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IDEAL (flüchtig . vergänglich . endlich .) – die Fortsetzung

Idee, Inszenierung, Auswahl, Retusche: Antje Kröger / Fotografiert von Jörg Wenzel

IDEAL (flüchtig . vergänglich . endlich .) (ersten Teil anschauen)

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IDEAL (flüchtig . vergänglich . endlich .) – die Fortsetzung

Wirbel an der Wand – wie aufgewühlte Gedanken – abgewetzter Boden – im Halbdunkel eines rauen Raumes – der rote Faden zieht sich um das Bein – wie eine offene Frage – blauer Kachelblock – übersät mit zersplitterten Spiegeln – Bruchstücke – die alte Schreibmaschine hat ihre Worte verloren – Enge und Schmerz und das Ringen um Ausdruck – Rückzug – Neuwerdung oder der Versuch, in einen anderen Zustand überzutreten – zwischen Schutz und Ausgeliefertsein – zwischen Innen und Außen – zwischen Vergangenheit und Zukunft – Geborgenheit und Heimat – suchend – zurück in den Schoß der Wärme – wollend – Spuren von Leidenschaft und Schmerz und leiser Wut – ein Leib – kraftvoll und verletzlich – nicht mehr jung – noch nicht alt – Müdigkeit – unvollständige Geschichten – stiller Stolz – gegen das Unsichtbarmachen und das Wegducken und das Sich-Kleinmachen – kraftvoll – fast trotzig – Empfindsamkeit bis unter dir Haut – das Fleisch erzählt Geschichten von Leben und Kampf und Hunger und Zartheit und Widerstandskraft – Mahnung – archaisch – Abwehr und Einladung – zwischen Ich und Welt – heiliger Raum – Feuer und Blut und Ursprung und Ende

Sie hält aus, was andere nicht aushalten. Ihre Erscheinung ist Manifestation von Sensibilität und Kraft, von Offenheit und Wehrhaftigkeit zugleich. Sie ist Schwelle und Wächterin, eine, die den Schmerz kennt und dennoch bleibt, die sich zeigt, auch wenn das Risiko der Berührbarkeit groß ist. Ihre Haut ist nicht nur Hülle, sondern Membran – durchlässig für das Echo der Welt. In der Anspannung ihrer Muskeln liegt das Wissen um die eigene Zerbrechlichkeit – und das unbedingte Ja zum Dasein.

Manchmal ist sie so müde. Oft ist sie so einsam. Sie muss sich verstecken, um atmen zu können, in ihrem Tempo, in ihrem Rhythmus. Sie vermisst die Sonntagsworte, die Mutterliebe, die Vaterpräsenz. Sie möchte zurück, ohne zu wissen, wohin. Sie will vorwärts, ohne zu ahnen, ob es diese Zukunft überhaupt geben wird. Oft kann sie kaum aushalten, zu sein, wo sie jetzt ist. Weil so viel fehlt. Weil so viel auf dem Weg verloren ging. Weil so viele sich abgewandt haben.

Und doch steht sie da, ein Monument. Als er ihr damals diesen Button an die Jeansjacke steckte, wussten beide nicht, was ihnen geschehen – und wie viel Kraft und Stärke in diesem kleinen Geschenk stecken würde. Ein Monument braucht mächtige Kräfte, um zu Fall gebracht zu werden. Diese haben es bisher nicht geschafft. Noch steht es da. Pracht – VOLL


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27. April 2025

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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