Armenien Feb*2024: Jerewan - Eriwan, Erewan, Yerevan, Erevan, Երևան (Teil I / A)
In Armenien kriecht aus mir eine Vorliebe wieder heraus, die ich schon fast vergessen hatte. Mein Faible für alte, bunte Fahrzeuge und Gefährte in sowjetischer Optik. Zum letzten Mal hatte ich so viel Freude an in die Jahre gekommene Automobile auf Kuba, das war 2016. GAZ-53, Wolga, Lada, Zaporozhet, Schiguli und wie sie alle heißen.
Geister zu bannen war gestern, heute ist: lasst die Geister sich ihre Wege bahnen. Eine Welt funktioniert nicht ohne sie, eine Welt braucht sie; nur mit ihnen ist eine Welt vollständig. Eine Entscheidung darf jedoch individuell getroffen werden: Will ich ein Geist sein? Will ich Angst verbreiten? Will ich unsichtbar daherkommen? Will ich vergangen oder […]
Dieser Sommer musste erst Fahrt aufnehmen. Als er jedoch seine Wohlfühl-Geschwindigkeit erreicht hatte, drehte er kräftig am Wärmerad. Badehose einpacken und ab zum See. Keine Option in Leipzig. In meinem Leben. Eigentlich. Fast ausschließlich fanden meine See-Abenteuer bisher in Mecklenburg statt. Schon in meiner Kindheit mussten die Sommer am Wasser gelebt werden, nur geschlafen wurde zu Hause im heimischen Bettchen. Von Mai bis Oktober. Oder so. Und auch später, mit den neu dazu gekommenen Kindern der Familie im Schlepptau, füllte das mecklenburgische Wasser meine Wälinen-Seele. Dieser Sommer aber wollte alles anders. Regelmäßige See-Eskapaden in Sachsen-Town. Immer in den Leipziger Westen gefahren. Immer andere Wege genommen. Immer andere Mitseeabenteurerinnen getroffen und manchen von ihnen irgendwann auch wissend wieder begegnet. Anfangs nur fotografisch, dann auch für das Herz, für den Körper, für die freien Gedanken. Ich fühlte eine neue Welt voll mit glasklarem Wasser, Kieselsteinschmerz unter den Fußsohlen, fremden Sprachfetzen. So viel Neu erlebt nach einer Fahrt mit der Tram; kein Zug, kein Flug, kein anderer Landstrich, keine andere Nation, kein anderer Kontinent. Und abends wieder im eigenen Bettchen, wie früher.