Martin war Balletttänzer und unterrichtet nun. Schauspieler sein, irgendwann, oder bald. Wir wissen es noch nicht genau. Zusammen haben wir mit meiner Großformatkamera Mentor auf Papiernegativen analoge Porträts von Martin gemacht. Wir können so wunderbar zusammen kreative Utopien entwickeln. Wir können zusammen so viele Worte wechseln.
Erinnerst du dich an den Rock mit den strengen Falten? Den du trugst, als du ein Straßenköter-Schaf warst? Erinnerst du dich an die Scheren, die versuchten, damals, ein so starkes Band zu zerschneiden? Sie konnten (oder wollten) es nicht, die vermeintlich stumpfen Scheren. Oder das Band so fest, so ineinander verdreht, so anscheinend unkaputtbar. Doch. Ich weiß. Nun. Das Wasser wird diese Kraft aufbringen. Auch wenn es lange dauern kann. Aber schau hin, der Rock schon gekürzt. Auch der Wal. der herabsinkt in die Tiefe See endet als Meeresschnee.
was in der Tiefsee fällt. organisch, winzig, unaufhaltsam, Partikel aus dem, was einmal war, kein Zurück, nur das Fallen selbst, das Sinken als einzige Richtung, Sarah Moon war da, während wir arbeiteten, nicht gerufen, einfach da. diese Frauen in ihren Kleidern, die nicht ganz von hier sind, diese Körper, die sich dem Licht entziehen und ihm gleichzeitig ausliefern, diese Unschärfe, die keine Schwäche ist, sondern Wissen. das Verschwimmen, als einzige Aussage.
Die Wangen überströmen Glitzertränen. Ihr Fluss reißt nicht ab. Die Haut spannt, kribbelt merkwürdig. Die Haare gebändigt bis sie sich nicht mehr zusammenhalten lassen. Der Körper wankt in kreisrunden Bewegungen. Der Geist schärfer als bisher. Die Freude aus den Gliedern geflossen. die Lust in die Glieder gekrochen. Den Gleichschritt verlernt. Das Funktionieren abgeschafft. Die Moral der Zeit in einer Schublade abgelegt, den Schlüssel im Ofen gebacken.
Membran. Ich. ist eine analoge Fotoserie in zwei Teilen, aufgenommen auf Fomapan Ortho 400, gepusht. Im Mittelpunkt steht ein dicker Körper und transparente Folie als Material und Metapher. Folie als Kokon, als Schutz, als Gefängnis, als zweite Haut. Die Serie fragt nach dem Wunsch, sich vor der Welt zu verbergen, und danach, was von einem Menschen übrig bleibt, wenn er sich einpackt. Entstanden in einem theatralischen Setting mit schweren Vorhängen und hartem Licht. Analoge Fotografie, Kunstfotografie, Körperbild, Inszenierung.
Die Folie ist älter geworden, zerschlissener, vertrauter. Der Körper hat sich arrangiert. Mit der Folie, mit dem Verstecken, mit sich selbst. Aufgenommen auf Fomapan Ortho 400, gepusht, mit hartem Licht und theatralischem Setting aus schweren Vorhängen und altem Holzboden.
Leichen säumten ihren Weg - Leichenwagenprozession WGT 2026
Pfingsten, wenn möglich, nicht in Leipzig verbringen. So lautete die Parole der letzten Jahre. „Dieses schwarze Treiben" war noch nie wirklich etwas für mich. Es erinnerte mich an die Zeit, als ich mit zwei Grufti-Frauen zusammen wohnte. Keine schönen Erinnerungen! Also Wave Ghotic den Vortritt in Leipzig lassen für ein verlängertes Wochenende und irgendwo anders die Beine in den See hängen. Aber dieses Jahr wollte es anders. Pfingsten in Leipzig. Gut. Meinetwegen. Dann wenigstens richtige Ungewöhnlichkeit.
gedanken splittern und bleiben doch licht brüchiges licht fällt auf die schattenschweren arme und beine werden zu marmor zu säulen aus müdigkeit zu einer form die sich hält und zugleich nicht hält sie steht wie ein ja das sich selbst nicht glaubt wie ein körper aus frage aus wiederholung aus stillstand und strom und in dieser statur liegt das zögern der erkenntnis das wissen dass das eigene bild nur an der kante erscheint und dort schon wieder vergeht ja sprach der riss und das licht antwortete leise nein
Isolation
iso lation
iso
sol
solo
is
isolation
ist
ist so
so
so late
late
lation
relation
relatio
ratio
io
Ion
Isolation
iso–sol–solo–ist–so–late–ratio–Ion
Isolation
Ich wollte keine Wälin mehr sein, zu viele Zuschauer, zu viele Experten, zu viele Nicht-Fühler, ich wollte keine Wälin mehr sein, weil der Körper schmerzte, weil der Körper zu schwer war, um die Leichtigkeit auf der Haut prickeln zu lassen, weil der Körper steif und träge wurde und mich greisig fühlen ließ, ich wollte keine Wälin mehr sein, weil ich kein Habitat mehr um mich hatte, weil ich nichts mehr von den Walgefühlen fühlte, weil ich so erschöpft war von meiner Präsenz
Sein Atelier hat er auf einer Burg eingerichtet – deshalb nenne ich ihn den Burgfotografen. Einmal kam er nach Leipzig und nahm an einem meiner Foto-Workshops teil. Dann zogen Jahre ins Land. Wolken auf und ab, Regen und Sonne im Wechsel. Irgendwann kam ich ihm wieder in den Sinn. Wir telefonierten. Er wollte von mir lernen – individuell, fordernd, ernsthaft. Er wollte ein Meister werden und von der Meisterin lernen. Vier Monate folgten. Viele Gespräche, viele Übungen, viel Kritik, viel Aushalten, viel Disziplin. Und ich war sehr oft sehr stolz. Mein ältester Schüler – mit solchen Fortschritten, solchem Willen, solcher Freude am Fotografieren. Und genauso viel Freude vor der Kamera. Vor meiner Kamera.
Stich. Wundmal. Zeichen.
Alle drei brauchen die Oberfläche.
Alle drei verändern sie.
Alle drei bleiben.
Und alle drei kennen einen Schmerz, der nicht schreit.
Der sich einrichtet.
Der irgendwann aufhört, sich Schmerz zu nennen und anfängt,
normal zu heißen.
Meursault denkt: ob man jetzt stirbt oder erst in zwanzig Jahren, die Welt wird weitergehen, als sei nichts gewesen. Andere werden leben, als wäre das Sterben nur ein schmaler Fehler im System der Zeit. Früh oder spät: kein Unterschied, kein Trost, kein Sinn. Nur das unausweichliche Schweigen des Endes.
„Damit sich alles erfüllte, damit ich mich weniger allein fühlte, brauchte ich nur zu wünschen, dass am Tag meiner Hinrichtung viele Zuschauer da sein würden und dass sie mich mit Schreien des Hasses empfangen.“ Dieser letzte Satz aus Camus Fremdem erregte dich.
Grobkorn, Riss, Falte, Bruchkante, Schattenrand, Druckstelle, Abdruck, Nachhall, Restwärme, Widerstand, Reibung, Schwere, Zug, Drängen, Überschuss, Leerstelle, Halbdunkel. Hingabe, Spur, Sediment, Leuchtkraft zu viel, zu nah, zu eng, zu laut, nicht glatt, nicht fertig, nicht gefällig, aus dem Takt, gegen den Strich, neben der Spur, unter der Haut, im Nachglühen, im Vergehen müde, zäh, aufgeraut, verdichtet, […]
Die Lebenden werden zu Toten,
die Toten werden zum Leben erweckt.
Die Toten feiern ihre Feste, wie sie fallen.
Die Lebenden sind stumm, steif, unsicher.
Ihre Sehnsucht nach Sicherheit und einem langen Leben
versetzt sie in eine Starre.
Lebensstarre.
Ziemlich lange nicht mehr hier gewesen.
Räume und Zustände haben sich geändert.
Die Zeit macht dies alleine und regelmäßig.
Der Vergänglichkeit in den letzten Jahren beim Vergehen zugeschaut.
Hunderte kleine Tode gestorben.
Dennoch gefeiert und dem Rausch die Stirn geboten.
Das tanzende Glitzer in den verschiedenen Farben aufgehängt.
Dem Abschied und dem Schmerz mit einem Lachen begegnet.
Linda und Dzevad Karahasan inspirierten mich zu dieser Serie. Und ich mich selbst. Weil ich „Schlaf" auf meinen Zettel mit den zehn Worten geschrieben hatte – als zehntes und damit letztes Wort. Aber eines nach dem anderen.
Masse. Volumen. Schwerkraft.
Nicht leicht, nicht gefällig, nicht mühelos.
Und: nicht zu übersehen.
Körper hat Stand. Körper nimmt Raum. Körper bleibt: eindrücklich.
Haut über Fett, gewichtig an Hüften und den Schenkeln.
Mädel dreh dich. Aber sachte.
Achtung Stillgestanden! Hier komm* ich: Die Verachtung. Sie verachtet sie. Sie verachtet ihn. Er verachtet sie. Ihn nicht so sehr, meist. Sie verachtet es. So wie er auch. Sie verachten sie. Alle gegenseitig.
Alles ist vergänglich.
Sicherlich auch die Angst.
Das muss so sein.
Auch sie wird alt und älter.
Beißt zum Schluss ins Gras,
wie alle(s) andere(n) auch.
Kuh beißt ins Gras.
Soldat beißt ins Gras.
Mutter beißt ins Gras.
Schönheit beißt ins Gras.
Winter beißt ins Gras.
Demokratie beißt ins Gras.
Liebe beißt ins Gras.
Angst beißt ins Gras.
Dieses Kinderspiel ging ihr nicht mehr aus dem Kopf.
„Mein Vater hat ein Schwein geschlachtet. Was willst du davon haben?“
„Die Ohren.“
Ab jetzt darfst du auf alle Fragen, die ich dir stelle, nur noch mit „Ohren“ antworten.
Machst du einen Fehler, kommt entweder die Kitzelmaschine oder die Kneifmaschine. Diese Maschinen werden dich bearbeiten, bis du lachst.
Und sicher, irgendwann wirst du lachen. Und dann hast du verloren.
Noch ist der September gar nicht vorbei. Dennoch war er äußerst merkwürdig. Ein Monat ohne richtiges Profil eigentlich und wenig Verbindung zu meinem Leben sowieso. Ein Monat, der nach dem August nur abkacken konnte. Dem kommenden Oktober könnte er sowieso niemals das Wasser reichen.
Dieser September war irgendwie anders. Warm war’s. So oft habe ich mich selten auf den Weg zum See gemacht. Am Anfang war der Monat noch emotional, dann wurde er ziemlich schmerzhaft (körperlich), dann wurde er auf einmal voll, die Kraft musste immer gut eingeteilt werden. Und dann wurde er wieder schmerzhaft (seelisch), weil ich mich künstlerisch einer Sache widmete, die an die Substanz ging. Gut so. Natürlich.
Sie hatte ihre Dämonen selbst mitgebracht, verkündete sie stolz. Doch der Herbstwind hatte sich in der Handtasche verheddert und all die Dämonen durcheinandergeschüttelt. Vorher waren sie schön übereinander gestapelt und in Butterbrotpapier eingewickelt gewesen: Dämon 1, Dämon 2, Dämon 3 und so weiter, Schicht für Schicht für Schicht. Nun waren die Dämonen ineinander verschlungen, aber nicht sanft und zärtlich miteinander, sondern verzahnt, verkeilt, verhakt. Einzeln wussten sie nicht mehr, wo ihnen der Kopf stand, wo ihr spezielles Dämon-Sein begann und wo es endete. Sie waren nur noch eine wilde Masse; das Butterbrotpapier konnte sie schon lange nicht mehr zusammenhalten, ein Dämonenbrei in der Handtasche, der zeterte und keifte.
Erschütterung.
Im Gebälk des Monuments.
Hätten sie doch die Statik geprüft; nach Riss für Riss für Riss.
Aiolos, Herr der Winde, schickte einen Sturm durch seinen Schlauch,
und das Monument musste wanken.
Wanken und Wackeln.
Es krümmte sich vor Schmerz.
Verbindungen, Fugen, tragende Strukturen versagten.
Bruch. Luftknappheit.
Stein um Stein lockerte sich.
Tränen.
Weinendes Monument.
Der Rausch läuft die Kehle hinunter. Dunkles, trockenes Rot oder zähes, milchiges Weiß. Lieber Genuss und Verdichtung als diese erzwungene Leere. Die hohlen Worte der Leute. Wie die Höhlen der maskierten Larve. Diese Worte. MIT wenig Witz, wenig Eloquenz, wenig Schönheit, wenig Wahr, wenig Echt, wenig leisen Tönen, wenig Poetik. Dafür viel Moral, viel Halbwissen, viel Nachgeplapper, viel Unkonkretes, viel Schattenloses, viel Angst, viel Laut, viel Wollen, viel Anpreisen, viel Schnell, viel Banal.
Vor vier Jahren schien die Sonne schon früh auf die Sommermatratze. Sie lag wach neben ihm. Gerade hatte sie eine Nachricht bekommen, die sie unbedingt mit ihm teilen wollte. Doch er schlief noch tief und fest. Die vergangenen Tage waren sie gemeinsam unterwegs gewesen. Ihre Familie hatte etwas Großes zu feiern gehabt. Sie schlugen sich die Bäuche voll, tranken und tanzten, hatten wilden Sex und stampften am nächsten Tag mit großem Kater durch die große Stadt. Sie hatten kaum geschlafen, wollten den Ort aber nicht einfach unbekannt an sich vorbeiziehen lassen. Als sie wieder zu Hause waren, fielen sie erschöpft und gemeinsam ins Bett, dort, wo nun die Nachricht auf ihn wartete. Aber er schlief immer noch. Sie las die Nachricht mindestens einhundert Mal und wartete auf ihn. So wie sie gerne auf ihn wartete. Er war das Schöne in ihrem Leben, das Beruhigende, das Langsame, das Wissende, das Lustige und noch so viel mehr.
… dir so gerne sagen, wie sich dieser Monat für mich anfühlte. Wie es war, die Tage an sich vorüberrauschen zu lassen. Tage wurden zu Nächten, Nacht um Nacht zu Tag um Tag. Immer auf der Lauer, jeder Moment voll, jeder Zeigerschlag donnernd, jede Regung ein Zucken. Die Lust als Gegengeschäft auf die Realität.Spielpartner, in […]
l o s tost L SO T ʇsᴉ⅃ Als sie damals zum ersten Mal ins Tiefland hinabstieg, wusste sie gar nichts von der Macht, die die Tiefe auf alles in der Zukunft Liegende haben würde. Als sie sich damals, von Rodin inspiriert, in Alighieris Hölle umschaute, ahnte sie noch nicht mal ansatzweise, dass die Angst in der […]
Es begann ein wenig holprig zwischen uns, wurde im Laufe des Tages aber ziemlich ausführlich, unterhaltsam und arbeitend. Nadine war von Nürnberg nach Leipzig zu mir gefahren, um der analogen Fotografie (noch) näherzukommen. Auch Nadine ist Fotografin. Auch sie will mehr von der Fotografie, als bloß Produkt oder Dienstleistung zu sein.
Sie hoffte, von mir und meiner Kunst zu lernen (zum einen). Zum anderen aber auch, gesehen zu werden, genau zu diesem Zeitpunkt in ihrem Leben.
Am Anfang waren ein Band und das Feuer. Das Band war immer fest, von Anfang an. Es war nicht aufdringlich und stellte sich nicht in den Vordergrund, es war von einer Zartheit und Eleganz, obwohl das, was es verband, nicht zart war und schon gar nicht elegant. Und das Feuer? Es war nicht groß und vernichtend, ein kleines Feuer, ein feines Feuer, ein arbeitendes Feuer. Es brannte und brannte. Und auch als die Stürme aufkamen, brannte es weiter – es war seine Aufgabe. Still und leise ging es dieser nach, auch wenn es um das Feuerchen herum immer verrückter wurde. Natürlich beobachtete es das Treiben. Manchmal kopfschüttelnd, ab und an mit einem Lächeln auf den heißen Lippen, manchmal aber auch mit einem Schwall von Tränen in den Feueraugen, die es aber nicht herauslassen konnte – ansonsten würde es sich ja selbst löschen. Das war natürlich keine Option.
Fotoshooting für das Projekt: FriLeFT – an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig
Als ich die Anfrage von Dr. Anne Goldbach in meinem E-Mail-Postfach fand und las, war ich gerade in Torgau unterwegs, um die Stadt für mein Projekt: 9-Euro-Ausblicke-Und-Weiterreisend analog fotografisch festzuhalten. Anne fragte nach dokumentarischen und künstlerischen Fotografien für das Projekt FriLeFT. Ich hatte sofort große Lust darauf, schrieb mein Angebot – und wartete. Als die Zusage kam, war ich froh und freute mich auf diese neue Herausforderung. Ich machte mich auf den Weg – diesmal fotografisch – an die Universität, ein Comeback für mich, wenn auch an einer anderen Fakultät.
Leipzig, Frühling. Licht und Schatten. Und leere Wände.
Mindestens eine meiner analogen Agat-Halbformatkameras habe ich immer in meiner Handtasche – meist sogar zwei: eine mit Schwarzweißfilm, eine mit einem bunten. Der letzte Schwarzweißfilm war so lange in der Kamera wie selten zuvor. Das lag daran, dass ich kaum auf den Straßen Leipzigs oder anderswo unterwegs war. Ich fotografierte so viel wie selten in meinem Leben – aber eben nicht im öffentlichen Raum. So blieb der Frühling weitgehend außerhalb meines Schaffens. Nicht völlig unbemerkt, aber doch sehr.
Der Spielling sitzt am Harmonium.Sein graziler Oberkörper schwingt in der Dunkelheitwie ein Pendel hin und her.Sein starker rechter Fuß stampft auf einen Tretschemel,der andere ist gerade außer Betrieb. Seine schlanken Finger ziehen an den Registern –für die Klangfarbe seiner magischen Töne –oder berühren die weißen und schwarzen Tasten,streicheln sie, schlagen sie, hämmern, klopfen, hauchen.Abwechselnd. Das […]
Neue (Zug)Reisegeschichten aus (ost)deutschem Land, mit dem Konvolut analoger Kameras, immer regelmäßig aktualisiert werden Leipzig & Mecklenburg, aber auch neue Orte kommen hinzu. Zu diesem Zeitpunkt gibt es 9 Kapitel meiner 9-Euro-Ausblicke. Wahrscheinlich werden weitere dazukommen. Hier geht es zum Inhaltsverzeichnis: ➨ 9-Euro-Ausblicke-Und-Weiterreisend / Inhaltsverzeichnis Blackbox-Schkeuditz (März 2025) Gesamter Text und alle Fotografien hier: 9-Euro-Ausblicke-Und-Weiterreisend […]
Entstanden im März - während meines Fotoworkshops: Inszeniertes Porträt und Straßenfotografie. Gestern bekam ich eine E-Mail von M. Darin stand dieser Satz, den ich selbst so lange nicht gesprochen und gedacht habe: Alles hat mit allem zu tun. Mir fehlt es so sehr, mit dir Musikraten zu spielen. Deshalb ein Soundtrack zur Serie:
Kein sichtbares Beben der Aufruhr – sondern der Moment, in dem der Raum nicht mehr das war, was er zu sein schien. Ein Verwirren der Perspektiven, ein Rauschen im Kopf, das keine Form annahm und doch alles in Bewegung hielt. Und als der Vorschlaghammer erneut auf den Boden schlug, wusste niemand mehr, was noch stand oder was bereits gefallen war. Gefallen, verschlungen, wieder ausgespien in eine andere Welt, in ein anderes Sein. Neu atmen lernen, neu sehen lernen, neu hören lernen. Luft herauslassen aus dem Dauer-Spannungsbogen. Licht fressen, damit endlich der Hunger gestillt. Schatten trinken, damit das Untergehen gestoppt. Münzen zählen, dass der neue Unterschlupf bezahlt.
Ihre Drahtfüße, an Porzellanbeinchen, steckten tief im Emailleeimer mit der heißen Asche. Der Kohleofen hatte die Asche in den Morgenstunden ausgespien, nachdem er in der noch kalten Nacht langsam und bedächtig seine schöne Wärme abgegeben hatte. Der Frühling würde bald in das Leben einziehen, die Sonne schickte an den Tagen schon kräftige Strahlen aus dem Universum. Doch in den Nächten hatte noch immer Väterchen Frost das Sagen.
Winter liegt trüb über der Stadt, ein Mantel aus Schnee, der die Dächer bedeckt und die Gassen in Blässe hüllt. Die Fenster der alten Häuser stehen schief in ihren Rahmen, die Scheiben gefroren. Draußen, jenseits der Glasscheiben, recken sich die Dächer gen Himmel, die Simse beugen sich unter der weißen Last. Der Putz bröckelt von den Wänden, der Wind pfeift durch die Ritzen. Die Fenster gleichen toten Augen, leere Blicke in einer Welt aus erstarrtem Frost. Die Stadt friert. Die Stadt hat Sorgen. Sie atmet aus. Sie stöhnt. Sie lächelt gequält. Der Wind kommt von Ost. Bringt nichts. Nimmt nichts.
Leipzig, Winter. Korn und Kälte. // Stralsund, Winter. Licht und Leere.
Die Kälte ist da, scharfkantig, aber die Sonne bricht durch. Stralsund glänzt im Winterlicht, als hätte jemand eine dünne Schicht Glasur über die Gassen gezogen. Ich laufe los, ein paar Stunden in einer Stadt, die ich kenne, aber nicht wirklich. Zwei Jahrzehnte flüchtiger Begegnungen, Momente, die aufeinanderschichten wie die Backsteine der Giebelhäuser. Die wenigen Touristen, die sich im Winter hierher verirren, ziehen Richtung Hafen, als wäre das die einzige Richtung, die eine Stadt wie diese zulässt. Ich gehe nicht mit. Der Hafen kann warten, der Hafen kann ohne mich. Die Straßen sind leer, bis auf ein paar Einheimische, die mit eingezogenen Schultern durch das Licht hasten. Jeder Schritt ein Echo auf dem Kopfsteinpflaster. Die langen Schatten dehnen sich, verzerren sich, als wollten sie die Stadt überziehen.
Der Kamm schiebt sich voran, löst Knoten wie unsichtbare Sünden. Es ist nicht nur das Haar, das er ordnet – es ist die Scham, die sich in den Tiefen versteckt. Es ist die Erinnerung an Berührung, vergangen, doch nicht verblasst. Er zieht Linien, feine, vergängliche Pfade in die Fülle, wie ein Stummer, der Geheimnisse ordnet, […]
S CHATTEN: Bekannte Tiere An der Wand ihrer Geschichte Die Jahre Kerben im Fleisch GESTERN Ein ausgebrannter Zirkuswagen Sie streichelt ihre Konturen ohne Angst Der Körper eine Frage ohne Antwort noch
a:u:f:g:e:k:r:a:t:z:t und ent//rückt: fragmente skurriler brüche (II)
Ein tiefschwarzer Raum ohne Anfang, ohne Ende. Lautlos beginnen sich die Konturen zu verändern. Wände verschieben sich, Türen erscheinen und verschwinden wieder. Der Raum dehnt sich aus, faltet sich, vervielfältigt sich – Dimensionen entstehen, überlagern sich, zerfallen wieder. Die Schwärze wird durchzogen von Grautönen, flüchtigen Schatten, die für einen Moment Bestand haben, nur um dann zu verglühen. Flash. Wieder Dunkelheit. Schwarz. Weiß. Hell. Dunkel. Ein flackernder Rhythmus. Begrenzungen lösen sich auf, die Wände fließen ineinander, als würde die Wirklichkeit selbst Wellen schlagen. Dimension um Dimension wird geboren, jede will sich behaupten, will bleiben – doch keine kann die nächste aufhalten. Du bist mittendrin, Teil dieses ständigen Wandels, dieser unaufhörlichen Entwicklung. Und aus diesem Spiel von Licht und Schatten, von Sein und Nichtsein, entfaltet sich eine Welt, die zugleich vertraut und unbegreiflich scheint.
a:u:f:g:e:k:r:a:t:z:t und ent//rückt: fragmente skurriler brüche (I)
Die Welt knirscht an ihren Grenzen. Sie nimmt die Erinnerungen von den Wänden, aus den Kartons, von der Leine. Sie spürt die weichen Hände um ihren Hals gelegt und hört danach in Dauerschleife diesen Satz: „Ist skurril gut oder schlecht?“ Woher sollte sie das denn wissen? Sie hatte das Wort noch nie in ihrem Mündlein gehabt. Welchen Geschmack könnte es haben? Süß oder sauer? Bitter oder salzig? Sie wusste nur: Auf sachlich folgt nun surreal. Eigentlich falsch herum. Damals war die Reihenfolge noch eine andere. Egal.
Zwischen-Räume. Zwischen-Zeiten. Zwischen-Menschen.
Ein Tänzeln zwischen dem, was war, und dem, was niemals sein wird.
Abgewandtes, Gesenktes, Instabiles. Der Raum ist grell erleuchtet – das Licht stark und unerbittlich, es schneidet, blendet, frisst die Schatten.
Zusammen durchflogen zwei Vögelchen die Welt, vorgesehen war einmal mehr ausFLUG, aber die Welt spielte auf einmal andere Musik auf, einige Flügel brachen, Sturzflug. Kein Zusammenflug mehr möglich. Einem Vögelchen schmerzen die gebrochenen Flügelchen sehr, es macht das allein-weiter-fliegen so schwer: Leipzig, Schkeuditz, Lübz, Berlin, München, Naumburg, Nürnberg, Chemnitz, Hannover, Waren, Palermo, Genua, Camogli, Oostende, Brügge, Antwerpen, Brüssel, Budapest, Brno, Amsterdam, Lille, Gent, Weimar, Erfurt, Düsseldorf, Wien, Leuven, Breslau.
Leichtes Schwer loszulassen. Schweres schwer zu tragen, Schweres schwer loszulassen, Leichtes leicht zu nehmen. Ich sagte zu ihr, dass ich noch nicht bereit wäre, mich vom Sommer zu verabschieden. Unser Thema: Der Abschied. Der Übergang. Zum Herbst hin. Zwischen ihr, mir und der Kamera, mit dem ICH, dass noch lost im Sommer war. Nachdem ich […]
Diese analoge Foto-Serie ist schon ein paar Monde alt. Ihre Thematik hat allerdings nicht an Aktualität verloren. Zumindest in Deutschland steigt die Zahl von Staatenlosen. Jeder und jede weiß, wie es sich anfühlt, etwas "zu verlieren". Den Schlüssel, die Eltern, Geld, Liebe, Wohnung, die Unschuld ... Aber wer von uns ahnt auch nur, wie es ist, keinen gültigen Pass sein Eigen zu nennen. Alles, ja wirklich alles, ist in dieser Welt an diesen Pass geknüpft.
Das Triumvirat des Gezeigten beinhaltet drei Dimensionen, die ich benennen kann (mögen sich noch mehr einstellen bei der Betrachterin, dann liegt dies nicht mehr in meiner Hand!). Die erste und wichtigste: die Dimension von Freundschaft und Verbundenheit, die zweite: „Jugend ohne Gott“ mit Diskussionen um Determinismus und den freien Willen. Die dritte Dimension: die des […]
Da ist viel, was uns verbindet, mehr als ein Jahrzehnt schon – überschwängliche Emotionen zum Beispiel oder der Hang zum Weiterdenken, eine unstillbare Neugier, das viel-zu-Viel manchmal, Freiheitsliebe, Rückzug, der Fokus auf unsere Körper, sich ausdrücken zu wollen, die Sehnsucht nach Welt … unsere wichtigste Gemeinsamkeit jedoch ist die Großliebe zum Wasser.
Zum ersten Mal diskutierten sie über ihren persönlichen (nicht)Glauben, als seine Frau Mutter die irdische Welt verlassen musste. Sprachen in ihren Rollen als irischer Boy und ostdeutsches Girl. Ungläubigkeit in vielen Momenten, beidseitig. Mehr Fragen als Antworten. Erziehungsmethoden. Kulturprägung. Erweckungserlebnisse. Nun kam sie gerade zurück von einer Reise, einem Stück Land, das sich durch starken christlichen Glauben prägte und heute mehr denn je identifiziert. Seine irische Heimat ist mit 'ner Menge Spiritualität aufgeladen, Glaubenskriege haben die seinen geführt, noch nicht so lang ist's her. Von den Skandalen der ansässigen Kirchen ganz abgesehen. Ihre ostdeutschen Gehirnareale wurden mit Marx, Engels und Lenin, vielleicht noch den klugen Sätzen von Frau Krumpholz, ihrer ersten Deutschlehrerin, gefüttert.
Ich dagegen schätze die Freiheit so sehr. Sie ist der Motor meines Lebens und Schaffens. In dieser Freiheit hinterfrage ich ständig, begebe mich auf neue Pfade genauso, wie ich die ausgetretenen immer wieder begehe. Ich prüfe, ich rieche, ich schmecke, ich fühle, ich bilde mich, ich lerne, ich bin leise und laut, ich lehre, ich höre zu, ich lehne ab, ich sage zu, ich überschreite Grenzen, ich ziehe meine eigenen Kreise, ich denke, ich lache, ich nehme mich ernst und lache dennoch über mich, ich weine, ich habe eine andere Meinung, ich stresse, ich schaue hin, ich höre hin, ich zeige, ich ziehe mich zurück, ich mache Fehler, ich falle, ich stehe wieder auf, ich biege ab, ich bin dagegen, ich ändere meine Meinung, ich schließe nicht aus, ich bin unbequem, ich frage, ich antworte und noch so, so viel mehr. Jedoch bemühe ich mich, nicht zu moralisieren. Meine Erziehungsberechtigten zogen mir ein Wertekorsett an. Selbst habe ich dies noch ein wenig zurecht geschliffen. Darin fühle ich mich wohl und kann anderen in diesem Kleid begegnen. Ein Kleid aus Respekt, Disziplin, Aufmerksamkeit, Empathie, Großzügigkeit, Gerechtigkeit, Offenheit, Sensibilität und Verantwortung. Dieses Korsett ist nicht eng, aber auch kein lappriges Kleid. Und wieder meine Frage. An welcher Stelle kommt die Moral ins Spiel? Ist die nicht eng an Zeit gebunden? An Menschengruppen? Warum wird sie häufig bei Nacktheit und Sexualität ins Spiel gerollt? Dabei steckt das Wort Oral doch ganz augenscheinlich in ihr. (Ein Witz, ein Witz)
Oh weh, oh jeh.
Ich jammere, weil die Straßenbahn heute den ganzen Tag nicht fahren wird.
Du jammerst, weil die Käsepackung anstatt sechs Scheiben, nur noch vier enthält.
Er jammert, weil seine Schicht noch weitere drei Stunden andauern wird.
Sie jammert, weil der Fingernagel wieder abgebrochen ist.
Es jammert, weil es viel zu langsam geht, alles!
Wir jammern, weil unser Hab und Gut immer noch zu wenig ist.
Ihr jammert, weil die Heizung für ein paar Stunden ausfällt.
Sie jammern, weil die Züge einfach immer Verspätung haben.
Oh weh, oh jeh.
Gespenster gehen um in dieser Welt, Gespenster von Terror & Krieg, aber auch Gespenster des neuen Nationalismus, Patriotismus, Fanatismus, wieder aufsteigenden Patriarchats, Gespenster der Veränderung von Macht und Interessen, Gespenster aus den Religionen dieser Welt. Gespenster der Verblendung, der Verzweiflung, der Verbitterung.
Licht und Schatten. Wir blätterten zusammen in einem Buch herum mit genau diesem Titel. Simon erzählte von der neuen Staffel von Babylon Berlin, ich trennte mit meiner Kuchenkabel ein Stück Teig vom Obst. Es war Simons zweiter Selbstgebackener. Ich hatte schon ein paar mehr gebacken im Leben, aber keiner war so lecker. Unsere großen Türkenpötte […]
Die Zauber sind verschwunden,
die Mythen im Schlaf versunken.
Wer soll sich ihrer erinnern ...
Nackt in ihrer Angst, liegt sie da, im Meer, die Insel der Ägäis.
Schönheit hat aufgehört der Gewalt zu dienen.
Die Masken – gefallen.
Zähne, scharf wie Dolche, zerschneiden die Wirklichkeit, enthüllen die geheime Verwesung unter der Oberfläche. Fleisch, ein Panzer aus Sehnsucht und Wunsch, trägt die Narben der Zeit stolz auf seiner Haut. Die Verwesung, unvermeidliche Muse, singt leise das morbide Lied. Eine stinkende Wolke, heraufsteigend aus dem Abgrund, umarmt unsere Sinne, sie erinnert uns an die Vergänglichkeit der Dinge. Die Unsterblichkeit ist ein Witz, über den nur die Toten lachen können.
In einer Siedlung nahe der großen Stadt mit den Zwiebeltürmen, deren Name längst im Nebel der Geschichte verblasst war, ereignete sich ein lautes Sterben. Die Zeiten des Umbruchs und der Unsicherheit ätzten ihre Spuren tief in die Seelen der Menschen in dieser abgelegenen Gemeinschaft. Gewalt und Drogen durchzogen die Landstraßen, die Menschen flüsterten Geschichten von Verlust und Schmerz in den Wind. Die Mauern der alten Häuser hüteten düstere Geheimnisse, die Luft war schwer von Tristesse.
Im Glanz vergang'ner Habsburgzeit, ein Reich so weit, Wo Donauströme sanft wie Seidenfäden gleiten. Die Sehnsucht lodert. Nach einer Ära, längst entschwunden, im Vergessen. Ungarns Zauber, ewig in den Sternen steht. Großeltern Dorf, so fern, Die ungarische Sprache, Musik im Ohr, jedoch nicht in der Kehle. Ein junger Mann, der nicht mehr will leben, 20 […]
Die Alte liegt auf einer Bank am Rande einer mit Gänseblümchen übersäten satten Wiese. Als ich näher an sie herantrete, setzt sie sich auf, legt beide Hände vor ihr Gesicht und beginnt zu schluchzen. Innerhalb weniger Momente sind ihre Hände Tränen-nass, es tropft laut auf das Weich der Wiese. Ich wundere mich erst ob der Situation, dann verstört sie mich. Mir verschlägt es kurz den Atem und lang die Sprache. Kein Wort will mehr über meine Lippen kommen. Mein Herz stolpert. Meine Augen füllen sich mit den Wassern der Meere. Mein Sein ist geladen, emotional aufgeladen, durch den Kummer der Alten. Plötzlich schaut sie mich an. Aus dem Nichts erscheint das schönste Lächeln, das meine Augen bisher erblicken durften. Ich schüttele ungläubig den Kopf. "Mein Mädchen, spiel mit mir!"
Sehen umfasst nicht nur die Fähigkeit, elektromagnetische Wellen zu registrieren, sondern auch die, auf diese Wellen zu reagieren. Die Stäbchen und Zapfen in unserer Netzhaut nehmen den Lichtreiz wahr, leiten diese Information zum Gehirn weiter, und wir reagieren auf die Information. Auch Pflanzen können das visuelle Signal in physiologisch erkennbare Instruktionen übersetzen.
Wie beschreibt sie sich selbst? Sie sagt, sie sei eine kluge, große, schöne, dicke Frau in einem alterslosen Körper. Alterslos, weil sie es so will. Die Gedanken sind frei, und Kunst darf sowieso alles! Sie sagt niemals über sich, sie sei korpulent, sie sei mollig, sie sei mehrgewichtig, sie sei fett, sie sei dick-fett, adipös oder fettleibig und was es da noch alles für Wortungetüme gibt. Schlimmer wird es noch mit den Monstern, wenn sie sich in der englischen Sprache umschaut. Body-positiv, Fat-positiv, Plus-Size …
Meine Großformatkamera heißt: Studiokamera Mentor (13 x 18 cm) und wurde zwischen 1966 und 1970 in der DDR hergestellt. Mit ihr fotografiere ich direkt auf analogem Fotopapier. Diese Kamera war im wahrsten Sinne meine Mentorin. Hat mich gelehrt, mich zum Schwitzen gebracht, mich immer wieder dazu gezwungen, regelmäßig zu üben. Eine fantastische Lehrerin, die Kamera. Ich eine wissbegierige Schülerin!
Sie wurde keine 30 Jahre alt. Starb ausgezehrt, verarmt, unverstanden. Die Anita. Die Berber. In Berlin kannte & kennt jeder und jede sie, der einem wilden Nachtleben frönt. Dort findet sie statt, auch heute noch. Was ist los in Leipzig? Dort wurde das erste It-Girl der Nation schließlich geboren. Seitdem ich im Jahre 1923 festhänge, geistert die Dame in meinem Kopf herum.
Da gibt es Räume, die füllen einem das Herz. Da gibt es Räume, die erinnern einen an erfüllende Lebens-Zeiten. Da gibt es Räume, die richten den inneren Kompass auf Frieden aus. Solche Räume braucht wohl jedes Geschöpf. Dabei spielt es gar keine Rolle, wie breit, lang, hoch dieser Raum ist. Wichtig ist nur dieses Gefühl von Fülle, von Zufriedenheit für den Moment. Diese Art von Raum kenne ich. Für mich existiert er an verschiedenen Orten auf dem Planeten. Dieser Ort kann durch sich selbst heraus strahlen oder er ist eine Melange aus geografischen Koordinaten und Mensch. Immer, wenn ich solch einen Raum betrete, schreit das Ich nicht mehr nach einem Mehr, sondern ist mit dem Status Quo zufrieden. Kein Verlangen nach Zukunft. Nach Außen-Raum-Kommunikation. Sein in Zeit und Raum, mit Körper, Geist und allem andren, das mich so ausmacht.
Der Wechsel der Jahre. Immer, wenn wir uns begegnen, ist eine Zeit vergangen. Das bringt Zeit so mit sich. Nichts bleibt. Alles im Fluss, das wusste schon Heraklit. Nur haben wir so eine Angewohnheit als Spezies, nach hinten oder vorne zu schauen. Wir treffen aufeinander. Und sprechen über das Damals bis zum Jetzt. Und das wieder und wieder. Mit allen Beteiligten unseres Lebens. So entsteht ein Denken und Fühlen und Leben in Phasen. Alles wird in Phasen betrachtet, bemessen und bewertet. Kaum ist das Sein im Jetzt möglich. Und auch nicht zu verstehen, wahrscheinlich.
Mir erschien die überdimensioniert große Schnecke im Traume. Sie hatte sich aufgemacht aus ihrem Glaspalast. Den Deckel beiseite geschoben. Schleimiger Weg zu mir ins Schlafzimmer. Ihr Kalziumkarbonat-Haus passte kaum durch die Türen. Das schleifige Geräusch drang an meine Schlafohren. Während sie zu mir kroch, kaute sie genüsslich auf ihrem Blatt herum und schiss gleichzeitig das Verdaute wieder hinaus. Das Getier hinterließ eine Spur aus Sekret, Fäkalien, Abrieb des Gehäuses. Mich schüttelte es im Traum. Es war klar, den Besuch der Todesschnecke würde ich nicht überleben. Genauso kam es. Nur noch Fetzen meines Traumes sind mir in Erinnerung. Die Schnecke legte sich wie der Mantel des Todes auf meinen nackten Körper. Der Mantel war schwer. Doch ich wurde nicht erdrückt, zerdrückt. Nein. Ich ertrank im Schleim der Kriechenden. Sie nässte mich komplett ein. Erst schluckte ich noch, dann verschluckte ich mich, schließlich ging ich unter und riss dabei die Augen ganz weit auf …
ICH habe das Gefühl, ICH möchte etwas sagen beziehungsweise schreiben. Um meine Aussagen zu bündeln, geschieht es an dieser Stelle und nicht in den sozialen Medien. In den vergangenen Wochen geschahen verschiedene Ereignisse, die zu diesem Wortausbruch führen. Im Grunde kreisten diese Ereignisse immer um ähnliche Themen. Was ist Kunst? Was kann Kunst? Was darf Kunst? Wie gehe ich als Rezipient*in mit Kunst um? Wie stehe ich als Künstlerin zu alledem? ICH gebe hier jetzt keine abschließenden Schlüsse und Gedanken, sondern nur das wieder, was mein sogenannter Status Quo ist. Auch ich entwickle mich weiter oder sehe das ein oder andere demnächst vielleicht anders. Dies soll auch kein Vorwurf sein an die Menschen, die mit dem Ausbruch der Worte verquickt sind. Im Gegenteil. Ihr helft mir, klarer zu werden. Und ihr helft mir vor allem darin, auch klarer das zu kommunizieren, was für mich sowieso klar ist! Aber eines nach dem anderen …
Es hatte noch einmal geschneit. Und das in der Mitte des Märzes. Dabei war ihr Herz doch bereits auf Frühling und dessen Duft eingestellt. Stattdessen also weiße Flocken en masse, die Wege und Straßen glatt puderten. Das Geräusch des Schneeschiebers weckte sie. Sie sah durch das Fenster diesen Himmel, der klar machte, it's wintertime. Genau wie der Himmel klar machen konnte, dort ist ein großes Wasser. Nun also Winterlandschaft. Sie saß auf dem Klo, schob die Jalousie nach oben (sie war die Einzige in der Familie, die das tat) und schaute den Menschen nach, die mit Schirmchen umher rutschten. It was time for winterdancing. Sie dachte über ihre wintertime-Garderobe nach. Natürlich hatte sie diese, aber nicht dabei. Sie war mit Turnschuhen und Jacke in die Heimat gekommen. Keine Stiefel, keinen Schal, keine Mütze, keine Handschuhe, dafür Rock und Strumpfhose.
Ich-Zerfall: Das Wort zog mich an. So richtig in seinen Bann. Vom ersten Moment an. Ich las und recherchierte über die 1920er Jahre und begegnete schnell dem Expressionismus und der Psychoanalyse. Ich-Zerfall. Im damaligen Verständnis. Zum einen die Darstellung des ICHs im Zentrum eines Kunstwerkes, damit also das Sein des Künstlers, der Künstlerin im Mittelpunkt […]
Da sind Orte, Räume, Plätze.
Da sind Menschen.
Nur in wenigen Fällen passen diese wirklich zueinander. Spüren sich wechselseitig, lassen Weite zum Atmen, reiben sich aneinander ab, wachsen zusammen.
Räume, Orte, Plätze sind geübter als Menschen. Meist. Oftmals hatten sie einfach mehr Zeit zu lernen, zu spüren, verschiedene Menschenarten auszuprobieren. Ob gewollt oder ungewollt. Viel öfter ungewollt, natürlich. Der ungewollte Mensch im Raum. Wie fühlt dieser sich an? Was macht das mit dem Raum? Wann ist Raum ein eigener Raum? Welche Zustände lässt Mensch des Wohlstandes zu am Raum? Dann, wenn dieser vorzeigbar im Hochglanzkatalog erscheinen könnte? Dann, wenn dieser sauber, aufgehübscht ist, in den Zeitgeist passt?
nähre mich. ich verhungere. beschütze mich. ich hungere. fülle mich. ich verhungere. in mir macht sich eine leere breit. sie wächst. wie ein furunkel. sie schmerzt. wie der gebrochene knochen. ich krampfe. ich kann nichts mehr sehen. ich erblinde. ich habe hunger. mein körper bläht sich auf. blitze im kopf. ich ver-rücke. nähre mich. fließe durch meinen schlund. in mich hinein. wärme mich. hilfe. ich verhungere. mein geist oszilliert. ich werde panisch. ich habe solchen hunger. komm endlich wieder zu mir. in mich. ich reibe mich auf. gedanken schwirren um dich. es existiert nur noch mein hunger. nach dir. ich ver-rücke mehr und mehr.
Ich wurde geboren. Hinein ins Tiefland. Das tiefe Land. Ein Land, verschwommen und unscharf. Schön, flach, mit Schlunden hinter den Bäumen. Kalt und starr. Warm und weich. Jahreszeiten verändern den Habitus. Das Schwarz verändert sich im Lichte der Tage und zeigt sich in Millionen Facetten. Ich bin Tochter dieses Landes. In meinem Körper verfestigte sich seit meinem Hineingebären ein dunkler Gedanke der Sehnsucht. Die Sehnsucht, die nur aus diesem tiefen Land stammen kann. Diese dunkle Sehnsucht, die tanzt, als gäbe es keinen Morgen. Die kriecht wie eine Äskulapnatter. Die verschwiegen ist wie die Trappistin. Die laut ist wie der morgendlich nervige Rasenmäher und scharfzüngig wie HH, Heinrich Heine. Dabei passt in dieses Tiefland doch viel mehr der unheimliche Herr Storm.
Ich kippe nicht um, wenn ein Lüftchen zu stark weht. Ich will einfach nicht umkippen. Mein Körper wankt und schwankt zwar, vor allem drinnen. Normal. Aber ich will nicht kippen. Ich versuche, fest zu stehen, auf beiden Füßen. Knie durchgedrückt. Das Becken ein wenig nach hinten geschoben. Oberkörper aufrecht. Brust raus. Kopf angehoben. Innen Aufruhr. Innen Frust. Innen Unsicherheit und Unwissen. Innen Angst und Zweifel. Innen Denken und Fühlen. Innen Aufnahme von Außen. Innen Feuer und Bewegung. Außen aber Stand. Und Stehen. Aufrecht. Und welche Magie. Plötzlich auch Drinnen sicherer Stand, Überzeugung, Wissen, Lust, Ruhe, Festigkeit, Klarheit. Innen und Außen. Das Spiel miteinander. Sich aufeinander einlassen. Den gemeinsamen Klang hören und sich in ihm wiegen. Stabilität erst denken, dann fühlen, dann herstellen.
Prag (Juni 2022) – Ein Käfig ging einen Vogel suchen
„Sie sind ein Deutscher, nicht wahr?«»Ja«, sagte Karl, »Ich bin noch nicht lange in Amerika.«»Woher sind Sie denn?«»Aus Prag in Böhmen«, sagte Karl.»Sehen Sie einmal an«, rief die Oberköchin in einem stark englisch betonten Deutsch und hob fast die Arme, »dann sind wir ja Landsleute, ich heiße Grete Mitzelbach und bin aus Wien. Und Prag […]
Manchmal ziehen Fischchen ihre Kreise ziemlich weit, zum Laichen legen sie nämlich Kilometer um Kilometer zurück. Der Schwarm bewegt sich, immer. Macht Strecke. Keine Energie rausnehmen, mit Volldampf voraus. Wer steht, der geht. Oder so ähnlich. Auch meine Fischchen haben eine interessante und lange Reise hinter sich. Nicht zum Laichen sind sie nach Mitteldeutschland gekommen. Nein. Nur auf Wunsch einer einzigen Dame. Weil sie sich in dieser kleinen August-Mittagsgasse Camoglis schockverliebte in diese herrlichen Tierchen.
“Wie heißt denn deine Puppe?”
Einfache Frage.
Die Antwort für mich selbst ernüchternd.
“Sie hat keinen Namen.” Danach Schweigen. Ich überlege.
War das schon immer so? Meine längste Begleiterin im Leben eine “madame without a name”?
In meinem Schlafzimmer sitzt noch eine original DDR-Babypuppe, nur ein paar Jahre jünger als der Lockenkopf. Ich weiß noch, sie kam an einem Weihnachtsfeste zu mir. Wie das Jesuskind. Sie blieb immer namenlos, auch. Vielleicht nannte ich sie “Baby”.
Unter den nackten Füßen. Hunderte Meter tief. Fossiles. Flammen. Fanal. Durch unserer Münder strömend. Ein unsichtbare Lebenselement – gespeist aus dem sich verdünnendem Blätterwald. Atme. Der Erstickungstod folgt später.
Ende März 2022Ich muss die Arbeit an dieser Reisereportage dringend abschließen. Zu viel passiert Stunde um Stunde, Tag um Tag. Marina Weisband sagte die Tage, wenn es so weitergehen würde, sei die Existenz der Ukraine bedroht und nächsten Winter gäbe es dieses Land nicht mehr. Unglaublich. Nicht zu glauben. Schon jetzt gibt es Orte im […]
Destrudo // 101 Spaziergänge auf dem Leipziger Ostfriedhof
Mit Sonne auf meinen Schultern 101 mal gelogen. Übertrieben. Gefühlt nur. Nur einmal mit dem analogen Fotoapparat eingefangen. Bisher. Bisher nur begangen, beschaut, befühlt, betreten, beobachtet. Bewegt, beschwingt. Bedächtig. Bewegung ins Spiel gebracht. Die Welt zu weit in der Welt. Statische Mauern innen drinnen abgerissen, das Außen schmilzt zeitlupisch. Abgestützte Grabplatten, das Konterfei eines Sowjets, […]
Das ruhige Lichtspiel fasziniert, bevor er, der Sturm, aufzieht. Es sieht aus, als wenn ein blau-anthrazitfarbener Deckel auf einem hellen Schnellkochtopf sitzt. Der Deckel thront erst über dem Topfe, unter ihm blitzen Farben anmutender Schönheit heraus, dann stülpt er sich über, wächst und begräbt den Topf ganz unter sich. Blau wird zu Schwarz und pustet die Helligkeit hinweg. Nur noch Flecken der Leichtigkeit im Universum. Aus Pusten wird Wehen wird Stürmen. Wird Orkan. Ruhe vorbei. Raus aus der Starre. Aus Bunt wird monochrome Schönheit. Aus Stabilität Wanken. Auf Sicherheit folgt Unruhe. Aus der sanften Hügeligkeit des Meeres wachsen Wellen.
ist. des herbstes, der seine blätter und früchte zu boden schickt, der der die nacht immer früher einläutet, der der gänsehaut auf menschliche haut tätowiert.
Viele Leute, so hat es den Anschein, tun heute, was die kleinköpfigen Reptilien der Vorzeit taten, als sie in die erdgeschichtliche und wohl auch existentielle Kreide gerieten: sie marschierten am Strand auf und gingen nach 50 Millionen Jahren trauriger Landerfahrung zurück ins Wasser, woher sie gekommen waren. Sie binden den Schnorchel vor, schlüpfen in die Flossen […]
Hauch mich an! Jetzt! Ich will deinen Atem fühlen auf meiner Haut, will Lebendigkeit spüren, deinen Pulsschlag schmecken, deinen Odem riechen, deine Geister zum Duell aufrufen. Hauch mich an! Es gibt andere Optionen nicht für dich, nicht für mich, nicht für uns. Nicht für alle. Auch dann nicht, wenn die Haut dünner zu werden scheint. […]
Besagte Lampe zeigt meinem Korppi den Weg auf und bringt den Raben sicher per Flügelschlag-Express nach Westen, nach Belgien, nach Gent. Ich nehme die Kutsche, die seit Jahren in der schloss-eigenen Garage zum Dahinvegetieren verurteilt ist – bis heute. „Entstaube dich schönes Gefährt“, raune ich ihr zu. Madame schüttelt sich unverzüglich und damit all den […]
Verhalten sitzen sie an ihren Plätzen, sofern sie können, beäugen sie sich argwöhnisch. Den wenigsten gefällt, was sie sehen. Erst recht nicht dieser Zeremonienmeister. Eine Einführung der Moderne, die ihnen als uraltes Ritual verkauft wird. Der erpicht darauf ist, dass alte Bräuche auch in neuen Zeiten nicht an Kraft verlieren. Mit einem neuen Tanz eröffnet er. Dass dieser Klotz überhaupt zu Bewegung fähig ist, und dann noch zu so graziler, erstaunt die anwesenden Verwesenden sehr.
Mensch-Maschine | m e n s c h-moral | MENSCH-VERNUNFT-MENSCH
Und ich hatte mich gerade bei diesem Punkte besonders aufgehalten, um zu zeigen, dass, wenn es solche Maschinen gäbe, welche die Organe und die äußere Gestalt eines Affen oder irgendeines anderen vernunftlosen Tieres hätten, wir nicht imstande sein würden, sie in irgend etwas von jenen Tieren zu unterscheiden; während, wenn es unsern Körpern ähnliche Maschinen gäbe, die […]
Den siebten Teil meiner Todestanz-Serie kann ich nun zeigen. Ein wilder Mix aus Kleinbild-Film, Polaroid und digitalem Foto. Passend. Zu der Angst der Protagonistin. Wenig fassbar, mit einer Menge Rätsel verbunden. Ein intensives, heißes, energetisches Shooting, bei dem das Licht unsere wichtigste Antreiberin war! Todestanz_Part I Todestanz_Part II Todestanz_Part IIITodestanz_Part IVTodestanz_Part VTodestanz_Part VI Hannah ist […]
Seit einigen Tagen sind auch in Reichweite liegende Namen und Daten oft fort, versunken. So fiel mirneulich meine eigene Postleitzahl nicht und nicht ein. Dann hatte ich den Einfall, nach einem gesternerhaltenen Brief zu suchen, und als ich dann auf dem Umschlag meine Postleitzahl las, war sie mirzunächst völlig fremd, ich erkannte sie nicht als […]
... CASTI PIANI. Was ich als Kind erlebt habe, das erlebt kein menschliches Geschöpf, ohne daß seine Tatkraft bis zum Grabe gebrochen ist. Können Sie sich in einen jungen Menschen hineindenken, der mit sechzehn Jahren noch geprügelt wird, weil ihm der Logarithmus von Pi nicht in den Kopf will?! Und der mich prügelte, war mein Vater! Und ich prügelte […]
Auf rätselhafte Weise hatte so der unruhige und zweifellose Zustand wieder begonnen, der für Wellkamp schon der letzten Zeit vor der Hochzeit einen Teil ihres Duftes und ihres Reizes genommen. Hatte nicht gerade die große Aufrichtigkeit und Schleierlosigkeit ihres Verhältnisses das Glück dieser ersten Berliner Wochen ausgemacht? Dieses konnte sich noch für einzelne Stunden einfinden, […]
»Um es kurz zu machen«, begann der Schafprofessor. »Das Schaf ergriff von mir Besitz im Sommer 1935. Bei der Erkundung geeigneter Weideplätze nahe der mandschurisch-mongolischen Grenze verirrte ich mich und verbrachte die Nacht in einer Höhle, die ich zufällig entdeckt hatte. Im Traum erschien mir ein Schaf, das mich fragte, ob es in mich hinein dürfte. Ich sagte, […]
Schlingen die Würde als Tunika um deinen Torso—gleitet der Stoff ab von deinen Schultern. Gescholten will die Würde sein? Nein, nicht gescholten. Abgeschlagen, zerschlagen…aus kristallinen Knochen wieder aufgebaut. Dann geraubt. Raubt die Würde den Verstand. Raubgut sich dir an die Fesseln band. Die Schultern ihre Gelenke nach ObenVorne gerückt. Ins rechte Licht - dich stechen […]
Was kann sich schärfer widersprechen als diese beiden Denkbestimmungen? Wie ist es möglich, daß beide identisch seien, daß das Zufällige notwendig und das Notwendige ebenfalls zufällig sei? Der gemeine Menschenverstand und mit ihm die große Menge der Naturforscher behandelt Notwendigkeit und Zufälligkeit als Bestimmungen, die einander ein für allemal ausschließen. Ein Ding, ein Verhältnis, ein […]
Die Serie ist der letzte Teil einer Trilogie. Einer Trilogie, die ich nicht konzipiert habe, sondern das Leben. Ich freue mich über sie, weil wir drei hier im Gleichklang fühlen, obwohl wir so unterschiedlich sind. Vor ein paar Monaten noch Fremde, nun Freundinnen, meinen Fotoworkshops sei DANK! Ich mag all die Begegnungen, diese jedoch nimmt in […]
Der schöne Schein der Traumwelten, in deren Erzeugung jeder Mensch voller Künstler ist, ist die Voraussetzung aller bildenden Kunst, ja auch, wie wir sehen werden, einer wichtigen Hälfte der Poesie. Wir genießen im unmittelbaren Verständnisse der Gestalt, alle Formen sprechen zu uns, es gibt nichts Gleichgültiges und Unnötiges. Bei dem höchsten Leben dieser Traumwirklichkeit haben […]
Sie dachte, was auch geschehen war, man würde es ihr sicher bald mitteilen. Doch niemand kam. Das Telefon klingelte nicht; die Gartenpforte wurde nicht geöffnet. Sie konnte keinen Verkehrslärm hören, sie wusste nicht einmal, in welcher Richtung die Straße lag – oder der Weg, falls sie draußen auf dem Lande war. Sie musste aus dem Haus […]
Als sie zu mir kam, lag eine menschenreiche Woche hinter mir, ich war kaputt, zu viele Geschichten, Gesichter, Momente, Tiefe, zu viel gesehen, gehört, gefühlt - auch fotografiert. Sie brachte Blumen mit, viel rot und weiß, und eine so schöne eigene Geschichte. Und auf einmal, mitten im Gespräch sprach sie diesen Satz, diesen Satz, der sich […]
Es gibt ein Vergessen alles Daseins, ein Verstummen unsers Wesens, wo uns ist, als hätten wir alles gefunden. Es gibt ein Verstummen, ein Vergessen alles Daseins, wo uns ist, als hätten wir alles verloren, eine Nacht unsrer Seele, wo kein Schimmer eines Sterns, wo nicht einmal ein faules Holz uns leuchtet. _____ Wir bedauern die […]
Was zieht da mit, was zieht da mit mir mit, was zieht da an mir? Mein Schatten kann es nicht sein, den habe ich ans Vorbei abgegeben, der war die ganze Zeit hinter mir, bin schon mehrmals an ihm vorbei, er wollte nicht mit, er wollte nicht mitziehen mit mir. Kann man ihn eigentlich vorauswerfen […]
Ich habe eine Liebe. Sie kam vor ein paar Jahren und hielt bisher eine Menge aus; Veränderung, Neuordnung, Verliebtheit, Krankheit, Unlust, Krieg. Sie blieb, ganz leise, wartend, sie ging, so oft in hohem Bogen, sie kam wieder, bettelnd, wundgescheuert. Diese Liebe, sie wurde anhänglich. Manchmal, wenn ich gerade nicht an sie dachte, schlich sie sich zu meinem Herzen, war ganz […]
»Herr Okada«, sagte sie, »ich glaube, Sie treten gegenwärtig in eine Phase Ihres Lebens, in der sich viele verschiedene Dinge ereignen werden. Das Verschwinden Ihres Katers ist nur der Anfang.«»Verschiedene Dinge«, sagte ich. »Gute Dinge oder schlimme Dinge?« Nachdenklich neigte sie den Kopf leicht zur Seite. »Gute Dinge und schlimme Dinge. Schlimme Dinge, die anfangs […]
Wir leben auf einem laufenden Band, und es gibt keine Hoffnung, daß wir uns selber nachholen und einen Augenblick unseres Lebens verbessern können. Wir sind das Damals, auch wenn wir es verwerfen, nicht minder als das Heute – Die Zeit verwandelt uns nicht.Sie entfaltet uns nur. Indem man es nicht verschweigt, sondern aufschreibt, bekennt man […]
Alle aus dem Lateinischen hervorgegangenen Sprachen bilden das Wort Mitgefühl aus der Vorsilbe com- und dem Wort, das ursprünglich >Leiden< bedeutete: passio. Andere Sprachen, so das Tschechische, das Polnische und das Schwedische, drücken diesen Begriff durch ein Substantiv aus, das aus der Vorsilbe Mit- und dem Wort >Gefühl< besteht (tschechisch sou-cit, polnisch wspol-uczucie, schwedisch medkansia). […]
Nächst der Liebe, die zwischen Menschen selten rein ist und nicht ohne Kämpfe und Opfer leben kann, gibt es für uns Menschen nichts Schöneres und Tröstlicheres als das reine Schauen, das stille, redliche Miterleben der Natur um uns her, im Kleinen und Großen. Das ist gut gegen allen Hochmut, zu dem man etwa neigt, […]
Der Rock fand zu mir in 'nem Flohmarkt-Eckladen des Istanbuler Stadtteils Fener. Es gibt wenige Plätze in dieser Stadt, wo Dinge beherbergt sind, die schon ein anderes Leben hinter sich haben. Um so glücklicher war ich, diesen einen gefunden zu haben. Es standen da auch 'ne Menge russischer Kameras herum. Aber ich entschied mich diesmal […]
Gerade aus Istanbul wiedergekommen, wo ich fast jeden Tag mit den Themen Krieg, Flucht & Religion konfrontiert war, ganz anderes als hier in Deutschland, viel deutlicher, viel dramatischer, roher, aber auch vielfältiger, traf ich Allaeddin aus Aleppo (Syrien) in Leipzig. Ich bin immer noch beeindruckt ob seiner bisherigen Lebensgeschichte, ein wenig sprachlos auch, glücklich über die verbrachten Momente […]
Wenn sich jede Sekunde unseres Lebens unendliche Male wiederholt, sind wir an die Ewigkeit genagelt wie Jesus Christus ans Kreuz. Eine schreckliche Vorstellung. In der Welt der Ewigen Wiederkehr lastet auf jeder Geste die Schwere einer unerträglichen Verantwortung. Aus diesem Grund hat Nietzsche den Gedanken der Ewigen Wiederkehr >das schwerste Gewicht< genannt. Wenn die Ewige […]
Worte fließen bei mir nie, ich muss sie immer herauslocken. Dennoch. Ein paar müssen in dieser Zeit sein, da so viele Fragen an mich herangetragen wurden zu meiner Kunst, zu meinen Workshops; zu mir, meinen Fotoshootings. Es sind so viele Diskussionen bei Facebook entstanden, ich bekam Hinweise und Anmerkungen: Meine Arbeit zeigt genau das, wie ich die […]
"Ob ich zur Freundschaft fähig bin, weiß ich nicht. Aber fähig bin ich dessen, was Rahel Varnhagen einmal die »suchende Treue« genannt hat." Hannah Arendt, BRIEFE AN DIE FREUNDE Wir lernten uns kennen, da war er fast noch ein Kind. Oft hält er mir den Spiegel vor. Er ist hart in all' seinen Urteilen, mit fast niemandem lache ich so […]
"Eine Krise ist deshalb gut, weil sie unsere Ideale beschädigt. Es gibt viele Menschen, die ohne nennenswerte Schädigung durch ihr Leben kommen, weil ihr ganzes Leben die Beschädigung ist. Ich will damit sagen, dass Monotonie den Alltag der meisten bestimmt. Nach der Arbeit geht man nach Hause und legt eine Portion TV-Programm drauf. Man will […]
»Weißt du, Charly, im Leben muss man lieben, und zwar sehr. Man darf niemals Angst haben, zu sehr zu lieben. Diejenigen, die den Schmerz fürchten, glauben nicht an das Leben ... Verstehst du, Charly: Was auch geschieht, sieh zu, dass dein Herz immer voll ist.« Samuel Benchertrit, Rimbaud und die Dinge des Herzens
Die Hölle der Wirklichkeit ist finsterer und enger, als jede himmlisch ausgedachte Hölle, und dennoch zugleich vitaler, reicher, verschlossener, insgesamt unwahrscheinlich erstaunlich angeordnet und keineswegs zufriedenstellend in allem erforscht, vermessen, berechnet, erkannt und begriffen. Die Poetik des Extremen, Uwe Schütte Mama hat als sehr kleines Kind schon zu mir gesagt, sie nehme mir die Bücher […]
Die Enunziationen und Eindrücke des Lebens in ihrer Fülle sind der Gegenstand der Poesie. Alles, was den Menschen im Gefühl einer Realität über sich selbst, das heißt über seinen gewöhnlichen Zustand erhebt, hat ihn begeistert, und diese Begeisterung ist die Poesie. Jede Realität nimmt hieran teil. Die Vorstellung oder Darstellung einer Idee erweckt das Gefühl […]
Lange lagen diese Bilder herum und ich wusste nichts mit ihnen anzufangen. Bis ich entdeckte, dass sie zusammengeführt werden können. Als Idee und Geschichte* „Der Körper ist der größte Schwätzer", sagt Samy Molcho. „Er schweigt nie." Und mehr noch in seiner poetischen Verwendung, in seinem poetischen Vorkommen wird der Körper wirklich beredt. Er beginnt zu […]
Eigentlich sah ich das alles bunt, wir sahen es bunt, das Wasser leuchtete so blau, ihre Arme auch. Und dann kam es doch anders. Nur aus einem Gefühl heraus. Weg mit der Farbe, dem Licht und dem Leuchten, nicht aus schweren Gedanken heraus. Nein, die Formen setzen sich durch, der Inhalt, nachdem die verführerische bunte Hülle […]
Es ist keine wirkliche Fortsetzung, eher ein anderer Blickwinkel, alle Fotos gehören zusammen und sind dennoch geteilt, auch das macht Sinn - Das Antifragile Für Mutter Natur zählen Meinungen und Prognosen nicht; es geht einzig ums Überleben.Man hat es hier also mit einem Evolutionsargument zu tun. Mir scheint es das am sträflichsten unterschätzte Argument für […]
Einige Dinge profitieren von Erschütterungen; wenn sie instabilen, vom Zufall geprägten, ungeordneten Bedingungen ausgesetzt sind, wachsen und gedeihen sie; sie lieben das Abenteuer, das Risiko und die Ungewissheit. Doch obwohl dieses Phänomen omnipräsent ist, gibt es kein Wort für das genaue Gegenteil von »fragil«. Nennen wir es »antifragil«.Antifragilität ist mehr als Resilienz oder Robustheit. Das […]
Manchmal spielt einem, was auch immer, wer auch immer (ich nenne es meist das Universum), so in die Karten, dass selbst das Verlieren der Kontrolle nur noch Sinn macht. And she expressed herself in many different ways Until she lost control again And walked upon the edge of no escape And laughed, " I've lost […]
Hier stand ein Gedicht von Erich Kästner. Ein Zuschauer meines Blogs machte mich darauf aufmerksam, dass der Erbe von Kästner mit seinen Anwälten gerne alle abmahnt, die die Worte des Vaters benutzen. Sehr schade.
inspiriert von* TOTENVÖGELVon einem Berliner Friedhof Ihn schließen Feuerwände ein,Ganz leer und ohne Scharten:Ein Nebel wankt von Stein zu SteinIm schlimmen Totengarten. Im Nebel sitzen dünn und mattDie Toten in den EschenUnd stieren nach der lieben StadtDurch Mauern ohne Breschen. Ein Schlot schreibt wie ein RiesenstiftIm Nebel schwarze Reihen.Die Toten plappern nach die Schrift,So klug […]
Ent.sichert. Das war meine und Sandras Reise (ich hab heut gelernt, dass sich die Italiener immer zuerst nennen, bin ich ab jetzt einfach eine Italienerin und kein Eselchen). Im Sommer war die fesche Dame bei einem meiner Fotworkshops und an diesem Winterwochenende schon auf meinem Dach. Ich erinnere mich noch, dass ich vor ein paar Monaten […]
Alles Sichtbare ist Ausdruck, alle Natur ist Bild, ist Sprache undfarbige Hieroglyphenschrift... ... Denn der Schmetterling ist ja etwas Besonderes, er ist ja nicht ein Tier wie alle anderen,er ist eigentlich überhaupt nicht ein Tier, sondern bloß der letzte, höchste, festlichste und zugleich lebenswichtigste Zustandeines Tieres. Er ist die festliche, die hochzeitliche, zugleich schöpferische und […]
Was man Langeweile nennt, ist also eigentlich vielmehr eine krankhafte Kurzweiligkeit der Zeit infolge von Monotonie: große Zeiträume schrumpfen bei ununterbrochener Gleichförmigkeit auf eine das Herz zu Tode erschreckende Weise zusammen; wenn ein Tag wie alle ist, so sind sie alle wie einer; und bei vollkommener Einförmigkeit würde das längste Leben als ganz kurz erlebt […]
zu sagen, wie es zu erreichen ist, sprache unter die menschen zu bringen, damit sie sich weiten, dehnen in ihrer ausdrucksfähigkeit und lust bekommen sich mitzuteilen, ist nicht einfach.
Paul Celan. Ein Auge, offen Stunden, maifarben, kühl.Das nicht mehr zu Nennende, heiß,horbar im Mund.Niemandes Stimme, wieder.Schmerzende Augapfeltiefe:das Lidsteht nicht im Wege, die Wimperzählt nicht, was eintritt.Die Träne, halb,die schärfere Linse, beweglich,holt dir die Bilder.
Seit fast einem Jahr frage ich die Teilnehmer meiner Fotoworkshops nach ihrer „fotografischen Baustelle“. Diese Frage ist inzwischen fast zu einem kleinen Ritual geworden. Im letzten Sommer, das weiß ich noch sehr genau, stellte ich sie zum ersten Mal – und machte mir natürlich selbst Gedanken dazu. Denn ich bleibe in meinen Workshops nie außen vor. Mittendrin ist mein Motto. Also beantwortete ich mir diese Frage zunächst selbst.
Du wirst deine eigene Wahrheit schon wiederfinden, wenn du bereit dafür bist, aber wenn sie zurückkommt, dann schäme dich nicht für sie, denn sie ist du und du bist sie und niemand sollte sich für sich selbst schämen. Gedankensturm - Diandra Voigt
Unsere erste "Begegnung", Jasmin und Antje, ist nun über ein Jahr her. Damals schrieb sie mir eine wundersame E-Mail (für eine 17-jährige) und buchte mich als Fotografin für ein Shooting, dass erst ein Jahr später stattfinden sollte. Doch das Universum sorgte dafür, dass ich ein paar Wochen nach Erhalt dieser E-Mail mit einem geliebten Menschen an einen besondersverwunschenen Ort reiste, vielleicht auch, um diesem wundersamen Mädchen live und in Farbe zu begegnen; schon zu diesem Zeitpunkt. Seitdem verbindet mich eine Freundschaft mit ihr und eine sehr besondere Liebe zu diesem Ort, den sie jetzt verlässt, um in ihr Leben zu tanzen. Unsere gemeinsame Fotoarbeit am Brausebach fand vor zwei Wochen statt. Jasmin hat ein paar Worte zu den Bildern geschrieben und ich bin sehr stolz, dieses "Häuten" fotografierend begleitet zu haben.
Franz Kafka in einem Brief an Max Brod 1921: " Und doch ist es nichts als gemeinste Angst, Todesangst. So wie wenn einer der Verlockung nicht widerstehen kann, in das Meer hinauszuschwimmen, glückselig ist, so getragen zu sein, jetzt bist du Mensch, bist ein großer Schwimmer und plötzlich richtet er sich auf, ohne besonders viel […]
"Hüte dich dein Leben lang davor, Männer nach ihrem Erscheinungsbild zu beurteilen." — JEAN DE LA FONTAINE Ich erinnere mich gerne an seine Worte und über einige denke ich noch nach. Ein Versuch der Beobachtung.
Ich gebe seit 1 1/2 Jahren Fotoworkshops zum Thema Fotografie und die Bedeutung, die diese "Kunst" für mich und mein Gegenüber hat, in ganz verschiedenen Konstellationen, mit anderen Künstlern und/oder Freunden, meist in Berlin oder Leipzig. Die Workshops unterliegen einer Philosophie: Die wichtigste Botschaft in den Fotoworkshops ist die Aufforderung, eine gestalterische Position zu entwickeln. […]
" Es ist immer, wenn ich schreibe, der Punkt erreicht, wo ich mit mir selber (und das heißt auch mit dem, was mich umgibt) nicht mehr umgehen kann. Ich ertrage meine Sinne nicht mehr. Ich ertrage mein Nachdenken nicht mehr. Es ist alles so verstrickt geworden, daß ich nicht mehr weiß, wo die äußeren Dinge anfangen und aufhören. Ob sie in mir sind, oder ich in ihnen. Es brechen Stücke Welt heraus, als hätte ich alles geschluckt, was ich nicht tragen kann. Und dann gibt es später diese Sätze. Schwarz auf weiß, wie ein Kleidungsstück, in dem man selber nicht nicht drin ist." Herta Müller
… oder wie sie noch immer über die Eisbärengeschichte kicherte… 2014 begann über den Dächern von Leipzig und einer nicht lauten Party.2014 begann mit Stille und dem zustimmenden Glitzern über dem Gartenbaum. Ihre Begegnung ist eine Fortsetzung. Auf der Suche, im Tausch der Gedanken, Faszination und Neugierde.Inszenierung und pures Verdenken der Bühne. Flora, Schauspielerin.Antje, Fotografin.Auf unser […]
Lösch mir die Augen aus: ich kann dich sehn, wirf mir die Ohren zu: ich kann dich hören, und ohne Füße kann ich zu dir gehn, und ohne Mund noch kann ich dich beschwören. Brich mir die Arme ab, ich fasse dich mit meinem Herzen wie mit einer Hand, halt mir das Herz zu, und mein Hirn wird schlagen, und wirfst du in mein Hirn den Brand, so werd ich dich auf meinem Blute tragen.
Rainer Maria Rilke, Sommer/Herbst 1899
Offenbar erfordert das Zusammenleben von Individuen einige Gitterstäbe in ebendiesen Individuen. Die dunklen Kerker unserer Seelen, in die wir einschließen, was die dünne Schale unseres Menschseins bedroht. Ich verdränge täglich eine Flut von Ereignissen und Gefühlen, die mich demütigen und verletzen. Ohne diese Verdrängung wäre ich nicht fähig, am Morgen aus dem Bett aufzustehen. Gitter, […]
Alpha-Wölfin. Sie ist das dominanteste weibliche Tier innerhalb des Rudels. In den späten Wintermonaten führt sie Kämpfe mit rangniedrigeren Wölfinnen, um ihren Platz zu behalten. Sie fletscht die Zähne, fixiert den Gegner/in, stellt die Ohren und die Nackenhaare auf. Das Mienenspiel, die Körpersprache und die Duftmarkierungen sind ritualisiert. Sie werden von allen verstanden und dienen dem […]
Gesichter (Johannes R. Becher) Viele Gesichter trug ich, viele Gesichterwaren zu tragen mir auferlegt.Wenn ich lachte, war oft die Haut nurvom Lachen bewegt. Irrsinniges Weinen sprangmir um die Lippen -aber ich habe gelacht.Habe mein Gesicht zum Lachen gebracht. In den Bergen habe ich mein Gesicht versteckt.Wenn es Frühling wird, singt es im Wald.Die Stadt aber […]
Ich war betrunken vor Eurem KaminIch war alt genug, um zu verstehenIch sah Deine Hand, die die ihre sahBei mir ist heile Haut, wo eine Wunde warEs gibt Aufgaben, die zu erfüllen wärenDen Traurigen die Welt erklärenDass ich meinen großen gelben Vogel fandAls die kanadische Band ihre traurigen Lieder sang Walter & Hail (Tomte)
Du freier Mensch, du liebst das Meer voll Kraft, Dein Spiegel ist's. In seiner Wellen Mauer, Die hoch sich türmt, wogt deiner Seele Schauer, In dir und ihm der gleiche Abgrund klafft. Du liebst es, zu versinken in dein Bild, Mit Aug' und Armen willst du es umfassen, Der eignen Seele Sturm verrinnen lassen In […]
Die Angst.Lähmend. Angst. Sie tanzt über die Hautund hinterlässt rote Flecken. Diese Angst.Fordernd. Sie zieht den Körper zusammen,macht ihn eng,so eng,dass die Luft knapp wirdund nur durch ein kleines Ventilwieder neu in ihn hineinkriecht. Doch gut zu wissen,dass es dich gibtauf dieser Welt. Auch du sitzt im Dunkeln.Auch du denkst über das Jetzt nach.Auch du […]
Ich wollte ja nichts als das zu leben versuchen...
"Um meine Geschichte zu erzählen, muß ich weit vorn anfangen. Ich müßte, wäre es mir möglich, noch viel weiter zurückgehen, bis in die allerersten Jahre meiner Kindheit und noch über sie hinaus in die Ferne meiner Herkunft zurück. Die Dichter, wenn sie Romane schreiben, pflegen so zu tun, als seien sie Gott […]
Mein Dauerprojekt „Leiber“ gedeiht. Es kommen in unregelmäßigen Abständen neue Bilder, neue Leiber dazu, der Frühling und auch der Sommer werden ihr Übriges tun. Am Ende des Jahres hoffe ich dann, meine 20 Lieblingsleiber zu haben, um sie auszustellen, live, in Farbe und Schwarzweiß. Doch bei diesen Fotosessions passiert meist so viel mehr. Viele Bilder entstehen, und damit sie nicht alle einfach so wieder verschwinden, zeige ich ab und an einige auf meinem Blog. Dennoch: Die Ausstellung wird es vorerst nur in der analogen Welt geben, und das ist auch gut so.
Das gängige latainische Wort für Maske war "persona". Daneben wurde auch "larva" - abgeleitet von "lar", dem Namen des römischen Huasgottes - in diesem Sinne verwendet, meinte aber primär Geist und wurde folglich eher mit Geistererscheinungen assoziiert; "imago" wiederum bezeichnete ausschließlich die Totenmaske......Der maskierte Schauspieler spielt eine Rolle, doch diese Rolle ist nicht Teil seiner […]