analoge fotografie leipzig

Der Duft von verbranntem Licht

Am Anfang waren ein Band und das Feuer. Das Band war immer fest, von Anfang an. Es war nicht aufdringlich und stellte sich nicht in den Vordergrund, es war von einer Zartheit und Eleganz, obwohl das, was es verband, nicht zart war und schon gar nicht elegant. Und das Feuer? Es war nicht groß und vernichtend, ein kleines Feuer, ein feines Feuer, ein arbeitendes Feuer. Es brannte und brannte. Und auch als die Stürme aufkamen, brannte es weiter – es war seine Aufgabe. Still und leise ging es dieser nach, auch wenn es um das Feuerchen herum immer verrückter wurde. Natürlich beobachtete es das Treiben. Manchmal kopfschüttelnd, ab und an mit einem Lächeln auf den heißen Lippen, manchmal aber auch mit einem Schwall von Tränen in den Feueraugen, die es aber nicht herauslassen konnte – ansonsten würde es sich ja selbst löschen. Das war natürlich keine Option. Das Band und das Feuer wurden Freunde, liebste Freunde. Ihr gemeinsames Fundament war auf Wohlwollen gebaut. Und doch wackelte das Häuschen ab und an durch die Winde, die von allen Seiten kamen. Band und Feuer jedoch hielten zusammen. Sie hatten gelernt, sich aufeinander zu verlassen, auch wenn sie unterschiedlicher kaum hätten sein können. Das Band, mit seiner stillen Stärke, versuchte, zusammenzuhalten, was auseinanderzufallen drohte. Es spannte sich weiter, manchmal lockerer, manchmal fester. Das Feuer, stets wachsam, schenkte Wärme und Licht. Doch fremde Schatten schlichen um das kleine Haus, flüsterten von Zweifeln und Unsicherheit und Scham. Das Band spürte die Spannung, wurde auf die Probe gestellt. Das Feuer flackerte, wurde schwächer, doch noch gab es nicht auf. Es roch nach einer Mischung aus Kraft und Weichheit und Trotz. Dieser Geruch wollte einfach nicht weichen, selbst als das Band riss.

analoge fotografie leipzig
Der Duft von verbranntem Licht
analoge fotografie leipzig
Der Duft von verbranntem Licht
analoge fotografie leipzig
Der Duft von verbranntem Licht
analoge fotografie leipzig
Der Duft von verbranntem Licht
analoge fotografie leipzig
Der Duft von verbranntem Licht
analoge fotografie leipzig
Der Duft von verbranntem Licht
analoge fotografie leipzig
Der Duft von verbranntem Licht
analoge fotografie leipzig
Der Duft von verbranntem Licht
analoge fotografie leipzig
Der Duft von verbranntem Licht
analoge fotografie leipzig
Der Duft von verbranntem Licht
analoge fotografie leipzig
Der Duft von verbranntem Licht
analoge fotografie leipzig
Der Duft von verbranntem Licht
analoge fotografie leipzig
Der Duft von verbranntem Licht

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

27. Mai 2025

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

Latest

Piroska (Zweie)
rotkäppchen wald zweig berühren weidenkorb boden, rotes cape kapuze, inszenierte märchenfotografie piroska

Piroska (Zweie)

Der Korb meines Rotkäppchens war irgendwann gefüllt mit Sorgen, bis zum Rand. Sorge. Vorsorge. Sorge vor Sorge. Versorgen, umsorgen, (selbst)fürsorgen. Wo war das niedliche, furchtlose Mädchen geblieben? Angst oder Furcht. Egal. Beides in ordentlichem Maße vorhanden. Nur die Sehnsucht war geblieben. Natürlich. Und wenn sie nicht gestorben sind… Aber so viel(e) war(en) schon gestorben. Die Großmama natürlich. Aber auch die ein oder andere Utopie. Menschen. Vorhaben. Lieben, die Leichtigkeit.
4. Oktober 2026
Piroska (Einse)
rotkäppchen haarbürste neonlicht wald, geschlossene augen, inszenierte fotografie piroska selbstfürsorge

Piroska (Einse)

Auf dem Nachttischchen aus Holz, das neben dem knarrenden Omabett stand, lag dieses wunderschöne DDR-Märchenbuch. Es war ein dicker Brocken und die Seiten waren mit einem goldenen Schnitt verziert. Als Kind dachte ich, dieses Buch wäre ein Schatz. Denn immer, nachdem Omama mir daraus vorgelesen hatte, verschwand es wieder in einer roten Box aus dicker Pappe. Dann war das wunderschöne Cover nicht mehr sichtbar, welches mich durch meine gesamte Kindheit begleitete.
4. Oktober 2026
FORM | BEZIEHUNG | INHALT (auch ein Fotoseminar)
selbstporträt inszeniert, sandkastenform als maske vor auge, grüner lidschatten, analog-digitaler remix, konzeptuelle porträtfotografie

FORM | BEZIEHUNG | INHALT (auch ein Fotoseminar)

ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
24. September 2026