Fegefeuer

Purgatorium

Wir sprachen über Frieden, Schwarze Schwäne und über das Feuer & das Wasser. Das Wasser blieb fern, alles andere spürten und erlebten wir…

In seinem Essay Le G´enie du Christianisme bemerkt Chateaubriand, das Fegefeuer übertreffe an Poesie Himmel und Hölle, denn es verkörpere eine Zukunft, das heißt eine zeitliche Dimension, die jenen fehle. Doch das Fegefeuer entfaltete nicht nur im Vergleich mit anderen christlichen Jenseitsvorstellungen eine gewissermaßen vorstellbare Zukunft, sondern eröffnete auch für das irdische, endliche Leben eine verläßliche Perspektive. Man konnte sicher sein, trotz der eigenen Unzulänglichkeit und Sündenlast eine jenseitige Fortexistenz zu erfahren. Denn zwei Gerichtssprüche umrahmten das Fegefeuer: Einmal entschied sich nach dem Tod die direkte Aufnahme in den Himmel für die wirklich Guten, die wirklich Schlechten hingegen kamen unwiderruflich direkt in die Hölle, die große Masse der Mittelmäßigen wurde jedoch zunächst im Fegefeuer von ihren läßlichen Sünden befreit − mit der tröstlichen Aussicht, beim Jüngsten Gericht im Himmel bei Gott Aufnahme zu finden. Somit handelte es sich − bei allen Qualen, denen man im Fegefeuer ausgesetzt war − um endliche Strafen, die nur insofern und so lange peinigen sollten, wie der Einzelne auf Erden gesündigt hatte.

Unsere Gesellschaft verfügt über kein Jenseits mehr von Ursula Lehmann

Fegefeuer, aktfotografie einer rothaarigen frau in einer altbauwohnung mit berliner ofen
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2 thoughts on “Purgatorium”

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15. Juni 2015

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
24. September 2026