eine gemeinsame Fotoinszenierung von: ALEXANDRA TCHERKASSOVA. MARTIN ZANOTTI. ANTJE KRÖGER Mein Leben ist Widerspruch.Leben in Widersprüchen.Das Leben sind Widersprüche.Meist bin ich warm.Wenn ich will, kann ich auch so richtig, richtig kalt. Sogar mit ziemlicher Kältest-Lust.Ich bin ein Wassertier.Ich liebe das Feuerspiel.Lachen (mit den anderen) ist Überlebens-Medizin.Das Weinen (mit mir allein) die größte Kraftquelle.Musik muss laut […]
Schwan ist Schwan. Schwan bleibt Schwan.
Ob gefiedert in Schwarz oder Weiß,
ob schmächtig oder schwer,
ob das Herz nach diesem oder jenem Ufer verlangt,
ob der Körper Narben oder Wunden trägt.
Schwan ist Schwan. Schwan bleibt Schwan.
Der Fisch ist auch mein Freund. Das nordische ICH kann mit ihnen kommunizieren, natürlich, es versteht die Fischsprache ganz gut. Ihm fällt es nur immer schon schwer, sie alle auseinanderzuhalten und zu unterscheiden. Aber dieses ICH weiß genau, wie sie sich anfühlen, die Wassertiere, wenn es selbst durch das schimmernde Nass schwimmt und die Fischlein den Bauch und die Brüste streifen. Das schönste Gefühl auf der ganzen Welt.
Alles ist vergänglich.
Sicherlich auch die Angst.
Das muss so sein.
Auch sie wird alt und älter.
Beißt zum Schluss ins Gras,
wie alle(s) andere(n) auch.
Kuh beißt ins Gras.
Soldat beißt ins Gras.
Mutter beißt ins Gras.
Schönheit beißt ins Gras.
Winter beißt ins Gras.
Demokratie beißt ins Gras.
Liebe beißt ins Gras.
Angst beißt ins Gras.
Sie hat so viele Gesichter. Diese Angst. Das neblige ist sein derzeitiger Favorit.
Im Nebel kennt er sich aus. Dort kann er verschwinden, ohne sich zu verlieren. Doch dann knackt irgendwo ein Ast, ein Ton zu laut, ein Schatten zu nah, und der Nebel schließt sich wie ein Maul.
Der Nebel lacht. Nicht laut. Nur vibrierend. Nur so, dass man es im Brustbein spürt. Die Welt hat keine Richtung, nur noch dieses Rosa, dieses würgende Rosa, das sich über ihn spannt, als müsse es sie zudecken bis zum Verschwinden.
Attacke. Attacken.
Vielleicht bin ich gar nicht mehr hier? Vielleicht bin ich längst drin, im Nebel, im Maul, im Schlund.
Letzter Monat des Jahres. 12 von 12. Ende. Sack zuschnüren. Hinein in die Fluten, die gar nicht so aufgeregt sind wie all das, was sich jetzt im Sack eingesperrt noch mehr quält. Das Wasser ist doch nicht so ganz ruhig; kleine Wellengeschwader gleiten zum Ufer. Leichtes Geschäume bewegt sich an das Ufer der kleinen Bucht. Noch in 7 & 8 von 12 war sie, diese Bucht, ihr Fenster zur Sonne, ihr Wa(h)l-Weg zum Paradies. Jetzt, in 12/12, war die Luft feucht und warm. Viel zu warm für so eine 12.
Dieser Sommer musste erst Fahrt aufnehmen. Als er jedoch seine Wohlfühl-Geschwindigkeit erreicht hatte, drehte er kräftig am Wärmerad. Badehose einpacken und ab zum See. Keine Option in Leipzig. In meinem Leben. Eigentlich. Fast ausschließlich fanden meine See-Abenteuer bisher in Mecklenburg statt. Schon in meiner Kindheit mussten die Sommer am Wasser gelebt werden, nur geschlafen wurde zu Hause im heimischen Bettchen. Von Mai bis Oktober. Oder so. Und auch später, mit den neu dazu gekommenen Kindern der Familie im Schlepptau, füllte das mecklenburgische Wasser meine Wälinen-Seele. Dieser Sommer aber wollte alles anders. Regelmäßige See-Eskapaden in Sachsen-Town. Immer in den Leipziger Westen gefahren. Immer andere Wege genommen. Immer andere Mitseeabenteurerinnen getroffen und manchen von ihnen irgendwann auch wissend wieder begegnet. Anfangs nur fotografisch, dann auch für das Herz, für den Körper, für die freien Gedanken. Ich fühlte eine neue Welt voll mit glasklarem Wasser, Kieselsteinschmerz unter den Fußsohlen, fremden Sprachfetzen. So viel Neu erlebt nach einer Fahrt mit der Tram; kein Zug, kein Flug, kein anderer Landstrich, keine andere Nation, kein anderer Kontinent. Und abends wieder im eigenen Bettchen, wie früher.
Besagte Lampe zeigt meinem Korppi den Weg auf und bringt den Raben sicher per Flügelschlag-Express nach Westen, nach Belgien, nach Gent. Ich nehme die Kutsche, die seit Jahren in der schloss-eigenen Garage zum Dahinvegetieren verurteilt ist – bis heute. „Entstaube dich schönes Gefährt“, raune ich ihr zu. Madame schüttelt sich unverzüglich und damit all den […]
Wasser hat keine eigene Farbe, es ist die Welt ringsherum, die ihm seine Farbe verleiht, die Spiegelung des Himmels, der Umgebung, Wasser ist nie einfach nur Wasser.Wasser nimmt alles auf und wirbelt um alles herum, mit dem es in Berührung kommt.Wasser ist Humus, Sand, Lehm, Plankton.Wasser färbt sich vom Boden, den es bedeckt.Wasser spiegelt die […]
Mir ist derzeit schwer ums Herz. Der Firnis vieler Menschen bröckelt und die Gefühle schwanken … Aber es nützt einfach nichts zu verzweifeln. Zweifeln jedoch sollte jeder und vor allem seine Informationen immer aus vielen Quellen schöpfen, unermüdlich weiter machen und nicht müde werden, helfen anstatt zu konsumieren, reflektieren anstatt nur wahrzunehmen, machen anstatt jammern!Ich hab […]
Heiajaheia! Heiajaheia!Wallalalalala leiajahei!Rheingold! Rheingold!Leuchtende Lust, wie lachst du so hell und hehr!Glühender Glanz entgleißet dir weihlich im Wag‘!Heiajaheia! Heiajaheia!Wache, Freund, Wache froh!Wonnige Spiele spenden wir dir:flimmert der Fluß, flammet die Flut,umfließen wir tauchend, tanzend und singendim seligem Bade dein Bett!Rheingold! Rheingold!Heiajaheia! Wallalalalala leiajahei!Richard Wagner, DAS RHEINGOLD Im Sommer erzählte ich bereits von den Naturwesen (Weia! […]
Heiajaheia! Heiajaheia!Wallalallalala leiajahei!Rheingold! Rheingold!Leuchtende Lust, wie lachst du so hell und hehr!Glühender Glanz entgleisset dir weihlich im Wag!Heiajahei, Heiajaheia!Wache, Freund, wache froh!Wonnige Spiele spenden wir dir:flimmert der Fluss, flammet die Flut,umfliessen wir tauchend, tanzend und singend,im seligen Bade dein Bett.Rheingold! Rheingold!Heiajaheia! Wallalaleia heiajahei! Richard Wagner, Rheingold Sie sind nicht die Rheinschwestern, sie sind nicht die […]
Die Tage am See – eine Ode an die Heimat & die Familie
Ich war wieder Kind, für ein paar Tage. Schuld war das Wetter, meine Heimat und meine Familie und ich danke allen dafür. Untergluckern, im Wasser-Ball-Spielen, um die Wette schwimmen, tauchen und frieren, sobald man das Wasser verlässt. Das letzte Mal hatte ich solche Wasser-Sommer-Leichtigkeits-freuden irgendwann als Kind oder Jugendliche. Ich bin eine Wasserratte, andere in […]
Lange lagen diese Bilder herum und ich wusste nichts mit ihnen anzufangen. Bis ich entdeckte, dass sie zusammengeführt werden können. Als Idee und Geschichte* „Der Körper ist der größte Schwätzer“, sagt Samy Molcho. „Er schweigt nie.“ Und mehr noch in seiner poetischen Verwendung, in seinem poetischen Vorkommen wird der Körper wirklich beredt. Er beginnt zu […]
Eigentlich sah ich das alles bunt, wir sahen es bunt, das Wasser leuchtete so blau, ihre Arme auch. Und dann kam es doch anders. Nur aus einem Gefühl heraus. Weg mit der Farbe, dem Licht und dem Leuchten, nicht aus schweren Gedanken heraus. Nein, die Formen setzen sich durch, der Inhalt, nachdem die verführerische bunte Hülle […]
ebene wege mochte ich auch als kind nicht, habe nie verstanden, wofür ein lehrer verspricht, verfolgte immer das übersehene. durch regen und schlamm spürte ich die erdtiefe. ebene wege waren gehbar, aber ich lief hinter unmöglichen dingen her, ebene wege waren verfolgbar, doch meine spuren sollten sich im weltall verlieren. ebene wege mochte ich auch […]
Freischwimmer (Sylvia Amstadt) Hinter meinem Rückenschwimmt jetzt die Verzweiflungin kleingerissenen Stückenich lass sie frei in meiner Freiheitund so taucht sie friedlichzurück ins Meer der Weisheit. Ich will jetzt einfach keineKrokodilstränen mehr sehen,hab auch die Schnauze vollvon diesen rotzfrechen Riesengarnelenund diesen gierigen Haifischen,die sich täglich in zu kleinen Teichenversuchen das Leben zu nehmen? Dafür sehne ich […]
Auf der ganzen Weltgibt es nichts Weicheres und Schwächeres als das Wasser.Und doch in der Art, wie es dem Harten zusetzt,kommt nichts ihm gleich.Es kann durch nichts verändert werden.Daß Schwaches das Starke besiegtund Weiches das Harte besiegt,weiß jedermann auf Erden,aber niemand vermag danach zu handeln. (Laotse: Tao te king)
Wenn das Destruktive ein böses Gesicht hätte, es wäre nicht verlockend, wenn es mit Ankündigungen kommen würde, wir wären gerüstet. Aber so geht das Destruktive nicht vor. Es tarnt sich, es schleicht sich an, es arbeitet mit dem Unverhofften und es täuscht. Und deshalb ist die einzige Methode, ihm zu begegnen, es anzuschauen. Elia
Ein neuer Raum hat sich für mich geöffnet. Ich, selbst Element Wasser, bin immer auf der Suche nach neuen Konzepten und/oder Räumen, die eine Menge fotografischer und persönlicher Auseinandersetzung versprechen. Der eng begrenzte Raum, gefüllt mit Flüssigkeiten oder in Zukunft anderen organischen Materialien. Die Menschen, die sich einlassen, an ihre Grenzen gehen, versuchen, ihre Körperlichkeit […]
was siehst du im spiegel? die wahrheit, das gegenteil, eine vermutung?wann bist du frei, wann bist du gefangen?bist du es selbst, der sich in die enge begibt?lebst du?