Bloßsein … EINS
Posted by Antje Kröger Photographie on Jan. 26 2026, in Mensch
Es ist bitterkalt, als wir durch das Gartenzimmer ins Freie treten. Die Schneedecke unberührt, die Luft feucht und für einen Nachmittag viel zu dunkelgrau. Die mitgebrachte Lampe kann ein wenig Licht leuchten lassen auf den Körper, auf den Menschen, auf das Sein.
Es ist nasskalt vor allem an den Fingerspitzen, all die ausgestopften Vögel hängen drinnen an den trockenen Wänden, ihr Leben in der Kälte hatte sich schon vor langer Zeit erledigt. Sie erleben ihren zweiten Frühling nun als Staubfänger. Wir harren noch aus. Der Schnee eignet sich als romantische Winterkulisse. Oder zehrende Winterkulisse und fordernde Winterkulisse. Oder alles zusammen.
Ein Schwall von rauer Wärme umkreist uns, als wir wieder eintreten in das große Haus im Nirgendwo hinter den Bergen. Wir hören das Holz knacken im kleinen Ofen, der es nicht schafft, alle Luft der vielen Räume aufzuheizen. Auch im Innen ist es kalt. Wir bemerken dies allerdings erst später. Erst muss der Panther gefüttert werden und der Pelz zum Trocknen aufgehängt. Hinter den Fensterscheiben wird es dunkel, Licht kommt jetzt aus Leitungen. Die Masken wollen tanzen, das Schifferklavier könnte eine Melodei spielen, doch sie können ihre Körper nicht finden, die Masken. So bleibt es also leise. Nur ein Knacken kündigt an, dass die Ruhe bald enden wird.


















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