecken
Und Kanten. Personen Leute Orte
Kannten
Sie mich mal? Wo bin ich dutzendmale schon vor beigesprungen?
Prallte auf
Dutzend Male
Schon?
Male -Mit dem Kopf voran fortan Wände an.
Es staucht So ungemein,
Gemein.
Gläser scheppern ein.
Splitter stacheln Streuen ein.
In die Welt hinaus
Mit einem Blut
das in mich führt
Und pumpt
So ungemein. Das Herz -es hetzt. Kommt doch dem Körper […]
26. Juli 2015
Signaturen
Aktfotografie Antje Kröger

Signaturen

Die Enunziationen und Eindrücke des Lebens in ihrer Fülle sind der Gegenstand der Poesie. Alles, was den Menschen im Gefühl einer Realität über sich selbst, das heißt über seinen gewöhnlichen Zustand erhebt, hat ihn begeistert, und diese Begeisterung ist die Poesie. Jede Realität nimmt hieran teil. Die Vorstellung oder Darstellung einer Idee erweckt das Gefühl […]
23. Juli 2015
Vorspiel
Magersucht

Vorspiel

Manchmal komme ich ganz durcheinander mit meinen Emotionen. Das Leben und dazu jeden Tag jemanden oder mehrere jemande fotografieren, frei und zum Geld verdienen. Und dann gibt es Zeiten, so wie jetzt, wo ein freies Shooting das andere jagt, weil die Emotionen rauswollen und müssen; und dann, dann komme ich durcheinander. Alle Menschen gehen mir […]
22. Juli 2015
Das Sein der Körperteile
Das Sein der Körperteile

Das Sein der Körperteile

Lange lagen diese Bilder herum und ich wusste nichts mit ihnen anzufangen. Bis ich entdeckte, dass sie zusammengeführt werden können. Als Idee und Geschichte* „Der Körper ist der größte Schwätzer“, sagt Samy Molcho. „Er schweigt nie.“ Und mehr noch in seiner poetischen Verwendung, in seinem poetischen Vorkommen wird der Körper wirklich beredt. Er beginnt zu […]
16. Juli 2015
Geheimnisvolles Leben
Geheimnisvolles Leben

Geheimnisvolles Leben

Rilke. Eine Wiederholung? ZUfall? Ich hab den Ball nur gefangen. Danke an F* für diesen guten Tag! Geheimnisvolles Leben Du, gewobenaus mir und vielen unbekannten Stoffen,geschieh mir nur: Mein Sinn ist allem offenund meine Stimme ist bereit zu loben.Wenn du mir weh tun willst, so komm und schneidemein Herz entzwei, das tausendfach empfindet,blende mein Aug […]
15. Juli 2015
Mädchenjahre
Mädchenjahre fotoserie von antje kroeger

Mädchenjahre

Die Kindheit ist das Reich der großen Gerechtigkeit und der tiefen Liebe. Kein Ding ist wichtiger als ein anderes in den Händen des Kindes. Es spielt mit einer goldenen Brosche oder mit einer weißen Wiesenblume. Es wird in der Ermüdung beide gleich achtlos fallen lassen und vergessen, wie beide ihm gleich glänzend schienen in dem […]
12. Juli 2015
Unbunt
aktfotos leipzig

Unbunt

Eigentlich sah ich das alles bunt, wir sahen es bunt, das Wasser leuchtete so blau, ihre Arme auch. Und dann kam es doch anders. Nur aus einem Gefühl heraus. Weg mit der Farbe, dem Licht und dem Leuchten, nicht aus schweren Gedanken heraus. Nein, die Formen setzen sich durch, der Inhalt, nachdem die verführerische bunte Hülle […]
3. Juli 2015
Das Antifragile II
Das Antifragile

Das Antifragile II

Es ist keine wirkliche Fortsetzung, eher ein anderer Blickwinkel, alle Fotos gehören zusammen und sind dennoch geteilt, auch das macht Sinn – Das Antifragile Für Mutter Natur zählen Meinungen und Prognosen nicht; es geht einzig ums Überleben.Man hat es hier also mit einem Evolutionsargument zu tun. Mir scheint es das am sträflichsten unterschätzte Argument für […]
29. Juni 2015
Das Antifragile
Das Antifragile

Das Antifragile

Einige Dinge profitieren von Erschütterungen; wenn sie instabilen, vom Zufall geprägten, ungeordneten Bedingungen ausgesetzt sind, wachsen und gedeihen sie; sie lieben das Abenteuer, das Risiko und die Ungewissheit. Doch obwohl dieses Phänomen omnipräsent ist, gibt es kein Wort für das genaue Gegenteil von »fragil«. Nennen wir es »antifragil«.Antifragilität ist mehr als Resilienz oder Robustheit. Das […]
25. Juni 2015
Ode an die Heimat
Ode an die Heimat

Ode an die Heimat

Warum ich diesen „schönen“ Ort verlassen habe? Diese Frage stellte mir vergangene Woche ein Dauercamper, dabei nieselte es unaufhörlich. Ich konnte die Frage nicht in einem Satz beantworten, denn ich hatte den Ort, meine Heimat, ja nicht „einfach so“ verlassen. Ich hatte neue Plätze gesucht & gefunden und kehre dennoch immer wieder zu den alten, […]
23. Juni 2015
Purgatorium
Fegefeuer

Purgatorium

Wir sprachen über Frieden, Schwarze Schwäne und über das Feuer & das Wasser. Das Wasser blieb fern, alles andere spürten und erlebten wir… In seinem Essay Le G´enie du Christianisme bemerkt Chateaubriand, das Fegefeuer übertreffe an Poesie Himmel und Hölle, denn es verkörpere eine Zukunft, das heißt eine zeitliche Dimension, die jenen fehle. Doch das Fegefeuer entfaltete nicht nur im Vergleich […]
15. Juni 2015
Israel & Palästina (Mai 2015)
Old City Jerusalem

Israel & Palästina (Mai 2015)

Seitdem ich aus Israel zurück bin, treffe ich fast jeden Tag Menschen, die mir ihre Geschichten rund um diesen Ort erzählen. Auf einmal erkennen wir uns, wir haben eine sehr energetische Gemeinsamkeit, aus den unterschiedlichsten Gründen waren wir am Ort der vermeintlichen Schöpfung, in einer Gegend, die so emotional aufgeladen ist, dass es einfach schwer […]
2. Juni 2015
SHE’S LOST CONTROL
SHE’S LOST CONTROL

SHE’S LOST CONTROL

Manchmal spielt einem, was auch immer, wer auch immer (ich nenne es meist das Universum), so in die Karten, dass selbst das Verlieren der Kontrolle nur noch Sinn macht. And she expressed herself in many different ways Until she lost control again And walked upon the edge of no escape And laughed, “ I’ve lost […]
24. Mai 2015
Klabauter
Klabauter

Klabauter

Ein weiß geschminkter Mann in weiter weißer Kleidung befindet sich zusammengedrückt in einem Aquarium. Er trägt kräftig rot geschminkte Lippen und einen dunklen Hut. Seine Augen sind geschlossen, seine Hand liegt an der Innenseite des Glases. Wasser und Schlieren auf der Scheibe erzeugen eine surreal wirkende, theatrale Atmosphäre.
20. Mai 2015
Der Mai
Aktofotografie Leipzig

Der Mai

Hier stand ein Gedicht von Erich Kästner. Ein Zuschauer meines Blogs machte mich darauf aufmerksam, dass der Erbe von Kästner mit seinen Anwälten gerne alle abmahnt, die die Worte des Vaters benutzen. Sehr schade.
13. Mai 2015
Eigensinn
fotograf leipzig akt

Eigensinn

Nichts vermag der Mensch so zu lieben wie sich selbst. Nichts vermag der Mensch so zufürchten wie sich selbst. So entstand zugleich mit den andern Mythologien, Geboten und Religionen des primitiven Menschen auch jenes seltsame Übertragungs- und Scheinsystem, nach welchem die Liebe des einzelnen zu sich selber, auf welcher das Leben ruht, dem Menschen für […]
2. Mai 2015
Totenvogel
totenvoegel

Totenvogel

inspiriert von* TOTENVÖGELVon einem Berliner Friedhof Ihn schließen Feuerwände ein,Ganz leer und ohne Scharten:Ein Nebel wankt von Stein zu SteinIm schlimmen Totengarten. Im Nebel sitzen dünn und mattDie Toten in den EschenUnd stieren nach der lieben StadtDurch Mauern ohne Breschen. Ein Schlot schreibt wie ein RiesenstiftIm Nebel schwarze Reihen.Die Toten plappern nach die Schrift,So klug […]
1. Mai 2015
Der dicke Storch & seine Freunde, IV
der dicke storch

Der dicke Storch & seine Freunde, IV

Der dicke Storch & seine Freunde ist ein Singspiel in vier Akten. Der wundersame Storch lebt auf einer Butterblumenwiese, er klappert und klappert und vertreibt sich seine Zeit mit den nicht weniger wundersamen Vogelfreunden: ein Rabenvogel, ein Pelikan & ein Strauß. Teil I: Vogelschar Teil II: Der Rabenvogel & der Storch – Annäherung, Kampf, Tanz: […]
30. April 2015
Der dicke Storch & seine Freunde, III
der dicke storch

Der dicke Storch & seine Freunde, III

Der dicke Storch & seine Freunde ist ein Singspiel in vier Akten. Der wundersame Storch lebt auf einer Butterblumenwiese, er klappert und klappert und vertreibt sich seine Zeit mit den nicht weniger wundersamen Vogelfreunden: ein Rabenvogel, ein Pelikan & ein Strauß. Teil I: Vogelschar Teil II: Der Rabenvogel & der Storch – Annäherung, Kampf, Tanz: […]
30. April 2015
Der dicke Storch & seine Freunde, II
der dicke storch

Der dicke Storch & seine Freunde, II

Der dicke Storch & seine Freunde ist ein Singspiel in vier Akten. Der wundersame Storch lebt auf einer Butterblumenwiese, er klappert und klappert und vertreibt sich seine Zeit mit den nicht weniger wundersamen Vogelfreunden: ein Rabenvogel, ein Pelikan & ein Strauß. Teil I: Vogelschar Teil II: Der Rabenvogel & der Storch – Annäherung, Kampf, Tanz: Freundschaft? […]
28. April 2015
Der dicke Storch & seine Freunde, I
der dicke storch

Der dicke Storch & seine Freunde, I

  Der dicke Storch & seine Freunde ist ein Singspiel in vier Akten. Der wundersame Storch lebt auf einer Butterblumenwiese, er klappert und klappert und vertreibt sich seine Zeit mit den nicht weniger wundersamen Vogelfreunden: ein Rabenvogel, ein Pelikan & ein Strauß.   Teil I: Lernen Sie die Vogelschar kennen…  Teil II: Der Rabenvogel & […]
28. April 2015
Waterlady
fotograf leipzig antje kroeger

Waterlady

Hiding in the depth of the sea, dreaming amongst water and sun, you’re floating like an anemone between the breaking waves. Not quite here, not quite there, you get up from time to time, to take a single breath of air before diving again far away… to lose yourself, to become one with all and […]
24. April 2015
UTER US
antje kroeger fotograf leipzig

UTER US

Zusammenarbeit zwischen Antje Kröger & Zora Aroz (Lisa Kohl) AlbaEndlich sind all die Wanderer totUnd zur Ruhe gekommen die LiederDer Verstörten, der LandschaftskrankenIn ihren langen Schatten, am Horizont.Kleine Koseworte und GrausamkeitenTreiben gelöst in der Luft. Wie immerSind die Sonnenbänke besetzt, lächelnKinder und Alte aneinander vorbei.In den Zweigen hängen Erinnerungen,Genaue Szenen aus einem künftigen Tag.Überall Atem […]
21. April 2015
Z
Fotografie Antje Kroeger

Z

So gewiß, wie sich die leeren Formen, Hülsen und Sanktionen der Lebensgemeinschaft unüberführbar mit einem Inhalt brüsten kön- nen, der gar nicht in sie eingegangen sein mag, so gewiß, umgekehrt, versinnbildlicht er sich fortwährend in Lebensergebnissen, denen wir ihn um ihres Alltagscharakters willen nicht ansehn können. Und tausend mal wohl, gehn wir auf diese Weise […]
20. April 2015
Narzista
Aktfotos Leipzig

Narzista

…Ich liebe Den, dessen Seele tief ist auch in der Verwundung, und der an einem kleinen Erlebnisse zu Grunde gehen kann: so geht er gerne über die Brücke. Ich liebe Den, dessen Seele übervoll ist, so dass er sich selber vergisst, und alle Dinge in ihm sind: so werden alle Dinge sein Untergang. Ich liebe […]
15. April 2015
Fotoworkshop: Meisterklasse Menschenfotografie – ein Rückblick
Meisterklasse Menschenfotografie

Fotoworkshop: Meisterklasse Menschenfotografie – ein Rückblick

Die ersten drei Tage fotografische Meisterklasse liegen hinter mir, hinter uns. Für mich waren es inspirierende und dankende Tage. Dankend dafür, dass mein Konzept aufgegangen ist, es hat sich gut angefühlt, es war kurzweilig und dennoch konzentriert und an vielen Stellen auf den Punkt. Schwer zusammenzufassen sind diese Tage für mich, steckten sie doch voller […]
24. März 2015
Wasserturm am Meer
Wasserturm am Meer

Wasserturm am Meer

ebene wege mochte ich auch als kind nicht, habe nie verstanden, wofür ein lehrer verspricht, verfolgte immer das übersehene. durch regen und schlamm spürte ich die erdtiefe. ebene wege waren gehbar, aber ich lief hinter unmöglichen dingen her, ebene wege waren verfolgbar, doch meine spuren sollten sich im weltall verlieren. ebene wege mochte ich auch […]
4. März 2015
Der Fisch ist auch mein Freund
Der Fisch ist auch mein Freund

Der Fisch ist auch mein Freund

Es war jetzt dunkel, wie es im September, wenn die Sonne untergegangen ist, schnell dunkel wird. Er lag gegen das abgenutzte Holz des Bugs und ruhte sich aus, so gut er konnte. Die ersten Sterne waren da. Er kannte de Namen des Rigels nicht, aber er sah ihn und wusste, dass sie bald alle da […]
25. Februar 2015
Galgenmut
Galgenmut - Porträts von Antje Kröger

Galgenmut

 die bitteren jahre gelassen ein gedankenschlag hat sie vertrieben leichtigkeit stellt sich ein und nun  Ingeborg Kaiser
16. Februar 2015
Ein feines Herz sehnt sich sogar im Glück
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Ein feines Herz sehnt sich sogar im Glück

Sehnsucht und Erwartung Die Zeit, die ist, wird erst bedeutsam durch die Zeit, die war und sein wird. Ein Höhepunkt des Augenblickes vorwärts oder rückwärts ist die Gegenwart des Seins. Die Kette der Momente schließt sich nicht. Seelisch gibt es keinen Stillstand der Erfüllung. Ein feines Herz sehnt sich sogar im Glück. Die Sehnsucht der […]
26. Januar 2015
Du bist bei mir …
fotograf leipzig antje kroeger

Du bist bei mir …

Welch‘ eine Schönheit, wenn mir eine Idee in den Kopf fährt, nicht mehr verschwindet, wunderbare Menschen anreisen, mir vertrauen, dass wir die richtigen Orte finden, das Wetter uns ein Lächeln schenkt und wir alle zusammen einen meiner Lieblingssongs in Bildern pressen – meine (unsere) Interpretation und meine Verneigung vor einem grandiosen Musiker und Grenzgänger. Jeanny, komm, come […]
21. Januar 2015
Philosofische
fotograf leipzig antje kröger

Philosofische

Freischwimmer (Sylvia Amstadt) Hinter meinem Rückenschwimmt jetzt die Verzweiflungin kleingerissenen Stückenich lass sie frei in meiner Freiheitund so taucht sie friedlichzurück ins Meer der Weisheit. Ich will jetzt einfach keineKrokodilstränen mehr sehen,hab auch die Schnauze vollvon diesen rotzfrechen Riesengarnelenund diesen gierigen Haifischen,die sich täglich in zu kleinen Teichenversuchen das Leben zu nehmen? Dafür sehne ich […]
20. Januar 2015
Bellum omnium contra omnes
fotograf leipzig

Bellum omnium contra omnes

In irgend einem abgelegenen Winkel des in zahllosen Sonnensystemen flimmernd ausgegossenen Weltalls gab es einmal ein Gestirn, auf dem kluge Tiere das Erkennen erfanden. Es war die hochmütigste und verlogenste Minute der “ Weltgeschichte“: aber doch nur eine Minute. Nach wenigen Atemzügen der Natur erstarrte das Gestirn, und die klugen Tiere mußten sterben. – So […]
16. Januar 2015
Raum der Projektionen
fotograf leipzig antje kroeger

Raum der Projektionen

Da Marthe seit dem Tode ihrer Eltern wenig Menschen um sich sah und namentlich die langen Winterabende fast immer allein zubrachte, so lieh die regsame und gestaltende Phantasie, welche ihr ganz besonders eigen war, den Dingen um sie her eine Art von Leben und Bewußtsein. Sie borgte Teilchen ihrer Seele aus an die alten Möbeln […]
5. Januar 2015
Schwimmen oder Tauchen?
Fotograf Leipzig Antje Kröger

Schwimmen oder Tauchen?

4. Januar 2015
Curiositas
Fotograf Leipzig Antje Kröger

Curiositas

Der Trilogie 2014 letzter Teil Teil eins Sausen & Brausen und Teil zwei Die Lähmung   Es war schwarz wie Ebenholz, rot wie Blut und am Ende weiß wie Schnee. Für dieses Jahr ist´s vorbei, verehrtes Froillein, es bleiben die Neugierde, der Schelm, die tiefen Gefühle. Ahoi!
31. Dezember 2014
Kreative Fotoworkshops mit Antje Kröger
kreativer fotoworkshop

Kreative Fotoworkshops mit Antje Kröger

Ich bekomme immer wieder E-Mails oder Anrufe und werde zu mehr Details zu meinen Fotoworkshops gefragt. Vieles steht aber schon an verschiedenen Stellen auf meiner Homepage oder meinem Blog. Deswegen hab ich mal ein paar Texte, die Workshopteilnehmer geschrieben haben und Bilder, die während meiner Workshops entstanden sind, zuzusammengefasst in diesem Beitrag.Was ist mein Hauptanliegen? […]
29. Dezember 2014
Die Lähmung
aktfotografie leipzig antje kroeger

Die Lähmung

Der Trilogie des Jahres 2014 zweiter Teil, der erste Teil Sausen & Brausen Er zog an seiner Zigarette, und in ihm waren wohl schon die Gestalten eines neuen Buches. Immer in der Anspannung, schien Josef sich ein Privatleben nicht zu gestatten. Er prüfte die Luft, aber Andreas schien, daß er es nur tat, um die […]
29. Dezember 2014
Sausen & Brausen
Fotograf Leipzig Antje Kröger

Sausen & Brausen

  :::WIR HATTEN NICHT MIT DEM WIND GERECHNET:::   24.12.2014 – der Trilogie des Jahres erster Teil (mit Dank an eine Familie, die all das möglich macht!)     es hat gerüttelt & geschüttelt   gesauset & gebrauset   sanft & sorgfältig      
25. Dezember 2014
B-Sides
Fotograf Leipzig Antje Kröger

B-Sides

  Es gibt so viele Fotos, die niemals ans Tageslicht dürfen, weil sie nicht in Serien passen oder irgendwie nicht beachtet werden. Immer wieder tut es mir leid, aber meist bin ich da sehr streng. Meist schlummern sie dann einfach auf der Festplatte oder im Negativ-Ordner, aber manche kämpfen sich an die Oberfläche, ganz langsam. […]
15. Dezember 2014
Die Seherin
Aktfotografie ANTJE kRÖGER fOTOGRAF lEIPZIG

Die Seherin

Schon wieder schüttelt mich der gliederlösende Eros, bittersüß,unbezähmbar, ein dunkles Tier. Sappho Was mir früh auffiel: seine Angst vor Schmerz. Daß er empfindlich war. Auf körperlichen Wettstreit ließ er es nie ankommen. Ich aber, fällt mir ein, ich war berühmt dafür, daß ich Schmerz ertrug. Daß ich die Hand am längsten über der Flamme hielt. Nicht das Gesicht verzog. […]
7. Dezember 2014
Man reist ja nicht, um anzukommen
Man reist ja nicht, um anzukommen

Man reist ja nicht, um anzukommen

November 2013 -eng verknüpft mir diese Bildern ist auch ein anderer Beitrag in meinem Blog: klick– Reisen bedeutete immer Bewegung – jedenfalls solange sich der Begriff der Zeit auch im Raum festmachen ließ. Ein Jahr ist der Zeitabschnitt, den die Erde für eine Umrundung der Sonne benötigt, und ein Tag jener, an dem sie sich […]
5. Dezember 2014
Wie ein Baby?
babyfoto antje kröger leipzig

Wie ein Baby?

Diese beiden entzückenden Damen begleiten mich des Öfteren bei meiner Arbeit, die eine schon ein wenig länger als die andere … endlich mal Fotos machen, gemeinsam, nach zwei Monaten geschafft, wie fast immer spontan und frei und pullernd und mehr, dabei der namenlose Affe.  “Sie legt den Arm um meine Schulter. Wir schauen zu, wie die […]
30. November 2014
Entsicherung
Entsicherung

Entsicherung

Ent.sichert. Das war meine und Sandras Reise (ich hab heut gelernt, dass sich die Italiener immer zuerst nennen, bin ich ab jetzt einfach eine Italienerin und kein Eselchen). Im Sommer war die fesche Dame bei einem meiner Fotworkshops und an diesem Winterwochenende schon auf meinem Dach. Ich erinnere mich noch, dass ich vor ein paar Monaten […]
23. November 2014
Alte Seele Sommervogel
Alte Seele Sommervogel

Alte Seele Sommervogel

Alles Sichtbare ist Ausdruck, alle Natur ist Bild, ist Sprache undfarbige Hieroglyphenschrift… … Denn der Schmetterling ist ja etwas Besonderes, er ist ja nicht ein Tier wie alle anderen,er ist eigentlich überhaupt nicht ein Tier, sondern bloß der letzte, höchste, festlichste und zugleich lebenswichtigste Zustandeines Tieres. Er ist die festliche, die hochzeitliche, zugleich schöpferische und […]
2. November 2014
Gewöhnung ist ein Einschlafen
fotograf leipzig

Gewöhnung ist ein Einschlafen

Was man Langeweile nennt, ist also eigentlich vielmehr eine krankhafte Kurzweiligkeit der Zeit infolge von Monotonie: große Zeiträume schrumpfen bei ununterbrochener Gleichförmigkeit auf eine das Herz zu Tode erschreckende Weise zusammen; wenn ein Tag wie alle ist, so sind sie alle wie einer; und bei vollkommener Einförmigkeit würde das längste Leben als ganz kurz erlebt […]
17. Oktober 2014
Sprechende Tiere
fotograf leipzig

Sprechende Tiere

zu sagen, wie es zu erreichen ist, sprache unter die menschen zu bringen, damit sie sich weiten, dehnen in ihrer ausdrucksfähigkeit und lust bekommen sich mitzuteilen, ist nicht einfach.
11. Oktober 2014
Der Schelm (eine Fortsetzung)
clown fotograf leipzig antje kroeger

Der Schelm (eine Fortsetzung)

  Wo komm‘ ich her? Wo geh‘ ich hin? Diese Frage habe ich in diesem Sommer dem ein oder anderen gestellt. Meine Liebe zur Fotografie entstand in der Dunkelkammer. Da komm‘ ich her. Stunden um Stunden beobachten, staunen, entwickeln. Ich hab lange auf Film fotografiert. Und ich hab wieder viel zu lange wieder nur digital […]
28. September 2014
Den Menschen sehen
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Den Menschen sehen

Überall im Jahr 2014 prangerte für mich das Wort "Mensch". In meinen Fotoworkshops mehr denn je, in Projekten, an denen ich noch regelmäßig arbeite und die irgendwann auch aus der Schublade an die Öffentlichkeit wollen, in meinem privaten Leben. Aber wie nähert man sich dem Mensch, dem Freund, dem Kollegen fotografisch am? Eine lehrreiche Aufgabe. Eine kommunikative Lehrstunde, ein Experiment. Ich weiß, dass sich meine Arbeitsweise von all den anderen Fotomenschen unterscheidet - das fotografische Gespräch hat sich für mich etabliert.
25. September 2014
Schatten werfen keine Schatten
fotograf leipzig antje kroeger

Schatten werfen keine Schatten

Schatten werfen keine Schatten
24. September 2014
Mein Gesicht – Dein Spiegel
sinnliches porträt schwarz/weiss

Mein Gesicht – Dein Spiegel

Paul Celan. Ein Auge, offen   Stunden, maifarben, kühl.Das nicht mehr zu Nennende, heiß,horbar im Mund.Niemandes Stimme, wieder.Schmerzende Augapfeltiefe:das Lidsteht nicht im Wege, die Wimperzählt nicht, was eintritt.Die Träne, halb,die schärfere Linse, beweglich,holt dir die Bilder.  
22. September 2014
Inneres Kind.chen
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Inneres Kind.chen

„Unsere tiefgreifendste Angst ist nicht, dass wir ungenügend sind.Unsere tiefgreifendste Angst ist, über das Messbare hinaus kraftvoll zu sein. Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, die uns am meisten Angst macht.Wir fragen uns, wer bin ich, mich brillant, großartig, talentiert, phantastisch zu nennen?Aber wer bist Du, Dich nicht so zu nennen?Du bist ein Kind […]
18. September 2014
Requiem
requiem by antje kroeger

Requiem

„… Wenn du noch da bist, wenn in diesem Dunkel noch eine Stelle ist, an der dein Geist empfindlich mitschwingt auf den flachen Schallwell’n, die eine Stimme, einsam in der Nacht, aufregt in eines hohen Zimmers Strömung: so hör mich: Hilf mir. Sieh, wir gleiten so, nicht wissend wann, zurück aus unserm Fortschritt in irgendwas, […]
22. August 2014
Die Unmöglichkeit mit verwelkten Flügeln abzuheben
Die Unmöglichkeit mit verwelkten Flügeln abzuheben

Die Unmöglichkeit mit verwelkten Flügeln abzuheben

„Oh meine Brüder, bin ich denn grausam? Aber ich sage: was fällt, das soll man auch noch stossen!Das Alles von Heute – das fällt, das verfällt: wer wollte es halten! Aber ich – ich will es noch stossen!Kennt ihr die Wollust, die Steine in steile Tiefen rollt? – Diese Menschen von heute: seht sie doch, […]
17. August 2014
Das Herz ist die Sonne
Das Herz ist die Sonne Porträt Antje Kröger

Das Herz ist die Sonne

Paracelsus schrieb: „Das Herz ist die Sonne, und wie die Sonne auf die Erde und sich selbst wirkt, also wirkt auch das Herz auf den Leib und sich selbst. Und ist dieser Schein auch nicht der der Sonne, so ist er doch der Schein des Leibes, denn der Leib muss an dem Herzen Sonne genug […]
15. August 2014
Die fotografische Baustelle
workshop fotografie fotoworkshop leipzig

Die fotografische Baustelle

Seit fast einem Jahr frage ich die Teilnehmer meiner Fotoworkshops nach ihrer „fotografischen Baustelle“. Diese Frage ist inzwischen fast zu einem kleinen Ritual geworden. Im letzten Sommer, das weiß ich noch sehr genau, stellte ich sie zum ersten Mal – und machte mir natürlich selbst Gedanken dazu. Denn ich bleibe in meinen Workshops nie außen vor. Mittendrin ist mein Motto. Also beantwortete ich mir diese Frage zunächst selbst.
10. August 2014
Die eigene Wahrheit
Die eigene Wahrheit

Die eigene Wahrheit

Du wirst deine eigene Wahrheit schon wiederfinden, wenn du bereit dafür bist, aber wenn sie zurückkommt, dann schäme dich nicht für sie, denn sie ist du und du bist sie und niemand sollte sich für sich selbst schämen.  Gedankensturm – Diandra Voigt  
6. August 2014
Des Menschen Seele gleicht dem Wasser
Fotografie Wasser Leipzig Porträt Antje Kröger

Des Menschen Seele gleicht dem Wasser

Auf der ganzen Weltgibt es nichts Weicheres und Schwächeres als das Wasser.Und doch in der Art, wie es dem Harten zusetzt,kommt nichts ihm gleich.Es kann durch nichts verändert werden.Daß Schwaches das Starke besiegtund Weiches das Harte besiegt,weiß jedermann auf Erden,aber niemand vermag danach zu handeln. (Laotse: Tao te king) 
5. August 2014
Getäuscht hat sich die Taube
ein Tribut an Frida Kahlo

Getäuscht hat sich die Taube

Getäuscht hat sich die Taube. Sie hat sich getäuscht. Um nach Norden zu fliegen, flog sie nach Süd.Sie glaubte der Weizen sei Wasser.Sie hat sich getäuscht. Sie glaubte das Meer sei der Himmel,die Nacht sei früher Morgen.Sie hat sich getäuscht. Die Sterne seien Tau,die Hitze Schneegestöber.Sie hat sich getäuscht. Dein Rock sei deine Bluse,in deinem […]
4. August 2014
Vor dem Leben danach
Vor dem Leben danach

Vor dem Leben danach

Im Bauch einer schwangeren Frau trieben zwei Embryos, einer von Glaube und Hoffnung genährt, der andere ein Skeptiker durch und durch. Der Skeptiker wollte wissen:“ Glaubst du an ein Leben nach der Geburt?“ Der Gläubige antwortete: “ Gewiss, das gibt es. Unser Leben hier ist nur ein Weg, wir wachsen und gedeihen, um uns auf […]
28. Juli 2014
Im Tal
Im Tal Fotoserie von Antje Kroeger

Im Tal

Unsere erste "Begegnung", Jasmin und Antje, ist nun über ein Jahr her. Damals schrieb sie mir eine wundersame E-Mail (für eine 17-jährige) und buchte mich als Fotografin für ein Shooting, dass erst ein Jahr später stattfinden sollte. Doch das Universum sorgte dafür, dass ich ein paar Wochen nach Erhalt dieser E-Mail mit einem geliebten Menschen an einen besondersverwunschenen Ort reiste, vielleicht auch, um diesem wundersamen Mädchen live und in Farbe zu begegnen; schon zu diesem Zeitpunkt. Seitdem verbindet mich eine Freundschaft mit ihr und eine sehr besondere Liebe zu diesem Ort, den sie jetzt verlässt, um in ihr Leben zu tanzen. Unsere gemeinsame Fotoarbeit am Brausebach fand vor zwei Wochen statt. Jasmin hat ein paar Worte zu den Bildern geschrieben und ich bin sehr stolz, dieses "Häuten" fotografierend begleitet zu haben.
22. Juli 2014
Der Ort
Porträt schwarz-weiss Foto Antje Kröger

Der Ort

Franz Kafka in einem Brief an Max Brod 1921: “ Und doch ist es nichts als gemeinste Angst, Todesangst. So wie wenn einer der Verlockung nicht widerstehen kann, in das Meer hinauszuschwimmen, glückselig ist, so getragen zu sein, jetzt bist du Mensch, bist ein großer Schwimmer und plötzlich richtet er sich auf, ohne besonders viel […]
14. Juli 2014
Nachwehen
Nachwehen

Nachwehen

All das, was ich mache, hat Auswirkungen. Auf mich, auf andere, auf alle(s) dazwischen! Ich fotografiere, weil ich es kann. Weil diese Kunst zu mir gefunden hat, weil ich Geschichten erzähle, die aus mir herausfließen, weil ich den Bildern eine Bedeutung schenke. Und da ist sie wieder. Die Auswirkung, die auch eine Bedeutung sein darf. Das Medium spielt keine und dann doch so eine große Rolle. Es war niemals eine bewusste Entscheidung. Aber immer wusste ich, dass ich es nicht mache, all das, auch das Atmen, um daran nur meinen Spaß zu haben. Es gab immer mindestens eine zweite Ebene. Manchmal hoffentlich auch noch mehr. Aber immer teilte der Vorhang die Welten. Gebet dem, was ihr tuet eine Bedeutung! Ansonsten beenden sich die Vorstellungen von selbst.
13. Juni 2014
Risse entstehn im Verhängnis
Risse entstehn im Verhängnis

Risse entstehn im Verhängnis

Gieb deinem Herzen ein Zeichen, daß die Winde sich drehn. Hoffnung ist ohne gleichen wenn sie die Göttlichen sehn. Richte dich auf und verharre still in dem großen Bezug; leise löst sich das Starre, milde schwindet der Bug. Risse entstehn im Verhängnis das du lange bewohnt, und in das dichte Gefängnis flößt sich ein fühlender Mond. Aus: Die Gedichte 1922 bis 1926 (Entwürfe; Muzot, Anfang Februar 1924), […]
11. Juni 2014
Freischwimmerin
Freischwimmerin Aktfotos Antje Kröger

Freischwimmerin

Ihr Element das Wasser.Güte und Angst.Sanftheit und raue Wellen.Auftauchen und verschlucken,niemals still und tot.Freiheit.
25. Mai 2014
Axiom
axiom_aktfotos_antje_kroeger

Axiom

tribut to archive… http://archiveofficial.com/ Die Axiome von Paul Watzlawick
23. Mai 2014
Die Farbe der Ambivalenz…
Frau rothaarig akt gelb tulpen

Die Farbe der Ambivalenz…

oder des Wahn.sinns … In stark emotionalen Zuständen wird die Sprache stereotyper, weniger diversifiziert und qualifiziert …
21. Mai 2014
Der Blattschuss
künstlerische fotos antje kröger

Der Blattschuss

Der gesunde Mensch quält andere nicht. Für gewöhnlich sind es die Gequälten, die wieder andere quälen. CARL JUNG
11. Mai 2014
Holocene
mann porträt foto bart

Holocene

„Hüte dich dein Leben lang davor, Männer nach ihrem Erscheinungsbild zu beurteilen.“ — JEAN DE LA FONTAINE Ich erinnere mich gerne an seine Worte und über einige denke ich noch nach. Ein Versuch der Beobachtung.
8. Mai 2014
Der Sturm
sturm fotos antje kroeger

Der Sturm

Der Schauende (Rilke) …Da geht der Sturm, ein Umgestalter,geht durch den Wald und durch die Zeit,und alles ist wie ohne Alter:die Landschaft, wie ein Vers im Psalter,ist Ernst und Wucht und Ewigkeit. Wie ist das klein, womit wir ringen,was mit uns ringt, wie ist das groß;ließen wir, ähnlicher den Dingen,uns so vom großen Sturm bezwingen, […]
7. Mai 2014
Sonderbare junge Mädchen
clown_antje_kröger

Sonderbare junge Mädchen

update: 12.08.2013 Hier stand bis heute ein Auszug aus: Erich Kästner, Fabian – Die Geschichte eines Moralisten Dann bekam ich eine E-Mail, die mich darauf aufmerksam machte, dass der Sohn und seine Anwälte Menschen abmahnen, die seinen Vater im Netz ungefragt zitieren. Nun ja. Ich liebe Erich Kästner und all das, was ich auf meinen […]
14. April 2014
Du bist schön!
du bist schön

Du bist schön!

Ich gebe seit 1 1/2 Jahren Fotoworkshops zum Thema Fotografie und die Bedeutung, die diese „Kunst“ für mich und mein Gegenüber hat, in ganz verschiedenen Konstellationen, mit anderen Künstlern und/oder Freunden, meist in Berlin oder Leipzig. Die Workshops unterliegen einer Philosophie: Die wichtigste Botschaft in den Fotoworkshops ist die Aufforderung, eine gestalterische Position zu entwickeln. […]
18. Februar 2014
An das Baby
babyfotos_leipzig

An das Baby

8. Februar 2014
…lass das Tuch bedecken…
antje kroeger fotografin leipzig

…lass das Tuch bedecken…

" Es ist immer, wenn ich schreibe, der Punkt erreicht, wo ich mit mir selber (und das heißt auch mit dem, was mich umgibt) nicht mehr umgehen kann. Ich ertrage meine Sinne nicht mehr. Ich ertrage mein Nachdenken nicht mehr. Es ist alles so verstrickt geworden, daß ich nicht mehr weiß, wo die äußeren Dinge anfangen und aufhören. Ob sie in mir sind, oder ich in ihnen. Es brechen Stücke Welt heraus, als hätte ich alles geschluckt, was ich nicht tragen kann. Und dann gibt es später diese Sätze. Schwarz auf weiß, wie ein Kleidungsstück, in dem man selber nicht nicht drin ist."  Herta Müller
30. Januar 2014
…vom Stolpern und Verzaubern
flora pulina

…vom Stolpern und Verzaubern

… oder wie sie noch immer über die Eisbärengeschichte kicherte… 2014 begann über den Dächern von Leipzig und einer nicht lauten Party.2014 begann mit Stille und dem zustimmenden Glitzern über dem Gartenbaum. Ihre Begegnung ist eine Fortsetzung. Auf der Suche, im Tausch der Gedanken, Faszination und Neugierde.Inszenierung und pures Verdenken der Bühne. Flora, Schauspielerin.Antje, Fotografin.Auf unser […]
14. Januar 2014
Verrat
verrat antje kröger fotografin

Verrat

„Nirgends kommen sich Menschen näher als beim Verrat.“ Stefan Schütz  Und immer spielt die Sehnsucht in das Thema des Verrats und speist es: die Sehnsucht nach der tiefen Überzeugung, der großen Leidenschaft, der starken Loyalität, der Einzigartigkeit und der Unerschütterlichkeit.
20. Dezember 2013
All the devils are here
magersucht fotografin antje kröger

All the devils are here

Manche fotografischen Begegnungen hallen nach – das ist für mich nichts Neues. Diese Begegnung allerdings war sowohl eine stark persönliche Auseinandersetzung als auch künstlerisch eine Herausforderung. Die Fotos liegen seit mehr als einer Woche bei mir, spuken immer wieder in meinem Kopf herum und sind auf eine besondere Weise gut zu mir. Jetzt bin ich bereit, zumindest einen Teil davon zu zeigen. Der andere Teil – sie und ich gemeinsam – bleibt vorerst unsichtbar. Es sind starke Bilder. Vielleicht bin ich eines Tages so stark, sie zu präsentieren. Aber das ist im Moment nicht wichtig. Ich habe mich fotografisch an ein sehr persönliches Thema gewagt, und das allein zählt gerade. Sie traut sich. Ich traue mich. Ich bin dankbar für die gemeinsamen Augenblicke, ob im Gespräch oder vor der Kamera. Vorsicht und Schonungslosigkeit wechselten sich ab. Emotionalität war in jeder Sekunde präsent. Und dieser Nachhall, der etwas mit mir macht – etwas, das ich jetzt noch nicht benennen kann...
27. November 2013
Die zerstörerische Anziehungskraft des Wassers
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Die zerstörerische Anziehungskraft des Wassers

Wenn das Destruktive ein böses Gesicht hätte, es wäre nicht verlockend, wenn es mit Ankündigungen kommen würde, wir wären gerüstet. Aber so geht das Destruktive nicht vor. Es tarnt sich, es schleicht sich an, es arbeitet mit dem Unverhofften und es täuscht. Und deshalb ist die einzige Methode, ihm zu begegnen, es anzuschauen. Elia
6. November 2013
Auftriebs.kraft
fotograf leipzig

Auftriebs.kraft

Ein neuer Raum hat sich für mich geöffnet. Ich, selbst Element Wasser, bin immer auf der Suche nach neuen Konzepten und/oder Räumen, die eine Menge fotografischer und persönlicher Auseinandersetzung versprechen. Der eng begrenzte Raum, gefüllt mit Flüssigkeiten oder in Zukunft anderen organischen Materialien. Die Menschen, die sich einlassen, an ihre Grenzen gehen, versuchen, ihre Körperlichkeit […]
27. Oktober 2013
Spiegelung der Vorstellung
unter_wasser_fotografie

Spiegelung der Vorstellung

was siehst du im spiegel? die wahrheit, das gegenteil, eine vermutung?wann bist du frei, wann bist du gefangen?bist du es selbst, der sich in die enge begibt?lebst du?
6. Oktober 2013
Ich glaub‘ nur an mich …
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Ich glaub‘ nur an mich …

Zerreißproben prüfen deine Qualität. Doch wenn es in den Nähten kracht, wächst du. Kyrilla Spiecker
29. September 2013
Lösch mir die Augen aus
erotische fotos antje kroeger

Lösch mir die Augen aus

Lösch mir die Augen aus: ich kann dich sehn, wirf mir die Ohren zu: ich kann dich hören, und ohne Füße kann ich zu dir gehn, und ohne Mund noch kann ich dich beschwören. Brich mir die Arme ab, ich fasse dich mit meinem Herzen wie mit einer Hand, halt mir das Herz zu, und mein Hirn wird schlagen, und wirfst du in mein Hirn den Brand, so werd ich dich auf meinem Blute tragen. Rainer Maria Rilke, Sommer/Herbst 1899
26. September 2013
Paris (2013)
paris_antje_kroege

Paris (2013)

Kleine Momente.
25. September 2013
Das Fuchsmädchen
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Das Fuchsmädchen

In diesem Augenblick erschien der Fuchs: „Guten Tag“, sagte der Fuchs. „Guten Tag“, antwortete höflich der kleine Prinz, der sich umdrehte, aber nichts sah. „Ich bin da“, sagte die Stimme, „unter dem Apfelbaum …“ „Wer bist du?“ sagte der kleine Prinz. „Du bist sehr hübsch … “ „Ich bin ein Fuchs“, sagte der Fuchs. „Komm […]
12. September 2013
Ich erleben, Du sein
Ich erleben

Ich erleben, Du sein

Zwei dicke Frauen feiern ihre Körper in kunstvollen Schwarz-Weiß-Fotografien.
10. September 2013
Der Schelm
schelm antje kroeger fotograf leipzig

Der Schelm

9. September 2013
Atem
luft by antje kroeger

Atem

Mein Atem In meinen Tiefträumenweint die ErdeBlutSterne lächelnin meine AugenKommen Menschenmit vielfarbnen FragenGeht zu Sokratesantworte ichDie Vergangenheithat mich gedichtetich habedie Zukunft geerbtMein Atem heißtjetzt(aus: R.A.: Mutterland. Gedichte, 1978)
28. August 2013
Auf der anderen Seite
Fotograf Antje Kroeger

Auf der anderen Seite

Offenbar erfordert das Zusammenleben von Individuen einige Gitterstäbe in ebendiesen Individuen. Die dunklen Kerker unserer Seelen, in die wir einschließen, was die dünne Schale unseres Menschseins bedroht. Ich verdränge täglich eine Flut von Ereignissen und Gefühlen, die mich demütigen und verletzen. Ohne diese Verdrängung wäre ich nicht fähig, am Morgen aus dem Bett aufzustehen. Gitter, […]
26. August 2013
Hunger
antje kroeger fotograf leipzig

Hunger

Hunger-Fotokunst-Sonnenblumen
30. Juli 2013
Totus
antje kroeger_fotograf leipzig

Totus

Es geht nicht um Fragmente, Halbwahrheiten oder Teile, sondern um das Ganze.
28. Juli 2013
Wölfin
Antje Kroeger Fotograf Leipzig

Wölfin

Alpha-Wölfin. Sie ist das dominanteste weibliche Tier innerhalb des Rudels. In den späten Wintermonaten führt sie Kämpfe mit rangniedrigeren Wölfinnen, um ihren Platz zu behalten. Sie fletscht die Zähne, fixiert den Gegner/in, stellt die Ohren und die Nackenhaare auf. Das Mienenspiel, die Körpersprache und die Duftmarkierungen sind ritualisiert. Sie werden von allen verstanden und dienen dem […]
19. Juli 2013
Crux
crux antje kroeger fotograf leipzig

Crux

HAMM: Was zu tun, das frage ich mich. CLOV: Ich betrachte die Wand. HAMM: Die Wand! Und was siehst du da, auf deiner Wand? Menetekel? Nackte Leiber? CLOV: Ich sehe mein Licht, das stirbt. HAMM: Dein Licht, das…!? was man nicht alles zu hören kriegt! Na ja, es wird ebenso gut hier sterben, d e […]
9. Juni 2013
Blind.sehen
blind

Blind.sehen

Der Mensch ist ein Blinder,der vom Sehen träumt. Christian Friedrich Hebbel
7. Juni 2013
Gesichter
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Gesichter

Gesichter (Johannes R. Becher) Viele Gesichter trug ich, viele Gesichterwaren zu tragen mir auferlegt.Wenn ich lachte, war oft die Haut nurvom Lachen bewegt. Irrsinniges Weinen sprangmir um die Lippen –aber ich habe gelacht.Habe mein Gesicht zum Lachen gebracht. In den Bergen habe ich mein Gesicht versteckt.Wenn es Frühling wird, singt es im Wald.Die Stadt aber […]
4. Juni 2013
Interlude
interlude

Interlude

aktfotografie-mann-AntjeKroeger
1. Juni 2013
Gefährten
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Gefährten

Manchmal braucht es Worte. Manchmal braucht es Taten. Aber immer braucht es ein Gefühl! GefährtenGesellenGenossenGespielen Fellows, travellersFellows, journeymenMembers, associatesPlaymates, companions CompagnonsCamarades (ouvriers)Collègues (associés)Amis d′enfance CompagniCamerati, compagniCamerati, soci, colleghi (complici,consorti)Compagni d′infanzia, amici d′ infanzia
27. Mai 2013
Der Herr will fliegen
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Der Herr will fliegen

Ich glaube, dass die Angst, die man hat, wenn man an einem Abgrund steht, in Wahrheit vielmehr eine Sehnsucht ist. Eine Sehnsucht, sich fallen zu lassen – oder die Arme auszubreiten und zu fliegen.  Isabel Abedi 
26. Mai 2013
Streben nach Raum
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Streben nach Raum

Gedanken ohne Inhalt sind leer.Beschreibungen ohne Begriffe sind blind.Bewegung ohne Fokus führt in die falsche Richtung.Raum ohne Fenster und Türen hält gefangen.
19. Mai 2013
Erde
Aktfotografie Leipzig Erde

Erde

Erde bewegt sich nicht, wenn sie nicht bewegt wird. Sie erinnert uns daran, dass wir sterblich sind.  Sie kann den Baum wachsen lassen, genauso wie sein Blatt wieder unter sich begraben.  
17. Mai 2013
Liis
Liis_Begegnung

Liis

Ich war betrunken vor Eurem KaminIch war alt genug, um zu verstehenIch sah Deine Hand, die die ihre sahBei mir ist heile Haut, wo eine Wunde warEs gibt Aufgaben, die zu erfüllen wärenDen Traurigen die Welt erklärenDass ich meinen großen gelben Vogel fandAls die kanadische Band ihre traurigen Lieder sang Walter & Hail (Tomte)
13. Mai 2013
Atme!
atme_by_antje_kroeger

Atme!

Atme, Nichts anderes musst du in diesem Moment tun.Aus und Ein, weiter!Atme.Du hast es nicht verlernt.Atme.Es füllt dich auf, macht dich satt, schenkt dir Vertrauen.Atme kräftig, sanft – abwechselnd –Atme.Bleib bei dir, Aus und Ein, weiter!Atme.
30. April 2013
Der Traum
aktfotografie_antje_kroeger

Der Traum

Du freier Mensch, du liebst das Meer voll Kraft, Dein Spiegel ist’s. In seiner Wellen Mauer, Die hoch sich türmt, wogt deiner Seele Schauer, In dir und ihm der gleiche Abgrund klafft. Du liebst es, zu versinken in dein Bild, Mit Aug‘ und Armen willst du es umfassen, Der eignen Seele Sturm verrinnen lassen In […]
8. April 2013
Unter Deinen Augen trau ich mich
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Unter Deinen Augen trau ich mich

Die Angst.Lähmend. Angst. Sie tanzt über die Hautund hinterlässt rote Flecken. Diese Angst.Fordernd. Sie zieht den Körper zusammen,macht ihn eng,so eng,dass die Luft knapp wirdund nur durch ein kleines Ventilwieder neu in ihn hineinkriecht. Doch gut zu wissen,dass es dich gibtauf dieser Welt. Auch du sitzt im Dunkeln.Auch du denkst über das Jetzt nach.Auch du […]
4. April 2013
Un pont vers l’autre – Eine Brücke zum Anderen – Installation visuelle et sonore au Canal Saint Martin (Paris) et Landwehrkanal (Berlin)
Eine Brücke zum Anderen_AntjeKroeger

Un pont vers l’autre – Eine Brücke zum Anderen – Installation visuelle et sonore au Canal Saint Martin (Paris) et Landwehrkanal (Berlin)

… eine Installation von Astrid Monet über das Goethe-Institut Paris mit den Fotografien von Antje Kröger. Die Ausstellung fand im Februar 2013 in Paris statt. Es handelt sich um eine Installation mit Video- und Tonelementen. Eine Installation im Herzen der Stadt.Es werden gleichzeitig zwei Installationen entlang des Canal Saint Martin in Paris und des Landwehrkanals in […]
13. März 2013
Tanzerei
Tanzerei

Tanzerei

Tanzerei: Körper, Bewegung, Ausdruck, Bild
18. Februar 2013
Tristessa
fotograf tristessa sinnliche fotos

Tristessa

Dies ist ein Anfang. Wie dieses Buch zu mir kam, keine grosse Geschichte. Aber dem Menschen, der es mir schenkte und der wundervollen Frau auf den Bildern ist diese Serie gewidmet. Und ja, vielleicht ist es ein Anfang für eine andere Art von Serie. Ich werde es mir durch den Kopf gehen lassen und danke […]
6. Januar 2013
Hier bin ich
fotograf leipzig sinnliche fotos

Hier bin ich

Wenn ein Künstler stirbt, hinterlässt er ein Werk, ein Gefühl, Trauer… Als Nils Koppruch vor ein paar Tagen für immer ging, führte er mich dadurch in ein Wunderland voller Poesie und schöner Melodien. Natürlich kannte ich Fink, ich hatte auch schon die Platten von Gisbert gehört und die Kooperationen mit Tocotronic oder Fehlfarben beobachtet.
14. Oktober 2012
Emma
emma fotografiert von antje kroeger

Emma

Diese Serie ist natürlich der wundervollen Emma gewidmet, aber auch einem wichtigen Menschen in meinem Leben und Fotografen: Stanislav Kutac
25. August 2012
Geisterwache
leipzig fotograf antje kröger photographie

Geisterwache

fragile tension.  fein.ge.gliedert.  zart.    gebrechlich. gone.
22. Mai 2012
Ich wollte ja nichts als das zu leben versuchen…
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Ich wollte ja nichts als das zu leben versuchen…

  „Um meine Geschichte zu erzählen, muß ich weit vorn anfangen. Ich müßte, wäre es mir möglich, noch viel weiter zurückgehen, bis in die allerersten Jahre meiner Kindheit und noch über sie hinaus in die Ferne meiner Herkunft zurück.     Die Dichter, wenn sie Romane schreiben, pflegen so zu tun, als seien sie Gott […]
6. Mai 2012
Nicht jedes Ende ist ein Ziel
fotograf leipzig antje kroeger

Nicht jedes Ende ist ein Ziel

Nicht jedes Ende ist ein Ziel. Das Ende der Melodie ist nicht deren Ziel.; aber trotzdem: hat die Melodie nicht ihr Ende erreicht, so hat sie auch ihr Ziel nicht erreicht. ein Gleichnis… Friedrich Nietzsche
22. April 2012
Leib.er
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Leib.er

Mein Dauerprojekt „Leiber“ gedeiht. Es kommen in unregelmäßigen Abständen neue Bilder, neue Leiber dazu, der Frühling und auch der Sommer werden ihr Übriges tun. Am Ende des Jahres hoffe ich dann, meine 20 Lieblingsleiber zu haben, um sie auszustellen, live, in Farbe und Schwarzweiß. Doch bei diesen Fotosessions passiert meist so viel mehr. Viele Bilder entstehen, und damit sie nicht alle einfach so wieder verschwinden, zeige ich ab und an einige auf meinem Blog. Dennoch: Die Ausstellung wird es vorerst nur in der analogen Welt geben, und das ist auch gut so.
12. April 2012
Das Innere und das Äußere
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Das Innere und das Äußere

Das gängige latainische Wort für Maske war „persona“. Daneben wurde auch „larva“ – abgeleitet von „lar“, dem Namen des römischen Huasgottes – in diesem Sinne verwendet, meinte aber primär Geist und wurde folglich eher mit Geistererscheinungen assoziiert; „imago“ wiederum bezeichnete ausschließlich die Totenmaske……Der maskierte Schauspieler spielt eine Rolle, doch diese Rolle ist nicht Teil seiner […]
23. März 2012
Zutrauen… Vertrauen
vertrauen

Zutrauen… Vertrauen

momentan schärfe ich meine sinne für „leiber“. es wird in den kommenden monaten dazu eine ausstellung in leipzig stattfinden. bei dem ein oder anderen fototermin für dieses freie projekt entstehen fotos, die ich immer mal wieder auch hier zeigen werde. heute danke ich sophie sehr für ihr vertrauen, mir ihre weiche, sensible und nicht immer […]
31. Januar 2012