Antje Kröger | Fotokünstlerin

Charkiw (Ostukraine, Februar 2019)

Posted by on Dez 14 2019, in Mensch, Welt

Charkow (Ostukraine, Februar 2019)

Charkiw ist nach Kiew mit rund 1,5 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Ukraine und mit 42 Universitäten und Hochschulen das nach Kiew bedeutendste Wissenschafts- und Bildungszentrum des Landes. Die Stadt liegt im Nordosten der Ukraine an der Mündung des Flusses Charkiw in den Lopan und des Lopan in den Udy.

Wikipedia

8. Februar

23.59 Uhr fährt der Bus von Leipzig nach Dortmund. Die neue Toilette am Leipziger Busbahnhof kostet einen Euro, der junge Typ mit hübschen Augen jumpt über das Drehkreuz. Er fragt mich, ob die das ernst meinen. Ich zahle, gehe auf Klo, beim Rausgehen treffen er und ich uns wieder. Er hat einen Joint im Mund und sagt, dass er gar nicht aufs Klo wollte, sondern nur den Joint drehen. Wirklich hübsche Augen der Kerl, erst im Bus fällt mir ein, dass ich ihn doch hätte fragen können, ob wir Fotos zusammen machen wollen. Im Bus sitze ich alleine in meiner Reihe. Ich hasse Bus fahren. Schon als Kind war mir immer schlecht. Morgens um fünf Uhr kommen wir in Dortmund an. Hauptbahnhof. Ich volontierte in dieser Stadt vor 12 Jahren. War mehrmals über Wochen hier, aber ich erkenne nichts wieder. Ich gehe zu McDonald’s. Großer Kaffee. Neben mir zwei Russen. Gesammelte Pfandflaschen dabei. Jeder hat einen kleinen Burger und einen kleinen Kaffee. Abwechselnd reden sie ununterbrochen und dann schlafen sie wieder fest. Irgendwann fahre ich mit dem Transfer zum Flughafen. 8.50 Euro für 20 Minuten Fahrt. Bis zum Abflug sind es noch drei Stunden Zeit. Ich warte und nicke immer mal wieder ein.

Mittlerweile ist es der 9. Februar. Das Flugzeug ist voller Ukrainer. Ich versuche zu schlafen. Der Flug vergeht wie im Flug. Als wir im Landeanflug über Charkow sind, sagt der kleine bebrillte Junge neben mir am Fenster: „Hallo meine Ukraine“ und freut sich über den vielen Schnee. Das Ankommen ist unspektakulär. Der Flughafen klein. Nur die Taxifahrer sind ein wenig aufdringlich. Ich will doch mit einem alten, schäbigen Bus fahren. Das Ticket für 20 Minuten kostet 20 Cent. Das Fräulein der Fahrkarten im Bus sagt mir, wann ich aussteigen muss, denn weder im Bus gibt es Hinweise auf die Stationen noch an den Wartehäuschen auf den Straßen. Viel, viel Schnee in Charkow. Danach noch Metro und kurz Taxi um die Ecke fahren. Mein Hostel am Hauptbahnhof ist so sauber und so sicher. Überall Schlösser und Summer und Zahlencodes. Ich bin die einzige „Ausländerin“ und wie immer eine exotische Augenweide!

Charkiw (Ostukraine, Februar 2019)
Charkiw (Ostukraine, Februar 2019)
Charkiw (Ostukraine, Februar 2019)
Charkiw (Ostukraine, Februar 2019)
Charkiw (Ostukraine, Februar 2019)
Charkiw (Ostukraine, Februar 2019)
Charkiw (Ostukraine, Februar 2019)
Charkiw (Ostukraine, Februar 2019)

10. Februar

Lange habe ich geschlafen. Fast 12 Stunden. Ich bin noch immer eine solche  Rotznase! 10.30 Uhr mache ich mich auf den Weg zum Flohmarkt. Die Straßen sind trist und grau. Viele alte Ladas in allen Farben. Der Schnee ist dreckig und überall aufgetürmt. Die Gehwege sind glatt. Alle schlürfen eher, als dass sie gehen. Überall wird eingekauft. Die Sonntagsbeschäftigung. Alle haben Plastiktüten in den Händen. Meist ganz viele davon. Erst „lande“ ich auf dem Viehmarkt. Dort zeigt mir Kolja seine Schaps-Brenn-Maschine… Wenn ich sage, ich bin Touristin freuen sich alle, wenn ich sie fotografiere… Flohmarkt. Wow. Ähnlich dem in Odessa. So viel Zeug. Erstmal bin ich überfordert. Ich komme nächstes Wochenende wieder. Aber eine CCCR-Tasche sehe und kaufe ich sofort für fünf Euro. Sie sieht so schön aus, wie sie da steht. Ein andrer Typ schenkt mir eine kleine Adidastasche. Ein Präsent. Später bekomme ich bei den Hotdogjungs ein weiteres, einen Kaffee. Der Hotdog ist deliziös! Aufgeschnittenes Weißbrot, das gegrillt wird. Dann Wurst, wie die kleinen Wiener in der DDR, auch aufgeschnitten und gegrillt. Tomatenmark und Quark mit Kräutern, kleine Gurken wie aus dem Garten, Tomate, die Wurst mit Senf und zum Schluss viele Möhrenstreifen. Anschließend wird das ganze Konstrukt wieder gegrillt und kostet 80 Cent. Sehr lecker. Und die drei Jungs am Stand freuen sich, wenn ich es richtig verstanden habe, dass jetzt auch „normale“ Menschen Charkow besuchen.

Was bringt mich eigentlich nach Charkow? Arte. Metropolis. Meine Liebe für Osteuropa. Und die Streetart. Ich bin gespannt, was ich in den kommenden Tagen erleben werde…

Ich sehe Zwiebeltürme, renne sofort auf sie zu. Vorher fotografiere ich noch den Alkoholiker vor dem McDonald’s. Die Dame, die Flyer davor verteilt, fragt mich, ob ich Amerikanerin bin. Ich mit meinem Tick, sobald ich Deutschland verlasse, englisch zu sprechen … Ich antworte, ich bin iiiis germania, dabei weiß ich schon während ich es sage, dass ich nur sagen muss po nimetski… Aber sie entgegnet schon: Aus dem Naziland. Ich: Da (ja) Naziland. Also. Jedenfalls fragt sie mich, warum ich den (zeigt auf den „Penner“) fotografiere. Ich mag ihn, antwortete ich. Dann gehe ich in die Kirche. Sonntag. Die orthodoxe Kirche ist Kerzen-erleuchtet. Ich sehe einige ukrainische Soldaten beten. Laufe danach zur nächsten Kirche, die mit den Zwiebeltürmen. Ich glaube, in der ganzen Stadt bin ich die einzige Touristin. Das gefällt mir! Ich quäle mich den Anstieg zur Kirche hinauf, dann ist der Akku der Leica alle. Aber ich hab ja ein Ersatzakku dabei. Als ich es austausche, ist dies auch leer. Mhhh. Die analoge Kamera liegt im Hostel. Ich laufe zur nächsten Metrostation… fahre also erst einmal wieder zurück. Stopp im Bäcker. Liebesknochen wie früher. Die kenne ich schon. So lecker! Ich nehme einen anderen Weg zum Hostel und entdecke so die Fressmeile, an der ich wohne. Der Aufenthalt ist gerettet!

Schaschlik und Pelmini für 2,60 Euro. Manchmal sind die Ukrainer wirklich nett und aufgeschlossen, manchmal (seltener, zum Glück) genervt, wenn Mensch eine andre Sprache spricht. Aber ich bemerke, dass ich ankomme, dass ich mich gut fühle. Der Winter, die Kälte im Kopf… die Menschen. Ich bin gern auf der Straße, auch abends, auch ohne Kamera. Es ist Sonntag. Die Läden sind geöffnet. Es gibt dennoch so ein Sonntagsgefühl. Nur nicht, wie ich es von zu Hause kenne. Warum ist Osteuropa so freizügig mit den Ladenöffnungszeiten? Ist in Deutschland nicht immer die Kirche der große Kritiker und Zurückhalter? Hier rennen die Menschen fortwährend in die Kirchen und danach oder davor einkaufen.

Charkow (Ostukraine, Februar 2019)
Charkiw (Ostukraine, Februar 2019)
Charkow (Ostukraine, Februar 2019)
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11. Februar

Das Wetter ist trüb. Die Menschen, auf den ersten Blick, oft auch. Ein Lächeln auf der Straße ist selten. Da ist so eine erdige Ernsthaftigkeit. Dennoch Stärke und aufrechtes Sein. Sie sind alle in ihre Mäntel gehüllt, Mützen, Fell oder nicht, gehören zur Grundausstattung. Ich liebe die Ästhetik des Fells. Am Körper, am Kopf, nur an der Kapuze nicht so sehr. Gerade schaue ich auf Panzer. Auf dem Maidanplatz, den es nicht nur in Kiew gibt. Ich hab ein Déjà-vu. Als ich in Petersburg war, besuchte ich an einer zentralen Metrostation immer das gleiche Etablissement, um russisch zu essen. Viel, billig, gut. Nun wieder. Metrostation, ukrainisches Essen. Heute gibt es Möhren-Weißkohl-Salat, Soljanka, Pelmini gefüllt mit Kartoffeln und eine kleine Portion Bratkartoffeln, dazu einen süßen Kakao. Der erinnert mich an die DDR-Schulspeisung. Das ganze kostet keine fünf Euro. Warum gehen die Menschen überhaupt zum teuren McDonald’s? Ich bin Fan von Kantinen und Mensen.

Gefüllt laufe ich zu den Panzern, zwei Geschwister, Junge und Mädchen, spielen dort Krieg. Laufe weiter, es ist nasskalt, der Schnee taut. Überall an den Häusern sind Absperrbänder angebracht. Es tropft von den Dächern. Ich bin nicht gut gelaunt. Die verrotzten Nächte sind anstrengend. Mein Körper fühlt sich schwer an. Dennoch ist es gut, hier zu sein.

Charkow (Ostukraine, Februar 2019)
Charkiw (Ostukraine, Februar 2019)
Charkow (Ostukraine, Februar 2019)
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Charkiw (Ostukraine, Februar 2019)

In dem Moment, als ich diese Zeilen schreibe, sitze ich in einer abgelegenen Metrostation, will nicht mehr laufen, hinter mir spielen alte Männer Schach gegen Uhren, neben mir sitzt eine verrückte Seele und kämpft mit ihren Dämonen. Warum spielen eigentlich nur Männer Schach, zumindest so öffentlich? Habe schon mehrmals solche Spiele-Plätze gesehen, überall auf der Welt. Immer in vollster Altmännerhand.

200 Kilometer entfernt tobt der Krieg, hier ist davon so gar nichts zu spüren. Ich weiß nicht, inwieweit die Menschen dies in ihrem Alltag betrifft?! Ach. Ich hätte nicht so vorschnell sein dürfen. Während ich das hier notiere, setzt sich eine mittelalterliche Frau an den Schachtisch. Neben mir hockt ein Mann, alt, der irgendwas auf lose Zettel schreibt. Vor ihm steht eine junge Frau mit einer hässlichen Tasche, sie zeichnet die Schachszene. Wenn man in einer Situation bleibt, verändern sich die Parameter ständig, hier gibt es inzwischen zwischen allen einen kreativen Austausch. Ich mag Zurückkehren in mein Hostel. Es reicht an Eindrücken und Gedanken für heute. Noch schnell einen Espresso, um Kleingeld parat zu haben für die Metrofahrkarte: 25 Cent.

Charkow (Ostukraine, Februar 2019)
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12. Februar

Heute regnet es. So fühle auch ich mich. Trübe, ausgelaugt, die Nacht durchgehustet und eine laufende Nase gesäubert. Kaum aus dem Bett herausgekommen. Aber dann doch hoch bemüht, um zur Universität zu fahren. Ich mag Metro fahren sehr und fühle mich immer angekommen und angenommen, wenn ich das öffentliche Verkehrssystem eines Ortes verstehe. Ich laufe durch die Gegend, auf der Suche nach einem guten Café, um zu arbeiten. Es dauert. Erst kommen mir noch die tanzenden Hare Krishnas entgegen und wollen, wie soll es anders sein, Geld von mir. Es passiert schon wieder Merkwürdiges. In Dortmund (beim Einchecken) stand ich in der Schlange neben einem ukrainischen, smarten Geschäftsmann, (Typ (das hier ist für Tobias C.) solche Männer mochte Antje früher mal ganz gern) und beäugte mich… Ich bemerkte dies, natürlich. Heute begegne ich ihm wieder, in dieser riesigen Stadt. Ich fotografiere gerade. Er huscht an mir vorbei und lächelt…Verrückt.

Gefunden, ein Café, adäquat zu meinem in Leipzig, nur die Stühle sind bequemer, die Torte besser, der Kaffee günstiger… Neben mir sitzen Medizinstudenten, asiatischer und arabischer Herkunft. Das weiß ich schon aus Odessa, die Ukraine hat vor allem ihre Medizinstudiengänge aufgemacht für alle dieser Welt, die zahlen. Das gibt dem Land die Chance, auch mit anderen Kulturen in Berührung zu kommen… Wichtig, wie ich finde. Hier um die Universität herum sehe ich viele „nicht-Ukrainer“… Im Rest der Stadt ist mir dies bisher nicht so sehr aufgefallen.

Zu Essen gibt es heute: Hühnersuppe, Rote-Beete-Salat, eine Bratwurst dazu Kartoffel-Möhren-Gemüse, zum Nachtisch Pelmini gefüllt mit Kirschen

Charkow (Ostukraine, Februar 2019)
Charkiw (Ostukraine, Februar 2019)
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13. Februar

Die Stadt wirkt heute agiler als in den letzten Tagen. Liegt es daran, dass die Sonne herauskommt? Dass der Schnee wegschmilzt? Auch ich bin etwas agiler, habe viel besser geschlafen mit meinen Hustenpastillen aus der Apotheke. Ich hatte vorher den Satz: „Ich habe Husten und brauche etwas zum Lutschen“ in mein Telefon gesprochen und übersetzen lassen. Niemand ist hier meinen Sprachen mächtig und ich ihrer nicht so gut. Ich habe heute schon ein paar Fotos gemacht, die mich zufrieden stellen. Die alte Frau mit der grünen Mütze, schlafend an der Metrohaltestelle Zentralmarkt. Ihr ganzes Hab und Gut dabei. Krücken. Sie fällt zusammen, weil der Schlaf sie übermannt. Alle Menschen, die aus der Metro steigen, schauen auf sie, ich bin ihretwegen ausgestiegen!
Überall verkaufen vor allem Ältere Waren. Tongut. Äpfel. Kürbisse. Blutdruckmessgeräte.

Ich laufe einmal um den Freiheitsplatz herum. An den Universitäten tummeln sich die Studenten. Auf dem Parkplatz stehen alte Autos, Schulbusse. Es ist Mittag. Die Menschen ruhen sich aus in den warmen, motorisierten Wagen. Diese Stadt ist ein Hybrid. Russisch. Ukrainisch. Sowjetisch. Jung. Alt. Uniform. Grau. Bunt. Leise. Laut. Höflich. Unhöflich. Charkow (russisch), Charkiw (ukrainisch). Ich liebe die Tristesse. Das einfache Leben. Das Grau. Die Kälte. Meine nassen, schlammigen Schuhe gerade. Ich rutschte aus, auf eingeweichter Erde und wühle mich wie eine Wildsau kurz im Morast. Danach gehe ich Essen. Heute gibt es eine nicht näher definierbare Suppe. Schnitzel mit Tomate und Aubergine überbacken, Möhrensalat, Reis mit Möhren… Danach in mein Café arbeiten. Ich bin schon zur Stammgästin auserkoren. Übrigens habe ich Lenin nicht gefunden, kein Wunder, gibts ihn seit 2014 doch nicht mehr. Sie holten ihn vom Sockel. Dafür habe ich das Taras-Schewtschenko-Denkmal bewundert. Welche Wucht! Auf dem Heimweg esse ich wieder einen Hotdog. Das ist während dieser Reise mein Lieblingsessen!

Charkow (Ostukraine, Februar 2019)
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14. Februar

Als ich heute Morgen meinen täglichen Weg antrete, über den Bahnhofsvorplatz zur Metrostation, bin ich verblüfft, da, wo sich normalerweise hunderte Täubchen tummeln, ist alles voller Menschen, eine schwarze Masse Menschen. Zuerst vermute ich eine Demonstration. Ich komme näher und höre deutsche Gesprächsfetzen. Meine Neugier ist geweckt, ich frage, hätte es niemals erraten können, Fußballfans aus Frankfurt/Main, Deutschland. Ich bin schon ein paar Tage hier in der Ukraine, erfreue mich all diese Zeit daran, dass ich die einzige Touristin in Charkow bin, wahrscheinlich nicht, aber es macht den Anschein und ich mag diesen Exotinnen Status. Und nun: 3000 Deutsche fallen ein, allesamt Fußballfans, Europaleague. Soweit die Fakten. Ich gehe meinem Tagewerk nach, irgendwann gen frühen Nachmittag, in der Innenstadt unterwegs, treffe ich einige von ihnen (wieder), sie sind auf einem zentralen Platz zusammengekommen – eine Menge Busse stehen da rum, wieder höre ich Gesprächsfetzen, jetzt fange ich an, mich zu schämen. Dann sehe ich mir einige Trüppchen genauer an, sie sitzen im Sonnenschein, im öffentlichen ukrainischen Sonnenschein der Innenstadt von Charkiv (Charkow) und trinken… Alkohol, manche Tüten, die da herum stehen, sind bis oben hin gefüllt mit Dosen und Flaschen. Die Polizei ermahnt die Fans nacheinander, dass das hier so nicht geht. Ich schäme mich noch mehr. Warum schauen sie sich nicht diese wunderbare Stadt an? Warum sind sie so eingeengt DEUTSCH in ihrem Kopf und schimpfen darüber, dass HIER niemand deutsch/englisch versteht? Warum bewegen sie sich in so großen „dunklen“ Gruppen durch die Stadt? WarumWarumWarum? Ich bin ganz schön genervt. Diese wunderbare Stadt, diese wunderbaren Menschen, die mir in den letzten Tagen sehr ans Herz gewachsen sind, bekommen nun ein anderes deutsches Bild vermittelt. Und das am Tag des Valentins, der Liebe, metaphorisch gesehen… Schade eigentlich. Dabei ist es ja schon spannend, dass in der Stadt, die ich für mich gerade erkunde, ein sportliches Ereignis stattfindet, dass im Ort des ukrainischen Vereins der Gegenseite, nämlich Donezk, nicht ausgetragen werden kann, weil dieser im Kriegsgebiet liegt. Im Hostel erzählt ein Frankfurter Fan mir, dass es gestern in Kiew bereits Ausschreitungen gegeben hätte, er jetzt mit verstecktem Schal zum Spiel fahre… Ich beschreibe ihm, wie er mit der Metro zum Stadion kommt. Er so: Ich nehme lieber ein Uber, das ist sicherer. Was hat das alles bitte mit Sport zu tun? Und dann treffe ich am Bahnhof noch Eduard und Evgeni, Vater und Sohn, aus Mariupol. Als ich frage, ob ihr Verein, der Schachtar Donezk gegen Eintracht Frankfurt gewinnen würde, sind beide eher skeptisch. Vielleicht treffe ich sie später wieder, denn das Spiel werde ich mir auch anschauen bei klirrender Kälte.

Valentinstag in Charkow. Alle Frauen laufen mit Blumen geschmückt herum. Am Abend gehe ich tatsächlich zum Fußball. Welch Polizeiaufgebot. Zwischenzeitlich habe ich Angst. Aber es sind sehr nette Frankfurter da, die mir den Abend verschönen. Genießen im Fanblock der Eintracht. Ich treffe so viele interessante und liebenswürdige Fans, bekomme eine Karte geschenkt und eine Menge alkoholische Getränke, die ich leider ablehnen muss. Das ist schon ein Erlebnis und friedlich bleibt es ja zum Glück auch. Ich werde nicht zur Fußball-Fänin, ich gehe auch in der Halbzeit, weil es nach einem langen Tag viel zu kalt ist für meine Füße, aber… immerhin haben mir die Ukraine zusammen mit Eintracht Frankfurt mein erstes Fußballspiel seit Kindertagen (damals mit Papa bei Dynamo Dresden, es war noch DDR-Zeit) geschenkt, aufregend war’s allemal. Ein Ereignis, das mich auf dem Rückweg ins Hostel zum Lächeln bringt: in die Metro steigt ein junger Kerl mit E-Gitarre ein und spielt, die Dame, die mir gegenüber sitzt, geht so ab auf die Musik, dass mir mein Herz höher schlägt und ich einfach nur lächle.

Charkow (Ostukraine, Februar 2019)
Charkiw (Ostukraine, Februar 2019)
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15. Februar

Ein Donezfan in der Herberge hat ein blaues Auge, die Nacht war heiter und laut im beschaulichen Hostel. Das 2:2 wurde gefeiert, auf beiden Seiten.
Ich fahre mit Tram 12 zum Gorkipark. Die Tram der Ukraine wird meist (fast ausschließlich) von Frauen gesteuert. Meine Steuerfrau ist 60, hat rote lange Haare, eine ausgemergelte Statur, lange Fingernägel, ist Zigarette rauchend, hat den Pelzmantel an – auch beim Fahren.

Ich steige am Gorkipark aus. (Ich sitze grade schreibend in einem georgischen Restaurant und sehe wieder jemanden, den ich kenne, den zweiten Deutschen aus meinem Flugzeug!)

Im Gorkipark treffe ich die beiden Mädchen aus Mariupol, die in meinem Zimmer schlafen. Dieser Park ist schon im winterlichen Sonnenschein so schön, ich vermag gar nicht mir vorzustellen, wie wundervoll er im Frühjahr oder Sommer wirken muss. Ich begegne Eichhörnchen und vielen Parkmitarbeitern, die die Wege von Eis befreien. Eigentlich suche ich die Seilbahn, aber die ist im Winter leider nicht in Betrieb. Aber ihre bunten Gondeln leuchten in der Sonne. Ich spaziere durch die Parktristesse, viele Fahrgeschäfte sind geschlossen. Das Riesenrad läuft. Später nehme ich es; aber ich bin nicht entspannt und es ist kalt so hoch oben.

Im Park treffe ich noch Wadim, den greisen Tennistrainer, er übt Klimmzüge und sagt mir, wie schön ich bin, das verstehe ich. Aber ich fühle mich fertig. Krank. Dennoch. Ich mag den Ort, die meisten Menschen hier, auch die Kälte… Als ich ins Café zum Arbeiten laufe (letzter Tag Brnoheft!) falle ich so unglücklich, dass ich erstmal weinen muss und humple. 

Charkow (Ostukraine, Februar 2019)
Charkiw (Ostukraine, Februar 2019)
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Charkiw (Ostukraine, Februar 2019)

16. Februar

Ein nichts-sagender Samstag! Die Stadt atmet durch. Sie ist viel leerer als in der Woche. Es ist grau, ich müde, langsamer. Ich fahre mit der Tram zum Soldaten zwischen den Neubauplatten. Für die Opfer des Weltkrieges. Danach schlafe ich zwölf Stunden an einem Stück. Kaum Worte wollen heute aus mir heraus. Bilder ein paar.

Charkow (Ostukraine, Februar 2019)
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17. Februar

Heute Morgen ist es sonnig. Ein farbiger Ukrainer tritt aus seinem Haus und sagt: Endlich Sonne, er freut sich. Ich fahre gen Zentralmarkt und gehe noch einmal auf den Flohmarkt. Ich kaufe ein Messer und fünf Paar Ballettschuhe aus Kiev. Danach entdecke ich The Varenik, wo es wunderbare Pelmini gibt, selbstgemacht und esse Borschtsch. Ich bemerke, dass mich die langen kalten Tage träge mit den Worten werden lasse. Mein Auge aber ist nicht müde und mein Körper genießt die Sonne.

Charkow (Ostukraine, Februar 2019)
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18. Februar

Die Stadt gibt mir heute einen kalten Kuss, ich fühle mich wie eine Eisprinzessin vom Geschlecht der Winterwale.
Dabei geht es nicht gut los. Mein Körper schmerzt mit jeder Faser. Ich schleppe mich hinaus, die Sonne scheint, fürchterlich kalt ist es. Ich schlürfe zu meinem ersten Kaffee. Noch eine Schmerztablette. Dann wird es besser. Ich laufe mit GoogleMaps zum Kunstmuseum der Stadt. Doch vorher komme ich vorbei am Eisbrunnen vor der Kirche, im schönsten Sonnenschein. Danach ins Museum, das ich ohne die Maps nie gefunden hätte. So unscheinbar. (Mit mir zwei Schulklassen darin.) Eintritt ein wenig mehr als ein Euro. In der untersten Etage ist schlechte Kunst zu begutachten, oben die Schmuckstücke ausgestellt. Wie in der Eremitage in jedem Raum ein altes Mütterchen, das aufpasst oder Kunstwerke aufdeckt, die mit Stoffen vor dem Licht geschützt werden. Welch ein
Spaß… danach gibt es für mich wieder Varenik satt!

Charkiw (Ostukraine, Februar 2019)
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19. Februar

Abreisetag. Ein wenig traurig bin ich schon. Es waren gute Tage in der Ostukraine. Wieder viel erlebt, gesehen, gespürt. Viel Winterkälte. Nicht so viel Sonne. Viel guten Kaffee. Heute scheint die Sonne, vom Feinsten. Ich bleibe noch im Hostel, arbeite, dann kauf ich den letzten Hotdog. Am Nachmittag mache ich mich auf den Weg zum Flughafen. Ich trinke noch einen Kaffee, bevor ich einchecke. Und, im Duty-free-Shop gibt es wieder diesen tollen ukrainischen Wodka aus einer Manufaktur, den ich schon nach meinem letzten Ukraine-Besuch gekauft hatte.

Charkow (Ostukraine, Februar 2019)
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Comments

  • Liebe Frau Kröger, das ist ein schöner Reisebericht. Da ich keine Ahnung von der Ukraine habe, zeigen mir ihre Fotos eine ganz normale Stadt mit Menschen, die auch hier zu finden sind. Das schlechte Wetter ist auch gleich und ihre Energie, um zu dieser Zeit an diesen Ort zu fahren, muß ja ganz stark gewesen sein, zumal auch noch die Enge in Bus und Flieger hinzukommt. Was mir sehr gefällt sind die vielen Fotos, die den Alltag vor Ort zeigen. Sie haben eine wirklich schöne Geschichte gemacht, die mir diese Stadt näher gebracht hat ohne daß ich das Bedürfnis spüre dort jemals hinzufahren. Vielen Dank für diesen guten Bericht an diesem tristen deutschen Tag aus einer Stadt, die ebenso trist ist wie dort.

  • Normalerweise bin ich kein großer Leser, aber dieser Artikel hat mir wirklich Freude bereitet von Anfang bis Ende. Dienlich ist allem voran der tolle Font der hier verwendet wird, eine beruhigende Schriftart. Hinzu kommen diese authentischen Aufnahmen, die mich sehr berühren. Ist da überhaupt eine Nachbearbeitung von Nöten gewesen? Beeindruckend jedenfalls. Im Oberen Drittel fehlt noch ein „N“ bei Rotznase^^ Ich wunder mich, wie man in einem Land zurechtkommt, in dem man weder die Sprache sprechen noch lesen kann. Ich möchte auch gern in die östliche Region um Aufnahmen zu machen, aber ich trau mich noch nicht wenn ich ehrlich bin. Aber jedenfalls bin ich inspiriert, auch vom Schreibstil, so dass ich mir die Website noch genauer ansehen werde. LG!

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