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Scharenwirrwarr

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Scharenwirrwarr

Überall. Augen – Licht. Meinung, Bewertung, Realität, Wirrwarr, Recht, Lust, Hass, Häme, Kapital, Emotion, Sex, Wunden, Kampf, Hunger, Lügen, Wahrheit, Krieg, Sinn, Leib, Virtualität, Seele, Gestank, Worte, Töne, Bilder, Tempo, Globalisierung, Fortschritt, Technik, Kraft, Verlust, Abgrenzung, Ruhelosigkeit, Körper, Schmuck, Tod, Angst, Sehnsucht, Sterben, Identität, Spiel, Farben, Muster, Formen, Krankheit, Therapie, Verfehlungen, Grenzen, Sicherheit, Dystopie, Drogen, Dämonen, Luftlosigkeit, Liebe, Spiegel, Treibstoff, Gleichschritt, Rückschritt, Gleichheit, Egalität, Rahmenbedingungen, Normativität, Narrativ, Chancen, Wirkmächtigkeit, Wärme, Feuchtigkeit, Bewegung, Veränderung, Anpassung, Vermessung, Ausbeutung, Bereicherung, Abstieg, Konsum, Verwertung, Arbeit, Plan, Gleichförmigkeit, Norm, Maß, Werke, Reiz, Überfrachtung, Provokation, Rhythmus, Rausch, Abgrund, Utopie, Raum, Welt …


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Scharenwirrwarr
Dann war ich plötzlich eine Schar gewahr,
Die kam, und hinter uns war sie schon dicht,
Doch wir bemerkten nicht, wie nahe gar,

Bis uns das Scharenwirrwarr fast umfing,
Von Andern, die sich mit uns dort vereinten,
Und laut sich hub, wie das Gewühl verging.

„Und sieh’, das uns zum Guten drängt’ und heilte“,
So sprach die edle Flamme, die mich lehrt’,
„Er, der sie führt’, indem er selbst verweilte.

Der ganze Trupp, der mir den Weg verwehrt,
Erlaubt’ uns nicht, daß mir mein Antlitz licht’:
Da sah ich viel, ich seh’ und bin belehrt.

„O wert, o teurer Vater, der du dein
Gebiet, das langes Müh’n und Schwitzen kennt,
Für immer hinter dir gelassen hast,

„Sieh, daß du uns dein Lieben zugewandt
Und dich anblickend licht, sieh“, sprach er dann
Mit trüben Augen. „Weißt du nicht zur Hand?

Purgatorio, Canto XXIV, Zeilen 34-54, Göttliche Komödie (Dante Alighieri)

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28. Juli 2024

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
24. September 2026