Analoges Selbstporträt auf Fotopapier, Langzeitbelichtung, Gesicht seitlich durch transparentes Material verfremdet, Haare ausgebreitet, Kamera Mentor, Serie Scheinbarkeit, Antje Kröger

Scheinbarkeit


… er blieb der Gott der Winkel, der Gott aller dunklen Ecken und Stellen, aller ungesunden Quartiere der ganzen Welt!… Sein Weltreich ist nach wie vor ein Unterwelts-Reich, ein Hospital, ein souterrain-Reich, ein Ghetto-Reich…

Nietzsche, Friedrich: Der Antichrist. Fluch auf das Christentum


Die Wangen überströmen Glitzertränen. Ihr Fluss reißt nicht ab. Die Haut spannt, kribbelt merkwürdig. Die Haare gebändigt bis sie sich nicht mehr zusammenhalten lassen. Der Körper wankt in kreisrunden Bewegungen. Der Geist schärfer als bisher. Die Freude aus den Gliedern geflossen. die Lust in die Glieder gekrochen. Den Gleichschritt verlernt. Das Funktionieren abgeschafft. Die Moral der Zeit in einer Schublade abgelegt, den Schlüssel im Ofen gebacken. Nietzsche auf den Ohren, beruhigt, dass ihn der Weise aus Königsberg (für all die Unwissenden: Kant) genauso langweilt. Sowieso. Das Leid als Lebensmaxime. Tausend Mal nährender als der kategorische Imperativ. Und was bringt dein GUTSEIN? Gut bedingt Böse. Immer. Über die Dualität schon oft ausgelassen. Bis es aus den Ohren quillt. Bis es der in der letzten Reihe verstanden hat. Der Wille will nicht mehr. Die Stäbe des Käfigs aufgeweicht. Alle Gefangenen flüchten. Suchen einen Platz. Irren umher. Das Irren als die neue Lust am Leben. Wohin irrt es sich am nachhaltigsten? 

Analoges Portrait auf Fotopapier, Frau mit Hasenmaske und Dildo im Mund, Bokeh-Hintergrund, inszenierte Analogfotografie, Kamera Mentor, Serie Scheinbarkeit, Antje Kröger
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Analoges Selbstporträt auf Fotopapier, Gummibänder über Gesicht gespannt, Wachs an Mund und Wangen, nackter Oberkörper, Kamera Mentor, Serie Scheinbarkeit, Antje Kröger
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Analoges Selbstporträt auf Fotopapier, Gummibänder mit Spitzenbesatz über Gesicht, nackter Oberkörper, Überbelichtung oben, Kamera Mentor, Serie Scheinbarkeit, Antje Kröger
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Analoges Selbstporträt auf Fotopapier, transparente Folie mit Klebestreifen über Gesicht, Riss im Material, direkter Blick, Langzeitbelichtung, Kamera Mentor, Serie Scheinbarkeit, Antje Kröger
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Analoges Portrait auf Fotopapier, Frau trägt bemalte Maske mit Jugendstil-Frauenmotiv, inszenierte Analogfotografie, Kamera Mentor, Serie Scheinbarkeit, Antje Kröger
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Analoges Selbstporträt auf Fotopapier, Gummibänder quer über Gesicht gespannt, nackter Oberkörper, Langzeitbelichtung, Kamera Mentor, Serie Scheinbarkeit, Antje Kröger
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Analoges Selbstporträt auf Fotopapier, liegend, Hände an Schläfen gepresst, Gummibänder über Gesicht, starke Bewegungsunschärfe durch Langzeitbelichtung, Kamera Mentor, Serie Scheinbarkeit, Antje Kröger
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Analoges Selbstporträt auf Fotopapier, Klebestreifen kreuzförmig über Augen geklebt, Langzeitbelichtung, Bewegungsunschärfe, Kamera Mentor, Serie Scheinbarkeit, Antje Kröger
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Analoges Selbstporträt auf Fotopapier, Langzeitbelichtung, Gesicht seitlich durch transparentes Material verfremdet, Haare ausgebreitet, Kamera Mentor, Serie Scheinbarkeit, Antje Kröger
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Analoges Portrait auf Fotopapier, frontale Hasenmaske mit Dildo im Mund, Glitzer-Bokeh-Hintergrund, Spitzenkleid, inszenierte Analogfotografie, Kamera Mentor, Serie Scheinbarkeit, Antje Kröger
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9. Juli 2026

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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4. Oktober 2026
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selbstporträt inszeniert, sandkastenform als maske vor auge, grüner lidschatten, analog-digitaler remix, konzeptuelle porträtfotografie

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ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
24. September 2026