luft by antje kroeger

Atem

Mein Atem

In meinen Tiefträumen
weint die Erde
Blut
Sterne lächeln
in meine Augen
Kommen Menschen
mit vielfarbnen Fragen
Geht zu Sokrates
antworte ich
Die Vergangenheit
hat mich gedichtet
ich habe
die Zukunft geerbt
Mein Atem heißt
jetzt
(aus: R.A.: Mutterland. Gedichte, 1978)

Fotoserie in einem Lostplace in Leipzig, eine nackte Frau liegt in einer Vitrine, sie hat eine Binde um den Kopf
Atem
Fotoserie in einem Lostplace in Leipzig, eine nackte Frau liegt in einer Vitrine, sie hat eine Binde um den Kopf
Atem
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Atem
n einem abgenutzten, grauen Raum aus rauem Putz steht ein großer, alter Holzschrank mit mehreren Türen und Schubladen. Eine nackte Person befindet sich zusammengedrängt im oberen Fach des Schranks. Der Körper ist stark eingeengt: Ein Bein ist angewinkelt und hinter einer verschiebbaren Glasfront sichtbar, während das andere Bein nicht vollständig zu sehen ist. Der Oberkörper ragt halb aus einer geöffneten Tür hervor. Ein weißes Tuch bedeckt teilweise den Kopf der Person, während ein Arm schlaff nach unten hängt und die Hand sich an einer Schubladenkante abstützt. Die gesamte Szenerie wirkt statisch, kühl und beklemmend, durch die Kombination aus Enge, Körperhaltung und der verlassen wirkenden Umgebung.
Atem
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One thought on “Atem”

  • Die Bilder können trotz künsterlischem Wert, sehr grausam und verstörend wirken.
    Erinnern fast an Folterung und Ähliches.
    Dennoch sind sie modern und einzigartig, das macht doch Kunst aus oder ?
    Ich finde persönlich schon gefallen daran!

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28. August 2013

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
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