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Zeit-nah(t) – Part III

Die Zeit ist heruntergefallen

Die Zeit ist heruntergefallen, und sie ist rot. Sie liegt auf dem Teppich, breitet sich aus wie ein sanfter Schimmer. Der Teppich, tiefrot und fest, verankert die Minuten im Hier und Jetzt. In der Mitte des Raumes ruht ein Thron, ebenfalls rot, mit Polstern, die Geschichten erzählen. Er atmet Stille, während die Zeit sich ausdehnt.

Ein Wesen sitzt dort. Die Haut ist fast durchscheinend, so hell, dass das einfallende Sonnenlicht sie zum Strahlen bringt. Das Wesen trägt ein dunkelgrünes Gewand, schwer und weich, als sei es aus Moos gewoben, als trüge es den Wald auf den Schultern. Das Licht schmiegt sich an die Haut des Wesens, lässt es fast durchscheinend wirken. Und während die Zeit am Boden liegt, steht in einer Ecke eine Apparatur aus Eisen und Glas. Sie leuchtet, als wäre sie lebendig, als würde sie atmen. Niemand weiß, was sie bedeutet, oder wohin sie einen führen könnte. Aber sie summt leise, in einem Rhythmus, der an Herzschläge erinnert. Vielleicht könnte sie das Wesen in eine andere Zeitschleife katapultieren – oder einfach nur den Raum durchbrechen, als wäre er aus Papier.

Das Licht tanzt durch die Fensterscheiben, schaukelt an den Wänden entlang und verweilt auf dem Wesen, das unbeweglich scheint und doch alles in sich aufnimmt. Zeit tropft von den Fingerspitzen, sickert in die Fasern des Sessels. Die Minuten werden weich, die Stunden verlieren ihre Ränder.

Der rote Teppich hält stand. Der rote Thron trägt das Gewicht der Ewigkeit. Und das Wesen bleibt, strahlend, verwurzelt, ein Teil dieses kleinen Universums, in dem die Zeit gefallen ist, um ein Zuhause zu finden.

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24. Februar 2025

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
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