head-Welker-Sommer-fotokunst-antjekroeger

Welker Sommer

Alles leuchtet im doppelten Licht. Licht, Licht, Schatten. Von Zeit zu Zeit überragen diese Schatten ihre Figuren. Sie übersteigen die Vorstellung, dehnen sich wie schwarze Löcher aus, auf eine Größe, die für das Denken unvorstellbar ist, und legen sich selbst über das doppelte Licht. Mehr Licht, mehr Schatten. Noch mehr Licht, noch mehr Schatten. Ein Mehr des einen bedingt auch ein Mehr des anderen. Gegengewichte tarieren sich aus. Das Gesetz des Gleichgewichts gilt. Es gilt immer. Gerät das Konstrukt aus Licht und Licht und Schatten in eine Schieflage, implodiert das System.

In diesem Jahr begann der Sommer früh zu welken. Das Spiel der Lüste, voller Wechsel zwischen Licht und Licht und Schatten, endete schneller als gedacht. Die Welt außerhalb des Sommers war nämlich in eine Unwucht geraten. Doch sie begriff es nicht, war auch nicht darauf vorbereitet. Sie torkelte dahin, geriet aus den Fugen. Alle machten mit, wie selbstverständlich. Gleichschritt voran. Zwei Richtungen: links und rechts. Bitte entscheiden. Licht oder Schatten. Bitte sofort. Jetzt.

Dabei dachte ich felsenfest, der Sommerraum sei sicher. Ihm könne nichts etwas anhaben. Alle Spielenden wären resilient gegenüber dem Wahnsinn. Aber nein. Die Wahnsinnigen beteiligten sich am Wahnsinn. Schlossen sich zuerst an, aus Angst vor Ausgrenzung, aus Angst vor Verlust. Aus Angst. Wahnsinniger Angst. Die Sommerblätter welkten so schnell, dass mir die Tränen in die Augen schossen. Gerade war ich angekommen: in der Lust, im Fallen, im Auflösen, im Sterben. Da begann der Raum zu wackeln. Die Blätter welkten in Lichtgeschwindigkeit. Die Banalität des Seins, der Entscheidungen, des Lebens hatte eine ungekannte Wucht.

Welker Sommer-fotokunst-antjekroeger
Welker Sommer
Welker Sommer-fotokunst-antjekroeger
Welker Sommer
Welker Sommer-fotokunst-antjekroeger
Welker Sommer
Welker Sommer-fotokunst-antjekroeger
Welker Sommer
Welker Sommer-fotokunst-antjekroeger
Welker Sommer
Welker Sommer-fotokunst-antjekroeger
Welker Sommer
Welker Sommer-fotokunst-antjekroeger
Welker Sommer
Welker Sommer-fotokunst-antjekroeger
Welker Sommer
Welker Sommer-fotokunst-antjekroeger
Welker Sommer
Welker Sommer-fotokunst-antjekroeger
Welker Sommer
Welker Sommer-fotokunst-antjekroeger
Welker Sommer

Werbung

NÄCHSTER FOTOWORKSHOP

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

4. August 2025

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

Latest

Piroska (Zweie)
rotkäppchen wald zweig berühren weidenkorb boden, rotes cape kapuze, inszenierte märchenfotografie piroska

Piroska (Zweie)

Der Korb meines Rotkäppchens war irgendwann gefüllt mit Sorgen, bis zum Rand. Sorge. Vorsorge. Sorge vor Sorge. Versorgen, umsorgen, (selbst)fürsorgen. Wo war das niedliche, furchtlose Mädchen geblieben? Angst oder Furcht. Egal. Beides in ordentlichem Maße vorhanden. Nur die Sehnsucht war geblieben. Natürlich. Und wenn sie nicht gestorben sind… Aber so viel(e) war(en) schon gestorben. Die Großmama natürlich. Aber auch die ein oder andere Utopie. Menschen. Vorhaben. Lieben, die Leichtigkeit.
4. Oktober 2026
Piroska (Einse)
rotkäppchen haarbürste neonlicht wald, geschlossene augen, inszenierte fotografie piroska selbstfürsorge

Piroska (Einse)

Auf dem Nachttischchen aus Holz, das neben dem knarrenden Omabett stand, lag dieses wunderschöne DDR-Märchenbuch. Es war ein dicker Brocken und die Seiten waren mit einem goldenen Schnitt verziert. Als Kind dachte ich, dieses Buch wäre ein Schatz. Denn immer, nachdem Omama mir daraus vorgelesen hatte, verschwand es wieder in einer roten Box aus dicker Pappe. Dann war das wunderschöne Cover nicht mehr sichtbar, welches mich durch meine gesamte Kindheit begleitete.
4. Oktober 2026
FORM | BEZIEHUNG | INHALT (auch ein Fotoseminar)
selbstporträt inszeniert, sandkastenform als maske vor auge, grüner lidschatten, analog-digitaler remix, konzeptuelle porträtfotografie

FORM | BEZIEHUNG | INHALT (auch ein Fotoseminar)

ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
24. September 2026