Trachom
Posted by Antje Kröger Photographie on Apr. 06 2026, in Mensch
Licht. Augen. Nichts. (Fast nichts. Mehr.)
Erst das Licht zu viel. Dann die Augen zu wenig. Dann nur noch eine Erinnerung.
All das klingt wie ein schlechter Scherz. All das klingt wie eine Geschichte, die sie sich erzählen an den Stammtischen. All das klingt, als sei dies weg, weit weg. Aber nein, es ist nah, für diese zwei Augen näher, als die Seele ertragen, vertragen kann. Diese weint, weil die Augen zu krank sind, um ihrer Aufgabe nachzukommen. Fast blind. Erblindet. Innerhalb zweier Monate. 60 Tage, die das Leben auf den Kopf stellten, umkrempelten, zu einem anderen Leben führten. Dem Augenlicht beraubt in 1440 Stunden.
1440 Stunden. Niemand zählt sie. Niemand merkt sie sich. Man lebt sie und dann sind sie weg und mit ihnen das Licht, das man für selbstverständlich hielt. Das Licht, das morgens durch die Gardinen fiel. Das Licht auf dem Gesicht eines Menschen. Das Licht, das zeigte, wo der Staub sich gesammelt hatte, wo die Welt aufhört und der eigene Körper anfängt.
Ich frage mich, ich frage dich. Ein Gedankenexperiment. Augen oder Ohren. Ohren oder Augen. Pest oder Cholera. Fragezeichen, Fragezeichen, Fragezeichen! Augen. Natürlich. Ausrufezeichen. Kein Leben ohne Lieder. Kein Leben ohne Stimmen. Kein Leben ohne das Geräusch des Aufziehvogels.














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