Trautheit Aktfotografie Antje Kroeger

Trautheit

Kaum konnte er stehen, wollte er auch schon laufen. Weil es ihm nicht schnell genug ging, wenn er Schritt vor Schritt tat, hob er den einen Fuß an, ehe er den anderen abgesetzt hatte, und fiel hin. Er stand auf, machte einen Schritt und noch einen, fand sich wieder zu langsam, brach wieder mit dem einen Fuß auf, ehe er mit dem anderen angekommen war, und fiel wieder hin. Aufstehen, hinfallen, aufstehen – er machte ungeduldig und unverdrossen weiter. Er will nicht gehen, er will rennen, dachte seine Mutter, die ihm zusah, und schüttelte den Kopf.

Als er gelernt hatte, dass der eine Fuß den Boden erst verlassen darf, wenn der andere ihn erreicht hat, mochte er gleichwohl nicht gehen. Er trippelte mit flinken kleinen Tritten, und wenn die Eltern ihm das Geschirr anlegten und ihn an der Leine führten, wie es damals gerade Mode wurde, waren sie belustigt, weil der kleine Knabe auf dem Spaziergang zuckelte wie ein kleines Pony. Zugleich waren sie ein bisschen betreten; die anderen Kinder liefen besser im Geschirr.
Mit drei Jahren rannte er.
Bernhard Schlink, Olga

Trautheit Aktfotografie Antje Kroeger
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23. Februar 2018

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
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