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Nackt

Vogelfrei
Nahaufnahme Gesicht mit geöffnetem Mund und rotem Origami-Kranich an Faden gehalten, Bodypaint-Schminke, Canon 6D, symbolische Fotokunst Vogelfrei

Vogelfrei

Versuch. Flügelschlag. Das Versagen der Energiereserven. Freiheit weggeflogen, aufgesogen, in weite Ferne gezogen. Flügellahm. Prinzessin Vogelfrei kämpft mit den Winden von vorn. Weh und Lust. Freiheit eingebüßt. Doch gesehen immer noch am Horizont. Flügellahm nicht bewegungslos. Jede Bewegung kostet. Das Doppelte, das Dreifache. Kostet mehr, als sie einbringt, und weiter und weiter. Schlag auf Schlag. Bunte Flügelchen mit abgebrochenen Federchen. Frei-heit. Flügelfederfreiheit. Kein Ast hält. Brüchiges Holz durch die Hitzen der Welt. Das Fliegen und das (herunter) Fallen. Prinzessin Vogelfrei trägt beides, ineinander verwoben. Bunt bleibt! Lächeln bleibt!! Freiheit bleibt!!!
27. Juli 2026
... und du glaubst nicht an Wunder – eine Fortsetzung
Schwangere Frau lehnt mit ausgestreckten Armen zurück, Körper mit silbernem Lametta und roten Kreisen bedeckt

... und du glaubst nicht an Wunder – eine Fortsetzung

...und du glaubst nicht an Wunder – eine Fortsetzung" setzt die Fotoserie fort und verschiebt den Fokus auf einen schwangeren Körper, der zwischen Alltag, Ritual und Verletzlichkeit changiert. Küchenmotive treffen auf Lametta, Spiegelscherben und rote Kreismarkierungen, die den Körper wie eine Landkarte oder ein Versuchsobjekt erscheinen lassen. Die Serie fragt nach dem Wunder der Schwangerschaft, aber auch nach dem, was an diesem Zustand fremd, inszeniert und beunruhigend sein kann. Entstanden in warmem Licht, mit starkem Korn und einer rohen, theatralischen Bildsprache.
16. Juni 2026
Melodie in Pink
Nahaufnahme Akkordeon pinkes Haar nackte Brust Hände Kunstfotografie

Melodie in Pink

Ich, alt und zerkratzt und voller fremder Melodien. Melos. Ode. Viele Finger. Wärmere. Kältere. Sicherere.  Kasernen, Kulturhäuser und Kellerbars. Immer Sommer in meinen frühen Jahren, so erinnere ich es. Tanzböden unter freiem Himmel. Lichter. Menschen, die sich drehten und drehten und nicht aufhören wollten. Ich spielte bis meine Falten sich nicht mehr schließen wollten vor Erschöpfung.
9. Juni 2026
stigMA – eine Fortsetzung
Analoge Aktfotografie Schwarz-Weiß, dicke Frau mit schwarzer Augenklappe sitzt nackt auf Stuhl, Kopf zurückgelehnt, vor dem Körper ein mit weißer Farbe bespritztes Gemälde, stark verwitterte Wand, Weitwinkelaufnahme, körnige Filmfotografie, Fotokunst.

stigMA – eine Fortsetzung

Stich. Wundmal. Zeichen. Alle drei brauchen die Oberfläche. Alle drei verändern sie. Alle drei bleiben. Und alle drei kennen einen Schmerz, der nicht schreit. Der sich einrichtet. Der irgendwann aufhört, sich Schmerz zu nennen und anfängt, normal zu heißen.
22. April 2026
Shmertzn
analoge fotokunst leipzig, Analogfoto auf Fomapan 400 Ortho, um eine Stufe gepusht, stark körnig. Nahaufnahme des Gesichts einer dicken Frau mit lockigem Haar, das vollständig schwarz bemalt ist. Die Augen sind hell und weit geöffnet, der Mund leicht geöffnet, ein weißer dünner Faden hängt aus dem Mund.

Shmertzn

tack tack tack ruhe.los tack tack tack. luft.los tack tack tack kraft.los es wütet und trotzt es schreit es treibt tack tack tack das leid leidet die sehnsucht sehnt oder süchtet, je nachdem der kummer kümmert sich einfach nicht es wütet und kotzt tack tack tack ru.ckt. zu.ckt fu.ckt, tack tack tack.
16. April 2026
Tonart
Alttext: Schwarzweißnahaufnahme: Zwei ton-bedeckte Hände auf einem nackten Oberschenkel mit „NÖ"-Tattoo, Holzboden mit Farbresten im Hintergrund.

Tonart

Skulptur oder Körper. Material oder Fleisch. Oberfläche oder Inneres. Hülle oder Kern. Form oder das, was formt. Abbild oder Anwesenheit. Gewicht oder das, was wiegt. Stille oder das, was schweigt. Vergänglich oder das, was bleibt. Erde oder das, was daraus wird. Schicht oder Haut. Abdruck oder Berührung. Anfang oder das, was sich erinnert. Und zu viele Fragezeichen, um sie setzen zu wollen.
7. April 2026
Eigenleib
Eigenleib

Eigenleib

Eigenleib. Nicht Körper. Nicht Objekt. Nicht Erklärung. Das Schwere. Das Warme. Das Rote. Das Lebendige. Kein Name. Keine Referenz. Keine Fußnote. Nur die Haltung, das schonungslose Schauen, das Fleisch als Wahrheit, der Körper ohne Entschuldigung.
6. April 2026
Der Ballast (Teil 2 / zavorrare)
Frau streckt beide Hände zur Kamera aus, Haare über ihr an der Leine, offener Mund, analoges Schwarz-Weiß-Foto auf Kodak T-Max 100, Serie „Der Ballast"

Der Ballast (Teil 2 / zavorrare)

Die Hüften sind breit, die Haut marmoriert von Striemen, von Zeit. Das Fettgewebe legt sich weich über den Beckenknochen. Die Haut fällt in tiefen Falten an den Oberschenkeln, an den Hüften, am Bauch. Aufgezeichnete Jahre, aufgezeichnetes Gewicht, aufgezeichnetes Leben.
12. März 2026
Der Ballast (Teil 1 / Omoni)
Kopf einer Frau von oben, liegend, mit Blumen am Mund, roter Stoff und blauer Hintergrund, Serie „Der Ballast"

Der Ballast (Teil 1 / Omoni)

Die Schwere sitzt in meinem Körper, Herz und Geist. Hat sich dort verfestigt. „Ich bin ein Monument." Weiterhin. Die Blumen, mitgereist aus der Heimat. Ihre Köpfchen hängen, der erste, flüchtige Blick auf sie, ist ein Blick auf das vermeintlich Gestorbene. Der zweite Blick zeigt ihr Leben. Sie duften, sie fühlen, sie leben. Wollen von mir verspeist werden. So führe ich sie zum Mäulchen, klemme sie zwischen die Zähne, presse sie an die Lippen. Obszön. Zärtlich. Gleichzeitigkeit. Was mache ich mit etwas, das ich liebe und das mich beschwert? Ich verschlinge es. Ich halte es fest. Ich lasse es nicht los. 
12. März 2026
Bloßsein … EINS
Fine Art Fotografie SW, Frau mit Vogel, künstlerisch, surreal

Bloßsein … EINS

Es ist bitterkalt, als wir durch das Gartenzimmer ins Freie treten. Die Schneedecke unberührt, die Luft feucht und für einen Nachmittag viel zu dunkelgrau. Die mitgebrachte Lampe kann ein wenig Licht leuchten lassen auf den Körper, auf den Menschen, auf das Sein.
26. Januar 2026
BEweg
Weiblicher Akt zwischen Spiegelung und Bewegung, Antje Kröger

BEweg

Eigentlich wollte ich nur zwei Kameras ausprobieren, die ich jahrelang nicht benutzt hatte. Außerdem lagen im Kühlschrank noch Filmrollen, lange abgelaufen, feucht geworden – natürliche Filmsuppe also. Ein Versuch, ohne Anspruch, ohne Plan. Doch dann bewegten sich Sujet, Licht und Körper wie von selbst. Sie fanden zueinander, überlagerten sich, brannten sich ein. Und ich konnte nicht mehr aufhören zu fotografieren.
28. Dezember 2025
Das Schweigen
Zeitgenössische Fotokunst: Aktdarstellung mit Augenverband von Antje Kröger

Das Schweigen

Worte waren ihr Werkzeug. Schon immer. Nur ihre Intensität passte sich ihren Leben an. Worte waren ihre Brücke zueinander. Wie selbstverständlich gingen sie hinüber, hörten, lasen die Melodien des anderen.
24. Dezember 2025
Die Maschine
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Die Maschine

Dieses Kinderspiel ging ihr nicht mehr aus dem Kopf. „Mein Vater hat ein Schwein geschlachtet. Was willst du davon haben?“ „Die Ohren.“ Ab jetzt darfst du auf alle Fragen, die ich dir stelle, nur noch mit „Ohren“ antworten. Machst du einen Fehler, kommt entweder die Kitzelmaschine oder die Kneifmaschine. Diese Maschinen werden dich bearbeiten, bis du lachst. Und sicher, irgendwann wirst du lachen. Und dann hast du verloren.
2. Oktober 2025
Das Monument
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Das Monument

Erschütterung. Im Gebälk des Monuments. Hätten sie doch die Statik geprüft;  nach Riss für Riss für Riss. Aiolos, Herr der Winde, schickte einen Sturm durch seinen Schlauch, und das Monument musste wanken. Wanken und Wackeln. Es krümmte sich vor Schmerz. Verbindungen, Fugen, tragende Strukturen versagten. Bruch. Luftknappheit. Stein um Stein lockerte sich. Tränen. Weinendes Monument.
8. September 2025
Schau im Dunklen nicht in den Spiegel
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Schau im Dunklen nicht in den Spiegel

Vor vier Jahren schien die Sonne schon früh auf die Sommermatratze. Sie lag wach neben ihm. Gerade hatte sie eine Nachricht bekommen, die sie unbedingt mit ihm teilen wollte. Doch er schlief noch tief und fest. Die vergangenen Tage waren sie gemeinsam unterwegs gewesen. Ihre Familie hatte etwas Großes zu feiern gehabt. Sie schlugen sich die Bäuche voll, tranken und tanzten, hatten wilden Sex und stampften am nächsten Tag mit großem Kater durch die große Stadt. Sie hatten kaum geschlafen, wollten den Ort aber nicht einfach unbekannt an sich vorbeiziehen lassen. Als sie wieder zu Hause waren, fielen sie erschöpft und gemeinsam ins Bett, dort, wo nun die Nachricht auf ihn wartete. Aber er schlief immer noch. Sie las die Nachricht mindestens einhundert Mal und wartete auf ihn. So wie sie gerne auf ihn wartete. Er war das Schöne in ihrem Leben, das Beruhigende, das Langsame, das Wissende, das Lustige und noch so viel mehr.
10. August 2025
Ich würde ...
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Ich würde ...

… dir so gerne sagen, wie sich dieser Monat für mich anfühlte. Wie es war, die Tage an sich vorüberrauschen zu lassen. Tage wurden zu Nächten, Nacht um Nacht zu Tag um Tag. Immer auf der Lauer, jeder Moment voll, jeder Zeigerschlag donnernd, jede Regung ein Zucken. Die Lust als Gegengeschäft auf die Realität.Spielpartner, in […]
31. Juli 2025
Zweischönlein
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Zweischönlein

Sie wollen alles – bis zum bitteren Ende ästhetischen Fatalismus. Streben nach dem vollen Gefühl, der Sehnsucht nach der Sehnsucht – ein großes Fressen nach dem Hunger. Ihre Gegenüber nur hübsches Beiwerk, schmackhafte Körperlichkeiten, wohlhabende Ausuferungen. Sie interessieren sich nicht für gesellschaftliche Normalitäten, Regelungen und zugeschnürte Korsagen. Sie atmen die Freiheit mit jeder Pore Haut, sie lieben die Absurdität der Lebenskreise, die Überschneidung von Gut und Böse. Ekstase und Erschöpfung schlafen in ihrem Dasein nebeneinander.
23. Mai 2025
Schümanns Küche
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Schümanns Küche

Schon als sie ein kleines Mädchen war, betrachtete sie mit ihrer Oma die alten schwarz-weißen Fotos mit gezacktem Rand aus der Hauswirtschaftsschule der späten 1930er Jahre. Auf diesen Bildern standen junge Frauen nebeneinander, schauten gezwungen freundlich in die Kamera. Sie trugen weiße Schürzen über Röcken, die die Knie bedeckten. Dabei hätte ihre Großmutter lieber Abitur gemacht. Doch ihr Geschlecht gab nur eine Richtung vor: Richtung Ehefrau, Richtung Mutter, Richtung Haushalt. Kochen, Nähen, Betten machen. Klug und wirtschaftlich einen Haushalt führen – das wurde in dieser Schule gelehrt.
8. Mai 2025
Unter der Stahlkrone
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Unter der Stahlkrone

Die Künstlerinnen in der Ukraine machen weiter, „einfach“ immer weiter. Jeden Tag. In Sumy, in Dnipro, in Charkiw, in Kiew, in all den anderen Orten. Auch nach Raketenangriffen, auch nach Toten und Verletzten und Verlust, auch nach Schmerz und Verzweiflung, auch nach Zerstörung, Wut, Kraft- und Hoffnungslosigkeit. Jeden einzelnen Tag zollt mir dies Respekt ab. […]
15. April 2025
Sinn – e s – lust in Tannhausen
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Sinn – e s – lust in Tannhausen

1990. Der Heldentenor – mein Protagonist – hängt seinen blauen Tannhäuser-Mantel – er ist leuchtend blau, mit Gold abgesetzt am Kragen und der Knopfleiste – an den Garderoben-Nagel. Für immer. Nie wieder Oper. Nie wieder Richard Wagner.
10. April 2025
Zeit-nah(t) – Part II
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Zeit-nah(t) – Part II

Im engen Raumbrennt ein Sternunter kaltem Licht,funkelt gegen Dachschrägen. Rot peitscht durch die Adern,doch die Kälte schneidet tiefer.Es schneit durch die Luke,das Weiß legt sichnur auf die Haare,die Haut bleibt nacktwie ein offener Nerv. Zart krallt sich an Wände,hart schlägt der Atem.Energie zuckt, zwart, ein Funke ohne Halt,verheddert in der eigenen Existenz. Der Stern hängt […]
24. Februar 2025
Zeit-nah(t) – Part I
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Zeit-nah(t) – Part I

PROLOG DAS FÜRCHTEN NICHT UND NIE DAS WÜNSCHENdarf mir abhanden kommen, auch mein täglich sterben nichtdas seellos süchtig sein auf keinen fallnur hirnlos reimen wie ein wicht muß beendet werden da ist ein gott und setzt sich zwischen alle stühleer sieht genauso aus wie ich mich fühle Aus: Thomas Brasch, Wer durch mein Leben will, […]
24. Februar 2025
Wind of Abriss
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Wind of Abriss

Diese Räume haben gespürt, gerochen, gelebt, gefeiert, getrauert, gehadert, beherbergt, sich verändert, boten Schutz, zerfielen, waren Wohnraum, Unterschlupf, Schlafstätte, Atelier, Fahrradgarage, Wohngemeinschaft, Familienresidenz. Und noch so viel mehr. Sie erlebten zwei Weltkriege, mehrere politische Umwälzungen, Zuzug und Wegzug, Zerstörung, Umgestaltung. Sie wechselten die Farben, auf ihren Wänden stapeln sich die Schichten der Jahre. Über ein Jahrhundert Raumgeschichten. Menschen kamen und gingen, wurden gezeugt, geboren und starben in den Räumen, sie lebten, liebten, hassten, schmiedeten Pläne, vegetierten, froren, tranken, rauchten, aßen, kopulierten, trauerten, diskutierten, fügten sich Schmerzen zu, schlugen sich, ruhten.
24. Februar 2025
Lieber ROT als TOT: Ausrufezeichen
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Lieber ROT als TOT: Ausrufezeichen

Kapitalismuskritik? Absolutely! Ein kritischer Blick auf Körperbilder und die politisch-moralischen Verquickungen, die mit ihnen einhergehen? Oh ja! Die Frau im Wechsel ihrer Jahre, dem Tode angeblich näher als dem Leben? Oh nein, es geht nicht dem Ende entgegen, es geht nur woanders entlang.
2. Februar 2025
Haarlinien
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Haarlinien

Der Kamm schiebt sich voran, löst Knoten wie unsichtbare Sünden. Es ist nicht nur das Haar, das er ordnet – es ist die Scham, die sich in den Tiefen versteckt. Es ist die Erinnerung an Berührung, vergangen, doch nicht verblasst. Er zieht Linien, feine, vergängliche Pfade in die Fülle, wie ein Stummer, der Geheimnisse ordnet, […]
27. Januar 2025
FLEISCH – Zwischen Schwarte und Schuppe
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FLEISCH – Zwischen Schwarte und Schuppe

Beide: Fleisch Eines warm Eines kalt Eines nah Eines fern Eines schreiend Eines stumm Beide: Tot Beide: Gegessen Beide: Wir
2. Januar 2025
NOVEMBER 1933:1942:2021:2024
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NOVEMBER 1933:1942:2021:2024

Diese Geschichte spielt im Monat November. Kalt ist es. Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Doch in welchem Jahr befinden wir uns? Ist es ein Novembertag, irgendwann im letzten Jahrhundert? Oder handelt es sich um mehrere Tage des elften Monats? Vielleicht gar um diesen November, wenn du, geneigter Leser, geneigte Leserin, dies hier gerade rezipierst? Ich, die Erzählerin, kann nur so viel sagen: Alles hat mit allem zu tun. Alles ist miteinander verwoben. Jede Rolle ist mindestens doppelt besetzt. Es gibt Symbole, Rätsel, Zufälligkeiten. Es gibt eine sehr persönliche Ebene, die ich einst auf einer Reise aufschnappte, es gibt historische Begebenheiten, die so in unserer Welt stattgefunden haben, und es gibt Geschichten von Räumen, Körpern, Beziehungsgeflechten. Und schließlich gibt es, vielleicht als wichtigste Ebene, die Geschichte, die du siehst, fühlst, kreierst und zusammenreimst. Alles ist möglich. Es gibt kein "falsch". Gehe rückwärts, schaue zurück, wenn es dir beliebt. Gehe vorwärts, wenn du magst, und blicke auch dorthin. Dafür zolle ich dir schon jetzt Respekt. Sei ängstlich, wenn es nicht anders geht, oder stelle dich der Angst, auch wenn sie dich durchschütteln will. Halte dem anderen Blick stand, wenn du kannst. Höre genau hin – die Zwischentöne spielen ihre eigene, wichtige Melodie.
23. November 2024
Böse Lust
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Böse Lust

einwickeln. verwickeln. entwickeln. einatmen. ausatmen. atemlos. unterbrechung. langsam. langsamer. zeitlupe. stillstand. form. fantasie. fülle. schamlos. grenzenlos. luftlos. haut. kontakt. resonanz. zart. hart. schmerz. raumlos. zeitlos. grenzenlos. scham. wut. tränen. hunger. rausch. wahnsinn. sinnlich. sinnig. sinnbild. schwarz. weiß. nichts dazwischen. alles auf eine karte gesetzt. lust. last. list. lust auf einsam. lust auf zweisam. lust auf mehrsam. lust. oh böse lust. verführen. anführen. verforen.
1. Oktober 2024
Geisterbann
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Geisterbann

Die August-Nachmittagssonne warf lange Schatten durch die Fenster des von konzentrierter Aufmerksamkeit erfüllten quadratischen Raumes, in dem sich diese zwei Frauenzimmer gegenüber saßen. Die Besucherin, eine zierliche Gestalt in osteuropäischer Anmut, hielt ihre Kaffeetasse fest umklammert, als wäre sie Halt in einer aufmüpfigen See. „Es ist seltsam, wie sich das Leben gerade anfühlt“, begann sie, […]
31. August 2024
Blütenschweres Monument
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Blütenschweres Monument

Idee, Raum, Konzept: Antje Kröger … Kamera: Markus Rüter Die bunten Bälle hängen in schönster Schönheit herab, dick und fett, in verführerischem Pink bis ins helle Blau. Stolz steht der voll beladene Strauch auf dem kleinen Dorffriedhof. Neben dem Lazarettmuseum, das der Besucherin am Sonntag zwischen 16 und 19 Uhr Einlass gewähren würde. Da irgendein anderer […]
13. August 2024
Stachel-Kleid-Leib
Stachel-Kleid-Leib-Fotokunst-AntjeKroeger

Stachel-Kleid-Leib

In der flirrenden Weite der Einöde ist sie nur ein Flüstern im Wind, ihre Haut eine Landkarte aus Kratzern und Malen. Die Sonne zeichnet Schatten über, unter und in ihren Augen, die sich im Tanz der Disteln verlieren – jenen Wesen aus Violett und Watte, deren Blüten wie Geheimnisse schimmern. Die Dornenkrone ihrer Gedanken drückt […]
13. August 2024
g'wichtig
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g'wichtig

Aktworkshop für künstlerische Fotografie. Der erste Aktworkshop seit drei Jahren, für mich, für meine Teilnehmenden. Mir war diesmal wichtig, dass die wunderbaren Körper meiner Modelle ziemlich unterschiedlich daherkommen. Das kamen sie. Mit Wucht an Energie, wenn die Körper mit all dem, was sie noch mitbrachten, denn freigelassen und mitgenommen wurden. Wow. Meine Begeisterung im Licht des Märzes wollte gar nicht enden. Alleine meine Augen konnten sich sattsehen an der so verschiedenen Schönheit des Seins. Zur Krönung durfte ich zusammen mit J und J eine kleine Geschichte erzählen –über den Glauben in osteuropäischen Patrialreichen und den Momenten im Leben, in denen ein singuläres Ereignis alles auf den Kopf stellt. Kein Stein mehr auf dem anderen lässt und neue Räume gesucht, gefunden und betreten werden wollen.
24. März 2024
Zarte Pracht
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Zarte Pracht

Ich dagegen schätze die Freiheit so sehr. Sie ist der Motor meines Lebens und Schaffens. In dieser Freiheit hinterfrage ich ständig, begebe mich auf neue Pfade genauso, wie ich die ausgetretenen immer wieder begehe. Ich prüfe, ich rieche, ich schmecke, ich fühle, ich bilde mich, ich lerne, ich bin leise und laut, ich lehre, ich höre zu, ich lehne ab, ich sage zu, ich überschreite Grenzen, ich ziehe meine eigenen Kreise, ich denke, ich lache, ich nehme mich ernst und lache dennoch über mich, ich weine, ich habe eine andere Meinung, ich stresse, ich schaue hin, ich höre hin, ich zeige, ich ziehe mich zurück, ich mache Fehler, ich falle, ich stehe wieder auf, ich biege ab, ich bin dagegen, ich ändere meine Meinung, ich schließe nicht aus, ich bin unbequem, ich frage, ich antworte und noch so, so viel mehr. Jedoch bemühe ich mich, nicht zu moralisieren. Meine Erziehungsberechtigten zogen mir ein Wertekorsett an. Selbst habe ich dies noch ein wenig zurecht geschliffen. Darin fühle ich mich wohl und kann anderen in diesem Kleid begegnen. Ein Kleid aus Respekt, Disziplin, Aufmerksamkeit, Empathie, Großzügigkeit, Gerechtigkeit, Offenheit, Sensibilität und Verantwortung. Dieses Korsett ist nicht eng, aber auch kein lappriges Kleid. Und wieder meine Frage. An welcher Stelle kommt die Moral ins Spiel? Ist die nicht eng an Zeit gebunden? An Menschengruppen? Warum wird sie häufig bei Nacktheit und Sexualität ins Spiel gerollt? Dabei steckt das Wort Oral doch ganz augenscheinlich in ihr. (Ein Witz, ein Witz)
15. März 2024
Gespenster
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Gespenster

Gespenster gehen um in dieser Welt, Gespenster von Terror & Krieg, aber auch Gespenster des neuen Nationalismus, Patriotismus, Fanatismus, wieder aufsteigenden Patriarchats, Gespenster der Veränderung von Macht und Interessen, Gespenster aus den Religionen dieser Welt. Gespenster der Verblendung, der Verzweiflung, der Verbitterung.
30. Oktober 2023
Drei-Fleisch
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Drei-Fleisch

Hat sie sich ins eigene Fleisch geschnitten oder wurde ihr das Messer hinterrücks ins Fleisch gerammt? Tropft das Blut aus ihr heraus, weil sich die Wunde so tief ins Fleisch verkrochen hat? Beginnt das Fleisch abzufallen vom Knochen, weil sich die Traurigkeit manifestiert und zur chronischen Krankheit wird? Dabei liegt der Dreizack doch neben ihr. […]
22. Oktober 2023
FLEISCH ZWO
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FLEISCH ZWO

Ich danke dem Sommer und dem frühen Herbst für das viele Licht, welches sie mir schenkten. Ich danke dem Fleisch, das mich zu dem Menschen werden ließ, der ich nun gerne bin. Ich danke den Knochen, die mein Fleisch (fest)halten, und durchhalten, mich durch die Welt zu tragen. Ich danke meinem Bewusstsein, zu wachsen, jeden […]
12. Oktober 2023
ⱇⰾⰵⰻⱄⱌⱒ // FLEISCH
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ⱇⰾⰵⰻⱄⱌⱒ // FLEISCH

Zähne, scharf wie Dolche, zerschneiden die Wirklichkeit, enthüllen die geheime Verwesung unter der Oberfläche. Fleisch, ein Panzer aus Sehnsucht und Wunsch, trägt die Narben der Zeit stolz auf seiner Haut. Die Verwesung, unvermeidliche Muse, singt leise das morbide Lied. Eine stinkende Wolke, heraufsteigend aus dem Abgrund, umarmt unsere Sinne, sie erinnert uns an die Vergänglichkeit der Dinge. Die Unsterblichkeit ist ein Witz, über den nur die Toten lachen können.
19. September 2023
Sommerkleid & Wasserkuss
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Sommerkleid & Wasserkuss

Das Ziel ist die große Pose. Melancholische Heiterkeit. Statuenhafte Haltungen. Verzerrungen und Schmeichelei. Der Einstieg ins Reich der Süße durch den grauen Schlamm der Weltgeltung. Sonne brennt, das Viehzeug versteckt im Geäst, die Wasseroberfläche verdächtig still. Keine Woge, nicht eine. Blubbernder Morast. Die untere Welt will emporsteigen. Doch das gleißende Licht hindert sie daran. Es brennt Wunden in die Ober-Haut. Kleine Male, die langsam größer werden. Der Schmerz gräbt sich tiefer.
28. Juli 2023
ADIPOZYT
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ADIPOZYT

Wie beschreibt sie sich selbst? Sie sagt, sie sei eine kluge, große, schöne, dicke Frau in einem alterslosen Körper. Alterslos, weil sie es so will. Die Gedanken sind frei, und Kunst darf sowieso alles! Sie sagt niemals über sich, sie sei korpulent, sie sei mollig, sie sei mehrgewichtig, sie sei fett, sie sei dick-fett, adipös oder fettleibig und was es da noch alles für Wortungetüme gibt. Schlimmer wird es noch mit den Monstern, wenn sie sich in der englischen Sprache umschaut. Body-positiv, Fat-positiv, Plus-Size …
24. Juli 2023
Das Venusianische Ballett
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Das Venusianische Ballett

Das venusianische Ballett, ein Traum im Zwielicht, in dem Grenzen verschwimmen und das Licht im Dunkel bricht. Unsere Venussen tanzen auf unsichtbarem Parkett, in einer Welt, in der die Wahrheit niemals Oberhand gewinnt. Im Labyrinth der Existenz verirren sie sich, ihre Seelen gefangen in einem endlosen Strich. Eine Prinzessinengruppe, drei gleiche ohne Gleichen, versunken in einem Strudel von Liebe und Leiden. Die Blühende, Versehrte, die Befangene in Schmerz, die Pflanzliche, Schmerzhafte, die Durchlässige im Herz. Die Natur, der Krieg, die See in ewigem Streit, die Weh-Nussen gefangen in ihrer eigenen Zeit.
16. Juni 2023
Zerrspiegelte Zeit
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Zerrspiegelte Zeit

Das Jahr 1923 bringt so viele Überraschungen mit sich, dass ich immer wieder gleite von jetzt nach damals und versinke in der anderen Zeit. Überall auf der Welt passieren Unglaublichkeiten, denen eine Recherche zusteht. Doch meine Zeit ist begrenzt. Meine bisherigen 1923-Reminiszenzen: Zu Lebzeiten schillerte der Pharao eher grau, im Tode vergoldete sich sein Sein. […]
26. April 2023
Schönheit: Manifestation der Seele
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Schönheit: Manifestation der Seele

Neulich bekam ich einen großen Schreck. Eine Fotografin wurde auf Instagram mit ihrem Account gesperrt. Für immer. Keine Erklärung. 2000 Follower weg. Was macht das mit einer Künstlerin? Welche Auswirkung hat dies für Frau, die Instagram nicht aus persönlichem Vergnügen betreibt, sondern vorrangig, um "sich zu vermarkten". Wie abhängig sind wir von Systemen, die wir nicht mehr blicken können, weil kein Support, kein "sich-in-die-Karten-schauen-lassen" usw. ? "Sie haben gegen unsere Gemeinschaftsrichtlinien verstoßen." Entweder spielen wir mit, um diese "kostenlosen" sozialen Medien, wie sie sich in unseren Sprachgebrauch eingenistet haben, zu benutzen oder wir sind in ständiger Gefahr, den Account zu verlieren. Diese Applikationen, denn dies sind sie ja nun, nicht mehr, nicht weniger, gehören privaten Unternehmungen aus Amerika oder China. Und mit ihrer Nutzung fügen wir uns den Forderungen, die nicht politisch festgelegt werden, sondern rein privat. Bei Instagram und Facebook, die dem Metakonzern gehören, ist dies zum Beispiel dieser Paragraf zum Thema Nacktheit (folgt). Dieser betrifft nämlich auch mich und meine nackten Inhalte, weil ich diese einfach nicht zeigen darf. Ich muss explizite Körperstellen digital verdecken. Da ich darauf keine Lust mehr habe, werde ich meine nackte Kunst hier auf meinem Blog zeigen und Instagram und Co. vielmehr als Ankündigungsmaschinerie "benutzen", denn auch ich wurde schon gesperrt und gemahnt.
10. April 2023
Varitustruktion
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Varitustruktion

Mir erschien die überdimensioniert große Schnecke im Traume. Sie hatte sich aufgemacht aus ihrem Glaspalast. Den Deckel beiseite geschoben. Schleimiger Weg zu mir ins Schlafzimmer. Ihr Kalziumkarbonat-Haus passte kaum durch die Türen. Das schleifige Geräusch drang an meine Schlafohren. Während sie zu mir kroch, kaute sie genüsslich auf ihrem Blatt herum und schiss gleichzeitig das Verdaute wieder hinaus. Das Getier hinterließ eine Spur aus Sekret, Fäkalien, Abrieb des Gehäuses. Mich schüttelte es im Traum. Es war klar, den Besuch der Todesschnecke würde ich nicht überleben. Genauso kam es. Nur noch Fetzen meines Traumes sind mir in Erinnerung. Die Schnecke legte sich wie der Mantel des Todes auf meinen nackten Körper. Der Mantel war schwer. Doch ich wurde nicht erdrückt, zerdrückt. Nein. Ich ertrank im Schleim der Kriechenden. Sie nässte mich komplett ein. Erst schluckte ich noch, dann verschluckte ich mich, schließlich ging ich unter und riss dabei die Augen ganz weit auf …
4. April 2023
Der Hungerraum
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Der Hungerraum

Hast Du schon einmal den Hunger verloren? Ich noch nie. Oder doch? Wenn, dann nur kurz. Aber von welchem Hunger sprechen wir denn überhaupt? Den Nahrungshunger? Ich kann mich gar nicht daran erinnern, dass ich mal hungrig war in den letzten Monaten. Es ist doch immer so viel Essen um mich herum. Schlaraffenland.
6. Februar 2023
Schwarze Gardinen (Schatten des Unvorhergesehenen)
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Schwarze Gardinen (Schatten des Unvorhergesehenen)

Am 1. Januar 2023, das Jahr war erst wenige Stunden alt, stand sie am Grab der Großmutter. Martha. Marta, die das "h" einfach strich aus ihrem Leben. Marta. Deren Hochzeitskette sie an besonderen Tagen um den Hals hängte, um Omama nahe zu sein. Marta, die 1923-geborene. 100 Lebens-Jahre würde Marta 2023 feiern, wenn nicht der Tod dazwischen gekommen wäre in den frühen Stunden eines 1. Januars vor fast zwanzig Jahren. Damals wurde sie geweckt durch das Telefon, Silvesternacht-verkatert horchte sie erst den sanften Worten des Onkels. Danach lag sie nur noch bewegungslos da und schrie. Mehrere Stunden dauerte dieser Zustand an bis die guten Menschen aus ihrem Schutzraum sie beruhigen konnten. Damals breitete sich der Schmerz wie ein bleierner Schleier über sie aus und blieb ein paar Jahre. Sie kannte den Schmerz. Seitdem sie ein kleines Kind war. Aber dieser Schmerz war anders. Er schoss bis tief ins Mark. Eine Liebe starb. Vor ihren Augen. Eine Liebe, die vom ersten Tag ihrer Geburt liebte und liebte und liebte. Eine Liebe, die andere starke Lieben überlebte. Eine Liebe, die es prägte, ihr System von Werten und Normen.
19. Januar 2023
125 Maximum / Fragmente einer Erzählung über die Mäntel des Winters, eine DDR-Waage, ganz viel Licht, einen rauchenden Kolben & die Angst
125 Maximum / Fragmente einer Erzählung über Wintermäntel, einer DDR-Waage, ganz viel Licht, einem Kolben und der Angst

125 Maximum / Fragmente einer Erzählung über die Mäntel des Winters, eine DDR-Waage, ganz viel Licht, einen rauchenden Kolben & die Angst

Die Fotokünstlerin erklärt: Leider sehen wir folgende Fotografien nicht: Mein Marmor (das weibliche Model mit dem wohlklingenden Namen Juni) mit erstem hellen Ledermantel und Fellmütze auf rotem Sessel, pinkes Licht von der Seite. Der Marmor raucht und kriecht tief hinein in den noch tieferen Sessel, befreit sich vom Mantel. Danach pustet "Marmor J" den Rauch in einen Kolben aus Glas, sehr engagiert. Und dann, dann werden die Pflanzen (Kakteen und Ziergestrauch in alten Tassen) vom Holztisch geräumt. Auf einen Mantel, der ausgebreitet auf dem Boden liegt. Mit dem braunen Fell nach oben. Der Tisch ist fast leer. Auf dem Mantelfell steht auch eine alte Personenwaage aus der DDR. Sie zeigt an: Maximal 125 KG.
13. Dezember 2022
Hedda – eine Herbstballade
Hedda – eine Herbstballade-fotokunst-antjekroeger

Hedda – eine Herbstballade

Silberblatt, Kratzdistel, Große Klette. Stehen da. Aufrecht erst, dann verheddert durch das eigene Sein und die Resonanz mit ihr. Sie, die voller Pracht all das mitbringt, was das „richtige“ Leben abseits der Mittelmäßigkeit beschreibt. Eine Oktobergeborene. Ein Körper aus Linien, Flächen, Strukturen, Makeln, Rissen, Wunden und totem Material aus Schuppen, Haaren und Härchen, Nägeln. Warm und wollig. Kalt und löchrig. Ein Charakter, der der Mitte nie entsprungen ward. Abseitig und wertschätzend. Emotional stark, wenig narzisstisch. Denkend, nicht festlegend.
26. Oktober 2022
Pulcinella & Pimpinella
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Pulcinella & Pimpinella

Gefährtinnen. Kameradinnen. Freundinnen. Sie tollen unter der mitteldeutschen Sonne des Herbstes.
26. Oktober 2022
TIEFLAND – ein Maskenspiel in zwei Akten
Tiefland – ein Maskenspiel in zwei Akten

TIEFLAND – ein Maskenspiel in zwei Akten

Ich wurde geboren. Hinein ins Tiefland. Das tiefe Land. Ein Land, verschwommen und unscharf. Schön, flach, mit Schlunden hinter den Bäumen. Kalt und starr. Warm und weich. Jahreszeiten verändern den Habitus. Das Schwarz verändert sich im Lichte der Tage und zeigt sich in Millionen Facetten. Ich bin Tochter dieses Landes. In meinem Körper verfestigte sich seit meinem Hineingebären ein dunkler Gedanke der Sehnsucht. Die Sehnsucht, die nur aus diesem tiefen Land stammen kann. Diese dunkle Sehnsucht, die tanzt, als gäbe es keinen Morgen. Die kriecht wie eine Äskulapnatter. Die verschwiegen ist wie die Trappistin. Die laut ist wie der morgendlich nervige Rasenmäher und scharfzüngig wie HH, Heinrich Heine. Dabei passt in dieses Tiefland doch viel mehr der unheimliche Herr Storm.
15. September 2022
Stabilita // Teil II
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Stabilita // Teil II

Ich kippe nicht um, wenn ein Lüftchen zu stark weht. Ich will einfach nicht umkippen. Mein Körper wankt und schwankt zwar, vor allem drinnen. Normal. Aber ich will nicht kippen. Ich versuche, fest zu stehen, auf beiden Füßen. Knie durchgedrückt. Das Becken ein wenig nach hinten geschoben. Oberkörper aufrecht. Brust raus. Kopf angehoben. Innen Aufruhr. Innen Frust. Innen Unsicherheit und Unwissen. Innen Angst und Zweifel. Innen Denken und Fühlen. Innen Aufnahme von Außen. Innen Feuer und Bewegung. Außen aber Stand. Und Stehen. Aufrecht. Und welche Magie. Plötzlich auch Drinnen sicherer Stand, Überzeugung, Wissen, Lust, Ruhe, Festigkeit, Klarheit. Innen und Außen. Das Spiel miteinander. Sich aufeinander einlassen. Den gemeinsamen Klang hören und sich in ihm wiegen. Stabilität erst denken, dann fühlen, dann herstellen.
19. August 2022
HERmetICA
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HERmetICA

“Wie heißt denn deine Puppe?” Einfache Frage.  Die Antwort für mich selbst ernüchternd.  “Sie hat keinen Namen.” Danach Schweigen. Ich überlege.  War das schon immer so? Meine längste Begleiterin im Leben eine “madame without a name”? In meinem Schlafzimmer sitzt noch eine original DDR-Babypuppe, nur ein paar Jahre jünger als der Lockenkopf. Ich weiß noch, sie kam an einem Weihnachtsfeste zu mir. Wie das Jesuskind. Sie blieb immer namenlos, auch. Vielleicht nannte ich sie “Baby”. 
8. Juli 2022
Saus-Braus-Völlegefühl
Saus-Braus-Völlegefühl_antjekroeger_fotokunst

Saus-Braus-Völlegefühl

Die Welt ist im Krieg! Im Kampf mit der größten Ressource. Im Kampf mit der größten Schwachstelle. Die Welt ist nicht genug, doch alles, was wir haben. Gestaltet nach unseren Vorstellungen – unseren Willen aufgezwungen. Sehenden Auges in die letzte Vorstellung? Der Vorhang senkt sich wider Willen, aber langsam doch, so what... lachend ins Verderben, alle auf Los und dann los! Kopfüber oder Knie in die Weichteile. Wir nehmen, was gegeben und wir krallen, was nicht niet- und nagelfest. Hauptsache viel, Hauptsache ich, Hauptsache frei. Meine Freiheit über allem. Mein Leben über allem und allen.
3. Juni 2022
PETREFAKT – ein (Vor)Spiel
PETREFAKT – ein (Vor)Spiel_analoge Fotografie

PETREFAKT – ein (Vor)Spiel

Unter den nackten Füßen. Hunderte Meter tief. Fossiles. Flammen. Fanal. Durch unserer Münder strömend. Ein unsichtbare Lebenselement – gespeist aus dem sich verdünnendem Blätterwald. Atme. Der Erstickungstod folgt später.
29. Mai 2022
Ambivalenz aushalten. Vom Sehen und Sein
Ambivalenz aushalten. Vom Sehen und Sein_Antje Kröger

Ambivalenz aushalten. Vom Sehen und Sein

Antjes Blick auf ihn interessiert mich. Ich will wissen, wie sie ihn sieht. Ich arbeite jeden Tag mit Worten, aber ihn mit Worten zu beschreiben, gelingt mir nicht. Etwas musste durch ihn hindurch, von dem ich nicht weiß, was es ist. Ich komme nicht darauf, nicht mit Schreiben, nicht mit Familienaufstellung, nicht mit anderen Blickwinkeln.
2. Dezember 2019
stigMA
stigMa_antjekroeger.de

stigMA

Wird etwas als Stigma bezeichnet, drückt dies aber nicht nur die Stärke der sozialen Unerwünschtheit gegenüber einer Eigenschaft oder Handlung einer Person aus, etwas als Stigma zu bezeichnen impliziert auch, dass es keines sein sollte, dass die Diskreditierung des Stigmaträgers moralisch falsch ist. Der Stigma-Begriff Ervin Goffmans. Verwendung und Möglichkeiten zur Beschreibung von Devianz und […]
21. November 2019
Mensch-Maschine | m e n s c h-moral | MENSCH-VERNUNFT-MENSCH
Menschmaschine Fotokunst Antje Kröger

Mensch-Maschine | m e n s c h-moral | MENSCH-VERNUNFT-MENSCH

Und ich hatte mich gerade bei diesem Punkte besonders aufgehalten, um zu zeigen, dass, wenn es solche Maschinen gäbe, welche die Organe und die äußere Gestalt eines Affen oder irgendeines anderen vernunftlosen Tieres hätten, wir nicht imstande sein würden, sie in irgend etwas von jenen Tieren zu unterscheiden; während, wenn es unsern Körpern ähnliche Maschinen gäbe, die […]
11. Juni 2019
Die Wälin
Die Wälin Fotoserie Antje Kröger

Die Wälin

Wasser hat keine eigene Farbe, es ist die Welt ringsherum, die ihm seine Farbe verleiht, die Spiegelung des Himmels, der Umgebung, Wasser ist nie einfach nur Wasser.Wasser nimmt alles auf und wirbelt um alles herum, mit dem es in Berührung kommt.Wasser ist Humus, Sand, Lehm, Plankton.Wasser färbt sich vom Boden, den es bedeckt.Wasser spiegelt die […]
21. Januar 2019
graphicus
graphicus Fotoserie Antje Kröger

graphicus

leibhaftig- schleppt er sich durch seine welt. kraftvoll, kraftraubend, kräftig nach außen (weich nach innen), suchend, wollend, ungeduldig. der körper trotzt, meist, der geist immer öfter am anschlag, alles andere schläft, gähnt, strauchelt. katharsis. waschung. neu-geburt.  - uiuiui -  quell, raum, tat. 
13. Dezember 2018
nefspiçûkî

nefspiçûkî

Wir trafen uns irgendwann einmal online. Unter seinem Foto mit diesem Bart stand: "Ich bin kein Terrorist!" Das fand ich lustig. Eines Abends begegneten wir uns offline. Wir redeten, so viel, über seine Heimat -den Irak-, seine Flucht, die solange zurück liegt, über Krieg und Religion, Drogen und Tanzen - und den Tod. Danach verloren wir […]
16. Oktober 2018
Kontinuum
Kontinuum - Fotoserie Antje Kröger

Kontinuum

Die physische Zeit schreitet voran, immer gleich, immer. Kein Druck, keine Abweichungen, kein schneller oder langsamer. Sie war, sie ist, sie wird sein. Ein immer währender Zustand. Deswegen kannst Du auch nicht aus der Zeit fallen. Nur dein Rhythmus tanzt aus der Reihe. Du bestimmst deine Taktung selbst,  ich meine, die Gesellschaften ihre. Bis hierher dachte ich immer, es gäbe ein davor, ein jetzt und ein danach. Dabei bemerke ich nun, da ist ein Kontinuum. Mein Wissen lässt mich lächeln!
14. Oktober 2018
Krieg und Frieden
Krieg und Frieden Aktfotografie Antje Kroeger

Krieg und Frieden

»Sie sagen, Sie können das Reich des Guten und Wahren auf Erden nicht sehen. Auch ich sah es nicht, ja, es ist ganz unmöglich, es zusehen, wenn man des Glaubens ist, daß mit dem Leben alles zu Ende sei. Auf der Erde, hier auf dieser Erde«, Pierre zeigte auf die Felder,»gibt es keine Wahrheit, hier […]
16. April 2018
Weia! Waga! Woge, du Welle! II
Aktfotografie Antje Kroeger

Weia! Waga! Woge, du Welle! II

Heiajaheia! Heiajaheia!Wallalalalala leiajahei!Rheingold! Rheingold!Leuchtende Lust, wie lachst du so hell und hehr!Glühender Glanz entgleißet dir weihlich im Wag'!Heiajaheia! Heiajaheia!Wache, Freund, Wache froh!Wonnige Spiele spenden wir dir:flimmert der Fluß, flammet die Flut,umfließen wir tauchend, tanzend und singendim seligem Bade dein Bett!Rheingold! Rheingold!Heiajaheia! Wallalalalala leiajahei!Richard Wagner, DAS RHEINGOLD Im Sommer erzählte ich bereits von den Naturwesen (Weia! […]
27. September 2016
Unberührbare
Aktfotografie Antje Kroeger

Unberührbare

Der Liebe wird alles wichtig und lieb: eine Schattenmulde in der Wange, das Runzelgeflecht ums Auge, eine Kindheitsnarbe unter den Zehen, ein verborgener Makel der Haut, eine sichtbar werdende Ader und die kahle Stelle im Haar. Jeder Verlust wird auch Gewinn und mehrt die Erinnerung. Treuer als Lust macht Zärtlichkeit, die Schmerz um Vergängliches erneuert. Aus […]
14. September 2016
Schaflose
Aktfotografie Antje Kroeger

Schaflose

»Um es kurz zu machen«, begann der Schafprofessor. »Das Schaf ergriff von mir Besitz im Sommer 1935. Bei der Erkundung geeigneter Weideplätze nahe der mandschurisch-mongolischen Grenze verirrte ich mich und verbrachte die Nacht in einer Höhle, die ich zufällig entdeckt hatte. Im Traum erschien mir ein Schaf, das mich fragte, ob es in mich hinein dürfte. Ich sagte, […]
5. September 2016
Weia! Waga! Woge, du Welle!
Aktfotografie Antje Kroeger

Weia! Waga! Woge, du Welle!

Heiajaheia! Heiajaheia!Wallalallalala leiajahei!Rheingold! Rheingold!Leuchtende Lust, wie lachst du so hell und hehr!Glühender Glanz entgleisset dir weihlich im Wag!Heiajahei, Heiajaheia!Wache, Freund, wache froh!Wonnige Spiele spenden wir dir:flimmert der Fluss, flammet die Flut,umfliessen wir tauchend, tanzend und singend,im seligen Bade dein Bett.Rheingold! Rheingold!Heiajaheia! Wallalaleia heiajahei! Richard Wagner, Rheingold Sie sind nicht die Rheinschwestern, sie sind nicht die […]
8. August 2016
Zufälligkeit und Notwendigkeit
Zufälligkeit und Notwendigkeit

Zufälligkeit und Notwendigkeit

Was kann sich schärfer widersprechen als diese beiden Denkbestimmungen? Wie ist es möglich, daß beide identisch seien, daß das Zufällige notwendig und das Notwendige ebenfalls zufällig sei? Der gemeine Menschenverstand und mit ihm die große Menge der Naturforscher behandelt Notwendigkeit und Zufälligkeit als Bestimmungen, die einander ein für allemal ausschließen. Ein Ding, ein Verhältnis, ein […]
4. August 2016
Antlitz
Antlitz Fotoserie Antje Kroeger

Antlitz

Frage ohne Antwort Was bist du, Unbegriffnes,Mensch genannt, –Antlitz in Antlitzeingwendet Janushaupt, –UrwerdenAug in Aug mit Wissenheit, –Urzwiegesichtund doch ureine Form – –?  Christian Morgenstern: Ich und die Welt   digital-analoger Remix*
17. April 2016
Kundalini
Kundalini, Fotoserie von Antje Kroeger

Kundalini

Sie war Teilnehmerin meines Aktworkshops am vergangenen Wochenende. Die ersten zwei Stunden nahm ich sie kaum wahr, sie saß da, sie hörte zu, sie brachte sich nicht ein. Doch dann war sie an der Reihe, ich erinnere mich noch so genau an ihre ersten Worte, fast waren diese wie eine Offenbarung, aber in jedem Fall […]
20. Februar 2016
Schwimmen in der Luft
Schwimmen in der Luft

Schwimmen in der Luft

Als sie zu mir kam, lag eine menschenreiche Woche hinter mir, ich war kaputt, zu viele Geschichten, Gesichter, Momente, Tiefe, zu viel gesehen, gehört, gefühlt - auch fotografiert. Sie brachte Blumen mit, viel rot und weiß, und eine so schöne eigene Geschichte. Und auf einmal, mitten im Gespräch sprach sie diesen Satz, diesen Satz, der sich […]
16. Februar 2016
Das Leichte und das Schwere
Fotograf Leipzig Antje Kroeger

Das Leichte und das Schwere

Wenn sich jede Sekunde unseres Lebens unendliche Male wiederholt, sind wir an die Ewigkeit genagelt wie Jesus Christus ans Kreuz. Eine schreckliche Vorstellung. In der Welt der Ewigen Wiederkehr lastet auf jeder Geste die Schwere einer unerträglichen Verantwortung. Aus diesem Grund hat Nietzsche den Gedanken der Ewigen Wiederkehr >das schwerste Gewicht< genannt. Wenn die Ewige […]
4. Oktober 2015
Nexus
Aktfotografie Antje Kröger

Nexus

Im luftleeren Raum des Geistes leben, heißt, immer «diesseits des Paradieses» leben, aber so gründlich, so völlig, daß selbst die Totenstarre als Veitstanz erscheint. So düster, öde und schal das Alltagsleben auch sein mag, nie reicht es an die Qual dieser endlosen Leere, durch die man bei vollem, wachem Bewußtsein ziellos umherirrt. In der nüchternen […]
29. September 2015
Der dünne Firnis der Zivilisation
Der dünne Firnis der Zivilisation

Der dünne Firnis der Zivilisation

"Eine Krise ist deshalb gut, weil sie unsere Ideale beschädigt. Es gibt viele Menschen, die ohne nennenswerte Schädigung durch ihr Leben kommen, weil ihr ganzes Leben die Beschädigung ist. Ich will damit sagen, dass Monotonie den Alltag der meisten bestimmt. Nach der Arbeit geht man nach Hause und legt eine Portion TV-Programm drauf. Man will […]
6. September 2015
Unbunt
aktfotos leipzig

Unbunt

Eigentlich sah ich das alles bunt, wir sahen es bunt, das Wasser leuchtete so blau, ihre Arme auch. Und dann kam es doch anders. Nur aus einem Gefühl heraus. Weg mit der Farbe, dem Licht und dem Leuchten, nicht aus schweren Gedanken heraus. Nein, die Formen setzen sich durch, der Inhalt, nachdem die verführerische bunte Hülle […]
3. Juli 2015
Das Antifragile II
Das Antifragile

Das Antifragile II

Es ist keine wirkliche Fortsetzung, eher ein anderer Blickwinkel, alle Fotos gehören zusammen und sind dennoch geteilt, auch das macht Sinn - Das Antifragile Für Mutter Natur zählen Meinungen und Prognosen nicht; es geht einzig ums Überleben.Man hat es hier also mit einem Evolutionsargument zu tun. Mir scheint es das am sträflichsten unterschätzte Argument für […]
29. Juni 2015
Purgatorium
Fegefeuer

Purgatorium

Wir sprachen über Frieden, Schwarze Schwäne und über das Feuer & das Wasser. Das Wasser blieb fern, alles andere spürten und erlebten wir... In seinem Essay Le G´enie du Christianisme bemerkt Chateaubriand, das Fegefeuer übertreffe an Poesie Himmel und Hölle, denn es verkörpere eine Zukunft, das heißt eine zeitliche Dimension, die jenen fehle. Doch das Fegefeuer entfaltete nicht nur im Vergleich […]
15. Juni 2015
SHE’S LOST CONTROL
SHE’S LOST CONTROL

SHE’S LOST CONTROL

Manchmal spielt einem, was auch immer, wer auch immer (ich nenne es meist das Universum), so in die Karten, dass selbst das Verlieren der Kontrolle nur noch Sinn macht. And she expressed herself in many different ways Until she lost control again And walked upon the edge of no escape And laughed, " I've lost […]
24. Mai 2015
Der Mai
Aktofotografie Leipzig

Der Mai

Hier stand ein Gedicht von Erich Kästner. Ein Zuschauer meines Blogs machte mich darauf aufmerksam, dass der Erbe von Kästner mit seinen Anwälten gerne alle abmahnt, die die Worte des Vaters benutzen. Sehr schade.
13. Mai 2015
Eigensinn
fotograf leipzig akt

Eigensinn

Nichts vermag der Mensch so zu lieben wie sich selbst. Nichts vermag der Mensch so zufürchten wie sich selbst. So entstand zugleich mit den andern Mythologien, Geboten und Religionen des primitiven Menschen auch jenes seltsame Übertragungs- und Scheinsystem, nach welchem die Liebe des einzelnen zu sich selber, auf welcher das Leben ruht, dem Menschen für […]
2. Mai 2015
Narzista
Aktfotos Leipzig

Narzista

...Ich liebe Den, dessen Seele tief ist auch in der Verwundung, und der an einem kleinen Erlebnisse zu Grunde gehen kann: so geht er gerne über die Brücke. Ich liebe Den, dessen Seele übervoll ist, so dass er sich selber vergisst, und alle Dinge in ihm sind: so werden alle Dinge sein Untergang. Ich liebe […]
15. April 2015
Ein feines Herz sehnt sich sogar im Glück
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Ein feines Herz sehnt sich sogar im Glück

Sehnsucht und Erwartung Die Zeit, die ist, wird erst bedeutsam durch die Zeit, die war und sein wird. Ein Höhepunkt des Augenblickes vorwärts oder rückwärts ist die Gegenwart des Seins. Die Kette der Momente schließt sich nicht. Seelisch gibt es keinen Stillstand der Erfüllung. Ein feines Herz sehnt sich sogar im Glück. Die Sehnsucht der […]
26. Januar 2015
Philosofische
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Philosofische

Freischwimmer (Sylvia Amstadt) Hinter meinem Rückenschwimmt jetzt die Verzweiflungin kleingerissenen Stückenich lass sie frei in meiner Freiheitund so taucht sie friedlichzurück ins Meer der Weisheit. Ich will jetzt einfach keineKrokodilstränen mehr sehen,hab auch die Schnauze vollvon diesen rotzfrechen Riesengarnelenund diesen gierigen Haifischen,die sich täglich in zu kleinen Teichenversuchen das Leben zu nehmen? Dafür sehne ich […]
20. Januar 2015
Die Seherin
Aktfotografie ANTJE kRÖGER fOTOGRAF lEIPZIG

Die Seherin

Schon wieder schüttelt mich der gliederlösende Eros, bittersüß,unbezähmbar, ein dunkles Tier. Sappho Was mir früh auffiel: seine Angst vor Schmerz. Daß er empfindlich war. Auf körperlichen Wettstreit ließ er es nie ankommen. Ich aber, fällt mir ein, ich war berühmt dafür, daß ich Schmerz ertrug. Daß ich die Hand am längsten über der Flamme hielt. Nicht das Gesicht verzog. […]
7. Dezember 2014
Inneres Kind.chen
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Inneres Kind.chen

"Unsere tiefgreifendste Angst ist nicht, dass wir ungenügend sind.Unsere tiefgreifendste Angst ist, über das Messbare hinaus kraftvoll zu sein. Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, die uns am meisten Angst macht.Wir fragen uns, wer bin ich, mich brillant, großartig, talentiert, phantastisch zu nennen?Aber wer bist Du, Dich nicht so zu nennen?Du bist ein Kind […]
18. September 2014
Risse entstehn im Verhängnis
Risse entstehn im Verhängnis

Risse entstehn im Verhängnis

Gieb deinem Herzen ein Zeichen, daß die Winde sich drehn. Hoffnung ist ohne gleichen wenn sie die Göttlichen sehn. Richte dich auf und verharre still in dem großen Bezug; leise löst sich das Starre, milde schwindet der Bug. Risse entstehn im Verhängnis das du lange bewohnt, und in das dichte Gefängnis flößt sich ein fühlender Mond. Aus: Die Gedichte 1922 bis 1926 (Entwürfe; Muzot, Anfang Februar 1924), […]
11. Juni 2014
Freischwimmerin
Freischwimmerin Aktfotos Antje Kröger

Freischwimmerin

Ihr Element das Wasser.Güte und Angst.Sanftheit und raue Wellen.Auftauchen und verschlucken,niemals still und tot.Freiheit.
25. Mai 2014
...lass das Tuch bedecken...
antje kroeger fotografin leipzig

...lass das Tuch bedecken...

" Es ist immer, wenn ich schreibe, der Punkt erreicht, wo ich mit mir selber (und das heißt auch mit dem, was mich umgibt) nicht mehr umgehen kann. Ich ertrage meine Sinne nicht mehr. Ich ertrage mein Nachdenken nicht mehr. Es ist alles so verstrickt geworden, daß ich nicht mehr weiß, wo die äußeren Dinge anfangen und aufhören. Ob sie in mir sind, oder ich in ihnen. Es brechen Stücke Welt heraus, als hätte ich alles geschluckt, was ich nicht tragen kann. Und dann gibt es später diese Sätze. Schwarz auf weiß, wie ein Kleidungsstück, in dem man selber nicht nicht drin ist."  Herta Müller
30. Januar 2014
Lösch mir die Augen aus
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Lösch mir die Augen aus

Lösch mir die Augen aus: ich kann dich sehn, wirf mir die Ohren zu: ich kann dich hören, und ohne Füße kann ich zu dir gehn, und ohne Mund noch kann ich dich beschwören. Brich mir die Arme ab, ich fasse dich mit meinem Herzen wie mit einer Hand, halt mir das Herz zu, und mein Hirn wird schlagen, und wirfst du in mein Hirn den Brand, so werd ich dich auf meinem Blute tragen. Rainer Maria Rilke, Sommer/Herbst 1899
26. September 2013
Ich erleben, Du sein
Ich erleben

Ich erleben, Du sein

Zwei dicke Frauen feiern ihre Körper in kunstvollen Schwarz-Weiß-Fotografien.
10. September 2013
Atem
luft by antje kroeger

Atem

Mein Atem In meinen Tiefträumenweint die ErdeBlutSterne lächelnin meine AugenKommen Menschenmit vielfarbnen FragenGeht zu Sokratesantworte ichDie Vergangenheithat mich gedichtetich habedie Zukunft geerbtMein Atem heißtjetzt(aus: R.A.: Mutterland. Gedichte, 1978)
28. August 2013
Auf der anderen Seite
Fotograf Antje Kroeger

Auf der anderen Seite

Offenbar erfordert das Zusammenleben von Individuen einige Gitterstäbe in ebendiesen Individuen. Die dunklen Kerker unserer Seelen, in die wir einschließen, was die dünne Schale unseres Menschseins bedroht. Ich verdränge täglich eine Flut von Ereignissen und Gefühlen, die mich demütigen und verletzen. Ohne diese Verdrängung wäre ich nicht fähig, am Morgen aus dem Bett aufzustehen. Gitter, […]
26. August 2013
Crux
crux antje kroeger fotograf leipzig

Crux

HAMM: Was zu tun, das frage ich mich. CLOV: Ich betrachte die Wand. HAMM: Die Wand! Und was siehst du da, auf deiner Wand? Menetekel? Nackte Leiber? CLOV: Ich sehe mein Licht, das stirbt. HAMM: Dein Licht, das...!? was man nicht alles zu hören kriegt! Na ja, es wird ebenso gut hier sterben, d e […]
9. Juni 2013
Blind.sehen
blind

Blind.sehen

Der Mensch ist ein Blinder,der vom Sehen träumt. Christian Friedrich Hebbel
7. Juni 2013
Interlude
interlude

Interlude

aktfotografie-mann-AntjeKroeger
1. Juni 2013
Streben nach Raum
aktfotos leipzig

Streben nach Raum

Gedanken ohne Inhalt sind leer.Beschreibungen ohne Begriffe sind blind.Bewegung ohne Fokus führt in die falsche Richtung.Raum ohne Fenster und Türen hält gefangen.
19. Mai 2013
Erde
Aktfotografie Leipzig Erde

Erde

Erde bewegt sich nicht, wenn sie nicht bewegt wird. Sie erinnert uns daran, dass wir sterblich sind.  Sie kann den Baum wachsen lassen, genauso wie sein Blatt wieder unter sich begraben.  
17. Mai 2013
Atme!
atme_by_antje_kroeger

Atme!

Atme, Nichts anderes musst du in diesem Moment tun.Aus und Ein, weiter!Atme.Du hast es nicht verlernt.Atme.Es füllt dich auf, macht dich satt, schenkt dir Vertrauen.Atme kräftig, sanft – abwechselnd –Atme.Bleib bei dir, Aus und Ein, weiter!Atme.
30. April 2013
Der Traum
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Der Traum

Du freier Mensch, du liebst das Meer voll Kraft, Dein Spiegel ist's. In seiner Wellen Mauer, Die hoch sich türmt, wogt deiner Seele Schauer, In dir und ihm der gleiche Abgrund klafft. Du liebst es, zu versinken in dein Bild, Mit Aug' und Armen willst du es umfassen, Der eignen Seele Sturm verrinnen lassen In […]
8. April 2013
Tristessa
fotograf tristessa sinnliche fotos

Tristessa

Dies ist ein Anfang. Wie dieses Buch zu mir kam, keine grosse Geschichte. Aber dem Menschen, der es mir schenkte und der wundervollen Frau auf den Bildern ist diese Serie gewidmet. Und ja, vielleicht ist es ein Anfang für eine andere Art von Serie. Ich werde es mir durch den Kopf gehen lassen und danke […]
6. Januar 2013
Nicht jedes Ende ist ein Ziel
fotograf leipzig antje kroeger

Nicht jedes Ende ist ein Ziel

Nicht jedes Ende ist ein Ziel. Das Ende der Melodie ist nicht deren Ziel.; aber trotzdem: hat die Melodie nicht ihr Ende erreicht, so hat sie auch ihr Ziel nicht erreicht. ein Gleichnis... Friedrich Nietzsche
22. April 2012
Zutrauen... Vertrauen
vertrauen

Zutrauen... Vertrauen

momentan schärfe ich meine sinne für "leiber". es wird in den kommenden monaten dazu eine ausstellung in leipzig stattfinden. bei dem ein oder anderen fototermin für dieses freie projekt entstehen fotos, die ich immer mal wieder auch hier zeigen werde. heute danke ich sophie sehr für ihr vertrauen, mir ihre weiche, sensible und nicht immer […]
31. Januar 2012