Aktfotografie Antje Kroeger

Leib – Welt

… keine Welt ohne Leib, aber auch kein Leib ohne Welt. Andererseits heißt es aber auch, dass der Körper das Organ oder Medium ist, mit dem die Wahrnehmung und das Erleben von Welt möglich wird, während er zugleich das Medium und Instrument ist, mittels dessen sich das Subjekt in der Welt zum Ausdruck bringen und handelnd Einfluss nehmen kann. (Passive) Welterfahrung und (aktive) Weltaneignung sind also gleichermaßen leiblich vermittelt.
Im Sinne eines heuristischen Modells lässt sich damit der Körper gleichsam als ›Membran‹ konzeptualisieren, in die sich die Welt einerseits ›von außen einschreibt‹ (Inskription), auf der sie ihre Spuren hinterlässt, während sie andererseits auch das subjektive und reflexive Selbstverständnis und die psychischen Regungen des Subjekts (›die Persönlichkeit‹) zum Ausdruck bringt (Expression). Über den Körper schreibt sich die Welt in das Subjekt (verstanden als die Einheit von Leib und reflexivem Selbst) ein, über ihn bringt sich das Subjekt in der Welt aber auch zum Ausdruck.

… Als Element der Welt wiederum erscheint der Körper als ein Gegenstand, den wir (wie andere Weltdinge auch) betrachten, untersuchen, gestalten, disziplinieren, aber auch einsetzen und nutzen können, an dem sich aber zugleich die Einflüsse der Welt (und die Spuren unserer Auseinandersetzung mit ihr) bemerkbar machen.

Am Körper (am Blick, am Gang, am Lachen, an der Kopf- und Schulterhaltung usw.) wird gleichsam ablesbar, wie ein Subjekt in die Welt gestellt ist. Auch wenn die Weltbeziehung als solche unaufhebbar kognitive, evaluative und reflexive Momente enthält, die per se gerade nicht leiblicher Natur sind, verkörpert sie sich auf solche Weise doch unvermeidlich. Dabei erweist sich der Körper auch dann und dort als Resonanzfläche, wo wir unser Innenleben gerade nicht ›der Welt‹ kundtun wollen, beispielsweise dort, wo wir erröten oder erbleichen, vor Angst oder Wut zittern oder ›den Boden unter den Füßen verlieren‹, aber vielleicht auch dort, wo wir an somatischen Störungen wie Schlaflosigkeit, Dickleibigkeit oder Ähnlichem leiden; …

Hartmut Rosa, Resonanz. Eine Soziologie der Weltbeziehung

Analoge Aktfotografie, zu sehen ist eine junge dicke frau, mit sehr großen brüsten, sie hat eine maulsperre im mund
Leib – Welt
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Leib – Welt
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Leib – Welt
Die analoge Technik verstärkt die körperliche Präsenz. Licht, Schatten und Filmkorn machen den Moment greifbar. Ein Bild über Intensität, nicht über Pose.
Leib – Welt
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Die Fotografie nutzt analoge Mittel, um Nähe zu erzeugen. Der Körper erscheint kraftvoll, verletzlich und präsent – jenseits digitaler Perfektion.
Leib – Welt
Nichts ist geglättet, nichts zurückgenommen. Diese analoge Aufnahme lebt von Unschärfe, Körnung und Bewegung – und von einem Körper, der Raum einnim
Leib – Welt
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14. April 2016

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
24. September 2026