Inszeniertes Selbstporträt mit Häschenmaske und Granatapfel an der Brust, intensive Magenta-Farbverschiebung durch Filmsuppe — analoge Mittelformat-Fotokunst Antje Kröger Leipzig, Serie Tischgesellschaft

Tischgesellschaft

*-analoges Mittelformat in Filmsuppe gebadet-*

Mit Essen spielt man nicht! Einer von Muttis Lieblingssätzen. Oh doch. Mit Essen spielen, mag große Freude bereiten. Sehr große sogar. Sie hört den Satz im Ohr klingen und muss unvermeidlich an den Suppenkaspar denken. Der hörte einfach auf, seine Suppe zu essen, aus Protest und starb. 

Sitz gerade. Nimm nicht so viel. Lass was für die anderen. Wisch dir den Mund ab. Was sollen die Leute denken.

Das Häschen kam eines Abends einfach dazu. Niemand hatte es eingeladen, niemand hatte es abgewiesen. Es setzte sich, legte die Pfoten auf den Tisch und schwieg auf eine Art, die sehr viel lauter war als Sprache. Es brachte den Granatapfel mit. Nicht als Geschenk. Als Tatsache. Die Kerne lagen auf dem Tischtuch wie kleine Wunden die sich entschieden hatten, schön zu sein, und sie dachte: ja, genau, so ist das. So ist das mit den meisten Dingen. Der Saft lief. Auf den Tisch, auf die Haut, in den Film, bis er die Farbe angenommen hatte wie ein Geständnis und der alles in dieses Magenta tauchte, dieses Violett, das nach Mitternacht und nach Beichte aussieht: gleichzeitig. Der Film hatte getrunken, was auf dem Tisch stand. Der Film wusste jetzt alles. Sie aß. Das Häschen schaute. Keiner fragte warum. Eine feine Tischgesellschaft.

Beide Figuren stehen nebeneinander, Frau und Häschenmaske halten gemeinsam Teller und Faden, Granatapfelspuren auf Haut und Kleidung, Grün-Magenta-Farbverschiebung durch Filmsuppe — Mittelformat Fotokunst Antje Kröger, Serie Tischgesellschaft
Tischgesellschaft
Frau verdeckt halb das Gesicht mit der Hand, hält Teller mit Granatapfelresten, Häschenmaske steht aufrecht daneben, starke Magenta-Farbverschiebung auf Kodak Color 200 — Antje Kröger Fotokunst Leipzig Berlin, Serie Tischgesellschaft
Tischgesellschaft
Selbstporträt mit Häschenmaske am gedeckten Tisch, Granatapfel auf Teller mit Besteck, Filmsuppe-Farbverschiebung in Grün-Magenta auf Kodak Color 200 — Fotokunst Antje Kröger Berlin Leipzig, Serie Tischgesellschaft
Tischgesellschaft
Frontalaufnahme beider Figuren, Frau mit Granatapfel im Mund, Häschenmaske daneben, gedeckter Tisch mit aufgeschnittenem Granatapfel und Besteck, intensive Filmsuppe-Farbverschiebung — analoge Mittelformat-Fotokunst Antje Kröger Leipzig, Serie Tischgesellschaft
Tischgesellschaft
Frau mit erschöpftem Blick neben Häschenmaske die einen Granatapfel hält, Granatapfelsaft-Spuren auf der Haut, dunkle Magenta-Töne durch Kodak Color 200 Filmsuppe — Antje Kröger analoge Fotografie Leipzig, Serie Tischgesellschaft
Tischgesellschaft
Inszeniertes Selbstporträt mit Häschenmaske und Granatapfel an der Brust, intensive Magenta-Farbverschiebung durch Filmsuppe — analoge Mittelformat-Fotokunst Antje Kröger Leipzig, Serie Tischgesellschaft
Tischgesellschaft
Zwei Figuren am Tisch, eine hält einen Teller mit Granatapfel, die andere trägt Häschenmaske mit Granatapfel-Anhänger, violette Farbverschiebung auf Kodak Color 200 — Antje Kröger Fotokunst Leipzig Berlin, Serie Tischgesellschaft
Tischgesellschaft
Hochformat, Häschenmaske mit blutendem Granatapfel-Anhänger im Vordergrund, Frau mit Granatapfelstück auf der Schulter im Hintergrund, starke Magenta-Violett-Farbverschiebung durch Filmsuppe — Mittelformat Fotokunst Antje Kröger, Serie Tischgesellschaft
Tischgesellschaft

Werbung

NÄCHSTER FOTOWORKSHOP

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

11. Mai 2026

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

Latest

Piroska (Zweie)
rotkäppchen wald zweig berühren weidenkorb boden, rotes cape kapuze, inszenierte märchenfotografie piroska

Piroska (Zweie)

Der Korb meines Rotkäppchens war irgendwann gefüllt mit Sorgen, bis zum Rand. Sorge. Vorsorge. Sorge vor Sorge. Versorgen, umsorgen, (selbst)fürsorgen. Wo war das niedliche, furchtlose Mädchen geblieben? Angst oder Furcht. Egal. Beides in ordentlichem Maße vorhanden. Nur die Sehnsucht war geblieben. Natürlich. Und wenn sie nicht gestorben sind… Aber so viel(e) war(en) schon gestorben. Die Großmama natürlich. Aber auch die ein oder andere Utopie. Menschen. Vorhaben. Lieben, die Leichtigkeit.
4. Oktober 2026
Piroska (Einse)
rotkäppchen haarbürste neonlicht wald, geschlossene augen, inszenierte fotografie piroska selbstfürsorge

Piroska (Einse)

Auf dem Nachttischchen aus Holz, das neben dem knarrenden Omabett stand, lag dieses wunderschöne DDR-Märchenbuch. Es war ein dicker Brocken und die Seiten waren mit einem goldenen Schnitt verziert. Als Kind dachte ich, dieses Buch wäre ein Schatz. Denn immer, nachdem Omama mir daraus vorgelesen hatte, verschwand es wieder in einer roten Box aus dicker Pappe. Dann war das wunderschöne Cover nicht mehr sichtbar, welches mich durch meine gesamte Kindheit begleitete.
4. Oktober 2026
FORM | BEZIEHUNG | INHALT (auch ein Fotoseminar)
selbstporträt inszeniert, sandkastenform als maske vor auge, grüner lidschatten, analog-digitaler remix, konzeptuelle porträtfotografie

FORM | BEZIEHUNG | INHALT (auch ein Fotoseminar)

ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
24. September 2026