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Himmelsprung

Kann ein horizontaler Sprung in den Himmel, auf den ersten Blick ein Sprung in die Vergangenheit, doch zukunftsorientiert sein? Eine philosophische Frage, die sich stellt, sobald man ein Bildnis dreht und wendet und sich einlässt auf eine Frage, die viele neue Fragen aufwirft. So wie es immer um das Einlassen geht – auf Menschen, Themen, Geschichten, das Einlassen auf andere Realitäten, auf andere Formen und Farben, auf andere Moral und Wertvorstellungen, auf Diskussionen, Kritik, Streit, auf das Lernen, den Fortschritt, das Abschiednehmen, auf neue Orte, neue Kulturen, neue Gerüche, neue Sichtweisen, Einlassen auf das Gestern und Morgen, auf die Veränderung, auf Nähe und Gefühle, auf neue Spiele, neue Gerichte, neue Worte, Einlassen auf die Angst, die Unsicherheit, auf Missverständnisse, auf die Schatten, die das Licht sichtbar machen, auf das Alter, das die Jugend verdrängt, auf den Verlust und die Trauer, die Platz machen für das Neu, auf die Sonne, auch wenn sie die Haut verbrennt, auf den Wind, auch wenn er die Frisur ruiniert, auf den Regen, auch wenn dieser das Gewand durchnässt. Einlassen auf das Fremde, auf den Versuch, die unerwarteten Antworten, auf komische Fragen, auf ein Zurück, das sich gut anfühlt, an ein Vorwärts, das nebulös erscheint, auf Menschen, die nicht in Kategorien passen wollen, auf Gefühle, die nicht einzuordnen sind, auf neue Töne, auf andere Meinungen, auf auf auf. Dieses Einlassen ist ein Kraftakt, meist. Manchmal fühlt es sich auch ganz leicht ein. Von Zeit zu Zeit scheint es unmöglich. Alles Aggregatzustände des Einlassens. Alles Leben.

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1. Juni 2025

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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Der Korb meines Rotkäppchens war irgendwann gefüllt mit Sorgen, bis zum Rand. Sorge. Vorsorge. Sorge vor Sorge. Versorgen, umsorgen, (selbst)fürsorgen. Wo war das niedliche, furchtlose Mädchen geblieben? Angst oder Furcht. Egal. Beides in ordentlichem Maße vorhanden. Nur die Sehnsucht war geblieben. Natürlich. Und wenn sie nicht gestorben sind… Aber so viel(e) war(en) schon gestorben. Die Großmama natürlich. Aber auch die ein oder andere Utopie. Menschen. Vorhaben. Lieben, die Leichtigkeit.
4. Oktober 2026
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Auf dem Nachttischchen aus Holz, das neben dem knarrenden Omabett stand, lag dieses wunderschöne DDR-Märchenbuch. Es war ein dicker Brocken und die Seiten waren mit einem goldenen Schnitt verziert. Als Kind dachte ich, dieses Buch wäre ein Schatz. Denn immer, nachdem Omama mir daraus vorgelesen hatte, verschwand es wieder in einer roten Box aus dicker Pappe. Dann war das wunderschöne Cover nicht mehr sichtbar, welches mich durch meine gesamte Kindheit begleitete.
4. Oktober 2026
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selbstporträt inszeniert, sandkastenform als maske vor auge, grüner lidschatten, analog-digitaler remix, konzeptuelle porträtfotografie

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ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
24. September 2026