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Selbstporträt

Stanze
extreme nahaufnahme gesicht mit nägeln im mund, bemalte haut mit gitterlinien, expressives selbstporträt stanze-serie

Stanze

Genäht dort, wo etwas heraus gestanzt wurde. Blutunterlaufen. Kreise bildend. Die großen Schrauben halten den Körper weiterhin zusammen. Da, wo das Licht hineindringt, kann der Schmerz nicht zu groß sein. Haut ist Grenze. Blut ist Sprache. Weich gegen hart. Metall gegen Haut. Scherben als Ganzes, der Unterschied als Leichtigkeit. Eine andere Naht versperrt den Mund, die Sprache, die Meinung, die Worte, die Menschlichkeit, die Moralnadel des Kompass.
14. August 2026
Vogelfrei (II)
Rückenansicht mit blondem Haar über rotem Nagelbrett, Faust auf beschädigtem Holz, Canon 6D, abstrakte Bondage-Inszenierung Vogelfrei

Vogelfrei (II)

Form follows function. F wie F reiheit. F wie f uck, ich hänge fest. In diesen F esseln. F wie F unktionsstörung. F wie F assung bewahren. F wie weiterhin F ragen stellen. F wie f inde den F ehler. F wie F alle. Sie ist ein Nagelbrett. F wie F lucht. Fluchtfahrzeug verbrannt. F wie F allhöhe. Du kannst das überleben!
27. Juli 2026
Scheinbarkeit
Analoges Selbstporträt auf Fotopapier, Langzeitbelichtung, Gesicht seitlich durch transparentes Material verfremdet, Haare ausgebreitet, Kamera Mentor, Serie Scheinbarkeit, Antje Kröger

Scheinbarkeit

Die Wangen überströmen Glitzertränen. Ihr Fluss reißt nicht ab. Die Haut spannt, kribbelt merkwürdig. Die Haare gebändigt bis sie sich nicht mehr zusammenhalten lassen. Der Körper wankt in kreisrunden Bewegungen. Der Geist schärfer als bisher. Die Freude aus den Gliedern geflossen. die Lust in die Glieder gekrochen. Den Gleichschritt verlernt. Das Funktionieren abgeschafft. Die Moral der Zeit in einer Schublade abgelegt, den Schlüssel im Ofen gebacken.
9. Juli 2026
Eine kleine Traurigkeit
Analoges Selbstporträt Scala 200 Diafilm, frontales Portrait sitzender Frau mit starrem Blick, Rechenschieber vor dem Körper gehalten, schwarze Armstulpen, weiße Unterwäsche, Mamiya 645

Eine kleine Traurigkeit

gezählt. die Tage. unsere Tage. 1…2…6…199…203…3004…18154… Tag für Tag. die Zeit schreitet voran. majestätisch. weiter und weiter. kein Unterlass. keine Unterbrechung. keine Umkehr. abgezählt. nachgezählt. Zahlen. nur Zahlen. der Abakus aus Tiflis rechnet mit. plus. plus. plus. irgendwann ein Ende. keine Perlen mehr auf der Schnur. keine Tage mehr übrig. Kerze aus. Licht aus. Schlaf. ich liebe den Schlaf. die Träume, die mich besuchen. die schweren Lider, die sich langsam gen Licht räkeln. ein Schlaf ohne Aufwachen? really?
25. Juni 2026
... und du glaubst nicht an Wunder
Fotokunst Körper am Boden Discokugel Blütenblätter Stuhl Performance Chaos Körperkunst

... und du glaubst nicht an Wunder

Eine wunderweise Melodie schlängelt sich durch das Universum, das sie einnimmt: ein magisches Universum aus den köstlichen Gängen der Elemente. Das Feuer, das ihr am nächsten ist, das Wasser, in dem sie ruht, wenn der Körper schmerzt oder das Innere bebt, die Luft, die sie tief einatmet, dabei bläst sie ihre Lungen auf und schöpft Kraft. Die liebe Erde krümelt unter ihren Fingern, so schön, so leicht, und rückt näher, wenn das Feuer zu stark facht und ihr die Nerven raubt. Die wundersamen Vier verbinden sich mit dem Triumvirat der Farben: RoT-wEiß-sChWaRz.
8. Juni 2026
Schlafes Schwester
Selbstporträt Schlafwandeln, Fomapan Ortho 400 gepusht, analoge Fotokunst

Schlafes Schwester

Linda und Dzevad Karahasan inspirierten mich zu dieser Serie. Und ich mich selbst. Weil ich „Schlaf" auf meinen Zettel mit den zehn Worten geschrieben hatte – als zehntes und damit letztes Wort. Aber eines nach dem anderen.
20. Februar 2026
Die Verachtung
Schwarz-weiß Selbstporträt Doppelbelichtung mit wilden Locken, digital-analog Remix

Die Verachtung

Achtung Stillgestanden! Hier komm* ich: Die Verachtung. Sie verachtet sie. Sie verachtet ihn. Er verachtet sie. Ihn nicht so sehr, meist. Sie verachtet es. So wie er auch. Sie verachten sie. Alle gegenseitig.
8. Februar 2026
Lost in Sehnsucht
Lost in Sehnsucht

Lost in Sehnsucht

Sie sitzt in der prallen Mittagssonne des auslaufenden Julis – auf dem Balkon des Kulturpalastes. 2024. Die Sonnenbrille fest auf der Nase. Hinter ihr das in Pastellfarben gehaltene, für politische Agitation zuständig gewesene und nun nur noch hübsch aussehende, sozialistische Wandbild mit Friedenstaube, Kosmonauten im All, DDR-Vorzeigefamilie und Wissenschaftlerinnen. Unter ihr plätschern die Wasserspiele der […]
1. August 2024
Brojleri

Brojleri

Ich blute. Kopfüber aufgehängt an einem starken Faden aus imperialistischer Baumwolle um mein schmales Füßlein tropft mein roter Lebenssaft aus mir heraus. Tropf, tropf. Mein Elixier riecht warm. Es verdickt sich von Moment zu Moment. Troopf, troopf. Mein Köpfchen liegt in einem roten Eimerchen ein paar Holz-Türchen weiter. Vor einer halben Stunde noch standen wir ziemlich lebendig zu viert auf unserem Quadratmeter im losen Verschlag herum, "erfreuten" uns unserer Leben. In meinem Todesmoment aber fühlte ich mich so allein, obwohl ich wusste, dass den anderen dreien gleich die gleiche Prozedur ereilen würde.
15. Juli 2024