Lützen mit Adolf ohne Nietzsche im DDR-Modus & ein Hauch Bad Dürrenberg
Posted by Antje Kröger Photographie on März 06 2026, in Mensch, Welt
Neue (Zug)Reisegeschichten aus (ost)deutschem Land, mit dem Konvolut analoger Kameras, immer regelmäßig aktualisiert wird Leipzig, auch neue Orte kommen hinzu.
Zu diesem Zeitpunkt gibt es 10 Kapitel meiner 9-Euro-Ausblicke. Hier geht es zum Inhaltsverzeichnis:
Ich bekam eine Nachricht mit dem Bild eines DDR-Wandbildes: „Kennste bestimmt schon?". Ne. Kannte ich noch nicht, hatte ich noch nicht in meiner fotografischen Sammlung. Also nachgefragt, Zugverbindung recherchiert und zeitnah mit Sonne im Rücken auf den Weg gemacht. Lützen. Stadt im Burgenlandkreis, Sachsen-Anhalt. 8.000 Einwohner, plusminus. Trostlos. Abgehängt. Bahnhof lahmgelegt. Von Leipzig nahm ich die S-Bahn nach Bad Dürrenberg. Dort hatten am Morgen gelangweilte Menschen den Fahrkartenautomaten in die Luft jagen wollen. Das gelang ihnen nur so halb, aber eine kleine Aufruhr unter den Menschen hatte das Ereignis schon ausgelöst. Ist sonst bestimmt auch nicht so richtig viel los in der Stadt; wenn sie nicht ein Kurort wäre und die Krankenkassen all die „Krankheitsurlaube" bezahlen würden, sähe die Lage für Bad Dürrenberg auch unrosig aus. Vom dortigen Bahnhof fuhr ich mit dem Bus nach Lützen. Wenigstens das: jede Stunde eine Verbindung. Der Bus war ziemlich leer, nur ein paar Schüler fuhren ein paar Stationen und verabschiedeten sich ordentlich beim Busfahrer, als sie ausstiegen. Ich tat dies dann auch, als ich an der Station Lützen Markt den Bus als Letzte verließ. Die Sonne schien, der Autoverkehr rollte, Menschen sah ich wenige bis keine. Ich fragte nach der Schule, an der das DDR-Wandbild ist, und machte mich fotografisch auf den Weg. Lützen. Bekannt aus einer Schlacht im Dreißigjährigen Krieg, der Ort, wo der Schwedenkönig Gustav II. Adolf starb. Natürlich begegnet dieser mir auch. Wer mir gar nicht begegnet ist: Friedrich Nietzsche, obwohl sein Geburtsort Röcken zu Lützen gehört. Aber den Weg nach Röcken hab ich auch nicht genommen, dafür straight zur Schule des Ortes. Dort war auch Leben, das erste Mal an diesem Tag – zum zweiten Mal beim Eismonopolisten. Nachdem ich die DDR-Wandmalerei von allen Seiten begutachtet hatte, gönnte ich mir nämlich zwei teure Kugeln, um meinem spontanen Ausflug einen sommerlichen Anstrich zu verleihen. Danach wieder Bus, S-Bahn, Leipzig Hauptbahnhof. Und fast vergessen: Im Bücherschrank auf dem Marktplatz fand ich ein DDR-Buch aus meinem Geburtsjahr: „Was es alles gibt" aus dem Kinderbuchverlag der DDR, welches ich gerade bei Buchlooker für 99 Euro gefunden habe. Crazy.






















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