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Als sie damals zum ersten Mal ins Tiefland hinabstieg, wusste sie gar nichts von der Macht, die die Tiefe auf alles in der Zukunft Liegende haben würde. Als sie sich damals, von Rodin inspiriert, in Alighieris Hölle umschaute, ahnte sie noch nicht mal ansatzweise, dass die Angst in der ordinären Welt so viel lähmender und schmerzhafter sein konnte. Als sie wieder und wieder in den Raum des Rausches eintrat, erfuhr sie, wie heilend Abgründe und Fatalismus für den Körper, das Denken, das Aushalten des Angebunden-Seins waren.
Begehrenswertes Lost. Liebes Lost. Heilendes Lost. Kein Erstarren, kein Käfig, keine Wunden. Fluides Lost. Sicherheit durch die Unsicherheit. Schönheit durch den Mut des Fallens.
Lost in Lust. Der Atem am Anschlag.
Lost in Einsamkeit. Lost in Begegnung. Lost im Selbst.
Aufgeregter Atem.
Lost in Zeit. Sie zieht vorbei.
Lost in Trauer. Sehnsucht nach naiver Jugend.
Lost in rückwärts. Vorwärts. LOS (t).
Lost in schwülen Nächten. Lost in neuen Kräften. Lost in Sinn.
Als sie damals zum ersten Mal ins Tiefland abstieg, da, wo die Scheren stumpf waren, um Bänder zu zerschneiden, wusste sie noch nicht, dass dies ihr Zuhause war, sie ahnte es nur.

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10. Juli 2025

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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Der Korb meines Rotkäppchens war irgendwann gefüllt mit Sorgen, bis zum Rand. Sorge. Vorsorge. Sorge vor Sorge. Versorgen, umsorgen, (selbst)fürsorgen. Wo war das niedliche, furchtlose Mädchen geblieben? Angst oder Furcht. Egal. Beides in ordentlichem Maße vorhanden. Nur die Sehnsucht war geblieben. Natürlich. Und wenn sie nicht gestorben sind… Aber so viel(e) war(en) schon gestorben. Die Großmama natürlich. Aber auch die ein oder andere Utopie. Menschen. Vorhaben. Lieben, die Leichtigkeit.
4. Oktober 2026
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Auf dem Nachttischchen aus Holz, das neben dem knarrenden Omabett stand, lag dieses wunderschöne DDR-Märchenbuch. Es war ein dicker Brocken und die Seiten waren mit einem goldenen Schnitt verziert. Als Kind dachte ich, dieses Buch wäre ein Schatz. Denn immer, nachdem Omama mir daraus vorgelesen hatte, verschwand es wieder in einer roten Box aus dicker Pappe. Dann war das wunderschöne Cover nicht mehr sichtbar, welches mich durch meine gesamte Kindheit begleitete.
4. Oktober 2026
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selbstporträt inszeniert, sandkastenform als maske vor auge, grüner lidschatten, analog-digitaler remix, konzeptuelle porträtfotografie

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ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
24. September 2026