Tiefenzeit

Idee & Konzept: Antje Kröger // Fotografie: Antje Kröger und Markus Rüter

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Tiefenzeit

Außen Materialschlacht, innen Rückzug, Einkehr in die Kathedrale der Gedanken, Gefühle, Gespenster. Die Schlacht implodiert und findet ihren Höhepunkt in der Stille. Sie hört die gesprochene Botschaft: Ich bin so traurig, ich bin so traurig. Die Stimme ist leise und sanft. Der Wortrhythmus gleichmäßig. Sie weiß, was die Stimme ihr sagen will. Sie weiß. Sie weiß. Aber sie ist jetzt auf einem anderen Meer unterwegs. Sie spürt die Kraft der anderen Wellen und den Druck der anderen Tiefe. Er ist wieder frei. Aber in der Freiheit lauert wieder die alte Plage. Er ist zurück in der Heimat, die schon vorher keine Heimat mehr war. Die Zwischenstation nun geschlossen, zurückkehren als Ausweg, eine Einbahnstraße der Selbstbestimmung. Sie akzeptiert. Aber die Angst ergreift den Körper. Wie ein wabbeliges Plastikgeschwür breitet sie sich zwischen Bauchnabel und Haarwurzel aus. Angst macht Angst. Akzeptanz und Angst. Eine wilde Mischung. Auch in einem Leben, das eingeschnürt ist, bleibt Raum für den Genuss. Er genießt. In seinen Träumen. Das Leben ist Schicht auf Schicht auf Schicht. Unendlich. Es hört nicht auf zu wachsen. Es wächst in all seinen Dimensionen. Wohin verstecken wir unsere Ängste?


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12. Mai 2024

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

Latest

FORM | BEZIEHUNG | INHALT (auch ein Fotoseminar)
selbstporträt inszeniert, sandkastenform als maske vor auge, grüner lidschatten, analog-digitaler remix, konzeptuelle porträtfotografie

FORM | BEZIEHUNG | INHALT (auch ein Fotoseminar)

ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
24. September 2026
Der Garten der verzweigten Lichter
Frau in fliederfarbenem Kleid lehnt tanzend an Baumstamm im Wald, Arm ausgestreckt, Efeu und Dickicht, inszenierte konzeptuelle Farbfotografie

Der Garten der verzweigten Lichter

Das Holz knackt morschtrocken. Kein Lüftchen weht. Auch kein laues. Die Wipfel der halbstarken Bäume haben sich zu einer Krone vereinigt, sie lassen wirklich wenig Licht hindurch. Wenn aber, dann schießt es wie Patronensalven auf alles Sein und kreiert harte, herrliche Schatten. Liebstes Schattenlicht. Aus dem Revolver der Sonne. Das ist die Welt im Garten der verzweigten Lichter. Der Efeu rankt, abgebrochene dünne und auch dicke Äste liegen wie Stolperfallen auf den nicht vorhandenen Wegen.
17. September 2026
Im Fragment
Analoges Porträt mit halb grünem, halb rötlichem Farbverlauf, wacher Blick, weißes Kleidungsstück am Hals, konzeptuelle Fotografie über Licht und Fragmentierung

Im Fragment

Zeit vergeht. Läuft. Keine Rücksicht. Das Ende rückt näher. Ticktack, zappzerapp. Der Anfang längst vergessen. Das Außen gerät durcheinander, nicht zum ersten Mal, und ordnet sich wieder, nicht zum ersten Mal. Schwäche wird abgelöst durch Stärke, und andersherum. Ein Kreis, ein ewiger Kreis. Erschöpfung trifft auf Leichtigkeit und Spieltrieb.
13. September 2026