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Not-Luft

Diese Serie entstand während meines Fotoworkshops „Meisterklasse“, mit dem Thema: Identität. Die nächste Meisterklasse findet im Januar 2025 statt. Alle Informationen zu meinen Fotografischen Workshops HIER.


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Not-Luft

In einem Raum ohne Ecken und Wände, einem endlosen Labyrinth aus Grau, kämmt eine Gestalt das Haar vor einem Spiegel, der kaum etwas zurückwirft. Die Bewegungen sind mechanisch, als ob der Körper ein Eigenleben führt, losgelöst von dem, was einst Geist genannt wurde. Luftnot füllt die Lungen mit einer unsichtbaren Last, Gedanken sind gefangen im Gefängnis, welches keine Gitterstäbe braucht. Erinnerungen, trügerisch und unbestimmt; war die Gestalt einst Mensch oder Tier? Wer ist sie jetzt? In Träumen erscheint sie als Insekt, das über den Boden kriecht, ringend nach einer Freiheit, die nicht existiert. An diesem Tag, der keiner ist, kämmt sie besessen das Haar, das sich in feine Fäden verwandelt und über den Körper kriecht. Der Spiegel zeigt plötzlich ein fremdes Antlitz, Augen werden zu leuchtenden Punkten, die Haut zu einer harten Schale. Die Gestalt greift nach Atem, ihre menschliche Form zerbricht wie dünnes Eis. Eine Schattenfigur erscheint, stumme Augen und ein stummes Lächeln. „Du bist Niemand“, hallt die Stimme, die von allen Seiten zu kommen scheint. „Du bist ein Niemand.“ In dieser Erkenntnis fühlt die Gestalt eine tiefe Demut für die verlorene Identität, für das, was nie war und doch immer gewesen ist. Sie erkennt, dass sie in einem Kerker aus Fleisch und Gedanken eingeschlossen war, und dass diese einander durchdrangen. In ihrem Inneren breitet sich ein blendendes Weiß aus, das die Sinne überflutet. Die Atmung wird ruhiger, der Körper leicht. Das Wesen schließt die Augen und lässt sich in das innere Weiß fallen, wo keine Grenzen und keine Identitäten existieren. Reine Existenz.


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dein goldenes Haar Margarete

dein aschenes Haar Sulamith

Todesfuge BY PAUL CELAN

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„Wenn ich nicht ohnehin schon das Menschsein verlernt hätte, dann hätte ich heute etwas Gutes zu essen gehabt.“

Franz Kafka 1915
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26. Juni 2024

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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Der Korb meines Rotkäppchens war irgendwann gefüllt mit Sorgen, bis zum Rand. Sorge. Vorsorge. Sorge vor Sorge. Versorgen, umsorgen, (selbst)fürsorgen. Wo war das niedliche, furchtlose Mädchen geblieben? Angst oder Furcht. Egal. Beides in ordentlichem Maße vorhanden. Nur die Sehnsucht war geblieben. Natürlich. Und wenn sie nicht gestorben sind… Aber so viel(e) war(en) schon gestorben. Die Großmama natürlich. Aber auch die ein oder andere Utopie. Menschen. Vorhaben. Lieben, die Leichtigkeit.
4. Oktober 2026
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Auf dem Nachttischchen aus Holz, das neben dem knarrenden Omabett stand, lag dieses wunderschöne DDR-Märchenbuch. Es war ein dicker Brocken und die Seiten waren mit einem goldenen Schnitt verziert. Als Kind dachte ich, dieses Buch wäre ein Schatz. Denn immer, nachdem Omama mir daraus vorgelesen hatte, verschwand es wieder in einer roten Box aus dicker Pappe. Dann war das wunderschöne Cover nicht mehr sichtbar, welches mich durch meine gesamte Kindheit begleitete.
4. Oktober 2026
FORM | BEZIEHUNG | INHALT (auch ein Fotoseminar)
selbstporträt inszeniert, sandkastenform als maske vor auge, grüner lidschatten, analog-digitaler remix, konzeptuelle porträtfotografie

FORM | BEZIEHUNG | INHALT (auch ein Fotoseminar)

ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
24. September 2026