Aktfotografie Antje Kröger

Großmamas Augen

Als ich ein Kind war, beschützten sie mich, die Augen meiner Großmama. Sie trösteten mich, sie nahmen mir die Angst, sie füllten mich mit Liebe auf, warteten immer geduldig, sie schimpften nie, blieben neugierig, holten mich zurück aus den Träumen und schickten mich wieder auf neue Traumreisen. Diese Augen bangten, oft. Sie schlossen die Lücken, die woanders entstanden waren, sie fütterten, sie nährten, sie schauten wohlwollend auf den Kinderleib. Irgendwann wurde ich erwachsen, aufmüpfig, diskutierend, unfair und mehr & mehr. Ihre Augen blieben liebend, auf den Leib, auch wenn die Sorgen aufblitzten, blieben liebend auf den Geist und das Herz, die beiden, die so sehr auf der Suche waren nach den Höhen und Tiefen des Lebens, sie unterstützten, streichelten, wunderten sich manchmal, waren auf ihre sehr eigene Weise so weise. Als sie sich schlossen, konnte ich nichts anderes als aufschreien. Nur dies. Ein letztes Mal sah ich sie, Großmamas Augen, geschlossen, ohne Wärme und Liebe, sie waren gegangen, von hier und von mir. Geblieben sind die Gläser, die diese geliebten Augen in all den Jahren unterstützten und die Erinnerung an diese bedingungslose Liebe.

 

Magersüchtiges Mädchen mit der Brille der Großmutter
Großmamas Augen
Magersüchtiges Mädchen mit der Brille der Großmutter
Großmamas Augen
Magersüchtiges Mädchen mit der Brille der Großmutter
Großmamas Augen
Magersüchtiges Mädchen mit der Brille der Großmutter
Großmamas Augen
Magersüchtiges Mädchen mit der Brille der Großmutter
Großmamas Augen
Magersüchtiges Mädchen mit der Brille der Großmutter
Großmamas Augen
Magersüchtiges Mädchen mit der Brille der Großmutter
Großmamas Augen
Magersüchtiges Mädchen mit der Brille der Großmutter
Großmamas Augen
Magersüchtiges Mädchen mit der Brille der Großmutter
Großmamas Augen
Magersüchtiges Mädchen mit der Brille der Großmutter
Großmamas Augen
Magersüchtiges Mädchen mit der Brille der Großmutter
Großmamas Augen

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13. September 2015

Antje Kröger lebt und arbeitet als freie Fotografin und Fotokünstlerin in Leipzig. Das Spektrum ihrer Tätigkeit reicht vom Portraitieren anspruchsvoller Einzelkunden bis hin zu umfassend fotografisch künstlerischen Arbeiten in den Bereichen Werbung, Musik, Mode, Film, Theater etc. Im Fokus ihrer Arbeiten steht der Mensch, die Kommunikation mit dem Gegenüber ist der Schlüssel ihres Werks.

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ich bin die form, in der diese serie (und auch ein seminar, welches ich anbieten werde) überhaupt erst denkbar wird. mein körper, mein status quo, hier und jetzt, inszeniert, gestellt, verstellt vor meinen kameras. beziehung ist das wort für das, was zwischen mir und der fotografie entsteht. zwischen mir und mir, zwischen dem, wer ich gerade bin, was ich weitergeben will, und dem, was ich selbst noch lerne. deshalb zeigt sich die serie „zweimal“: analog mit großformatkamera, auf altem orwo-fotopapier, das aus einem land stammt, in dem auch ich sozialisiert wurde, bevor es aufhörte zu existieren. und digital, in farbe, mit der technik unserer zeit. denn ich bin beides: das damals und das jetzt, ohne dass eines das andere widerlegt.
24. September 2026