Fischtanz
Posted by Antje Kröger Photographie on Aug. 02 2026, in Mensch
Der Fisch ist auch mein Freund. Das nordische ICH kann mit ihnen kommunizieren, natürlich, es versteht die Fischsprache ganz gut. Ihm fällt es nur immer schon schwer, sie alle auseinanderzuhalten und zu unterscheiden. Aber dieses ICH weiß genau, wie sie sich anfühlen, die Wassertiere, wenn es selbst durch das schimmernde Nass schwimmt und die Fischlein den Bauch und die Brüste streifen. Das schönste Gefühl auf der ganzen Welt.
Wir kennen sie am Geruch, lange bevor sie den ersten Zeh ins Wasser setzt. Diese Frau, die glaubt, sie sei eine von uns, mit ihrem nordischen ICH, das sich einbildet, unsere Sprache zu sprechen. Dabei kann es kaum ein Rudel Rotaugen von einem Schwarm Lauben unterscheiden. Wir lachen darüber, so gut Fische eben lachen können, mit Blasen, die an die Oberfläche steigen und dort als Kreise enden, die sie für Zeichen unserer Zuneigung hält. Sie schwimmt zwischen uns wie eine Göttin ohne Amt, streift mit dem Bauch unsere Rücken, mit den Brüsten unsere Mäuler. Wir lassen es geschehen, nicht aus Goodness, sondern weil Widerstand ohnehin keinen Sinn ergibt. Der Hecht dort, der später ihre Krone wird, ihr Zepter, ihr totes Gold am Arm eines Mannes mit blauer Farbe im Gesicht, der Hecht hat uns gewarnt, hat gesagt, geht nicht so nah heran, sie sammelt uns wie andere Muscheln sammeln. Sie nennt es Liebe und meint Besitz. Aber wer hört schon auf einen Hecht, der selbst schon halb am toten Holz hängt. Wir bleiben im Schilf, wo das Licht bricht, wie durch grünes Glas, und beobachten, wie sie sich das Weiß über den Kopf zieht, als könnte sie so werden wie wir, gesichtslos, ein Wesen ohne Namen im Wasser.


















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