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Frau

Auf den Punkt gekommen
Bewegungsunscharfe Aufnahme einer dicken Frau im Ausfallschritt, gepunkteter Rock, glitzernder Hintergrund, analoge Großformatfotografie, clowneske Dynamik

Auf den Punkt gekommen

Tupfen über Tupfen, schwarz und weiß. Wirklich? Oder sehen wir sie nur schwarz und weiß? Illusion! Gold glitzert im Hintergrund (Woher wissen wir denn das? Es könnte doch auch Silber sein!) Der Raum gleicht einer Zirkuskulisse, die ihr Unterhaltungsversprechen längst gebrochen hat. Die kleinen und großen Punkte. Dots. Das Muster des Clowns, komisch und traurig zugleich, ein Kostüm. Der Körper dick, unverstellt, geöffnet. Kein Grund zur Scham, nur Fleisch
26. August 2026
Zauberei
nahporträt tänzerin mit kurzhaarschnitt, kopf geneigt, intimes analoges schwarzweißporträt, fotoserie zauberei

Zauberei

Zauberei. Das Wort klang so viel schöner als das englische: Its magic. Sie wiederholte es ein paar Mal. Sauberrei. Sauberrei. Mit ihrem herrlichen argentinischen Akzent. Sauberrei. Aus dem harten Z wurde ein weiches S, aus dem Rachen-R ein rollendes. Ich verschwand wieder unter dem glitzernden Stoff hinter meiner Großformatkamera, Zauberei. Eine Begegnung wie ein Zufall, der keiner war.
25. August 2026
Stanze
extreme nahaufnahme gesicht mit nägeln im mund, bemalte haut mit gitterlinien, expressives selbstporträt stanze-serie

Stanze

Genäht dort, wo etwas heraus gestanzt wurde. Blutunterlaufen. Kreise bildend. Die großen Schrauben halten den Körper weiterhin zusammen. Da, wo das Licht hineindringt, kann der Schmerz nicht zu groß sein. Haut ist Grenze. Blut ist Sprache. Weich gegen hart. Metall gegen Haut. Scherben als Ganzes, der Unterschied als Leichtigkeit. Eine andere Naht versperrt den Mund, die Sprache, die Meinung, die Worte, die Menschlichkeit, die Moralnadel des Kompass.
14. August 2026
Vogelfrei (II)
Rückenansicht mit blondem Haar über rotem Nagelbrett, Faust auf beschädigtem Holz, Canon 6D, abstrakte Bondage-Inszenierung Vogelfrei

Vogelfrei (II)

Form follows function. F wie F reiheit. F wie f uck, ich hänge fest. In diesen F esseln. F wie F unktionsstörung. F wie F assung bewahren. F wie weiterhin F ragen stellen. F wie f inde den F ehler. F wie F alle. Sie ist ein Nagelbrett. F wie F lucht. Fluchtfahrzeug verbrannt. F wie F allhöhe. Du kannst das überleben!
27. Juli 2026
Vogelfrei
Nahaufnahme Gesicht mit geöffnetem Mund und rotem Origami-Kranich an Faden gehalten, Bodypaint-Schminke, Canon 6D, symbolische Fotokunst Vogelfrei

Vogelfrei

Versuch. Flügelschlag. Das Versagen der Energiereserven. Freiheit weggeflogen, aufgesogen, in weite Ferne gezogen. Flügellahm. Prinzessin Vogelfrei kämpft mit den Winden von vorn. Weh und Lust. Freiheit eingebüßt. Doch gesehen immer noch am Horizont. Flügellahm nicht bewegungslos. Jede Bewegung kostet. Das Doppelte, das Dreifache. Kostet mehr, als sie einbringt, und weiter und weiter. Schlag auf Schlag. Bunte Flügelchen mit abgebrochenen Federchen. Frei-heit. Flügelfederfreiheit. Kein Ast hält. Brüchiges Holz durch die Hitzen der Welt. Das Fliegen und das (herunter) Fallen. Prinzessin Vogelfrei trägt beides, ineinander verwoben. Bunt bleibt! Lächeln bleibt!! Freiheit bleibt!!!
27. Juli 2026
Meeresschnee (II)
Analoges Farbportrait Mamiya 645 Fujicolor Superia 100, nahes Portrait, Hände an Wangen, Brille auf Kopf, pinke Farbe auf Stirn, Badekappe, Serie Meeresschnee Teil 2, Antje Kröger

Meeresschnee (II)

Der Schnee fällt weiter. Dieser Schnee, der auf eine Fortsetzung gedrungen hat. Die Farbe des Fallens hat sich verschoben, als hätte jemand das Licht ausgewechselt, das durch das Wasser bricht. Pink leuchtet, Schwarz scheint. Es kommt etwas durch, dass sich nicht mehr an Grau hält, weil Grau vielleicht immer nur die eine mögliche Entscheidung war. Unsere Vorstellung von Tod: gedämpft, gedimmt, entfärbt, als hätte das Sterben ein Anrecht auf Stille und Blässe, als wäre Trauer nur echt, wenn sie trauert mit dem Schleier aus weißen Lilien.
16. Juli 2026
Meeresschnee
Analoges Portrait auf Fotopapier ORWO, Frau frontal in Bluse und gepunktetem Rock, ausgebreitete Arme, gerissene Papierränder, Kamera Mentor, Serie Meeresschnee, Antje Kröger

Meeresschnee

was in der Tiefsee fällt. organisch, winzig, unaufhaltsam, Partikel aus dem, was einmal war, kein Zurück, nur das Fallen selbst, das Sinken als einzige Richtung, Sarah Moon war da, während wir arbeiteten, nicht gerufen, einfach da. diese Frauen in ihren Kleidern, die nicht ganz von hier sind, diese Körper, die sich dem Licht entziehen und ihm gleichzeitig ausliefern, diese Unschärfe, die keine Schwäche ist, sondern Wissen. das Verschwimmen, als einzige Aussage.
10. Juli 2026
Scheinbarkeit
Analoges Selbstporträt auf Fotopapier, Langzeitbelichtung, Gesicht seitlich durch transparentes Material verfremdet, Haare ausgebreitet, Kamera Mentor, Serie Scheinbarkeit, Antje Kröger

Scheinbarkeit

Die Wangen überströmen Glitzertränen. Ihr Fluss reißt nicht ab. Die Haut spannt, kribbelt merkwürdig. Die Haare gebändigt bis sie sich nicht mehr zusammenhalten lassen. Der Körper wankt in kreisrunden Bewegungen. Der Geist schärfer als bisher. Die Freude aus den Gliedern geflossen. die Lust in die Glieder gekrochen. Den Gleichschritt verlernt. Das Funktionieren abgeschafft. Die Moral der Zeit in einer Schublade abgelegt, den Schlüssel im Ofen gebacken.
9. Juli 2026
Eine kleine Traurigkeit
Analoges Selbstporträt Scala 200 Diafilm, frontales Portrait sitzender Frau mit starrem Blick, Rechenschieber vor dem Körper gehalten, schwarze Armstulpen, weiße Unterwäsche, Mamiya 645

Eine kleine Traurigkeit

gezählt. die Tage. unsere Tage. 1…2…6…199…203…3004…18154… Tag für Tag. die Zeit schreitet voran. majestätisch. weiter und weiter. kein Unterlass. keine Unterbrechung. keine Umkehr. abgezählt. nachgezählt. Zahlen. nur Zahlen. der Abakus aus Tiflis rechnet mit. plus. plus. plus. irgendwann ein Ende. keine Perlen mehr auf der Schnur. keine Tage mehr übrig. Kerze aus. Licht aus. Schlaf. ich liebe den Schlaf. die Träume, die mich besuchen. die schweren Lider, die sich langsam gen Licht räkeln. ein Schlaf ohne Aufwachen? really?
25. Juni 2026
… und du glaubst nicht an Wunder – eine Fortsetzung
Schwangere Frau lehnt mit ausgestreckten Armen zurück, Körper mit silbernem Lametta und roten Kreisen bedeckt

… und du glaubst nicht an Wunder – eine Fortsetzung

...und du glaubst nicht an Wunder – eine Fortsetzung" setzt die Fotoserie fort und verschiebt den Fokus auf einen schwangeren Körper, der zwischen Alltag, Ritual und Verletzlichkeit changiert. Küchenmotive treffen auf Lametta, Spiegelscherben und rote Kreismarkierungen, die den Körper wie eine Landkarte oder ein Versuchsobjekt erscheinen lassen. Die Serie fragt nach dem Wunder der Schwangerschaft, aber auch nach dem, was an diesem Zustand fremd, inszeniert und beunruhigend sein kann. Entstanden in warmem Licht, mit starkem Korn und einer rohen, theatralischen Bildsprache.
16. Juni 2026
Membran.Ich (2)
Bewegungsunschärfe von weißem Tüll über den Beinen einer sitzenden Person, analoges Schwarzweißfoto mit starkem Filmkorn

Membran.Ich (2)

Membran. Ich. ist eine analoge Fotoserie in zwei Teilen, aufgenommen auf Fomapan Ortho 400, gepusht. Im Mittelpunkt steht ein dicker Körper und transparente Folie als Material und Metapher. Folie als Kokon, als Schutz, als Gefängnis, als zweite Haut. Die Serie fragt nach dem Wunsch, sich vor der Welt zu verbergen, und danach, was von einem Menschen übrig bleibt, wenn er sich einpackt. Entstanden in einem theatralischen Setting mit schweren Vorhängen und hartem Licht. Analoge Fotografie, Kunstfotografie, Körperbild, Inszenierung.
14. Juni 2026
Membran.Ich (1)
ANALOGE FOTOGRAFIE – 35-mm-Kleinbildfotografie Antje Kröger

Membran.Ich (1)

Die Folie ist älter geworden, zerschlissener, vertrauter. Der Körper hat sich arrangiert. Mit der Folie, mit dem Verstecken, mit sich selbst. Aufgenommen auf Fomapan Ortho 400, gepusht, mit hartem Licht und theatralischem Setting aus schweren Vorhängen und altem Holzboden.
14. Juni 2026
Melodie in Pink
Nahaufnahme Akkordeon pinkes Haar nackte Brust Hände Kunstfotografie

Melodie in Pink

Ich, alt und zerkratzt und voller fremder Melodien. Melos. Ode. Viele Finger. Wärmere. Kältere. Sicherere.  Kasernen, Kulturhäuser und Kellerbars. Immer Sommer in meinen frühen Jahren, so erinnere ich es. Tanzböden unter freiem Himmel. Lichter. Menschen, die sich drehten und drehten und nicht aufhören wollten. Ich spielte bis meine Falten sich nicht mehr schließen wollten vor Erschöpfung.
9. Juni 2026
… und du glaubst nicht an Wunder
Fotokunst Körper am Boden Discokugel Blütenblätter Stuhl Performance Chaos Körperkunst

… und du glaubst nicht an Wunder

Eine wunderweise Melodie schlängelt sich durch das Universum, das sie einnimmt: ein magisches Universum aus den köstlichen Gängen der Elemente. Das Feuer, das ihr am nächsten ist, das Wasser, in dem sie ruht, wenn der Körper schmerzt oder das Innere bebt, die Luft, die sie tief einatmet, dabei bläst sie ihre Lungen auf und schöpft Kraft. Die liebe Erde krümelt unter ihren Fingern, so schön, so leicht, und rückt näher, wenn das Feuer zu stark facht und ihr die Nerven raubt. Die wundersamen Vier verbinden sich mit dem Triumvirat der Farben: RoT-wEiß-sChWaRz.
8. Juni 2026
Walsturz – Isolation
Analoge Fotografie, Mamiya, 120mm, dicke Frau, ganzer Körper ist in Klarsichtfolie eingewickelt, Querformat

Walsturz – Isolation

Isolation iso lation iso sol solo is isolation ist ist so so so late late lation relation relatio ratio io Ion Isolation iso–sol–solo–ist–so–late–ratio–Ion Isolation
15. Mai 2026
Walsturz
Dicker Rücken auf Gerüstboden, Körper zusammengesunken, Hände flach auf Holz, Haar ausgebreitet, 35mm-Schwarzweiß – Antje Kröger Körperfotografie Leipzig Berlin, Serie Walsturz

Walsturz

Ich wollte keine Wälin mehr sein, zu viele Zuschauer, zu viele Experten, zu viele Nicht-Fühler, ich wollte keine Wälin mehr sein, weil der Körper schmerzte, weil der Körper zu schwer war, um die Leichtigkeit auf der Haut prickeln zu lassen, weil der Körper steif und träge wurde und mich greisig fühlen ließ, ich wollte keine Wälin mehr sein, weil ich kein Habitat mehr um mich hatte, weil ich nichts mehr von den Walgefühlen fühlte, weil ich so erschöpft war von meiner Präsenz
15. Mai 2026
Tischgesellschaft
Inszeniertes Selbstporträt mit Häschenmaske und Granatapfel an der Brust, intensive Magenta-Farbverschiebung durch Filmsuppe — analoge Mittelformat-Fotokunst Antje Kröger Leipzig, Serie Tischgesellschaft

Tischgesellschaft

Mit Essen spielt man nicht! Einer von Muttis Lieblingssätzen. Oh doch. Mit Essen spielen, mag große Freude bereiten. Sehr große sogar. Sie hört den Satz im Ohr klingen und muss unvermeidlich an den Suppenkaspar denken. Der hörte einfach auf, seine Suppe zu essen, aus Protest und starb. 
11. Mai 2026
Mehrenge
Arm senkrecht hängend, von Gummibändern gleichmäßig eingeschnürt, Haut quillt hervor, Hand schlaff und livide – inszenierte Körperfotografie Antje Kröger Berlin Leipzig, Serie Mehrenge

Mehrenge

 fotografiert von A. Tcherkassova Die Wälin will kein Wal mehr sein, denn das freie Sterben wäre ihr dann nicht mehr erlaubt. Die Wälin will kein Wal mehr sein, denn sie würde sich in ihren banalen Netzen verheddern, wäre ihnen ausgeliefert, mehr als je zuvor. Die Wälin will kein Wal mehr sein, denn das Walsein ist […]
25. April 2026
stigMA – eine Fortsetzung
Analoge Aktfotografie Schwarz-Weiß, dicke Frau mit schwarzer Augenklappe sitzt nackt auf Stuhl, Kopf zurückgelehnt, vor dem Körper ein mit weißer Farbe bespritztes Gemälde, stark verwitterte Wand, Weitwinkelaufnahme, körnige Filmfotografie, Fotokunst.

stigMA – eine Fortsetzung

Stich. Wundmal. Zeichen. Alle drei brauchen die Oberfläche. Alle drei verändern sie. Alle drei bleiben. Und alle drei kennen einen Schmerz, der nicht schreit. Der sich einrichtet. Der irgendwann aufhört, sich Schmerz zu nennen und anfängt, normal zu heißen.
22. April 2026
Shmertzn
analoge fotokunst leipzig, Analogfoto auf Fomapan 400 Ortho, um eine Stufe gepusht, stark körnig. Nahaufnahme des Gesichts einer dicken Frau mit lockigem Haar, das vollständig schwarz bemalt ist. Die Augen sind hell und weit geöffnet, der Mund leicht geöffnet, ein weißer dünner Faden hängt aus dem Mund.

Shmertzn

tack tack tack ruhe.los tack tack tack. luft.los tack tack tack kraft.los es wütet und trotzt es schreit es treibt tack tack tack das leid leidet die sehnsucht sehnt oder süchtet, je nachdem der kummer kümmert sich einfach nicht es wütet und kotzt tack tack tack ru.ckt. zu.ckt fu.ckt, tack tack tack.
16. April 2026
Tonart
Alttext: Schwarzweißnahaufnahme: Zwei ton-bedeckte Hände auf einem nackten Oberschenkel mit „NÖ"-Tattoo, Holzboden mit Farbresten im Hintergrund.

Tonart

Skulptur oder Körper. Material oder Fleisch. Oberfläche oder Inneres. Hülle oder Kern. Form oder das, was formt. Abbild oder Anwesenheit. Gewicht oder das, was wiegt. Stille oder das, was schweigt. Vergänglich oder das, was bleibt. Erde oder das, was daraus wird. Schicht oder Haut. Abdruck oder Berührung. Anfang oder das, was sich erinnert. Und zu viele Fragezeichen, um sie setzen zu wollen.
7. April 2026
Eigenleib
Eigenleib

Eigenleib

Eigenleib. Nicht Körper. Nicht Objekt. Nicht Erklärung. Das Schwere. Das Warme. Das Rote. Das Lebendige. Kein Name. Keine Referenz. Keine Fußnote. Nur die Haltung, das schonungslose Schauen, das Fleisch als Wahrheit, der Körper ohne Entschuldigung.
6. April 2026
Trachom
Trachom Fotokunst, extremes Nahbild eines Auges durch eine Lupe vergrößert vor schwarzer Tafel mit Kreideaugen, Fotografin Leipzig

Trachom

Licht. Augen. Nichts. (Fast nichts. Mehr.) Erst das Licht zu viel. Dann die Augen zu wenig. Dann nur noch eine Erinnerung. All das klingt wie ein schlechter Scherz. All das klingt wie eine Geschichte, die sie sich erzählen an den Stammtischen. All das klingt, als sei dies weg, weit weg. Aber nein, es ist nah, für diese zwei Augen näher, als die Seele ertragen, vertragen kann. Diese weint, weil die Augen zu krank sind, um ihrer Aufgabe nachzukommen. Fast blind. Erblindet. Innerhalb zweier Monate. 60 Tage, die das Leben auf den Kopf stellten, umkrempelten, zu einem anderen Leben führten. Dem Augenlicht beraubt in 1440 Stunden.
6. April 2026
Greisenmädchen (Teil II)
Greisenmädchen Teil 2, Frauenkörper mit ausgebreiteten Armen von Kabeln umwickelt in kreuzförmiger Haltung, Fomapan 400 Ortho, Fotografin Leipzig

Greisenmädchen (Teil II)

Grobkorn, Riss, Falte, Bruchkante, Schattenrand, Druckstelle, Abdruck, Nachhall, Restwärme, Widerstand, Reibung, Schwere, Zug, Drängen, Überschuss, Leerstelle, Halbdunkel. Hingabe, Spur, Sediment, Leuchtkraft zu viel, zu nah, zu eng, zu laut, nicht glatt, nicht fertig, nicht gefällig, aus dem Takt, gegen den Strich, neben der Spur, unter der Haut, im Nachglühen, im Vergehen müde, zäh, aufgeraut, verdichtet, […]
30. März 2026
Greisenmädchen (Teil I)
Fotokunst Greisenmädchen, Frau schaut durch Äste und Kabel hindurch, Fotografin Leipzig, Antje Kröger

Greisenmädchen (Teil I)

Sie bat den jungen Kerl, sie ab nun während ihres Balzverhaltens immer sein Greisenmädchen zu nennen. Aber ist es denn überhaupt eine Balz, wenn es nicht mehr um Reproduktion geht? Egal. Sie mochte die Wortschöpfung. Greisig. Klang wie auf dem Weg ins Morgenland, zu all den Weisen, mit denen sie Schritt halten konnte. Mädchen. Das Attribut hatte sie niemals aufgegeben. Immer die Wangen rosig, immer auf der Flucht vor Verantwortung, immer ein naiver und doch wacher Blick in die Ferne.
30. März 2026
Der Ballast (Teil 2 / zavorrare)
Frau streckt beide Hände zur Kamera aus, Haare über ihr an der Leine, offener Mund, analoges Schwarz-Weiß-Foto auf Kodak T-Max 100, Serie „Der Ballast"

Der Ballast (Teil 2 / zavorrare)

Die Hüften sind breit, die Haut marmoriert von Striemen, von Zeit. Das Fettgewebe legt sich weich über den Beckenknochen. Die Haut fällt in tiefen Falten an den Oberschenkeln, an den Hüften, am Bauch. Aufgezeichnete Jahre, aufgezeichnetes Gewicht, aufgezeichnetes Leben.
12. März 2026
Der Ballast (Teil 1 / Omoni)
Kopf einer Frau von oben, liegend, mit Blumen am Mund, roter Stoff und blauer Hintergrund, Serie „Der Ballast"

Der Ballast (Teil 1 / Omoni)

Die Schwere sitzt in meinem Körper, Herz und Geist. Hat sich dort verfestigt. „Ich bin ein Monument." Weiterhin. Die Blumen, mitgereist aus der Heimat. Ihre Köpfchen hängen, der erste, flüchtige Blick auf sie, ist ein Blick auf das vermeintlich Gestorbene. Der zweite Blick zeigt ihr Leben. Sie duften, sie fühlen, sie leben. Wollen von mir verspeist werden. So führe ich sie zum Mäulchen, klemme sie zwischen die Zähne, presse sie an die Lippen. Obszön. Zärtlich. Gleichzeitigkeit. Was mache ich mit etwas, das ich liebe und das mich beschwert? Ich verschlinge es. Ich halte es fest. Ich lasse es nicht los. 
12. März 2026
Die Lücke
Frau hockt mit welken Tulpen, Fotokunst Die Lücke

Die Lücke

Beide dachten über die Lücke nach. So viel Lücke, so wenig Lücke. Welche Lücke verspüren sie und was genau meint diese Lücke? Die Lücke, die vielen Schmerz oder Kopfweh bedeutet. Die Lücke, die vermissen lässt, die nichts füllt, die grau in grau in grau daherkommt. Aber beide denken die Lücke in eine andere Richtung. Die Lücke, die Platz lässt, die Lücke, die Raum gibt, um tief durchzuatmen, die Lücke, die in allen Farben der Welt leuchten kann und in allen Formen daherkommt. Die mehr gibt, als dass sie nimmt, die auch mit Gefühlen in den Ring tritt, aber oft mit solchen, die uns wachsen lassen, in die Höhe und in die Breite.
10. März 2026
Glutnärrin
Glutnärrin

Glutnärrin

Meine Selbstporträt-Serien bestehen derzeit aus wilden Remixen aus analoger und digitaler Fotografie. Ich arbeite mit altem Filmmaterial, schaue, was das Material aushält (pushen, viel Licht, wenig Licht), entwickle es dann in der Dunkelkammer – zu lange, zu kurz, mit verschiedenen Temperaturen. Ein interessantes Experimentieren mit dem Zufall. Zusätzlich arbeite ich digital, um das Thema nicht aus den Augen zu verlieren, um mich bei der Selbstinszenierung zu beobachten, um den Raum offen zu halten, den der Zufall auch schließen könnte.
26. Februar 2026
Schlafes Schwester
Selbstporträt Schlafwandeln, Fomapan Ortho 400 gepusht, analoge Fotokunst

Schlafes Schwester

Linda und Dzevad Karahasan inspirierten mich zu dieser Serie. Und ich mich selbst. Weil ich „Schlaf" auf meinen Zettel mit den zehn Worten geschrieben hatte – als zehntes und damit letztes Wort. Aber eines nach dem anderen.
20. Februar 2026
GLEICH-Gewicht
Frauenkörper gebeugt nach vorne, Fomapan Ortho 400, analoge Körperstudie

GLEICH-Gewicht

Masse. Volumen. Schwerkraft. Nicht leicht, nicht gefällig, nicht mühelos. Und: nicht zu übersehen. Körper hat Stand. Körper nimmt Raum. Körper bleibt: eindrücklich. Haut über Fett, gewichtig an Hüften und den Schenkeln. Mädel dreh dich. Aber sachte.
16. Februar 2026
Die Verachtung
Schwarz-weiß Selbstporträt Doppelbelichtung mit wilden Locken, digital-analog Remix

Die Verachtung

Achtung Stillgestanden! Hier komm* ich: Die Verachtung. Sie verachtet sie. Sie verachtet ihn. Er verachtet sie. Ihn nicht so sehr, meist. Sie verachtet es. So wie er auch. Sie verachten sie. Alle gegenseitig.
8. Februar 2026
Zuviel Jetzt: BLAU
Zeitgenössisches Porträt in Blau – Antje Kröger Fotokunst

Zuviel Jetzt: BLAU

BLAU Traum. Ewiger Schlaf, blaue Leere, die atmet. Schwebend, entrückt, bleiern. Philosophisches Nichts, konzeptuelle Weite, ertrinkende Zeit. Indigovergessen. Lapislazulileid. Schwermut. Kindliches Unbehagen. Blaue Stunde. Marienmantel.
27. Januar 2026
Zuviel Jetzt: ROT
Surreales Porträt mit vielfachen Augen im Rotlicht – Antje Kröger

Zuviel Jetzt: ROT

ROT Rose, Koralle, Mohn. Bittersüß. Holundermund, Granatapfelkern, Kirschstein. Samtig, unendlich, obsessiv. Purpur, Scharlach, Zinnober.
27. Januar 2026
Zuviel Jetzt: GELB
Moderne Porträtfotografie mit Reflexionen, Antje Kröger

Zuviel Jetzt: GELB

GELB Galle und Glorie. Schwefel und Krankheit. Gift und Schande. Wille, Kraft, Selbsterkenntnis. Ekel, Gier und Lust. Sehnsucht, Eidotter, Rausch. Verrat. Feigheit. Gelbsucht. Judenstern.
27. Januar 2026
Bloßsein … ZWEI
Schwarzweiß-Fotografie, liegende Frau mit Perlenkette, Kunstfotografie

Bloßsein … ZWEI

Wer bin ich? Wer will ich sein? Wie blickst du auf mich? Wie formt sich mein Sein für das Außen? Gewänder? Präsenz? Körper(form)? Stimme? Spiele ich auf der Vorderbühne oder ist meine Rolle die der Beobachterin auf der Hinterbühne?
26. Januar 2026
Bloßsein … EINS
Fine Art Fotografie SW, Frau mit Vogel, künstlerisch, surreal

Bloßsein … EINS

Es ist bitterkalt, als wir durch das Gartenzimmer ins Freie treten. Die Schneedecke unberührt, die Luft feucht und für einen Nachmittag viel zu dunkelgrau. Die mitgebrachte Lampe kann ein wenig Licht leuchten lassen auf den Körper, auf den Menschen, auf das Sein.
26. Januar 2026
Weisser Mantel (II)
Rotes Durchdringen eines weißen Kleides in analoger Fotokunst

Weisser Mantel (II)

Besudelt schön. Die Stimmung kippt. Wie in jenem Augenblick, als das unschuldige Schneewittchen den roten Apfel des Verhängnisses aß und für uns tot schien. Ein Moment der Traurigkeit, kein Weg mehr will zurück.
18. Januar 2026
Weisser Mantel (I)
Analoges Filmsoup-Porträt zwischen Materialität und Mensch von Antje Kröger

Weisser Mantel (I)

Als sie den weißen Mantel zum ersten Mal wahrnahm, war er sorgfältig geglättet hinterlegt auf einem Stromkasten am Ende ihrer Straße. Es war diese Zeit zwischen den Jahren, diese Zeitlosigkeit in der schnellsten aller Welten, die sie so liebte. Kalt war es, die Straßen leer von Automobilen, Menschen und Lärm. Das weiße Gewand schimmerte ganz ruhig in der Mittagssonne.
18. Januar 2026
BEweg
Weiblicher Akt zwischen Spiegelung und Bewegung, Antje Kröger

BEweg

Eigentlich wollte ich nur zwei Kameras ausprobieren, die ich jahrelang nicht benutzt hatte. Außerdem lagen im Kühlschrank noch Filmrollen, lange abgelaufen, feucht geworden – natürliche Filmsuppe also. Ein Versuch, ohne Anspruch, ohne Plan. Doch dann bewegten sich Sujet, Licht und Körper wie von selbst. Sie fanden zueinander, überlagerten sich, brannten sich ein. Und ich konnte nicht mehr aufhören zu fotografieren.
28. Dezember 2025
Das Schweigen
Zeitgenössische Fotokunst: Aktdarstellung mit Augenverband von Antje Kröger

Das Schweigen

Worte waren ihr Werkzeug. Schon immer. Nur ihre Intensität passte sich ihren Leben an. Worte waren ihre Brücke zueinander. Wie selbstverständlich gingen sie hinüber, hörten, lasen die Melodien des anderen.
24. Dezember 2025
Malaise – und weiter
Aktfotografie Leipzig

Malaise – und weiter

Ungeputzter Schleier hinter Augen, gedämpfte Worte zwischen Lippen, Tränchentropfen zwischen Wimpern. Kratzspuren entlang der pulsierenden Adern.
5. Dezember 2025
Malaise
Porträt einer Frau vor dunklem Hintergrund, die mit ernstem, direktem Blick in die Kamera schaut. Sie trägt ein weißes, an den Schultern zerissenes T-Shirt und ein weißes Stirnband; ihre Haare wirken zerzaust. Die Arme sind nicht sichtbar, als wären sie im Stoff verborgen. Vor ihr steht ein Tisch, auf dem ein silbernes Tablett und ein weißes Tuch liegen

Malaise

Da stehen viele Betten in diesem Sanatorium. Eines neben dem anderen. Sie bilden horizontale und vertikale Reihen. Gleich einem Schachbrett. Doch es sind immer noch nicht genügend Betten in diesem Sanatorium. Bettenknappheit für all diese Malaise. Das Sanatorium liegt nicht wie beim berühmten Mann auf einem Berg, der zaubern kann, es befindet sich inmitten eines Nichts. Keine Wälder. Keine Moore. Keine Wiesen. Keine Seen. Keine romantische Naturidylle drumherum. Dafür Beton und Stahl und Gewimmer und Gejammer. Nicht, weil das Selbst der Insassen mitleidig ist. Nein. Der Schmerz schmerzt. Und niemand besucht sie, die Schmerzvollen. Sie sind so gefüllt mit diesem Stoff, dass ihnen von Zeit zu Zeit der Atem stockt, der Leib zuckt, die Windungen hinter der Stirn zu einem Kurzschluss verschmelzen. „Besuchst du mich?“ — niemand antwortet: „Ich glaube nicht.“ Der verletzende Schmerz. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Auch die der Schmerzvollen. Gerade ihre.
4. Dezember 2025
Gebrochen I
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Gebrochen I

Das Wasser beruhigt. Für den Moment. Die Sonne auch. Sie wärmt den Bauch. Sie malt Schatten auf die „zerstörte“ Haut. Das Wasser rauscht ins Innere, breitet Leichtigkeit aus. Es darf sein. Wie auch alle Körper. Roh, nackt, uneitel. Form. Einfach nur Form. Für den Moment. Eine kurze Pause von Schmerz. Eine kurze Pause von Sucht. Pause von Scham. S–S–S. Ein Kreis. Der Kaputtness-Kreis. Kurze Unterbrechung.
29. Oktober 2025
Attacke
Frau im Latexanzug, um sie gewickelt ein Band mit der Aufschrift "Danger" fotografiert in schwarz/weiss

Attacke

Sie hatte ihre Dämonen selbst mitgebracht, verkündete sie stolz. Doch der Herbstwind hatte sich in der Handtasche verheddert und all die Dämonen durcheinandergeschüttelt. Vorher waren sie schön übereinander gestapelt und in Butterbrotpapier eingewickelt gewesen: Dämon 1, Dämon 2, Dämon 3 und so weiter, Schicht für Schicht für Schicht. Nun waren die Dämonen ineinander verschlungen, aber nicht sanft und zärtlich miteinander, sondern verzahnt, verkeilt, verhakt. Einzeln wussten sie nicht mehr, wo ihnen der Kopf stand, wo ihr spezielles Dämon-Sein begann und wo es endete. Sie waren nur noch eine wilde Masse; das Butterbrotpapier konnte sie schon lange nicht mehr zusammenhalten, ein Dämonenbrei in der Handtasche, der zeterte und keifte.
19. September 2025
Das Monument
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Das Monument

Erschütterung. Im Gebälk des Monuments. Hätten sie doch die Statik geprüft;  nach Riss für Riss für Riss. Aiolos, Herr der Winde, schickte einen Sturm durch seinen Schlauch, und das Monument musste wanken. Wanken und Wackeln. Es krümmte sich vor Schmerz. Verbindungen, Fugen, tragende Strukturen versagten. Bruch. Luftknappheit. Stein um Stein lockerte sich. Tränen. Weinendes Monument.
8. September 2025
Witwenspitz
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Witwenspitz

Ein Raum, durchbrochen vom Licht. Es fällt in Schichten, in Farben. Manche schneiden wie Klingen, sie erinnern an den Schrecken. Andere wärmen, intensiv, beinahe zärtlich. Auf dem Hocker eine Gestalt, wie ein Monument. Ein Körper, von Erinnerung überzogen. Sie. 
21. August 2025
Schau im Dunklen nicht in den Spiegel
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Schau im Dunklen nicht in den Spiegel

Vor vier Jahren schien die Sonne schon früh auf die Sommermatratze. Sie lag wach neben ihm. Gerade hatte sie eine Nachricht bekommen, die sie unbedingt mit ihm teilen wollte. Doch er schlief noch tief und fest. Die vergangenen Tage waren sie gemeinsam unterwegs gewesen. Ihre Familie hatte etwas Großes zu feiern gehabt. Sie schlugen sich die Bäuche voll, tranken und tanzten, hatten wilden Sex und stampften am nächsten Tag mit großem Kater durch die große Stadt. Sie hatten kaum geschlafen, wollten den Ort aber nicht einfach unbekannt an sich vorbeiziehen lassen. Als sie wieder zu Hause waren, fielen sie erschöpft und gemeinsam ins Bett, dort, wo nun die Nachricht auf ihn wartete. Aber er schlief immer noch. Sie las die Nachricht mindestens einhundert Mal und wartete auf ihn. So wie sie gerne auf ihn wartete. Er war das Schöne in ihrem Leben, das Beruhigende, das Langsame, das Wissende, das Lustige und noch so viel mehr.
10. August 2025
Welker Sommer
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Welker Sommer

Alles leuchtet im doppelten Licht. Licht, Licht, Schatten. Von Zeit zu Zeit überragen diese Schatten ihre Figuren. Sie übersteigen die Vorstellung, dehnen sich wie schwarze Löcher aus, auf eine Größe, die für das Denken unvorstellbar ist, und legen sich selbst über das doppelte Licht. Mehr Licht, mehr Schatten. Noch mehr Licht, noch mehr Schatten. Ein Mehr des einen bedingt auch ein Mehr des anderen. Gegengewichte tarieren sich aus. Das Gesetz des Gleichgewichts gilt. Es gilt immer. Gerät das Konstrukt aus Licht und Licht und Schatten in eine Schieflage, implodiert das System.
4. August 2025
Ich würde …
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Ich würde …

… dir so gerne sagen, wie sich dieser Monat für mich anfühlte. Wie es war, die Tage an sich vorüberrauschen zu lassen. Tage wurden zu Nächten, Nacht um Nacht zu Tag um Tag. Immer auf der Lauer, jeder Moment voll, jeder Zeigerschlag donnernd, jede Regung ein Zucken. Die Lust als Gegengeschäft auf die Realität.Spielpartner, in […]
31. Juli 2025
Unvernunft
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Unvernunft

Ich habe einen Raum der Unvernunft erschaffen. Der Raum ist nicht sehr groß – braucht er auch nicht zu sein. Alle Türen sind verschlossen. Wenig Licht dringt hinein; die Gardine der Großmutter, diese hübsche, hält es zurück. Alle Fenster sind geschlossen, damit die Realität der Straße nicht hineinkriechen kann. Der Raum ist erfüllt von: es darf, es kann, es muss, es ist. Eintritt nur mit Einladung. Spärlich ist er ausgestattet. Wenig Spielzeug. Hier darf alles gedacht, alles gesagt, alles gewünscht, alles gewollt werden. Die Unvernunft als Grenze und Möglichkeit. Gewollte Narrheit.
20. Juli 2025
Ein analoger Samstag
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Ein analoger Samstag

Es begann ein wenig holprig zwischen uns, wurde im Laufe des Tages aber ziemlich ausführlich, unterhaltsam und arbeitend. Nadine war von Nürnberg nach Leipzig zu mir gefahren, um der analogen Fotografie (noch) näherzukommen. Auch Nadine ist Fotografin. Auch sie will mehr von der Fotografie, als bloß Produkt oder Dienstleistung zu sein. Sie hoffte, von mir und meiner Kunst zu lernen (zum einen). Zum anderen aber auch, gesehen zu werden, genau zu diesem Zeitpunkt in ihrem Leben.
24. Juni 2025
Moment, Geste, Emulsion
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Moment, Geste, Emulsion

Diese Zeit verlangt nach Berührung, nach Ruhe, nach Sich-Bewusst-Sein, nach Innen, nach Beisammen, nach Besinnung, nach Sinn und Sinnhaftigkeit, nach Selbst ohne Angst vor dem Nicht-Selbst, nach Fühlen, nach Form, nach Mut, nach Kopf-Hoch, nach Zutrauen, nach Zuspruch, nach Zurücktreten.
13. Juni 2025
Öde an die Taube
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Öde an die Taube

eine Fotoserie von PT und Antje Kröger
10. Juni 2025
Der Duft von verbranntem Licht
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Der Duft von verbranntem Licht

Am Anfang waren ein Band und das Feuer. Das Band war immer fest, von Anfang an. Es war nicht aufdringlich und stellte sich nicht in den Vordergrund, es war von einer Zartheit und Eleganz, obwohl das, was es verband, nicht zart war und schon gar nicht elegant. Und das Feuer? Es war nicht groß und vernichtend, ein kleines Feuer, ein feines Feuer, ein arbeitendes Feuer. Es brannte und brannte. Und auch als die Stürme aufkamen, brannte es weiter – es war seine Aufgabe. Still und leise ging es dieser nach, auch wenn es um das Feuerchen herum immer verrückter wurde. Natürlich beobachtete es das Treiben. Manchmal kopfschüttelnd, ab und an mit einem Lächeln auf den heißen Lippen, manchmal aber auch mit einem Schwall von Tränen in den Feueraugen, die es aber nicht herauslassen konnte – ansonsten würde es sich ja selbst löschen. Das war natürlich keine Option.
27. Mai 2025
Zweischönlein
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Zweischönlein

Sie wollen alles – bis zum bitteren Ende ästhetischen Fatalismus. Streben nach dem vollen Gefühl, der Sehnsucht nach der Sehnsucht – ein großes Fressen nach dem Hunger. Ihre Gegenüber nur hübsches Beiwerk, schmackhafte Körperlichkeiten, wohlhabende Ausuferungen. Sie interessieren sich nicht für gesellschaftliche Normalitäten, Regelungen und zugeschnürte Korsagen. Sie atmen die Freiheit mit jeder Pore Haut, sie lieben die Absurdität der Lebenskreise, die Überschneidung von Gut und Böse. Ekstase und Erschöpfung schlafen in ihrem Dasein nebeneinander.
23. Mai 2025
Exit Sanierungsgebiet
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Exit Sanierungsgebiet

sie betritt den raum als wäre er ein urteil die tür fällt hinter ihr ohne dass sie sie berührt hat ihre schritte schwer wie fragen die niemand stellt ihre schultern tragen nicht nur knochen sondern entscheidungen die nie ihre waren der körper ein versuch der auflösung ein manifest aus haut und zweifel sie legt sich auf den steinigen boden ihre wirbelsäule zählt jeden moment der verschiebung tastet nach gewissheit in den blauen kacheln über ihr spiegelt sich nichts sie blickt in das loch das für sie gegraben wurde
12. Mai 2025
Schümanns Küche
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Schümanns Küche

Schon als sie ein kleines Mädchen war, betrachtete sie mit ihrer Oma die alten schwarz-weißen Fotos mit gezacktem Rand aus der Hauswirtschaftsschule der späten 1930er Jahre. Auf diesen Bildern standen junge Frauen nebeneinander, schauten gezwungen freundlich in die Kamera. Sie trugen weiße Schürzen über Röcken, die die Knie bedeckten. Dabei hätte ihre Großmutter lieber Abitur gemacht. Doch ihr Geschlecht gab nur eine Richtung vor: Richtung Ehefrau, Richtung Mutter, Richtung Haushalt. Kochen, Nähen, Betten machen. Klug und wirtschaftlich einen Haushalt führen – das wurde in dieser Schule gelehrt.
8. Mai 2025
Apfelblütenrausch
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Apfelblütenrausch

Mit jedem Biss in einen güldenen Apfel werden Götter wieder zu Göttern. Was eben noch grau und eingefallen war, gebückt und schwach, von schweren Gedanken beschwert, wandelt sich zu jugendlicher Frische: rosige Wangen, aufrechter Gang, Glanz in den Augen. Im Garten Asgards wandelt die schöne Idunn. Sie ist die Göttin der Jugend, der prallen Wänglein, der vitalen Gedanken, der Sorglosigkeit, der Frische, der vor Kraft strotzenden Körper. Ihr Zuhause ist die nordische Sagenwelt. Sie ist die ewig Junge, die einen Schatz aus goldenen Äpfeln bewacht und verteilt. In diesen Früchten liegt ein großer Zauber – der Zauber der immerwährenden Jugend.
28. April 2025
IDEAL (flüchtig . vergänglich . endlich .) – die Fortsetzung
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IDEAL (flüchtig . vergänglich . endlich .) – die Fortsetzung

Wirbel an der Wand – wie aufgewühlte Gedanken – abgewetzter Boden – im Halbdunkel eines rauen Raumes – der rote Faden zieht sich um das Bein – wie eine offene Frage – blauer Kachelblock – übersät mit zersplitterten Spiegeln – Bruchstücke – die alte Schreibmaschine hat ihre Worte verloren – Enge und Schmerz und das Ringen um Ausdruck – Rückzug – Neuwerdung oder der Versuch, in einen anderen Zustand überzutreten – zwischen Schutz und Ausgeliefertsein – zwischen Innen und Außen – zwischen Vergangenheit und Zukunft – Geborgenheit und Heimat – suchend – zurück in den Schoß der Wärme – wollend - Spuren von Leidenschaft und Schmerz und leiser Wut – ein Leib – kraftvoll und verletzlich – nicht mehr jung – noch nicht alt – Müdigkeit – unvollständige Geschichten – stiller Stolz – gegen das Unsichtbarmachen und das Wegducken und das Sich-Kleinmachen – kraftvoll – fast trotzig – Empfindsamkeit bis unter dir Haut – das Fleisch erzählt Geschichten von Leben und Kampf und Hunger und Zartheit und Widerstandskraft – Mahnung – archaisch – Abwehr und Einladung – zwischen Ich und Welt – heiliger Raum – Feuer und Blut und Ursprung und Ende
27. April 2025
IDEAL (flüchtig . vergänglich . endlich .)
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IDEAL (flüchtig . vergänglich . endlich .)

Es gibt nur noch wenige Lichtquellen in ihrer Behausung. Das Licht ihrer gemeinsamen Treffen ist ein rotes. Es wirft Schatten an die Wände. Neue Treffen, neue Schatten. Er war schon einmal bei ihr. Das ist sehr lange her. Sie erinnert sich kaum daran. Mehr als ein Jahrzehnt war vergangen. Jetzt kommt er wieder – zu ihr, in jeder Begegnung, nach jeder Begegnung.
21. April 2025
Triumph des Lichts
FOTOWORKSHOP: PORTRAIT – DU BIST SCHÖN!

Triumph des Lichts

Johann Wolfgang von Goethe: »Schönheit kann nie über sich selbst deutlich werden.« André Breton sagte einst, Schönheit soll erschütternd oder gar nicht sein! »Schönheit ist Schrecken. Wir wollen verschlungen werden von ihr […]« – Donna Tartt, Die geheime Geschichte“ Sie erschrickt (ziemlich) oft.Weil sie sich alleine wähnt (in ihrer Welt).Weil die Musik oder die Worte aus […]
18. April 2025
DIS-Harmonisch
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DIS-Harmonisch

Der Spielling sitzt am Harmonium.Sein graziler Oberkörper schwingt in der Dunkelheitwie ein Pendel hin und her.Sein starker rechter Fuß stampft auf einen Tretschemel,der andere ist gerade außer Betrieb. Seine schlanken Finger ziehen an den Registern –für die Klangfarbe seiner magischen Töne –oder berühren die weißen und schwarzen Tasten,streicheln sie, schlagen sie, hämmern, klopfen, hauchen.Abwechselnd. Das […]
15. April 2025
Sinn – e s – lust in Tannhausen
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Sinn – e s – lust in Tannhausen

1990. Der Heldentenor – mein Protagonist – hängt seinen blauen Tannhäuser-Mantel – er ist leuchtend blau, mit Gold abgesetzt am Kragen und der Knopfleiste – an den Garderoben-Nagel. Für immer. Nie wieder Oper. Nie wieder Richard Wagner.
10. April 2025
Grün.Rot.
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Grün.Rot.

Diese kleine Serie ist Auftakt, Einleitung, Präludium. Ein Prolog, eine Initiation, eine leise Schwelle. Ein Flüstern. Ein erstes Zittern. Viel Energie, Kraft und Emotion sind unterwegs – in meiner Welt und in der großen darüber hinaus. Sie wollen sich zeigen, drehen und wenden. Sie wollen ihre Geschichten erzählen. Sie wollen er-leben.
9. April 2025
Zeitstaub & Lichthaut
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Zeitstaub & Lichthaut

Der Staub in unseren Lungen lässt uns sicherlich ein paar Jahre weniger leben, sagt er, ganz in Gedanken. Vielleicht. Vielleicht ist unser Leben auch schon morgen vorbei oder übermorgen, oder war es das gestern oder vorgestern schon? Was zeigt die Uhr an? Warum bewegen sich die Zeiger in Schleifen? Warum wiederholen sich die Bewegungen immer wieder? Schritt für Schritt. Atemzug um Atemzug. Sturz um Fall. Wann beginnt etwas, wann ist es zu Ende? Darf der Anfang sich aufbäumen gegen das Ende? Muss das Ende den Anfang kennen? Welche Form hat der Weg zwischen einem Anfang und einem Ende? Gibt es nach einem Ende auch wieder einen Anfang? Ist deine Lieblingsform die Schleife?
29. März 2025
Todmüde
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Todmüde

Entstanden im März - während meines Fotoworkshops: Inszeniertes Porträt und Straßenfotografie. Gestern bekam ich eine E-Mail von M. Darin stand dieser Satz, den ich selbst so lange nicht gesprochen und gedacht habe: Alles hat mit allem zu tun. Mir fehlt es so sehr, mit dir Musikraten zu spielen. Deshalb ein Soundtrack zur Serie:
23. März 2025
Staubiger Aufruhr
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Staubiger Aufruhr

Kein sichtbares Beben der Aufruhr – sondern der Moment, in dem der Raum nicht mehr das war, was er zu sein schien. Ein Verwirren der Perspektiven, ein Rauschen im Kopf, das keine Form annahm und doch alles in Bewegung hielt. Und als der Vorschlaghammer erneut auf den Boden schlug, wusste niemand mehr, was noch stand oder was bereits gefallen war. Gefallen, verschlungen, wieder ausgespien in eine andere Welt, in ein anderes Sein. Neu atmen lernen, neu sehen lernen, neu hören lernen. Luft herauslassen aus dem Dauer-Spannungsbogen. Licht fressen, damit endlich der Hunger gestillt. Schatten trinken, damit das Untergehen gestoppt. Münzen zählen, dass der neue Unterschlupf bezahlt.
21. März 2025
Im Zwischen der Zeiten
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Im Zwischen der Zeiten

Hast du den vollen Mond der vergangenen Nacht auch angestarrt, so wie ich? Hat dich der volle Mond in seinem tiefen Orange genauso kirre in die Nacht entlassen, so wie mich? Hat dich der volle Mond auch daran erinnert, wie wir beide einst an unseren Fenstern standen, um ihn gemeinsam durch das Telefon anzuheulen?
18. März 2025
Die Puppenspielerin
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Die Puppenspielerin

Ihre Drahtfüße, an Porzellanbeinchen, steckten tief im Emailleeimer mit der heißen Asche. Der Kohleofen hatte die Asche in den Morgenstunden ausgespien, nachdem er in der noch kalten Nacht langsam und bedächtig seine schöne Wärme abgegeben hatte. Der Frühling würde bald in das Leben einziehen, die Sonne schickte an den Tagen schon kräftige Strahlen aus dem Universum. Doch in den Nächten hatte noch immer Väterchen Frost das Sagen.
6. März 2025
ES ist – e b e n – s o
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ES ist – e b e n – s o

ES ist – e b e n – s o ES ist – e b e n s o ES ist – e b e n ES ist e b e n ES ist
1. März 2025
Zeit-nah(t) – Part II
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Zeit-nah(t) – Part II

Im engen Raumbrennt ein Sternunter kaltem Licht,funkelt gegen Dachschrägen. Rot peitscht durch die Adern,doch die Kälte schneidet tiefer.Es schneit durch die Luke,das Weiß legt sichnur auf die Haare,die Haut bleibt nacktwie ein offener Nerv. Zart krallt sich an Wände,hart schlägt der Atem.Energie zuckt, zwart, ein Funke ohne Halt,verheddert in der eigenen Existenz. Der Stern hängt […]
24. Februar 2025
Wind of Abriss
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Wind of Abriss

Diese Räume haben gespürt, gerochen, gelebt, gefeiert, getrauert, gehadert, beherbergt, sich verändert, boten Schutz, zerfielen, waren Wohnraum, Unterschlupf, Schlafstätte, Atelier, Fahrradgarage, Wohngemeinschaft, Familienresidenz. Und noch so viel mehr. Sie erlebten zwei Weltkriege, mehrere politische Umwälzungen, Zuzug und Wegzug, Zerstörung, Umgestaltung. Sie wechselten die Farben, auf ihren Wänden stapeln sich die Schichten der Jahre. Über ein Jahrhundert Raumgeschichten. Menschen kamen und gingen, wurden gezeugt, geboren und starben in den Räumen, sie lebten, liebten, hassten, schmiedeten Pläne, vegetierten, froren, tranken, rauchten, aßen, kopulierten, trauerten, diskutierten, fügten sich Schmerzen zu, schlugen sich, ruhten.
24. Februar 2025
Schatten-Schnee-ling
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Schatten-Schnee-ling

Winter liegt trüb über der Stadt, ein Mantel aus Schnee, der die Dächer bedeckt und die Gassen in Blässe hüllt. Die Fenster der alten Häuser stehen schief in ihren Rahmen, die Scheiben gefroren. Draußen, jenseits der Glasscheiben, recken sich die Dächer gen Himmel, die Simse beugen sich unter der weißen Last. Der Putz bröckelt von den Wänden, der Wind pfeift durch die Ritzen. Die Fenster gleichen toten Augen, leere Blicke in einer Welt aus erstarrtem Frost. Die Stadt friert. Die Stadt hat Sorgen. Sie atmet aus. Sie stöhnt. Sie lächelt gequält. Der Wind kommt von Ost. Bringt nichts. Nimmt nichts.
15. Februar 2025
Lieber ROT als TOT: Ausrufezeichen
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Lieber ROT als TOT: Ausrufezeichen

Kapitalismuskritik? Absolutely! Ein kritischer Blick auf Körperbilder und die politisch-moralischen Verquickungen, die mit ihnen einhergehen? Oh ja! Die Frau im Wechsel ihrer Jahre, dem Tode angeblich näher als dem Leben? Oh nein, es geht nicht dem Ende entgegen, es geht nur woanders entlang.
2. Februar 2025
Pagliaccia Ribelle – Hunger nach Welt
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Pagliaccia Ribelle – Hunger nach Welt

S CHATTEN: Bekannte Tiere An der Wand ihrer Geschichte Die Jahre Kerben im Fleisch GESTERN Ein ausgebrannter Zirkuswagen Sie streichelt ihre Konturen ohne Angst Der Körper eine Frage ohne Antwort noch
30. Dezember 2024
Narzista und Goldhaar (2017)
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Narzista und Goldhaar (2017)

Diese kleine Fotoserie ist im Jahr 2017 stecken geblieben, deshalb ziehe ich sie nun einfach hinein in das Ende von 2024. Bei Instagram gab es vor ein paar Tagen unter einem Beitrag mit Selbstdarstellungen von mir eine „schöne Diskussion“, angestoßen von einer mir unbekannten Frau: „Warum so viel Hässlichkeit? Abstoßend.“ Es entwickelte sich eine gute Auseinandersetzung. Leider entschied sich die Frau dafür, alles zu löschen. Ich erinnere mich jedoch, dass auch das Wort „pervers“ auftauchte.
23. Dezember 2024
a:u:f:g:e:k:r:a:t:z:t und ent//rückt: fragmente skurriler brüche (II)
aufgekratzt und entrückt: Fragmente skurriler Brüche-analogefotografie

a:u:f:g:e:k:r:a:t:z:t und ent//rückt: fragmente skurriler brüche (II)

Ein tiefschwarzer Raum ohne Anfang, ohne Ende. Lautlos beginnen sich die Konturen zu verändern. Wände verschieben sich, Türen erscheinen und verschwinden wieder. Der Raum dehnt sich aus, faltet sich, vervielfältigt sich – Dimensionen entstehen, überlagern sich, zerfallen wieder. Die Schwärze wird durchzogen von Grautönen, flüchtigen Schatten, die für einen Moment Bestand haben, nur um dann zu verglühen. Flash. Wieder Dunkelheit. Schwarz. Weiß. Hell. Dunkel. Ein flackernder Rhythmus. Begrenzungen lösen sich auf, die Wände fließen ineinander, als würde die Wirklichkeit selbst Wellen schlagen. Dimension um Dimension wird geboren, jede will sich behaupten, will bleiben – doch keine kann die nächste aufhalten. Du bist mittendrin, Teil dieses ständigen Wandels, dieser unaufhörlichen Entwicklung. Und aus diesem Spiel von Licht und Schatten, von Sein und Nichtsein, entfaltet sich eine Welt, die zugleich vertraut und unbegreiflich scheint.
11. Dezember 2024
a:u:f:g:e:k:r:a:t:z:t und ent//rückt: fragmente skurriler brüche (I)
aufgekratzt und entrückt: Fragmente skurriler Brüche-analogefotografie

a:u:f:g:e:k:r:a:t:z:t und ent//rückt: fragmente skurriler brüche (I)

Die Welt knirscht an ihren Grenzen. Sie nimmt die Erinnerungen von den Wänden, aus den Kartons, von der Leine. Sie spürt die weichen Hände um ihren Hals gelegt und hört danach in Dauerschleife diesen Satz: „Ist skurril gut oder schlecht?“ Woher sollte sie das denn wissen? Sie hatte das Wort noch nie in ihrem Mündlein gehabt. Welchen Geschmack könnte es haben? Süß oder sauer? Bitter oder salzig? Sie wusste nur: Auf sachlich folgt nun surreal. Eigentlich falsch herum. Damals war die Reihenfolge noch eine andere. Egal.
10. Dezember 2024
SCHERBENMEHR
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SCHERBENMEHR

Da liegen 2.285 Scherben vor ihr, ein Meer aus Glas in ihrem Schoß. So viele Formen, so unterschiedlich große Stücke – manche glatt gebrochen, andere mit scharfem Schliff. Sie hatte jedes Bruchstück mindestens einmal in der Hand, hat an jedem gerochen und geleckt, um es sich schließlich einzuverleiben. Nun ist sie ein Scherbenkörper. Nun ist sie gefüllt mit 2.285 Tagen voller Tat und Drang, voller Wollen, voller Angst, Rausch, Tiefe, Pfeil und Bogen, Kampf, Ruhelosigkeit, voller Vertrauen, Liebe, Wachstum, Sturm, warmem Sommerregen, Spiel und Spaß, Melodien und Rhythmus, voller Arbeit und Reisen, voller Vogelvieh und Wälin-Sein, voller Unruhe, Vermutung, Geheimnis, voller Auflösung und Einsturz, voller Leib und Leiblichkeit, voller Körperlosigkeit, voller Lachen und Tränen, vollem Voll und erdrückendem Schweigen. Sie ist gefüllt wie der Wolf mit den Wackersteinen von den sieben Geißlein. Beschwert. Schwerer als jemals zuvor. Eine Schwere, die nicht von dieser Welt scheint. Ein ganzes Meer in einem Körper. Es wütet, und es ruht. Abwechselnd. Immer in Bewegung. Manche Wellen schlagen so hoch auf, dass sie wieder aus ihrem Mündlein quellen wollen. Mit aller Kraft verschließt sie ihre Lippen, denn sie verwandelt sich gerade in ein Scherben-Monument.
26. November 2024
Ein kleiner Stolz
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Ein kleiner Stolz

Sie telefonierte mit einer ihrer älteren Verwandten. Es war einer dieser Anrufe, die eher Pflicht als Vergnügen sind. Wenigstens war diese Tante eine warmherzige Person, die sich geduldig ihre gefühlsduseligen Geschichten anhörte und mit voller Konzentration dabei war. Sie erzählte von diesem und jenem, von dies und das und das und dem. Aufhören konnte sie kaum, war sie doch gerade auf einem Hochgeschwindigkeitsemotionszug unterwegs. Zwischendurch schluchzte sie ein wenig und gab zu, noch bevor die Tante danach fragen konnte, dass sie ihn angerufen hatte. Natürlich. Ihretwegen.
29. Oktober 2024
Baltikumien Inside
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Baltikumien Inside

Er hatte den Koffer kopfüber die knarrenden Treppen hinaufgehievt. Den Koffer, der während ihrer Reise ominöse sieben Kilogramm zugenommen hatte, obwohl er doch vier Tage wie vom Erdboden verschluckt war. Gemeinsam betraten sie die ausgekühlte Wohnung. Als sie gegangen war, verabschiedete sich gerade der Spätsommer, nun war der Herbst bereits eingezogen.
18. Oktober 2024
Böse Lust
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Böse Lust

einwickeln. verwickeln. entwickeln. einatmen. ausatmen. atemlos. unterbrechung. langsam. langsamer. zeitlupe. stillstand. form. fantasie. fülle. schamlos. grenzenlos. luftlos. haut. kontakt. resonanz. zart. hart. schmerz. raumlos. zeitlos. grenzenlos. scham. wut. tränen. hunger. rausch. wahnsinn. sinnlich. sinnig. sinnbild. schwarz. weiß. nichts dazwischen. alles auf eine karte gesetzt. lust. last. list. lust auf einsam. lust auf zweisam. lust auf mehrsam. lust. oh böse lust. verführen. anführen. verforen.
1. Oktober 2024
Geisterbahn
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Geisterbahn

Geister zu bannen war gestern, heute ist: lasst die Geister sich ihre Wege bahnen. Eine Welt funktioniert nicht ohne sie, eine Welt braucht sie; nur mit ihnen ist eine Welt vollständig. Eine Entscheidung darf jedoch individuell getroffen werden: Will ich ein Geist sein? Will ich Angst verbreiten? Will ich unsichtbar daherkommen? Will ich vergangen oder […]
15. September 2024
Schweres Leicht verblasst 
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Schweres Leicht verblasst 

Leichtes Schwer loszulassen. Schweres schwer zu tragen, Schweres schwer loszulassen, Leichtes leicht zu nehmen. Ich sagte zu ihr, dass ich noch nicht bereit wäre, mich vom Sommer zu verabschieden. Unser Thema: Der Abschied. Der Übergang. Zum Herbst hin. Zwischen ihr, mir und der Kamera, mit dem ICH, dass noch lost im Sommer war. Nachdem ich […]
13. September 2024
staatenlos
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staatenlos

Diese analoge Foto-Serie ist schon ein paar Monde alt. Ihre Thematik hat allerdings nicht an Aktualität verloren. Zumindest in Deutschland steigt die Zahl von Staatenlosen. Jeder und jede weiß, wie es sich anfühlt, etwas "zu verlieren". Den Schlüssel, die Eltern, Geld, Liebe, Wohnung, die Unschuld ... Aber wer von uns ahnt auch nur, wie es ist, keinen gültigen Pass sein Eigen zu nennen. Alles, ja wirklich alles, ist in dieser Welt an diesen Pass geknüpft.
11. September 2024
JUNI in Weimar

JUNI in Weimar

Bei Thomas Mann reiste Frau Lotte nach Weimar, um den alten Geheimrat Goethe wiederzutreffen. In dieser Serie in sechs Kapiteln besucht Fräulein JUNI das thüringische Sommerstädtchen. Ein Städtchen mit deutlicher Charme-Offensive im kulinarischen Bereich, an jeder Ecke Pizza oder Eiskreme anbietend. Italienisch für Anfänger bei mitteldeutschen August-Temperaturen? Weimar. Dieser konservierte Platz, wie Lenin in seinem […]
22. August 2024
Blütenschweres Monument
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Blütenschweres Monument

Idee, Raum, Konzept: Antje Kröger … Kamera: Markus Rüter Die bunten Bälle hängen in schönster Schönheit herab, dick und fett, in verführerischem Pink bis ins helle Blau. Stolz steht der voll beladene Strauch auf dem kleinen Dorffriedhof. Neben dem Lazarettmuseum, das der Besucherin am Sonntag zwischen 16 und 19 Uhr Einlass gewähren würde. Da irgendein anderer […]
13. August 2024
Stachel-Kleid-Leib
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Stachel-Kleid-Leib

In der flirrenden Weite der Einöde ist sie nur ein Flüstern im Wind, ihre Haut eine Landkarte aus Kratzern und Malen. Die Sonne zeichnet Schatten über, unter und in ihren Augen, die sich im Tanz der Disteln verlieren – jenen Wesen aus Violett und Watte, deren Blüten wie Geheimnisse schimmern. Die Dornenkrone ihrer Gedanken drückt […]
13. August 2024
Scharenwirrwarr
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Scharenwirrwarr

analog-digitaler-Remix Überall. Augen – Licht. Meinung, Bewertung, Realität, Wirrwarr, Recht, Lust, Hass, Häme, Kapital, Emotion, Sex, Wunden, Kampf, Hunger, Lügen, Wahrheit, Krieg, Sinn, Leib, Virtualität, Seele, Gestank, Worte, Töne, Bilder, Tempo, Globalisierung, Fortschritt, Technik, Kraft, Verlust, Abgrenzung, Ruhelosigkeit, Körper, Schmuck, Tod, Angst, Sehnsucht, Sterben, Identität, Spiel, Farben, Muster, Formen, Krankheit, Therapie, Verfehlungen, Grenzen, Sicherheit, Dystopie, […]
28. Juli 2024
Brojleri

Brojleri

Ich blute. Kopfüber aufgehängt an einem starken Faden aus imperialistischer Baumwolle um mein schmales Füßlein tropft mein roter Lebenssaft aus mir heraus. Tropf, tropf. Mein Elixier riecht warm. Es verdickt sich von Moment zu Moment. Troopf, troopf. Mein Köpfchen liegt in einem roten Eimerchen ein paar Holz-Türchen weiter. Vor einer halben Stunde noch standen wir ziemlich lebendig zu viert auf unserem Quadratmeter im losen Verschlag herum, "erfreuten" uns unserer Leben. In meinem Todesmoment aber fühlte ich mich so allein, obwohl ich wusste, dass den anderen dreien gleich die gleiche Prozedur ereilen würde.
15. Juli 2024
Kuss in Rot (Der Urkuss)
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Kuss in Rot (Der Urkuss)

Das Rot weist das Weiß in seiner Fülle in die Schranken. Das Rot leuchtet zur Sonne, zur Freiheit und wieder zurück. Das Rot fällt auf, nicht ab. Sie ist ein Rot. Me too. Unsere Münder küssen Blut, unsere Muschis versiegen, sind nun leere Blutbrunnen. Wir wechseln unseren Aggregatzustand. Von heiß zu heißer. Jede für sich. Allein. Eine schmerzhafte Metamorphose. Angst um Endlichkeit. Angst um das Licht der Augen. Angst vor der Angst. Ich schule ihren Blick nach außen, nach innen; sie lehrt mich durch ihr Wesen. Herkunft. Immer wieder. Thema. Können wir nur nach vorne gehen, wenn wir auch das Hinten kennen? Das Hinten. Ein ewig spuckender Lava-Krater. Das Vorne die unbekannte Variabel. Wohin mit den heißen Blutküssen in der Farbe des Ur-Rotes? Diese nervige Fragerei an mich selbst, ständig. Sie dagegen hat es lieber mit dem Zweifel. Ich zweifle nicht viel. Aber ich kannte mal jemanden im Hinten, auch er hatte für sich die Zweifel gepachtet. Dabei ist das Wort so wundervoll. Die "Zwei" steckt drin und auch das "Ei" und "weil" und "elf". Da ich an einem 11. Tag eines Monats geboren wurde, zwei wunderbare Herzverwandte um mich weiß und weil ich ei, ei, ei lieb, kann ich den Zweifel einfach nicht spüren. Und wenn uns jemand ganz großzügig ein "b" schenkt, weil es so einsam im Universum herumfliegt. Dann wird aus dem Zweifel plus Geschenk die L I E B E (♡).
24. April 2024
Gewesenheit
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Gewesenheit

Das Zimmer leuchtet. Die April-Abend-Sonne gibt so viel Kraft in den ausklingenden Tag, das es durchaus Mai sein könnte, mindestens, Denke ich. Die Stimmung ist gut. Klingt belanglos. Ist's aber nicht, denn schwierige Themen wurden verhandelt in den letzten Stunden. Nein, keine schwierigen Themen, sondern schwere Themen. Manchmal müssen Worte genau sein! Was ist passiert in den ersten 1000 Tagen des Seins? In ihrem Leben? In meinem Leben?
15. April 2024
untergetaucht abgetaucht
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untergetaucht abgetaucht

Da ist viel, was uns verbindet, mehr als ein Jahrzehnt schon – überschwängliche Emotionen zum Beispiel oder der Hang zum Weiterdenken, eine unstillbare Neugier, das viel-zu-Viel manchmal, Freiheitsliebe, Rückzug, der Fokus auf unsere Körper, sich ausdrücken zu wollen, die Sehnsucht nach Welt … unsere wichtigste Gemeinsamkeit jedoch ist die Großliebe zum Wasser.
10. April 2024
g’wichtig
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g’wichtig

Aktworkshop für künstlerische Fotografie. Der erste Aktworkshop seit drei Jahren, für mich, für meine Teilnehmenden. Mir war diesmal wichtig, dass die wunderbaren Körper meiner Modelle ziemlich unterschiedlich daherkommen. Das kamen sie. Mit Wucht an Energie, wenn die Körper mit all dem, was sie noch mitbrachten, denn freigelassen und mitgenommen wurden. Wow. Meine Begeisterung im Licht des Märzes wollte gar nicht enden. Alleine meine Augen konnten sich sattsehen an der so verschiedenen Schönheit des Seins. Zur Krönung durfte ich zusammen mit J und J eine kleine Geschichte erzählen –über den Glauben in osteuropäischen Patrialreichen und den Momenten im Leben, in denen ein singuläres Ereignis alles auf den Kopf stellt. Kein Stein mehr auf dem anderen lässt und neue Räume gesucht, gefunden und betreten werden wollen.
24. März 2024
Zarte Pracht
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Zarte Pracht

Ich dagegen schätze die Freiheit so sehr. Sie ist der Motor meines Lebens und Schaffens. In dieser Freiheit hinterfrage ich ständig, begebe mich auf neue Pfade genauso, wie ich die ausgetretenen immer wieder begehe. Ich prüfe, ich rieche, ich schmecke, ich fühle, ich bilde mich, ich lerne, ich bin leise und laut, ich lehre, ich höre zu, ich lehne ab, ich sage zu, ich überschreite Grenzen, ich ziehe meine eigenen Kreise, ich denke, ich lache, ich nehme mich ernst und lache dennoch über mich, ich weine, ich habe eine andere Meinung, ich stresse, ich schaue hin, ich höre hin, ich zeige, ich ziehe mich zurück, ich mache Fehler, ich falle, ich stehe wieder auf, ich biege ab, ich bin dagegen, ich ändere meine Meinung, ich schließe nicht aus, ich bin unbequem, ich frage, ich antworte und noch so, so viel mehr. Jedoch bemühe ich mich, nicht zu moralisieren. Meine Erziehungsberechtigten zogen mir ein Wertekorsett an. Selbst habe ich dies noch ein wenig zurecht geschliffen. Darin fühle ich mich wohl und kann anderen in diesem Kleid begegnen. Ein Kleid aus Respekt, Disziplin, Aufmerksamkeit, Empathie, Großzügigkeit, Gerechtigkeit, Offenheit, Sensibilität und Verantwortung. Dieses Korsett ist nicht eng, aber auch kein lappriges Kleid. Und wieder meine Frage. An welcher Stelle kommt die Moral ins Spiel? Ist die nicht eng an Zeit gebunden? An Menschengruppen? Warum wird sie häufig bei Nacktheit und Sexualität ins Spiel gerollt? Dabei steckt das Wort Oral doch ganz augenscheinlich in ihr. (Ein Witz, ein Witz)
15. März 2024
Jammerseelen
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Jammerseelen

Oh weh, oh jeh. Ich jammere, weil die Straßenbahn heute den ganzen Tag nicht fahren wird. Du jammerst, weil die Käsepackung anstatt sechs Scheiben, nur noch vier enthält. Er jammert, weil seine Schicht noch weitere drei Stunden andauern wird. Sie jammert, weil der Fingernagel wieder abgebrochen ist. Es jammert, weil es viel zu langsam geht, alles! Wir jammern, weil unser Hab und Gut immer noch zu wenig ist. Ihr jammert, weil die Heizung für ein paar Stunden ausfällt. Sie jammern, weil die Züge einfach immer Verspätung haben. Oh weh, oh jeh.
15. Februar 2024
Der Teufel ist Kaiserin
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Der Teufel ist Kaiserin

Das sind die ersten Zeilen der Göttlichen Komödie von Dante Alighieri. Wir befinden uns in der Hölle, dem ersten Teil von Dreien; irgendwann folgen das Fegefeuer und der Himmel. Wir befinden uns auch in meinem fotografischen Jahresthema 2024. Festgelegt hatte ich es bereits irgendwann zwischen September und Oktober des letzten Jahres. Bisher hatte ich nur noch nicht wirklich den emotionalen Zugang zum Werk und der Verbindung zu mir gefunden. Theoretisch war alles klar, praktisch ging gar nichts. Das liebe Leben eben. Doch auf einmal platzte der Knoten; es war Anfang Februar. Ich begann die einzelnen Gesänge des Dante zu lesen und mich an ihnen zu ergötzen. Warum die Göttliche Komödie als Thema für Fotokunst, meiner Fotokunst und das ein ganzes Jahr lang? Wie auf viele Fragen des Lebens gibt es nicht die eine Antwort. Eher ein Konglomerat an Antworten.
15. Februar 2024
Das Leben ist krumm
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Das Leben ist krumm

Krumm war der Weg, den ich ging, krumm war er, ja, denn, ja, er war gerade. VON PAUL CELANAUS CZERNOWITZ BEI SADAGORA Seine Augen waren jung und frisch und keck aufgeweckt, ihre hingegen manchmal schon trüb, wässrig und in den schummrigen Momenten des Lebens manchmal ziemlich blind. Ausnahmsweise saß er ein paar Augenblicke still auf […]
4. Februar 2024
Zirkus der Wintertiere
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Zirkus der Wintertiere

Der Himmel ist nicht von freundlichem Graublau, sondern von einem undurchsichtigen, sturmgepeitschten Dunkelgrau beherrscht. Die Sonne scheint fern, als hätte sie diese Gefilde längst vergessen. Und das Licht, es wird von zischenden Schneestürmen verschluckt. Ein eisiger Wind heult durch die leblosen Gassen, wirbelt Schneefahnen auf und trägt das ferne Knirschen von gefrorenen Seelen mit sich. Die nicht zarte Stille wird von einer bedrohlichen Schwere durchdrungen, als lauere in den Schatten des Frostes eine unsichtbare Gefahr. Die Schornsteine spucken bittergelbe Rauchschwaden aus, die die Lungen aller lebendigen Wesen mit wilder Chemie benetzen.
23. Januar 2024
DIXiLAND
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DIXiLAND

Ein Jahr voll 1923er Gedanken. Ein Jahr 2023. Ein Jahr erschaffen, denken, leben, fühlen auch. Ein heftiges Jahr. Als ich am 1. Januar 2023 am Grabstein meiner Großmutter stand, hätte ich mir nicht ausdenken können, was in einem Jahr alles stecken kann. So viel Kraft. So viel Energie. So viel Veränderung. So viel Leid. So viel Traurigkeit. So viel Wucht. So viel Unbehagen. So viel Rausch. So viel Bewegung. So viel Erstarren. So viel Herz. So viel Neu. So viel Nähe. So viel Naivität. So viele Farben. So viele Dimensionen. So viel Rhythmus. So viel Groteske. So viel Melancholie. So viele Tränen. So lautes Lachen. Krieg. Monströse Begegnungen. Loslassen. Entdeckungen. Erwartungen. Enttäuschungen. Tanz und Tod. Blick und Distanz. Witz, Diabolik, Sinnlichkeit. Zerstörung. Wut. Magie. Ich. Mir. Mich. Mein. „Zum Kotzen schön“ (Otto Dix)
13. Dezember 2023
jukss
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jukss

Im Körper der Seekuh, von Wellen getragen, Webt die Kupplerin ihr Netz, so stetig und träge. Prothese der Zeit, in der das Grünes Halstuch tanzt im Nebel, Umhüllt von einer dritten Sicht.
22. November 2023
lerkeit
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lerkeit

In des Auges tiefschwarzer Schlund, ein Schimmer von Rot, Geboren in die Leere, in die Stille aufgebrochen, fast tot. Zäh, wie das Flüstern der Zeit, Weben Kriechtiere, in Unsichtbarkeit geweiht.
22. November 2023
argorten
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argorten

In Äons Labyrinth, ein Wesen, nicht gebeugt, allein, Durch Gassen aus Lügen und Verrat gegangen, auf der Suche nach dem weisen Stein. Bewohnt ein Irrgarten der Leiden--Sucht, von bunten Schatten überzogen, Will es der Vergangenheit begegnen, doch die Stille bleibt ungebogen.
22. November 2023
Gespenster
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Gespenster

Gespenster gehen um in dieser Welt, Gespenster von Terror & Krieg, aber auch Gespenster des neuen Nationalismus, Patriotismus, Fanatismus, wieder aufsteigenden Patriarchats, Gespenster der Veränderung von Macht und Interessen, Gespenster aus den Religionen dieser Welt. Gespenster der Verblendung, der Verzweiflung, der Verbitterung.
30. Oktober 2023
Drei-Fleisch
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Drei-Fleisch

Hat sie sich ins eigene Fleisch geschnitten oder wurde ihr das Messer hinterrücks ins Fleisch gerammt? Tropft das Blut aus ihr heraus, weil sich die Wunde so tief ins Fleisch verkrochen hat? Beginnt das Fleisch abzufallen vom Knochen, weil sich die Traurigkeit manifestiert und zur chronischen Krankheit wird? Dabei liegt der Dreizack doch neben ihr. […]
22. Oktober 2023
FLEISCH ZWO
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FLEISCH ZWO

Ich danke dem Sommer und dem frühen Herbst für das viele Licht, welches sie mir schenkten. Ich danke dem Fleisch, das mich zu dem Menschen werden ließ, der ich nun gerne bin. Ich danke den Knochen, die mein Fleisch (fest)halten, und durchhalten, mich durch die Welt zu tragen. Ich danke meinem Bewusstsein, zu wachsen, jeden […]
12. Oktober 2023
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ⱇⰾⰵⰻⱄⱌⱒ // FLEISCH

Zähne, scharf wie Dolche, zerschneiden die Wirklichkeit, enthüllen die geheime Verwesung unter der Oberfläche. Fleisch, ein Panzer aus Sehnsucht und Wunsch, trägt die Narben der Zeit stolz auf seiner Haut. Die Verwesung, unvermeidliche Muse, singt leise das morbide Lied. Eine stinkende Wolke, heraufsteigend aus dem Abgrund, umarmt unsere Sinne, sie erinnert uns an die Vergänglichkeit der Dinge. Die Unsterblichkeit ist ein Witz, über den nur die Toten lachen können.
19. September 2023
Zustand einer Zeit
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Zustand einer Zeit

Parallelität. 1923. 2023. Zeit. So flüchtig manchmal. So zäh oft. So gleich. So ähnlich. Wiederholungen. Kann Zeit sich überhaupt wiederholen? Nein. Nur Ereignisse in Zeiten. Ereignisse sind gekoppelt an ihre Zeit, im ersten Anschein. Beim genauen Hinsehen. Mehr. Zeit läuft nur in eine Richtung. In unserer Welt schon. Dennoch. Alles ist wahr. Alles ist falsch. Und manchmal ist da nur ein Gefühl von parallelen Ereignissen.
8. September 2023
Sommerkleid & Wasserkuss
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Sommerkleid & Wasserkuss

Das Ziel ist die große Pose. Melancholische Heiterkeit. Statuenhafte Haltungen. Verzerrungen und Schmeichelei. Der Einstieg ins Reich der Süße durch den grauen Schlamm der Weltgeltung. Sonne brennt, das Viehzeug versteckt im Geäst, die Wasseroberfläche verdächtig still. Keine Woge, nicht eine. Blubbernder Morast. Die untere Welt will emporsteigen. Doch das gleißende Licht hindert sie daran. Es brennt Wunden in die Ober-Haut. Kleine Male, die langsam größer werden. Der Schmerz gräbt sich tiefer.
28. Juli 2023
Das Venusianische Ballett
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Das Venusianische Ballett

Das venusianische Ballett, ein Traum im Zwielicht, in dem Grenzen verschwimmen und das Licht im Dunkel bricht. Unsere Venussen tanzen auf unsichtbarem Parkett, in einer Welt, in der die Wahrheit niemals Oberhand gewinnt. Im Labyrinth der Existenz verirren sie sich, ihre Seelen gefangen in einem endlosen Strich. Eine Prinzessinengruppe, drei gleiche ohne Gleichen, versunken in einem Strudel von Liebe und Leiden. Die Blühende, Versehrte, die Befangene in Schmerz, die Pflanzliche, Schmerzhafte, die Durchlässige im Herz. Die Natur, der Krieg, die See in ewigem Streit, die Weh-Nussen gefangen in ihrer eigenen Zeit.
16. Juni 2023
Rotäuglein
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Rotäuglein

Du brauchst den Lippenstift nicht wegwischen, denn du hattest keinen aufgetragen. Du musst das Kapuzen-Mäntelchen nicht abstreifen, denn du hattest nie eines an. Du musst den Apfel nicht ausspucken, denn du probiertest niemals von der Frucht. Dein Sein ist abgründig. Dein Sein ist schattenreich. Dein Sein ist eine Ansammlung der Dinge, die alle anderen bereits vergessen haben, weil sie verstörend wirken. Schattenrot über blauem Pierrot. Dein imaginärer Begleiter. Zusammen seid ihr Violetta. Mystisch, magisch, extravagant. Lila im Volxmund, aber das klingt zu banal. Vio meine Vio. Streifend durch das gelb gepunktete Grün. Schatten schmeckend. Schattengeborene. Die das Licht bricht.
24. April 2023
Schönheit: Manifestation der Seele
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Schönheit: Manifestation der Seele

Neulich bekam ich einen großen Schreck. Eine Fotografin wurde auf Instagram mit ihrem Account gesperrt. Für immer. Keine Erklärung. 2000 Follower weg. Was macht das mit einer Künstlerin? Welche Auswirkung hat dies für Frau, die Instagram nicht aus persönlichem Vergnügen betreibt, sondern vorrangig, um "sich zu vermarkten". Wie abhängig sind wir von Systemen, die wir nicht mehr blicken können, weil kein Support, kein "sich-in-die-Karten-schauen-lassen" usw. ? "Sie haben gegen unsere Gemeinschaftsrichtlinien verstoßen." Entweder spielen wir mit, um diese "kostenlosen" sozialen Medien, wie sie sich in unseren Sprachgebrauch eingenistet haben, zu benutzen oder wir sind in ständiger Gefahr, den Account zu verlieren. Diese Applikationen, denn dies sind sie ja nun, nicht mehr, nicht weniger, gehören privaten Unternehmungen aus Amerika oder China. Und mit ihrer Nutzung fügen wir uns den Forderungen, die nicht politisch festgelegt werden, sondern rein privat. Bei Instagram und Facebook, die dem Metakonzern gehören, ist dies zum Beispiel dieser Paragraf zum Thema Nacktheit (folgt). Dieser betrifft nämlich auch mich und meine nackten Inhalte, weil ich diese einfach nicht zeigen darf. Ich muss explizite Körperstellen digital verdecken. Da ich darauf keine Lust mehr habe, werde ich meine nackte Kunst hier auf meinem Blog zeigen und Instagram und Co. vielmehr als Ankündigungsmaschinerie "benutzen", denn auch ich wurde schon gesperrt und gemahnt.
10. April 2023
Harmonie des Übergangs
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Harmonie des Übergangs

Der Wechsel der Jahre. Immer, wenn wir uns begegnen, ist eine Zeit vergangen. Das bringt Zeit so mit sich. Nichts bleibt. Alles im Fluss, das wusste schon Heraklit. Nur haben wir so eine Angewohnheit als Spezies, nach hinten oder vorne zu schauen. Wir treffen aufeinander. Und sprechen über das Damals bis zum Jetzt. Und das wieder und wieder. Mit allen Beteiligten unseres Lebens. So entsteht ein Denken und Fühlen und Leben in Phasen. Alles wird in Phasen betrachtet, bemessen und bewertet. Kaum ist das Sein im Jetzt möglich. Und auch nicht zu verstehen, wahrscheinlich.
8. April 2023
Varitustruktion
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Varitustruktion

Mir erschien die überdimensioniert große Schnecke im Traume. Sie hatte sich aufgemacht aus ihrem Glaspalast. Den Deckel beiseite geschoben. Schleimiger Weg zu mir ins Schlafzimmer. Ihr Kalziumkarbonat-Haus passte kaum durch die Türen. Das schleifige Geräusch drang an meine Schlafohren. Während sie zu mir kroch, kaute sie genüsslich auf ihrem Blatt herum und schiss gleichzeitig das Verdaute wieder hinaus. Das Getier hinterließ eine Spur aus Sekret, Fäkalien, Abrieb des Gehäuses. Mich schüttelte es im Traum. Es war klar, den Besuch der Todesschnecke würde ich nicht überleben. Genauso kam es. Nur noch Fetzen meines Traumes sind mir in Erinnerung. Die Schnecke legte sich wie der Mantel des Todes auf meinen nackten Körper. Der Mantel war schwer. Doch ich wurde nicht erdrückt, zerdrückt. Nein. Ich ertrank im Schleim der Kriechenden. Sie nässte mich komplett ein. Erst schluckte ich noch, dann verschluckte ich mich, schließlich ging ich unter und riss dabei die Augen ganz weit auf …
4. April 2023
Ich-Zerfall Part II
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Ich-Zerfall Part II

ICH habe das Gefühl, ICH möchte etwas sagen beziehungsweise schreiben. Um meine Aussagen zu bündeln, geschieht es an dieser Stelle und nicht in den sozialen Medien. In den vergangenen Wochen geschahen verschiedene Ereignisse, die zu diesem Wortausbruch führen. Im Grunde kreisten diese Ereignisse immer um ähnliche Themen. Was ist Kunst? Was kann Kunst? Was darf Kunst? Wie gehe ich als Rezipient*in mit Kunst um? Wie stehe ich als Künstlerin zu alledem? ICH gebe hier jetzt keine abschließenden Schlüsse und Gedanken, sondern nur das wieder, was mein sogenannter Status Quo ist. Auch ich entwickle mich weiter oder sehe das ein oder andere demnächst vielleicht anders. Dies soll auch kein Vorwurf sein an die Menschen, die mit dem Ausbruch der Worte verquickt sind. Im Gegenteil. Ihr helft mir, klarer zu werden. Und ihr helft mir vor allem darin, auch klarer das zu kommunizieren, was für mich sowieso klar ist! Aber eines nach dem anderen …
29. März 2023
Unwucht
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Unwucht

Es hatte noch einmal geschneit. Und das in der Mitte des Märzes. Dabei war ihr Herz doch bereits auf Frühling und dessen Duft eingestellt. Stattdessen also weiße Flocken en masse, die Wege und Straßen glatt puderten. Das Geräusch des Schneeschiebers weckte sie. Sie sah durch das Fenster diesen Himmel, der klar machte, it's wintertime. Genau wie der Himmel klar machen konnte, dort ist ein großes Wasser. Nun also Winterlandschaft. Sie saß auf dem Klo, schob die Jalousie nach oben (sie war die Einzige in der Familie, die das tat) und schaute den Menschen nach, die mit Schirmchen umher rutschten. It was time for winterdancing. Sie dachte über ihre wintertime-Garderobe nach. Natürlich hatte sie diese, aber nicht dabei. Sie war mit Turnschuhen und Jacke in die Heimat gekommen. Keine Stiefel, keinen Schal, keine Mütze, keine Handschuhe, dafür Rock und Strumpfhose.
17. März 2023
Ich-Zerfall
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Ich-Zerfall

Ich-Zerfall: Das Wort zog mich an. So richtig in seinen Bann. Vom ersten Moment an. Ich las und recherchierte über die 1920er Jahre und begegnete schnell dem Expressionismus und der Psychoanalyse. Ich-Zerfall. Im damaligen Verständnis. Zum einen die Darstellung des ICHs im Zentrum eines Kunstwerkes, damit also das Sein des Künstlers, der Künstlerin im Mittelpunkt […]
10. März 2023
Ruinöse Coma-töse
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Ruinöse Coma-töse

Da sind Orte, Räume, Plätze. Da sind Menschen. Nur in wenigen Fällen passen diese wirklich zueinander. Spüren sich wechselseitig, lassen Weite zum Atmen, reiben sich aneinander ab, wachsen zusammen. Räume, Orte, Plätze sind geübter als Menschen. Meist. Oftmals hatten sie einfach mehr Zeit zu lernen, zu spüren, verschiedene Menschenarten auszuprobieren. Ob gewollt oder ungewollt. Viel öfter ungewollt, natürlich. Der ungewollte Mensch im Raum. Wie fühlt dieser sich an? Was macht das mit dem Raum? Wann ist Raum ein eigener Raum? Welche Zustände lässt Mensch des Wohlstandes zu am Raum? Dann, wenn dieser vorzeigbar im Hochglanzkatalog erscheinen könnte? Dann, wenn dieser sauber, aufgehübscht ist, in den Zeitgeist passt?
26. Februar 2023
Die Walprinzessin
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Die Walprinzessin

Du Wasser sprichst. Wie immer. Mit ihr. Auch schockgefrostet. Sie ist die Prinzessin der Wale. Sie ist DIE Wälin, mittelalt, mittellos, Mittelpunkt. Betritt sie die Eisarena, ziehen Risse ihre Kreise. Materialermüdung? Oder ein Konzert deiner Moleküle? Spiel auf für die Prinzessin, sie hört dir zu. Oder magst du Wasser einfach nur heraus aus deinem winterlichen Käfig? Der Wälin Epidermis aus Basal, Stachel, Korn, Glanz und Horn dreht sich in Sonnenstrahlen. Mädel dreh dich. Einzelne Tropfen perlen ab wie die Tränen des Januars. Sie dreht ihre langsamen Pirouetten. Und verliert das Gleichgewicht.
9. Februar 2023
Snaga Lavova
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Snaga Lavova

Identität, Schönheit, Selbstausdruck (1923 // 2023) Fantasievolle Verwebung dreier Frauenbiographien des 20. Jahrhunderts, angelehnt an die Leben der kroatischen Komponistin Dora Pejačević, der Lebefrau und Wienerin Alma Mahler-Werfel, der amerikanischen Tätowiererin und Schaustellerin Betty Broadbent.
25. Januar 2023
Schwarze Gardinen (Schatten des Unvorhergesehenen)
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Schwarze Gardinen (Schatten des Unvorhergesehenen)

Am 1. Januar 2023, das Jahr war erst wenige Stunden alt, stand sie am Grab der Großmutter. Martha. Marta, die das "h" einfach strich aus ihrem Leben. Marta. Deren Hochzeitskette sie an besonderen Tagen um den Hals hängte, um Omama nahe zu sein. Marta, die 1923-geborene. 100 Lebens-Jahre würde Marta 2023 feiern, wenn nicht der Tod dazwischen gekommen wäre in den frühen Stunden eines 1. Januars vor fast zwanzig Jahren. Damals wurde sie geweckt durch das Telefon, Silvesternacht-verkatert horchte sie erst den sanften Worten des Onkels. Danach lag sie nur noch bewegungslos da und schrie. Mehrere Stunden dauerte dieser Zustand an bis die guten Menschen aus ihrem Schutzraum sie beruhigen konnten. Damals breitete sich der Schmerz wie ein bleierner Schleier über sie aus und blieb ein paar Jahre. Sie kannte den Schmerz. Seitdem sie ein kleines Kind war. Aber dieser Schmerz war anders. Er schoss bis tief ins Mark. Eine Liebe starb. Vor ihren Augen. Eine Liebe, die vom ersten Tag ihrer Geburt liebte und liebte und liebte. Eine Liebe, die andere starke Lieben überlebte. Eine Liebe, die es prägte, ihr System von Werten und Normen.
19. Januar 2023
125 Maximum / Fragmente einer Erzählung über die Mäntel des Winters, eine DDR-Waage, ganz viel Licht, einen rauchenden Kolben & die Angst
125 Maximum / Fragmente einer Erzählung über Wintermäntel, einer DDR-Waage, ganz viel Licht, einem Kolben und der Angst

125 Maximum / Fragmente einer Erzählung über die Mäntel des Winters, eine DDR-Waage, ganz viel Licht, einen rauchenden Kolben & die Angst

Die Fotokünstlerin erklärt: Leider sehen wir folgende Fotografien nicht: Mein Marmor (das weibliche Model mit dem wohlklingenden Namen Juni) mit erstem hellen Ledermantel und Fellmütze auf rotem Sessel, pinkes Licht von der Seite. Der Marmor raucht und kriecht tief hinein in den noch tieferen Sessel, befreit sich vom Mantel. Danach pustet "Marmor J" den Rauch in einen Kolben aus Glas, sehr engagiert. Und dann, dann werden die Pflanzen (Kakteen und Ziergestrauch in alten Tassen) vom Holztisch geräumt. Auf einen Mantel, der ausgebreitet auf dem Boden liegt. Mit dem braunen Fell nach oben. Der Tisch ist fast leer. Auf dem Mantelfell steht auch eine alte Personenwaage aus der DDR. Sie zeigt an: Maximal 125 KG.
13. Dezember 2022
Nachtschatten (Arbeitstitel: Der Alp)
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Nachtschatten (Arbeitstitel: Der Alp)

Dystopie ist meine Lebensrealität. Die Bäume sind Nutzholz für euch, die Tiere Nutzvieh, die Menschen Humankapital. Wohin mit meiner Wut? Sie wird wachsen und sich von mir lösen und meine Alpträume werden euch heimsuchen. Bis ich selbst zum Alptraum werde, der eure Nächte stört.
2. Dezember 2022
Über-Mich Schmettermensch
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Über-Mich Schmettermensch

Zwei Fotosezionen aus dem November miteinander verwoben Zu sehen zwei Frauen, ihre Namen beginnend mit einem A. Zehn Jahre liegen dazwischen. Eine Dekade, ein Jahrzehnt, ein Dezennium. 2012. 2022. Im alten Rom feierten die Herren Decennalia. Ich feiere auch. Mich. Freiheitlich. Freischaffend. Mit unendlich großer Kampfeskreativität. Stetig. Stoisch. Stolz.
17. November 2022
Hedda – eine Herbstballade
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Hedda – eine Herbstballade

Silberblatt, Kratzdistel, Große Klette. Stehen da. Aufrecht erst, dann verheddert durch das eigene Sein und die Resonanz mit ihr. Sie, die voller Pracht all das mitbringt, was das „richtige“ Leben abseits der Mittelmäßigkeit beschreibt. Eine Oktobergeborene. Ein Körper aus Linien, Flächen, Strukturen, Makeln, Rissen, Wunden und totem Material aus Schuppen, Haaren und Härchen, Nägeln. Warm und wollig. Kalt und löchrig. Ein Charakter, der der Mitte nie entsprungen ward. Abseitig und wertschätzend. Emotional stark, wenig narzisstisch. Denkend, nicht festlegend.
26. Oktober 2022
Chi dorme non piglia pesci
Chi dorme non piglia pesci_Antje Kröger_fotokunst

Chi dorme non piglia pesci

Manchmal ziehen Fischchen ihre Kreise ziemlich weit, zum Laichen legen sie nämlich Kilometer um Kilometer zurück. Der Schwarm bewegt sich, immer. Macht Strecke. Keine Energie rausnehmen, mit Volldampf voraus. Wer steht, der geht. Oder so ähnlich. Auch meine Fischchen haben eine interessante und lange Reise hinter sich. Nicht zum Laichen sind sie nach Mitteldeutschland gekommen. Nein. Nur auf Wunsch einer einzigen Dame. Weil sie sich in dieser kleinen August-Mittagsgasse Camoglis schockverliebte in diese herrlichen Tierchen.
26. Juli 2022
HERmetICA
HERmetICA_analoge_Fotokunst_AntjeKroeger

HERmetICA

“Wie heißt denn deine Puppe?” Einfache Frage.  Die Antwort für mich selbst ernüchternd.  “Sie hat keinen Namen.” Danach Schweigen. Ich überlege.  War das schon immer so? Meine längste Begleiterin im Leben eine “madame without a name”? In meinem Schlafzimmer sitzt noch eine original DDR-Babypuppe, nur ein paar Jahre jünger als der Lockenkopf. Ich weiß noch, sie kam an einem Weihnachtsfeste zu mir. Wie das Jesuskind. Sie blieb immer namenlos, auch. Vielleicht nannte ich sie “Baby”. 
8. Juli 2022
ius naturale
ius naturale_antjekroeger

ius naturale

Der Kopf hängt, die Emotionen verwirbeln zu chaotischen Nestern. Das Leben fährt auf der Überholspur - als Geisterfahrerin. Das Herz schlägt, überschlägt, fehlschlägt kurz, dann wieder zurück zum normalen Rhythmus eines Lebens. Das Auge zuckt nervös, eigentlich nur sein Lid. Das Linke. Übertragung. Der Speichel rinnt langsam aus dem Winkel des Mundes, mehr rechts als links. Anstatt Nest nun Spinnefäden. Die Pupillen ziehen sich zusammen bis zur Starre. Ausnahmezustand? Traumsequenz? Angst? Schock? Trauma? Wahnsinn? Leben? Schreck?
23. Juni 2021
Sarah Lesch and me
Künstlerfotos Antje Kröger

Sarah Lesch and me

Ich traf Sarah zum ersten Mal während unseres Projektes FRESSEZEIGEN statt FRESSEHALTEN im letzten Sommer. Sarah lernte mich schon früher kennen – durch meine Fotos. Aber ein Zusammenkommen sollte noch dauern. In den letzten zwei Monaten haben wir dann aber rangeklotzt. Fotobegegnung für das neue Album, das im Mai 2020 erscheinen wird, Videodreh für ihre […]
28. Februar 2020
Marasmus
marasmus_by_antjekroeger

Marasmus

Stopf, stopf. Kotz, kotz.
11. Februar 2020
Ambivalenz aushalten. Vom Sehen und Sein
Ambivalenz aushalten. Vom Sehen und Sein_Antje Kröger

Ambivalenz aushalten. Vom Sehen und Sein

Antjes Blick auf ihn interessiert mich. Ich will wissen, wie sie ihn sieht. Ich arbeite jeden Tag mit Worten, aber ihn mit Worten zu beschreiben, gelingt mir nicht. Etwas musste durch ihn hindurch, von dem ich nicht weiß, was es ist. Ich komme nicht darauf, nicht mit Schreiben, nicht mit Familienaufstellung, nicht mit anderen Blickwinkeln.
2. Dezember 2019
stigMA
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stigMA

Wird etwas als Stigma bezeichnet, drückt dies aber nicht nur die Stärke der sozialen Unerwünschtheit gegenüber einer Eigenschaft oder Handlung einer Person aus, etwas als Stigma zu bezeichnen impliziert auch, dass es keines sein sollte, dass die Diskreditierung des Stigmaträgers moralisch falsch ist. Der Stigma-Begriff Ervin Goffmans. Verwendung und Möglichkeiten zur Beschreibung von Devianz und […]
21. November 2019
Das Konklave der Narren
Das Konklave der Narren_Fotoserie von Antje Kröger

Das Konklave der Narren

Verhalten sitzen sie an ihren Plätzen, sofern sie können, beäugen sie sich argwöhnisch. Den wenigsten gefällt, was sie sehen. Erst recht nicht dieser Zeremonienmeister. Eine Einführung der Moderne, die ihnen als uraltes Ritual verkauft wird. Der erpicht darauf ist, dass alte Bräuche auch in neuen Zeiten nicht an Kraft verlieren. Mit einem neuen Tanz eröffnet er. Dass dieser Klotz überhaupt zu Bewegung fähig ist, und dann noch zu so graziler, erstaunt die anwesenden Verwesenden sehr.
22. September 2019
Hunger — Part II
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Hunger — Part II

Hier geht es zu: HUNGER PART I Satt. Der Europäer ist satt. Was passt noch in ihn rein? Oberkante Unterlippe. Noch eine geschredderte Kükenfeder mehr und es quillt aus ihm raus.Satt. Er ist es noch immer, der Europäer. In ihn geht nichts mehr rein. Bis unter die Haarspitzen. Noch eine neue Unterhaltungssequenz und sein Kopf […]
21. Juni 2019
O–rakel
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O–rakel

Die Kunde aus der Anderswelt ist für dich schwer zu ertragen. Die scheinbare Endgültigkeit, die Nicht-Mehr-Einflussnahme, die gefallene Entscheidung. Doch, bedenke - die Botschaft hat nur eine Relevanz in dieser Realität. Die Überbringerin lächelt dich an, wenn auch DU es schaffst, dein Lachen nicht zu verlieren, sie schenkt dir Energie, weiterhin, wenn DU die Flügel nicht einknickst, sie ist auf deiner Seite, wenn DU erträgst. Sie orakelt, zeigt auf die Veränderung, mitunter macht sie kaputt, zerschlägt, wirbelt durcheinander. Aber, und da musst DU ihr einfach vertrauen, braucht es diese Energie, um wieder zu kreieren, um zu schaffen, zu gestalten, neu zu atmen, zu er-leben. Habe keine Angst und schau ihr in die Augen. Schaue in dich, durch SIE ...
13. April 2019
Friederike Bernhardt // Hänsin Dampf in vielen Gassen // Künstlerfotos
Künstlerfotos Antje Kröger

Friederike Bernhardt // Hänsin Dampf in vielen Gassen // Künstlerfotos

Wäre SIE männlich, würde ich wohl schreiben, ER ist ein Tausendsassa. Nun ist sie aber zum Großteil weiblich, weswegen ich mich eben für Hänsin Dampf in vielen Gassen entschieden habe. Eine "schöne" (Wer mich kennt, weiß, dass ich dies im wenigsten Sinne auf das Äußere beziehe, aber könnte ich in diesem Fall ja eindeutig!) Hänsin, eine Hä(n)sin, mit vielen Projekten, mit viel Musik, Theater and so on.
29. März 2019
Melpomenē
Melpomenē-Fotoserie von Antje Kroeger

Melpomenē

Cold had I callousedWalls were raised to bear the weightI’d not takeToo slow were my sensesMuted musings lost their wayDisconnectedOnly silence remainedHolding my breath in the darkGasping for airWith the lungs of a lark Melpomene, The Dear Hunter Es ist die Erinnerung, die schlägt mit ihren großen schwarzen Flügelngegen das fragile Heute.Es ist die Hoffnung […]
22. September 2018
Todestanz_Part VII
Fotokunst Antje Kröger

Todestanz_Part VII

Den siebten Teil meiner Todestanz-Serie kann ich nun zeigen. Ein wilder Mix aus Kleinbild-Film, Polaroid und digitalem Foto. Passend. Zu der Angst der Protagonistin. Wenig fassbar, mit einer Menge Rätsel verbunden. Ein intensives, heißes, energetisches Shooting, bei dem das Licht unsere wichtigste Antreiberin war! Todestanz_Part I Todestanz_Part II Todestanz_Part IIITodestanz_Part IVTodestanz_Part VTodestanz_Part VI Hannah ist […]
5. August 2018
Todestanz_Part VI
Todestanz_Part VI Fotokunst Antje Kroeger

Todestanz_Part VI

Sie hat keine Angst vor dem Tode.Aber wovor hat sie dann Angst?Vor der Buntheit des Lebens?Vor der Ziellosigkeit?Vor den fehlenden Worten?Vor dem Mut?Vor dem Mensch?Vor einem Gott?Vor der Leichtigkeit?Vor Entscheidungen?Vor dem Außen oder dem Innen?Sie hat Angst und diese macht –sie müde. Todestanz_Part I Todestanz_Part II Todestanz_Part IIITodestanz_Part IVTodestanz_Part V
13. Juli 2018
humanorum
humanorum_fotoserie_antjekroeger (2)

humanorum

Mir ist derzeit schwer ums Herz. Der Firnis vieler Menschen bröckelt und die Gefühle schwanken … Aber es nützt einfach nichts zu verzweifeln. Zweifeln jedoch sollte jeder und vor allem seine Informationen immer aus vielen Quellen schöpfen, unermüdlich weiter machen und nicht müde werden, helfen anstatt zu konsumieren, reflektieren anstatt nur wahrzunehmen, machen anstatt jammern!Ich hab […]
9. Juli 2018
Frühlingserwachen
Frühlingserwachen Fotografie Antje Kröger

Frühlingserwachen

MAITAG Still! – Ich hör, wie an Geländenleicht der Wind vorüberhüpft,wie die Sonne Strahlenendenan Syringendolden knüpft.Stille rings. Nur ein geblähterFrosch hält eine Mückenjagd,und ein Käfer schwimmt im Äther,ein lebendiger Smaragd.Im Geäst spinnt SilberrhombenMutter Spinne Zoll um Zoll,und von Blütenhekatombenhat die Welt die Hände voll. Rainer Maria Rilke, FRÜHLING
8. Mai 2018
Todestanz_Part V
Todestanz_Part V

Todestanz_Part V

Seit einigen Tagen sind auch in Reichweite liegende Namen und Daten oft fort, versunken. So fiel mirneulich meine eigene Postleitzahl nicht und nicht ein. Dann hatte ich den Einfall, nach einem gesternerhaltenen Brief zu suchen, und als ich dann auf dem Umschlag meine Postleitzahl las, war sie mirzunächst völlig fremd, ich erkannte sie nicht als […]
27. November 2017
Todestanz_Part IV
Todestanz_Part IV

Todestanz_Part IV

Eine Sternschnuppe fällt. Dahinter strahlt das Licht eines fernen Leuchtturms durch die inzwischen noch schwärzer gewordene Nacht. Menschen kommen schweigend den Weg herauf. Man hört sie schreiten und heftig dabei atmen. Kurz danach dringt Blumenduft herauf. Die Welt sagt immer nur ein und dasselbe. Auf diese geduldige Wahrheit aber, die von einem Stern an den […]
22. November 2017
vehemens
fotokunst antje kroeger vehemens

vehemens

Womit wird dieser Tanz enden?Mit der Liebe oder mit dem Tod! ich hatte erwartet, dass du dich für mich interessiert und wenn, nachfragst. ich erzähle jedem meine geschichte, der sie wissen will. auf einmal aber stand ich in der ecke, wie ein tier, getrieben. immerhin habe ich wieder tränen geweint, die waren lange versiegt. Entschuldige, […]
13. September 2017
Todestanz _Part II
Todestanz Analogfotografie Akt

Todestanz _Part II

… CASTI PIANI. Was ich als Kind erlebt habe, das erlebt kein menschliches Geschöpf, ohne daß seine Tatkraft bis zum Grabe gebrochen ist. Können Sie sich in einen jungen Menschen hineindenken, der mit sechzehn Jahren noch geprügelt wird, weil ihm der Logarithmus von Pi nicht in den Kopf will?! Und der mich prügelte, war mein Vater! Und ich prügelte […]
11. Juli 2017
Todestanz _Part I
Aktfotografie analog

Todestanz _Part I

Das Leben ist wie die Lampe, die auch schon anfängt auszubrennen, wenn sie angezündet wird! So alt wie jeder von euch ist, so viele Jahre habe ich schon mit euch getanzt. Jeder hat seine eigenen Touren, und der eine hält den Tanz länger aus als der andere. Aber die Lichter verlöschen zur Morgenstunde, und dann […]
23. Juni 2017
Liebe ist eine Last
Fotografie Antje Kroeger

Liebe ist eine Last

Auf rätselhafte Weise hatte so der unruhige und zweifellose Zustand wieder begonnen, der für Wellkamp schon der letzten Zeit vor der Hochzeit einen Teil ihres Duftes und ihres Reizes genommen. Hatte nicht gerade die große Aufrichtigkeit und Schleierlosigkeit ihres Verhältnisses das Glück dieser ersten Berliner Wochen ausgemacht? Dieses konnte sich noch für einzelne Stunden einfinden, […]
13. Mai 2017
Weia! Waga! Woge, du Welle! II
Aktfotografie Antje Kroeger

Weia! Waga! Woge, du Welle! II

Heiajaheia! Heiajaheia!Wallalalalala leiajahei!Rheingold! Rheingold!Leuchtende Lust, wie lachst du so hell und hehr!Glühender Glanz entgleißet dir weihlich im Wag‘!Heiajaheia! Heiajaheia!Wache, Freund, Wache froh!Wonnige Spiele spenden wir dir:flimmert der Fluß, flammet die Flut,umfließen wir tauchend, tanzend und singendim seligem Bade dein Bett!Rheingold! Rheingold!Heiajaheia! Wallalalalala leiajahei!Richard Wagner, DAS RHEINGOLD Im Sommer erzählte ich bereits von den Naturwesen (Weia! […]
27. September 2016
Schaflose
Aktfotografie Antje Kroeger

Schaflose

»Um es kurz zu machen«, begann der Schafprofessor. »Das Schaf ergriff von mir Besitz im Sommer 1935. Bei der Erkundung geeigneter Weideplätze nahe der mandschurisch-mongolischen Grenze verirrte ich mich und verbrachte die Nacht in einer Höhle, die ich zufällig entdeckt hatte. Im Traum erschien mir ein Schaf, das mich fragte, ob es in mich hinein dürfte. Ich sagte, […]
5. September 2016
Würde wurde Wut Wunde würde Bürde — Gewirr
Aktfotos Antje Kroeger

Würde wurde Wut Wunde würde Bürde — Gewirr

Schlingen die Würde als Tunika um deinen Torso—gleitet der Stoff ab von deinen Schultern. Gescholten will die Würde sein? Nein, nicht gescholten. Abgeschlagen, zerschlagen…aus kristallinen Knochen wieder aufgebaut. Dann geraubt. Raubt die Würde den Verstand. Raubgut sich dir an die Fesseln band. Die Schultern ihre Gelenke nach ObenVorne gerückt. Ins rechte Licht – dich stechen […]
1. September 2016
Selbstbesserung
Aktfotografie Antje Kröger

Selbstbesserung

Aber eines ist in unserer Seele, welches, wenn wir es gehörig ins Auge fassen, wir nicht aufhören können, mit der höchsten Verwunderung zu betrachten, und wo die Bewunderung rechtmäßig, zugleich auch seelenerhebend ist; und das ist: die ursprüngliche moralische Anlage in uns überhaupt. – Was ist das (kann man sich selbst fragen) in uns, wodurch […]
16. August 2016
Eine Expedition
Aktfotografie Antje Kröger

Eine Expedition

Die Serie ist der letzte Teil einer Trilogie. Einer Trilogie, die ich nicht konzipiert habe, sondern das Leben. Ich freue mich über sie, weil wir drei hier im Gleichklang fühlen, obwohl wir so unterschiedlich sind. Vor ein paar Monaten noch Fremde, nun Freundinnen, meinen Fotoworkshops sei DANK! Ich mag all die Begegnungen, diese jedoch nimmt in […]
25. Juli 2016
Morgen gehts dir wieder gut
Morgen gehts dir wieder gut

Morgen gehts dir wieder gut

.“.. geboren werden, hängt von einer zufälligen Bewegung ab, von einem Satz, der von einem Unbekannten am anderen Ende der Welt ausgesprochen wird, von einer gedeuteten Gebärde, einer Hand auf der Schulter und einem Flüstern, das nicht hätte geflüstert werden können. Jeder getane Schritt und jedes gesagte Wort irgendeines Menschen in irgendeiner Situation (aus Unschlüssigkeit oder […]
7. April 2016
Madame Welt
Madame Welt, Aktfotografie Antje Kröger

Madame Welt

Ich denke an Ivan.Ich denke an die Liebe.An die Injektionen von Wirklichkeit.An ihr Vorhalten, so wenige Stunden nur.An die nächste, die stärkere Injektion.Ich denke in der Stille,Ich denke, daß es spät ist.Es ist unheilbar. Und es ist zu spät.Aber ich überlebe und denke.Und ich denke, es wird nicht Ivan sein.Was immer auch kommt, es wird […]
6. März 2016
Ich bin schön *Fragezeichen – Ausrufezeichen
Ich bin schön, Fotoserie von Antje Kröger

Ich bin schön *Fragezeichen – Ausrufezeichen

In den letzten Tagen habe oft ich darüber nachgedacht, für wen ich diese Fotos gemacht habe: für sie, für mich, für ihre Mutter, für meine Mutter, als Denkmal oder Mahnmal oder einfach auch nur, weil es die Konsequenz aus den Geschehnissen war – wahrscheinlich ein Konglomerat aus alledem. Ihre Mama traf mich vor nicht langer […]
28. Februar 2016
Zweikampf
Zweikampf, Fotoserie von Antje Kroeger

Zweikampf

Sie dachte, was auch geschehen war, man würde es ihr sicher bald mitteilen. Doch niemand kam. Das Telefon klingelte nicht; die Gartenpforte wurde nicht geöffnet. Sie konnte keinen Verkehrslärm hören, sie wusste nicht einmal, in welcher Richtung die Straße lag – oder der Weg, falls sie draußen auf dem Lande war. Sie musste aus dem Haus […]
23. Februar 2016
Kundalini
Kundalini, Fotoserie von Antje Kroeger

Kundalini

Sie war Teilnehmerin meines Aktworkshops am vergangenen Wochenende. Die ersten zwei Stunden nahm ich sie kaum wahr, sie saß da, sie hörte zu, sie brachte sich nicht ein. Doch dann war sie an der Reihe, ich erinnere mich noch so genau an ihre ersten Worte, fast waren diese wie eine Offenbarung, aber in jedem Fall […]
20. Februar 2016
Schwimmen in der Luft
Schwimmen in der Luft

Schwimmen in der Luft

Als sie zu mir kam, lag eine menschenreiche Woche hinter mir, ich war kaputt, zu viele Geschichten, Gesichter, Momente, Tiefe, zu viel gesehen, gehört, gefühlt – auch fotografiert. Sie brachte Blumen mit, viel rot und weiß, und eine so schöne eigene Geschichte. Und auf einmal, mitten im Gespräch sprach sie diesen Satz, diesen Satz, der sich […]
16. Februar 2016
Selbstbekenntnis
Selbstbekenntnis - eine Fotoserie von Antje Kroeger

Selbstbekenntnis

Es gibt ein Vergessen alles Daseins, ein Verstummen unsers Wesens, wo uns ist, als hätten wir alles gefunden. Es gibt ein Verstummen, ein Vergessen alles Daseins, wo uns ist, als hätten wir alles verloren, eine Nacht unsrer Seele, wo kein Schimmer eines Sterns, wo nicht einmal ein faules Holz uns leuchtet. _____ Wir bedauern die […]
10. Februar 2016
Wanderpflicht
Wanderpflicht, eine Fotoserie von Antje Kröger

Wanderpflicht

Was zieht da mit, was zieht da mit mir mit, was zieht da an mir? Mein Schatten kann es nicht sein, den habe ich ans Vorbei abgegeben, der war die ganze Zeit hinter mir, bin schon mehrmals an ihm vorbei, er wollte nicht mit, er wollte nicht mitziehen mit mir. Kann man ihn eigentlich vorauswerfen […]
8. Februar 2016
In den besten Jahren
In den besten Jahren

In den besten Jahren

Fotoserie von der Leipziger Fotografin Antje Kröger über eine Frau über 50 Jahren, Menopause, Wechseljahre
4. Februar 2016
Ist da etwas Lebendiges, das prangt?
Aktfotografie Antje Kröger

Ist da etwas Lebendiges, das prangt?

Hängt es nur an einer Schnur, die mal Garn war?Verfeinert durch den Wind, die Fasern weich gebraust von sich tauschenden Winden und Tropfen und Sonnen.Dreht es sich nur – beschwingt von Federn. Der Drehmoment wird bestimmt durch das Gewicht.Dieses die Schnur gen Boden trimmt. Dreht es sich lose? Rinnt … nimmer mehr lose. Die Zeit […]
2. Februar 2016
Weiß ich es denn selbst, wer ich bin
Aktfotografie Antje Kroeger

Weiß ich es denn selbst, wer ich bin

Der Zufall ganz allgemein: was uns zufällt ohne unsere Voraussicht, ohne unseren bewußten Willen. Schon der Zufall, wie zwei Menschen sich kennenlernen, wird oft als Fügung empfunden; dabei, man weiß es, kann dieser Zufall ganz lächerlich sein: ein Mann hat seinen Hut verwechselt, geht in die Garderobe zurück und obendrein, infolge seiner kleinen Verwirrung, tritt […]
25. Januar 2016
Recht oder nicht Recht
Recht oder nicht Recht , Fotoserie von Antje Kröger

Recht oder nicht Recht

Wenn er mir das angetan hat und zur Miliz gegangen ist, dann soll er verflucht sein! Mit ihren Fliegerbomben sollen sie ihn treffen! Mit ihren Tanks sollen sie ihn niederfahren! Dass er merkt, dass Gott sich nicht spotten lasst. Und dass ein Armer nicht gegen die Generäle aufkommen kann. Ich habe ihn nicht dazu geboren, […]
15. Januar 2016
Das Damals, das Heute
Aktfotografie Leipzig Antje Kröger

Das Damals, das Heute

Wir leben auf einem laufenden Band, und es gibt keine Hoffnung, daß wir uns selber nachholen und einen Augenblick unseres Lebens verbessern können. Wir sind das Damals, auch wenn wir es verwerfen, nicht minder als das Heute – Die Zeit verwandelt uns nicht.Sie entfaltet uns nur. Indem man es nicht verschweigt, sondern aufschreibt, bekennt man […]
5. Dezember 2015
MIT.gefühl
Aktfotografie Antje Kröger

MIT.gefühl

Alle aus dem Lateinischen hervorgegangenen Sprachen bilden das Wort Mitgefühl aus der Vorsilbe com- und dem Wort, das ursprünglich >Leiden< bedeutete: passio. Andere Sprachen, so das Tschechische, das Polnische und das Schwedische, drücken diesen Begriff durch ein Substantiv aus, das aus der Vorsilbe Mit- und dem Wort >Gefühl< besteht (tschechisch sou-cit, polnisch wspol-uczucie, schwedisch medkansia). […]
23. November 2015
Kreisrund
MEISTERKLASSE MENSCHENFOTOGRAFIE

Kreisrund

  Nächst der Liebe, die zwischen Menschen selten rein ist und nicht ohne Kämpfe und Opfer leben kann, gibt es für uns Menschen nichts Schöneres und Tröstlicheres als das reine Schauen, das stille, redliche Miterleben der Natur um uns her, im Kleinen und Großen. Das ist gut gegen allen Hochmut, zu dem man etwa neigt, […]
17. November 2015
Die Anarchie des Lebens
Die Anarchie des Lebens

Die Anarchie des Lebens

[2.11.2015, 14:55] F: Es gibt sie, die Tage, bestehend aus unausweichlichen Momenten, an denen man nicht gut allein sein kann. Und man muss erfahren, dass die Seele so viel langsamer ist als der Kopf, dass die Wunden nicht wegzudenken sind – sie wollen veratmet werden unter Austritt einer Wundflüssigkeit namens Tränen. Ich bin Ausnahmezustand. Und manchmal… […]
12. November 2015
Das Mitbringsel
Porträtfotografie schwarz weiß Leipzig

Das Mitbringsel

Der Rock fand zu mir in ’nem Flohmarkt-Eckladen des Istanbuler Stadtteils Fener. Es gibt wenige Plätze in dieser Stadt, wo Dinge beherbergt sind, die schon ein anderes Leben hinter sich haben. Um so glücklicher war ich, diesen einen gefunden zu haben. Es standen da auch ’ne Menge russischer Kameras herum. Aber ich entschied mich diesmal […]
31. Oktober 2015
Phoenixfrau
Fotograf Leipzig Antje Kröger

Phoenixfrau

Aus schönen Federn ein Nest bauen.Behaglich und warm hinterlassen von Raben, die einmal Eltern waren.Aufgebaut, nachgebaut aus dem Dachfenster gesehen, gesehen und immerzu gesehen.Gesungen in eine Ferne mit der Melodie gesprungen.In die Weite die Luft der Stadt gedrängt – in den weiten rabendurchzogenen Himmel hinaus.Wohin genau?Der Blick in ein neues über den Wolkenzuhause.Immer und ewig […]
5. Oktober 2015
Das Leichte und das Schwere
Fotograf Leipzig Antje Kroeger

Das Leichte und das Schwere

Wenn sich jede Sekunde unseres Lebens unendliche Male wiederholt, sind wir an die Ewigkeit genagelt wie Jesus Christus ans Kreuz. Eine schreckliche Vorstellung. In der Welt der Ewigen Wiederkehr lastet auf jeder Geste die Schwere einer unerträglichen Verantwortung. Aus diesem Grund hat Nietzsche den Gedanken der Ewigen Wiederkehr >das schwerste Gewicht< genannt. Wenn die Ewige […]
4. Oktober 2015
Nexus
Aktfotografie Antje Kröger

Nexus

Im luftleeren Raum des Geistes leben, heißt, immer «diesseits des Paradieses» leben, aber so gründlich, so völlig, daß selbst die Totenstarre als Veitstanz erscheint. So düster, öde und schal das Alltagsleben auch sein mag, nie reicht es an die Qual dieser endlosen Leere, durch die man bei vollem, wachem Bewußtsein ziellos umherirrt. In der nüchternen […]
29. September 2015
Arkana
fotograf leipzig antje kroeger

Arkana

Worte fließen bei mir nie, ich muss sie immer herauslocken. Dennoch. Ein paar müssen in dieser Zeit sein, da so viele Fragen an mich herangetragen wurden zu meiner Kunst, zu meinen Workshops; zu mir, meinen Fotoshootings. Es sind so viele Diskussionen bei Facebook entstanden, ich bekam Hinweise und Anmerkungen: Meine Arbeit zeigt genau das, wie ich die […]
23. September 2015
Großmamas Augen
Aktfotografie Antje Kröger

Großmamas Augen

Als ich ein Kind war, beschützten sie mich, die Augen meiner Großmama. Sie trösteten mich, sie nahmen mir die Angst, sie füllten mich mit Liebe auf, warteten immer geduldig, sie schimpften nie, blieben neugierig, holten mich zurück aus den Träumen und schickten mich wieder auf neue Traumreisen. Diese Augen bangten, oft. Sie schlossen die Lücken, […]
13. September 2015
Odem
Fotograf Leipzig Antje Kröger

Odem

„Jetzt will ich leben. Ein paarmal noch kommt die Schwester herein und hebt meine Hand auf. Dann, gegen Morgen, kommen Pfleger und heben mein Bett auf Gummiräder und fahren es in den Krankensaal zurück. Plötzlich, denke ich, hat der Atem des Mannes vor mir aufgehört. Ich will nicht sterben, denke ich. Jetzt nicht. Der Mann […]
10. September 2015
Der dünne Firnis der Zivilisation
Der dünne Firnis der Zivilisation

Der dünne Firnis der Zivilisation

„Eine Krise ist deshalb gut, weil sie unsere Ideale beschädigt. Es gibt viele Menschen, die ohne nennenswerte Schädigung durch ihr Leben kommen, weil ihr ganzes Leben die Beschädigung ist. Ich will damit sagen, dass Monotonie den Alltag der meisten bestimmt. Nach der Arbeit geht man nach Hause und legt eine Portion TV-Programm drauf. Man will […]
6. September 2015
Die Herausgeschnittene
kaiserschnitt fotos antje kroeger

Die Herausgeschnittene

»Weißt du, Charly, im Leben muss man lieben, und zwar sehr. Man darf niemals Angst haben, zu sehr zu lieben. Diejenigen, die den Schmerz fürchten, glauben nicht an das Leben … Verstehst du, Charly: Was auch geschieht, sieh zu, dass dein Herz immer voll ist.«  Samuel Benchertrit, Rimbaud und die Dinge des Herzens
30. August 2015
Dissoziation
selbstverletzung ritzen bulemie

Dissoziation

Die Hölle der Wirklichkeit ist finsterer und enger, als jede himmlisch ausgedachte Hölle, und dennoch zugleich vitaler, reicher, verschlossener, insgesamt unwahrscheinlich erstaunlich angeordnet und keineswegs zufriedenstellend in allem erforscht, vermessen, berechnet, erkannt und begriffen. Die Poetik des Extremen, Uwe Schütte Mama hat als sehr kleines Kind schon zu mir gesagt, sie nehme mir die Bücher […]
4. August 2015
Sommerfreundschaft
aktfotografie antje kroeger

Sommerfreundschaft

Manche Freundschaft fühlt sich im Sommer anders an, genauso wie das Wetter, dass im Sommer verrückter spielt und seine Kräfte walten lässt. Manche Freundschaft nährt sich durch Tradition. Die Sommerwochen sind mir ein Vergnügen, Wohnung und Atelier ein Taubenschlag, Menschen gehen ein und aus, bleiben, feiern, essen & sind. Das macht mich lächelnd. Zwei Sehnsuchtswilde […]
29. Juli 2015
Die Zöpfe
Aktfotografie Antje Kröger

Die Zöpfe

Der Kopfsprung ins leere BeckenHat nur Ecken
Und Kanten. Personen Leute Orte
Kannten
Sie mich mal? Wo bin ich dutzendmale schon vor beigesprungen?
Prallte auf
Dutzend Male
Schon?
Male -Mit dem Kopf voran fortan Wände an.
Es staucht So ungemein,
Gemein.
Gläser scheppern ein.
Splitter stacheln Streuen ein.
In die Welt hinaus
Mit einem Blut
das in mich führt
Und pumpt
So ungemein. Das Herz -es hetzt. Kommt doch dem Körper […]
26. Juli 2015
Signaturen
Aktfotografie Antje Kröger

Signaturen

Die Enunziationen und Eindrücke des Lebens in ihrer Fülle sind der Gegenstand der Poesie. Alles, was den Menschen im Gefühl einer Realität über sich selbst, das heißt über seinen gewöhnlichen Zustand erhebt, hat ihn begeistert, und diese Begeisterung ist die Poesie. Jede Realität nimmt hieran teil. Die Vorstellung oder Darstellung einer Idee erweckt das Gefühl […]
23. Juli 2015
Vorspiel
Magersucht

Vorspiel

Manchmal komme ich ganz durcheinander mit meinen Emotionen. Das Leben und dazu jeden Tag jemanden oder mehrere jemande fotografieren, frei und zum Geld verdienen. Und dann gibt es Zeiten, so wie jetzt, wo ein freies Shooting das andere jagt, weil die Emotionen rauswollen und müssen; und dann, dann komme ich durcheinander. Alle Menschen gehen mir […]
22. Juli 2015
Mädchenjahre
Mädchenjahre fotoserie von antje kroeger

Mädchenjahre

Die Kindheit ist das Reich der großen Gerechtigkeit und der tiefen Liebe. Kein Ding ist wichtiger als ein anderes in den Händen des Kindes. Es spielt mit einer goldenen Brosche oder mit einer weißen Wiesenblume. Es wird in der Ermüdung beide gleich achtlos fallen lassen und vergessen, wie beide ihm gleich glänzend schienen in dem […]
12. Juli 2015
Unbunt
aktfotos leipzig

Unbunt

Eigentlich sah ich das alles bunt, wir sahen es bunt, das Wasser leuchtete so blau, ihre Arme auch. Und dann kam es doch anders. Nur aus einem Gefühl heraus. Weg mit der Farbe, dem Licht und dem Leuchten, nicht aus schweren Gedanken heraus. Nein, die Formen setzen sich durch, der Inhalt, nachdem die verführerische bunte Hülle […]
3. Juli 2015
Das Antifragile II
Das Antifragile

Das Antifragile II

Es ist keine wirkliche Fortsetzung, eher ein anderer Blickwinkel, alle Fotos gehören zusammen und sind dennoch geteilt, auch das macht Sinn – Das Antifragile Für Mutter Natur zählen Meinungen und Prognosen nicht; es geht einzig ums Überleben.Man hat es hier also mit einem Evolutionsargument zu tun. Mir scheint es das am sträflichsten unterschätzte Argument für […]
29. Juni 2015
Das Antifragile
Das Antifragile

Das Antifragile

Einige Dinge profitieren von Erschütterungen; wenn sie instabilen, vom Zufall geprägten, ungeordneten Bedingungen ausgesetzt sind, wachsen und gedeihen sie; sie lieben das Abenteuer, das Risiko und die Ungewissheit. Doch obwohl dieses Phänomen omnipräsent ist, gibt es kein Wort für das genaue Gegenteil von »fragil«. Nennen wir es »antifragil«.Antifragilität ist mehr als Resilienz oder Robustheit. Das […]
25. Juni 2015
Purgatorium
Fegefeuer

Purgatorium

Wir sprachen über Frieden, Schwarze Schwäne und über das Feuer & das Wasser. Das Wasser blieb fern, alles andere spürten und erlebten wir… In seinem Essay Le G´enie du Christianisme bemerkt Chateaubriand, das Fegefeuer übertreffe an Poesie Himmel und Hölle, denn es verkörpere eine Zukunft, das heißt eine zeitliche Dimension, die jenen fehle. Doch das Fegefeuer entfaltete nicht nur im Vergleich […]
15. Juni 2015
SHE’S LOST CONTROL
SHE’S LOST CONTROL

SHE’S LOST CONTROL

Manchmal spielt einem, was auch immer, wer auch immer (ich nenne es meist das Universum), so in die Karten, dass selbst das Verlieren der Kontrolle nur noch Sinn macht. And she expressed herself in many different ways Until she lost control again And walked upon the edge of no escape And laughed, “ I’ve lost […]
24. Mai 2015
Der Mai
Aktofotografie Leipzig

Der Mai

Hier stand ein Gedicht von Erich Kästner. Ein Zuschauer meines Blogs machte mich darauf aufmerksam, dass der Erbe von Kästner mit seinen Anwälten gerne alle abmahnt, die die Worte des Vaters benutzen. Sehr schade.
13. Mai 2015
Eigensinn
fotograf leipzig akt

Eigensinn

Nichts vermag der Mensch so zu lieben wie sich selbst. Nichts vermag der Mensch so zufürchten wie sich selbst. So entstand zugleich mit den andern Mythologien, Geboten und Religionen des primitiven Menschen auch jenes seltsame Übertragungs- und Scheinsystem, nach welchem die Liebe des einzelnen zu sich selber, auf welcher das Leben ruht, dem Menschen für […]
2. Mai 2015
Narzista
Aktfotos Leipzig

Narzista

…Ich liebe Den, dessen Seele tief ist auch in der Verwundung, und der an einem kleinen Erlebnisse zu Grunde gehen kann: so geht er gerne über die Brücke. Ich liebe Den, dessen Seele übervoll ist, so dass er sich selber vergisst, und alle Dinge in ihm sind: so werden alle Dinge sein Untergang. Ich liebe […]
15. April 2015
Wasserturm am Meer
Wasserturm am Meer

Wasserturm am Meer

ebene wege mochte ich auch als kind nicht, habe nie verstanden, wofür ein lehrer verspricht, verfolgte immer das übersehene. durch regen und schlamm spürte ich die erdtiefe. ebene wege waren gehbar, aber ich lief hinter unmöglichen dingen her, ebene wege waren verfolgbar, doch meine spuren sollten sich im weltall verlieren. ebene wege mochte ich auch […]
4. März 2015
Der Fisch ist auch mein Freund
Der Fisch ist auch mein Freund

Der Fisch ist auch mein Freund

Es war jetzt dunkel, wie es im September, wenn die Sonne untergegangen ist, schnell dunkel wird. Er lag gegen das abgenutzte Holz des Bugs und ruhte sich aus, so gut er konnte. Die ersten Sterne waren da. Er kannte de Namen des Rigels nicht, aber er sah ihn und wusste, dass sie bald alle da […]
25. Februar 2015
Ein feines Herz sehnt sich sogar im Glück
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Ein feines Herz sehnt sich sogar im Glück

Sehnsucht und Erwartung Die Zeit, die ist, wird erst bedeutsam durch die Zeit, die war und sein wird. Ein Höhepunkt des Augenblickes vorwärts oder rückwärts ist die Gegenwart des Seins. Die Kette der Momente schließt sich nicht. Seelisch gibt es keinen Stillstand der Erfüllung. Ein feines Herz sehnt sich sogar im Glück. Die Sehnsucht der […]
26. Januar 2015
Philosofische
fotograf leipzig antje kröger

Philosofische

Freischwimmer (Sylvia Amstadt) Hinter meinem Rückenschwimmt jetzt die Verzweiflungin kleingerissenen Stückenich lass sie frei in meiner Freiheitund so taucht sie friedlichzurück ins Meer der Weisheit. Ich will jetzt einfach keineKrokodilstränen mehr sehen,hab auch die Schnauze vollvon diesen rotzfrechen Riesengarnelenund diesen gierigen Haifischen,die sich täglich in zu kleinen Teichenversuchen das Leben zu nehmen? Dafür sehne ich […]
20. Januar 2015
Bellum omnium contra omnes
fotograf leipzig

Bellum omnium contra omnes

In irgend einem abgelegenen Winkel des in zahllosen Sonnensystemen flimmernd ausgegossenen Weltalls gab es einmal ein Gestirn, auf dem kluge Tiere das Erkennen erfanden. Es war die hochmütigste und verlogenste Minute der “ Weltgeschichte“: aber doch nur eine Minute. Nach wenigen Atemzügen der Natur erstarrte das Gestirn, und die klugen Tiere mußten sterben. – So […]
16. Januar 2015
Schwimmen oder Tauchen?
Fotograf Leipzig Antje Kröger

Schwimmen oder Tauchen?

4. Januar 2015
Curiositas
Fotograf Leipzig Antje Kröger

Curiositas

Der Trilogie 2014 letzter Teil Teil eins Sausen & Brausen und Teil zwei Die Lähmung   Es war schwarz wie Ebenholz, rot wie Blut und am Ende weiß wie Schnee. Für dieses Jahr ist´s vorbei, verehrtes Froillein, es bleiben die Neugierde, der Schelm, die tiefen Gefühle. Ahoi!
31. Dezember 2014
Die Lähmung
aktfotografie leipzig antje kroeger

Die Lähmung

Der Trilogie des Jahres 2014 zweiter Teil, der erste Teil Sausen & Brausen Er zog an seiner Zigarette, und in ihm waren wohl schon die Gestalten eines neuen Buches. Immer in der Anspannung, schien Josef sich ein Privatleben nicht zu gestatten. Er prüfte die Luft, aber Andreas schien, daß er es nur tat, um die […]
29. Dezember 2014
Die Seherin
Aktfotografie ANTJE kRÖGER fOTOGRAF lEIPZIG

Die Seherin

Schon wieder schüttelt mich der gliederlösende Eros, bittersüß,unbezähmbar, ein dunkles Tier. Sappho Was mir früh auffiel: seine Angst vor Schmerz. Daß er empfindlich war. Auf körperlichen Wettstreit ließ er es nie ankommen. Ich aber, fällt mir ein, ich war berühmt dafür, daß ich Schmerz ertrug. Daß ich die Hand am längsten über der Flamme hielt. Nicht das Gesicht verzog. […]
7. Dezember 2014
Man reist ja nicht, um anzukommen
Man reist ja nicht, um anzukommen

Man reist ja nicht, um anzukommen

Fotoserie von Antje Kröger über Körper, Selbstbestimmung, Vielfalt und Sucht – ein persönlicher Blick auf das Ringen um das eigene Maß.
5. Dezember 2014
Entsicherung
Entsicherung

Entsicherung

Ent.sichert. Das war meine und Sandras Reise (ich hab heut gelernt, dass sich die Italiener immer zuerst nennen, bin ich ab jetzt einfach eine Italienerin und kein Eselchen). Im Sommer war die fesche Dame bei einem meiner Fotworkshops und an diesem Winterwochenende schon auf meinem Dach. Ich erinnere mich noch, dass ich vor ein paar Monaten […]
23. November 2014
Alte Seele Sommervogel
Alte Seele Sommervogel

Alte Seele Sommervogel

Alles Sichtbare ist Ausdruck, alle Natur ist Bild, ist Sprache undfarbige Hieroglyphenschrift… … Denn der Schmetterling ist ja etwas Besonderes, er ist ja nicht ein Tier wie alle anderen,er ist eigentlich überhaupt nicht ein Tier, sondern bloß der letzte, höchste, festlichste und zugleich lebenswichtigste Zustandeines Tieres. Er ist die festliche, die hochzeitliche, zugleich schöpferische und […]
2. November 2014
Gewöhnung ist ein Einschlafen
fotograf leipzig

Gewöhnung ist ein Einschlafen

Was man Langeweile nennt, ist also eigentlich vielmehr eine krankhafte Kurzweiligkeit der Zeit infolge von Monotonie: große Zeiträume schrumpfen bei ununterbrochener Gleichförmigkeit auf eine das Herz zu Tode erschreckende Weise zusammen; wenn ein Tag wie alle ist, so sind sie alle wie einer; und bei vollkommener Einförmigkeit würde das längste Leben als ganz kurz erlebt […]
17. Oktober 2014
Sprechende Tiere
fotograf leipzig

Sprechende Tiere

zu sagen, wie es zu erreichen ist, sprache unter die menschen zu bringen, damit sie sich weiten, dehnen in ihrer ausdrucksfähigkeit und lust bekommen sich mitzuteilen, ist nicht einfach.
11. Oktober 2014
Schatten werfen keine Schatten
fotograf leipzig antje kroeger

Schatten werfen keine Schatten

Schatten werfen keine Schatten
24. September 2014
Mein Gesicht – Dein Spiegel
sinnliches porträt schwarz/weiss

Mein Gesicht – Dein Spiegel

Paul Celan. Ein Auge, offen   Stunden, maifarben, kühl.Das nicht mehr zu Nennende, heiß,horbar im Mund.Niemandes Stimme, wieder.Schmerzende Augapfeltiefe:das Lidsteht nicht im Wege, die Wimperzählt nicht, was eintritt.Die Träne, halb,die schärfere Linse, beweglich,holt dir die Bilder.  
22. September 2014
Inneres Kind.chen
das innere kind, antje kroeger, fotograf leipzig

Inneres Kind.chen

„Unsere tiefgreifendste Angst ist nicht, dass wir ungenügend sind.Unsere tiefgreifendste Angst ist, über das Messbare hinaus kraftvoll zu sein. Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, die uns am meisten Angst macht.Wir fragen uns, wer bin ich, mich brillant, großartig, talentiert, phantastisch zu nennen?Aber wer bist Du, Dich nicht so zu nennen?Du bist ein Kind […]
18. September 2014
Die fotografische Baustelle
workshop fotografie fotoworkshop leipzig

Die fotografische Baustelle

Seit fast einem Jahr frage ich die Teilnehmer meiner Fotoworkshops nach ihrer „fotografischen Baustelle“. Diese Frage ist inzwischen fast zu einem kleinen Ritual geworden. Im letzten Sommer, das weiß ich noch sehr genau, stellte ich sie zum ersten Mal – und machte mir natürlich selbst Gedanken dazu. Denn ich bleibe in meinen Workshops nie außen vor. Mittendrin ist mein Motto. Also beantwortete ich mir diese Frage zunächst selbst.
10. August 2014
Die eigene Wahrheit
Die eigene Wahrheit

Die eigene Wahrheit

Du wirst deine eigene Wahrheit schon wiederfinden, wenn du bereit dafür bist, aber wenn sie zurückkommt, dann schäme dich nicht für sie, denn sie ist du und du bist sie und niemand sollte sich für sich selbst schämen.  Gedankensturm – Diandra Voigt  
6. August 2014
Des Menschen Seele gleicht dem Wasser
Fotografie Wasser Leipzig Porträt Antje Kröger

Des Menschen Seele gleicht dem Wasser

Auf der ganzen Weltgibt es nichts Weicheres und Schwächeres als das Wasser.Und doch in der Art, wie es dem Harten zusetzt,kommt nichts ihm gleich.Es kann durch nichts verändert werden.Daß Schwaches das Starke besiegtund Weiches das Harte besiegt,weiß jedermann auf Erden,aber niemand vermag danach zu handeln. (Laotse: Tao te king) 
5. August 2014
Getäuscht hat sich die Taube
ein Tribut an Frida Kahlo

Getäuscht hat sich die Taube

Getäuscht hat sich die Taube. Sie hat sich getäuscht. Um nach Norden zu fliegen, flog sie nach Süd.Sie glaubte der Weizen sei Wasser.Sie hat sich getäuscht. Sie glaubte das Meer sei der Himmel,die Nacht sei früher Morgen.Sie hat sich getäuscht. Die Sterne seien Tau,die Hitze Schneegestöber.Sie hat sich getäuscht. Dein Rock sei deine Bluse,in deinem […]
4. August 2014
Vor dem Leben danach
Vor dem Leben danach

Vor dem Leben danach

Im Bauch einer schwangeren Frau trieben zwei Embryos, einer von Glaube und Hoffnung genährt, der andere ein Skeptiker durch und durch. Der Skeptiker wollte wissen:“ Glaubst du an ein Leben nach der Geburt?“ Der Gläubige antwortete: “ Gewiss, das gibt es. Unser Leben hier ist nur ein Weg, wir wachsen und gedeihen, um uns auf […]
28. Juli 2014
Im Tal
Im Tal Fotoserie von Antje Kroeger

Im Tal

Unsere erste "Begegnung", Jasmin und Antje, ist nun über ein Jahr her. Damals schrieb sie mir eine wundersame E-Mail (für eine 17-jährige) und buchte mich als Fotografin für ein Shooting, dass erst ein Jahr später stattfinden sollte. Doch das Universum sorgte dafür, dass ich ein paar Wochen nach Erhalt dieser E-Mail mit einem geliebten Menschen an einen besondersverwunschenen Ort reiste, vielleicht auch, um diesem wundersamen Mädchen live und in Farbe zu begegnen; schon zu diesem Zeitpunkt. Seitdem verbindet mich eine Freundschaft mit ihr und eine sehr besondere Liebe zu diesem Ort, den sie jetzt verlässt, um in ihr Leben zu tanzen. Unsere gemeinsame Fotoarbeit am Brausebach fand vor zwei Wochen statt. Jasmin hat ein paar Worte zu den Bildern geschrieben und ich bin sehr stolz, dieses "Häuten" fotografierend begleitet zu haben.
22. Juli 2014
Risse entstehn im Verhängnis
Risse entstehn im Verhängnis

Risse entstehn im Verhängnis

Gieb deinem Herzen ein Zeichen, daß die Winde sich drehn. Hoffnung ist ohne gleichen wenn sie die Göttlichen sehn. Richte dich auf und verharre still in dem großen Bezug; leise löst sich das Starre, milde schwindet der Bug. Risse entstehn im Verhängnis das du lange bewohnt, und in das dichte Gefängnis flößt sich ein fühlender Mond. Aus: Die Gedichte 1922 bis 1926 (Entwürfe; Muzot, Anfang Februar 1924), […]
11. Juni 2014
Freischwimmerin
Freischwimmerin Aktfotos Antje Kröger

Freischwimmerin

Ihr Element das Wasser.Güte und Angst.Sanftheit und raue Wellen.Auftauchen und verschlucken,niemals still und tot.Freiheit.
25. Mai 2014
Axiom
axiom_aktfotos_antje_kroeger

Axiom

tribut to archive… http://archiveofficial.com/ Die Axiome von Paul Watzlawick
23. Mai 2014
Der Sturm
sturm fotos antje kroeger

Der Sturm

Der Schauende (Rilke) …Da geht der Sturm, ein Umgestalter,geht durch den Wald und durch die Zeit,und alles ist wie ohne Alter:die Landschaft, wie ein Vers im Psalter,ist Ernst und Wucht und Ewigkeit. Wie ist das klein, womit wir ringen,was mit uns ringt, wie ist das groß;ließen wir, ähnlicher den Dingen,uns so vom großen Sturm bezwingen, […]
7. Mai 2014
Sonderbare junge Mädchen
clown_antje_kröger

Sonderbare junge Mädchen

update: 12.08.2013 Hier stand bis heute ein Auszug aus: Erich Kästner, Fabian – Die Geschichte eines Moralisten Dann bekam ich eine E-Mail, die mich darauf aufmerksam machte, dass der Sohn und seine Anwälte Menschen abmahnen, die seinen Vater im Netz ungefragt zitieren. Nun ja. Ich liebe Erich Kästner und all das, was ich auf meinen […]
14. April 2014
Du bist schön!
du bist schön

Du bist schön!

Ich gebe seit 1 1/2 Jahren Fotoworkshops zum Thema Fotografie und die Bedeutung, die diese „Kunst“ für mich und mein Gegenüber hat, in ganz verschiedenen Konstellationen, mit anderen Künstlern und/oder Freunden, meist in Berlin oder Leipzig. Die Workshops unterliegen einer Philosophie: Die wichtigste Botschaft in den Fotoworkshops ist die Aufforderung, eine gestalterische Position zu entwickeln. […]
18. Februar 2014
…lass das Tuch bedecken…
antje kroeger fotografin leipzig

…lass das Tuch bedecken…

" Es ist immer, wenn ich schreibe, der Punkt erreicht, wo ich mit mir selber (und das heißt auch mit dem, was mich umgibt) nicht mehr umgehen kann. Ich ertrage meine Sinne nicht mehr. Ich ertrage mein Nachdenken nicht mehr. Es ist alles so verstrickt geworden, daß ich nicht mehr weiß, wo die äußeren Dinge anfangen und aufhören. Ob sie in mir sind, oder ich in ihnen. Es brechen Stücke Welt heraus, als hätte ich alles geschluckt, was ich nicht tragen kann. Und dann gibt es später diese Sätze. Schwarz auf weiß, wie ein Kleidungsstück, in dem man selber nicht nicht drin ist."  Herta Müller
30. Januar 2014
…vom Stolpern und Verzaubern
flora pulina

…vom Stolpern und Verzaubern

… oder wie sie noch immer über die Eisbärengeschichte kicherte… 2014 begann über den Dächern von Leipzig und einer nicht lauten Party.2014 begann mit Stille und dem zustimmenden Glitzern über dem Gartenbaum. Ihre Begegnung ist eine Fortsetzung. Auf der Suche, im Tausch der Gedanken, Faszination und Neugierde.Inszenierung und pures Verdenken der Bühne. Flora, Schauspielerin.Antje, Fotografin.Auf unser […]
14. Januar 2014
Verrat
verrat antje kröger fotografin

Verrat

„Nirgends kommen sich Menschen näher als beim Verrat.“ Stefan Schütz  Und immer spielt die Sehnsucht in das Thema des Verrats und speist es: die Sehnsucht nach der tiefen Überzeugung, der großen Leidenschaft, der starken Loyalität, der Einzigartigkeit und der Unerschütterlichkeit.
20. Dezember 2013
All the devils are here
magersucht fotografin antje kröger

All the devils are here

Manche fotografischen Begegnungen hallen nach – das ist für mich nichts Neues. Diese Begegnung allerdings war sowohl eine stark persönliche Auseinandersetzung als auch künstlerisch eine Herausforderung. Die Fotos liegen seit mehr als einer Woche bei mir, spuken immer wieder in meinem Kopf herum und sind auf eine besondere Weise gut zu mir. Jetzt bin ich bereit, zumindest einen Teil davon zu zeigen. Der andere Teil – sie und ich gemeinsam – bleibt vorerst unsichtbar. Es sind starke Bilder. Vielleicht bin ich eines Tages so stark, sie zu präsentieren. Aber das ist im Moment nicht wichtig. Ich habe mich fotografisch an ein sehr persönliches Thema gewagt, und das allein zählt gerade. Sie traut sich. Ich traue mich. Ich bin dankbar für die gemeinsamen Augenblicke, ob im Gespräch oder vor der Kamera. Vorsicht und Schonungslosigkeit wechselten sich ab. Emotionalität war in jeder Sekunde präsent. Und dieser Nachhall, der etwas mit mir macht – etwas, das ich jetzt noch nicht benennen kann...
27. November 2013
Die zerstörerische Anziehungskraft des Wassers
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Die zerstörerische Anziehungskraft des Wassers

Wenn das Destruktive ein böses Gesicht hätte, es wäre nicht verlockend, wenn es mit Ankündigungen kommen würde, wir wären gerüstet. Aber so geht das Destruktive nicht vor. Es tarnt sich, es schleicht sich an, es arbeitet mit dem Unverhofften und es täuscht. Und deshalb ist die einzige Methode, ihm zu begegnen, es anzuschauen. Elia
6. November 2013
Auftriebs.kraft
fotograf leipzig

Auftriebs.kraft

Ein neuer Raum hat sich für mich geöffnet. Ich, selbst Element Wasser, bin immer auf der Suche nach neuen Konzepten und/oder Räumen, die eine Menge fotografischer und persönlicher Auseinandersetzung versprechen. Der eng begrenzte Raum, gefüllt mit Flüssigkeiten oder in Zukunft anderen organischen Materialien. Die Menschen, die sich einlassen, an ihre Grenzen gehen, versuchen, ihre Körperlichkeit […]
27. Oktober 2013
Spiegelung der Vorstellung
unter_wasser_fotografie

Spiegelung der Vorstellung

was siehst du im spiegel? die wahrheit, das gegenteil, eine vermutung?wann bist du frei, wann bist du gefangen?bist du es selbst, der sich in die enge begibt?lebst du?
6. Oktober 2013
Ich glaub‘ nur an mich …
nur_fuehlen

Ich glaub‘ nur an mich …

Zerreißproben prüfen deine Qualität. Doch wenn es in den Nähten kracht, wächst du. Kyrilla Spiecker
29. September 2013
Lösch mir die Augen aus
erotische fotos antje kroeger

Lösch mir die Augen aus

Lösch mir die Augen aus: ich kann dich sehn, wirf mir die Ohren zu: ich kann dich hören, und ohne Füße kann ich zu dir gehn, und ohne Mund noch kann ich dich beschwören. Brich mir die Arme ab, ich fasse dich mit meinem Herzen wie mit einer Hand, halt mir das Herz zu, und mein Hirn wird schlagen, und wirfst du in mein Hirn den Brand, so werd ich dich auf meinem Blute tragen. Rainer Maria Rilke, Sommer/Herbst 1899
26. September 2013
Das Fuchsmädchen
fuchsmädchen

Das Fuchsmädchen

In diesem Augenblick erschien der Fuchs: „Guten Tag“, sagte der Fuchs. „Guten Tag“, antwortete höflich der kleine Prinz, der sich umdrehte, aber nichts sah. „Ich bin da“, sagte die Stimme, „unter dem Apfelbaum …“ „Wer bist du?“ sagte der kleine Prinz. „Du bist sehr hübsch … “ „Ich bin ein Fuchs“, sagte der Fuchs. „Komm […]
12. September 2013
Ich erleben, Du sein
Ich erleben

Ich erleben, Du sein

Zwei dicke Frauen feiern ihre Körper in kunstvollen Schwarz-Weiß-Fotografien.
10. September 2013
Der Schelm
schelm antje kroeger fotograf leipzig

Der Schelm

9. September 2013
Atem
luft by antje kroeger

Atem

Mein Atem In meinen Tiefträumenweint die ErdeBlutSterne lächelnin meine AugenKommen Menschenmit vielfarbnen FragenGeht zu Sokratesantworte ichDie Vergangenheithat mich gedichtetich habedie Zukunft geerbtMein Atem heißtjetzt(aus: R.A.: Mutterland. Gedichte, 1978)
28. August 2013
Hunger
antje kroeger fotograf leipzig

Hunger

Hunger-Fotokunst-Sonnenblumen
30. Juli 2013
Wölfin
Antje Kroeger Fotograf Leipzig

Wölfin

Alpha-Wölfin. Sie ist das dominanteste weibliche Tier innerhalb des Rudels. In den späten Wintermonaten führt sie Kämpfe mit rangniedrigeren Wölfinnen, um ihren Platz zu behalten. Sie fletscht die Zähne, fixiert den Gegner/in, stellt die Ohren und die Nackenhaare auf. Das Mienenspiel, die Körpersprache und die Duftmarkierungen sind ritualisiert. Sie werden von allen verstanden und dienen dem […]
19. Juli 2013
Crux
crux antje kroeger fotograf leipzig

Crux

HAMM: Was zu tun, das frage ich mich. CLOV: Ich betrachte die Wand. HAMM: Die Wand! Und was siehst du da, auf deiner Wand? Menetekel? Nackte Leiber? CLOV: Ich sehe mein Licht, das stirbt. HAMM: Dein Licht, das…!? was man nicht alles zu hören kriegt! Na ja, es wird ebenso gut hier sterben, d e […]
9. Juni 2013
Gefährten
paar fotografie leipzig

Gefährten

Manchmal braucht es Worte. Manchmal braucht es Taten. Aber immer braucht es ein Gefühl! GefährtenGesellenGenossenGespielen Fellows, travellersFellows, journeymenMembers, associatesPlaymates, companions CompagnonsCamarades (ouvriers)Collègues (associés)Amis d′enfance CompagniCamerati, compagniCamerati, soci, colleghi (complici,consorti)Compagni d′infanzia, amici d′ infanzia
27. Mai 2013
Streben nach Raum
aktfotos leipzig

Streben nach Raum

Gedanken ohne Inhalt sind leer.Beschreibungen ohne Begriffe sind blind.Bewegung ohne Fokus führt in die falsche Richtung.Raum ohne Fenster und Türen hält gefangen.
19. Mai 2013
Erde
Aktfotografie Leipzig Erde

Erde

Erde bewegt sich nicht, wenn sie nicht bewegt wird. Sie erinnert uns daran, dass wir sterblich sind.  Sie kann den Baum wachsen lassen, genauso wie sein Blatt wieder unter sich begraben.  
17. Mai 2013
Liis
Liis_Begegnung

Liis

Ich war betrunken vor Eurem KaminIch war alt genug, um zu verstehenIch sah Deine Hand, die die ihre sahBei mir ist heile Haut, wo eine Wunde warEs gibt Aufgaben, die zu erfüllen wärenDen Traurigen die Welt erklärenDass ich meinen großen gelben Vogel fandAls die kanadische Band ihre traurigen Lieder sang Walter & Hail (Tomte)
13. Mai 2013
Atme!
atme_by_antje_kroeger

Atme!

Atme, Nichts anderes musst du in diesem Moment tun.Aus und Ein, weiter!Atme.Du hast es nicht verlernt.Atme.Es füllt dich auf, macht dich satt, schenkt dir Vertrauen.Atme kräftig, sanft – abwechselnd –Atme.Bleib bei dir, Aus und Ein, weiter!Atme.
30. April 2013
Der Traum
aktfotografie_antje_kroeger

Der Traum

Du freier Mensch, du liebst das Meer voll Kraft, Dein Spiegel ist’s. In seiner Wellen Mauer, Die hoch sich türmt, wogt deiner Seele Schauer, In dir und ihm der gleiche Abgrund klafft. Du liebst es, zu versinken in dein Bild, Mit Aug‘ und Armen willst du es umfassen, Der eignen Seele Sturm verrinnen lassen In […]
8. April 2013
Unter Deinen Augen trau ich mich
analoge_fotografie_antje_kroeger

Unter Deinen Augen trau ich mich

Die Angst.Lähmend. Angst. Sie tanzt über die Hautund hinterlässt rote Flecken. Diese Angst.Fordernd. Sie zieht den Körper zusammen,macht ihn eng,so eng,dass die Luft knapp wirdund nur durch ein kleines Ventilwieder neu in ihn hineinkriecht. Doch gut zu wissen,dass es dich gibtauf dieser Welt. Auch du sitzt im Dunkeln.Auch du denkst über das Jetzt nach.Auch du […]
4. April 2013
Tanzerei
Tanzerei

Tanzerei

Tanzerei: Körper, Bewegung, Ausdruck, Bild
18. Februar 2013
Tristessa
fotograf tristessa sinnliche fotos

Tristessa

Dies ist ein Anfang. Wie dieses Buch zu mir kam, keine grosse Geschichte. Aber dem Menschen, der es mir schenkte und der wundervollen Frau auf den Bildern ist diese Serie gewidmet. Und ja, vielleicht ist es ein Anfang für eine andere Art von Serie. Ich werde es mir durch den Kopf gehen lassen und danke […]
6. Januar 2013
Hier bin ich
fotograf leipzig sinnliche fotos

Hier bin ich

Wenn ein Künstler stirbt, hinterlässt er ein Werk, ein Gefühl, Trauer… Als Nils Koppruch vor ein paar Tagen für immer ging, führte er mich dadurch in ein Wunderland voller Poesie und schöner Melodien. Natürlich kannte ich Fink, ich hatte auch schon die Platten von Gisbert gehört und die Kooperationen mit Tocotronic oder Fehlfarben beobachtet.
14. Oktober 2012
Emma
emma fotografiert von antje kroeger

Emma

Diese Serie ist natürlich der wundervollen Emma gewidmet, aber auch einem wichtigen Menschen in meinem Leben und Fotografen: Stanislav Kutac
25. August 2012
Ich wollte ja nichts als das zu leben versuchen…
fotograf leipzig sinnliche fotos

Ich wollte ja nichts als das zu leben versuchen…

  „Um meine Geschichte zu erzählen, muß ich weit vorn anfangen. Ich müßte, wäre es mir möglich, noch viel weiter zurückgehen, bis in die allerersten Jahre meiner Kindheit und noch über sie hinaus in die Ferne meiner Herkunft zurück.     Die Dichter, wenn sie Romane schreiben, pflegen so zu tun, als seien sie Gott […]
6. Mai 2012
Nicht jedes Ende ist ein Ziel
fotograf leipzig antje kroeger

Nicht jedes Ende ist ein Ziel

Nicht jedes Ende ist ein Ziel. Das Ende der Melodie ist nicht deren Ziel.; aber trotzdem: hat die Melodie nicht ihr Ende erreicht, so hat sie auch ihr Ziel nicht erreicht. ein Gleichnis… Friedrich Nietzsche
22. April 2012
Das Innere und das Äußere
leipzig-fotograf

Das Innere und das Äußere

Das gängige latainische Wort für Maske war „persona“. Daneben wurde auch „larva“ – abgeleitet von „lar“, dem Namen des römischen Huasgottes – in diesem Sinne verwendet, meinte aber primär Geist und wurde folglich eher mit Geistererscheinungen assoziiert; „imago“ wiederum bezeichnete ausschließlich die Totenmaske……Der maskierte Schauspieler spielt eine Rolle, doch diese Rolle ist nicht Teil seiner […]
23. März 2012
Zutrauen… Vertrauen
vertrauen

Zutrauen… Vertrauen

momentan schärfe ich meine sinne für „leiber“. es wird in den kommenden monaten dazu eine ausstellung in leipzig stattfinden. bei dem ein oder anderen fototermin für dieses freie projekt entstehen fotos, die ich immer mal wieder auch hier zeigen werde. heute danke ich sophie sehr für ihr vertrauen, mir ihre weiche, sensible und nicht immer […]
31. Januar 2012