Pulcinella & Pimpinella-analogefotografie-fotokunst-antjekroeger

Pulcinella & Pimpinella

Konzept/Text: Antje Kröger

Fotografie: Antje Kröger & Tobias Crain

fotografiert im analogen Halbformat mit AGAT 18 / KODAK EKTAR H35

Pulcinella & Pimpinella-analogefotografie-fotokunst-antjekroeger
Pulcinella & Pimpinella

Zwei Königskinder, vielleicht?

Zwei Blumenkinder, nein.

Zwei Spielkinder, ja.

Gefährtinnen. Kameradinnen. Freundinnen.

Sie tollen unter der mitteldeutschen Sonne des Herbstes.

Die italienische Sonne brannte sich in den letzten Jahren tief ein in Gemüt und Herz.

Der heiße Vulkan nicht erloschen, blubbert vor sich hin. Ruht nicht, wartet ab.

Sie sausen und brausen. Sie demonstrieren ihre Fähigkeiten, Stärken und Mächteverhältnisse; denken nicht an das Morgen.

Sie leben den Moment. Sie sind der Spiegel für die andere. In guten und in schlechten Tagen. Sie achten nicht auf die Moral der Gruppe. Sie machen und machen. Tate und Worte. Immer abwechselnd. Sie helfen, sie fordern heraus. Sie muten der anderen zu. Manchmal zu viel. Dann fällt die eine.

In die vorbereitete, tiefe, dunkle Grube. Und fällt und fällt und fällt. Häschen in der Grube. Knochenbrüche. Risse in den Organen. Blutüberströmter Leib. Aber am Leben. Atmend. Zeitlosigkeit.

Irgendwann steigt die andere hinab. Legt sanft das Seil um den geschundenen Körper der anderen, dreht an der Winde, zieht die Gefährtin langsam heraus aus diesem unsäglichen Loch. Sie trocknet die Wunden der Freundin, klebt Pflaster auf, lächelt, macht die ersten Witze. Sie schleichen wie Kätzchen umeinander, die eine trinkt die Milch der Kuh, die andere die vom Hafer. Sie spielen wieder. Vorsichtig und bedächtig. Ihr italienischer Vulkan brodelt leise andächtig.

Sie zeigen sich. Sie schämen sich nicht. Sie tanzen durch die Nacht, schwitzend und keuchend. Sie schauen nach hinten, aber wieder öfter nach vorne. Oder sie sind einfach im Moment. Bis die Sonne sie erinnert an Italien, die Ferne, die fremden Gerüche. Geschmäcker.

Sie denken. Eine Menge. Manchmal das Gleiche.

Die mitteldeutsche Sonne des Herbstes lässt sie geborgen fühlen. Die laue Wärme durchströmt ihre Körper. Beide Kinder tänzeln um den Vulkan. Sie müssen noch lernen, dass dieser nicht ihr Abgrund ist …


nackter_koerper_akt-analogefotografie-fotokunst-antjekroeger
Pulcinella & Pimpinella
nackter_koerper_akt-analogefotografie-fotokunst-antjekroeger
Pulcinella & Pimpinella
nackter_koerper_akt-analogefotografie-fotokunst-antjekroeger
Pulcinella & Pimpinella
nackter_koerper_akt-analogefotografie-fotokunst-antjekroeger
Pulcinella & Pimpinella
nackter_koerper_akt-analogefotografie-fotokunst-antjekroeger
Pulcinella & Pimpinella
nackter_koerper_akt-analogefotografie-fotokunst-antjekroeger
Pulcinella & Pimpinella
nackter_koerper_akt-analogefotografie-fotokunst-antjekroeger
Pulcinella & Pimpinella
nackter_koerper_akt-analogefotografie-fotokunst-antjekroeger
Pulcinella & Pimpinella
nackter_koerper_akt-analogefotografie-fotokunst-antjekroeger
Pulcinella & Pimpinella
nackter_koerper_akt-analogefotografie-fotokunst-antjekroeger
Pulcinella & Pimpinella
nackter_koerper_akt-analogefotografie-fotokunst-antjekroeger
Pulcinella & Pimpinella
nackter_koerper_akt-analogefotografie-fotokunst-antjekroeger
Pulcinella & Pimpinella
nackter_koerper_akt-analogefotografie-fotokunst-antjekroeger
Pulcinella & Pimpinella
nackter_koerper_akt-analogefotografie-fotokunst-antjekroeger
Pulcinella & Pimpinella
nackter_koerper_akt-analogefotografie-fotokunst-antjekroeger
Pulcinella & Pimpinella
nackter_koerper_akt-analogefotografie-fotokunst-antjekroeger
Pulcinella & Pimpinella
nackter_koerper_akt-analogefotografie-fotokunst-antjekroeger
Pulcinella & Pimpinella

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

26. Oktober 2022

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

Latest

Im Fragment
Analoges Porträt mit halb grünem, halb rötlichem Farbverlauf, wacher Blick, weißes Kleidungsstück am Hals, konzeptuelle Fotografie über Licht und Fragmentierung

Im Fragment

Zeit vergeht. Läuft. Keine Rücksicht. Das Ende rückt näher. Ticktack, zappzerapp. Der Anfang längst vergessen. Das Außen gerät durcheinander, nicht zum ersten Mal, und ordnet sich wieder, nicht zum ersten Mal. Schwäche wird abgelöst durch Stärke, und andersherum. Ein Kreis, ein ewiger Kreis. Erschöpfung trifft auf Leichtigkeit und Spieltrieb.
13. September 2026
Wolfsstunde
Nackter Oberkörper mit Kettenschmuck, Pelzstück über die Schulter geworfen, gestreifte Bänder am Bund, analoges Papiernegativ, Großformatkamera, konzeptuelle Körperfotografie, Fotoserie Wolfsstunde

Wolfsstunde

Gestalten. Die eine hat den Pelz um sich gelegt wie eine zweite Haut, dunkles Haar fällt darüber, das Gesicht halb verschluckt vom Korn des Papiers. Die andere trägt Strohhut und Hosenträger in Streifen. Hockt, wartet, beobachtet mit einem Blick, der älter wirkt als gelebt. Großformatkamera, Mentorin, Papiernegative. Jedes Bild ein Universum, mit Rand in Rissen, […]
1. September 2026
Auf den Punkt gekommen
Bewegungsunscharfe Aufnahme einer dicken Frau im Ausfallschritt, gepunkteter Rock, glitzernder Hintergrund, analoge Großformatfotografie, clowneske Dynamik

Auf den Punkt gekommen

Tupfen über Tupfen, schwarz und weiß. Wirklich? Oder sehen wir sie nur schwarz und weiß? Illusion! Gold glitzert im Hintergrund (Woher wissen wir denn das? Es könnte doch auch Silber sein!) Der Raum gleicht einer Zirkuskulisse, die ihr Unterhaltungsversprechen längst gebrochen hat. Die kleinen und großen Punkte. Dots. Das Muster des Clowns, komisch und traurig zugleich, ein Kostüm. Der Körper dick, unverstellt, geöffnet. Kein Grund zur Scham, nur Fleisch
26. August 2026
Rausch-Tod-Imagination
Dicke Frau berührt sanft die roten Haare einer Frau mit verbundenen Augen, Nahaufnahme der Hände im Haar, dunkler strukturierter Hintergrund, konzeptuelle Imagination-Fotoserie

Rausch-Tod-Imagination

rausch als erster taumel. der moment, in dem die grenzen der haut nicht mehr halten, in dem farbe zu blut wird, blut zu farbe, in dem zwei gesichter sich übereinanderlegen, keines mehr das eigene. lametta wie ein vorhang zwischen wachsein und traum, traum und wachsein. gold, das schneidet, licht, das lügt. der körper bemalt, beschriftet, überschrieben. rote linien, die adern nachzeichnen oder sie erfinden. was zuerst nur schatten war, geworfenes licht, wird mit rotem lippenstift nachgezogen, festgehalten, behauptet, der schatten zur wunde gemacht, die vorlage zur handlung. rausch als erster schritt in die auflösung. der mensch selbst verschwimmt darin, er ist nicht einer, der den rausch erlebt, er ist der rausch, sein gesicht löst sich auf, bevor die kamera es fassen kann, seine konturen zerlaufen wie farbe im wasser. bevor der tod kommt, bevor die imagination übernimmt.
26. August 2026
Zauberei
nahporträt tänzerin mit kurzhaarschnitt, kopf geneigt, intimes analoges schwarzweißporträt, fotoserie zauberei

Zauberei

Zauberei. Das Wort klang so viel schöner als das englische: Its magic. Sie wiederholte es ein paar Mal. Sauberrei. Sauberrei. Mit ihrem herrlichen argentinischen Akzent. Sauberrei. Aus dem harten Z wurde ein weiches S, aus dem Rachen-R ein rollendes. Ich verschwand wieder unter dem glitzernden Stoff hinter meiner Großformatkamera, Zauberei. Eine Begegnung wie ein Zufall, der keiner war.
25. August 2026