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Schatten-Schnee-ling

Winter liegt trüb über der Stadt, ein Mantel aus Schnee, der die Dächer bedeckt und die Gassen in Blässe hüllt. Die Fenster der alten Häuser stehen schief in ihren Rahmen, die Scheiben gefroren. Draußen, jenseits der Glasscheiben, recken sich die Dächer gen Himmel, die Simse beugen sich unter der weißen Last. Der Putz bröckelt von den Wänden, der Wind pfeift durch die Ritzen. Die Fenster gleichen toten Augen, leere Blicke in einer Welt aus erstarrtem Frost. Die Stadt friert. Die Stadt hat Sorgen. Sie atmet aus. Sie stöhnt. Sie lächelt gequält. Der Wind kommt von Ost. Bringt nichts. Nimmt nichts.

Sie flattert umher. Nirgendwo ein Hauch Wärme auszumachen. Jede Ecke kalt. Jede Ecke schief. Jede Ecke anziehend. Doch zum Verweilen ist nicht die richtige Zeit. Die kalte Kargheit setzt sich auf ihren Körper. Sie weiß um die Veränderung. Sie ist besonnen und kraftvoll. Sie ist immer noch voller Tränen, aber diese bleiben ungeweint. Sie ist nüchtern und klar. Sie verscheucht die ängstlichen Gedanken, liebt dafür die Einsamkeit und das Versteckspielen mit der Welt. Sie ist gerade und nicht krumm. Sie erlebt ihre Lust. Sie kann das Licht immer sehen und doch sind es die Schatten, die sie vorantreiben …

Aktfotografie im Schnee
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15. Februar 2025

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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Der Korb meines Rotkäppchens war irgendwann gefüllt mit Sorgen, bis zum Rand. Sorge. Vorsorge. Sorge vor Sorge. Versorgen, umsorgen, (selbst)fürsorgen. Wo war das niedliche, furchtlose Mädchen geblieben? Angst oder Furcht. Egal. Beides in ordentlichem Maße vorhanden. Nur die Sehnsucht war geblieben. Natürlich. Und wenn sie nicht gestorben sind… Aber so viel(e) war(en) schon gestorben. Die Großmama natürlich. Aber auch die ein oder andere Utopie. Menschen. Vorhaben. Lieben, die Leichtigkeit.
4. Oktober 2026
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4. Oktober 2026
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selbstporträt inszeniert, sandkastenform als maske vor auge, grüner lidschatten, analog-digitaler remix, konzeptuelle porträtfotografie

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ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
24. September 2026