dicker clown-schwarz-weiße Fotokunst-Leipzig

Pagliaccia Ribelle – Hunger nach Welt

S CHATTEN: Bekannte Tiere An der Wand ihrer Geschichte Die Jahre Kerben im Fleisch GESTERN Ein ausgebrannter Zirkuswagen Sie streichelt ihre Konturen ohne Angst Der Körper eine Frage ohne Antwort noch

S tahl: Hoffnung ZWISCHEN TOD UND LEBEN Ein Pflänzchen dünn wie Kinderfinger SPROSSEND Sie trägt den Helm wie eine neue Haut Die alte Liebe ein verblichenes Kostüm Beides hängt sie auf Zeit zum Trocknen

S ÜDEN: lockt mit heißen Steinen ITALIEN EINE VERSUCHUNG Orangen fallen in ihren Schoß Während im Osten Schnee schmilzt Auf der Zunge Die Kraft ein scheues Tier Sie lockt es täglich zwischen fremden Städten

S EE: Wasserhaut durchsichtig wie Zeit Sie taucht ihre Tupfenpunkte unter Der Körper eine Landkarte für neue Hände WILL GELESEN WERDEN Die Asche kommt sicher Aber das LEBEN muss überleben

S ANDUHR: Eine Artistin auf schwankendem Seil Das Lachen lernt sie wieder An Straßenecken Im Regen Auf Märkten zwischen fremdem Obst NEUE WITZE BRAUCHT DAS LEBEN Die Muskeln eine andere Sprache jetzt


Das Pflänzchen wächst Die Clownin auch Beide gegen die Zeit Fragen fallen wie reife Früchte Sie fängt sie auf GEGEN DIE ASCHE GEGEN DAS VERGESSEN Helm zu Blumentopf zu Zukunft

Der Zirkus: Überall Die Welt: Eine einzige Manege Sie: Noch immer Clownin Aber anders jetzt ECHTER Die Kraft kommt aus der Erde Aus dem Lachen Das sie neu erfand Aus der Angst Die sie umarmt

Die Taten warten Wie hungrige Tiere ABER: Sie hat den Helm Sie hat das LEBEN Sie hat die Zeit Die ihr noch bleibt Und das ist: Ein Buch Mit leeren Seiten Wartend auf neue Geschichten


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Pagliaccia Ribelle – Hunger nach Welt
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30. Dezember 2024

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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Im Fragment
Analoges Porträt mit halb grünem, halb rötlichem Farbverlauf, wacher Blick, weißes Kleidungsstück am Hals, konzeptuelle Fotografie über Licht und Fragmentierung

Im Fragment

Zeit vergeht. Läuft. Keine Rücksicht. Das Ende rückt näher. Ticktack, zappzerapp. Der Anfang längst vergessen. Das Außen gerät durcheinander, nicht zum ersten Mal, und ordnet sich wieder, nicht zum ersten Mal. Schwäche wird abgelöst durch Stärke, und andersherum. Ein Kreis, ein ewiger Kreis. Erschöpfung trifft auf Leichtigkeit und Spieltrieb.
13. September 2026
Wolfsstunde
Nackter Oberkörper mit Kettenschmuck, Pelzstück über die Schulter geworfen, gestreifte Bänder am Bund, analoges Papiernegativ, Großformatkamera, konzeptuelle Körperfotografie, Fotoserie Wolfsstunde

Wolfsstunde

Gestalten. Die eine hat den Pelz um sich gelegt wie eine zweite Haut, dunkles Haar fällt darüber, das Gesicht halb verschluckt vom Korn des Papiers. Die andere trägt Strohhut und Hosenträger in Streifen. Hockt, wartet, beobachtet mit einem Blick, der älter wirkt als gelebt. Großformatkamera, Mentorin, Papiernegative. Jedes Bild ein Universum, mit Rand in Rissen, […]
1. September 2026
Auf den Punkt gekommen
Bewegungsunscharfe Aufnahme einer dicken Frau im Ausfallschritt, gepunkteter Rock, glitzernder Hintergrund, analoge Großformatfotografie, clowneske Dynamik

Auf den Punkt gekommen

Tupfen über Tupfen, schwarz und weiß. Wirklich? Oder sehen wir sie nur schwarz und weiß? Illusion! Gold glitzert im Hintergrund (Woher wissen wir denn das? Es könnte doch auch Silber sein!) Der Raum gleicht einer Zirkuskulisse, die ihr Unterhaltungsversprechen längst gebrochen hat. Die kleinen und großen Punkte. Dots. Das Muster des Clowns, komisch und traurig zugleich, ein Kostüm. Der Körper dick, unverstellt, geöffnet. Kein Grund zur Scham, nur Fleisch
26. August 2026
Rausch-Tod-Imagination
Dicke Frau berührt sanft die roten Haare einer Frau mit verbundenen Augen, Nahaufnahme der Hände im Haar, dunkler strukturierter Hintergrund, konzeptuelle Imagination-Fotoserie

Rausch-Tod-Imagination

rausch als erster taumel. der moment, in dem die grenzen der haut nicht mehr halten, in dem farbe zu blut wird, blut zu farbe, in dem zwei gesichter sich übereinanderlegen, keines mehr das eigene. lametta wie ein vorhang zwischen wachsein und traum, traum und wachsein. gold, das schneidet, licht, das lügt. der körper bemalt, beschriftet, überschrieben. rote linien, die adern nachzeichnen oder sie erfinden. was zuerst nur schatten war, geworfenes licht, wird mit rotem lippenstift nachgezogen, festgehalten, behauptet, der schatten zur wunde gemacht, die vorlage zur handlung. rausch als erster schritt in die auflösung. der mensch selbst verschwimmt darin, er ist nicht einer, der den rausch erlebt, er ist der rausch, sein gesicht löst sich auf, bevor die kamera es fassen kann, seine konturen zerlaufen wie farbe im wasser. bevor der tod kommt, bevor die imagination übernimmt.
26. August 2026
Zauberei
nahporträt tänzerin mit kurzhaarschnitt, kopf geneigt, intimes analoges schwarzweißporträt, fotoserie zauberei

Zauberei

Zauberei. Das Wort klang so viel schöner als das englische: Its magic. Sie wiederholte es ein paar Mal. Sauberrei. Sauberrei. Mit ihrem herrlichen argentinischen Akzent. Sauberrei. Aus dem harten Z wurde ein weiches S, aus dem Rachen-R ein rollendes. Ich verschwand wieder unter dem glitzernden Stoff hinter meiner Großformatkamera, Zauberei. Eine Begegnung wie ein Zufall, der keiner war.
25. August 2026