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Dimensionen


Das Triumvirat des Gezeigten beinhaltet drei Dimensionen, die ich benennen kann (mögen sich noch mehr einstellen bei der Betrachterin, dann liegt dies nicht mehr in meiner Hand!). Die erste und wichtigste: die Dimension von Freundschaft und Verbundenheit, die zweite: „Jugend ohne Gott“ mit Diskussionen um Determinismus und den freien Willen. Die dritte Dimension: die des Materials, der Herstellung, des Handwerks. Eines nach dem anderen: Vergangene Woche brachte mir der Postbote einen riesigen Koffer, dieser war befüllt mit einem analogen Fotografie-Schatz, Kamera, Objektive, Filme und allerlei mehr. Als ich auspackte, fühlte ich mich wie ein kleines Mädchen in den Weihnachtstagen der Kindheit. Diesen Schatz schickte mir ein verbundener Mensch als Geschenk, Aufmerksamkeit, Freude. Tief berührt war ich mal wieder. Seitdem wir uns vor ein paar Jahren bei einem meiner Workshops trafen, „beschenkte“ mich der Verbundene bereits ein paar Mal, immer war ich überrascht, erfreut und dankbar. Dankbar bin ich auch für diese eine Freundschaft in meinem Leben: das immer wieder Zurückkommen, das Aushalten, das zusammen kreativ sein, die Diskussionen und Räusche, die Hilfe und das Wohlwollen. Und noch mal dankbar (dann reicht es auch wieder mit der Dankbarkeit) bin ich für die jungen Mitglieder meiner Familie. Sie sind mittlerweile Spiegel für meine Jugend, damals. Das Abarbeiten, Reiben an der Religion. Das Nachdenken über den freien Willen und die Angst davor, diesen nicht zu haben und die lähmende Angst, die mit der eigenen Gottlosigkeit einhergeht. Nun ist eine neue Generation mit wieder diesen Themen beschäftigt. Und ich bin richtig glücklich, mit ihnen zu diskutieren, zu verstehen, dass sie noch woanders hin denken und einen anderen Umgang mit ihrer Angst finden … Oh. Das Material. Das Handwerk. Ich als Arbeiterin. Ich bin Arbeiterin. Gestalterin. Denkerin. Gar nicht mag ich den Begriff „Intellektuelle“. Das bin ich nicht, das war ich nie. Ich arbeite gerne, auch mit Körpereinsatz. Irgendwo, in einem ersten Arbeitszeugnis steht: Sie verbrachte viel Zeit in der Dunkelkammer. Anfassen, anrühren, riechen, experimentieren, bauen, frickeln, Fehler machen. Das Fundament meiner Kunst das Handwerk. Ohne meine Hände, kein Bezug zu meinem spürenden Blick. Leider nenne ich keine proletarischen Pranken mein Eigen, dennoch können meine Hände gut zupacken!


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8. September 2024

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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Der Korb meines Rotkäppchens war irgendwann gefüllt mit Sorgen, bis zum Rand. Sorge. Vorsorge. Sorge vor Sorge. Versorgen, umsorgen, (selbst)fürsorgen. Wo war das niedliche, furchtlose Mädchen geblieben? Angst oder Furcht. Egal. Beides in ordentlichem Maße vorhanden. Nur die Sehnsucht war geblieben. Natürlich. Und wenn sie nicht gestorben sind… Aber so viel(e) war(en) schon gestorben. Die Großmama natürlich. Aber auch die ein oder andere Utopie. Menschen. Vorhaben. Lieben, die Leichtigkeit.
4. Oktober 2026
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Auf dem Nachttischchen aus Holz, das neben dem knarrenden Omabett stand, lag dieses wunderschöne DDR-Märchenbuch. Es war ein dicker Brocken und die Seiten waren mit einem goldenen Schnitt verziert. Als Kind dachte ich, dieses Buch wäre ein Schatz. Denn immer, nachdem Omama mir daraus vorgelesen hatte, verschwand es wieder in einer roten Box aus dicker Pappe. Dann war das wunderschöne Cover nicht mehr sichtbar, welches mich durch meine gesamte Kindheit begleitete.
4. Oktober 2026
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selbstporträt inszeniert, sandkastenform als maske vor auge, grüner lidschatten, analog-digitaler remix, konzeptuelle porträtfotografie

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ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
24. September 2026