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Haute Couture // Grob Couture

© Antje Kröger / Tobias Crain


„Schön/Schönheit

(griech. KUAO<;, KUAOV; lat. pulcher, pulchritudo; engl. beautiful, beauty; frz. beau, beaute; ital. bello, bellezza; span. bello, belleza; russ. красота)

Im Terrain des »Hedonismus als neuer Matrix der Kultur« dominieren konkurrenzlos das Schöne und die Schönheit als Insignien des Körperlichen. Sie bestimmen die Lifestyle-Konzepte, die Körperkunstspiele und die folgenlosen Kosmetik-Effekte. Ihre Signaturen überdauern mit trivialisierenden Erinnerungen in zukunfts- trächtigen Kolportagen der Kulturindustrie. Sie firmieren bildreich als Reklameträger für das Jugendliebe, Alter(n)lose, Erotische, Sexuelle, Harmonische, Sehnsuchtsvoll-Ganzheitliche. Sie verführen zu illusionären Alternativen, und ihre historisch kontextlos gewordenen Konnotationen irisieren, begriffsgenetisch verändert, im spektralen Universum der ,aesthetic turns, die eine »neue Prominenz des Ästhetischen«, den »Generaltrend Ästhetisierung« und eine generelle »ästhetische Ausstaffierung der Wirklichkeit« beweisen sollen.“


Ästhetische Grundbegriffe (ÄGB)
Historisches Wörterbuch in sieben Bänden,
Verlag J.B. Metzler Stuttgart · Weimar

Haute Couture // Grob Couture
Haute Couture // Grob Couture

Schön, schön. Sein, sein. Wirken, wirken. Betonen, betonen. Auffallen, auffallen. (oder) Verstecken, verstecken. Tarnen, tarnen. Durchschlüpfen, anpassen. Masse.


Haute Couture // Grob Couture
Haute Couture // Grob Couture

Außen, außen. Vergleichen, vergleichen. Abgrenzen, abgrenzen? Konsumieren, konsumieren. Schaffen, schaffen. Konstruieren, konstruieren. Fremdwahrnehmen. Urteil. Geschmack. Zeitgeist, Auflösung.

Wahrheit. Marktwert. Sichtbarkeit. System. Maskierung.

Mitspielen. Bewerten.

Charakter. Gedanken. Gefallen. Lebendigkeit. Anziehung. Sinnlichkeit.


Haute Couture // Grob Couture
Haute Couture // Grob Couture

»Das arme Volk ist nicht schön; im Gegenteil, es ist sehr häßlich. Aber diese Häßlichkeit entstand durch den Schmutz und wird mit demselben schwinden, sobald wir öffentliche Bäder erbauen, wo Seine Majestät das Volk sich unentgeltlich baden kann. Ein Stückchen Seife könnte dabei nicht schaden, und wir werden dann ein Volk sehen, das hübsch propre ist, ein Volk, das sich gewaschen hat. Das Volk, dessen Güte so sehr gepriesen wird, ist gar nicht gut; es ist manchmal so böse wie einige andere Potentaten. Aber seine Bosheit kommt vom Hunger; wir müssen sorgen, daß das souveräne Volk immer zu essen habe; sobald allerhöchst dasselbe gehörig gefüttert und gesättigt sein mag, wird es euch auch huldvoll und gnädig anlächeln, ganz wie die andern. Seine Majestät das Volk ist ebenfalls nicht sehr intelligent; es ist vielleicht dümmer als die andern, es ist fast so bestialisch dumm wie seine Günstlinge. Liebe und Vertrauen schenkt es nur denjenigen, die den Jargon seiner Leidenschaft reden oder heulen, während es jeden braven Mann haßt, der die Sprache der Vernunft mit ihm spricht, um es zu erleuchten und zu veredeln.« Heinrich Heine, 1854


Haute Couture // Grob Couture
Haute Couture // Grob Couture

Störung des Schönen durch Veränderung.


Haute Couture // Grob Couture
Haute Couture // Grob Couture

Goldener Schnitt, goldene Zahl, Symmetrie, Proportion, Fibonacci-Reihe, Gewicht, Größe, Umfang.

Das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang, den wir noch grade ertragen. (Rainer Maria Rilke)


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22. Oktober 2021

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
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