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Die fotografische Baustelle

Seit fast einem Jahr frage ich die Teilnehmer meiner Fotoworkshops nach ihrer „fotografischen Baustelle“. Diese Frage ist inzwischen fast zu einem kleinen Ritual geworden. Im letzten Sommer, das weiß ich noch sehr genau, stellte ich sie zum ersten Mal – und machte mir natürlich selbst Gedanken dazu. Denn ich bleibe in meinen Workshops nie außen vor. Mittendrin ist mein Motto. Also beantwortete ich mir diese Frage zunächst selbst.

Es war gar nicht so einfach, doch irgendwann kam es aus mir heraus: Es ist das Licht, um das ich mich kümmern muss.
Komposition, Kommunikation, kreative Ideen – all das fließt aus mir heraus. Aber manchmal verliere ich mich im (fotografischen) Gespräch mit dem Menschen vor meiner Kamera, und es wird sprichwörtlich „dunkel“.

Da ich auf die kommunikative Seite meiner Arbeit nicht verzichten will – sie ist und bleibt ihr Herzstück –, gehe ich noch stärker in die Beobachtung. Ich frage mich: Was reflektiert? Welche künstlichen und einfachen Lichtquellen entsprechen mir? Wie kann ich meine Zeit besser einteilen? Und vor allem: immer wieder Hinsehen und Beobachten – die Tages- und Jahreszeiten, das wechselnde Licht.

So eigne ich mir spannendes Wissen an. Meine Augen sind seither ständig auf der Jagd nach Licht, aus welcher Quelle es auch kommen mag – selbst, wenn es nur die Rückfahrscheinwerfer eines vorbeifahrenden Autos sind. Und diese wunderbaren Discokugeln, die in den letzten Wochen um mich herum lagen, faszinieren mich Tag für Tag. Je nachdem, wie das Licht durch das Fenster auf sie trifft, entstehen faszinierende Muster. Ich wünsche mir, diese Muster eines Tages auch auf einem Körper sehen zu können.

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10. August 2014

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
24. September 2026