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Die Puppenspielerin

Ihre Drahtfüße, an Porzellanbeinchen, steckten tief im Emailleeimer mit der heißen Asche. Der Kohleofen hatte die Asche in den Morgenstunden ausgespien, nachdem er in der noch kalten Nacht langsam und bedächtig seine schöne Wärme abgegeben hatte. Der Frühling würde bald in das Leben einziehen, die Sonne schickte an den Tagen schon kräftige Strahlen aus dem Universum. Doch in den Nächten hatte noch immer Väterchen Frost das Sagen.

Ein Piepen durchschnitt die Stille. Der Ton wurde länger und länger, penetranter und penetranter. Die Luft wurde dünner und nebelvoller. Ihr Körper kohlte dahin, die Gerüche ihres Seins verteilten sich in der Atmosphäre. Der Rauchmelder sang weiter sein Lied.

Sie zog die lockige Puppendame an den Haaren aus dem Eimerchen. Sie lief mit ihr zur Badewanne, eine Rauchschwade zog hinter ihnen her. Sie drehte das kalte Wasser auf und hielt die Rauchende darunter. Es zischte und dampfte. Rauch überall.

Das piepende Lied verstummte.

Die Puppendame lag ertränkt auf dem Porzellan des Badewannenbodens. Sie war noch schöner als gestern, da waren bereits ihre zarten Füße abgefallen.

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6. März 2025

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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selbstporträt inszeniert, sandkastenform als maske vor auge, grüner lidschatten, analog-digitaler remix, konzeptuelle porträtfotografie

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ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
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