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Tristessa

Dies ist ein Anfang. Wie dieses Buch zu mir kam, keine grosse Geschichte. Aber dem Menschen, der es mir schenkte und der wundervollen Frau auf den Bildern ist diese Serie gewidmet. Und ja, vielleicht ist es ein Anfang für eine andere Art von Serie. Ich werde es mir durch den Kopf gehen lassen und danke Herrn Kerouac für die Inspiration.

„Tristessa“ von Jack Kerouac

„Nur hat Tristessa nicht dieses geile Lächeln, ihr Gesicht mit den heruntergezogenen Mundwinkeln hat den leicht angeekelten Ausdruck von Unbekümmertheit um das, was man über seine absolute Schönheit denkt.“


Schwarzweiß Aktfotografie rauchende Frau sitzt neben altem Bett auf Holzboden in verlassenem Zimmer mit DDR-Tapete, Tristessa, Fotokunst Leipzig, Antje Kröger
Tristessa

„Nicht, daß sie eine so vollkommene Schönheit wie Ava wäre, sie hat Fehler, Schwächen, aber alle Männer und Frauen haben sie, und so vergeben die Männer den Frauen und die Frauen vergeben den Männern und gehen ihren eigenen geheiligten Weg zum Tod.“

Schwarzweiß Nahporträt nachdenkliche rauchende Frau im Seitenlicht auf Holzboden, Tristessa, Fotokunst Leipzig, Antje Kröger
Tristessa

„Tristessa liebt den Tod, sie tritt an die Ikone, rückt die Blumen zurecht und betet.“

Farbfotografie Aktfotografie rauchende Frau sitzt auf altem Bett mit dunkelroten Kniestrümpfen auf Holzboden, Tristessa, Fotokunst Leipzig, Antje Kröger
Tristessa

„Und dann richtet sich die Taube auf und schlägt mit den Flügeln – anstatt durch die scharfe Luft zu fliegen, wartet sie in ihrer goldenen Ecke der Welt, wartet sie auf die vollkommene Reinheit des Todes.“

Farbfotografie Aktfotografie rauchende Frau mit rotem Haar schaut direkt in Kamera vor grüner DDR-Tapete, Tristessa, Fotokunst Leipzig, Antje Kröger
Tristessa

„Der Taube des Glaubens die Ruhe, dem Raben die Reben zu rauben, ist meine Sache nicht – der Rabe im Grabe ist kein weißes Licht, das Welten erhellt das hinaufweist und hinunterweist durch die oberen zehn Reiche der Ewigkeit – Arme Taube, arme Augen – ihre Brust weißer Schnee, ihre Milch, ihr Regen von Erbarmen über mich, ihr steter zarter Augen.Blick auf mich gerichtet, von rosigen Höhen herab auf die Stellung im Netz, den Arcabus in den Offenen Himmeln der Welt des Geistes – Rosiger goldener Engel meiner Tage, und ich kann sie nicht berühren, würde es nicht wagen, auf einen Stuhl zu steigen und sie in ihre Ecke zu treiben, sie ihr schlaues menschliches Zähne-Grinsen grinsen zu lassen, um es in mein blutbeflecktes Herz zu drücken – ihr Blut.“

Schwarzweiß Aktfotografie rauchende Frau im Seitenprofil auf Sofa mit schwarzen Kniestrümpfen, Tristessa, Fotokunst Leipzig, Antje Kröger
Tristessa

„So kann ich mit besserem Gewissen rauchen, und ganz plötzlich weiß ich, daß wir alle von dort, wo wir uns gerade befinden, geradewegs in den Himmel steigen werden, wie goldene Phantome von Engeln in Goldriemen trampen wir, Deux ex machina, hinauf zu den Höhen, den Apokalyptischen, Eukalyptischen, Aristophaneischen und Göttlichen.“

Schwarzweiß Aktfotografie Rückenakt Frau kniet auf Bett greift nach oben vor zerrissener Tapete mit Schatten, Tristessa, Fotokunst Leipzig, Antje Kröger
Tristessa

„GEBOREN, UM ZU STERBEN, könnte ich an diese Wand, an die Wände in ganz Amerika schreiben – Taube mit den Friedensschwingen…“

Schwarzweiß Aktfotografie Frau beugt sich über Bettkante mit lockigem Haar auf altem Holzboden, Tristessa, Fotokunst Leipzig, Antje Kröger
Tristessa

„Wenn ich nur das magische Selbst des Kindes hätte, da ich noch wußte, wie es war, bevor ich geboren wurde, würde ich mir jetzt keine Gedanken um den Tod machen: wissend jetzt, daß beides derselbe leere Traum sind.“

 Schwarzweiß Aktfotografie Nahporträt Frau hält Hand vors Gesicht mit direktem Blick vor gemusterter Tapete, Tristessa, Fotokunst Leipzig, Antje Kröger
Tristessa

„Ich wünschte, ich könnte ihnen in all ihren Todesängsten die Lehre mitteilen, die ich aus Alten Zeiten habe, die diesen ganzen Schmerz vergilt mit dem sanften Lohn der vollkommenen stillen Liebe, die oben und unten , drinnen und draußen, in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in der Unbekannten Leere verharrt, wo nichts geschieht und alles nur ist, was es ist.“

Schwarzweiß Aktfotografie Weitwinkel Frau hinter Bett neben altem Sprossenfenster, zerrissene Tapete, Tristessa, Fotokunst Leipzig, Antje Kröger
Tristessa

„Ich habe Angst, aber ich bin glücklich.“

Schwarzweiß Aktfotografie Frau hält Fell vor sich am Holzbettkopfteil vor zerrissener Tapete, Tristessa, Fotokunst Leipzig, Antje Kröger
Tristessa

„Seit anfangsloser Zeit bis in die nie endende Zukunft haben Männer und Frauen geliebt, ohne es ihnen zu sagen, und die Leere ist nicht die Leere, da es nichts gibt, wovon sie leer sein könnte.“

Farbfotografie verlassener Raum mit altem Bett und Stuhl, liegender Frau im Hintergrund, zerrissene DDR-Tapete, Tristessa, Fotokunst Leipzig, Antje Kröger
Tristessa

„Oh, Goldene Ewigkeit, wo ich doch weiß, daß der Tod das Beste ist, aber: „Non, ich liebe dich, stirb nicht, verlaß mich nicht…Ich liebe dich zu sehr.““

Farbfotografie Aktfotografie Frau mit rotbraunem Haar hält Kopf auf altem Bett vor grüner Tapete, Tristessa, Fotokunst Leipzig, Antje Kröger
Tristessa

„Ach Schmerz, aber sie sitzt ja neben mir, ich schaue sie immer wieder an – Manchmal richtet sie diese rotgeäderten Augen auf mich – Es geht ihr schlecht. „

Schwarzweiß Aktfotografie Frau greift nach altem Holzbettkopfteil vor zerrissener Tapete mit angehefteten Fotos, Tristessa, Fotokunst Leipzig, Antje Kröger
Tristessa

„Oh, unser grauenvolles Schicksal als Menschen, jeder von uns wird irgendwann, in irgendeinem schrecklichen Augenblick sterben und damit alle betrüben, die uns lieben, und die Welt verpesten – und die Welt zerbrechen…“

Farbfotografie Aktfotografie Vogelperspektive Frau mit Fell auf altem Bett neben grünem Kachelofen, Tristessa, Fotokunst Leipzig, Antje Kröger
Tristessa

„Keine Frau könnte so traurig sein. Gott ist wie ein Mann.“

Schwarzweiß Aktfotografie Frau in schwarzem Kleid neben Kachelofen vor gemusterter DDR-Tapete, Tristessa, Fotokunst Leipzig, Antje Kröger
Tristessa

„Die arme Tristessa steht schwankend da und schüttet mir ihr Herz aus…“

„Einmal küßte Tristessa mich zärtlich auf die Lippen, der sanfteste Kuss der Welt, meine Lippen nur -eben-streifend – Ja, verwundert empfange ich ihn – Ich habe mich entschlossen, bei ihr zu bleiben und zu schlafen, wo sie schläft, in einem Kellerloch mit Ratten.“

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6 thoughts on “Tristessa”

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6. Januar 2013

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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Der Korb meines Rotkäppchens war irgendwann gefüllt mit Sorgen, bis zum Rand. Sorge. Vorsorge. Sorge vor Sorge. Versorgen, umsorgen, (selbst)fürsorgen. Wo war das niedliche, furchtlose Mädchen geblieben? Angst oder Furcht. Egal. Beides in ordentlichem Maße vorhanden. Nur die Sehnsucht war geblieben. Natürlich. Und wenn sie nicht gestorben sind… Aber so viel(e) war(en) schon gestorben. Die Großmama natürlich. Aber auch die ein oder andere Utopie. Menschen. Vorhaben. Lieben, die Leichtigkeit.
4. Oktober 2026
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Auf dem Nachttischchen aus Holz, das neben dem knarrenden Omabett stand, lag dieses wunderschöne DDR-Märchenbuch. Es war ein dicker Brocken und die Seiten waren mit einem goldenen Schnitt verziert. Als Kind dachte ich, dieses Buch wäre ein Schatz. Denn immer, nachdem Omama mir daraus vorgelesen hatte, verschwand es wieder in einer roten Box aus dicker Pappe. Dann war das wunderschöne Cover nicht mehr sichtbar, welches mich durch meine gesamte Kindheit begleitete.
4. Oktober 2026
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selbstporträt inszeniert, sandkastenform als maske vor auge, grüner lidschatten, analog-digitaler remix, konzeptuelle porträtfotografie

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ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
24. September 2026