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Staubiger Aufruhr

Kein sichtbares Beben der Aufruhr – sondern der Moment, in dem der Raum nicht mehr das war, was er zu sein schien. Ein Verwirren der Perspektiven, ein Rauschen im Kopf, das keine Form annahm und doch alles in Bewegung hielt. Und als der Vorschlaghammer erneut auf den Boden schlug, wusste niemand mehr, was noch stand oder was bereits gefallen war. Gefallen, verschlungen, wieder ausgespien in eine andere Welt, in ein anderes Sein. Neu atmen lernen, neu sehen lernen, neu hören lernen. Luft herauslassen aus dem Dauer-Spannungsbogen. Licht fressen, damit endlich der Hunger gestillt. Schatten trinken, damit das Untergehen gestoppt. Münzen zählen, dass der neue Unterschlupf bezahlt.

So gerne würde ich mit dir tanzen in diesen Zwischenräumen, in diesen Zwischenzeiten. Mein Ballkleid habe ich bereits übergestreift. Die Musik klingt aus den Wänden und macht sich wellenbreit. Ihren Rhythmus spüre ich auf meiner Haut und im Gedärm. Ich wippe mit den Fußspitzen. Wo bist du nur gerade? Ich sehe dich nicht. Ich höre dich nicht. Ich fühle dich nicht. Nur die Erinnerungen schwimmen durch das gleißende Licht. Sie verblassen im Staub. Tauchen wieder auf und werden zu Schatten. Ich tanze. Allein. Später werde ich dich noch einmal rufen und um einen nächsten Tanz bitten.

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21. März 2025

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
24. September 2026