FOTOWORKSHOP: PORTRAIT – DU BIST SCHÖN!

Triumph des Lichts

Johann Wolfgang von Goethe: »Schönheit kann nie über sich selbst deutlich werden.«

André Breton sagte einst, Schönheit soll erschütternd oder gar nicht sein!

»Schönheit ist Schrecken. Wir wollen verschlungen werden von ihr […]« – Donna Tartt, Die geheime Geschichte“


Sie erschrickt (ziemlich) oft.
Weil sie sich alleine wähnt (in ihrer Welt).
Weil die Musik oder die Worte aus den Kopfhörern (oder eine Kamera) wichtiger sind als das Auto, die Tram, der Zug.
Weil ein unangenehmer Ruf anklingelt.
Weil sie dieses Gefühl immer wieder übermannt.
Weil ihr moralischer Kompass ganz plötzlich zu Staub zerfällt.
Weil sie immer wieder nach der kleinen Irritation Ausschau hält (die sie aber irritiert).
Weil sie der Abgrund mit Abgrund konfrontiert.
Weil die Menschen sich hässlich fühlen.
Weil die Menschen so hässlich sind.
Weil die Menschen hassen.
Weil er ihr immer noch so nah ist (und sich das richtig anfühlt).
Weil sie manche Grobheit sexy findet.
Weil sie wie ein ängstliches Kind manche Fragen nicht stellen kann.
Weil sie hart weich vorzieht.
Weil Kälte der sicherere Raum ist.
Weil das Licht verbrennt.
Weil das Licht zerstört.
Weil das Licht blendet.
Weil der Zufall ihr zufällt.
Weil ein Windstoß die Puzzleteile zerstreut.
Weil der Boden unter ihr bricht.
Weil sie auf ihren Wänden immer wieder neue Gesichter entdeckt.
Weil sie mit allen Dingen spricht (manchmal lieber als mit Menschen).
Weil der Schatten auch noch Schatten hat.

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18. April 2025

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
24. September 2026