Glutnärrin
Posted by Antje Kröger Photographie on Feb. 26 2026, in Mensch
Analog-Digitaler-Remix
Meine Selbstporträt-Serien bestehen derzeit aus wilden Remixen analoger und digitaler Fotografie. Ich arbeite mit altem Filmmaterial, schaue, was das Material aushält (pushen, viel Licht, wenig Licht), entwickle es dann in der Dunkelkammer – zu lange, zu kurz, mit verschiedenen Temperaturen. Ein interessantes Experimentieren mit dem Zufall. Zusätzlich arbeite ich digital, um das Thema nicht aus den Augen zu verlieren, um mich bei der Selbstinszenierung zu beobachten, um den Raum offen zu halten, den der Zufall auch schließen könnte.

Glut-Wut-Blut.
Die Glut loderte vergangen in dem hübschen grünen Öfchen.
Die Glut entfacht jetzt kein Feuer mehr.
Zu viel Bestorbenes.
Zu viel Verdorbenes.
Zu viel Maskerade.
Zu viel Entfremdung.
Zu viel Richtungslosigkeit.
Die Spiegel des Sextanten sind erblindend.
Das Licht wärmt. Kurz.
Das Licht blendet. Augenblicklich.
Das Licht bringt das Verderben zum Vorschein. Erschreckend.
Das Rot kämpft.
Das Rot krampft.
Das Rot klatscht.
Die Wunden sind geleckt.
Der Winter ist verabschiedet.
Das Wollen schläft ruhig.
Glut-Licht-Unterleib-Tumult.
Das Narrenschiff ist längst ertrunken.
Die Matrosen von Bord getaumelt.
Die Segel an den Masten wurden eingezogen.
Glutnärrin.
Thront auf lauter totem Gebälk.
Es knarrt, rumpelt, kracht.
Sie ist leise geworden.
Niemand schweigt.
Um den Februarkummer kümmert sich Niemand nicht.
Er weiß jedoch um ihn. Natürlich.
All diese Gewalt.
Wieder Tod. Viel zu jung. Viel zu lebendig.
Das Meer läuft müde zusammen.
Noch mehr Narrenschiffe hatte es wohl verschluckt.
Ruhige Wasser. Blenden.
Die Blutzölle wurden beglichen.
Es gibt keine Geschenke.
Nie!














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