Gestalten. Die eine hat den Pelz um sich gelegt wie eine zweite Haut, dunkles Haar fällt darüber, das Gesicht halb verschluckt vom Korn des Papiers. Die andere trägt Strohhut und Hosenträger in Streifen. Hockt, wartet, beobachtet mit einem Blick, der älter wirkt als gelebt. Großformatkamera, Mentorin, Papiernegative. Jedes Bild ein Universum, mit Rand in Rissen, mit Maserung wie Äderchen unter dünner Haut. Wir sprechen über die Kunst. Wir philosophieren über das Aushalten. Wir sinnieren über die Wunden. Unsre Wunden, die Wunden der anderen, die Wunden, denen die Jahrhunderte nichts antun konnten, denn sie überlebten und überlebten, verblassen nur langsam. Des Wolfes Fell zerreißt nur langsam. Die Löcher versteckbar. Irgendwann aber liegt die Haut bloß, ungeschützt vor dem Blick des anderen, vor dem eigenen. Die Wolfsstunde fragt danach, wer zuerst den Blick senkt. Wer zuerst das Fell fallen lässt.








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