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Ich würde …

… dir so gerne sagen, wie sich dieser Monat für mich anfühlte. Wie es war, die Tage an sich vorüberrauschen zu lassen. Tage wurden zu Nächten, Nacht um Nacht zu Tag um Tag. Immer auf der Lauer, jeder Moment voll, jeder Zeigerschlag donnernd, jede Regung ein Zucken. Die Lust als Gegengeschäft auf die Realität.
Spielpartner, in einer Reihe an der Schnur aufgefädelt. Sie ähneln sich nicht. Immer kuratiert, immer jung, immer hart. An mir zieht die Zeit vorbei wie ein stummer Film. Oft bin ich heiser, manchmal bekomme ich kurz Fieber. Zwischen den Wellen der Lust bin ich sehr müde. Auf das Leben der anderen habe ich keine Lust. Es kommt mir vor wie ein billiger Ersatz für die Überfahrt, die ich gerade nehme.
Ich würde dir so gerne davon erzählen. Dass ich mich endlich wieder sexy fühle in meinem Parallelleben. Dass ich endlich wieder frei bin, so frei, dass mein Körper sich anfühlt wie ein Jungbrunnen. Dass ich Neues lerne, Altes umforme und die Grenzen immer weiter verschiebe.
Ich würde dich gerne mitnehmen auf meine Reise, in die Untiefen meines Seins, damit du auch von ihnen endlich eine Ahnung bekommst. Ich würde dir so gerne klarmachen, dass das eine nur wegen des anderen möglich ist. Und dass es sich für mich wie inszeniert anfühlt, dass sich alles in diesem Monat entlädt.
All das Drama, all die Lust, all die Veränderung, all die Sehnsucht, all die Gespräche, all die Zusammenkünfte, all die Tränen, all die Schreie, all die Worte, all die Zugeständnisse, all die Trennungen, all der Frust, all der Schmerz, all die Vermissung, all die Suche, all die Bestätigung, all der Wein, all die Zigaretten … all all all.
Ich wünsche mir, dass du erst urteilst, wenn du ein wenig davon verstehen kannst. Ich würde, wenn ich könnte, immer mehr davon haben wollen, denn das Loch in mir ist die Unendlichkeit. Und es lässt sich nicht stopfen.

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31. Juli 2025

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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