Antje Kröger | Fotokünstlerin

Das Leichte und das Schwere

Posted by on Okt. 04 2015, in Mensch

Fotograf Leipzig Antje Kroeger

Wenn sich jede Sekunde unseres Lebens unendliche Male wiederholt, sind wir an die Ewigkeit genagelt wie Jesus Christus ans Kreuz. Eine schreckliche Vorstellung. In der Welt der Ewigen Wiederkehr lastet auf jeder Geste die Schwere einer unerträglichen Verantwortung. Aus diesem Grund hat Nietzsche den Gedanken der Ewigen Wiederkehr >das schwerste Gewicht< genannt.

Wenn die Ewige Wiederkehr das schwerste Gewicht ist, kann unser Leben vor diesem Hintergrund in seiner ganzen herrlichen Leichtigkeit erscheinen, Ist aber das Schwere wirklich schrecklich und das Leichte herrlich?

Das schwerste Gewicht beugt uns nieder, erdrückt uns, preßt uns zu Boden. In der Liebeslyrik aller Zeiten aber sehnt sich die Frau nach der Schwere des männlichen Körpers. Das schwerste Gewicht ist also gleichzeitig ein Bild intensivster Lebenserfüllung. Je schwerer das Gewicht, desto näher ist unser Leben der Erde, desto wirklicher und wahrer ist es.

Im Gegensatz dazu bewirkt die völlige Abwesenheit von Gewicht, daß der Mensch leichter wird als Luft, daß er emporschwebt und sich von der Erde, vom irdischen Sein entfernt, daß er nur noch zur Hälfte wirklich ist und seine Bewegungen ebenso frei wie bedeutungslos sind. Was also soll man wählen? Das Schwere oder das Leichte?

Parmenides hat sich diese Frage im sechsten Jahrhundert vor Christus gestellt. Er sah die ganze Welt in Gegensatzpaare aufgeteilt: Licht-Dunkel; Feinheit-Grobheit; Wärme-Kälte; Sein-Nichtsein. Er betrachtete den einen Pol (Licht, Feinheit, Wärme, Sein) als positiv, den anderen als negativ. Eine solche Aufteilung sieht kinderleicht aus, bringt jedoch eine Schwierigkeit mit sich: was ist positiv, das Schwere oder das Leichte? Parmenides antwortete: das Leichte ist positiv, das Schwere ist negativ.

Hatte er recht oder nicht? Das ist die Frage. Sicher ist nur eines: der Gegensatz von leicht und schwer ist der geheimnisvollste und vieldeutigste aller Gegensätze.

Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins, Milan Kundera

dicke Frau mit schleier im Spiegel, das thema: menopause
Das Leichte und das Schwere
dicke Frau mit schleier im Spiegel, das thema: menopause
Das Leichte und das Schwere
Poetische Aktfotografie, Körper, Spiegelung, Schwarzweiß, Kunst
Das Leichte und das Schwere
Schwarzweiß Kunstfotografie eines nackten Körpers vor Spiegel, Intimität und Blick
Das Leichte und das Schwere
Ein nackter Körper sitzt vor einem Spiegel, teilweise verhüllt, teilweise sichtbar. Hände liegen schützend auf dem Bauch, der Blick bleibt verborgen. Spiegelung und Materialität erzeugen Nähe und Distanz zugleich. Das Bild wirkt still und intensiv – ein Moment zwischen Selbstbegegnung, Verletzlichkeit und körperlicher Präsenz, der Betrachter:innen unweigerlich hineinzieht.
Das Leichte und das Schwere
dicke Frau mit schleier im Spiegel, das thema: menopause
Das Leichte und das Schwere
dicke Frau mit schleier im Spiegel, das thema: menopause
Das Leichte und das Schwere
dicke Frau mit schleier im Spiegel, das thema: menopause
Das Leichte und das Schwere
Diese Fotografie thematisiert den Körper im Spiegel als Ort von Selbstwahrnehmung und Einschreibung. Der Schleier verdeckt und betont zugleich, die Spiegeloberfläche trägt Spuren. Nähe, Fragmentierung und Wiederholung erzeugen eine spannungsreiche Komposition. Die Arbeit bewegt sich im Feld zeitgenössischer Körperkunst und konzeptueller Aktfotografie.
Das Leichte und das Schwere
Ein Körper begegnet sich selbst. Der Spiegel trennt und verbindet zugleich, der Schleier mildert den Blick. Hände, Haut und Spiegelglas formen eine ruhige, beinahe fragile Bildsprache. Das Foto entfaltet seine Wirkung langsam und lädt dazu ein, länger zu verweilen und die leisen Details zu entdecken.
Das Leichte und das Schwere
dicke Frau mit schleier im Spiegel, das thema: menopause
Das Leichte und das Schwere

Werbung

NÄCHSTER FOTOWORKSHOP

Reply