LA MADRE GRIGIA

LA MADRE GRIGIA

Eine Serie, die wie ein Stein im Magen liegt und mich bis an den Grund des tiefsten Meeres zieht, ob ihrer Schwere. Eine Serie aus vielen Bausteinen, aus verschiedenen Zeiten, mit unterschiedlichen Materialien und Menschen, analog und digital, in bunt und schwarz/weiß. Selbst in den Spiegel geschaut und anderen den Spiegel hingehalten. Dennoch kaum greifbar, Puzzleteile, die zu einem Ganzen führen sollen, aber nicht können, weil das Ganze zu jedem Augenblick des Lebens ein anderes ist. Gefühlszustände vermengen sich, Sehnsucht und Hass, Liebe und Abneigung, Egalness und Wichtigkeit, Natürlichkeit und Konstruktion, Wahrhaftigkeit und Lüge, Traurigsein und Leichtigkeit. Doch steht fest. So richtig felsenfest. Loslassen ist nicht. Es zieht. An mir. Ganz in der Tiefe, der Kinderseele. Und Akzeptanz verdeckt auch nur die oberflächlichen Narben. Manchmal ist mir zum Kotzen und ich will nur noch die Ketten der Abhängigkeit sprengen. Manchmal fühle ich mich aber auch stark in meiner Unabhängigkeit und will doch nichts anderes als meinen Lockenkopf in ihren Schoss legen. Und will, dass sie mich streichelt und beruhigt. Aber sie kann das nicht. Hat es vielleicht einfach nie gelernt, hat nie gefühlt, was Verantwortung im Sinne des Wortes bedeutet, hat nie verstanden, dass auch kleine Menschen individuelle Wesen sind. Gleichmachen, Gleichschalten und immer konventionell und unbeweglich reagieren. Kaum agieren. Und immer Ich-bezogen. Erst als Erwachsene begegnet mir der Begriff Narzissmus. Schrappe immer wieder selbst an dieser Eigenart vorbei. Eine Serie, die tief blickt, nicht nur in die eigne Biographie. Mir begegnen sie häufig, diese Mutterwesen, auf der einen, aber auch auf der anderen Seite!


Bis hin zum Tod. Bis hin zur Auflösung. Bis ins nächste Leben und hinüber zu den nächsten Generationen.

mutter, mother, anne, mère, madre, moeder, matka, mamă, мать, mor, мајка, madre, matka, мати, anya, mãe, מוטער, máthair, äiti, μητέρα, nënë, 母, mẹ, 母親.


juedischer_friedhof_czernowitz
LA MADRE GRIGIA
LA MADRE GRIGIA
LA MADRE GRIGIA
LA MADRE GRIGIA
LA MADRE GRIGIA
LA MADRE GRIGIA
LA MADRE GRIGIA
LA MADRE GRIGIA
LA MADRE GRIGIA
LA MADRE GRIGIA
LA MADRE GRIGIA
LA MADRE GRIGIA
LA MADRE GRIGIA
LA MADRE GRIGIA
LA MADRE GRIGIA
LA MADRE GRIGIA
LA MADRE GRIGIA
LA MADRE GRIGIA

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

28. September 2021

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

Latest

Piroska (Zweie)
rotkäppchen wald zweig berühren weidenkorb boden, rotes cape kapuze, inszenierte märchenfotografie piroska

Piroska (Zweie)

Der Korb meines Rotkäppchens war irgendwann gefüllt mit Sorgen, bis zum Rand. Sorge. Vorsorge. Sorge vor Sorge. Versorgen, umsorgen, (selbst)fürsorgen. Wo war das niedliche, furchtlose Mädchen geblieben? Angst oder Furcht. Egal. Beides in ordentlichem Maße vorhanden. Nur die Sehnsucht war geblieben. Natürlich. Und wenn sie nicht gestorben sind… Aber so viel(e) war(en) schon gestorben. Die Großmama natürlich. Aber auch die ein oder andere Utopie. Menschen. Vorhaben. Lieben, die Leichtigkeit.
4. Oktober 2026
Piroska (Einse)
rotkäppchen haarbürste neonlicht wald, geschlossene augen, inszenierte fotografie piroska selbstfürsorge

Piroska (Einse)

Auf dem Nachttischchen aus Holz, das neben dem knarrenden Omabett stand, lag dieses wunderschöne DDR-Märchenbuch. Es war ein dicker Brocken und die Seiten waren mit einem goldenen Schnitt verziert. Als Kind dachte ich, dieses Buch wäre ein Schatz. Denn immer, nachdem Omama mir daraus vorgelesen hatte, verschwand es wieder in einer roten Box aus dicker Pappe. Dann war das wunderschöne Cover nicht mehr sichtbar, welches mich durch meine gesamte Kindheit begleitete.
4. Oktober 2026
FORM | BEZIEHUNG | INHALT (auch ein Fotoseminar)
selbstporträt inszeniert, sandkastenform als maske vor auge, grüner lidschatten, analog-digitaler remix, konzeptuelle porträtfotografie

FORM | BEZIEHUNG | INHALT (auch ein Fotoseminar)

ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
24. September 2026