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Masken

Dina und Davit
wolf und schwein in georgien

Dina und Davit

Am Rande eines alten, lauten Marktplatzes in Tbilissi, zur Zeit der Sowjetunion, trafen sie sich. Davit, der Wolf, keck und voller Kraft und Dina, das Schwein, rosig, fest im Leben stehend, durch und durch ein froher Charakter. Sie wussten nicht, warum sie hier zusammenkamen, und doch spürten sie eine warme Verbundenheit. Wenn sie beieinander waren, löste sich der Nebel der Zeit. Sie sahen durch den Dunst der Jahre und blickten in eine ferne Zukunft.
20. Juni 2025
Tiefenzeit

Tiefenzeit

Außen Materialschlacht, innen Rückzug, Einkehr in die Kathedrale der Gedanken, Gefühle, Gespenster. Die Schlacht implodiert und findet ihren Höhepunkt in der Stille. Sie hört die gesprochene Botschaft: Ich bin so traurig, ich bin so traurig. Die Stimme ist leise und sanft. Der Wortrhythmus gleichmäßig. Sie weiß, was die Stimme ihr sagen will. Sie weiß. Sie weiß. Aber sie ist jetzt auf einem anderen Meer unterwegs. Sie spürt die Kraft der anderen Wellen und den Druck der anderen Tiefe. Er ist wieder frei. Aber in der Freiheit lauert wieder die alte Plage. Er ist zurück in der Heimat, die schon vorher keine Heimat mehr war. Die Zwischenstation nun geschlossen, zurückkehren als Ausweg, eine Einbahnstraße der Selbstbestimmung. Sie akzeptiert. Aber die Angst ergreift den Körper. Wie ein wabbeliges Plastikgeschwür breitet sie sich zwischen Bauchnabel und Haarwurzel aus. Angst macht Angst. Akzeptanz und Angst. Eine wilde Mischung. Auch in einem Leben, das eingeschnürt ist, bleibt Raum für den Genuss. Er genießt. In seinen Träumen. Das Leben ist Schicht auf Schicht auf Schicht. Unendlich. Es hört nicht auf zu wachsen. Es wächst in all seinen Dimensionen. Wohin verstecken wir unsere Ängste?
12. Mai 2024
Das Leben des Monsieur Adam Kautz
fotokunst_antjekroeger

Das Leben des Monsieur Adam Kautz

Für meinen Protagonisten wähle ich bewusst einen anderen Namen, lautmalerisch ähnlich in der Realität. Warum? Ich will erzählen. Künstlerische Freiheit, um eine Begegnung, die mich weich umarmte und hart erinnerte, zu interpretieren. Acht Kapitel. Gefühlt, in drei Tagen. Text und Foto verbinden sich durch die Art, wie Du liebe(r) LeserIn und Du liebe(r) BetrachterIn diese Aussagen meinerseits miteinander verwebst.
9. März 2020