g'wichtig-antjekroeger

g’wichtig

Aktworkshop für künstlerische Fotografie. Der erste Aktworkshop seit drei Jahren, für mich, für meine Teilnehmenden. Mir war diesmal wichtig, dass die wunderbaren Körper meiner Modelle ziemlich unterschiedlich daherkommen. Das kamen sie. Mit Wucht an Energie, wenn die Körper mit all dem, was sie noch mitbrachten, denn freigelassen und mitgenommen wurden. Wow. Meine Begeisterung im Licht des Märzes wollte gar nicht enden. Alleine meine Augen konnten sich sattsehen an der so verschiedenen Schönheit des Seins. Zur Krönung durfte ich zusammen mit J und J eine kleine Geschichte erzählen –über den Glauben in osteuropäischen Patrialreichen und den Momenten im Leben, in denen ein singuläres Ereignis alles auf den Kopf stellt. Kein Stein mehr auf dem anderen lässt und neue Räume gesucht, gefunden und betreten werden wollen. Wer Lust auf einen Workshop bei mir hat, schaut sich mein PROGRAMM meiner FOTOWORKSHOPS an.


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Der Boden ist steinig. Die Tür zum Raum, geschaffen aus jahrhundertealtem Holz, steht einen Spalt offen. Das Licht wirft ein spitzes Dreieck auf den Bodenspalt. Der Raum ist kalt. Die Augen müssen sich an seine Dunkelheit gewöhnen. Der Raum ist übermächtig groß. Das Licht der kleinen Fenster tastet an einem Tag jede Faser des Korpus für einen Moment ab. Den Rest des Rhythmus bleibt alles in Dunkelheit. In dieser Sekunde führt das Licht in eine krumme Ecke. Von dort erklingt die sonore Stimme, wie es scheint, seit Tagen, Wochen, Monaten, Jahren. Sie wechselt vom Klagen ins Bitten und wieder zurück. Sie weint, lacht, schreit und flüstert. Ausdauernd. Fordernd. Rücksichtslos. Der Moment schreibt Gänsehaut auf den Rücken der Stimme, ritzt Narben in die Haut des Rückens. Für einen kurzen Augenblick drückt er sich tapfer durch, dann wird er schnell wieder zum Buckel. Die Farbe der Stimme leuchtet. Der Rücken voller Qual beugt sich trotzig.


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24. März 2024

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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Der Korb meines Rotkäppchens war irgendwann gefüllt mit Sorgen, bis zum Rand. Sorge. Vorsorge. Sorge vor Sorge. Versorgen, umsorgen, (selbst)fürsorgen. Wo war das niedliche, furchtlose Mädchen geblieben? Angst oder Furcht. Egal. Beides in ordentlichem Maße vorhanden. Nur die Sehnsucht war geblieben. Natürlich. Und wenn sie nicht gestorben sind… Aber so viel(e) war(en) schon gestorben. Die Großmama natürlich. Aber auch die ein oder andere Utopie. Menschen. Vorhaben. Lieben, die Leichtigkeit.
4. Oktober 2026
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Auf dem Nachttischchen aus Holz, das neben dem knarrenden Omabett stand, lag dieses wunderschöne DDR-Märchenbuch. Es war ein dicker Brocken und die Seiten waren mit einem goldenen Schnitt verziert. Als Kind dachte ich, dieses Buch wäre ein Schatz. Denn immer, nachdem Omama mir daraus vorgelesen hatte, verschwand es wieder in einer roten Box aus dicker Pappe. Dann war das wunderschöne Cover nicht mehr sichtbar, welches mich durch meine gesamte Kindheit begleitete.
4. Oktober 2026
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selbstporträt inszeniert, sandkastenform als maske vor auge, grüner lidschatten, analog-digitaler remix, konzeptuelle porträtfotografie

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ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
24. September 2026