Schlund der Seufzer

Schlund der Seufzer

 „was würde ich tun ohne diese Welt ohne Gesicht ohne Fragen
wo Sein nur einen Augenblick dauert wo jeder Augenblick
ins Leere fließt und ins Vergessen gewesen zu sein
ohne diese Welle wo am Ende
Körper und Schatten zusammen verschlungen werden
was würde ich tun ohne diese Stille Schlund der Seufzer
die wütend nach Hilfe nach Liebe lechzen
ohne diesen Himmel der sich erhebt
über dem Staub seines Ballasts
was würde ich tun ich würde wie gestern wie heute tun
durch mein Bullauge schauend ob ich nicht allein bin
beim Irren und Schweifen fern von allem Leben
in einem Puppenraum
ohne Stimme inmitten der Stimmen
die mit mir eingesperrt.“

Samuel Beckett

Das Polaroid zeigt zwei nackte Frauen vor dunklem Hintergrund. Die spontane Materialität des Polaroids verstärkt die Unmittelbarkeit des Moments. Körper, Gesten und Nähe stehen im Mittelpunkt und verweisen auf eine zeitgenössische Auseinandersetzung mit Weiblichkeit und Sichtbarkeit jenseits idealisierter Körperbilder.
Schlund der Seufzer
In dieser Polaroid-Fotografie begegnen sich zwei weibliche Körper in ruhiger Nähe. Die Arbeit nutzt das unmittelbare Medium Polaroid, um Intimität, Selbstbestimmung und Körpervielfalt sichtbar zu machen. Der Akt wird hier als politisches und persönliches Ausdrucksmittel verstanden.
Schlund der Seufzer
Die typische Farbigkeit und leichte Unschärfe des Polaroids prägen die Bildwirkung. Zwei Frauenkörper überlagern sich und erzeugen eine stille Spannung zwischen Nähe und Distanz. Die Fotografie reflektiert bewusst die Materialität des analogen Sofortbildes als Teil der künstlerischen Aussage.
Schlund der Seufzer

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23. Juli 2016

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
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