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Mentor-Porträts

Analoge Menschen-Geschichten


Diese Kamera hat mir mehr über die Fotografie erzählt und gelehrt, als jedes Buch, jeder Mensch, jede Reportage … Ihr Name ist und war für mich Programm! Dabei wusste ich, als ich sie während der Pandemie erwarb, nicht viel oder gar nichts über Großformatkameras. Ich wusste nur, dass ich lernen wollte, Wetplates anzufertigen. Dafür brauchte ich ein analoges Gerät. Schnell packte ich Gelegenheit am Schopfe, in einem Forum erstand ich eine gebrauchte Mentor Studio, die irgendwie in den Westen von Deutschland gereist war. Ein wenig probierte ich mit Wetplates herum, stellte aber schnell fest, dass diese Art der Fotografie nichts für mich war, zu langsam, zu chemisch, zu anstrengend. Nun stand die Kamera herum. Bis ich Karoline Schneider aus Berlin auf einer Ausstellung traf. Von ihr waren dort Wetplates und Papiernegative zu sehen, von mir Polaroids. Wir begegneten uns im analog kreativen Raum. Diese Begegnung schätze ich bis heute so sehr. Weil Karoline mich fragte, warum ich nicht einfach Fotopapier in die Kassetten lege, um diese direkt zu belichten und anschließend in der Dunkelkammer zu entwickeln? Ja, warum eigentlich nicht? In meiner Dunkelkammer darbten Papiere en masse vor sich hin, aus verschiedenen Ländern und Epochen. Wusste ich doch sowieso kaum etwas mit ihnen anzufangen. So fing ich an, herumzuprobieren. Bis ich dieses Handwerk so beherrschte, dass ich es aus dem Effeff beherrschte, verging enorm viel Zeit. Ich probierte und probierte, schwitzte und ärgerte mich über verschollene Momente, die ich nicht schaffte, aufs Papier zu bringen. Aber irgendwann platzte der Knoten. Und heute? Heute bin ich mir ziemlich sicher. Ich kann das Licht schätzen, was die Dame braucht, auch wenn ich zur Sicherheit lieber noch einmal nachmesse. Jedes Bildnis, das so entsteht, ist ein absolutes Unikat. Ein analoges Sofortbildverfahren. Der fotografierte Mensch kann in der Dunkelkammer dem magischen Moment beiwohnen, wenn sich das Negativ auf dem Papier ausbreitet.

Ich liebe die Arbeit mit meiner Mentor-Kamera, auch wenn sie mir gerade im Sommer bei gleißendem Licht alles abverlangt und ich nach 12 Fotografien ausgelaugt bin für den gesamten Tag. Am liebsten würde ich mit keiner anderen Kamera mehr „arbeiten“ wollen.



Für Menschen, die an diesem Prozess der Fotografie interessiert sind, biete ich im Oktober einen Workshop in Leipzig an:


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Mentor-Porträts

Die Firma Mentor-Kamerafabrik war ein deutscher Kamerahersteller in Dresden (Sachsen) und ein Markenname von Fotoapparaten, die dort fabriziert wurden. … Die Goltz & Breutmann OHG, eine Fabrik für fotografische Apparate, wurde 1898 von Hugo Breutmann in Berlin gegründet. Ein Jahr später nahm er Franz Goltz als Mitinhaber auf. Die Fabrik produzierte die für die damalige Zeit modernen Schlitzverschluss-Kameras. 1905 schied Franz Goltz aus dem Unternehmen aus und Gustav Adolf Heinrich trat an seine Stelle. 1906 zog der Betrieb nach Dresden. … Durch die Verstaatlichungen musste Claus Großer den Betrieb 1972 an den Staat verkaufen. Somit entstand am 24. April 1972 die Firma VEB Mentor Großformat-Kameras Dresden. Der Name Mentor erlosch, nachdem der Betrieb als juristisch selbständiger Betrieb aufgelöst und ab dem 1. April 1980 dem Kombinat VEB Pentacon angegliedert wurde.

https://de.wikipedia.org/wiki/Mentor-Kamerafabrik

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23. August 2023

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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