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Zeitstaub & Lichthaut

Idee, Inszenierung, Auswahl, Retusche: Antje Kröger / Fotografiert von Jörg Wenzel

Der Staub in unseren Lungen lässt uns sicherlich ein paar Jahre weniger leben, flüstert er, ganz in Gedanken. Vielleicht. Vielleicht ist unser Leben auch schon morgen vorbei oder übermorgen, oder war es das gestern oder vorgestern schon? Was zeigt die Uhr an? Warum bewegen sich die Zeiger in Schleifen? Warum wiederholen sich die Bewegungen immer wieder? Schritt für Schritt. Atemzug um Atemzug. Sturz um Fall. Wann beginnt etwas, wann ist es zu Ende? Darf der Anfang sich aufbäumen gegen das Ende? Muss das Ende den Anfang kennen? Welche Form hat der Weg zwischen einem Anfang und einem Ende? Gibt es nach einem Ende auch wieder einen Anfang? Ist deine Lieblingsform die Schleife?

Der Staub vernebelt ihr Denken. Immer dachte sie, es wäre der große Lärm, der sie kirre zurücklassen würde. Oh no. Es ist der feine Staub, der in jede Pore kriecht, der alles mit einem feinen Film überzieht. Dieser Staub, der schwer auf der Zunge liegt, bevor er langsam die Atemröhre hinuntergleitet und alles zuschüttet.

Die Luft wird dünn. Ihre Gedanken flirren. Vielleicht gibt es gar keinen Anfang, gar kein Ende – nur das Pendeln dazwischen.

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29. März 2025

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
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