magersucht fotografin antje kröger

All the devils are here

Manche fotografischen Begegnungen hallen nach – das ist für mich nichts Neues. Diese Begegnung allerdings war, sowohl eine stark persönliche Auseinandersetzung, als auch künstlerisch eine Herausforderung. Die Fotos liegen seit mehreren Wochen bei mir, spuken immer wieder in meinem Kopf herum und sind auf eine besondere Weise gut zu mir. Jetzt bin ich bereit, zumindest einen Teil davon zu zeigen. Der andere Teil – sie und ich gemeinsam – bleibt vorerst unsichtbar. Es sind starke Bilder. Vielleicht bin ich eines Tages so stark, sie zu präsentieren. Aber das ist im Moment nicht wichtig. Ich habe mich fotografisch an ein sehr persönliches Thema gewagt, und das allein zählt gerade. Sie traut sich. Ich traue mich. Ich bin dankbar für die gemeinsamen Augenblicke, ob im Gespräch oder vor der Kamera. Vorsicht und Schonungslosigkeit wechselten sich ab. Emotionalität war in jeder Sekunde präsent. Und dieser Nachhall, der etwas mit mir macht – etwas, dass ich jetzt noch nicht benennen kann…

Rotes Sofa, geblümte Tapete, ein Spiegel mit drei Facetten – der Raum wird zur Bühne für einen Körper, der zwischen Auflösung und Präsenz changiert. Schwarze Spitzenwäsche, ein Shirt mit dem Aufdruck „all the devils are here“, Kerzenlicht auf einem alten Klavier. Die Serie bewegt sich zwischen Stillleben und Selbstoffenbarung.

magersucht, Anorexia nervosa-fotografin antje kröger, Dreifache Spiegelung einer sitzenden Frau auf Holzstühlen in dunklem Zimmer, Kerzenlicht, Schwarz-Weiß-Fine-Art-Fotografie, konzeptuelle Arbeit über Wiederholung und Selbstbild
magersucht, Anorexia nervosa-fotografin antje kröger, Nahporträt einer abgemagerten Frau im dunklen Raum, Shirt mit Textaufdruck teilweise sichtbar, Kerzenlicht im Hintergrund, Schwarz-Weiß-Fine-Art-Fotografie
All the devils are here
Die Fotografie versteht den menschlichen Körper als künstlerisches Material und Ort gesellschaftlicher Einschreibungen. Die sichtbare Auszehrung der Figur verweist auf Magersucht als Thema zwischen Disziplin, Auflösung und Kontrolle. In der ruhenden Pose entfaltet der Körper eine formale Präsenz, die an skulpturale Studien erinnert. Farbe, Licht und Raum treten in einen bewussten Kontrast zur Fragilität der Figur und eröffnen eine reflexive Betrachtung zeitgenössischer Körperbilder in der Kunstfotografie.
All the devils are here
magersucht-Anorexia nervosa-fotografin antje kröger, sehr schlanke Frau auf Stuhl sitzend, Kopf nach vorn gesunken, gespiegelt in altem Spiegel, Schwarz-Weiß-Fine-Art-Fotografie, konzeptuelle Arbeit über Erschöpfung und Körper
All the devils are here
Mehrfachspiegelung einer schlanken Frau in schwarzer Unterwäsche vor altem Klavier, sitzend, Rückenansicht, Schwarz-Weiß-Fine-Art-Fotografie
All the devils are here
magersucht, Anorexia nervosa-fotografin antje kröger, Rückenansicht einer schlanken Frau in schwarzer Spitzenunterwäsche, vornübergebeugte Haltung, sichtbares Rückgrat, Schwarz-Weiß-Fotografie, Fine-Art-Aktfotografie
All the devils are here
Schwarz-Weiß-Porträt einer schlanken Frau in schwarzer Unterwäsche vor altem Spiegel, Hände vor der Brust verschränkt, Fine-Art-Fotografie, konzeptuelle Arbeit über Körperbild
All the devils are here
Diese zeitgenössische Fine-Art-Fotografie untersucht den menschlichen Körper als künstlerische Form und Träger von Bedeutung. Die extreme Schlankheit der Figur verweist auf das Thema Magersucht als gesellschaftlich und körperlich eingeschriebenes Spannungsfeld. Pose, Licht und Raum erzeugen eine stille, fast skulpturale Wirkung, in der Fragilität, Kontrolle und Präsenz sichtbar werden. Die Arbeit bewegt sich im Kontext konzeptueller Körperkunst und zeitgenössischer Aktfotografie und richtet sich an ein kunstaffines Publikum, Kurator:innen und Sammler:innen.
All the devils are here
Frau sitzt vor einem dreiteiligen alten Spiegel in vergilbtem Zimmer, mehrfache Spiegelung des schlanken Körpers, Fine-Art-Fotografie, konzeptuelle Arbeit über Selbstbild
All the devils are here
Zusammengekauerte schlanke Frau auf rotem Sofa vor geblümter Tapete, sichtbare Wirbelsäule, Fine-Art-Fotografie, künstlerische Auseinandersetzung mit Essstörung
All the devils are here
Draufsicht auf eine schlanke Frau auf rotem Sofa, Kopf nach hinten geneigt, Füße über die Kante hängend, Fine-Art-Fotografie, künstlerische Körperstudie
All the devils are here
Diese konzeptuelle Fine-Art-Fotografie thematisiert Magersucht und extreme Körperwahrnehmung. Die reduzierte Pose einer stark ausgemergelten weiblichen Figur auf rotem Sofa steht im Kontrast zu Farbe und Raum. Licht, Schatten und Linienführung lenken den Blick auf Fragilität, Verletzlichkeit und gesellschaftliche Körperbilder. Die Arbeit versteht sich als künstlerische Auseinandersetzung mit Essstörungen, Identität und körperlicher Präsenz in der zeitgenössischen Fotokunst.
All the devils are here
Nahaufnahme einer schlanken Frau in eingerollter Position auf rotem Sofa, Augen geschlossen, Fine-Art-Fotografie zum Thema Essstörung, warme Farbtöne
All the devils are here
Fine-Art-Aktfotografie einer sehr schlanken Frau auf rotem Samtsofa, liegende Pose mit angewinkelten Beinen, warmes Licht, künstlerische Auseinandersetzung mit Magersucht, zeitgenössische Körperfotografie
All the devils are here

13 thoughts on “All the devils are here”

  • Ehrlich, Gefühlvoll und echt! Wie ihr gemeinsam dieses Thema auf Bilder gebracht habt- mein Kompliment! Es sollte nicht länger jeder die Augen verschliessen, sondern man sollte genau auf soche Probleme aufmerksam machen und mit was geht das besser als mit gefühlvollen Bildern, welche mitten ins Herz treffen!
    Mich hast du getroffen!

    mein Respekt und mein Kompliment an euch beide !!!

  • Hallo Antje, die fotos sind sehr gut geworden und auch mir geht es nicht spurlos an mir vorbei. aber wir solten vor solchen fotos nicht die augen zu machen und schon garnicht vor die menschen. es war von euch beide eine sehr gute sache einmal sich fotografieren zu laßen, ich hoffe sehr das sie noch mehr mut und stärke hat das leben weiter zu gehn. macht weiter so. Lieben gruß Michael

  • Sehr gelungene Fotos. Ich leide leider am anderem extrem der Essstörungen und wünschte mir manchmal auch solch einen Körper. Beides ist ungesund, aber Magersucht wird in den Medien mehr als Krankheit angesehen als die Fettsucht.

  • mich überkam ein komisches gefühl beim anblick dieser bilder… traurigkeit, dunkel, tod, eigentlich keine positiven gefühle. ich möchte diese bilder nicht im geringsten bewerten, dass steht mir nicht zu.
    jedoch denke ich würde jemand, der an fettsucht leidet solche bilder machen könnte ich mir vorstellen, dass eher weniger mitgefühl von der öffentlichkeit erntet…

  • Hallo Frau Kröger!,
    Ich als selbst erkrankte an Anorexie habe mir diese Bilder angeschaut, unter anderem weil ich eine Person von den abgemagerten Frauen kenne. Ich finde es erschreckend so etwas zu Fotografieren, denn so etwas kann bei dem Betroffenen stolz auslösen was es noch schwerer macht die Krankheit los zu lassen. Ich finde es auf einer Art und weise auch fahrlässig so etwas zuzulassen und ein Shootig in so einem niedrigen und Lebensgefährlichen Gewichts bereich zu machen…dies ist unter anderem meine persönliche Meinung. Natührlich kann es bei ihnen anders gemeint sein und sie wollten die außen Welt damit alamieren aber das bringt nichts, das ist Fakt. Ich wünschte es mir selbst so sehr dass sich die Gesellschaft verändert aber das tut sie sich nicht in dem man Fotos von so dünnen Menschen macht und hoch lädt. Ich möchte ihnen nichts vor werfen und böse gemeint ist dies auch nicht. Ich würde sie nur darum bitten darüber einmal nach zu denken und vielleicht versuchen sich in die Haut der Betroffenen zu versetzen. Leute mit einer Anorexie haben oft eine Körperbildstörung und schämen sich. Ja in der Körperbildtherapie gibt es eine so genannte „Videoarbeit“ wo man sich Filmt und seinen körper dann ansehen kann. Und ja sicherlich mussten die Frauen es auch ein bewilligen dass solche Fotos von ihnen gemacht werden&hoch geladen werden, ändert nur nichts an meiner Meinung.

    Vielleicht Antworten sie mir ja, ich wünsche ihnen für die Zukunft alles gute

    • liebe nele,
      danke fuer deinen kommentar.
      ich hab übrigens keinerlei probleme mit kritik. aber erstens: kunst sollte meines erachtens keinerlei grenzen geben, weder im denken darueber, als auch in der ausführung. und zweitens. vielleicht hättest du dich auch mal mit der künstlerin also mir auseinander setzen sollen? dann wüsstest du, warum ich all das tue, was ich tue. schau dich um, ich behandle so einige „heikle“ themen, bin nicht bereit *private* rücksicht zu nehmen und sehe alles in einem grösseren kontext. und schonen, das ist nun wirklich nicht meine aufgabe, das mache ich mit mir auch nicht. liebe gruesse antje

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27. November 2013

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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Der Korb meines Rotkäppchens war irgendwann gefüllt mit Sorgen, bis zum Rand. Sorge. Vorsorge. Sorge vor Sorge. Versorgen, umsorgen, (selbst)fürsorgen. Wo war das niedliche, furchtlose Mädchen geblieben? Angst oder Furcht. Egal. Beides in ordentlichem Maße vorhanden. Nur die Sehnsucht war geblieben. Natürlich. Und wenn sie nicht gestorben sind… Aber so viel(e) war(en) schon gestorben. Die Großmama natürlich. Aber auch die ein oder andere Utopie. Menschen. Vorhaben. Lieben, die Leichtigkeit.
4. Oktober 2026
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Auf dem Nachttischchen aus Holz, das neben dem knarrenden Omabett stand, lag dieses wunderschöne DDR-Märchenbuch. Es war ein dicker Brocken und die Seiten waren mit einem goldenen Schnitt verziert. Als Kind dachte ich, dieses Buch wäre ein Schatz. Denn immer, nachdem Omama mir daraus vorgelesen hatte, verschwand es wieder in einer roten Box aus dicker Pappe. Dann war das wunderschöne Cover nicht mehr sichtbar, welches mich durch meine gesamte Kindheit begleitete.
4. Oktober 2026
FORM | BEZIEHUNG | INHALT (auch ein Fotoseminar)
selbstporträt inszeniert, sandkastenform als maske vor auge, grüner lidschatten, analog-digitaler remix, konzeptuelle porträtfotografie

FORM | BEZIEHUNG | INHALT (auch ein Fotoseminar)

ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
24. September 2026