KÖRPER – LEBEN – KUNST

KÖRPER – LEBEN – KUNST

Alles beginnt mit dem, was nicht zu sehen ist. Was zu sehen ist, sieht jeder. Auf Blick Nummer Eins. Wer wahres Interesse hegt, der blickt tiefer. Spätestens mit Blick Nummer Zwei. Ihm oder ihr offenbart sich das, was ich andeute, manchmal auch deutlich mache. Es geht mir um eine Sichtbarmachung für diejenigen, die imstande sind, tiefer zu blicken.

Das ästhetische Auge ist meine Magnetnadel im Kompass für das Leben. Die Sicht mag trübe sein, doch der Blick sieht klar. Ich folge dem, was ich „sehe“, es offenbart sich meinem Auge ganz. Leben und Körper, beider Zusammenspiel, das ist die Essenz, aus der meine Kunst erwächst, Triebe entwickelt und sprießt. Jeder Körper hat seine Geheimnisse, seine Wunden, seine Fehler. Jeder Körper versucht, all das zu verstecken, zu beseitigen, zu schönen. Jeder Körper ist einzig, endlich, ehrlich. Als fotografische Künstlerin zeige ich den Alltagsgegenstand Körper als Kunststück. Jeder Körper ist menschengemachte Kunst. Meine Kunst ist, in diesen mir fremden Körper zu gleiten, dort zu sehen/fühlen/spüren, was ihm innewohnt an verborgenem, verbogenem, vergorenem. Mit dem Körper hält das Leben in meine Kunst Einzug. Denn das Leben ist das, was den Körper benutzt, zeichnet, formt. Das Leben belebt. Das Leben erlebt. Das Leben überlebt. Aber auch zusammensinken kann, verdorren kann, kämpfen kann – ES. Kämpfen um das Leben, kämpfen für das Leben, kämpfen mit dem Leben. Ein Ring entsteht. KÖRPER – LEBEN – KUNST. Er umfriedet die Grenzenlosigkeit dieses Triumvirats.

Inspiration ist Berührung. Je tiefer, umso besser. Inspiration ist Findung. Die Wachsame stößt auf Inspiration. Inspiration ist Erfahrung. Die Geschichte ist eine einzige Inspiration. Inspiration ist Arbeit. Stetes Erkennen von Themen und Sujets auf allen Wegen. Inspiration ist Offenheit. Nichts, was meiner Wege kommt, wird abgewiesen. Alles wird eingesogen, verarbeitet und verwertet – ausgeatmet, ausgespuckt. Und was gerade nicht infrage kommt, beiseite gelegt, bis seine Zeit herangereift.

Die Zusammenarbeit beginnt lange vor der ersten Pose. Ein intensives Kennenlernen ist Voraussetzung für alles Weitere. Ich erkunde den Menschen, höre zu, schaue an, beobachte. Wer bist du, Mensch? Mein Interesse öffnet das Tor. Wenn der Mensch bereit ist, es zu durchschreiten; das kann durchaus schwer sein, werde ich „sehen“, vielleicht sogar erkennen. Dann ist das Fotografieren wie eine Séance. Mensch, Fotoapparatur und ich entwickeln einen Fluss, an dessen Ende Kunst entsteht, die bewegt. Aus Zusammenarbeit wird Zusammenspiel.

Ich fordere meine Modelle! Ich will Intensität, Glaubwürdigkeit, Haltung. Ich akzeptiere ihre Schwächen, aber kein Getue und Gehabe. Ich verlange Konzentration, Mitdenken, Auffassungsgabe. Ich lasse Raum für eigene Interpretationen und Auslegungen im Rahmen meiner Kunst. Ich fordere Resistenz, Resilienz, Resonanz. All das kann ich deshalb verlangen, weil ich bereit bin, selbiges auch vor und hinter der Kamera zu leisten.

Meine Themen kommen aus mir! Anders geht das nicht. Die Begleiter auf dem Weg meines Lebens verarbeite ich immer irgendwie künstlerisch. Sie waren schon in mir angelegt, überkamen mich in frühester Jugend oder kreuzten meine Bahnen später. Aber immer sind sie ein Konglomerat aus Gefühlen, Ansichten und Ideen. Teilweise trage ich diese lange in mir, wälze und forme sie. Manchmal aber müssen sie auch roh und ungefiltert raus, ungedacht & ungemacht.

Text: Tobias Crain
KOERPER – LEBEN – KUNST_Analoge Fotografie – Großformat_fotokunst_antjekroeger
KÖRPER – LEBEN – KUNST
KOERPER – LEBEN – KUNST_Analoge Fotografie – Großformat_fotokunst_antjekroeger
KÖRPER – LEBEN – KUNST
KOERPER – LEBEN – KUNST_Analoge Fotografie – Großformat_fotokunst_antjekroeger
KÖRPER – LEBEN – KUNST
KOERPER – LEBEN – KUNST__fotokunst_antjekroeger
KÖRPER – LEBEN – KUNST
KOERPER – LEBEN – KUNST_fotokunst_antjekroeger
KÖRPER – LEBEN – KUNST
KOERPER – LEBEN – KUNST_Analoge Fotografie – Großformat_fotokunst_antjekroeger
KÖRPER – LEBEN – KUNST
KOERPER – LEBEN – KUNST_fotokunst_antjekroeger
KÖRPER – LEBEN – KUNST
KOERPER – LEBEN – KUNST_fotokunst_antjekroeger
KÖRPER – LEBEN – KUNST
KOERPER – LEBEN – KUNST_Analoge Fotografie – Großformat_fotokunst_antjekroeger
KÖRPER – LEBEN – KUNST
KOERPER – LEBEN – KUNST_fotokunst_antjekroeger
KÖRPER – LEBEN – KUNST
KOERPER – LEBEN – KUNST_fotokunst_antjekroeger
KÖRPER – LEBEN – KUNST
KOERPER – LEBEN – KUNST_Analoge Fotografie – Großformat_fotokunst_antjekroeger
KÖRPER – LEBEN – KUNST
KOERPER – LEBEN – KUNST_fotokunst_antjekroeger
KÖRPER – LEBEN – KUNST
KOERPER – LEBEN – KUNST_fotokunst_antjekroeger
KÖRPER – LEBEN – KUNST
KOERPER – LEBEN – KUNST_fotokunst_antjekroeger
KÖRPER – LEBEN – KUNST
KOERPER – LEBEN – KUNST_fotokunst_antjekroeger
KÖRPER – LEBEN – KUNST
KOERPER – LEBEN – KUNST_fotokunst_antjekroeger
KÖRPER – LEBEN – KUNST
KOERPER – LEBEN – KUNST_fotokunst_antjekroeger
KÖRPER – LEBEN – KUNST
KOERPER – LEBEN – KUNST_fotokunst_antjekroeger
KÖRPER – LEBEN – KUNST
KOERPER – LEBEN – KUNST_Analoge Fotografie – Großformat_fotokunst_antjekroeger
KÖRPER – LEBEN – KUNST
KOERPER – LEBEN – KUNST_fotokunst_antjekroeger
KÖRPER – LEBEN – KUNST

Werbung

NÄCHSTER FOTOWORKSHOP

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

16. Juli 2022

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

Latest

Im Fragment
Analoges Porträt mit halb grünem, halb rötlichem Farbverlauf, wacher Blick, weißes Kleidungsstück am Hals, konzeptuelle Fotografie über Licht und Fragmentierung

Im Fragment

Zeit vergeht. Läuft. Keine Rücksicht. Das Ende rückt näher. Ticktack, zappzerapp. Der Anfang längst vergessen. Das Außen gerät durcheinander, nicht zum ersten Mal, und ordnet sich wieder, nicht zum ersten Mal. Schwäche wird abgelöst durch Stärke, und andersherum. Ein Kreis, ein ewiger Kreis. Erschöpfung trifft auf Leichtigkeit und Spieltrieb.
13. September 2026
Wolfsstunde
Nackter Oberkörper mit Kettenschmuck, Pelzstück über die Schulter geworfen, gestreifte Bänder am Bund, analoges Papiernegativ, Großformatkamera, konzeptuelle Körperfotografie, Fotoserie Wolfsstunde

Wolfsstunde

Gestalten. Die eine hat den Pelz um sich gelegt wie eine zweite Haut, dunkles Haar fällt darüber, das Gesicht halb verschluckt vom Korn des Papiers. Die andere trägt Strohhut und Hosenträger in Streifen. Hockt, wartet, beobachtet mit einem Blick, der älter wirkt als gelebt. Großformatkamera, Mentorin, Papiernegative. Jedes Bild ein Universum, mit Rand in Rissen, […]
1. September 2026
Auf den Punkt gekommen
Bewegungsunscharfe Aufnahme einer dicken Frau im Ausfallschritt, gepunkteter Rock, glitzernder Hintergrund, analoge Großformatfotografie, clowneske Dynamik

Auf den Punkt gekommen

Tupfen über Tupfen, schwarz und weiß. Wirklich? Oder sehen wir sie nur schwarz und weiß? Illusion! Gold glitzert im Hintergrund (Woher wissen wir denn das? Es könnte doch auch Silber sein!) Der Raum gleicht einer Zirkuskulisse, die ihr Unterhaltungsversprechen längst gebrochen hat. Die kleinen und großen Punkte. Dots. Das Muster des Clowns, komisch und traurig zugleich, ein Kostüm. Der Körper dick, unverstellt, geöffnet. Kein Grund zur Scham, nur Fleisch
26. August 2026
Rausch-Tod-Imagination
Dicke Frau berührt sanft die roten Haare einer Frau mit verbundenen Augen, Nahaufnahme der Hände im Haar, dunkler strukturierter Hintergrund, konzeptuelle Imagination-Fotoserie

Rausch-Tod-Imagination

rausch als erster taumel. der moment, in dem die grenzen der haut nicht mehr halten, in dem farbe zu blut wird, blut zu farbe, in dem zwei gesichter sich übereinanderlegen, keines mehr das eigene. lametta wie ein vorhang zwischen wachsein und traum, traum und wachsein. gold, das schneidet, licht, das lügt. der körper bemalt, beschriftet, überschrieben. rote linien, die adern nachzeichnen oder sie erfinden. was zuerst nur schatten war, geworfenes licht, wird mit rotem lippenstift nachgezogen, festgehalten, behauptet, der schatten zur wunde gemacht, die vorlage zur handlung. rausch als erster schritt in die auflösung. der mensch selbst verschwimmt darin, er ist nicht einer, der den rausch erlebt, er ist der rausch, sein gesicht löst sich auf, bevor die kamera es fassen kann, seine konturen zerlaufen wie farbe im wasser. bevor der tod kommt, bevor die imagination übernimmt.
26. August 2026
Zauberei
nahporträt tänzerin mit kurzhaarschnitt, kopf geneigt, intimes analoges schwarzweißporträt, fotoserie zauberei

Zauberei

Zauberei. Das Wort klang so viel schöner als das englische: Its magic. Sie wiederholte es ein paar Mal. Sauberrei. Sauberrei. Mit ihrem herrlichen argentinischen Akzent. Sauberrei. Aus dem harten Z wurde ein weiches S, aus dem Rachen-R ein rollendes. Ich verschwand wieder unter dem glitzernden Stoff hinter meiner Großformatkamera, Zauberei. Eine Begegnung wie ein Zufall, der keiner war.
25. August 2026